Das Buch war sehr erfrischend! Eher kompakte Geschichte, also keine Nebenhandlungen, die nicht zum Ziel des Plots führen. Emotional gibt es immer wieder sehr intensive Szenen, die sich mit ruhigeren abwechseln. Insgesamt ein gutes Gleichgewicht. Was ich vmtl als ungewöhnlich bezeichnen würde ist der recht bodenständige Schreibstil des Autors. Die Welt existiert auch ohne die Charaktere und dreht sich weiter. Auch der Alltag wird fürs Worldbuilding hin und wieder kurz erzählt.
Wenn man schnell liest, ist der Kampf am Ende relativ schnell durch, daher empfehle ich langsames lesen. Besonders interessant finde ich, dass der Autor laut seiner Autorenseite hiermit zum ersten mal High Fantasy geschrieben hat. Das merkt man ein bisschen, aber das ist nicht schlimm. Nicht jedes Buch muss klassische Fantasy sein. Die Charaktere sind sehr realistisch, jeder hat seine Schwächen und Stärken. Man merkt beim lesen oft anhand der Ausdrucksweise der Charaktere in Dialogen, wer gerade spricht.
Man muss beim lesen immer mitdenken. Es gibt da ein paar Sachen, die mir aufgefallen sind und vermutlich erst im zweiten Buch aufgeklärt werden.
Keine Prinzen, Prinzessinen, Romantik, Königreiche, epische Schlachten, übermäßig starker Held oder anderer Kram, der ein Fantasy Buch aufblasen würde.
Bisschen schwierig ist, dass man das Buch nicht auf den ersten Blick einordnen kann. Aber der Autor beschreibt es als "bodenständige High Fantasy Light". Also kürzer als klassische High Fantasy, fokussierter, atmosphärisch dichter und mehr auf die Erzählung der Welt ausgerichtet, in denen die Charaktere alle handeln.
Sowas findet man selten, weil es nicht Mainstream ist. Liebhaber solcher Fantasy Geschichten werden damit sicher gut klar kommen. Bin gespannt auf Buch 2 und 3!