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Das können wir uns nicht leisten: Was es bedeutet, in Deutschland arm zu sein
»Dieses Buch ist für alle, die in Victory-Schuhen statt Nikes rumgelaufen sind. Für alle, die sich geschämt haben, Freunde nach Hause einzuladen. Für alle, deren einzige Freizeitgestaltung Fußball oder die Glotze war, weil für alles andere kein Geld da war. Für alle, bei denen es zu Hause nie Ruhe gab – in den Räumen und den Köpfen. Für alle, die mehr als einmal gehört haben: Das können wir uns nicht leisten.«
Um Jungs machte sie lange einen Bogen, denn Miriam Davoudvandi wusste, jeder Typ muss irgendwann ihre Wohnung von innen sehen: im schäbigen Sozialbau inmitten von Einfamilienhäusern, die vollgestellten Zimmer, das zerschlissene Bad. Die Scham, nichts bieten zu können und nicht dazuzugehören, prägte Miriam Davoudvandi spätestens seit ihrer Einschulung – und sie ist bis heute ein Teil von ihr.
Inzwischen ist sie sozial aufgestiegen und verdient mehr, als ihre Eltern es je taten. Ihr Fazit: Geld macht sogar sehr glücklich. Aber zu welchem Preis? Und welche Spuren haben ihre Erfahrungen hinterlassen? Ehrlich und ungeschönt erzählt Miriam Davoudvandi, was es bedeutet, in Deutschland arm zu sein. Dabei blickt sie nicht nur auf die offensichtlichen Schauplätze von Armut, sondern auch auf Aspekte wie Dating, Freundschaften, Familiengründung und Psyche, auf die Bedeutung des Fernsehers und das Leben als erste Studierende der Familie. Und zeigt, warum Arme sogar beim Sterben benachteiligt sind.
Armut lässt sich vielleicht bemessen. Zahlen helfen jedoch nicht zu verstehen, wie sich Armut anfühlt und was sie langfristig mit einem macht. Zahlen zeigen nicht den Menschen – Menschen wie Miriam Davoudvandi. Umso wichtiger ist es, ihre Geschichte zu hören. Denn sie spricht für all die, die bisher keine Stimme hatten.
Um Jungs machte sie lange einen Bogen, denn Miriam Davoudvandi wusste, jeder Typ muss irgendwann ihre Wohnung von innen sehen: im schäbigen Sozialbau inmitten von Einfamilienhäusern, die vollgestellten Zimmer, das zerschlissene Bad. Die Scham, nichts bieten zu können und nicht dazuzugehören, prägte Miriam Davoudvandi spätestens seit ihrer Einschulung – und sie ist bis heute ein Teil von ihr.
Inzwischen ist sie sozial aufgestiegen und verdient mehr, als ihre Eltern es je taten. Ihr Fazit: Geld macht sogar sehr glücklich. Aber zu welchem Preis? Und welche Spuren haben ihre Erfahrungen hinterlassen? Ehrlich und ungeschönt erzählt Miriam Davoudvandi, was es bedeutet, in Deutschland arm zu sein. Dabei blickt sie nicht nur auf die offensichtlichen Schauplätze von Armut, sondern auch auf Aspekte wie Dating, Freundschaften, Familiengründung und Psyche, auf die Bedeutung des Fernsehers und das Leben als erste Studierende der Familie. Und zeigt, warum Arme sogar beim Sterben benachteiligt sind.
Armut lässt sich vielleicht bemessen. Zahlen helfen jedoch nicht zu verstehen, wie sich Armut anfühlt und was sie langfristig mit einem macht. Zahlen zeigen nicht den Menschen – Menschen wie Miriam Davoudvandi. Umso wichtiger ist es, ihre Geschichte zu hören. Denn sie spricht für all die, die bisher keine Stimme hatten.
256 pages, Paperback
First published March 18, 2026
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Community Reviews
Displaying 1 - 30 of 192 reviews
March 20, 2026
Noch nie habe ich jemanden so gut verstanden. Noch nie hat mich jemand so gut verstanden. Noch nie habe ich mich so gut verstanden.
April 8, 2026
manche bücher liest man, andere erkennen einen. das hier war eher letzteres ❤️🩹
für alle, die sich nie wirklich mit armut auseinandergesetzt haben (bzw. es nicht mussten, lucky you), ist es bestimmt sehr augenöffnend. es macht spürbar, was zahlen und statistiken nie erzählen können: wie sich armut anfühlt, wie sie sich in die kleinen falten deines gehirns bohrt, wie sie bleibt.
für alle, die selbst arm (oder an der grenze dazu) aufgewachsen sind, ist dieses buch hingegen wie eine umarmung. beim lesen hatte ich immer wieder den gedanken: hm, so arm waren wir nicht. und ein paar seiten später: oh. doch, genau so.
als tochter einer alleinerziehenden mutter, die zeitweise drei jobs gleichzeitig gearbeitet hat, habe ich vieles wiedererkannt. den satz "das können wir uns nicht leisten" habe ich nie gehört, aber oft gefühlt.
besonders getroffen hat mich miriams erzählung über ihr studium. angefangen mit der hoffnung, sich ein besseres leben aufzubauen, hoffnungsträgerin der familie zu sein, und dann zu merken, dass scheinbar alle anderen wissen, wie studieren funktioniert, nur man selbst nicht – ich hab exakt das gleiche erlebt, inklusive ADHS. wir könnten wahrscheinlich einen club aufmachen für neurodivergente arbeiterkinder, die genau daran gescheitert sind.
ein ehrliches, kluges und sehr notwendiges buch, das zeigt, dass armut nicht endet, nur weil man sozial aufsteigt.
für alle, die sich nie wirklich mit armut auseinandergesetzt haben (bzw. es nicht mussten, lucky you), ist es bestimmt sehr augenöffnend. es macht spürbar, was zahlen und statistiken nie erzählen können: wie sich armut anfühlt, wie sie sich in die kleinen falten deines gehirns bohrt, wie sie bleibt.
