»Unfertige, Herumtreiber, Unzufriedene, Hyperpräzise, Schlaflose, Unversicherte, ohne Plan, weil welcher Plan hätte sie hierhergebracht?« Pariah Dogs ist eine Geschichte von Freundschaft in dunklen Zeiten, vom Straßenverkehr, von Kneipensängern, Trommlern und internationaler Literatur, von südindischen Bars und Fußballstadien, von Diktatoren, Straßenhunden und Champagne Leftists. Politik, Gemeinschaft, Schreiben, letztlich: Glück. In Indien schließt ein Erzähler Freundschaften fürs Leben, mit Menschen, die er vielleicht nie wiedersieht, aber in dieser Novelle besingt.
Wirbel, Politik, Literatur. Und dazwischen, ganz beiläufig, die grossen wahren Sätze. Schmunzeln, mitten ins Herz. Empl beobachtet, spürt dem Zwischenmenschlichen mit einer grandiosen Feinfühligkeit nach. Meine Lieblingskapitel: Es ist, was es nicht ist; Maybe go left; Kerala Fanfiction. Es braucht dringend mehr davon.
Pariah Dogs bietet eine vielschichtige Reise aus miteinander verflochtenen Kurzgeschichten, von denen jede ihren ganz eigenen Rhythmus und ihre eigene Melodie besitzt. Durch eine sprachlich dichte, raffinierte und prägnante Prosa – als gäbe es darin kein einziges überflüssiges Wort – fühlte ich mich augenblicklich in die Szenen hineingezogen; sie ist verspielt und bietet genau das richtige Maß an Zwischenraum, fließenden Übergängen zwischen den Zeiten, intellektueller Tiefe und einem Gefühl von Universalität, das durch Zitate aus sechs bis sieben Sprachen bereichert wird. Ich empfand durch die verschiedenen Orts- und Städtenamen eine Vertrautheit, während mir gleichzeitig scharfsinnige, aufrichtige und authentische innere Stimmen, klare Dialoge und das Sichtbarwerden politischer Realitäten durch deren Auswirkungen auf das Leben der Figuren präsentiert wurden. Durch Empls Perspektive, die die alltäglichen Momente des Lebens vertieft, fand ich mich mal in tiefen emotionalen Wellen, mal über den Humor lachend, meistens jedoch mit einem breiten Lächeln im Gesicht wieder. Es hat mir gezeigt, dass es konventioneller ist, den Satz „es ist was es ist“ zu akzeptieren, als den Satz „es ist nicht was es nicht“.
Ich bin dem Buch begegnet, als ich anfing, die deutsche Sprache wirklich zu genießen; es war ein Glück für mich. Ich hoffe für die LeserInnen, dass sie eines Tages die Gelegenheit haben werden, Empl bei einer Veranstaltung aus seinem Buch lesen und singen zu hören.
PS: Lass uns auch über die Schönheit des Buchcovers sprechen.