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Das können wir uns nicht leisten. Was es bedeutet, in Deutschland arm zu sein

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"Dieses Buch ist für alle, die in Victory-Schuhen statt Nikes rumgelaufen sind. Für alle, die sich geschämt haben, Freunde nach Hause einzuladen. Für alle, deren einzige Freizeitgestaltung Fußball oder die Glotze war, weil für alles andere kein Geld da war. Für alle, die mehr als einmal gehört haben: Das können wir uns nicht leisten."

Um Jungs machte sie lange einen Bogen, denn Miriam Davoudvandi wusste, jeder Typ muss irgendwann ihre Wohnung von innen sehen: im schäbigen Sozialbau inmitten von Einfamilienhäusern, die vollgestellten Zimmer, das abgenutzte Bad. Die Scham, nichts bieten zu können und nicht dazuzugehören, prägte Miriam Davoudvandi spätestens seit ihrer Einschulung – und sie ist bis heute ein Teil von ihr.

Inzwischen ist sie sozial aufgestiegen und verdient mehr, als ihre Eltern es je taten. Ihr Fazit: Geld macht sogar sehr glücklich. Aber zu welchem Preis? Und welche Spuren haben ihre Erfahrungen hinterlassen? Ehrlich und berührend erzählt Miriam Davoudvandi, was es bedeutet, in Deutschland arm zu sein. Dabei blickt sie nicht nur auf die offensichtlichen Schauplätze von Armut, sondern auch auf Aspekte wie Dating, Freundschaften, Familiengründung und Psyche, auf die Bedeutung des Fernsehers und das Leben als erste Studierende der Familie. Und zeigt, warum Arme sogar beim Sterben benachteiligt sind.

Armut lässt sich vielleicht bemessen. Zahlen helfen jedoch nicht zu verstehen, wie sich Armut anfühlt und was sie langfristig mit Menschen macht. Umso wichtiger ist es, Miriam Davoudvandis Geschichte zu hören. Sie spricht auch für all jene, die bisher keine Stimme hatten.

256 pages, Paperback

Published March 18, 2026

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About the author

Miriam Davoudvandi

2 books11 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 30 of 86 reviews
Profile Image for Yulo Ono.
83 reviews2 followers
March 20, 2026
Noch nie habe ich jemanden so gut verstanden. Noch nie hat mich jemand so gut verstanden. Noch nie habe ich mich so gut verstanden.
Profile Image for odi yard.
13 reviews
March 22, 2026
"armut hat keine lobby." wenn über armut gesprochen wird, dann nur voyeuristisch (20ste reeperbahn-pennymarkt doku) oder kapitalistisch (aufstiegsgeschichten).

davoudvandi gelingt es, einen dritten weg zu gehen: sie erzählt ihre geschichte, weil jeder mensch eine geschichte hat, die es wert ist, erzählt zu werden.

sie spricht aus, was ähnlich aufgewachse nur zu gut kennen und jenen, die privilegierter aufwachsen durften, gewährt sie einen ungeschminkten einblick.

kluges, berührendes, empfehlenswertes buch!

ps: bonuspunkte für die haftbefehl-zitate!

---

hier ein paar weitere passagen, die mir geblieben sind:

"wenn man die zeitung aufschlägt, heisst es überall: sparen, sparen, sparen. als ob jch das nicht schon mein ganzes leben lang getan hätte"

"eine gute person kann ein schlechtes system nicht aushebeln, aber eine schlechte person kann ein schlechtes system erhalten"

"reiche menschen lieben es, armen menschen zu raten, wie sie mit geld umgehen sollten"

"der fernseher war das tor zur welt, das uns sonst so oft verschlossen blieb. fernsehen ist für viele menschen die einzige möglichkeit, kultur barrierefrei zu erleben."

"fast fashion ist umweltbelastend und entstehen unter prekären arbeitsbedingungen. aber fast fashion zu verteufeln ist klassistisch."

"laut studien tendieren arme menschen eher dazu, an fast allen bisher bekannten psychischen störungen zu erkranken"

"sterben ist teuer. so wie wir wohnen, sterben wir auch."

"wenn man sich krankheit nicht leisten kann, gesteht man sie manchmal nicht mal sich selbst sein."