für alle, die selbst arm (oder an der grenze dazu) aufgewachsen sind, ist dieses buch hingegen wie eine umarmung. beim lesen hatte ich immer wieder den gedanken: hm, so arm waren wir nicht. und ein paar seiten später: oh. doch, genau so.
als tochter einer alleinerziehenden mutter, die zeitweise drei jobs gleichzeitig gearbeitet hat, habe ich vieles wiedererkannt. den satz "das können wir uns nicht leisten" habe ich nie gehört, aber oft gefühlt.
besonders getroffen hat mich miriams erzählung über ihr studium. angefangen mit der hoffnung, sich ein besseres leben aufzubauen, hoffnungsträgerin der familie zu sein, und dann zu merken, dass scheinbar alle anderen wissen, wie studieren funktioniert, nur man selbst nicht – ich hab exakt das gleiche erlebt, inklusive ADHS. wir könnten wahrscheinlich einen club aufmachen für neurodivergente arbeiterkinder, die genau daran gescheitert sind.
ein ehrliches, kluges und sehr notwendiges buch, das zeigt, dass armut nicht endet, nur weil man sozial aufsteigt.
March 19, 2026
"armut hat keine lobby." wenn über armut gesprochen wird, dann nur voyeuristisch (20ste reeperbahn-pennymarkt doku) oder kapitalistisch (aufstiegsgeschichten).
davoudvandi gelingt es, einen dritten weg zu gehen: sie erzählt ihre geschichte, weil jeder mensch eine geschichte hat, die es wert ist, erzählt zu werden.
sie spricht aus, was ähnlich aufgewachse nur zu gut kennen und jenen, die privilegierter aufwachsen durften, gewährt sie einen ungeschminkten einblick.
kluges, berührendes, empfehlenswertes buch!
ps: bonuspunkte für die haftbefehl-zitate!
---
hier ein paar weitere passagen, die mir geblieben sind:
"wenn man die zeitung aufschlägt, heisst es überall: sparen, sparen, sparen. als ob jch das nicht schon mein ganzes leben lang getan hätte"
"eine gute person kann ein schlechtes system nicht aushebeln, aber eine schlechte person kann ein schlechtes system erhalten"
"reiche menschen lieben es, armen menschen zu raten, wie sie mit geld umgehen sollten"
"der fernseher war das tor zur welt, das uns sonst so oft verschlossen blieb. fernsehen ist für viele menschen die einzige möglichkeit, kultur barrierefrei zu erleben."
"fast fashion ist umweltbelastend und entstehen unter prekären arbeitsbedingungen. aber fast fashion zu verteufeln ist klassistisch."
"laut studien tendieren arme menschen eher dazu, an fast allen bisher bekannten psychischen störungen zu erkranken"
"sterben ist teuer. so wie wir wohnen, sterben wir auch."
"wenn man sich krankheit nicht leisten kann, gesteht man sie manchmal nicht mal sich selbst sein."
"junge, was soll 'antizipieren' bedeuten?!"
"reiche hassen arme. aber arme hassen andere arme auch."
"beim funktionieren-müssen kann gar nicht die wut entstehen, die nötig wäre, um das ganze system zu hinterfragen"
davoudvandi gelingt es, einen dritten weg zu gehen: sie erzählt ihre geschichte, weil jeder mensch eine geschichte hat, die es wert ist, erzählt zu werden.
sie spricht aus, was ähnlich aufgewachse nur zu gut kennen und jenen, die privilegierter aufwachsen durften, gewährt sie einen ungeschminkten einblick.
kluges, berührendes, empfehlenswertes buch!
ps: bonuspunkte für die haftbefehl-zitate!
---
hier ein paar weitere passagen, die mir geblieben sind:
"wenn man die zeitung aufschlägt, heisst es überall: sparen, sparen, sparen. als ob jch das nicht schon mein ganzes leben lang getan hätte"
"eine gute person kann ein schlechtes system nicht aushebeln, aber eine schlechte person kann ein schlechtes system erhalten"
"reiche menschen lieben es, armen menschen zu raten, wie sie mit geld umgehen sollten"
"der fernseher war das tor zur welt, das uns sonst so oft verschlossen blieb. fernsehen ist für viele menschen die einzige möglichkeit, kultur barrierefrei zu erleben."
"fast fashion ist umweltbelastend und entstehen unter prekären arbeitsbedingungen. aber fast fashion zu verteufeln ist klassistisch."
"laut studien tendieren arme menschen eher dazu, an fast allen bisher bekannten psychischen störungen zu erkranken"
"sterben ist teuer. so wie wir wohnen, sterben wir auch."
"wenn man sich krankheit nicht leisten kann, gesteht man sie manchmal nicht mal sich selbst sein."
"junge, was soll 'antizipieren' bedeuten?!"
"reiche hassen arme. aber arme hassen andere arme auch."
"beim funktionieren-müssen kann gar nicht die wut entstehen, die nötig wäre, um das ganze system zu hinterfragen"
March 27, 2026
Das war leider nicht ganz das, was ich erwartet habe. Wenn man sich schon ein, zwei Mal mit Armut und Klassismus auseinandergesetzt hat, dann steckt hier mMn nicht mehr viel Neues drin.
Das Buch beschreibt vor allem Miriam Davoudvandis Aufwachsen in Armut und welche Auswirkungen das bitte heute auf sie hat. Sie schreibt dabei sehr anschaulich in klarer, einfacher Sprache, bleibt aber eben auch nur an der Oberfläche. Strukturen und (intersektionale) Zusammenhänge werden zwar angedeutet, aber selten weiter ausgeführt, der soziologische Unterbau ist relativ dünn. Das fand ich persönlich schade, führt aber vermutlich auch dazu, dass das Buch sehr zugänglich ist und möglichst viele Menschen erreichen kann.
Für alle, die sich durch das Buch gesehen fühlen und als weitere Perspektive ist es auf jeden Fall wertvoll! Und für Menschen, die sich noch nie mit Armut und Klassismus auseinandergesetzt haben (weil sie es nicht mussten), sicherlich sehr augenöffnend.
Als Einstieg in das Thema also super! Als Vertiefung eher nicht.
