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Luft nach unten: Roman

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313 pages, Kindle Edition

Published July 21, 2026

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84 reviews4 followers
July 21, 2026
Der Wunsch nach Mutterschaft wird zur Suche nach der eigenen Vergangenheit

»Luft nach Unten«, der neue Roman der in Wien lebenden, ursprünglich aus Slowenien stammenden Autorin Tamara Štajner, ist ein Buch, in dem sie sich nicht zuletzt auch literarisch ihren eigenen Wurzeln nähert. Denn ebenso wie ihre Schöpferin ist auch die Protagonistin Iva in Slowenien geboren und aufgewachsen, hat sich jedoch als Erwachsene in Westeuropa ein eigenständiges Leben aufgebaut. Im Mittelpunkt des Romans steht jedoch weit weniger die Erfahrung des Auswanderns als vielmehr das schwierige Verhältnis zwischen Tochter und Mutter oder genauer gesagt die Frage, was von dieser Beziehung überhaupt jemals vorhanden war. Iva verbrachte ihre Kindheit überwiegend mit ihrem Kindermädchen, während ihre Mutter meist nur am Rande präsent war und vor allem durch ihre Distanz sowie ihre schwierige Art auffiel. Aus diesen Erfahrungen entwickelte sich eine Beziehung, die von Entfremdung und Sprachlosigkeit geprägt ist. In zahlreichen fragmentarischen Erinnerungen kehren diese Erlebnisse nun zurück, was eng damit zusammenhängt, dass Iva gemeinsam mit ihrem Partner versucht, selbst ein Kind zu bekommen, ein Wunsch, der sich auf natürlichem Weg nicht erfüllen lässt. So verknüpft der Roman auf geschickte Weise die Aufarbeitung einer beschädigten Mutter-Tochter-Beziehung mit dem tiefen Wunsch, selbst Mutter zu werden und dem eigenen Kind vielleicht das geben zu können, was der Protagonistin in ihrer Kindheit und Jugend gefehlt hat.
Dabei greift Tamara Štajner zahlreiche moderne Themen auf und verbindet persönliche Erfahrungen mit den Unsicherheiten einer Gegenwart, die von gesellschaftlichen Krisen, politischen Entwicklungen und individuellen Zukunftsängsten geprägt ist. Fragen nach Herkunft, Zugehörigkeit und Familienplanung stehen dabei ebenso im Raum wie die Belastungen, die ein unerfüllter Kinderwunsch für eine Partnerschaft mit sich bringen kann. Zugleich schildert der Roman sehr feinfühlig, wie Erinnerungen oftmals nicht geradlinig funktionieren, sondern sich in einzelnen Bildern, Momenten und Gefühlen ihren Weg zurück ins Bewusstsein bahnen. Gerade diese Form des Erinnerns bestimmt auch die Erzählweise des Romans, der bewusst auf eine streng lineare Handlung verzichtet und stattdessen aus zahlreichen Episoden und Beobachtungen ein Gesamtbild entstehen lässt. Dadurch wirkt Ivas Suche nach den Geheimnissen ihrer Vergangenheit ebenso authentisch wie ihre Versuche, die Herausforderungen ihrer Gegenwart zu bewältigen und trotz aller Unsicherheiten eine Vorstellung davon zu entwickeln, wie ihre eigene Familie einmal aussehen könnte.
Anders als zunächst vielleicht zu erwarten wäre, erzählt Tamara Štajner jedoch weit mehr als lediglich die Geschichte einer ausgewanderten Slowenin auf der Suche nach ihrer Identität oder einer schwierigen Beziehung zu einer typisch gezeichneten Mutterfigur. Vielmehr gelingt ihr ein Roman, dessen zentrale Themen weit über den konkreten kulturellen Hintergrund hinausreichen und der von Erfahrungen erzählt, die in unterschiedlichsten Lebenssituationen nachvollziehbar erscheinen. Fragen nach familiärer Prägung, emotionaler Nähe, Erinnerung und der Hoffnung auf einen Neuanfang besitzen eine Allgemeingültigkeit, die das Buch auch für Leser interessant macht, die sich weder besonders für Slowenien noch für Migrationsgeschichten interessieren.
Ein großer Wurf war vor der Lektüre vielleicht nicht unbedingt zu erwarten, doch gerade deshalb überrascht »Luft nach Unten« positiv. Wer bereit ist, sich auf diesen ruhigen, nachdenklichen Roman einzulassen, keine überhöhten literarischen Erwartungen mitbringt und einer unbekannten Autorin eine Chance geben möchte, wird mit einer sensiblen, angenehm unaufgeregten Geschichte belohnt, die zwar keine großen erzählerischen Experimente wagt, dafür aber durch ihre emotionale Ehrlichkeit und ihre nachvollziehbaren Figuren überzeugt.
121 reviews
August 12, 2026
Mütter und Töchter - manchmal eine toxische Beziehung
Die im Buch beschriebenen Situationen und Dialoge zwischen den Protagonisten sind teilweise so schräg, dass sie schon wieder gut sind. Gleich zu Anfang sitzt der zahlende Gast hinten im Taxi eingeengt, während die Ehefrau vorne sitzt, niemand stellt diese Situation in Frage. Und so geht es weiter. Am Friedhof spielt sich auch solch eine schräge Szene ab. Iva will ihre verstorbene Kinderfrau noch einmal sehen, sie hat in ihrer Kindheit mit ihr mehr Zeit verbracht, als mit ihrer Mutter. Sargträger und Priester sind dagegen, aber Iva, mit Slavas Unterstützung, setzt die unautorisierte Sargöffnung durch.
