Gegen Ende der Achtzigerjahre stürzt in einem italienischen Küstenort ein Friedhof ins Meer. Eine Urne, die an den Strand gespült wird, gibt ein Geheimnis Der fünfundzwanzigjährige Pinò erfährt, dass sein Vater vor ihm schon einen anderen Sohn hatte. Als Pinò bewusst wird, dass er immer nur als Ersatz gedacht war, beginnt er die verschwiegene Vergangenheit seines Vaters zu erforschen. Doch dabei riskiert er, dass auch sein eigenes Geheimnis aufgedeckt wird. Die rätselhaften Merkmale seines Körpers drohen ihn zu Sein Bauchnabel fehlt, seine Stimme erzeugt keinen Widerhall, sein Atem hinterlässt in der Kälte keine Spur. Denn Pinò war nicht immer ein Mensch. In »Aus anderem Holz« interpretiert Giuliano Musio den Pinocchio-Stoff neu. Aus der Puppe ist ein junger Mann geworden, aber das Menschsein ist ihm fremd geblieben. Ein Roman über die Last der Herkunft und die Sehnsucht nach Selbstbestimmung.
2. Buch von der Longlist des deutschen Buchpreises 2026. DNF bei 17%.
Habe heute parallel den Agathon von Martin Wieland begonnen (bin bei 25%). Wer Wieland kennt, wird wissen, wie sehr der Mann die Lesernerven strapazieren kann. Ein Buch aus dem 18. Jahrhundert, mit unsäglichen sophistischen Ansprachen eines Hippias, hat mir um Längen mehr zu sagen als dieses Buch. Und das, obwohl "aus anderem Holz" nicht minder heftigen Stoff verhandelt.
Direkt zu beginnt stürzt ein Friedhof ins Meer. Ein Mann springt ins Wasser, um die Urne seines verstorbenen Sohnes zu bergen und kommt fast dabei um. Sein anderer Sohn, der aus Holz gemacht ist und in Fleisch und Blut verwandelt wurde, kümmert sich um ihn und erfährt erst jetzt, dass sein Vater einen Sohn vor ihm hatte. Man besucht das alte Haus, trifft auf Menschen die den verstorbenen Sohn kannten... sehr viel Ballast, emotionale Verwirrung. Einer der weiß, er ist nicht ganz menschlich. Was macht ihn aus? Wie gelingt es ihm sich zwischen echten Menschen zu bewegen und Anerkennung, vielleicht auch Liebe zu erfahren?
All das versackt bisher in einem formalen Bericht, der sich wie eine Vorgangsbeschreibung liest. Extrem kurze Sätze. Schnelle Szenenwechsel. Gerade zu Beginn: hölzerne Schreibweise, die arg das Gerüst durchblicken lässt. Inzwischen kommt mehr Intensität auf, aber bei weitem nicht so, dass mich die Geschichte am Ball hält. Mir ist das stilistisch viel zu flach und einfach gehalten. Ich steh auch überhaupt nicht auf die Symbolik der Heiligenfigur, die inzwischen echt überstrapaziert wird.
Möge es viele Menschen geben, denen du mit deiner Geschichte etwas hinterlässt, lieber Giuliano Musio. Viel Glück beim deutschen Buchpreis!
Es wäre eine Sensation, wenn der Mini-Indieverlag Luftschacht aus Wien, der mehr oder weniger aus einer einzigen Person besteht, sich den Deutschen Buchpreis 2026 unter den Gürtel schnallen würde.
„Aus anderem Holz“ nimmt eine der berühmtesten italienischen Märchenerzählungen als Ausgangspunkt, „Pinocchio“. Carlo Collodi, Autor dieses ausgesprochen weirden pädagogischen Entwicklungsromans, dessen Hauptfigur wirklich jede*r kennt, wurde vor 200 Jahren geboren. Giuliano Musio, selbst schweizerisch-italienischer Herkunft, erzählt von der Zeit nach der Menschwerdung der hölzernen Puppe. „Aus anderem Holz“ würde ich moderner als Coming-Age-Roman bezeichnen und als eine Befreiung von der Schwarzen Pädagogik.