Das Buch beschreibt vor allem Miriam Davoudvandis Aufwachsen in Armut und welche Auswirkungen das bitte heute auf sie hat. Sie schreibt dabei sehr anschaulich in klarer, einfacher Sprache, bleibt aber eben auch nur an der Oberfläche. Strukturen und (intersektionale) Zusammenhänge werden zwar angedeutet, aber selten weiter ausgeführt, der soziologische Unterbau ist relativ dünn. Das fand ich persönlich schade, führt aber vermutlich auch dazu, dass das Buch sehr zugänglich ist und möglichst viele Menschen erreichen kann.
Für alle, die sich durch das Buch gesehen fühlen und als weitere Perspektive ist es auf jeden Fall wertvoll! Und für Menschen, die sich noch nie mit Armut und Klassismus auseinandergesetzt haben (weil sie es nicht mussten), sicherlich sehr augenöffnend.
Als Einstieg in das Thema also super! Als Vertiefung eher nicht.
April 10, 2026
»Wenn man aufsteigt, tauscht man etwas von der Scham in Schuld ein, und sie wird zum ständigen Begleiter.«
March 17, 2026
In diesem Buch werden durch persönliche Einblicke und Erfahrungen so viele Facetten der Armut oder des Armseins gezeigt und deutlich gemacht, auf welchen unterschiedliche Ebenen sie einen prägen können. Das Kapitel über den Fernseher und welche Bedeutung der kulturellen Teilhabe er in einem armen Haushalt spielt, geht mir nicht aus dem Kopf. Genau so wie das beschriebene Schamgefühl, dass man nicht will, dass Leute sehen, wie es bei einem zu Hause aussieht. Oder was das alles im Kopf von einem macht. Dieses Buch berührt einen. Und ehrlich, stellenweise hat es mich so traurig gemacht.
Die Mischung aus persönlichen Berichten, dem eigenen Leben, popkulturellen Einordnungen und wissenschaftlichen Belegen macht dieses Buch so gut lesbar und nachvollziehbar. Wenn du Armut erlebst oder erlebt hast, kannst du dich identifizieren. Wenn du aus einer Familie ohne große Geldprobleme kommst oder Armut nicht so wie Miriam erlebt hast, gibt sie dir extrem wertvolle Perspektiven und zeigt, wie arm sein dich shaped und prägt. Ein Leben lang, auch wenn du es „raus geschafft“ hast. Und diese Schuld die man immer mit sich rumschleppt.
Armut hat System, Armut raubt dir Zeit und Armut wird durch das kapitalistische System, in dem wir Leben und durch dieses System gesellschaftlich konstruiert. Das schafft dieses Buch deutlich zu machen.
Sollten auf jeden Fall alle lesen, in my humble opinion.
Die Mischung aus persönlichen Berichten, dem eigenen Leben, popkulturellen Einordnungen und wissenschaftlichen Belegen macht dieses Buch so gut lesbar und nachvollziehbar. Wenn du Armut erlebst oder erlebt hast, kannst du dich identifizieren. Wenn du aus einer Familie ohne große Geldprobleme kommst oder Armut nicht so wie Miriam erlebt hast, gibt sie dir extrem wertvolle Perspektiven und zeigt, wie arm sein dich shaped und prägt. Ein Leben lang, auch wenn du es „raus geschafft“ hast. Und diese Schuld die man immer mit sich rumschleppt.
Armut hat System, Armut raubt dir Zeit und Armut wird durch das kapitalistische System, in dem wir Leben und durch dieses System gesellschaftlich konstruiert. Das schafft dieses Buch deutlich zu machen.
Sollten auf jeden Fall alle lesen, in my humble opinion.
August 26, 2026
Ich muss gestehen, dieses Buch lässt mich ein bisschen ratlos zurück. Nicht weil ich die Problematik von Klassenunterschieden nicht begreife oder anzweifele (tue ich ganz und gar nicht), sondern weil dieser Text nur so gespickt ist mit teilweise merkwürdigen Verallgemeinerungen.
Es bestehen für mich keine Zweifel, dass die Autorin hier einen großen Leidensdruck schildert und dafür hat sie meine Sympathie. Aber es fließen immer wieder Aussagen ein, die man so nicht als universell stehen lassen kann. Mir war nicht so wirklich klar, ab wann man laut Miriam Davoudvandi als reich eingestuft wird. Welche Vorstellungen sie von Leben der Reichen hat ist stellenweise wahnsinnig stereotyp.
Manche ihrer Probleme waren für mich auch nicht unbedingt auf Armut zurückzuführen. Ich war selbst an einer Uni, die meisten sind im ersten Semester erstmal lost, als ob alle außer ihr sich schon von Anfang a super auskennen. Selbstständig in Deutschland zu sein kann kompliziert sein, aber das ist es für die meisten. Bestimmte Probleme sind statistisch sicherlich auch auf Armut zurückzuführen, aber nicht exklusiv dafür. Und so Aussagen wie “Reiche Kinder schauen KiKa, arme Super-Rtl”….ich weiß nicht….
So gesehen kann man sagen, dass man hier eine Perspektive auf Armut bekommt, die sich aber als allgemeingültig in Szene setzt. Für mich wirkte es sehr aus der Emotion heraus geschrieben. Als wirkliche Analyse finde ich es zu unsachlich und weiß nicht so wirklich was ich damit anfangen soll.
Es bestehen für mich keine Zweifel, dass die Autorin hier einen großen Leidensdruck schildert und dafür hat sie meine Sympathie. Aber es fließen immer wieder Aussagen ein, die man so nicht als universell stehen lassen kann. Mir war nicht so wirklich klar, ab wann man laut Miriam Davoudvandi als reich eingestuft wird. Welche Vorstellungen sie von Leben der Reichen hat ist stellenweise wahnsinnig stereotyp.
Manche ihrer Probleme waren für mich auch nicht unbedingt auf Armut zurückzuführen. Ich war selbst an einer Uni, die meisten sind im ersten Semester erstmal lost, als ob alle außer ihr sich schon von Anfang a super auskennen. Selbstständig in Deutschland zu sein kann kompliziert sein, aber das ist es für die meisten. Bestimmte Probleme sind statistisch sicherlich auch auf Armut zurückzuführen, aber nicht exklusiv dafür. Und so Aussagen wie “Reiche Kinder schauen KiKa, arme Super-Rtl”….ich weiß nicht….