Schräg ist auch, Iva will mit ihrem Ehemann Felix mit aller Macht mittels künstlicher Befruchtung ein Kind bekommen und bedrängt Felix endlich eine Spermienprobe anzugeben. Gleichzeitig aber textet sie mit Gabriel, ihrem Geliebten und ist eifersüchtig auf dessen Ehefrau. Schräg ist auch der feueralarm im Hotel während Iva mit Gabriel im Zimmer Sex hat.
Das Lachen verging mir aber, als Iva selbst zu Wort kommt, von ihrer vermurksten Kindheit erzählt, eine Erzählung wie im “Stream of Consciousness", alternierend mit Ivas innerem Monolog mit ihrer Mutter. Die Mutter hat die Kindheit und Jugendzeit ihrer Tochter hindurch das Kind immer bloßgestellt, ihr ins Gesicht gesagt, ihr Leben wäre ohne die Tochter besser und einfacher gewesen. “Es war besser, als es dich nicht gab” (S.291). Das muss ein Kind erst mal wegstecken. Als Iva in die Pubertät kommt, schreit die Mutter sie an, sie wäre zu dick, zu fett, sie würde niemals einen Mann finden, usw. Es sind richtig harte Szenen, die Iva das Gefühl geben, nicht geliebt zu werden. Der Vater, der alles mit ansehen muss, wagt nicht einzugreifen, um seine Frau nicht noch mehr zu erzürnen. Wie ist Iva so aufgewachsen? Ihr Lichtblick waren die Ferien, die sie mit und bei Slava in Mazedonien am Ohridsee verbringen durfte. Aber das waren ein paar Wochen im Jahr, danach war sie wieder der Furie ausgeliefert. Dabei liebt sie ihre Mutter, wie alle Kinder programmiert sind, ihre Eltern zu lieben. Ob Vera diese Liebe verdient, mag dahingestellt sein. Letztendlich können sich Mutter und Tochter aussprechen. Wegen dieses zwiespältigen Verhältnis zu ihrer Mutter will Iva mit aller Macht ein Kind, dann doch nicht. Iva hat Angst, so wie ihre Mutter zu werden. Und das will sie keinem Kind zumuten. Sie lässt eine Blastozyte kryokonservieren, für einen späteren Zeitpunkt, wenn sie mehr mit sich und der Welt im Reinen ist. Iva ist auf dem besten Weg dahin. Sie arbeitet an einem neuen Song, der ihr helfen wird. SIe schreibt von “ wir nabeln uns durch die zeit / staffellauf von müttern zu töchtern / das narrenschiff der weiblichkeit…” (S 329) Es klingt wie ein Siegesruf und Befreiungsschrei, Lebensbejahend und der Mutter verzeihend.
Dieser Szenenwechsel, mal schräg, mal hart und schrecklich, oder schlicht und einfach normal, wie ihr Umgang mit Karmela, machen den unnachahmlichen Stil des Buches aus. Die vielen Sätze in kroatisch oder makedonisch, die im folgenden Satz kommentarlos in deutscher Sprache wiederholt werden, geben Ivas Bericht etwas Authentisches, Ursprüngliches.
191 reviews1 follower
August 14, 2026
Iva möchte unbedingt ein Kind mit Ehemann Felix, aber sie will auch an der Affäre mit Gabriel festhalten. Sie will ihre Mutter hinter sich lassen, aber kommt nicht los von ihr. Immer wieder reist sie zurück in das einstige Hotel ihres Großvaters, wo sie ihre Kindheit verbracht hat, aber sie will eigentlich nicht dort sein.
„Luft nach unten“ von Tamara Stajner beinhaltet eigentlich genau das, was der Titel verspricht. Iva ist so zwiegespalten, dass ich irgendwann nur noch genervt war. Was will sie denn nun? Im Laufe des Romans werden immer mehr Fragen aufgeworfen, aber keine Antworten geliefert und wenn dann nur solche, bei denen man den Wahrheitsgehalt nicht bestimmen kann. Und auch am Ende fehlen die Auflösungen. Ich komme gut damit klar, wenn mancher Faden ins Leere läuft. Hier hatte ich das Gefühl, dass alle einfach abgeschnitten wurden. Ich frage mich, worum sollte es eigentlich gehen?
Denn Themen hatte es genug: unerfüllten Kinderwunsch, schwierige Partnerschft, eine Liebschaft, die sich zur Sucht stilisiert, Geheimnisse und Schweigen in einer bewegten Vergangenheit und vor allem Mutter-Tochter-Konflikte. Tamara Stajner versucht, auf allen Parketten gleichzeitig zu tanzen, und verursachte bei mir immer mehr das Gefühl von Unwohlsein. Normalerweise halte ich das sehr gut aus, ich lese gerne Geschichten mit unsympathischen Protagonistinnen, aber so ganz war Iva das nicht, manches konnte ich nachvollziehen, vieles aber nicht, einiges konnte ich schwer mit ihr vereinbaren, in ihrer Ambivalenz war sie nicht stringent. Wahrscheinlich wurde sie dadurch für mich nicht zu einer richtig runden Protagonistin. Und auch die Nebenfiguren blieben fleischlos, auch wenn Tamara Stajner bemerkbar Herzblut hineingeschrieben hat.
Sprachlich war es in Ordnung, hat mich aber auch nicht vom Hocker gehauen, und zum Schluss habe ich die Ortsbeschreibungen und die Kapitel, die Iva an ihre Mutter gerichtet hat, schnell gelesen.
Eigentlich schade, ich hatte mehr erhofft und so schlecht, dass ich es abgebrochen habe, fand ich es dann doch nicht.
Profile Image for Rosetheline.
150 reviews13 followers
August 6, 2026
Zu viele Themen auf einmal