"junge, was soll 'antizipieren' bedeuten?!"

"reiche hassen arme. aber arme hassen andere arme auch."

"beim funktionieren-müssen kann gar nicht die wut entstehen, die nötig wäre, um das ganze system zu hinterfragen"
Profile Image for Naina.
7 reviews110 followers
April 8, 2026
manche bücher liest man, andere erkennen einen. das hier war eher letzteres ❤️‍🩹

für alle, die sich nie wirklich mit armut auseinandergesetzt haben (bzw. es nicht mussten, lucky you), ist es bestimmt sehr augenöffnend. es macht spürbar, was zahlen und statistiken nie erzählen können: wie sich armut anfühlt, wie sie sich in die kleinen falten deines gehirns bohrt, wie sie bleibt.

für alle, die selbst arm (oder an der grenze dazu) aufgewachsen sind, ist dieses buch hingegen wie eine umarmung. beim lesen hatte ich immer wieder den gedanken: hm, so arm waren wir nicht. und ein paar seiten später: oh. doch, genau so.

als tochter einer alleinerziehenden mutter, die zeitweise drei jobs gleichzeitig gearbeitet hat, habe ich vieles wiedererkannt. den satz "das können wir uns nicht leisten" habe ich nie gehört, aber oft gefühlt.

besonders getroffen hat mich miriams erzählung über ihr studium. angefangen mit der hoffnung, sich ein besseres leben aufzubauen, hoffnungsträgerin der familie zu sein, und dann zu merken, dass scheinbar alle anderen wissen, wie studieren funktioniert, nur man selbst nicht – ich hab exakt das gleiche erlebt, inklusive ADHS. wir könnten wahrscheinlich einen club aufmachen für neurodivergente arbeiterkinder, die genau daran gescheitert sind.

ein ehrliches, kluges und sehr notwendiges buch, das zeigt, dass armut nicht endet, nur weil man sozial aufsteigt.
Profile Image for Daniel.
81 reviews
April 10, 2026
»Wenn man aufsteigt, tauscht man etwas von der Scham in Schuld ein, und sie wird zum ständigen Begleiter.«
Profile Image for Berna.
41 reviews1 follower
March 17, 2026
In diesem Buch werden durch persönliche Einblicke und Erfahrungen so viele Facetten der Armut oder des Armseins gezeigt und deutlich gemacht, auf welchen unterschiedliche Ebenen sie einen prägen können. Das Kapitel über den Fernseher und welche Bedeutung der kulturellen Teilhabe er in einem armen Haushalt spielt, geht mir nicht aus dem Kopf. Genau so wie das beschriebene Schamgefühl, dass man nicht will, dass Leute sehen, wie es bei einem zu Hause aussieht. Oder was das alles im Kopf von einem macht. Dieses Buch berührt einen. Und ehrlich, stellenweise hat es mich so traurig gemacht.

Die Mischung aus persönlichen Berichten, dem eigenen Leben, popkulturellen Einordnungen und wissenschaftlichen Belegen macht dieses Buch so gut lesbar und nachvollziehbar. Wenn du Armut erlebst oder erlebt hast, kannst du dich identifizieren. Wenn du aus einer Familie ohne große Geldprobleme kommst oder Armut nicht so wie Miriam erlebt hast, gibt sie dir extrem wertvolle Perspektiven und zeigt, wie arm sein dich shaped und prägt. Ein Leben lang, auch wenn du es „raus geschafft“ hast. Und diese Schuld die man immer mit sich rumschleppt.

Armut hat System, Armut raubt dir Zeit und Armut wird durch das kapitalistische System, in dem wir Leben und durch dieses System gesellschaftlich konstruiert. Das schafft dieses Buch deutlich zu machen.

Sollten auf jeden Fall alle lesen, in my humble opinion.
Profile Image for suin.
49 reviews10 followers
April 6, 2026
ich glaube ich habe noch nie in meinem leben so viele zeilen eines buches unterstrichen. hat so viele wunden geheilt 🫂
Profile Image for Tom-Luca Freund.
14 reviews
April 4, 2026
wow so schnell durchgelesen, weil es einfach so klar, empathisch und berührend ist. schnellstens ran an die buletten, sarah!
Profile Image for Margarete.
67 reviews2 followers
March 29, 2026
Das war leider nicht ganz das, was ich erwartet habe. Wenn man sich schon ein, zwei Mal mit Armut und Klassismus auseinandergesetzt hat, dann steckt hier mMn nicht mehr viel Neues drin.