So gesehen kann man sagen, dass man hier eine Perspektive auf Armut bekommt, die sich aber als allgemeingültig in Szene setzt. Für mich wirkte es sehr aus der Emotion heraus geschrieben. Als wirkliche Analyse finde ich es zu unsachlich und weiß nicht so wirklich was ich damit anfangen soll.
June 22, 2026
Tolles Hörbuch! Ich fand es total kurzweilig und spannend. Ich habe es wirklich gerne gehört.
Gleichzeitig war es an vielen Stellen extrem unbequem, weil mir dadurch auch nochmal so richtig bewusst wurde, wie privilegiert ich aufgewachsen bin. Fast alles, was Miriam Davoudvandi erzählt, war mir fremd, weil ich das große Glück hatte, in eine Familie geboren zu werden, in der Unterstützung immer selbstverständlich war. „Das können wir uns nicht leisten“ - ein Satz den ich eigentlich nie von meinen Eltern gehört habe. Das hat mich sehr nachdenklich und auch traurig gemacht. Ich bin sehr dankbar für diesen Einblick!!!
Ich fand es auch ganz toll, wie offen und ehrlich sie erzählt :) auch von Dingen, die lange versteckt wurden und für die sie sich geschämt hat. Sehr mutige, sehr kluge Frau 🧡
Gleichzeitig war es an vielen Stellen extrem unbequem, weil mir dadurch auch nochmal so richtig bewusst wurde, wie privilegiert ich aufgewachsen bin. Fast alles, was Miriam Davoudvandi erzählt, war mir fremd, weil ich das große Glück hatte, in eine Familie geboren zu werden, in der Unterstützung immer selbstverständlich war. „Das können wir uns nicht leisten“ - ein Satz den ich eigentlich nie von meinen Eltern gehört habe. Das hat mich sehr nachdenklich und auch traurig gemacht. Ich bin sehr dankbar für diesen Einblick!!!
Ich fand es auch ganz toll, wie offen und ehrlich sie erzählt :) auch von Dingen, die lange versteckt wurden und für die sie sich geschämt hat. Sehr mutige, sehr kluge Frau 🧡
April 13, 2026
Maehhhh ich bin gespalten und tue mich ganz doll schwer mit der Review. Auf der einen Seite finde das Miriams Perspektive super wichtig für eine Auseinandersetzung aktueller sozialpolitischer Debatten in Deutschland ist und ich war oft berührt und beeindruckt von ihrer Geschichte. Auf der anderen Seite hat mir eine konkrete Kritik an deutscher Politik im Umgang mit Armut oft gefehlt und ist mir nicht weit genug gegangen. Mehrmals waren Kapitel für mich überraschend früh beendet und ich hätte mir gewünscht das saloppe Thesen über die eigene Perspektive hinaus ausgeführt werden, I mean der Untertitel ist ja „was es bedeutet in Deutschland arm zu sein“. Das kam mir etwas kurz :/// Dennoch 4/5 weil ich glaube dass das Buch einen großen gesellschaftlichen Nährwert haben kann und von (wohlhabenden) Leuten gelesen werden sollte.
March 19, 2026
wenn ich jede stelle wo ich schmerzlichst mitfühlen konnte oder eigene ähnliche erfahrungen erkannte, markieren würde, wären 70% des buches neongelb.
danke für deinen mut und deine ehrlichkeit miriam
danke für deinen mut und deine ehrlichkeit miriam
July 11, 2026
Miriam Davoudvandi erzählt anhand ihrer eigenen Familiengeschichte, inwiefern sich Armut auf das Aufwachsen und die Zukunftsperspektiven von jungen Menschen auswirken kann. Besonders wütend machte mich, dass Davoudvandis Grundschullehrerin ihr keine Empfehlung für das Gymnasium erteilen wollte, obwohl sie Klassenbeste war. Sie sollte auf die Hauptschule gehen, da sei sie unter ihresgleichen. Unfassbar. Ich bin selbst in einer Arbeiterfamilie mit vergleichsweise geringem Einkommen aufgewachsen und konnte an einigen Stellen nicken (will mein Aufwachsen aber keinesfalls mit dem von Davoudvandi vergleichen, zumal sie wesentlich jünger ist als ich). Andere Dinge waren für mich durchaus normal, doch wie die Autorin wichtigerweise konstatiert, Armut ist relativ und zunächst einigermaßen normal erscheinende Dinge sind deswegen noch lange nicht richtig.
April 2, 2026
ich glaube ich habe noch nie in meinem leben so viele zeilen eines buches unterstrichen. hat so viele wunden geheilt 🫂
April 4, 2026
wow so schnell durchgelesen, weil es einfach so klar, empathisch und berührend ist. schnellstens ran an die buletten, sarah!
July 12, 2026
nachdem mein bf ENDLICH fertig gelesen und es mir geliehen hat, habe ich das buch in zwei sitzungen durchgelesen. wirklich kurzweilig und relatable an vielen stellen. aber ich bin glaub einfach nicht so ein fan vom genre autobiografie mit kolumnen charakter.
also no judgement, ich kenn mich null aus mit bücher pricing, aber warum kostet das taschenbuch 18€, also mehr als die meisten anderen taschenbücher? ehrliche frage, kann mir das jemand erklären?
also no judgement, ich kenn mich null aus mit bücher pricing, aber warum kostet das taschenbuch 18€, also mehr als die meisten anderen taschenbücher? ehrliche frage, kann mir das jemand erklären?
April 2, 2026
sehr GEfühlt
April 28, 2026
ganz große Empfehlung!!