In Tamara Štajners Buch "Luft nach unten" geht es um die Slowenin Iva, die mit ihrem Mann Felix in Wien lebt. Als Kind verbrachte sie ihre Ferien immer im Hotel ihrer Familie am Ohridsee in Nordmazedonien. Jedoch kümmerte sich vor Ort immer ihr Kindermädchen Marija um sie, die nun gestorben ist. Daraufhin macht sich Iva auf den Weg zur Beerdigung und erfährt, dass es in Marijas Leben zuvor noch eine andere wichtige Person gegeben hatte.

Wer durch den Klappentext denkt, dass es in diesem Roman vorrangig um Iva und Marija sowie das "große Familiengeheimnis" geht, der wird enttäuscht werden, denn das Geheimnis spielt eigentlich keine so große Rolle und wird im Endeffekt auch nicht komplett aufgelöst. Viel mehr geht es im Roman um die schwierige Beziehung, die Iva zu ihrer Mutter hat, den unerfüllten Kinderwunsch sowie Ivas Beziehung zu ihrem Mann und ihrer Affäre.

Sprachlich hat mir "Luft nach unten" gut gefallen. Wer schonmal in Nordmazedonien am Ohridsee war, wird sich durch die vielen Beschreibungen direkt wieder hinkatapultiert fühlen. Die vielen fremdsprachlichen Einschübe im Text (Mazedonisch, Serbisch, Kroatisch, Slowenisch), die allerdings nur zum Teil übersetzt werden, runden dieses Gefühl nochmals ab.

