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Falls jemand fragt, wer wir waren

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Als Rena spurlos verschwindet, macht sich ihre beste Freundin Tilla auf die Suche. Doch schnell merkt Nichts von dem, was Rena über sich erzählt hat, ist wahr. Die Verkäuferin, die angeblich Renas Mutter ist, hat gar keine Kinder. Das Haus an der Adresse, die ihre Freundin ihr genannt hat? Eine ausgebombte Ruine.
Je verzweifelter Tilla in ihrer Heimatstadt Halle nach Rena sucht, umso klarer treten die Abgründe der noch jungen DDR hervor. Als sich die brodelnde Unzufriedenheit in der Bevölkerung schließlich im Volksaufstand des 17. Juni entlädt, muss Tilla sich entscheiden, wie weit sie gehen will – für die Wahrheit, für ihre Freundin und für die Frage, woran sie wirklich glaubt.

Mitreißend gelesen von Marit Beyer, die mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet wurde.

Gedicht "Wenn einer fragen sollte" Johannes R. Becher. Gesammelte Werke. 18 Bände (Hrsg. vom Johannes-R.-Becher-Archiv der Deutschen Akademie der Künste zu Berlin); Band 3: Gedichte 1926-1935. Aufbau-Verlag Berlin und Weimar 1966 Aufbau Verlage GmbH & Co. KG, Berlin 1966, 2008

289 pages, Kindle Edition

Published July 21, 2026

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Profile Image for Wal.li.
2,705 reviews75 followers
September 4, 2026
Tillas Suche

Es ist das Frühjahr 1953 und seit ein paar Wochen sind Tilla und Rena eng befreundet. Sie treffen sich nach dem Unterricht an einem Bahnwaggon in der Nähe von Halle an der Saale. Einiges Tages treffen sie dort auf ein paar Männer, die nicht vertrauenserweckend wirken. Direkt danach verschwindet Rena. Bald schon beginnt Tilla, sich Sorgen um ihre Freundin zu machen. Bei ihrer Suche muss sie feststellen, dass fast alles, was Rena ihr erzählt hat, nicht der Wahrheit entspricht. Tilla kommt ins Grübeln, lässt aber in ihrer Suche nicht nach. Dass sie gewissermaßen in die Tagespolitik hineingerät, ist auch für sie selbst überraschend.

Nach dem zweiten Weltkrieg sammelt sich die Welt noch und auch der neu entstandene Staat der DDR steht noch am Anfang. Anfang des Jahres 1953 werden die Spannungen zwischen Volk und Regierenden immer stärker. Es gibt einiges an Repressalien, die Arbeitsnormen sind hoch und es sind schon Menschen verschwunden. Man muss aufpassen, was man wem gegenüber sagt. Allerdings versuchen auch viele Menschen in den Westen zu kommen. Die Staatsführung kündigt daher Veränderungen an. Ruhiger wird es im Land dadurch nicht. Die Arbeiter beginnen, Forderungen zu stellen. Nicht mehr lange bis zu den Arbeiteraufständen des siebzehnten Juni.

Durch die Beschreibung des Buches wird bei geschichtlichem Interesse sofort der Wunsch geweckt, weiterzulesen. Zwar erwartet man vielleicht, mehr über Tillas Suche nach Rena zu lesen, aber wenn man quase in die Ereignisse um den siebzehnten Juni hineingestürzt wird, ist man sehr gefesselt. Tilla und ihr Vater bilden einen Pol, der Polizistensohn Roman einen weiteren, die Umgebung in der Schule, die Waggonbaufabrik, von der aus Proteste beginnen. Ein packender und beklemmender Roman, der jegliche DDR-Romantik sehr in Frage stellen könnte. Möglicherweise stellt man fest, dass man von der Geschichte des anderen deutschen Staates nicht so viel weiß. Ein beeindruckendes Werk über eine ereignisreiche Zeit, die man nicht vergessen sollte.
Profile Image for Liane.
59 reviews15 followers
July 25, 2026
Solide erzählt Geschichte rund um den Volksaufstand in der DDR vom 17. Juni 1953
180 reviews11 followers
August 28, 2026
Tauwetter in der ehemaligen DDR – leider nicht mitreißend genug

„Falls jemand fragt, wer wir waren“, ein Roman von Eva Kranenburg, erschienen 2026 bei hanserblau, beschäftigt sich mit den Ereignissen rund um den Volksaufstand am 17. Juni 1953 – und findet dabei leider keinen wirklichen Fokus und Form.

Die Handlung folgt der Geschichte von Rena und Tilla. Die beiden jungen Frauen freunden sich in Halle im März 1953 an – Tilla systemtreu und eine „Hundertprozentige“, Rena aktiv im Widerstand und mit vielen Geheimnissen, wovon Tilla erst im Laufe der Zeit erfährt. Denn eines Tages verschwindet Rena von heute auf morgen und bei der Suche nach ihr entdeckt, Tilla, dass nichts ist, wie es bisher schien. Durch jedes Detail mehr, dass sie herausfindet, gerät auch ihr Weltbild weiter aus den Fugen, denn Geheimnisse gibt es nicht nur bei Rena und auch das System, dem sie bisher so brav folgte, bekommt Brüche.

Kranenburg schreibt flüssig und es gelingt der Autorin, die Historie von 1953 weitestgehend unbemüht in die Handlung einzubetten, so dass auch historisch nicht bewanderte Lesende der Handlung und ihrer Brisanz gut folgen können. Formal arbeitet sie insbesondere im ersten Teil des Buches mit Zeitsprüngen vor uns zurück – was als Stilmittel eher unnötig erscheint, da hier nur um zwei Monate hin und zurück gesprungen wird und sie dieses Prinzip im weiteren Buchverlauf schnell aufgibt – es erzeugt mehr Verwirrung als es das Buch literarisch nach vorn bringt. Die Spannungsbögen werden unregelmäßig gehalten, mal mäandert der Roman vor sich hin, mal gelingt es Kranenburg wirklich zu packen. Die jungen Frauen sind nicht wirklich konsistent in ihrem Alter geschrieben, die Autorin legt viele doch sehr erwachsene Sätze in ihren Mund, die auch eher aus einer Rückschau so möglich sind. Die Figurenentwicklungen gehen unglaubwürdig schnell voran und auch insgesamt werden viele Felder aufgemacht, die der Roman dann nicht schafft zu bedienen. Der Roman pendelt zwischen wirklich gut aufbereiteter Historie und Kitsch und findet dabei sein Erzählziel leider nicht.

Spannend, wenn auch romantisierend, wird der eigentliche Aufstand beschrieben, der gerade im Westdeutschen Raum heute wahrscheinlich nicht mehr vielen bekannt ist. Und auch die Folgen für die einzelnen werden deutlich – weshalb das etwas erzwungene Happy End erneut gar nicht dazu passen möchte. Die wichtige Grundfrage des Buches, Hin- oder Wegsehen, Wissen wollen und mit Wissen leben oder Frieden durch Ignoranz, ist eine wirklich gute Frage und sie ist im Roman gut verankert. Insofern historisch und ethisch durchaus attraktiv zu lesen, mit einer guten Grundidee versehen, literarisch aber leider doch noch unausgegoren.