July 22, 2026
Hab’s sehr gefühlt und mein eigenes Aufwachsen mit wenig Geld in vielen Kapiteln wiedererkannt. Vor allem das Kapitel zu Armut und Studium und das zu Armut und (psychischer) Gesundheit haben mich sehr berührt. Ich wünschte, jedes möchtegern woke, überprivileglierte Akademikerkind wäre gezwungen dieses Buch zu lesen. F*ckt euch alle :)
June 8, 2026
große (hör)buchempfehlung, hat mich sehr berührt, vor allem das kapitel armut & beziehungen ❤️
March 21, 2026
Viel Liebe für diesen ehrlichen Einblick ❤️🩹
April 26, 2026
Jedes Kapital hat so stark mit mir resoniert, es war fast schon gruselig. Ich hab diese Geschichte schon einmal geteilt und sie fasst perfekt zusammen was es bedeutet als Kind in Armut aufzuwachsen:
Ich bin erste Generation Flüchtlingskind. Ich erinner mich noch sehr bildlich an das Asylheim in dem meine Eltern und ich lebten. Später kam meine kleine Schwester dazu. Zu viert in einem Raum. Die erste Sozialwohnung sah nicht anders aus. Jeden Sonntag wuselten wir durch die gespendeten Klamotten, es gibt sogar ein Foto von mir in roten Plüschpumps (warum spendet man sowas). Armut war ein Teil unseres Lebens seitdem ich meinen ersten Atemzug nahm. Nach der Trennung meiner Eltern zogen wir um. Es gab ein kleines Fest auf dem Schulhof und da war auch ein Glasbläser der kleine Tiere aus Glas verkaufte. Meine 2 Schwestern und ich starrten alles an, sowas hatten wir noch nie zuvor gesehen. Nach langem betteln überredeten wir meinen Vater uns doch einen kleinen Glasschwan zu kaufen, den würden wir uns zu dritt brav teilen. Man konnte Wasser einfüllen und wenn man das besondere Papier reinlegte verfärbte sich das Wasser und der Schwan würde die Farbe demnach annehmen. 15€ kostete das kleine Ding und mein Vater kaufte es uns. Zu Hause angekommen haben wir ganz aufgeregt den Schwan mit Wasser gefüllt, aber das Wasser war wohl zu warm und der Schwan zersprang in meinen Händen. Ich fing an zu weinen, ich weinte vom tiefsten Herzen das komplett zersprungen war, wie der kleine Schwan. Ich weinte aber nicht um ihn, ich weinte darum dass mein Vater, der jeden Tag über 14 Stunden arbeitete sein Geld verschwendet hat. Ich weinte vor Schuldgefühlen und vor Mitleid gegenüber meinen Eltern, die so hart dafür gearbeitet haben um diesen Schwan zu kaufen, nur damit er zerbrach. Ich weinte eine Woche lang und ging die Supermärkte durch um zu schauen ob jemand seinen Euro im Einkaufswagen vergessen hat um den Schwan meinen Eltern zurückzuzahlen.
Es gibt viele Erinnerungen in meinem Leben wie die hier, aber diese prägte mich damals sehr. Arm sein prägt dein gesamtes Leben, deine Gesundheit und deinen mentalen Zustand.
Ich wünschte mir in manchen Punkten wäre sie bisschen tiefer gegangen, aber ich glaube so war es sehr leicht zugänglich für alle.
Ich bin erste Generation Flüchtlingskind. Ich erinner mich noch sehr bildlich an das Asylheim in dem meine Eltern und ich lebten. Später kam meine kleine Schwester dazu. Zu viert in einem Raum. Die erste Sozialwohnung sah nicht anders aus. Jeden Sonntag wuselten wir durch die gespendeten Klamotten, es gibt sogar ein Foto von mir in roten Plüschpumps (warum spendet man sowas). Armut war ein Teil unseres Lebens seitdem ich meinen ersten Atemzug nahm. Nach der Trennung meiner Eltern zogen wir um. Es gab ein kleines Fest auf dem Schulhof und da war auch ein Glasbläser der kleine Tiere aus Glas verkaufte. Meine 2 Schwestern und ich starrten alles an, sowas hatten wir noch nie zuvor gesehen. Nach langem betteln überredeten wir meinen Vater uns doch einen kleinen Glasschwan zu kaufen, den würden wir uns zu dritt brav teilen. Man konnte Wasser einfüllen und wenn man das besondere Papier reinlegte verfärbte sich das Wasser und der Schwan würde die Farbe demnach annehmen. 15€ kostete das kleine Ding und mein Vater kaufte es uns. Zu Hause angekommen haben wir ganz aufgeregt den Schwan mit Wasser gefüllt, aber das Wasser war wohl zu warm und der Schwan zersprang in meinen Händen. Ich fing an zu weinen, ich weinte vom tiefsten Herzen das komplett zersprungen war, wie der kleine Schwan. Ich weinte aber nicht um ihn, ich weinte darum dass mein Vater, der jeden Tag über 14 Stunden arbeitete sein Geld verschwendet hat. Ich weinte vor Schuldgefühlen und vor Mitleid gegenüber meinen Eltern, die so hart dafür gearbeitet haben um diesen Schwan zu kaufen, nur damit er zerbrach. Ich weinte eine Woche lang und ging die Supermärkte durch um zu schauen ob jemand seinen Euro im Einkaufswagen vergessen hat um den Schwan meinen Eltern zurückzuzahlen.
Es gibt viele Erinnerungen in meinem Leben wie die hier, aber diese prägte mich damals sehr. Arm sein prägt dein gesamtes Leben, deine Gesundheit und deinen mentalen Zustand.
Ich wünschte mir in manchen Punkten wäre sie bisschen tiefer gegangen, aber ich glaube so war es sehr leicht zugänglich für alle.