Das Buch beschreibt vor allem Miriam Davoudvandis Aufwachsen in Armut und welche Auswirkungen das bitte heute auf sie hat. Sie schreibt dabei sehr anschaulich in klarer, einfacher Sprache, bleibt aber eben auch nur an der Oberfläche. Strukturen und (intersektionale) Zusammenhänge werden zwar angedeutet, aber selten weiter ausgeführt, der soziologische Unterbau ist relativ dünn. Das fand ich persönlich schade, führt aber vermutlich auch dazu, dass das Buch sehr zugänglich ist und möglichst viele Menschen erreichen kann.

Für alle, die sich durch das Buch gesehen fühlen und als weitere Perspektive ist es auf jeden Fall wertvoll! Und für Menschen, die sich noch nie mit Armut und Klassismus auseinandergesetzt haben (weil sie es nicht mussten), sicherlich sehr augenöffnend.
Als Einstieg in das Thema also super! Als Vertiefung eher nicht.
Profile Image for Marina.
88 reviews
March 19, 2026
wenn ich jede stelle wo ich schmerzlichst mitfühlen konnte oder eigene ähnliche erfahrungen erkannte, markieren würde, wären 70% des buches neongelb.

danke für deinen mut und deine ehrlichkeit miriam
Profile Image for Mia.
298 reviews1 follower
April 28, 2026
ganz große Empfehlung!!
Profile Image for Re.
138 reviews19 followers
March 22, 2026
Viel Liebe für diesen ehrlichen Einblick ❤️‍🩹
Profile Image for Jaylo.
11 reviews1 follower
April 13, 2026
Maehhhh ich bin gespalten und tue mich ganz doll schwer mit der Review. Auf der einen Seite finde das Miriams Perspektive super wichtig für eine Auseinandersetzung aktueller sozialpolitischer Debatten in Deutschland ist und ich war oft berührt und beeindruckt von ihrer Geschichte. Auf der anderen Seite hat mir eine konkrete Kritik an deutscher Politik im Umgang mit Armut oft gefehlt und ist mir nicht weit genug gegangen. Mehrmals waren Kapitel für mich überraschend früh beendet und ich hätte mir gewünscht das saloppe Thesen über die eigene Perspektive hinaus ausgeführt werden, I mean der Untertitel ist ja „was es bedeutet in Deutschland arm zu sein“. Das kam mir etwas kurz :/// Dennoch 4/5 weil ich glaube dass das Buch einen großen gesellschaftlichen Nährwert haben kann und von (wohlhabenden) Leuten gelesen werden sollte.
Profile Image for Tamana.
78 reviews
April 26, 2026
Jedes Kapital hat so stark mit mir resoniert, es war fast schon gruselig. Ich hab diese Geschichte schon einmal geteilt und sie fasst perfekt zusammen was es bedeutet als Kind in Armut aufzuwachsen:

Ich bin erste Generation Flüchtlingskind. Ich erinner mich noch sehr bildlich an das Asylheim in dem meine Eltern und ich lebten. Später kam meine kleine Schwester dazu. Zu viert in einem Raum. Die erste Sozialwohnung sah nicht anders aus. Jeden Sonntag wuselten wir durch die gespendeten Klamotten, es gibt sogar ein Foto von mir in roten Plüschpumps (warum spendet man sowas). Armut war ein Teil unseres Lebens seitdem ich meinen ersten Atemzug nahm. Nach der Trennung meiner Eltern zogen wir um. Es gab ein kleines Fest auf dem Schulhof und da war auch ein Glasbläser der kleine Tiere aus Glas verkaufte. Meine 2 Schwestern und ich starrten alles an, sowas hatten wir noch nie zuvor gesehen. Nach langem betteln überredeten wir meinen Vater uns doch einen kleinen Glasschwan zu kaufen, den würden wir uns zu dritt brav teilen. Man konnte Wasser einfüllen und wenn man das besondere Papier reinlegte verfärbte sich das Wasser und der Schwan würde die Farbe demnach annehmen. 15€ kostete das kleine Ding und mein Vater kaufte es uns. Zu Hause angekommen haben wir ganz aufgeregt den Schwan mit Wasser gefüllt, aber das Wasser war wohl zu warm und der Schwan zersprang in meinen Händen. Ich fing an zu weinen, ich weinte vom tiefsten Herzen das komplett zersprungen war, wie der kleine Schwan. Ich weinte aber nicht um ihn, ich weinte darum dass mein Vater, der jeden Tag über 14 Stunden arbeitete sein Geld verschwendet hat. Ich weinte vor Schuldgefühlen und vor Mitleid gegenüber meinen Eltern, die so hart dafür gearbeitet haben um diesen Schwan zu kaufen, nur damit er zerbrach. Ich weinte eine Woche lang und ging die Supermärkte durch um zu schauen ob jemand seinen Euro im Einkaufswagen vergessen hat um den Schwan meinen Eltern zurückzuzahlen.

Es gibt viele Erinnerungen in meinem Leben wie die hier, aber diese prägte mich damals sehr. Arm sein prägt dein gesamtes Leben, deine Gesundheit und deinen mentalen Zustand.

Ich wünschte mir in manchen Punkten wäre sie bisschen tiefer gegangen, aber ich glaube so war es sehr leicht zugänglich für alle.
Profile Image for Karosreads.
115 reviews24 followers
April 1, 2026
„Armut schränkt nicht nur extrem ein, sondern kann einen mal langsam, mal schnell töten.“

„Arme Menschen denken, ihre Geschichten seien nicht erzählenswert, weil: Wo bleibt das Happy End? Aber Armut ist ein Spektrum und jede einzelne Geschichte verdient es, gehört zu werden, nicht erst, wenn jemand entweder aufgestiegen oder vor Armut verhungert ist.“

„Armut hat ein System.“

Miriam Davoudvandi erzählt in „Das können wir uns nicht leisten“ ihre persönliche Geschichte vom Aufwachsen in, erst Rumänien, dann Deutschland und gibt tiefe Einblicke in was es bedeutet, arm zu sein und arm aufzuwachsen. Das Buch ist in mehrere Abschnitte unterteilt und beleuchtet so die verschiedenen Facetten des arm seins: Geburt, Wohnen, Schule, Freizeit, Essen, Aussehen, (psychische) Gesundheit, Beziehungen und mehr. In zugänglicher und angenehmer Sprache schreibt sie über das Versagen des Systems, das Gefühl von Scham, das sie und ihre Familie begleitet, über Aufstieg, das Gefühl nicht dazuzugehören, über Victory-Schuhe, die Bedeutung von Fernsehern, unerfüllbare Träume und Wünsche, oder auch die Auswirkungen des vielen harten Arbeitens auf Körper und Psyche. Es ist ein Buch, das kein Blatt vor den Mundnimmt und schamlos (as it should) das Versagen des (deutschen) Staates aufzeigt und kritisiert.
Für mich war dies ein Buch, das mir sehr nahe geht. Ich habe mich und mein Aufwachsen in einigen Geschichten wiederentdeckt (natürlich auf andere Weise, denn alle Leben sind unterschiedlich): seien es die second-hand Klamotten, nur bei Penny, Aldi etc. einkaufen gehen, selbstgebrannte CDs und DVDs, beim Übersetzen von irgendwelchen Amtlichen Unterlagen in viel zu jungem Alter helfen, der Fernseher, das nicht dazu gehören durch nicht vorhandene Klamotten, Krankheit, usw. Ich habe es sehr gerne und erstaunlich schnell gelesen, da ich es nicht aus den Händen legen konnte/wollte.
„Das können wir uns nicht leisten“ möchte ich vom ganzen Herzen empfehlen, es ist ein unglaublich wichtiges Buch, das alle lesen und verschenken sollten.
Profile Image for Selina.
72 reviews2 followers
March 22, 2026
„Das können wir uns nicht leisten“ von Miriam Davoudvandi (btb Verlag) hallt immer noch in mir nach.