Ein großes Dankeschön an lovelybooks.de und den Carl Hanser Verlag für das Rezensionsexemplar!
Profile Image for Buchbesprechung.
237 reviews26 followers
September 8, 2026
REZENSION – Erst im März hatte Eva Kranenburg, Absolventin der Akademie für Kindermedien, ihren speziell für Jugendliche verfassten und mit Preisen ausgezeichneten Debütroman „Freunde“ veröffentlicht. Jetzt folgte im Juli beim Hanser Verlag mit „Falls jemand fragt, wer wir waren“ bereits ihr erster Roman für Erwachsene. Doch auch dieser Roman ist jugendlichen Lesern ebenso zu empfehlen, handelt er doch vom Alltagsleben zweier jugendlicher Freundinnen in Halle an der Saale in der noch jungen DDR des Jahres 1953, einem von den Sowjets besetzten Land voll politischer Spannungen und wachsender Unzufriedenheit in der Bevölkerung.
Im Mittelpunkt der Handlung steht die 16-jährige Schülerin Tilla, die als Tochter eines von den Sowjets aus dem Konzentrationslager befreiten Kommunisten vom blindem Glauben an die sozialistischen Ideale beseelt ist. Aus einer Zufallsbekanntschaft mit der gleichaltrigen Rena, die sie aus einer peinlichen Notlage befreit, wird enge Freundschaft. Das selbstbewusste und offensichtlich unangepasste Auftreten Renas, die trotz ihrer täglichen Treffen an der Saale nur wenig Persönliches von sich preisgibt, verändert unmerklich Tillas Denken. Als Rena plötzlich ohne Abschied verschwunden ist, muss Tilla bei ihrer Suche erfahren, dass nicht einmal das Wenige, das sie über ihre Freundin wirklich zu wissen glaubte, der Wahrheit entspricht: Das Haus, in dem Rena zu wohnen vorgab, entpuppt sich als ausgebombte Ruine und die Verkäuferin, die Rena im Vorbeigehen als ihre Mutter ausgab, hat gar keine Kinder. Tillas weitere Nachforschungen, im Laufe derer ihr einige Ungereimtheiten und Widersprüche zu ihrer idealisierten Denkweise bewusst werden, werden nun immer mehr zu einer Suche nach der Wahrheit – und letztlich auch zu sich selbst, als sich die unterschwellig brodelnde Unzufriedenheit in der Bevölkerung Halles im Volksaufstand des 17. Juni entlädt. Dieses Erlebnis zwingt Tilla schließlich vollends, ihre bislang kaum überdachten Überzeugungen infrage zu stellen.
Eva Kranenburg, eine praktizierende Psychotherapeutin, gelingt es aufgrund ihrer beruflichen Erfahrung mit traumatisierten Jugendlichen und Erzählungen aus eigener Familie auf sehr eindringliche Weise, den historischen Hintergrund im Frühsommer 1953 in der DDR aus Sicht der Schülerin Tilla darzustellen und deren innere Entwicklung sowie damit verbundenen Sinneswandel zu verdeutlichen. Wir erleben nachvollziehbar, wie aus der überzeugten Sozialistin nach und nach eine kritische junge Frau wird. Gerade dieser psychologische Aspekt in der Charakterisierung ihrer Figuren – neben Tilla ist da auch ihr Freund Roman mit seiner für sie unerklärlich gespaltenen Persönlichkeit besonders erwähnenswert – macht den Roman mit seiner emotionalen Dimension lesenswert.
Das anfangs recht ruhige Erzähltempo ist gewöhnungsbedürftig. Doch bald wird deutlich, dass gerade diese Langsamkeit der unmerklichen Persönlichkeitsentwicklung Tillas entspricht. Ihre Erkenntnis, dass der von ihr unbedacht idealisierte Sozialismus fehlerhaft ist und nonkonforme Mitmenschen unterdrückt, kommt keineswegs spontan, sondern bildet sich von Tag zu Tag, von Beobachtung zu Beobachtung. Letztlich wird ihre zuvor unerschütterliche mädchenhafte Begeisterung für das sozialistische System durch die jetzt für sie erkennbaren Schattenseiten der politische Realität brüchig.
Die Autorin macht mit ihrem Roman Geschichte emotional und dadurch verständlich. Sie zeigt die Schwierigkeit eines jungen Menschen, sich von einem zwar vertrauten, letztlich aber nur von außen aufgedrängten Weltbild zu lösen und stattdessen den Mut aufzubringen, selbstständig zu denken und zu differenzieren: Es gibt im Leben eben nicht nur „gut“ und „böse“. Tilla entdeckt auf ihrer Suche nach Rena, damit zugleich auf ihrer Suche nach Wahrheit, dass es nicht nur die eine Wahrheit gibt. Man muss auch Zweifel zulassen können.
Sehr anschaulich beschreibt Kranenburg die dramatischen Geschehnisse während des Volksaufstands in Halle, neben Ost-Berlin einer der Hauptschauplätze am 17. Juni 1953, bei dem etwa 60.000 Menschen auf dem Hallmarkt demonstrierten. Sie schildert diese Massendemonstration nicht trocken und nüchtern als historisches, heute von vielen vergessenes Ereignis der DDR-Geschichte. Am Beispiel ihrer unterschiedlich motivierten Protagonisten wird es zu einem vielfältig emotionalen Erlebnis. Auch dies macht „Falls jemand fragt, wer wir waren“ – Kranenburgs Romandebüt für Erwachsene als Coming-of-Age-Roman über Freundschaft und Verrat, über politische Ideale und ihre Schattenseiten – auch für Jüngere unbedingt lesenswert.
Profile Image for Buchdoktor.
2,520 reviews194 followers
Review of advance copy received from NetGalley
July 20, 2026
Die 16-jährige Tilla Kersten hat sich in den Saale-Wiesen mit dem Mädchen Rena angefreundet, mit dem sie sich an einem alten Güterwaggon zum Schwimmen im Fluss trifft. Beide Mädchen wirken trainiert und kräftig und kommen nicht auf die Idee, dass sie an ihrer Badestelle in Gefahr sein könnten. Als eines Tages insgesamt vier Männer dort auftauchen und Tilla kurz darauf eine Tote am Flussufer findet, ist es mit der Idylle vorbei. Zeitgleich verschwindet Rena und hinterlässt nur einen roten Stoffstreifen, den sie deutlich sichtbar angeknotet hat. Als Tilla Rena unter der angegebenen Adresse sucht, stellt sie fest, dass deren Geschichte komplett erlogen sein muss.

Tillas Familienverhältnisse sind für die Epoche nicht ungewöhnlich. Nach dem Tod ihrer Mutter war sie für einige Zeit im Heim und lebt nun mit ihrem Vater, den seine KZ-Haft sichtlich körperlich und seelisch gezeichnet hat. Geschehnisse in Konzentrationslagern werden zwischen Vater und Tochter vermieden, Tilla reimt sich manches zusammen, wagt jedoch nicht, genauer nachzufragen.

Zwischen Tilla und dem etwas älteren Roman hatte sich kurz zuvor eine Romanze entwickelt, die ihren Vater kaum zu beunruhigen scheint. Er ist Kommunist, Romans Vater, der Polizeipräsident, hat mit der Familie einige Zeit in Moskau gelebt und deshalb muss Roman offenbar für zuverlässig gehalten werden. Der Dialog über Roman zwischen Vater und Tochter führt in die spezielle DDR-Sprache ein, in der es einen Riss gab zwischen privatem, dem politisch korrekten offiziellen Sprachgebrauch und der verdeckten Kommunikation der Regimegegner, die mir aus dem zensierten privaten Briefverkehr zwischen BRD und DDR erstaunlich vertraut ist. Tillas linientreuer Vater will unbedingt das Gute im DDR-Sozialismus sehen. Sie übernimmt zunächst seine Art, stets das Gute in den Menschen zu sehen und ihnen logische Gründe für ihr Handeln zuzugestehen. Tilla ist überzeugt, dass sie nichts zu befürchten hat, wenn sie nicht „gegen den Staat“ ist. Die Widersprüche des Systems und seiner Floskeln beschreibt sie treffend, die erwachsene Leser:innen des Romans früher ahnen als Tilla selbst. Doch selbst wenn sie durch Roman mehr weiß, über das man besser schweigt, wuchs mir ihr Weltwissen teils zu schnell, mit dem sie die Widersprüche einordnen und benennen konnte. Beispielsweise, dass Vater und Tochter eine vollständig eingerichtete Wohnung und den persönlichen Besitz eines in den Westen Geflüchteten zugeteilt bekommen haben. Funktionäre erhalten ganze Häuser, während für die arbeitende Bevölkerung Versorgungs- und Wohnraummangel herrscht.