April 1, 2026
„Armut schränkt nicht nur extrem ein, sondern kann einen mal langsam, mal schnell töten.“
„Arme Menschen denken, ihre Geschichten seien nicht erzählenswert, weil: Wo bleibt das Happy End? Aber Armut ist ein Spektrum und jede einzelne Geschichte verdient es, gehört zu werden, nicht erst, wenn jemand entweder aufgestiegen oder vor Armut verhungert ist.“
„Armut hat ein System.“
Miriam Davoudvandi erzählt in „Das können wir uns nicht leisten“ ihre persönliche Geschichte vom Aufwachsen in, erst Rumänien, dann Deutschland und gibt tiefe Einblicke in was es bedeutet, arm zu sein und arm aufzuwachsen. Das Buch ist in mehrere Abschnitte unterteilt und beleuchtet so die verschiedenen Facetten des arm seins: Geburt, Wohnen, Schule, Freizeit, Essen, Aussehen, (psychische) Gesundheit, Beziehungen und mehr. In zugänglicher und angenehmer Sprache schreibt sie über das Versagen des Systems, das Gefühl von Scham, das sie und ihre Familie begleitet, über Aufstieg, das Gefühl nicht dazuzugehören, über Victory-Schuhe, die Bedeutung von Fernsehern, unerfüllbare Träume und Wünsche, oder auch die Auswirkungen des vielen harten Arbeitens auf Körper und Psyche. Es ist ein Buch, das kein Blatt vor den Mundnimmt und schamlos (as it should) das Versagen des (deutschen) Staates aufzeigt und kritisiert.
Für mich war dies ein Buch, das mir sehr nahe geht. Ich habe mich und mein Aufwachsen in einigen Geschichten wiederentdeckt (natürlich auf andere Weise, denn alle Leben sind unterschiedlich): seien es die second-hand Klamotten, nur bei Penny, Aldi etc. einkaufen gehen, selbstgebrannte CDs und DVDs, beim Übersetzen von irgendwelchen Amtlichen Unterlagen in viel zu jungem Alter helfen, der Fernseher, das nicht dazu gehören durch nicht vorhandene Klamotten, Krankheit, usw. Ich habe es sehr gerne und erstaunlich schnell gelesen, da ich es nicht aus den Händen legen konnte/wollte.
„Das können wir uns nicht leisten“ möchte ich vom ganzen Herzen empfehlen, es ist ein unglaublich wichtiges Buch, das alle lesen und verschenken sollten.
„Arme Menschen denken, ihre Geschichten seien nicht erzählenswert, weil: Wo bleibt das Happy End? Aber Armut ist ein Spektrum und jede einzelne Geschichte verdient es, gehört zu werden, nicht erst, wenn jemand entweder aufgestiegen oder vor Armut verhungert ist.“
„Armut hat ein System.“
Miriam Davoudvandi erzählt in „Das können wir uns nicht leisten“ ihre persönliche Geschichte vom Aufwachsen in, erst Rumänien, dann Deutschland und gibt tiefe Einblicke in was es bedeutet, arm zu sein und arm aufzuwachsen. Das Buch ist in mehrere Abschnitte unterteilt und beleuchtet so die verschiedenen Facetten des arm seins: Geburt, Wohnen, Schule, Freizeit, Essen, Aussehen, (psychische) Gesundheit, Beziehungen und mehr. In zugänglicher und angenehmer Sprache schreibt sie über das Versagen des Systems, das Gefühl von Scham, das sie und ihre Familie begleitet, über Aufstieg, das Gefühl nicht dazuzugehören, über Victory-Schuhe, die Bedeutung von Fernsehern, unerfüllbare Träume und Wünsche, oder auch die Auswirkungen des vielen harten Arbeitens auf Körper und Psyche. Es ist ein Buch, das kein Blatt vor den Mundnimmt und schamlos (as it should) das Versagen des (deutschen) Staates aufzeigt und kritisiert.
Für mich war dies ein Buch, das mir sehr nahe geht. Ich habe mich und mein Aufwachsen in einigen Geschichten wiederentdeckt (natürlich auf andere Weise, denn alle Leben sind unterschiedlich): seien es die second-hand Klamotten, nur bei Penny, Aldi etc. einkaufen gehen, selbstgebrannte CDs und DVDs, beim Übersetzen von irgendwelchen Amtlichen Unterlagen in viel zu jungem Alter helfen, der Fernseher, das nicht dazu gehören durch nicht vorhandene Klamotten, Krankheit, usw. Ich habe es sehr gerne und erstaunlich schnell gelesen, da ich es nicht aus den Händen legen konnte/wollte.
„Das können wir uns nicht leisten“ möchte ich vom ganzen Herzen empfehlen, es ist ein unglaublich wichtiges Buch, das alle lesen und verschenken sollten.
April 27, 2026
„Aber trotzdem wurde ich das Gefühl nicht los, dass es [meiner Mutter] egal war [wie sie aussah]. Nicht weil sie frei gewesen wäre von den Schönheitsnormen, unter denen wir alle leiden. Sondern weil sie sich längst nicht mehr als Frau sah, sondern als immer funktionierende Arbeiterin und Mutter.“
Danke für dieses wichtige Buch. Es zeigt sehr eindringlich, wie Armut sich durch alle Bereiche des Lebens zieht und sie beeinflusst – von der Geburt bis zum Tod. Vieles hat mich bewegt, einiges kam mir aus meiner eigenen Familiengeschichte bekannt vor. Vielleicht deshalb war manches auch etwas oberflächlich für mich, und ich hätte mir gewünscht, dass das Buch an einigen Stellen noch tiefer geht und weiter über das Erlebte hinausdenkt.
Das Kapitel zu Armut und Psyche hat dabei besonders herausgestochen: Es verbindet persönliches Narrativ gut mit fachlichem Hintergrund, und man merkt, dass das ein Thema ist, mit dem die Autorin sich schon länger intensiv und professionell beschäftigt (- an dieser Stelle Shoutout an den Podcast Danke, gut!).
Gerade dadurch ist das Buch aber auch sehr zugänglich, wahrscheinlich auch für Menschen, deren Lebensrealität eine völlig andere ist und die Armut nur von außen kennen. Ich würde mir wünschen, dass genau diese Menschen es lesen. Denn:
„Sozialer Aufstieg ist fragil. Abstieg hingegen ist sehr einfach. Die Wahrscheinlichkeit, auf der Straße zu landen, ist höher als die Wahrscheinlichkeit, reich zu werden. Abstieg geht manchmal schneller, als man auf dem McDonald's-Spielplatz die Rutsche herunterrutscht.“
Danke für dieses wichtige Buch. Es zeigt sehr eindringlich, wie Armut sich durch alle Bereiche des Lebens zieht und sie beeinflusst – von der Geburt bis zum Tod. Vieles hat mich bewegt, einiges kam mir aus meiner eigenen Familiengeschichte bekannt vor. Vielleicht deshalb war manches auch etwas oberflächlich für mich, und ich hätte mir gewünscht, dass das Buch an einigen Stellen noch tiefer geht und weiter über das Erlebte hinausdenkt.