Die Beziehung zwischen Iva und Felix war meiner Meinung nach sehr von Misstrauen und Unreife geprägt und eine gesunde Basis fehlte hier definitiv. Vor allem in Hinblick auf das Elternwerden.
Die Einblicke in Ivas Gefühle bezüglich ihrer Mutter waren zum Teil wirklich stark. Meiner Meinung nach hätte man diese Thematik viel besser ausreifen lassen und einige andere Themen (Marijas Geheimnis und die Affäre) weglassen können, denn leider hatte der Roman zum Teil Längen und manche Aspekte wurden später kaum mehr besprochen und haben für mich somit ihre Wichtigkeit verloren.

Auch, wenn mich "Luft nach unten" nicht komplett begeistern konnte, habe ich trotzdem die Reise nach Ohrid und Wien genossen.
Profile Image for Elke Sonne.
612 reviews1 follower
Review of advance copy
July 11, 2026
Auf Spurensuche

„Luft nach unten“ ist eine vielschichtige Familiengeschichte der slowenischen, in Wien lebenden Autorin Tamara Štajner.

Die Handlung führt an den Ohridsee. Nach drei Jahrzehnten mit fast 37 Jahren kehrt Iva aus einem traurigen Anlass an diesen Ort zurück. Ihr Kindermädchen Marija - mit der sie viel Zeit verbracht hat – ist gestorben. Am Grab ihres ehemaligen Kindermädchens entdeckt sie auf dem Grabstein einen zweiten, ihr unbekannten Namen. Dieser veranlasst sie dazu, sich auf Spurensuche zu begeben und sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Der Schreibstil von Tamara Štajner ist ruhig und atmosphärisch. Er lebt von seinen Charakteren, die vielschichtig und authentisch beschrieben werden, sowie der Umgebung, die bildhaft dargestellt wird.
Iva, die durch eine Kinderwunschbehandlung mit ihrem Freund Felix eine Familie gründen möchte, beginnt sich mit ihrer Vergangenheit und der ihrer Familie auseinanderzusetzen. Dabei werden die Frauen ihrer Familie jede für sich vielschichtig und interessant beschrieben. Es geht um Familienkonflikte, die eigene Identität und Verluste. Iva beginnt durch ihre Nachforschungen ihr Leben neu zu überdenken.

So wie in der Familie vieles unausgesprochen bleibt, bleibt hier vieles zwischen den Zeilen und regt somit zum Nachdenken an.

Diese Familiengeschichte macht deutlich, wie sehr uns unsere Familie und unsere Kindheit prägen, dass sie Spuren hinterlassen und sich nicht abstreifen lassen. Mir wird dieser ruhige Roman noch lange im Gedächtnis bleiben.
41 reviews
Review of advance copy
June 29, 2026
Tamara Štajners Roman Luft nach unten hat mich insgesamt überzeugt und erhält von mir 4 von 5 Sternen. Das Buch behandelt Themen wie Identität, Familie, Zugehörigkeit und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben. Dabei gelingt es der Autorin, die Gefühle und Gedanken ihrer Figuren eindrucksvoll darzustellen. Besonders die ruhige, poetische Sprache schafft eine dichte Atmosphäre und lädt dazu ein, sich intensiv mit den dargestellten Konflikten auseinanderzusetzen.

Mir hat gefallen, dass der Roman nicht auf schnelle Spannung setzt, sondern den Figuren und ihren Beziehungen viel Raum gibt. Dadurch wirken die Charaktere glaubwürdig und entwickeln sich im Verlauf der Handlung nachvollziehbar weiter. Viele Szenen regen zum Nachdenken an und bleiben auch nach dem Lesen im Gedächtnis.

An einigen Stellen empfand ich das Erzähltempo jedoch als etwas langsam. Manche Passagen hätten für meinen Geschmack etwas kürzer ausfallen können, wodurch die Handlung insgesamt dynamischer gewirkt hätte. Deshalb vergebe ich keinen fünften Stern.