Mit Tilla und dem krimireifen Verschwinden Renas sind geschickt weitere Themen verknüpft: Romans Erlebnisse als Funktionärskind, der Konflikt zwischen Tilla und Lotte, deren Familie der bekennenden Kirche angehört, die zunächst verschleierte Berufstätigkeit des Vaters mit ungewöhnlichen „Dienstreisen“, Konflikte um Plan, Leistung und Versorgungsmängel, sowie der Aufstand im Waggonwerk am 17. Juni 1953, dessen Zeugen Tilla und Roman werden.

Im Nachwort differenziert Eva Kranenburg zwischen Fakten und Fiktion, historischen und fiktiven Figuren. Ihre in den 1930ern und 40ern geborenen Zeitzeugen wirken wohlüberlegt gewählt, einige der Ereignisse habe ich als Kind selbst so erlebt.

Fazit
Tilla mit ihrem Sinn für feine Ironie habe ich sehr glaubwürdig erlebt und finde besonders gelungen, wie sie Widersprüche zunächst im Verhalten ihres Vaters wahrnimmt und ihren kritischen Blick auf ihre Umwelt ausweitet. Durch Tillas allmählich wachsendes Erkennen eines Sozialismus, der nur dem Wort nach als Fassade existierte, finde ich den Roman auch als Jugendroman ab 14 Jahren empfehlenswert.

Profile Image for Magnolia .
704 reviews3 followers
August 7, 2026
Die DDR inmitten des Volksaufstandes des 17. Juni 1953

Tilla und Rena treffen sich seit zweieinhalb Monaten jeden Tag in oder vor diesem alten Waggon, der dicht am Ufer der Saale steht, lediglich die Sonntage verbringt Tilla mit ihrem Vater. So auch heute, aber Rena ist nicht da und sie taucht auch nicht mehr auf. Die Vermisstenanzeige, die Tilla daraufhin stellt, bringt nicht viel, also macht sie sich selbst auf die Suche nach ihrer Freundin. Dabei stößt sie auf so manch Ungereimtheit – weder stimmt Renas Adresse noch hat die Frau, die ihre Mutter sein soll, Kinder.

Der Roman ist in den 1950er Jahren angesiedelt, wir sind in Halle in der ehemaligen DDR, er gipfelt im Aufstand des 17. Juni 1953, dem Arbeiteraufstand gegen das SED-Regime, der gewaltsam niedergeschlagen wurde. Es gab Tote, Verletzte, Verhaftungen mit langjährigen Haftstrafen und Todesurteilen. Den historischen Kontext hierzu lesen wir am Schluss des sehr lesenswerten, genauesten recherchierten Buches, zu dem die Autorin auch mit einigen Zeitzeugen sprechen konnte.

In den geschichtlichen Hintergrund sind die fiktiven Personen eingeflochten, die das Buch sehr nahbar machen. Tilla hat zu ihrem Vater ein herzliches Verhältnis. Er erzählt ihr von seiner Zeit im KZ, über seine jetzige Arbeit jedoch lässt er sie weitgehend im Unklaren, vermittelt ihr aber die vermeintlichen Vorteile der Deutschen Demokratischen Republik, in der alle die gleichen Chancen haben, ganz im Gegensatz zum Westen, die von Hetzern und Agenten gesteuert werden, wie er gerne betont. Sie ist froh, Kommunistin zu sein. Irgendwann dann wird aber auch Tilla klar, dass Renas Werte den ihren nicht entsprechen, sie beginnt, nachzudenken und vieles zu hinterfragen.

Eva Kranenburg gewährt über das sozialistische System der DDR gute Einblicke. Die Trennlinie der Systemtreuen und der Kritiker verläuft durch alle Gesellschaftsschichten, macht auch vor der Schule nicht halt. Die junge Tilla vertraut voll und ganz auf Vaters Wort, bis sie eines Tages auf etwas stößt, das ihr die Augen öffnet.

Die gezielt gesteuerte Desinformation ist gerade heute wieder in vollem Gange und leider gibt es allzu viele, die den Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur nicht kennen und denen folgen, die ihre Lügen hämisch unters Volk bringen.