In elf Kapiteln zeigt die Autorin, wie Armut sich auf ganz unterschiedliche Lebensbereiche auswirkt, wie etwa auf Wohnen, Freizeit oder (psychische) Gesundheit. Dabei verbindet sie persönliche Erfahrungen mit popkulturellen Beobachtungen und wissenschaftlichen Einordnungen. Diese Mischung fand ich richtig gelungen!

Die Ehrlichkeit der Autorin hat mich ganz besonders beeindruckt. Dieses Buch beschönigt nichts, sondern zeigt Armut so, wie sie ist: komplex, belastend und tief im System verankert. Es geht nicht nur um individuelle Lebensrealitäten, sondern auch darum, wie eng Armut mit gesellschaftlichen Strukturen und unserem kapitalistischen System verwoben ist.

In den Medien wird Armut oft verzerrt dargestellt. Viele kennen Formate wie „Armes Deutschland“ oder „Hartz und herzlich“, die häufig auf Sensationsbilder oder stereotype Darstellungen reduzieren. Dieses Buch stellt dem etwas völlig anderes entgegen: eine differenzierte, reflektierte und sehr persönliche Perspektive, die ich so bisher kaum gelesen habe.

Für mich ist dieses Buch eine wichtige, notwendige Stimme, die gehört werden sollte. Es berührt, macht nachdenklich und öffnet den Blick für Lebensrealitäten, die in gesellschaftlichen Debatten viel zu oft übersehen werden.

Ein paar Gedanken und Sätze, die bei mir besonders hängen geblieben sind:

„Die erste Klassenfrage, die ich mir in meinem jungen Leben stellte, war, ob jemand KIKA oder SuperRTL guckte.“

„Der Fernseher war das Tor zur Welt, das uns sonst so oft verschlossen blieb. Fernsehen ist für viele Menschen die einzige Möglichkeit, Kultur barrierefrei zu erleben.“

„[…] Fast Fashion per se zu verteufeln, ist klassistisch. Fast Fashion ist nicht politisch korrekt, aber gerecht – für die Käufer:innen.“

„Dass Armut krank macht, liegt auf der Hand. Ständige Existenzängste, Überarbeitung, chronischer Stress, dauerhafte Anspannung und Alternativlosigkeit schlagen sich auf die Psyche nieder – und auf den Körper.“


Werbung | Rezensionsexemplar vom Bloggerportal bereitgestellt

Profile Image for Eda.
156 reviews9 followers
April 27, 2026
„Aber trotzdem wurde ich das Gefühl nicht los, dass es [meiner Mutter] egal war [wie sie aussah]. Nicht weil sie frei gewesen wäre von den Schönheitsnormen, unter denen wir alle leiden. Sondern weil sie sich längst nicht mehr als Frau sah, sondern als immer funktionierende Arbeiterin und Mutter.“

Danke für dieses wichtige Buch. Es zeigt sehr eindringlich, wie Armut sich durch alle Bereiche des Lebens zieht und sie beeinflusst – von der Geburt bis zum Tod. Vieles hat mich bewegt, einiges kam mir aus meiner eigenen Familiengeschichte bekannt vor. Vielleicht deshalb war manches auch etwas oberflächlich für mich, und ich hätte mir gewünscht, dass das Buch an einigen Stellen noch tiefer geht und weiter über das Erlebte hinausdenkt.

Das Kapitel zu Armut und Psyche hat dabei besonders herausgestochen: Es verbindet persönliches Narrativ gut mit fachlichem Hintergrund, und man merkt, dass das ein Thema ist, mit dem die Autorin sich schon länger intensiv und professionell beschäftigt (- an dieser Stelle Shoutout an den Podcast Danke, gut!).