Insgesamt ist Luft nach unten ein einfühlsamer und sprachlich anspruchsvoller Roman, der wichtige Themen aufgreift und zum Nachdenken anregt. Wer literarische Geschichten mit psychologischer Tiefe und einer besonderen Atmosphäre schätzt, wird an diesem Buch Freude haben. Ich kann es allen empfehlen, die ruhige, charakterorientierte Literatur mögen und sich auf eine intensive Lektüre einlassen möchten.
Profile Image for Book Girl .
225 reviews1 follower
July 28, 2026
Luft nach unten ist kein Buch, das man einfach nebenbei liest. Es erzählt ruhig und einfühlsam von Familie, Herkunft und der Frage, wie sehr uns unsere Vergangenheit prägt.
Iva kehrt nach vielen Jahren an den Ohridsee zurück, um sich von ihrem geliebten Kindermädchen Marija zu verabschieden. Als sie auf dem Grab einen unbekannten Namen entdeckt, beginnt sie, nach Antworten zu suchen. Gleichzeitig beschäftigt sie der Wunsch nach einem eigenen Kind und die schwierige Beziehung zu ihrer Mutter.
Besonders gut gefallen hat mir, wie die verschiedenen Frauenfiguren dargestellt werden. Jede von ihnen bringt ihre eigene Geschichte mit und zeigt, wie unterschiedlich Mutterschaft, Liebe und Familie sein können. Das Familiengeheimnis sorgt dafür, dass man immer weiterlesen möchte.
Der Schreibstil ist bildhaft und gefühlvoll. Manchmal braucht die Geschichte etwas Zeit, weil sie sich eher auf die Figuren und ihre Gedanken konzentriert als auf große Wendungen. Gerade das macht den Roman aber sehr authentisch.
Auch das Setting am Ohridsee hat mir gut gefallen. Die Landschaft und die Erinnerungen an Ivas Kindheit schaffen eine besondere Atmosphäre, die die Geschichte perfekt trägt.
Wer ruhige Familienromane mit emotionaler Tiefe mag, wird an Luft nach unten viel Freude haben. Es ist ein nachdenkliches Buch, das noch lange nach dem Lesen im Kopf bleibt.
29 reviews
August 6, 2026
Mich hat „Luft nach unten“ vor allem deshalb berührt, weil es so ehrlich mit dem Thema Mutterschaft umgeht. Nicht als etwas, das für jede Frau selbstverständlich dazugehört, sondern als eine Entscheidung, die mit vielen Erwartungen, Ängsten und Widersprüchen verbunden sein kann.

Iva hat mich dabei oft zum Nachdenken gebracht. Über den eigenen Kinderwunsch, über das Verhältnis zur eigenen Mutter und darüber, wie sehr wir von den Frauen geprägt werden, die vor uns da waren.

Ich fand es besonders stark, dass Frauen hier nicht auf ihre Rolle als Mutter oder Tochter reduziert werden. Sie dürfen widersprüchlich sein, zweifeln und auch Entscheidungen treffen, die nicht jedem gefallen.

Wenn Frauen nicht in ihre Rollen passen - Für mich ist das Buch deshalb auch sehr feministisch. Es erinnert daran, dass ein Frauenleben nicht nach einer vorgegebenen Vorstellung funktionieren muss. Und dass die Frage „Will ich das wirklich?“ manchmal wichtiger ist als die Frage „Was wird von mir erwartet?“

Ein leises, persönliches und stellenweise unbequemes Buch, das bei mir noch eine Weile nachgewirkt hat.
Profile Image for Bärbel.
170 reviews1 follower
Review of advance copy
July 20, 2026
Zunächst dachte ich, es sei ein Buch, in das ich nicht gut rein komme. Der Anfang war sperrig, aber es wurde besser.
Tamara Štajner schreibt so, dass ich ihr angenehm folgen kann. Die Themenwahl hat mich teilweise befremdet - viele Seiten, die in einer Kinderwunschklinik spielen zum Beispiel. Es gibt nichts, was mich in diesem Buch so richtig zur Identifikation bringt, und doch von allem ein bisschen vielleicht, immer mal wieder.
Das Buch ist ein Einblick in ein nicht unkompliziertes Leben, ein Einblick in die Gedankenwelt einer Protagonistin, die sich eher selbstgerecht als selbstreflektiert gibt.
Als ich es zuklappe, meine ich, dass ich ein recht gutes, irgendwie stimmiges Buch gelesen habe, aber nicht wirklich berührt bin. Vielleicht, weil auch zwischen all diesen Menschen im Buch nicht wirklich eine Entwicklung stattfindet, nichts wird besser, nichts wird schlechter. Heißt das: Luft nach unten?
2,450 reviews14 followers
July 21, 2026
Zum Inhalt:
Iva kehrt an den Ort ihrer Kindheit zurück, um bei der Beerdigung ihres Kindermädchens beizuwohnen. In dem Hotel der Familie hat sie mehr Zeit verbracht als mit ihrer eigenen Mutter und damit auch mit dem Kindermädchen. Als sie auf dem Grabstein einen zweiten Namen entdeckt, kommt sie einem Familiengeheimnis auf die Spur.
Meine Meinung:
Das Buch ist schon ganz schön tiefgründig, Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit, des eigenen unerfüllten Kinderwunsches, das schwierige Verhältnis zur eigenen Mutter. Nach und nach bekommt man immer Einblick in Ivas Gedankenwelt, die manchmal schon verworren ist, aber man versteht sie immer mehr. Auch das heimliche Verhältnis wird immer wieder betrachtet. Ein auf der einen Seite sehr ruhigen Roman, aber auch schon ein Stückweit aufwühlend und bewegend. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, das Buch leist sich sehr gut.
Fazit:
Familiengeschichte
Profile Image for Inge H..
520 reviews11 followers
July 21, 2026
Ein hin und her