„Falls jemand fragt, wer wir waren“ ist ein atmosphärischer Roman, der über die Freundschaft zweier 16jähriger Mädchen und deren Leben in der noch jungen DDR erzählt. Empfehlenswert, auch für jene, die ein Stück ostdeutscher Geschichte, gut lesbar aufbereitet, auf unterhaltsame Weise nachlesen wollen.
835 reviews2 followers
July 21, 2026
Wenn plötzlich nichts mehr so ist, wie es scheint
Eigentlich dachte ich zuerst, dass es bei der Suche nach Rena vor allem darum geht herauszufinden, wo sie geblieben ist. Mit jeder Seite wurde aber deutlicher, dass hinter ihrem Verschwinden viel mehr steckt. Manche Kleinigkeiten, die am Anfang kaum aufgefallen sind, bekamen später plötzlich eine ganz andere Bedeutung.
Tilla lässt der Gedanke an ihre verschwundene Freundin keine Ruhe. Sie sucht weiter, obwohl viele Hinweise im Nichts enden. Je länger sie nach Rena sucht, desto mehr merkt sie, dass vieles anders ist, als sie bisher geglaubt hat. Ab diesem Moment wollte ich einfach wissen, wie alles zusammenhängt.
Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, zusammen mit Tilla nach den fehlenden Antworten zu suchen. Nicht jede Spur führt sofort weiter und manches bleibt zunächst offen.
Während Tilla unterwegs ist, verändert sich auch der Blick auf Rena. Anfangs entsteht ein bestimmtes Bild von ihr, doch nach und nach kommen neue Seiten zum Vorschein. Einige Szenen bekommen dadurch später noch einmal eine andere Bedeutung.
Die junge DDR ist dabei immer präsent. Es sind nicht die großen Erklärungen, die diese Zeit zeigen, sondern viele kleine Situationen. Menschen überlegen genau, was sie sagen können und wem sie vertrauen. Dadurch entsteht ein Eindruck davon, wie vorsichtig viele im Alltag geworden waren.
Auch die ruhigeren Abschnitte gehören für mich dazu. Sie geben den Figuren Zeit und machen verständlich, warum Tilla nicht einfach aufgibt. Sie macht Fehler, zweifelt und sucht trotzdem weiter. Gerade das macht sie zu einer Figur, der man gerne folgt.
Es gab unterwegs immer wieder Momente, in denen ich dachte, jetzt ist die Lösung ganz nah. Wenige Seiten später sah vieles schon wieder anders aus. Einzelne Hinweise fügen sich erst nach und nach zusammen und halten die Aufmerksamkeit bis zum Schluss.
Einzelne Szenen sind mir noch lange im Kopf geblieben. Vor allem die Suche nach Rena, die vielen offenen Fragen und die Menschen in dieser besonderen Zeit haben die Geschichte für mich getragen.
Nach dem letzten Kapitel hatte ich nicht das Gefühl, einfach nur eine spannende Geschichte gelesen zu haben. Es waren eher die kleinen Begegnungen, die Entscheidungen und die Frage, wie gut man einen Menschen wirklich kennt, die geblieben sind.
5 Sterne
Profile Image for Karola.
964 reviews7 followers
August 6, 2026
Tillas junges Leben in Halle, lebendig skizziert bis zum Volksaufstand am 17. Juni 1953
In drei Teilen geht es um die 16-jährige Hauptperson Tilla in ihrer Heimatstadt Halle an der Saale. In der jungen DDR möchte sie als gute, gehorsame Schülerin Journalistin werden, politisch überzeugt vom Sozialismus Mit ihrer plötzlich verschwundenen Freundin Rena, danach ihr Entdecken einer Frauenleiche in der Saale und mit ihrer Ehrenwache anlässlich Stalins Tod wird das damalige politische Klima in Schule und Gesellschaft aufbereitet. Ab März 1953 dreht sich Tillas Gedankenwelt neben ersten zaghaften sexuellen Erfahrungen mit Rena um die neugegründete Staatssicherheit, um verwirrende Flüsterpropaganda, auch um ihren zwiespältigen Schulfreund Roman und den geheimnisvollen Vater, entlassen aus dem KZ. Sie fängt an, alles im Umfeld kritisch zu hinterfragen, wird mutiger und selbstbewusster.
Die kommunistische Botschaft, wonach alle gleich sind im Arbeiter- und Bauernstaat, erhält Risse im 2. Teil, ihr bisher überzeugter Glaube an den Staat wankt, bis das Zentralkomitee in einem Kommuniqué einige Fehler und Änderungen einräumt, die zu Aufruhr, sogar zu Revolution in der Gesamtbevölkerung der DDR führen. Die vielen vertraulichen Wahrheiten von Roman über seine Familie in Karaganda und Moskau, über den Pädagogen Makarenko, veranlassen Tilla, auch das Über-/Leben ihres Vaters kritisch zu hinterfragen, auch seine eingeschlossenen Akten zu durchforsten.
Der 3. Teil beschreibt den lebhaften Aufstand des 17. Juni 1953, der sich in Halle eigendynamisch als Massendemonstration entwickelt, spontan, ohne zentrale Führung und einheitliche Strategie. In dieser kollektiven Volksbewegung wirbelt auch Tilla mit z.B. auf ihrer Suche nach Rena vor dem Frauengefängnis oder beim Protest auf dem Hallmarkt mit den auffahrenden sowjetischen Panzern.
Insgesamt wird mit den fiktiven Protagonisten Tilla, Rena, Roman und Tillas Vater eine lebendige, realistisch wirkende Szenerie in der DDR heraufbeschworen.
Im abschließenden Kapitel, betitelt Historischer Kontext, werden weitere interessante Details aufgelistet. 4/5*
1,446 reviews5 followers
July 23, 2026
Ich lese immer wieder gerne historische Romane, und Cover und Klappentext von diesem Buch haben mich schnell angesprochen. Die Geschichte hat mir auch gut gefallen, sodass ich sie an interessierte Leser weiterempfehlen kann.

Das Buch handelt davon, dass Rena spurlos verschwindet, deshalb macht sich ihre beste Freundin Tilla auf die Suche nach ihr. Doch schnell merkt sie: Nichts von dem, was Rena über sich erzählt hat, ist wahr. Die Verkäuferin, die angeblich Renas Mutter ist, hat gar keine Kinder. Das Haus an der Adresse, die ihre Freundin ihr genannt hat? Eine ausgebombte Ruine. Je verzweifelter Tilla in ihrer Heimatstadt Halle nach Rena sucht, umso klarer treten die Abgründe der noch jungen DDR hervor. Als sich die brodelnde Unzufriedenheit in der Bevölkerung schließlich im Volksaufstand des 17. Juni entlädt, muss Tilla sich entscheiden, wie weit sie gehen will – für die Wahrheit, für ihre Freundin, und für die Frage, woran sie wirklich glaubt.

Der Schreibstil war einfach und leicht verständlich geschrieben und angenehm zu lesen. Dadurch hatte ich immer Lust die Geschichte weiterzulesen und zu erfahren wie das Buch endet. Ich fand es sehr gelungen wie die Autorin von den Gedanken und Gefühlen Tillas schreibt und war der Protagonistin deshalb auch schnell sehr nahe und konnte mit ihr mitfiebern und habe sie gerne begleitet.

Ich mochte es sehr das Tilla sich im Laufe der Geschichte immer mehr für ihre Wünsche und Bedürfnisse einsetzt, egal was die anderen sagen. Das zeugt von einer inneren Stärke, die schön war mitzuverfolgen.

Die Geschichte an sich ist die meiste Zeit interessant und mitreißend zu lesen, es gab aber auch hin- und wieder zähe Passagen, in denen man das Buch hätte kürzen dürfen, aber dies ist natürlich auch immer Geschmackssache. Der Volksaufstand vom 17. Juni wurde aber sehr eindrücklich und lebendig beschrieben und hat mich richtig in die Zeit zurückversetzt.

Insgesamt ein gelungener historischer Roman mit Tiefe und Lebendigkeit, den ich weiterempfehlen kann.

1,135 reviews9 followers
August 17, 2026
Tilla sucht ihre beste Freundin, Rena war diejenige mit der sie ohne Vorbehalte über alles reden konnte. Über den Vater, Roman den Jungen der sie beschützt, der sie mag aber den sie nicht küssen möchte, über die Schule, über das Leben in der jungen DDR. Je mehr Tilla über Rena erfährt, bzw. nicht erfährt. Denn alles was sie bisher wusste war eine Lüge, aber warum? Mit jeder Frage zu Rena, hinterfragt Tilla auch ihr eigenes Leben, ihre Ansichten stehen auf dem Prüfstand. Das Bild was sie bis jetzt von Halle der Stadt, dem Sozialismus, dem Staat und sein Personenkult, alles gerät in Zweifel.
Ich habe den 17. Juni noch als Feiertag als den "Tag der deutschen Einheit" erlebt. Daher war für mich das Thema nicht fremd.
Die Menschen des 17. Juni wurden wieder lebendig. Das Wissen um ihre Hoffnungen und dann die Enttäuschungen waren für mich sehr gut dargestellt. Vor allem die Tiefe der Gefühle und Gedanken waren beeindruckend. Das haben wir anscheinend dem beruflichen Werdegang der Autorin zu verdanken. Es wurden nicht nur die Geschehnisse von damals erzählt. Thema waren die Gefühle, Gedanken eines jungen Mädchens das verhältnismäßig behütet aufwächst und dessen Vater trotz seiner Vergangenheit, für die Tochter immer ein offenes Ohr hat. Vielleicht ein zu offenes, denn sein aktueller Beruf als Stasioffizier zeigt zwei Seiten seiner Persönlichkeit.
Die Autorin beschreibt das Erwachen eines jungen kritischen Verstands, durch die Umstände etwas schneller als normal. Die Geschichte springt in den Monaten vor und während des Aufstands hin und her. Daher erleben wir Leser diese Entwicklung bis zu ihrem Höhepunkt sehr dicht am Geschehen mit.
Ich hätte mir einen kleinen Ausblick auf die Jahre danach gewünscht. Denn so wie die Autorin kann ich die Geschichte in meinem Kopf nicht weiterspinnen.
Beim Fall der Mauer wären die Protagonisten Anfang 50 gewesen. Was hätten sie empfunden oder was haben Zeitzeugen von beiden Ereignissen empfunden wenn sie die Ereignisse miteinander vergleichen würden.
Profile Image for Mary Fé.
5 reviews
September 3, 2026
Mit diesem Roman hat die Autorin ein wichtiges Zeitzeugen Dokument rund um den Volksaufstand am 17 Juni 1953 in der DDR vorgelegt. Im Mittelpunkt steht die junge Protagonistin Tilla, die sich während der Suche nach Ihrer Freundin Rena in einem Netz aus Lügen und menschlichen sowie politischen Abgründen wiederfindet.

