»Du bist nicht mehr als ein Pausenfüller für die Mächte, denen du dich entgegenstellst. Sie spielen mit dir wie Katzen mit einem Vögelchen, dann reißen sie dir deine zarten Flügel aus.« Jule hat den Göttern der Stadt den Kampf angesagt. Sie ist bereit, alles zu riskieren, um Mika und Kestrel aus den Klauen der Avatare zu befreien. Von ihrem Ziel trennen sie nur ungefähr 2000 Meter Luftlinie, eine neue Lehrmeisterin, ein galaktischer Krieg und eine mittelschwere Panikattacke. Ein weiteres Mal muss Jule über sich hinauswachsen, um ihren Schwur einzulösen. Dabei gilt es auch, ihre mysteriöse Gabe zu meistern, die zu ihrem Ass im Ärmel werden könnte – oder zu ihrem sicheren Tod. *** »Arcane« trifft »Star Wars«: Die Fortsetzung von Jules abenteuerlicher Götterjagd auf dem Planeten Arges. Für Fans von Science-Fiction und Urban Fantasy. Mit Illustrationen von Johanna Lehmert und Lunariztic. Garantiert frei von generativer KI.
Sehr hohes Tempo, gut zu lesen! Ein absoluter Pageturner.
Vorab muss ich sagen: Ich habe das Buch von der Autorin als E-Book als Rezensionsexemplar bekommen, deshalb kann ich jetzt schon eine schreiben, das Buch erscheint ja erst nächste Woche.
Die Geschichte steigt kurze Zeit nach dem Ende von Band 1 ein, die Charaktere, die neuen wie die alten, werden flott und prägnant eingeführt, sodass sie gut auseinanderzuhalten sind. Jules Weg durch Arges ist dabei bekannt und ungradlinig. Sie darf scheitern und findet dennoch Wege voran. In diesem Band wird vieles, das wir meinen, über die Welt zu wissen, auf die Probe gestellt. Jule lernt neue Freunde kennen, aber auch Feinde. Die Entwicklungen sind dabei logisch fortgeführt, auch wenn sie vereinzelt einen sehr kalt erwischen und überraschen. Aber – und das muss ich besonders hervorheben – keine der Entwicklungen war unangekündigt. Alles war schon in Worten und Taten angelegt gewesen, und ich hatte Flashbacks zu dem, was Jule in Band 1 erlebt hatte. (Situationen, Worte, die diese Wendungen ankündigen, ohne sie zu verraten.) Gerade diesen Part finde ich so gelungen. Aber auch so vieles andere. Das Tempo ist hoch, aber ich konnte der Geschichte gut folgen. Die Charaktere sind so lebendig, dass sie für mich beim Lesen eigene Stimmen entwickelt haben. Meines Erachtens ist gerade dieser Punkt der, der Band 2 noch viel besser macht als Teil 1. Da ist die Entwicklung der Autorin zu spüren, und ich muss betonen, dass ich Band 1 schon super genial fand.
Für mich hat das Buch alle Erwartungen an einen zweiten Band erfüllt und ich freue mich jetzt schon darauf, nach Arges zurückzukehren. Das Buch ist für Menschen die Band 1 mochten und Menschen die Band 1 noch nicht kennen rate ich sehr ihn zu lesen.
Für mich ein absolutes Must-read und vielleicht auch mein Buch 2026 – außer die Autorin veröffentlicht in diesem Jahr noch einen Roman. Band 2 hat Lunarcoast, was bisher mein Jahreshighlight war, definitiv von Platz 1 gestoßen.
… so, Marie, da hast du es, eine klare Aussage. Lunarcoast ist jetzt auf Platz zwei … offensichtlich wolltest du es so. :-)
Jules Kampf gegen eine ungerechte Welt geht in die zweite Runde. Auch wenn sie in so überhaupt keine Schublade passt und jede_r sie verzweifelt zu kontrollieren bzw. zu beschützen versucht, kann das tief in ihr verwurzelte Chaos immer in den unmöglichsten Momenten die Füße nicht stillhalten.
Die megalomanische Dekadenz der Avatare und ihrer "Hände" im Kontrast zu der unüberlegten Rotzfrechheit von Jule, umspielen sich in sehr natürlicher und auch unterhaltsamer Weise und im Laufe der Handlung erkennt man, wer die eigentlichen Täter und wer die Opfer sind. Was sie verbindet ist ihr gemeinsamer Gegner: die alles und jede_n mit lebensverachtender Brutalität kontrollierenden Patrizier.
In ihrem zweiten Band werden die im Verborgenen liegenden Machtgefüge immer deutlicher, aber auch die Unmöglichkeit, dass das System von einem einzigen "Wildling" gestürzt werden könnte. Doch die bestechende Direktheit der Protagonistin und ihre impulsive Art, für diejenigen einzustehen, die sie liebt, gleichgültig ob sie andere oder sich selbst dadurch gefährdet, erschüttert die jahrhundertealte auf Sklaverei basierende Ordnung. Obwohl Jule nicht wirklich eine Rebellin sein möchte, scheint darin ihre Bestimmung zu liegen. Im Sturm erobert sie die Herzen von Menschen und Avataren, sprengt polyamor so manche Konvention und findet alte und neue Gegner, aber auch Verbündete an den unmöglichsten Orten.
Ein phänomenal-wilder Flug durch verschiedene Phantastik-Genres in einer chaotisch anmutenden, aber nach und nach erkennbar logisch aufgebauten Welt, voller Siege und Niederlagen, Liebe und Hass, Verzweiflung und Hoffnung. Auf die Verfilmung wäre ich echt extrem neugierig. Aber zuerst wäre ich schon über Band 3 sehr glücklich.