Eine toskanische Kleinstadt im Jahr 1988: ein Friedhof rutscht von einer Klippe, ein alter Mann springt hinterher. Giuseppe „Geppetto“ Fabbri kann gerettet werden, aber er ist ein Pflegefall. Geppetto spricht nicht mehr, sitzt vor dem Fernseher, während sein 25-jähriger Sohn Pinò für ihn sorgt.
Geppetto bewahrt seine Geheimnisse. Aber manche kommen trotzdem ans Licht: so taucht die Urne seines ersten Sohnes Pino mit ihm im Meer auf. Dadurch erfährt Pinò zum ersten Mal von seinem Bruder. Und kann nicht anders, als sich ständig mit ihn zu vergleichen. Pinó, dessen hölzerner Körper vor 13 Jahren durch die Gnade einer katholischen Heiligen zu einem aus Fleisch wurde, fühlt sich steif, hat Schmerzen, hat Angst, diesen menschlichen Körper wieder zu verlieren.
Der Sohn packt seinen Vater ein und zieht mit ihm in den Norden, in das kleine Dorf Faragno in der Nähe von Bergamo. Dort lebte Geppetto einst mit seiner Frau und seinem ersten Sohn. Im Dorf wird Pinò für seinen verstorbenen Bruder gehalten. Äußerlich gleicht er Pinuccio, doch muss er ungewöhnliche Merkmale verbergen, nachdem sein Versuch, die Wahrheit zu sagen, missverstanden wird: Pinòs Stimme erzeugt kein Echo und ihm fehlt ein Bauchnabel. Auch die Dorfbewohner verbergen einige Dinge, während Pinò mit sehr menschlichen Gefühlen ringt: Scham, Selbstekel, Lust.
An Musios Neuerzählung ist nicht viel märchenhaftes: dies ist die Geschichte einer Befreiung, vieler Befreiungen. Wie alle jungen Menschen muss sich Pinò beim Erwachsenwerden mit mächtigen Kräften auseinandersetzen: einem gewalttätigen Vater, den seinem katholischen Glauben inherenten Schuldgefühlen, mit Körperdysmorphie, dem italienischen Faschismus und den Roten Brigaden.
Einige Schwerpunkte, einige Figuren in „Aus anderem Holz" hätte ich mir anders gewichtet gewünscht (die für mich unnötige Misogynie der Rolle der Roberta, die Betonung des Terrorismus von links in einer zutiefst faschistischen Umgebung).
Nach einem fulminanten Einstieg und einer sehr langsam erzählten ersten Hälfte, war ich vom zweiten Teil des Buches, der fast ein bisschen wie ein Mystery-Thriller daherkommt, absolut gefesselt.
Ich bin total überrascht: normalerweise mag ich keine Geschichten, die nicht real sind, aber diese hier hat mich sofort in den Bann gezogen. Pino hat die ersten Jahre seines Lebens in einem Holzkörper verbracht, bis er mit ca. vierzehn Jahren ein Mensch wurde. Als der Friedhof in seinem toskanischen Heimatort ins Meer stürzt, springt oder fällt sein Vater Gepetto hinterher und wird halbtot gefunden. Sein Körper erholt sich, aber mental ist er sehr eingeschränkt und kann nicht mehr reden, sodass Pino ab jetzt für beide sorgen muss. Kurz nach dem Unfall bringt der Pfarrer die Urne seines verstorbenen Bruders vorbei. Da er bis dahin nichts von ihm erfahren hat, begibt er sich auf Spurensuche und landet in einem Dorf in der Nähe von Bergamo. Was er dort findet und wie die Geschichte weitergeht, müsst ihr selbst herausfinden, doch eines sei gesagt, das Buch wird unglaublich spannend.
Giuliano Musio hat das Buch in einer wunderbaren Sprache geschrieben, sodass das Lesen eine wahre Freude ist. Die Geschichte entwickelt einen unglaublichen Sog, sodass man das Buch irgendwann nicht mehr aus der Hand legen kann. Dazu kommt, dass Pino so ein liebenswerter junger Mann ist, eigentlich ja noch Kind, der in einem fünfundzwanzigjährigen Körper wohnt, und das ist so gut beschrieben. Die Geschichte ist mit so viel Liebe erzählt, dass man sie einfach mögen muss.