Mit Hilfe der Protagonistin gelingt es der Autorin auf eine glaubhafte und atmosphärisch Dicht verpackte Art und Weise den Lesern einen Einblick in die junge DDR zugeben. Wir erfahren viel aus dem Nachkriegsalltag und der Zerrissenheit einer ganzen Generation. Mit Tilla beginnt man zu verstehen, wie es der DDR gelang, die Menschen für den Sozialismus zu begeistern…. Manchmal auf legitimen Wegen, manchmal ( wie der 17. Juni zeigt) mit Hilfe der Staatsgewalt. Spürbar sind vor allem die Emotionen der jungen Tilla, ihre anfängliche Begeisterung, aber auch ihre spätere Fähigkeit zur Reflexion und kritischen Betrachtungsweise. Sie macht eine bemerkenswerte Entwicklung durch. Durch die geschaffene Atmosphäre kam es mir als Leser manchmal so vor, als ginge ich direkt neben Tilla. Man merkt, dass die Autorin zum Teil die eigene Familiengeschichte mit eingewoben hat und der Roman gut recherchiert ist. Ein wertvolles Stück Zeitgeschichte.

Auch die erste Liebe, sowie die Suche nach der Wahrheit gehören zu den zentralen Themen dieses Romanes. Und nicht zuletzt auch die Suche nach der eigenen Identität, die gerade für ein junges Mädchen, zu DER Zeit, in DIESEM System nicht einfach gewesen ist. Dieser Roman ist nicht nur eine spannende Lektüre, sondern trägt zudem zum so wichtigen und oftmals leider immer noch mangelnden politischen Verständnis bei. Ich würde mir dieses Buch als Schullektüre wünschen. Gerade junge Leute dürften sich mit dem Roman und der Figur identifizieren können.

Das Buch hat genau die richtige Länge, bietet überraschende Wendungen und eine authentische Atmosphäre. Die Sprache ist dabei nicht zu komplex, so dass man sich auf die Handlung und die Charaktere konzentrieren kann. Eine klare Leseempfehlung
Profile Image for MirjS.
182 reviews1 follower
June 28, 2026
Ideale, Schatten und Liebe im Halle der 50er Jahre

Halle (Saale) in den frühen 50er Jahren der noch jungen DDR. Eine Stadt, in der sozialistische Ideale, gleichwohl mit Unterdrückung, Verrat und trügerischer Fassade spürbar beieinander liegen. Eine Stadt in Aufruhr, in der Unzufriedenheit erstmals laut wird und in der eine beste Freundin urplötzlich verschwindet, während sich die Andere, einem inneren Gefühl folgend, auf die Suche nach der Wahrheit macht. Basierend auf die historischen Ereignisse rund um den Volksaufstand des 17. Juni, sowie inspiriert durch die eigene Familiengeschichte, erzählt Eva Kranenburg in ihrem Roman „Falls jemand fragt, wer wir waren“ die ebenso berührende, wie informative Geschichte zweier Freundinnen, einer zarten Liebe und von großem Unrecht.

Zugegebenermaßen habe ich mich mit den historischen Hintergründen und Ereignissen der DDR bislang nie so richtig auseinandergesetzt. Grandios, dass mich dieses Buch nicht nur darauf gestoßen, sondern auch nachhaltig dazu inspiriert hat, neben dem Roman weiter nachzuforschen und meine Wissenslücke, nicht nur mit Neugierde und Begeisterung, sondern auch mit ehrlich angeregtem Interesse, zu schließen. Genau diesen Effekt liebe ich an Büchern und insbesondere an Romanen! Doch davon einmal abgesehen, ist die Dynamik des Romans mindestens genauso spannend, wie die gesamte mitreißende Story und die beeindruckende Entwicklung von Hauptprotagonistin Tilla, welche wir auf ihrem jungen Weg - von blindem, anerzogenem Gehorsam, hin zu eigenständigem Denken, Hinterfragen und Urteilen - begleiten. Auch so ein Thema, das in der heutigen Zeit wichtiger ist denn je.

Fazit: Ein wirklich tolles, tiefgründiges und wichtiges Buch mit wundervollen, authentischen Charakteren, die mich nicht nur in ihren Bann gezogen, sondern auch die damalige Zeit haben spürbar miterleben lassen. Für mich nicht nur ein fantastisch erzähltes Stück Zeitgeschichte, sondern auch ein absolut nachhallendes Lese-Highlight!
Profile Image for givemeabook .
118 reviews
Review of advance copy received from Publisher
July 5, 2026
Wer ist Rena und wo ist sie?
Ein Geheimnis, das nach und nach aufgedeckt wird, in einem historischen Rahmen

Die Freundinnen Rena und Tilla verbringen den Sommer 1953 gemeinsam am Saale-Ufer in einem verlassenen Eisenbahn Waggon. Doch eines Tages verschwindet Rena spurlos. Als Tilla nachforscht, stößt sie überall auf Lügen.
Auch die Menschen, die ihr nahe stehen, scheinen nicht die zu sein, für die sie sie gehalten hat. Je verzweifelter Tilla in ihrer Heimatstadt Halle nach Rena sucht, umso mehr muss sie hinter die Fassade der jungen DDR blicken. Als sich immer mehr Unzufriedenheit in der Bevölkerung aufbaut, die sich schließlich im Volksaufstand des 17. Juni entlädt, muss Tilla erkennen, welch hohen Preis die Wahrheit hat.

Die Charaktere und Gefühle von Tilla und Rena werden einfühlsam und glaubwürdig dargestellt. Man kann vor allem Tillas Hoffnungen, Wünsche und Ängste gut nachvollziehen.

Der Roman behandelt die Themen Freundschaft, Liebe, Verlust und Vergangenheit sehr anschaulich und lebensnah und regt zum Nachdenken an.

Ich interessiere mich sehr für spannende Romane über die DDR und hier wird von Eva Kranenburg ein Stück deutsche Geschichte erzählt. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung der jungen DDR, die sich in dem Volksaufstand des 17 Juni entlädt, wurde von ihr sorgfältig recherchiert und bewegend und emotional erzählt.