Das Kapitel zu Armut und Psyche hat dabei besonders herausgestochen: Es verbindet persönliches Narrativ gut mit fachlichem Hintergrund, und man merkt, dass das ein Thema ist, mit dem die Autorin sich schon länger intensiv und professionell beschäftigt (- an dieser Stelle Shoutout an den Podcast Danke, gut!).
Gerade dadurch ist das Buch aber auch sehr zugänglich, wahrscheinlich auch für Menschen, deren Lebensrealität eine völlig andere ist und die Armut nur von außen kennen. Ich würde mir wünschen, dass genau diese Menschen es lesen. Denn:
„Sozialer Aufstieg ist fragil. Abstieg hingegen ist sehr einfach. Die Wahrscheinlichkeit, auf der Straße zu landen, ist höher als die Wahrscheinlichkeit, reich zu werden. Abstieg geht manchmal schneller, als man auf dem McDonald's-Spielplatz die Rutsche herunterrutscht.“
May 11, 2026
Aber Armut ist ein Spektrum und jede einzelne Geschichte verdient es, gehört zu werden, nicht erst, wenn jemand entweder aufgestiegen oder vor Armut verhungert ist.
March 22, 2026
„Das können wir uns nicht leisten“ von Miriam Davoudvandi (btb Verlag) hallt immer noch in mir nach.
In elf Kapiteln zeigt die Autorin, wie Armut sich auf ganz unterschiedliche Lebensbereiche auswirkt, wie etwa auf Wohnen, Freizeit oder (psychische) Gesundheit. Dabei verbindet sie persönliche Erfahrungen mit popkulturellen Beobachtungen und wissenschaftlichen Einordnungen. Diese Mischung fand ich richtig gelungen!
Die Ehrlichkeit der Autorin hat mich ganz besonders beeindruckt. Dieses Buch beschönigt nichts, sondern zeigt Armut so, wie sie ist: komplex, belastend und tief im System verankert. Es geht nicht nur um individuelle Lebensrealitäten, sondern auch darum, wie eng Armut mit gesellschaftlichen Strukturen und unserem kapitalistischen System verwoben ist.
In den Medien wird Armut oft verzerrt dargestellt. Viele kennen Formate wie „Armes Deutschland“ oder „Hartz und herzlich“, die häufig auf Sensationsbilder oder stereotype Darstellungen reduzieren. Dieses Buch stellt dem etwas völlig anderes entgegen: eine differenzierte, reflektierte und sehr persönliche Perspektive, die ich so bisher kaum gelesen habe.
Für mich ist dieses Buch eine wichtige, notwendige Stimme, die gehört werden sollte. Es berührt, macht nachdenklich und öffnet den Blick für Lebensrealitäten, die in gesellschaftlichen Debatten viel zu oft übersehen werden.
Ein paar Gedanken und Sätze, die bei mir besonders hängen geblieben sind:
„Die erste Klassenfrage, die ich mir in meinem jungen Leben stellte, war, ob jemand KIKA oder SuperRTL guckte.“
„Der Fernseher war das Tor zur Welt, das uns sonst so oft verschlossen blieb. Fernsehen ist für viele Menschen die einzige Möglichkeit, Kultur barrierefrei zu erleben.“
„[…] Fast Fashion per se zu verteufeln, ist klassistisch. Fast Fashion ist nicht politisch korrekt, aber gerecht – für die Käufer:innen.“
„Dass Armut krank macht, liegt auf der Hand. Ständige Existenzängste, Überarbeitung, chronischer Stress, dauerhafte Anspannung und Alternativlosigkeit schlagen sich auf die Psyche nieder – und auf den Körper.“
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In elf Kapiteln zeigt die Autorin, wie Armut sich auf ganz unterschiedliche Lebensbereiche auswirkt, wie etwa auf Wohnen, Freizeit oder (psychische) Gesundheit. Dabei verbindet sie persönliche Erfahrungen mit popkulturellen Beobachtungen und wissenschaftlichen Einordnungen. Diese Mischung fand ich richtig gelungen!
Die Ehrlichkeit der Autorin hat mich ganz besonders beeindruckt. Dieses Buch beschönigt nichts, sondern zeigt Armut so, wie sie ist: komplex, belastend und tief im System verankert. Es geht nicht nur um individuelle Lebensrealitäten, sondern auch darum, wie eng Armut mit gesellschaftlichen Strukturen und unserem kapitalistischen System verwoben ist.
In den Medien wird Armut oft verzerrt dargestellt. Viele kennen Formate wie „Armes Deutschland“ oder „Hartz und herzlich“, die häufig auf Sensationsbilder oder stereotype Darstellungen reduzieren. Dieses Buch stellt dem etwas völlig anderes entgegen: eine differenzierte, reflektierte und sehr persönliche Perspektive, die ich so bisher kaum gelesen habe.
Für mich ist dieses Buch eine wichtige, notwendige Stimme, die gehört werden sollte. Es berührt, macht nachdenklich und öffnet den Blick für Lebensrealitäten, die in gesellschaftlichen Debatten viel zu oft übersehen werden.
Ein paar Gedanken und Sätze, die bei mir besonders hängen geblieben sind:
„Die erste Klassenfrage, die ich mir in meinem jungen Leben stellte, war, ob jemand KIKA oder SuperRTL guckte.“
„Der Fernseher war das Tor zur Welt, das uns sonst so oft verschlossen blieb. Fernsehen ist für viele Menschen die einzige Möglichkeit, Kultur barrierefrei zu erleben.“
„[…] Fast Fashion per se zu verteufeln, ist klassistisch. Fast Fashion ist nicht politisch korrekt, aber gerecht – für die Käufer:innen.“
„Dass Armut krank macht, liegt auf der Hand. Ständige Existenzängste, Überarbeitung, chronischer Stress, dauerhafte Anspannung und Alternativlosigkeit schlagen sich auf die Psyche nieder – und auf den Körper.“
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April 7, 2026
Das ist so ein schönes Buch. Hab geweint, gelacht und gefühlt.
