What do you think?


Hairy Queen
Eine mitreißende Kulturgeschichte der Haare und ein empowerndes Manifest für ihre Zukunft.
Franziska Setare Koohestani bezeichnet sich selbst als »Hairy Queen«. Und zwar nicht nur, weil sie seit jeher mit starkem Haarwuchs zu kämpfen hat, sondern weil sie erhobenen Hauptes aus diesem Kampf hervortritt. Schon in der Grundschule schickten ihre iranischen Tanten ihr Bleichcreme nach Deutschland, um den Oberlippenbart zu beseitigen. Seitdem folgten etliche Versuche sowohl der Haarentfernung als auch der Haarwuchs-Akzeptanz. Heute weiß Franziska Setare Unser Umgang mit Körperbehaarung hat wenig mit Hygiene und Körperpflege zu tun, sondern vielmehr mit den patriarchalen, rassistischen und kapitalistischen Normen, die unsere Gesellschaft internalisiert hat. Ausgehend von historischen, kulturellen und medizinischen Quellen sowie persönlichen Erfahrungen erklärt sie, warum Körperbehaarung politisch ist, und weist den Weg in eine Welt, in der Hairy Queens das Sagen haben und wir mit unserem Körperhaar endlich so umgehen können wie mit selbstbewusst, spielerisch und kreativ. Cause Baby, we were born this way.
Franziska Setare Koohestani bezeichnet sich selbst als »Hairy Queen«. Und zwar nicht nur, weil sie seit jeher mit starkem Haarwuchs zu kämpfen hat, sondern weil sie erhobenen Hauptes aus diesem Kampf hervortritt. Schon in der Grundschule schickten ihre iranischen Tanten ihr Bleichcreme nach Deutschland, um den Oberlippenbart zu beseitigen. Seitdem folgten etliche Versuche sowohl der Haarentfernung als auch der Haarwuchs-Akzeptanz. Heute weiß Franziska Setare Unser Umgang mit Körperbehaarung hat wenig mit Hygiene und Körperpflege zu tun, sondern vielmehr mit den patriarchalen, rassistischen und kapitalistischen Normen, die unsere Gesellschaft internalisiert hat. Ausgehend von historischen, kulturellen und medizinischen Quellen sowie persönlichen Erfahrungen erklärt sie, warum Körperbehaarung politisch ist, und weist den Weg in eine Welt, in der Hairy Queens das Sagen haben und wir mit unserem Körperhaar endlich so umgehen können wie mit selbstbewusst, spielerisch und kreativ. Cause Baby, we were born this way.
288 pages, Paperback
Published February 29, 2024
Ratings & Reviews
Friends & Following
Create a free account to discover what your friends think of this book!
Community Reviews
Displaying 1 - 30 of 34 reviews
April 26, 2024
Ein wichtiges Buch über Körperbehaarung, welches meinem jungen Ich gut getan hätte. Durch die vielen "lieb gemeinten" Kommentare meiner damaligen blonden Freundinnen und dem straight up bullying anderer Mitschüler*innen habe auch ich früh gelernt mich für meine Körperbehaarung zu schämen. Die Schmerzen, die die meisten Haarentfernungsmethoden verursachen sind nichts gegen den Schmerz der Scham damals. Heutzutage bin ich zum Glück reflektiert und kann differenzieren, dass meine Härchen am Arm meinen Wert als Mensch und cis Frau nicht reduzieren und mich die Tatsache, dass ich eine Laserbehandlung für meine Achseln durchgeführt habe nicht weniger zu einer Feministin macht. Danke für dieses Buch! 💚
March 27, 2025
Franziska Setare Koohestani bezeichnet sich selbst als „Hairy Queen“. Ihr Leben lang hat sie gegen ihre eigene starke Körperbehaarung angekämpft, um mit diesem feministischen Manifest den Gründen für diesen Krieg gegen ein natürliches Element ihres Körpers, das einen gesellschaftlichen, strukturellen Kampf spiegelt, nachzugehen. Wie viel freier Wille steckt wirklich hinter unserer Obsession mit der Entfernung von Körperhaaren?
Körperbehaarung ist politisch, weil der gesellschaftliche Umgang mit Körperbehaarung antifeministisch, rassistisch und im Kapitalismus profitabel ist.
Aus ihrer persönlichen Geschichte heraus erzählt die Autorin eine fesselnde Kulturgeschichte der Behaarung und der Haarentfernung, inklusive obskurer Facts, die eins auf der nächsten Party verbreiten kann. Oder wusstet Ihr, dass dieselben Bakterien unter den Achseln leben, die auch die Löcher im Emmentaler verursachen? Dass die Monobraue im alten Griechenland als besonders weise galt?