Eva Kranenburg ist ein besonders feinsinniger und poetischer Schreibstil gelungen. "Falls jemand fragt, wer wir waren" ist ein berührender Roman, der mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Ich kann diesen Roman, der deutsche Historie spannend und doch ruhig und gefühlvoll erzählt von ganzem Herzen empfehlen.
Fünf Sterne!
Profile Image for Book Girl .
264 reviews1 follower
July 27, 2026
Mich hat dieses Buch sofort interessiert, weil die Geschichte in Halle an der Saale spielt. Gerade deshalb war ich neugierig, wie die Autorin diese Zeit und diesen Ort zum Leben erweckt.
Im Mittelpunkt steht Tilla, die in der jungen DDR lebt und fest an den Sozialismus glaubt. Als ihre neue Freundin Rena plötzlich verschwindet, beginnt sie nach ihr zu suchen. Dabei merkt sie immer mehr, dass vieles, woran sie bisher geglaubt hat, nicht so ist, wie es scheint.
Besonders gut gefallen hat mir die Mischung aus persönlicher Geschichte und deutscher Geschichte. Der Roman zeigt den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 nicht nur als historisches Ereignis, sondern vor allem aus der Sicht einer jungen Frau, die langsam anfängt, Fragen zu stellen und ihre Überzeugungen zu hinterfragen.
Tilla war für mich eine sehr glaubwürdige Hauptfigur. Man begleitet sie dabei, wie sie erwachsen wird und erkennt, dass die Welt nicht nur aus richtig oder falsch besteht. Auch die Freundschaft zu Rena hat mich berührt und gibt der Geschichte eine besondere emotionale Tiefe.
Der Schreibstil ist angenehm und leicht zu lesen. Trotz der ernsten Themen wirkt das Buch nie trocken. Im Gegenteil – ich wollte immer wissen, was mit Rena passiert ist und wie sich Tillas Geschichte entwickelt.
Insgesamt ist Falls jemand fragt, wer wir waren ein bewegender historischer Roman über Freundschaft, Mut und die Suche nach der Wahrheit. Gleichzeitig vermittelt er ein Stück deutscher Geschichte auf eine sehr persönliche und spannende Weise.
243 reviews1 follower
September 1, 2026
Als ihre beste Freundin Rena verschwindet, macht sich Tilla auf die Suche nach ihr. Und dabei erkennt sie, dass vieles was Rena ihr erzählt hat nicht wahr ist. Dennoch lässt sich Tilla von ihrer Suche nicht abbringen und je mehr sie in ihrer Heimatstadt recherchiert, desto größer werden ihre Zweifel an die noch junge DDR…

Die Szenen zwischen Tilla und Rena machen zwar noch nicht mal die Hälfte des Buches aus und dennoch ist die Geschichte ihrer Freundschaft besonders. Gerade weil die beiden doch sehr unterschiedlich sind und sich Tilla gern mal von Renas frechen und vorlauten Art anstecken lässt, hat dieses Buch viele herzliche und komische Momente.

Die beiden kennen sich noch nicht lange, dennoch ist ihre Verbundenheit in jeder Szene spürbar und ich konnte Tilla sehr gut verstehen, dass sie sich in ihrer Suche nach Rena nicht beirren lassen wollte. Der Glaube an Rena und ihre Freundschaft war auch da, als sie gemerkt hat das sie wohl was vor ihr verborgen hat. Das fand ich schön zu lesen.

Gleichzeitig war es interessant was Tilla als linientreues Mädchen über die Umstände in der DDR heraus bekommt und Zweifel in ihr wach gerufen werden. Ihre Wandlung war ebenfalls sehr spannend zu verfolgen. Und auch wenn vielleicht nicht alle Fragen in diesem Buch beantwortet werden, fand ich gerade dies sehr authentisch und stimmig.

Außerdem konnte ich mir anhand der Geschichte die Stimmung und das Leben der damaligen Zeit sehr gut vorstellen. Ich hoffe es erscheinen zukünftig noch mehr Romane von dieser Autorin.
61 reviews
August 10, 2026
Als Tillas beste Freundin Rena plötzlich verschwindet, beginnt sie Fragen zu stellen und stößt dabei immer tiefer auf die Ungerechtigkeiten der noch jungen DDR. Während Tilla sich von der überzeugten Sozialistin immer mehr zur kritischen jungen Frau entwickelt, spitzt sich die Situation mit dem Volksaufstand vom 17. Juni zu.

Mich hat der Roman von Beginn an gepackt. Der Schreibstil ist sehr flüssig und macht es leicht, in die Geschichte einzutauchen. Besonders hat mir Tillas Entwicklung gefallen: Ihre zunehmende Reflexion und ihr Misstrauen gegenüber ihrem bisherigen Weltbild fand ich sehr schön dargestellt. Auch die historische Einbettung fand ich treffend: Die DDR der 1950er-Jahre wurde mit ihren Widersprüchen greifbar gemacht (teilweise auch sehr schockierend und nachdenklich stimmend). Gut gefallen hat mir außerdem, dass der Roman trotz der ernsten Themen immer wieder kleine pointierte Momente bereithält, die die Geschichte auflockerten.

Ein Highlight war für mich der letzte Teil rund um den Volksaufstand am 17. Juni 1953. Ich war gespannt, welchen Raum dieses historische Ereignis einnehmen würde und fand es sehr gelungen, wie die Handlungsstränge hier zusammenlaufen. Allerdings wurde mir das Erzähltempo gegen Ende etwas zu schnell. Einige Ereignisse und offene Fragen hätten für meinen Geschmack noch etwas mehr Seiten gebraucht. So lässt mich das Ende nicht ganz so glücklich zurück.

Alles in allem aber eine große Empfehlung für diesen Roman.
15 reviews
August 21, 2026
Die junge Tilla lebt in der DDR und ist überzeugte Sozialistin. Als eine der wenigen in ihrer Klasse unterstützt sie den Staat voll und ganz und ist eine große Anhängerin Stalins. Doch diese Weltanschauung gerät ganz plötzlich ins Wanken, als sie Rena kennenlernt. Wild, frei und ungebunden erlebt sie mit ihr einen Sommer, der ihr unter die Haut geht. Doch plötzlich verschwindet Rena. Als Tilla sich auf die Suche nach ihr macht, entdeckt sie immer mehr Puzzleteile, die lange Zeit vor ihr verborgen lagen. Tillas Welt gerät ins Wanken, und immer mehr beginnt sie, zu hinterfragen und hinzusehen.

Der Roman von Eva Kranenburg schafft es wunderbar, uns in die Welt von Tilla mitzunehmen. Tillas Aufwachsen erklärt auch ihre anfängliche Überzeugung und Ideologie. Umso schöner ist es, ihre Wandlung im Laufe des Buches mitzuverfolgen. Als wir schließlich in die Geschehnisse des 17. Juni eintauchen, ist Tilla bereits vollends davon überzeugt, dass der Sozialismus in der DDR so nicht funktioniert, und stellt sich auf die Seite ihrer Freundin Rena. Die Einblicke in diesen Tag sind unglaublich bildhaft und lebendig erzählt, man marschiert geradezu mit Tilla und den anderen durch die Stadt Halle. Mich hat dieses Buch und vor allem auch die Beschreibungen dieses Tages sehr bewegt. Ein durchweg tolles Leseerlebnis mit Figuren, die einem ans Herz gehen.
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September 1, 2026
FALLS JEMAND FRAGT, WER WIR WAREN von Eva Kranenburg hat mich sowohl optisch als auch vom Klappentext her sehr angesprochen.

Ich lese sehr gerne im historischen Bereich, doch zur Geschichte der DDR hat mich noch nicht viel Lesestoff angesprochen. Daher bin ich wirklich glücklich diese Buch gefunden zu haben.

Für mich fühlte sich das Leseerlebnis nach einer intensiv erlebbaren Geschichtsstunde an, denn die Autorin schafft es den Leser mitten in die Handlung hinein zu pflanzen.

Wir lernen Tilla, ein unbedarftes und regimetreues Mädchen, aus Halle in der noch jungen DDR im Jahre 1953 kennen. Auf der Suche nach ihrer Freundin Rena stößt Tilla auf Antworten die sie nach und nach an den Aussagen des Staates zweifeln lassen. Bis wir auf einmal mitten drinnen sind im Arbeiteraufstand am 17.06.1953.

Vor allem die Schilderungen dieses besonderen Tages haben mich sehr mitgenommen und mir diesen Teil unserer deutschen Geschichte eindrücklich vor Augen geführt. Gerne hätte ich mehr über die Folgen des Aufstands gelesen, doch auch wenn dieser Teil nur angedeutet wurde war das Leseerlebnis großartig.