Die Musikerin und Schriftstellerin Tamara Štajner besticht in ihrem Roman „Luft nach unten“ mit ihrer mitreißenden Sprache.
Sie stammt aus Slovenien und wohnt jetzt in Wien, genau wie ihre Protagonistin Iva.
Es ist eine Geschichte über Mutter und Tochter und Ersatzmutter.
In Slowenien besaß ihr Großvater ein Hotel. In dem hat Iva ihre Kindheit mit ihrem Kindermädchen Maria gelebt.
Iva ist mir nicht so schismatisch. So wie sie mit ihrem Freund umgeht ist ja peinlich. Gut er ist nicht so einfach, aber sie auch nicht.
Mit ihrer Mutter ist sie auch genervt. Die Mutter hat vielleicht Fehler gemacht, aber sie ist auch nicht nett.
Da dachte ich oft, ob es gut wäre, wenn sie selber ein Kind bekommt.
Vielleicht ist sie da ja auch nicht viel anders , wie ihre Mutter.
Die Autorin schreibt locker , mit Ernst und Humor im Wechsel. Das macht die Gesuchte zu einem interessanten Leseerlebnis.
Ich könnte mir das gut als Film vorstellen.




56 reviews
July 28, 2026
Dieser Roman "Luft nach unten" und wohl schon der zweite Roman der Autor hat mich überrascht und sehr neugierig auf das andere Buch der Autorin gemacht. Sie schreibt sehr nah und wunderschön. Trotz der manchmal schweren und traurigen Themen.

Worum geht es?:
Iva, reist nach vielen Jahren an den Ort ihrer Kindheit zurück, Ihr ehemaliges Kindermädchen ist verstorben und sie beerdigt Marija.
dadurch reist die Protagonistin Iva in die Vergangenheit zruück, Gedanken und viele Fragen kommen auf. Sie sucht nach Antworten.

In dieser Geschichte steht aber auch noch ein Neuanfang bevor. Vielleicht ein Neuanfang. Iva und ihr Partner Felix versuchen ein Kind zubekommen. Die Schwangerschaft klappt aber nicht. Sie leidet sehr darunter.
So viele Themen in dieser doch kleinen Geschichte.
Kinderwunsch, Beziehungsthemen, Kommunikation mit Partner und Mutter.

Dieser Roman hat mich manchmal sehr sehr traurig gemacht. Der Stil hat mich berührt und gefesselt.
Profile Image for Daniela.
15 reviews
August 17, 2026
Eine Frau kämpft mit ihrer Rolle als Ehefrau, als Geliebte, mit ihrem Kinderwunsch, mit ihrer Herkunft, ihrer grausamen Mutter, ihrer verstorbenen Tante---mit sich selbst.

Die Protagonistin Isa- 37, Musikerin, in Wien lebende Musikerin aus Slowenien, verheiratet mit Affäre - bleibt unnahbar bis unsympathisch und die anderen Figuren werden quasi gar nicht näher beschrieben. Auf die Art und Weise konnte ich auch beim Lesen keinerlei Verbindung zu irgendwem aufbauen was schade ist und ein Stück weit auch eine verschenkte Chance. Fast hatte ich das Gefühl zur behandelten Gynäkologin mehr Draht und bessere Beschreibungen zu erhalten als zu den Hauptpersonen.