Gerne spreche ich eine große Leseempfehlung für dieses Buch aus, das eine Mischung aus Gesellschaftsroman und Krimi ist.
Als in einem kleinen italienischen Küstenort ein Felsen mitsamt einem Friedhof ins Meer stürzt, gerät das Leben von Pinò völlig aus den Fugen. Eine angespülte Urne bringt ein lange verborgenes Familiengeheimnis ans Licht: Pinò hatte einen Bruder, der bereits als Kind gestorben ist.
Nach dessen Tod schnitzte Vater Gepetto aus einem Stück Holz eine Puppe, die seinem verstorbenen Sohn Pinuccio verblüffend ähnlich sieht. Doch diese Puppe ist anders. Eines Tages erwacht sie zum Leben und wächst zu einem jungen Mann heran. Nur zwei Dinge erinnern ihn ständig daran, dass er nicht wie die anderen ist: Er hat keinen Bauchnabel und sein Atem hinterlässt bei Kälte keine Spur.
Mit seinem kranken Vater reist der 25-Jährige in das Dorf, in dem Gepetto einst mit seiner Frau und seinem Sohn Pinucchio lebte. Dort möchte er mehr über die Vergangenheit seines Vaters und damit auch über seine eigene Herkunft erfahren. Gleichzeitig begleitet ihn die Angst, dass jemand sein Geheimnis entdecken könnte.
Was für eine wunderbare und ganz eigene Neuinterpretation des Pinocchio-Klassikers!
Ich habe das Buch förmlich verschlungen. Es geht um Herkunft, Identität, Zugehörigkeit und die Sehnsucht, selbst über das eigene Leben bestimmen zu können. Dabei steckt die Geschichte voller Gedanken über das Menschsein, ohne dabei ihre besondere Atmosphäre zu verlieren.
Und auch das Ende hat mich überzeugt. Für mich passt es wunderbar zu dieser außergewöhnlichen Geschichte und lässt noch einmal vieles nachwirken.
Fazit: Ein ungewöhnlicher, kluger und sehr lesenswerter Roman, der mich mit seiner ganz eigenen Geschichte und seinen vielen Gedanken über das Menschsein begeistert hat.
Aus anderem Holz hat mir wirklich gut gefallen. Die Neuinterpretation des Pinocchio-Stoffes fand ich sehr gelungen und vor allem überraschend eigenständig. Besonders spannend war für mich die Geschichte um den „verlorenen Sohn“ und die Frage, warum Pinò überhaupt erschaffen wurde. Dadurch bekommt seine Suche nach seiner Herkunft und seiner eigenen Identität noch einmal eine ganz andere Bedeutung.
Sehr interessant fand ich außerdem die Darstellung des italienischen Dorflebens. Die scheinbare Idylle wird immer wieder durch gesellschaftliche Erwartungen, Kontrolle und die engen Grenzen, in denen sich die Menschen bewegen müssen, durchbrochen. Gerade dieses Spannungsfeld zwischen Gemeinschaft und persönlicher Freiheit hat mir gut gefallen.
Auch Pinòs besondere körperliche Merkmale fand ich eine tolle Idee, weil sie immer wieder daran erinnern, dass er zwar versucht, ein Mensch zu sein, aber eben nicht ganz in diese Welt gehört.
Insgesamt ein tolles, ungewöhnliches Buch und eine wirklich interessante Neuinterpretation eines bekannten Klassikers. Besonders die Themen Herkunft, Identität und der Wunsch nach Selbstbestimmung werden auf eine sehr besondere Weise miteinander verbunden.
"Aus anderem Holz", Longlist Deutscher Buchpreis, ist sowohl eine Nacherzählung als auch eine Weiterspinnung des Pinocchio-Märchens. Der Roman behandelt das Leben der menschgewordenen Puppe und die Probleme und Erwartungen, die das Menschsein mit sich bringt, aber auch inwiefern Pinó daran zerbricht, all dem gerecht zu werden.