We're all born naked and the rest is drag.
Besser als Özge Inan kann ich es nicht ausdrücken: „Würde jedes Schönheitsideal so analytisch und unterhaltsam auseinandergepflückt wie glatte Haut in 'Hairy Queen', sähe es für viele Industrien schlecht aus. Ein Buch, das man mit einer Zeitreise seinem jüngeren Ich um die Ohren hauen will.“
„Hairy Queen“ ist auch ein wirklich exzellenter Einstieg in intersektionalen, antikapitalistischen Feminismus!
Körperbehaarung ist politisch, weil der gesellschaftliche Umgang mit Körperbehaarung antifeministisch, rassistisch und im Kapitalismus profitabel ist.
Aus ihrer persönlichen Geschichte heraus erzählt die Autorin eine fesselnde Kulturgeschichte der Behaarung und der Haarentfernung, inklusive obskurer Facts, die eins auf der nächsten Party verbreiten kann. Oder wusstet Ihr, dass dieselben Bakterien unter den Achseln leben, die auch die Löcher im Emmentaler verursachen? Dass die Monobraue im alten Griechenland als besonders weise galt?
We're all born naked and the rest is drag.
Besser als Özge Inan kann ich es nicht ausdrücken: „Würde jedes Schönheitsideal so analytisch und unterhaltsam auseinandergepflückt wie glatte Haut in 'Hairy Queen', sähe es für viele Industrien schlecht aus. Ein Buch, das man mit einer Zeitreise seinem jüngeren Ich um die Ohren hauen will.“
„Hairy Queen“ ist auch ein wirklich exzellenter Einstieg in intersektionalen, antikapitalistischen Feminismus!
November 4, 2024
Absolute Leseempfehlung! Das Buch setzt sich aus einer intersektionalen Perspektive mit dem Thema Körperbehaarung auseinander. Neben biologischen Fakten geht die Autorin vor allem auch auf die Rolle des Kapitalismus, des Rassismus und Geschlechterrollen ein. Von GNTM-Anekdoten bis hin zu Wissenschaftstheorien bietet dieses Buch wirklich alles, was das Leser*innenherz höher schlagen lässt. Während der Fokus zwar auf Hairy Queens liegt, werden auch hairy Kings und hairy nonbinary Royalties sowie trans* Perspektiven miteingebunden. Von vorne bis hinten durchdacht!
March 30, 2024
Schon in meinen Jugendjahren fragte ich mich, weshalb es für Jungs ok ist, ellenlange Achselhaare zu haben, während Mädchen ständig rasieren müssen. Doch ich liess den Gedanken bleiben - manche Dinge sind halt so, wie sie sind.
Erst seit ich mich mehr mit unserer Gesellschaft, Schönheitsidealen und feministischem Gedankengut auseinandersetze, kam diese Frage zurück. Und just in diesem Augenblick stiess ich auf Franziska Setare Koohestanis Buch "Hairy Queen". Dank NetGalley durfte ich das Buch sogar umgehend lesen.
Koohestani erzählt viel von ihrer eigenen Lebenserfahrung, die sehr viel Leid und Schmerz beinhaltet. Aber auch von ihrem Weg aus diesem Teufelskreis heraus. Sie erklärt uns, weshalb Körperbehaarung politisch ist und beantwortete so auch meine eingangs gestellte Frage.
Auf den ersten Blick mögen Haare, in welcher Form auch immer, belanglos wirken. Aber das Gegenteil ist der Fall. Haare sind brisant und können rasch zu einem Streitthema werden. Die glatte, weiblich gelesene Haut ist tief in unserer Gesellschaft verhaftet, dafür haben das Patriarchat und der Kapitalismus gesorgt.
Es ist starker Tobak, den Koohestani uns präsentiert. Alle Aussagen sind mit Quellenangaben beleget und dank der Verlinkung im E-Book war ich schon rasch dabei, mich durch Youtube-Videos zu schauen und Zeitungsartikel zum Thema zu lesen. Damit hätte mein 17-jähriges Ich bestimmt nicht gerechnet.
Ausserdem ist Franziska Setare Koohestani eine faszinierende Persönlichkeit, die grundehrlich mit ihrer eigenen Situation als Hairy Queen umgeht. Davon bin ich tief beeindruckt. Und auch wenn ich noch nicht so weit bin, ganz aufs Rasieren zu verzichten, so werde ich mich an den Tipp der Autorin halten und die Pink Tax umgehen (auch etwas Neues, das ich hier erfahren habe).