Gerade dadurch ist das Buch aber auch sehr zugänglich, wahrscheinlich auch für Menschen, deren Lebensrealität eine völlig andere ist und die Armut nur von außen kennen. Ich würde mir wünschen, dass genau diese Menschen es lesen. Denn:

„Sozialer Aufstieg ist fragil. Abstieg hingegen ist sehr einfach. Die Wahrscheinlichkeit, auf der Straße zu landen, ist höher als die Wahrscheinlichkeit, reich zu werden. Abstieg geht manchmal schneller, als man auf dem McDonald's-Spielplatz die Rutsche herunterrutscht.“
Profile Image for Kyra.
12 reviews
April 7, 2026
Das ist so ein schönes Buch. Hab geweint, gelacht und gefühlt.
Profile Image for theresa ᯓ★.
86 reviews21 followers
April 13, 2026
4.75 🌟 // „das können wir uns nicht leisten“ macht auf eindrückliche und zugängliche art klar, was hinter zahlen und statistiken steht und worum bzw um wen es tatsächlich geht, wenn wir in deutschland über armut sprechen. die autorin unterteilt ihre aufarbeitung in all die lebensbereiche, in die armut vordringt und die von armut bestimmt werden (alle).

im gegensatz zu anderen büchern über armut ist dieses nicht vor voyeurismus triefend, sondern einfühlsam, ehrlich, charmant und beeindruckend. miriam davoudvandi hat hier mmn etwas großartiges verfasst!

große empfehlung, lest es alle!
Profile Image for Celil.
35 reviews
March 23, 2026
10/10 - So viele Sätze, die ich fühlen und in denen ich mich wiedererkennen kann.

"Wenn mein Vater besonderst erschöpft war, saß er noch in seinen Malerklamotten am Esstisch und ermahnt mich: >Du darfst niemals so werden wie ich.<"

"Der Fernseher ist alles für uns: Ablenkung, soziale und politsche Teilhabe, Entertainment, Kulter, Information, Hobby, Familienaktivität, Erziehungsmaßnahme und das Tor zur Welt, das uns so oft verschlossen blieb."

"Dass Armut krank macht, liegt auf der Hand. Ständige Existenzängste, Überarbeitung, chronischer Stress, dauerhafte Anspannung und Alternativlosigkeit schlagen sich auf die Psyche nieder - und auf den Körper."

"Eine gute Psyche für alle schaffen wir nicht mit Achtsamkeitskursen, sondern mit Klassenkampf."