Pinó hat Angst aufzufallen. Niemand soll ihm ansehen können, dass er kein richtiger, kein "normaler" Mensch ist. Er möchte nicht ausgegrenzt werden, möchte dazugehören aber kann es nie ganz. Denn er muss mit seinem Leben einen Platz füllen, den er nicht füllen kann: Den des verstorbenen Sohns seines Vaters, der wahre Pinocchio, dessen Nachbild und Ersatz Pinó zuerst als Puppe aber dann als realer Mensch wurde. Wie kann er jemand sein, der er nicht ist? Und je mehr er verzweifelt, desto mehr Geheimnisse seines Vaters, treten ans Tageslicht und Pinó stürzt sich immer weiter in die Lücken seiner Vergangenheit, die er füllen sollte.
Das besondere und auch buchpreiswürdige dieses Romans sind die zwei Ebenen des Romans. Die erste Ebene ist die Erzählung des Lebens Pinós, das von ständigem Anpassen, nicht auffallen und dem scheitern dessen durchzogen ist, ebenso wie der Druck der Erwartungen, die andere, vor allem sein Vater, an ihn haben und hatten ihn als Menschen formen und verändern. Letztendlich fühlt er sich stets fremd, nie als wahrer Mensch, nie so wie andere ihn haben möchten. Die zweite Ebene ist das, was sich aus dieser Handlung übertragen lässt. Wie die Probleme Pinós, so speziell und einzigartig sie auch sein mögen, auf so viele, fast alle Menschen übertragen lassen. Inwiefern uns als Menschen Erwartungen und die Rollen, die uns zugeteilt werden, verändern, formen und letztendlich zurückhalten, die Person zu sein, die wir wirklich sind.
Das und die Spannung, die im Laufe des Romans immer mehr zunimmt, haben das Lesen wirklich einzigartig und unterhaltsam gemacht. Niemals hätte ich gedacht, eine Weiterzählung des Pinocchio-Märchens zu brauchen aber ich bin froh, diese gelesen zu haben. Einzigartig, interessant und spannend.
Und trotzdem hat mir irgendwie eine Kleinigkeit gefehlt. Etwas, das zwischen den Zeilen lag und ich nicht genau beschreiben kann. Es war mir, glaube ich, trotzdem ein wenig zu oberflächlich, was auch für mich der Grund ist, warum ich es nicht in der Shortlist gesehen habe.
Trotzdem natürlich ein super Roman. Den Verlag werde ich jetzt im Auge behalten!
An uninspired, albeit coherently told coming-of-age story that structurally holds up, but feels too familiar to enthuse.
Aus anderem Holz (translates to Made from other wood) and takes us to 1988, where in an Italian seaside town, a cemetery slides into the ocean. Giuseppe „Geppetto“ Fabbri survives, but is barely alive, not able to speak or look after himself anymore. When an urn is washed up on the shore, his twenty-five year old son Pinò discovers that he once had a brother. He begins uncovering his father's past and through the process learns more about himself as well. Because Pinò has not always been a human.
It takes the original tale and uses it to examine identity and the self.Pinocchio might be the most famous chunk of wood in literary history, so readers will be quick to realise that the tale at hand is based on Collidi's pedagogically infused story. Musio takes another approach though — Pinò doesn't struggle as much with lying as Pinocchio, but instead has to figure out what it means to be human. Fully aware that he was turned to flesh (his wooden movements and missing belly button are small signs of his origin), Pinò spends the majority of this novel wondering if it's really worth it.
In parts slow, this novel felt sweet, but failed to leave a mark. The story of Pinocchio feels like a natural blueprint to tell a coming-of-age story, but hasn't this been done before? Guillermo del Toro already breathed life into this little wooden doll and it's not like the source material completely neglects growing pains. Musio takes his time to introduce characters and make them get to know Pinò, whose worries about being found out and rejected feel real and relatable. I just feel like the themes addressed here don't add anything new to the coming-of-age genre and therefore felt satisfyingly told, but never managed to surprise me.
I suppose if you haven't read many books about young folks coming to terms with who they are and figuring out where their place in the world is, this can feel exciting. Too me personally, the feeling of familiarity prevailed.
Interessante Neu-Interpretation, die bei mir leider einfach nicht richtig klicken wollte.