Erst seit ich mich mehr mit unserer Gesellschaft, Schönheitsidealen und feministischem Gedankengut auseinandersetze, kam diese Frage zurück. Und just in diesem Augenblick stiess ich auf Franziska Setare Koohestanis Buch "Hairy Queen". Dank NetGalley durfte ich das Buch sogar umgehend lesen.
Koohestani erzählt viel von ihrer eigenen Lebenserfahrung, die sehr viel Leid und Schmerz beinhaltet. Aber auch von ihrem Weg aus diesem Teufelskreis heraus. Sie erklärt uns, weshalb Körperbehaarung politisch ist und beantwortete so auch meine eingangs gestellte Frage.
Auf den ersten Blick mögen Haare, in welcher Form auch immer, belanglos wirken. Aber das Gegenteil ist der Fall. Haare sind brisant und können rasch zu einem Streitthema werden. Die glatte, weiblich gelesene Haut ist tief in unserer Gesellschaft verhaftet, dafür haben das Patriarchat und der Kapitalismus gesorgt.
Es ist starker Tobak, den Koohestani uns präsentiert. Alle Aussagen sind mit Quellenangaben beleget und dank der Verlinkung im E-Book war ich schon rasch dabei, mich durch Youtube-Videos zu schauen und Zeitungsartikel zum Thema zu lesen. Damit hätte mein 17-jähriges Ich bestimmt nicht gerechnet.
Ausserdem ist Franziska Setare Koohestani eine faszinierende Persönlichkeit, die grundehrlich mit ihrer eigenen Situation als Hairy Queen umgeht. Davon bin ich tief beeindruckt. Und auch wenn ich noch nicht so weit bin, ganz aufs Rasieren zu verzichten, so werde ich mich an den Tipp der Autorin halten und die Pink Tax umgehen (auch etwas Neues, das ich hier erfahren habe).
February 12, 2025
4,5
Das Buch zeigt wie Schönheitsnormen (v.a. in Bezug auf Körperbehaarung) durch patriarchale, rassistische und kapitalistische Strukturen geprägt sind.
Es lässt sich trotz der Thematik leicht lesen, weil die Autorin einen humorvollen und persönlichen Schreibstil hat.
In meinen Augen ist es ein wichtiges Buch, welches ich gerne schon früher gelesen hätte und jedem empfehlen kann.
Das Buch zeigt wie Schönheitsnormen (v.a. in Bezug auf Körperbehaarung) durch patriarchale, rassistische und kapitalistische Strukturen geprägt sind.
Es lässt sich trotz der Thematik leicht lesen, weil die Autorin einen humorvollen und persönlichen Schreibstil hat.
In meinen Augen ist es ein wichtiges Buch, welches ich gerne schon früher gelesen hätte und jedem empfehlen kann.
December 17, 2024
Super spannend, hat mich auch teilweise zum Nachdenken angeregt. Ich glaub ich hab erwartet, dass es ein "hört auf euch zu rasieren!"-Buch ist und glaube es ist umso besser, weil es das nicht ist. Definitiv bisschen utopisch am Ende, aber insgesamt wirklich gut und vielschichtig. (Stimme ihr nur nicht zu, dass sich nichts ändert, nur weil z. B. Frauen aufhören ihre Beine zu rasieren, denn Körpernormen ändern sich ja genau so und eben nicht von alleine.)
August 20, 2024
"Hairy Queen" von Franziska Setare Koohestani ist ein interessantes und wichtiges Buch, das ich gerne schon ein paar Jahre früher gelesen hätte, nämlich als ich in die Pubertät kam und nicht nur damit zurechtkommen musste, einmal im Monat zu bluten und von Männern auf einmal (anders) angesehen zu werden, sondern auch damit, dass man plötzlich von mir erwartete, etwas gegen meine "Haarsituation" zu unternehmen.
Koohestani räumt mit Vorurteilen auf. Etwa, dass Körperhaare unhygienisch seien oder ein geschlechtsspezifisches Merkmal. Sie beschränkt sich dabei aber keineswegs auf Körperhaare, sondern weist auch auf andere Komponenten hin, wie Rassismus, Ableismus, Sexismus oder Transfeindlichkeit. Dabei ist ihre Argumentation sehr nachvollziehbar, unterhaltsam und keineswegs trocken, obwohl sie auch komplizierter philosophische Konzepte wie die von Adorno, Foucault oder Butlers heranzieht.
Ein einziger Minuspunkt: gegen Ende wird es ein wenig repetitiv. Das liegt aber bestimmt im Auge des:r Betrachter:in.
Alles in allem ein wirklich lesenswertes Buch.
