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Die letzten Tage von Ingeborg

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Fleur Jaeggy erinnert sich an Ingeborg Bachmann, ihre Weggefährtin, langjährige Freundin – und große Liebe? –, an das viele, viel zu wenige gemeinsame Leben, an lichte, unbeschwerte Nähe und an das schwere Ende Ingeborgs. Und Fleur Jaeggy breitet diese Erinnerungen so aus, wie nur sie es kann, schonungslos anschaulich, in zärtlicher Lakonie.

Im Sommer 1971 fahren die beiden in einem roten Alfa Romeo von Rom aus an die toskanische Küste. Der Plan ist einfach: einen Monat zusammen verbringen, keine Briefe, keine Anrufe, Meer, Sonne. Sie gehen täglich schwimmen, reden bis tief in die Nacht. Italo Calvino kommt zu Besuch, Uwe Johnson schaut vorbei, aber eigentlich sind sie so innig, dass sie niemanden sonst sehen wollen. Nur knapp zwei Jahre später stirbt Ingeborg Bachmann und Fleur Jaeggy bleibt in tiefer Trauer zurück.

Über fünfzig Jahre nach dem viel zu frühen Tod Ingeborg Bachmanns schreibt Fleur Jaeggy dieses sehr private Buch. Die letzten Tage von Ingeborg ist eine Hommage in drei Akten: Es sind Erinnerungen an sonderbar mäandernde Gespräche, Leberwurstessen, Reisen nach Klagenfurt und Wien; es sind Reflexionen über das Altern; vor allem aber ist es das schmerzhafte Protokoll der letzten Tage von Ingeborg Bachmanns Leben im Zentrum für Brandverletzte Sant’Eugenio in Rom. Fleur Jaeggy war bis zuletzt an ihrer Seite.

44 pages, Hardcover

First published May 13, 2026

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About the author

Fleur Jaeggy

17 books455 followers
Fleur Jaeggy is a Swiss author, who writes in Italian. The Times Literary Supplement named Proleterka as a Best Book of the Year upon its US publication, and her Sweet Days of Discipline won the Premio Bagutta and the Premio Speciale Rapallo. As of 2021, six of her books have been translated into English.

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1 star
2 (1%)
Displaying 1 - 19 of 19 reviews
Profile Image for Gerhard.
390 reviews35 followers
April 21, 2026
Für mich neue Details zum Ableben Bachmanns und die Zustände eines italienischen Krankenhauses der 70er Jahre.
Profile Image for Naomi.
310 reviews7 followers
April 25, 2026
zwischen dem Bücherregal entdeckt, gelesen und kurz vergessen wo ich war.

Sellerie zum Frühstück, ein geflüstertes Wir haben es gut gehabt.

Ich kannte Ingeborg nur vom Hören Sagen. Es ist absolut beeindruckend, welche Geschichte Fleur Jaeggy und hier mitteilt. Zwischen Ausflügen, Krankenhausbesuchen und immer wieder - wir haben es gut gehabt. Einblicke welche von Tiefgründigkeit, Nähe, Hoffnung und so viel mehr handeln.

Einen spannenden Einblick, der nachhallen wird. Eine Empfehlung.
Profile Image for Gabril.
1,121 reviews277 followers
June 20, 2026
Pochissime parole, sapientemente dosate in 44 pagine, per ricordare l’amica dell’anima Ingeborg Bachmann che morì in circostanze mai del tutto chiarite a soli 47 anni. Oggi ne avrebbe cento.

Jaeggy la rammemora in tre esili e densi capitoli.
Il primo ci riporta a un’estate degli anni Settanta quando le due amiche trascorsero un mese insieme in una casa talmente vicina al mare che anche l’acqua dai rubinetti usciva salata.
Il secondo racconta a brevi lucide pennellate com’era lei, l’amata Ingeborg, forse già consapevole che all’orribile vecchiaia non ci sarebbe arrivata.
Il terzo, dolente e inquietante, torna proprio agli ultimi giorni, alla lunga e penosa agonia della scrittrice al centro grandi ustionati del San Camillo a Roma.

È una testimonianza del dolore, enorme, di Fleur per questa grave perdita, ma è anche un atto d’accusa per i mancati soccorsi, per l’omertà e la cortina di silenzio intorno alla Bachmann nel momento in cui l’irreparabile accade. Perché, in realtà, secondo l’autrice poteva, invece, essere riparato.