Das Buch spricht (zu)viele Themen und Konflikte an, Lösungen bekommen wir keine angeboten. Insofern eine durchaus interessante Lektüre aber ohne erkennbaren Mehrwert für mich und damit vermutlich schnell wieder vergessen.
13 reviews
Review of advance copy
July 7, 2026
Die Autorin Tamara Stajners erzählt in ihrem Roman "Luft nach unten" eine Familiengeschichte über eine emotionale Mutter - Tochter Verbindung. Iva lebt mit ihrem Partner Felix in Wien. Als ihr früheres Kindermädchen stirbt, kehrt sie zu deren Beerdigung zurück an en Ort ihren Kindheit. Dort entdeckt sie auf dem Grabstein ihres verstorbenen Kindermädchens eine zweiten Namen. Sie ist verwirrt und rätselt wer das Mädchen, das so früh verstorben ist sein könnte.
Iva begibt sich darauf hin auf Spurensuche und entdeckt einige Familiengeheimnisse. Der Schreibstil er Autorin ist sehr bildhaft, präzise und berührend. Ein sehr schöner Roman über Verlust, Familie, Mutterschaft, der auch viele überraschende und humorvolle Wendungen bereit hält. Vieles im Buch hat mich zum Nachdenken angerregt. Ich kann das Buch auf jeden Fall weiter empfehlen.


40 reviews
Review of advance copy received from Verlag
July 14, 2026
Schwierige Beziehungen

Das Buch ist ein Hardcover mit Schutzumschlag. Das Cover entspricht nicht ganz meinem Geschmack, ist jedoch ein Hingucker.

Iva, im ehemaligen Jugoslawien aufgewachsen, lebt mit ihrem Mann in Wien, der Versuch ein Baby zu bekommen, stellt deren Beziehung auf eine harte Probe. Doch nicht nur Iva und Felix haben eine problematische Beziehung, eigentlich sind alle hier erzählten Beziehungen problematisch. Egal ob Liebesbeziehungen oder Eltern-Kind und insbesondere Mutter-Tochter-Beziehungen, liebevoll und unproblematisch ist hier keine.

Der Schreibstil ist gut, ich kann mich total in die Situationen hineinfühlen. Die Besuche bei Ivas Eltern oder auch ihrem ehemaligen Kindermädchen stelle ich mir ziemlich laut und mit rauem Umgangston vor.

Das Ende finde ich ein bisschen unbefriedigend, aber alles in allem ein gelungenes Buch.
31 reviews
Review of advance copy
July 18, 2026
Dysfunktionale Beziehungen

Der Roman „Luft nach unten“ hat eindeutig Luft nach oben. Ich habe das Buch nach der Hälfte abgebrochen (eine der wenigen Bücher in meinem Leben, die ich abgebrochen habe), weil mich die Protagonistin so aggressiv gemacht, mit ihrer offensichtlichen und unterschwelligen Aggression, dass ich mit diesem Buch nicht weiter meine wertvolle Lebenszeit verschwenden möchte.
An vielen Stellen hätte ich der Protagonistin gerne zu einer guten Therapie geraten, um die traumatischen Erlebnisse ihrer Kindheit, verursacht durch die toxische Beziehung der Mutter zu ihr, zu verarbeiten; und aufzubereiten und ebenso eine Paartherapie mit ihrem Mann zu machen, deren Beziehung nicht weniger dysfunktional ist.
Dieses Buch hätte eine Triggerwarnung verdient, so wie die Charaktere in dem Buch miteinander umgehen. Ich möchte deshalb diesen Roman nicht empfehlen.
Profile Image for Finja Keimer.
155 reviews2 followers
Did Not Finish
July 30, 2026
der titel dieses romans hat mich sehr angesprochen und auch der einstieg in die geschichte war gut gemacht. leider kamen dann die ausraster der protagonistin dazu, die zwar berechtigt, aber auch ein wenig extrem waren. mich hat die kommunikation der protagonisten und erzählweise der geschichte sehr abgeschreckt, bis zur hälfte des buches habe ich nicht verstanden, worum es jetzt eigentlich genau geht. um den verzweifelten kinderwunsch mit einem mann, den sie eigentlich nicht ausstehen kann und den sie betrügt? die beziehung zur mutter? die geschichte des kindermädchens? vielleicht auch alles gleichermaßen, aber ich fand‘s sehr anstrengend zu lesen…
Profile Image for Sophia.
35 reviews
August 6, 2026
3,6 Sterne für mich - überraschend anders, sehr intensive Mutter-Tochter-Beziehung, Geheimnisse und Identitätssuche.
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