Wer sich einmal für kurze Zeit in die Anfangszeiten der DDR und vor allem zu einem der Schauplätze des Aufstands am 17.061953 mitnehmen lassen möchte, dem empfehle ich diese eindrückliche Lektüre von Herzen.
38 reviews
September 3, 2026
Eine Geschichte über den Volksaufstand im Juni 1953 in der DDR, die Freundschaft zweier junger Frauen, die Ideologie und Vertrauen ...
Tilla lebt mit ihrem Vater bescheiden in Halle, er arbeitet für den Staat, ist dabei verschwiegen und geheimnisvoll. Sie steht auch hinter dem System der DDR, der Regierung und glaubt, dass alles gut ist so wie es ist.
Ihre Freundin Rena verschwindet spurlos, Tilla sucht sie vergeblich und bittet sogar Roman, den Sohn des Polizeichefs, um Hilfe. Haben die drei Männer was damit zu tun, die plötzlich bei ihrem Treffpunkt auftauchen? Rena ist so anders als Tilla freiheitsliebend, macht ein Geheimnis um ihre Vergangenheit und wirkt irgendwie mysteriös.
Wir lernen hier einiges über den Aufstand am 17. Juni 1953 gegen die SED und ihre Machenschaften, der letztendlich von sowjetischen Panzern blutig niedergeschlagen wurde. Dieser historischen Hintergrund hat mir sehr gut gefallen, da ich gar nicht soviel darüber wusste.
Die Autorin hat ihren Charakteren Leben eingetaucht, Tilla und Roman machen eine enorme Entwicklung durch und überraschen mich zum Ende hin. Von Rena hätte ich gerne noch mehr erfahren, was ihre Vergangenheit angeht.
Der Aufstand, aber auch der Rückzugsort der Frauen wird bildgewaltig beschrieben, ich habe alles im Kopfkino gesehen.
Von mir gibt es die Leseempfehlung
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July 7, 2026
Juni 1953
Falls jemand fragt, wer wir waren, erzählt nicht nur die Geschichte von Tilla und Rena, sondern ist zugleich ein Roman über Freundschaft, Wahrheit und das Aufwachsen in den jungen Jahren der DDR.
Im Mittelpunkt steht Tilla, deren beste Freundin Rena von einem auf den anderen Tag spurlos verschwindet. Auf der Suche nach ihr tauchen wir ein hinter die Fassade der Gesellschaft der DDR. Eva Kranenburg veranschaulicht sehr deutlich das Leben der Jugendlichen in dieser Zeit. Zerrissen zwischen dem, was sie glauben sollen und dem, was sie möchten.
Tilla, selbst überzeugt vom System in der DDR, stößt auf Widersprüche, Geheimnisse und Lügen und beginnt daraufhin alles zu hinterfragen.
Die Handlung ist eingebettet in die Zeit kurz vor dem Volksaufstand vom 17. Juni. Der historische Kontext der Ereignisse ist dabei gut eingearbeitet. Es wird deutlich, dass die Autorin sehr genau recherchiert hat. Ergänzt wird das noch durch ein Nachwort, das nochmal Fakten und Fiktion unterscheidet.
Die Geschichte ist aus Tillas Sicht geschrieben und sie macht eine bemerkenswerte Entwicklung durch.
Der Roman hat zwar ein paar Stellen, an denen die Handlung etwas an Tempo verliert, bleibt aber lesenswert, authentisch und regt zum Nachdenken an.
Insgesamt ein interessanter Roman, der ein Kapitel Zeitgeschichte aufgreift, das bei uns doch eher weniger bekannt ist.
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June 27, 2026
Pflichtlektüre für Jugendliche
Allgemein wird beklagt, dass die jüngere Generation kaum noch über Kenntnisse hinsichtlich der deutschen Geschichte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verfügt, geschweige denn über ihre Variante in Gestalt der Deutschen Demokratischen Republik. Hier kommt der Roman, der Abhilfe schafft!

Atemlos verfolgt der Leser das Geschehen, hat unterschiedliche Charaktere, die zu Identifikation oder Abgrenzung taugen, wird konfrontiert mit den Usancen eines politischen Systems, die für einen Angehörigen der Gen Z schlicht nicht vorstellbar sind.

In diesem Zusammenhang ist es kein Manko, wenn die Sprachgestaltung eher unambitioniert ist. Das kurze Nachwort der Autorin ist mehr als hilfreich, da es nachdrücklich darüber informiert, dass das Handlungsgerüst zwar fiktiv ist, die Ereignisse im Umfeld des 17. Juni 1953, wie er sich in der Stadt Halle gestaltete, aber absolut realistisch und wahrheitsgemäß geschildert werden.

So eindringlich ist die Darstellung, dass auch die Alten und Älteren von der Lektüre profitieren, denen dieser Tiefpunkt deutscher Nachkriegsgeschichte durchaus geläufig und vertraut ist.
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August 14, 2026
Wundervoll fesselnd

Eva Kranenburg backt einen sehr emotionalen Blick zurück in die Anfänge der deutschen demokratischen Republik. Emotionale, aber auch faktische Art taucht sie ab in die zwischenmenschlichen und politischen Verstrickungen der Zeit. So beschreibt sie Tiller, ein circa Sechzehnjähriges junges Mädchen, die zunächst von ihrem Ideal eines sozialistischen Staates, dass auch ihr Vater ihr beigebracht hat, erfüllt ist. Sie trauert ihre Freundschaft mit Lotte, den Eltern unter der neuen sozialistischen Herrschaft leiden, und die kein Kontakt mehr mit ihr haben möchte hinterher. Gleichzeitig trifft sie die furchtlose Rena, die so anders ist als die staatstreuen mit Schülerinnen aus der Schule. Und da ist Roman, zudem sie eine und durchschaubar a Beziehung hält, in der sie immer wieder zwischen Liebe und Ekel schwankt.

Tillys schwanken zwischen Überzeugung und Kritik am sozialistischen System der DDR wird in dem Text sehr deutlich. Kranenburg schafft es, mich komplett in die Geschichte hinein zu saugen. Im Nullkommanichts hatte ich das Buch gelesen. Man möchte wissen, wie es mit Tilli, Rena und Roman weitergeht.
40 reviews
July 24, 2026
Geschichte, Spannung und Feminismus - Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an begeistert. Die Geschichte ist unglaublich spannend und entwickelt einen Sog, sodass ich immer weiterlesen wollte. Vieles liest sich fast wie ein Thriller, weil man ständig wissen möchte, wie es weitergeht.

Besonders gut gefallen hat mir, dass die Geschichte endlich einmal aus weiblicher Perspektive erzählt wird. Im Mittelpunkt stehen starke Frauen und ihre Freundschaft, die sehr authentisch und berührend beschrieben ist. Gerade diese enge Verbindung gibt der Geschichte eine besondere Tiefe.

Auch der Schreibstil hat mich überzeugt. Er ist lebendig, bildhaft und sehr angenehm zu lesen. Die Autorin schafft es, das Leben in einer Diktatur eindrucksvoll zu vermitteln. Die Angst, das Misstrauen und die Hoffnung auf Freiheit werden greifbar, ohne dass die Geschichte jemals belehrend wirkt.