Un piccolo libro da rileggere subito appena si è arrivati alla fine.
Profile Image for Markus.
65 reviews
Read
April 22, 2026
Sechs Stellen aus dem Buch:

„Ingeborg hatte nur gesagt: Weg von Rom, an nichts denken, keine Briefe, keine Telefonate, kein Antwortenmüssen.“ (Jaeggy 2026: 9)

„Ich hätte mir gewünscht, dass es lang anhält. Und immer.“ (Jaeggy 2026: 12)

„Der Monat ging zu Ende. Ein goldener Schein leuchtet aus Ingeborgs Gesicht. Das Tor wurde geschlossen. Ich möchte mit einem Satz aus einem Buch von Ingeborg enden: »Schattenschlaf, geflügelte Heiterkeit über Abgründen.«“ (Jaeggy 2026: 15)

„Und zwischen den Mauern ein Garten, und ich sagte: wir beide. Ich war schrecklich überzeugt. Die störrische Überzeugtheit von etwas, das nicht eintritt. Ich hatte die kommenden Jahre eingerichtet, vielleicht auch im Traum, und hatte sie, Ingeborg, bei mir.“ (Jaeggy 2026: 17)

„Möchtest du nicht, dass wir miteinander aufs Land ziehen, wenn wir alt sind? Ich ließ nicht locker. Da stimmte Ingeborg zu. Aber sie stimmte zu wie jemand, der keine Zukunft sieht.“ (Jaeggy 2026: 18)

„Gestern sagte sie, meine Augen seien gut. Ingeborg wirkte fast entspannt. In ihrem Gesicht war etwas Verschleiertes, wie ein Licht, das ihre Züge verklärte. »Wir haben es gut gehabt.« Es war ein Abschied.
Sie wusste es.“ (Jaeggy 2026: 40)
Profile Image for gallizio.
1,137 reviews54 followers
June 6, 2026
evitabili inezie terminali
Profile Image for Aglaja.
140 reviews15 followers
August 2, 2026
Fleur Jaeggy schreibt hier in ihrer unnachahmlichen, lakonischen Art über ihre Freundschaft mit Ingeborg Bachmann und die Umstände ihres Todes.

Ich habe das Büchlein in der Buchhandlung gelesen. Es ist kurz, klingt aber nach. Wie Poesie eben.

Anfangs hatte ich mich über den Verlag geärgert: 44 Seiten für 16 Euro. Nun bin ich etwas versöhnt.
Profile Image for Rebecca.
32 reviews79 followers
July 29, 2026
Fa piangere e arrabbiare allo stesso tempo
Profile Image for Alexander Carmele.
553 reviews582 followers
April 30, 2026
Das nachklingende Ende – ein Memento Mori der stillen Art.

Fleur Jaeggys Gesamtausgabe wird momentan von Suhrkamp voran getrieben. Wie schon bei Annie Ernaux kommen nun viele kürzere Texte als eigenständige Ausgaben auf den Markt, Texte, die kaum hundert oft weit weniger Seiten umfassen. In Die letzten Tage von Ingeborg, ein autofiktionaler Text über den Tod von Ingeborg Bachmann in Rom, schließt sich zudem noch an die nun zur Veröffentlichung freigegebenen Dokumente, bspw. den Briefwechsel zwischen Max Frisch und Bachmann, die den literarischen Rosenkrieg nun vor aller Augen austragen dürfen. Im Gegensatz zu diesem problematischen Eingriff in die Privatsphäre, spielt Jaeggy ausschließlich mit ihren eigenen Assoziationen und rückt niemandem als sich selbst auf den Pelz:

Eines Morgens, Montag, 1. Oktober, ein Anruf aus Zürich. »Die Ingeborg hat sich verbrannt.« Ich sage nichts. Die Stimme wiederholt es: Die Ingeborg hat sich verbrannt. Wie ist es passiert. Anscheinend mit einer Zigarette, sagt die Frauenstimme am Telefon. Ich probiere andere Fragen, wie ein Roboter. Und wie geht es ihr jetzt? Wo ist sie? Sie ist im Brandverletztenzentrum des Krankenhauses Sant'Eugenio in Rom. Man kann mit niemandem reden. Mir wird bewusst, dass die Worte der Frau etwas Irreparables bekanntgeben. Etwas Endgültiges. Ich will es nicht glauben, aber ich weiß, dass es das Ende ist.

Der Text legt eine Trauerarbeit frei, Bachmann als Projektionsfläche zeigt sich vielschichtig als etwas Schützenwertes, aber auch Fremdartiges. Die Ich-Erzählerin traut sich nicht an den Gegenstand, sowohl aus Respekt wie auch ein wenig aus Furcht, etwas eigenartig Mystisches schwebt durch die Zeilen, die mit dem Tod das Endgültige verarbeiten, eine Form der ratifizierten und nun für immer in ihren Erinnerungen präsente Frage, wer dieser Mensch gewesen, was ein Mensch überhaupt sei. Selbst ohne den Bezug auf die Figur Bachmann gelingt Fleur Jaeggy wie schon in Proleterka und Die seligen Tage der Züchtigung, die Existenz als fragil, verletzbar, als diaphane Erhabenheit darzustellen, die jedem, nicht nur einer Bachmann, zukommt. In Bachmann schlägt sich dies nur um die Physis erweitert in ihrer Lyrik bahn:

Der Monat ging zu Ende. Ein goldener Schein leuchtet aus Ingeborgs Gesicht. Das Tor wurde geschlossen. Ich möchte mit einem Satz aus einem Buch von Ingeborg enden: »Schattenschlaf, geflügelte Heiterkeit über Abgründen.«

Das Zitat stammt aus Bachmanns Erzählung Das dreißigste Jahr, in welchem ein Ich und auch ein Er entdecken, dass sie nichts Besonderes geworden sind, dass sie sich hauptsächlich haben treiben lassen. Fleur Jaeggy wird sich dessen genauso bewusst wie die Figur aus dieser Erzählung. In ihrem schmalen Büchlein fragt sie, worin die Schönheit, die es gegeben hat, bestanden hat. Sie fragt in der Form eines Gedichts, das mehr zeigt, als es erzählt, dass Spuren Lücken sein können, wahrscheinlich eingedenk der Tatsache, dass am 25. Juni 2026 Bachmann hundert Jahre alt geworden wäre.
Profile Image for Serena Risitano.
52 reviews6 followers
May 30, 2026
“Il cimitero degli inglesi è tenuto bene, quando la salma cala nella terra l'inserviente (o il direttore) passa con un cestino di fiori recisi e ognuno li butta nella fossa con una manciata di terra. Approfittai per chiedergli un posto per me, al direttore. Disse che ero giovane. Gli risposi che non avrò vecchiaia, pensando a lei, a Ingeborg. E se volevo ospitare mio marito, avrei dovuto fare da cavaliere. Questo voleva dire: morire per prima. Trassi un sospiro di sollievo come se ciò accadesse subito, o fosse già accaduto, o scritto. Liquidare se stessi, prima di morire.”
Profile Image for Peng Chenni.
1 review
July 17, 2026
借助ai磕磕绊绊读,读的意文原版,翻译得很烂都阻挡不了文字的力量。无比真挚又不落俗的悼文,那些亲密细节构筑出的Bachmann无比鲜活迷人,在她这里,她永远不会只是一个名字。耶吉用爱写出死的冷酷,未来没办法抵达,现实没办法力挽狂澜,但那些我们经历过的美好往昔,它们的存在不可阻挡。
唉!真是写的太好的东西了,潜藏在克制下无数次的情感暗涌,数次泪目,终于明白这就是我想要写出来的东西,真希望我的意语能好到直接读原文。
Wir haben es schön gehabt.😭😭

17/7/2026 Fleur Jaeggy写的Bachmann真的太让人心疼了,当时在der freitag的Bachmann百年诞辰报纸里用一句话就吸引住了我,把意文原版找来看,看完一天一夜了还在想着。她和她是真正的天才女友吧。耶吉跟科舍尔叙述的出入也果然证明了谁写的好谁才对此有话语权啊…
Profile Image for Silvia legge libri.
53 reviews53 followers
June 10, 2026
La testimonianza degli ultimi giorni di Ingeborg Bachmann, autrice, filosofa e poetessa austriaca, da parte di una voce amica, che è calda e allo stesso tempo impotente. Tre stelle perché avrei voluto leggere mooolto di più di questa storia.
Profile Image for Ismael.
Author 14 books48 followers
Review of advance copy received from Publisher
May 22, 2026
“Ingeborg è stata portata all'ospedale da Maria, la custode di via Bocca di Leone. Ora Ingeborg abita a Palazzo Sacchetti in via Giulia. Telefona verso le due di notte a Maria dicendo che si è bruciata. Se per favore Maria è così gentile da venire subito. È dispiaciuta di doverla disturbare. Maria accorre. E spaventata quando la ve-de. Non avrebbe mai immaginato di vederla «veramente ustionata». In quel modo. Ingeborg si reggeva ancora in piedi. Con un accenno di sorriso nomina il fuoco. Maria la mette nell'acqua fredda della vasca da bagno. Poi la copre. Cerca un documento e la porta al Sant' Eugenio. Non trova un documento. Prende un libro di Ingeborg.”
Profile Image for Gianluca.
Author 1 book53 followers
June 1, 2026
Bellissimo, struggente, dolorosissimo. Il racconto della vacanza al mare di Jaeggy e Bachmann è un sogno. Il difetto? Cortissimo, si legge in una colazione.
Profile Image for Ja Santoro.
115 reviews1 follower
Read
June 12, 2026
«Maria la mette nell’acqua fredda della vasca da bagno. Poi la copre. Cerca un documento e la porta al Sant’Eugenio. Non trova un documento. Prende un libro di Ingeborg»
Profile Image for Eva Blu.
21 reviews
June 15, 2026
« I ricordi non sono propriamente un passato »
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