Es geht um eine ernste und immer geheimnisvoller werdende Geschichte rund um den Pinnocchio Stoff und ach man, wie gerne würde ich das Buch mehr mögen.
Pinò lebt als Mensch, nachdem er aus einem Holzscheit befreit wurde und jahrelang als Puppe in der Werkstatt Geppettos sein Dasein fristete. Und man spürt früh in der Geschichte diese Unsicherheit, die ihn konstant umgibt und immer schlimmer wird, desto weniger alles um ihn herum Sinn ergibt, denn er ist ein Ersatz, von dem er lange nicht wusste, dass er einer ist. Nun versucht er die Vergangenheit seines 'Vaters' und dessen ursprünglicher Familie zu entschlüsseln und dabei gibt es eine Menge Gefühle. Schuld und Unsicherheit, aber auch Angst, Wut, Trauer, Enttäuschung und Schock. Alles ist dabei.
Während die erste Hälfte sehr gemächlich startet, bringt die zweite Hälfte durchaus Spannung und den von mir lang erhofften Sog endlich wissen zu wollen, was passiert ist und warum. Aber das kam mir zu spät, und ich kann leider nicht richtig erklären warum oder woran genau es lag. Die kurzen Kapitel mag ich gerne, sie helfen mir dabei mich besser durch ein Buch zu hangeln. Aber in dem Fall waren sie vielleicht sogar etwas zu kurz? Oft empfand ich niemanden als sonderlich sympathisch, was auch daran lag, dass ich zu niemandem, auch nicht zu Pinò, einen richtigen Zugang fand. Ich habe seine Wut verstanden, aber nicht selbst gefühlt.
Das Ende erklärte mir dann immerhin einiges und ein Plottwist hat mich überrascht, womit ich definitiv froh bin, dass ich es beendet habe, aber vermutlich hat die Story einfach nicht ganz meinen Nerv getroffen. 🙂
“Aus anderem Holz” von Giuliano Musio handelt von Pinò - dem erwachsenen und zum Menschen gewordenen Pinocchio. Doch wer er eigentlich ist, darf niemand erfahren. Als er herausfindet, dass sein “Vater” Gepetto vor ihrem bereits einen Sohn hatte, beginnt er, dessen Vergangenheit zu erforschen, und seine Welt gerät ins Wanken.
Die Neuinterpretation des weltbekannten Kinderbuchstoffs hatte mich neugierig gemacht, und Giuliano Musio hat mit dem ungewöhnlichen Ansatz nicht enttäuscht. Anknüpfungspunkte der ursprünglichen Handlung machen es den Lesenden einfach, in die Handlung zu finden, die bereits wortwörtlich mit einem Knall beginnt. Ebenso das Versteckspiel und die Reise in Gepettos früheres Leben fesseln, obwohl mir hier zwischenzeitlich etwas die Luft ausging. Das Figurenensemble um Pinuccios Kindheitsfreundin, den ehemaligen Lehrling Gepettos und dessen aufdringliche, aber hilfsbereite Familie empfand ich als sehr stimmig, ebenso die Bezüge zur Geschichte Italiens bis in die 1980er, was “Aus anderem Holz” nicht nur zu einem Vater-Sohn-/Coming-of-age-Roman, sondern auch zu einer Gesellschaftsanalyse macht. Mein Überraschungstitel in diesem Herbst, den ich ohne die Nominierung für den Deutschen Buchpreis sicher nicht entdeckt hätte und allen Lesenden ans Herz legen kann, die sich für anspruchsvolle Auseinandersetzungen mit der eigenen Vergangenheit und der Familie auseinander setzen möchten und ein paar übernatürliche Elemente zu schätzen wissen.
*Das ebook wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Spannendes Experiment, packte mich bereits auf den ersten Seiten, trotz der mystischen Elemente. Das Dorfleben, das unter der Oberfläche ordentlich brodelt, ist packend und durchaus bedrohlich beschrieben. Der Krimi-Teil in der Mitte war aber eher gar lang und das Ende dann ziemlich konstruiert und überladen. Insgesamt aber sehr gern gelesen. (Bewertung von 3.5 aufgerundet wegen des Covers ;-)