Profile Image for lelele.
12 reviews
April 27, 2026
selten nen buch so sehr verstanden wie dieses ❤️
Profile Image for Halina Jereczek.
78 reviews
March 21, 2026
eine erzählung von den persönlichen und strukturellen problemen des arm seins, so gut geschrieben dass ich es als wahren "pageturner" beschreiben will, auch wenn sich das irgendwie falsch anfühlt
Profile Image for Celina.
6 reviews
March 19, 2026
„Das können wir uns nicht leisten“ ist ein Buch, das nicht nur beschreibt, wie Armut den Alltag prägt, sondern vor allem, wie tief sich ihre Logik in Denken und Verhalten einschreibt. - oft weit über die eigentliche Lebenssituation hinaus.
Ich habe mich so schnell ertappt gefühlt - wie alte Muster bestehen bleiben, selbst dann, wenn sie rein finanziell längst nicht mehr notwendig wären. Das reflexhafte Suchen nach Angeboten, das Selbermachen: vom Haareschneiden bis zu Reparaturen oder auch das ständige Bedürfnis, nach außen „ordentlich“ zu wirken. Ich würde niemals in einer Jogginghose raus, weil die Angst, als „assi“ gelesen zu werden, so tief verankert ist. - jedoch nur auf mich selbst bezogen. Diese Prägungen sind keine oberflächlichen Gewohnheiten, sondern Ausdruck einer Lebensrealität, in der jeder Euro und jede Außenwahrnehmung Bedeutung hatte.
Das Buch macht deutlich, wie viel Unsichtbares in Armut steckt: die Fähigkeit, sich alles selbst beibringen zu müssen, weil professionelle Hilfe schlicht nicht bezahlbar ist. Die Selbstverständlichkeit, jede zusätzliche Arbeit anzunehmen, egal wie erschöpft man ist, und der Gedanke, sich Urlaub leisten oder überhaupt erlauben zu können, erscheint wie Luxus, der nicht für einen selbst gedacht ist.
Gerade darin liegt die Stärke des Buches: Es erklärt nicht nur Armut, sondern macht nachvollziehbar, warum sie weit über das Materielle hinauswirkt und warum ihre Spuren bleiben, selbst wenn sich die äußeren Umstände verändern.
Liebe den Schreibstil, liebe die Zitate. Selten so schnell ein Buch durchgehabt. Jetzt wird erstmal jeder von meinem nahen Umfeld von diesem Buch erfahren, shoutout!
Overall - must read. You did that miri
Profile Image for Martje.
58 reviews1 follower
April 16, 2026
Der Satz „Das können wir uns nicht leisten“ wird in diesem Buch so fühlbar gemacht - die Autorin zeigt, wie dieser Satz zu einem im Inneren eingebrannten Grundsatz wird, der sich in alle Lebensbereiche zieht, der Schmerz und Scham bedeutet und der sich auch nicht löst, wenn irgendwann genug Geld da ist. Besonders das Kapitel über Armut und (psychische) Gesundheit ging mir sehr nah. Der Körper wird kaputt gearbeitet, die Psyche leidet unter der ständigen Angst, nicht genug Geld zum Überleben zu haben bzw. nicht mehr funktionieren zu können. Davoudvandi schreibt von ihrem ADHS und ihrer Depression, die sie seit ihrer Kindheit plagen und zu deren Diagnosen und Therapien sie erst mit Mitte/ Ende 20 kam, weil in ihrer Kindheit und Jugend nicht die Zeit, nicht das Geld und nicht die Kapazitäten da waren, genauer hinzuschauen. Gemixt mit popkulturellen Referenzen (der Fernseher war beim Aufwachsen ihr treuer Begleiter) und Rap-Zitaten erzählt sie zu jedem Lebensbereich, wie Armut diesen beeinflusste. Und last but not least, ist dieses Schicksal kein individuell gemachtes, sondern systemisch gewollt. Der Staat könnte dafür sorgen, dass Menschen genug zum Essen und Wohnen hätten oder auch: „Eine gute Psyche für alle schaffen wir nicht mit Achtsamkeitskursen, sondern mit Klassenkampf.“
Profile Image for maria.
41 reviews1 follower
April 5, 2026
miriam davoudvandi ist so eine tolle frau !! kannte sie bisher von „diffus“ auf youtube und ihrem cosmo podcast und hatte sie da schon als inspirierende persönlichkeit wahrgenommen, weswegen ich mich sehr auf ihr erstes buch gefreut hatte. wurde hier auch nicht enttäuscht, es hat mich nicht losgelassen, sehr berührt und ich konnte mich in so einigen passagen wiederfinden, in denen sie worte für gefühle und gedanken gefunden hatte, die ich selber noch nie ausgesprochen habe. ein buch, bei dem sich viele gesehen fühlen werden, und das womöglich neue perspektiven auf andere lebensrealitäten fernab der eigenen eröffnet.
große leseempfehlung (das buch sieht außerdem sehr schön aus)
Profile Image for Elia.
13 reviews
March 23, 2026
Dinge, die man sonst einfach lebt, stehen plötzlich schwarz auf weiß da. Unfassbar authentisch und nicht von oben herab, sondern ehrlich und nah dran, was bei dem Thema leider selten der Fall ist. Zitate zu lesen, bei denen man merkt das hast du selbst schon gesagt, gaben mir das Gefühl von gesehen werden.

Dieses Buch zeigt sehr deutlich, dass Armut nicht nur Geld betrifft, sondern die ganze Persönlichkeit prägt. Genau das so sichtbar zu machen, ist unglaublich wichtig
Profile Image for lessvoit.
98 reviews3 followers
April 12, 2026
4.5⭐️

Ein zutiefst ergreifendes Buch, das schmerzlich bewusst macht, dass Armut existiert und immer existieren wird.
Ein unglaublich persönlicher Einblick in das Leben der Autorin, der zeigt, dass Armut nicht nur finanzielle Sorge bedeutet, sondern viel viel tiefer geht.
Profile Image for Lena.
166 reviews1 follower
March 24, 2026
4.5⭐️
Eventuell ein zwei Tränen verdrückt 🫂
Profile Image for Marah.
12 reviews
April 8, 2026
hab das Buch innerhalb weniger Tage verschlungen!! 🥹🫶
Displaying 1 - 30 of 86 reviews