July 6, 2026
Sehr wichtiges Buch, ich habe mich an vielen Stellen tatsächlich sehr gesehen gefühlt.
April 13, 2026
4.75 🌟 // „das können wir uns nicht leisten“ macht auf eindrückliche und zugängliche art klar, was hinter zahlen und statistiken steht und worum bzw um wen es tatsächlich geht, wenn wir in deutschland über armut sprechen. die autorin unterteilt ihre aufarbeitung in all die lebensbereiche, in die armut vordringt und die von armut bestimmt werden (alle).
im gegensatz zu anderen büchern über armut ist dieses nicht vor voyeurismus triefend, sondern einfühlsam, ehrlich, charmant und beeindruckend. miriam davoudvandi hat hier mmn etwas großartiges verfasst!
große empfehlung, lest es alle!
im gegensatz zu anderen büchern über armut ist dieses nicht vor voyeurismus triefend, sondern einfühlsam, ehrlich, charmant und beeindruckend. miriam davoudvandi hat hier mmn etwas großartiges verfasst!
große empfehlung, lest es alle!
May 24, 2026
4.5⭐️ Diejenigen, die nie Geldsorgen hatten, die lernen hier zu verstehen, wie es ist Existenzängste zu haben. Das Buch thematisiert soziale Ungleichheit, Klassismus und Rassismus auf eine sehr berührende, ehrliche und authentische Art und Weise. Man fühlt die Gedanken und Gefühle der Autorin sehr.
April 8, 2026
"Jahrelang habe ich mich aus Stolz nie einladen lassen, ich hätte sogar Jeff Bezos ein Eis spendiert, nur um zu demonstrieren, dass ich auf eigenen Beinen stehe".
Nur ein einprägsamer Satz aus dem Buch von Miriam Davoudvandi. Das Klischees und ihre Entstehung aufgreift. Das die Biografie einer jungen Frau mit Migrationshintergrund in Deutschland skizziert, die ihr individuelles Aufwachsen in prekären Lebensverhältnissen immer wieder in Kontext setzt.
Wenig Geld und Bildung? Kaum finanzielle Mittel und dennoch Freizeitvergnügen wahrnehmen? Geht das? Wie gestaltet es sich? Fragen, die keine eindeutigen Antworten erhalten, aber immer wieder mit persönlichen Erlebnissen daherkommen, die Fakten schaffen.
"Cash rules everything around me", wusste schon der Wu-Tang-Clan. Gerade 2026. Kapitalismus als Form von Eskapismus, Flucht aus dem Alltag gelingt nicht zuletzt auch durch eingesetztes Geld. Glücklich allein macht es nicht, wenngleich es Möglichkeiten offeriert. Nicht zuletzt auch, dass Buch von Miriam Davoudvandi lesen zu können – das zugleich nachdenklich macht, aufwühlt und immer wieder auch fürs Schmunzeln sorgt.
Nur ein einprägsamer Satz aus dem Buch von Miriam Davoudvandi. Das Klischees und ihre Entstehung aufgreift. Das die Biografie einer jungen Frau mit Migrationshintergrund in Deutschland skizziert, die ihr individuelles Aufwachsen in prekären Lebensverhältnissen immer wieder in Kontext setzt.
Wenig Geld und Bildung? Kaum finanzielle Mittel und dennoch Freizeitvergnügen wahrnehmen? Geht das? Wie gestaltet es sich? Fragen, die keine eindeutigen Antworten erhalten, aber immer wieder mit persönlichen Erlebnissen daherkommen, die Fakten schaffen.
"Cash rules everything around me", wusste schon der Wu-Tang-Clan. Gerade 2026. Kapitalismus als Form von Eskapismus, Flucht aus dem Alltag gelingt nicht zuletzt auch durch eingesetztes Geld. Glücklich allein macht es nicht, wenngleich es Möglichkeiten offeriert. Nicht zuletzt auch, dass Buch von Miriam Davoudvandi lesen zu können – das zugleich nachdenklich macht, aufwühlt und immer wieder auch fürs Schmunzeln sorgt.
March 22, 2026
10/10 - So viele Sätze, die ich fühlen und in denen ich mich wiedererkennen kann.
"Wenn mein Vater besonderst erschöpft war, saß er noch in seinen Malerklamotten am Esstisch und ermahnt mich: >Du darfst niemals so werden wie ich.<"
"Der Fernseher ist alles für uns: Ablenkung, soziale und politsche Teilhabe, Entertainment, Kulter, Information, Hobby, Familienaktivität, Erziehungsmaßnahme und das Tor zur Welt, das uns so oft verschlossen blieb."
"Dass Armut krank macht, liegt auf der Hand. Ständige Existenzängste, Überarbeitung, chronischer Stress, dauerhafte Anspannung und Alternativlosigkeit schlagen sich auf die Psyche nieder - und auf den Körper."
"Eine gute Psyche für alle schaffen wir nicht mit Achtsamkeitskursen, sondern mit Klassenkampf."
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"Wenn mein Vater besonderst erschöpft war, saß er noch in seinen Malerklamotten am Esstisch und ermahnt mich: >Du darfst niemals so werden wie ich.<"
"Der Fernseher ist alles für uns: Ablenkung, soziale und politsche Teilhabe, Entertainment, Kulter, Information, Hobby, Familienaktivität, Erziehungsmaßnahme und das Tor zur Welt, das uns so oft verschlossen blieb."
"Dass Armut krank macht, liegt auf der Hand. Ständige Existenzängste, Überarbeitung, chronischer Stress, dauerhafte Anspannung und Alternativlosigkeit schlagen sich auf die Psyche nieder - und auf den Körper."
"Eine gute Psyche für alle schaffen wir nicht mit Achtsamkeitskursen, sondern mit Klassenkampf."
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