Die historischen Ereignisse sind spannend mit den persönlichen Schicksalen verwoben. Dadurch wird Geschichte nicht nur erzählt, sondern wirklich erlebbar.
Profile Image for lesemadi.
42 reviews
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June 25, 2026
Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Die Geschichte nimmt uns mit ins Jahr 1953, mitten in den Alltag der noch jungen DDR kurz vor dem Volksaufstand am 17. Juni. Im Mittelpunkt steht die junge Tilla, die fest an die Ideale des Sozialismus glaubt. Doch als ihre beste Freundin Rena plötzlich spurlos verschwindet und Tilla nach ihr sucht, gerät ihr Weltbild ins Wanken. Sie stößt auf Lügen, Geheimnisse und die düsteren Seiten des Systems.

Besonders stark fand ich Tillas Entwicklung: Es wird total glaubwürdig und emotional beschrieben, wie in ihr langsam Zweifel aufkommen und sie lernt, die Dinge kritisch zu hinterfragen. Der Schreibstil ist flüssig, klar und baut von Anfang an eine super spannende, fast schon bedrohliche Atmosphäre auf.

Es ist erfrischend, dass ein historischer Roman mal diese spezifische Nachkriegszeit beleuchtet. Für mich eine absolute Leseempfehlung – spannend, gut recherchiert und ein Buch, das man kaum aus der Hand legen kann!
34 reviews
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June 26, 2026
Ein Stück deutsche Zeitgeschichte

Ich muss gleich vorwegnehmen, dass ich in der Schule leider Nichts über den Volksaufstand 1953 in der DDR gelernt habe und mich dieses Buch deshalb auf verschiedenen Ebenen stark beeindruckt hat. Eva Kranenburg beschreibt in ihrem Roman ein Stück deutsche Zeitgeschichte und veranschaulicht eindrücklich die Anfänge des damals noch jungen Staates der DDR und die mit diesen eingehenden Ideologien. Für mich war das Buch wie eine Geschichtsstunde, ich habe sehr viel lernen dürfen.
Besonders gelungen fand ich auch die Entwicklung der Protagonistin Tilla, wie sie anfängt mehr zu hinterfragen und ihre ideologische Haltung reflektiert. Kranenburg schafft es zudem den menschlichen Widerspruch darzustellen, dass man eine Person liebt, auch wenn mit deren Tätigkeiten nicht einverstanden ist.
Eine ganz klare Leseempfehlung für wirklich jeden, denn dieses Buch vermittelt einen wichtigen Teil deutscher Zeitgeschichte.
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July 21, 2026
Zum Inhalt:
Tilla kann es nicht fassen, ihre beste Freund Rena ist einfach verschwunden. Auf der Suche nach ihr muss sie allerdings schnell erkennen, dass nichts, was Rena ihr über sich erzählte, gestimmt hat. Während der verzweifelten Suche stellt sich aber auch immer mehr raus, wie die noch junge DDR immer mehr abrutscht, immer unzufriedener sind die Bürger bis hin zum Volksaufstand.
Meine Meinung:
Es gibt so Themen, die einem zwar irgendwie bewusst sind, aber nicht in der vollen Tragweite. Hier die historische Ereignisse um den Volksaufstand vom 17. Juni, eingepackt in eine romanhafte Erzählung. Ich fand die Erzählung sehr gelungen, denn es werden wirklich gekonnt Fakten und Fiktion verwoben, so dass eine richtig interessante Geschichte entstanden ist, die sich zudem auch noch sehr gut liest. Selbst wenn einen die historischen Fakten nicht so sehr interessieren, ist die Geschichte einfach gut erzählt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen.
Fazit:
Hat mir sehr gut gefallen
11 reviews
September 5, 2026
Das Buch widmet sich einem Teil der deutschen Geschichte, der meiner Meinung nach noch immer viel zu wenig thematisiert wird. Allein deshalb fand ich das Thema unglaublich spannend und wichtig.
Besonders gut gefallen hat mir, wie unterschiedlich die Menschen und ihre Lebensrealitäten dargestellt werden. Das Buch zeigt verschiedene Perspektiven, ohne vorschnell über sie zu urteilen.
Auch der Schreibstil konnte mich überzeugen. Das Buch lässt sich sehr angenehm lesen, hat aber gleichzeitig schöne, atmosphärische Beschreibungen, durch die man gut in das Setting eintauchen kann. Dazu kommen tolle und vielschichtige Charaktere, die die Geschichte lebendig machen.
An einigen Stellen hätte ich mir persönlich vielleicht noch etwas mehr Zug in der Handlung gewünscht, weshalb es für mich nicht ganz für fünf Sterne reicht. Insgesamt ein absolut lesenswertes Buch, das ein wichtiges und spannendes Thema aufgreift.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.
Profile Image for Steffi Piper.
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June 22, 2026
Eine sehr kurzweilige und sehr prägnante Geschichte um die Vorwehen zum und den eigentlichen Tag des 17. Juni 1953. Die Autorin verbindet sehr eindrucksvoll die persönliche Geschichte der Protagonistin Tilla mit den geschichtlichen Entwicklungen der frühen DDR am Beispiel der Region Halle. Besonders gut hat mir die Dynamik der Protagonistin gefallen, die durchaus zu Beginn dem Sozialismus/ Kommunismus sehr angetan ist. Ebenfalls vermag die Autorin Eva Kranenburg auch die Propaganda und Manipulation des DDR Regimes einzuflechten. Wunderbar fand ich, dass die Geschichte mit knapp 220 Seiten auskommt und trotzdem eine wunderbare Atmosphäre kreiert. Das schaffen mitunter Bücher nicht die dreifach so lang oder länger sind.
Wer sich für die frühe Geschichte der DDR interessiert, ist hier goldrichtig.
87 reviews
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July 14, 2026
Fesselnd!

In diesem Roman schreibt Eva Kranenburg über Mathilde, eine junge Frau in der DDR und überzeugte Sozialistin. Sie lebt mit ihrem Vater, der aus dem Konzentrationslager nach Hause kam und entsprechend geprägt aus dieser Zeit ist. Sie trifft sich regelmäßig mit ihrer Freundin namens Rena an einem geheimen Ort und tauscht sich gerne mit ihr aus. Doch eines Tages taucht diese nicht auf. So begibt sich Mathilde auf die Suche nach ihr und merkt, dass vermeintliche Informationen über Rena nicht der Wahrheit entsprechen. Die Schilderungen machen ihr klar, dass Rena nicht die Person ist, die sie vorgab zu sein. Nach und nach fängt Mathilde an, die politischen Leitbilder zu hinterfragen und befasst sich auch mit der Arbeit des Vaters. Der Inhalt wird sehr authentisch dargestellt und der Einblick in das Leben von jungen Menschen zu Zeiten der DDR sind sehr eindrücklich!
Profile Image for Inge H..
532 reviews11 followers
July 21, 2026
Ein Stück Zeitgeschichte

Eva Kranenburg wurde zu ihrem Roman“Falls jemand fragt, wer wir waren“ von ihrer eigenen Familiengeschichte inspiriert.
Die Personen sind fiktiv. Sie hat sich sehr gut informiert, sie hat Zeitgenossen interviewt, diese auch in ihrem Nachwort erwähnt.
So konnte sie alles so genau erzählen.
Es ist die Geschichte von zwei siebzehnjährigen Mathilda Tilly genannt und Rena.
Tillys Vater hat als Kommunist das KZ überlebt, die Mutter ist tot.
Als sie Rena kennenlernt, kann sie sich endlich über alles unterhalten.
Tilly ist von der Regierung total überzeugt.
Erst als Reena verschwindet und sie einiges erfährt, fängt sie an nachzudenken.
Der 17. Juni wurde in der Bundes Republik zu einem freien Arbeitstag, es wurde der Vergangenheit gedacht. Aber nach einer Zeit war es schöner freier Arbeitstag.
Dieser Roman zeigt uns wieder mal genau, wie es war.
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