Vieles, was „Seelengrube“ ausmacht, findet sich im Nachfolger wieder: tolle Charaktere, ein ansprechender Stil sowie das detailreiche Worldbuilding, auf welches hier noch weiter eingegangen wird. „Funkenflug“ hält das Niveau des ersten Bandes und beweist mal wieder, wie gut der Genremix funktioniert.
Erneut begleiten wir Jule dabei, wie sie fleißig trainiert, um es bald mit den Avataren aufnehmen zu können. Zeitgleich erfahren wir mehr von der Rebellion gegen Arges, was eine neue Dynamik in die Story bringt. Fragen aus dem ersten Teil werden beantwortet, dafür werden wieder neue aufgeworfen. Anfangs plänkelt die Handlung etwas vor sich hin, später wird es umso spannender. Höhepunkt und Ende sind sehr gelungen. Insgesamt ist „Funkenflug“ actionreicher als der Vorgänger. Die schnellen Szenen wechseln sich gekonnt ab mit ruhigen und emotionalen, zwischendrin auch immer wieder eine Prise Romantik.
Es gibt Wiedersehen mit Figuren des ersten Teils, die mir sehr gefielen, und mit ihnen einige sehr schöne Szenen. „Funkenflug“ hat wieder viele interessante Figuren, darunter bekannte wie auch neue.
Etwas komisch finde ich es, dass die Hände der Avatare (was sicher ein anspruchsvoller Job ist) nebenher noch Zeit haben, in der Zitadelle zu unterrichten. Sollten sie sich nicht vollumfänglich um den Schutz ihrer Gött*innen kümmern? Aber das ist nur eine Kleinigkeit. Vielleicht klärt sich das auch noch.
4,5/5 Sterne
Vielen Dank an Marie Meier für das kostenlose Rezensionsexemplar.
Funkenflug, der zweite Band der "Der letzte Schlüssel"-Reihe von Marie Meier, macht genau da weiter, wo der erste Teil "Seelengrube" aufgehört hat. Wir befinden uns immer noch in der Fantasy-SciFi Welt von Marie Meier, immer noch in Arges, der von den Göttern beherrschten Stadt, und folgen immer noch Jule auf ihrem Weg, das ganze verdammte kapitalistische System niederzureißen. Nur dass Jule auf ihrem Weg immer mehr Unterstützung bekommt, immer mehr lernt - und sich immer neue Feinde macht, während sie Stufe um Stufe erklimmt und erschreckenden Wahrheiten auf die Schliche kommt. "Funkenflug" enthält alles, was "Seelengrube" toll gemacht hat: Jule und viele andere Figuren ringen mit ihren Dämonen, unterstützen sich aber gegenseitig. Sie will immer noch mit dem Kopf durch die Wand, aber hat jetzt mehr Möglichkeiten dazu - was für manch überraschende Wendungen sorgt. Es wird immer noch herrlich lecker gegessen (zumeist), die Welt wird mit jeder Enthüllung übler und ihr geplanter Systemsturz damit umso sweeter (wehe der beginnt nicht im nächsten Band). "Funkenflug" ist damit ein wirklich hervorragender zweiter Band einer Reihe, der ohne die üblichen Schwächen von Mittelteilen auskommt. Man sollte nur den ersten Band noch recht präsent haben, denn auch wenn es eine kurze Zusammenfassung von "Seelengrube" am Anfang gibt, werden Begriffe und bereits bekannte Figuren nicht noch einmal erklärt.
Auch Band 2 ist ein totaler Pageturner. Die Handlung ist rasant, die Zusammenhänge komplex und spannend, ich konnte gar nicht anders, als immer weiterlesen zu wollen. Marie Meiers flüssiger und humoriger Schreibstil verleitet ebenfalls dazu. Und wie schon im Vorband liebe ich die Innengestaltung des Buches, wie etwa die Illustrationen der Signa der verschiedenen Aspekte oder die Zeichnungen von Mika und Tonya. Hier lernen wir insbesondere mehr über die Avatare und Jules Monster, das Worldbuilding wird um ein paar entscheidende Details ausgebaut und die Fronten zwischen den einzelnen Parteien verhärten sich. Manchmal etwas verwirrend, es lohnt sich, aufmerksam zu lesen und nicht durch die Szenen zu fliegen (auch wenn das aus oben genannten Gründen verlockend ist). Ich gebe aber einen halben Stern Abzug, weil mir persönlich der Romance-Anteil hier immer mal wieder zu hoch war. Und irgendwie hätte ich mir gewünscht, dass die Biene Ikarus am Ende nochmal einen Auftritt gehabt hätte. Aber was nicht ist ... und so. Ansonsten bleibt noch ein großer Haufen Fragen offen für Band 3 - wann erscheint der nochmal???
Jules Abenteuer geht (alternativ: fliegt und fällt)weiter. Sie nimmt einem mit durch Arges Höhen und Tiefen auf Ihrem Weg ihre Monster zu Befreien. Neue Charaktere werden nahtlos in die Geschichte eingeflochten, und was für Charaktere! Der Plot hatte für mich einige unerwartete Twists, welche sehr willkommen waren. Auch neue Fragen wirft die Erzählung auf, welche dazu führen das ich das Buch in 2 Tagen verschlungen hatte. Das Tempo empfand ich als etwas schneller als in Band 1, jedoch nicht überladen.