Koohestani räumt mit Vorurteilen auf. Etwa, dass Körperhaare unhygienisch seien oder ein geschlechtsspezifisches Merkmal. Sie beschränkt sich dabei aber keineswegs auf Körperhaare, sondern weist auch auf andere Komponenten hin, wie Rassismus, Ableismus, Sexismus oder Transfeindlichkeit. Dabei ist ihre Argumentation sehr nachvollziehbar, unterhaltsam und keineswegs trocken, obwohl sie auch komplizierter philosophische Konzepte wie die von Adorno, Foucault oder Butlers heranzieht.
Ein einziger Minuspunkt: gegen Ende wird es ein wenig repetitiv. Das liegt aber bestimmt im Auge des:r Betrachter:in.
Alles in allem ein wirklich lesenswertes Buch.
January 28, 2026
cute und präzise und marxistischer, als ich gedacht hätte. war auch bisschen healing die perspektive eines hairy menschen zu lesen.
July 8, 2025
Oh, es hat mir so gut gefallen. Eine kluge Autorin, jede Seite gespickt mit sprachlichen Feinheiten und differenzierten Beobachtungen. Ich mochte die Botschaft. Den Aufruf zur Freiheit und Kreativität.
Aber am liebsten mochte ich, wie viel (Menschen-)Freundlichkeit Ausdrucksweise und Blickwinkel der Autorin in jeder Zeile verrieten.
Ein starkes Buch, bei dem es um viel mehr geht als „nur“ Haare!
Aber am liebsten mochte ich, wie viel (Menschen-)Freundlichkeit Ausdrucksweise und Blickwinkel der Autorin in jeder Zeile verrieten.
Ein starkes Buch, bei dem es um viel mehr geht als „nur“ Haare!
June 14, 2026
Ich wünschte, ich hätte dieses Buch schon mit 16 lesen können. Leider gab es so ein Buch noch nicht, als ich 16 war. Großartiger und leicht verständlicher Einstieg in Gender-Themen. Witzig geschrieben und gut recherchiert. Nichts für alte Hasen im Antikapitalismus, Feminismus und der Geschlechterforschung, denn dafür ist es etwas zu oberflächlich.
October 5, 2025
Wow! Ich glaube das ist eines meiner Jahresfavoriten. So ein spannendes Thema, mit dem so viele feministische, kapitalistische und rassistische Themen verknüpft sind. Die Autorin schreibt mit so viel Witz, guten Geschichten und Zitaten aus der Popkultur, um die Sachverhalte verständlich zu machen.
„We‘re are all born hairy and the rest is Drag.“
„We‘re are all born hairy and the rest is Drag.“
August 12, 2026
Ein unterhaltsames Buch zu einem wichtigen Thema. Sehr differenzierte Betrachtung von Rollenbildern, gesellschaftlichem Druck, Konsum und Kapitalismus im Bezug auf Körperbehaarung aber auch darüber hinaus.
August 20, 2026
Körperbehaarung? Politisch? Ja und zwar deutlich mehr, als man zunächst denken könnte. In "Hairy Queen" nimmt Franziska Setare Koohestani etwas unter die Lupe, das im Alltag oft als völlig selbstverständlich gilt: unseren Umgang mit Körperbehaarung. Warum gilt glatte Haut als schön, gepflegt und feminin, während sichtbare Körperhaare bei Frauen und weiblich gelesenen Personen schnell als ungepflegt oder gar „eklig“ gelten? Und wer entscheidet eigentlich, wie ein Körper auszusehen hat?
Meine Meinung
Die Autorin verbindet im Buch persönliche Erfahrungen mit Kulturgeschichte, Feminismus, Soziologie und Kapitalismuskritik. Dabei geht es längst nicht nur um die Frage, ob man sich nun rasieren möchte oder nicht. Das Buch zeigt, wie eng Schönheitsnormen mit Patriarchat, Rassismus, Klassismus und kapitalistischen Interessen verbunden sind. Für mich war besonders die intersektionale Perspektive ein Highlight, also indemfall dass Körperbehaarung nicht bei allen Menschen gleich bewertet wird. Denn auch Hautfarbe, Herkunft, Geschlecht und gesellschaftliche Zuschreibungen spielen dabei eine Rolle.
Überhaupt ist das Buch voll von Gedanken, die noch lange nachgewirkt haben. Etwa bei der Frage, warum wir bestimmte Körperhaare als „natürlich“ akzeptieren und andere möglichst unsichtbar machen sollen. Oder bei der Beobachtung, dass Körperpflege zwar als individuelle Entscheidung verkauft wird, diese Entscheidungen aber natürlich nicht im luftleeren Raum entstehen.
Und trotz des Sachbuchcharakters und der teilweise sehr theoretischen Themen ist "Hairy Queen" niederschwellig geschrieben. Persönlich, pointiert und immer wieder mit einer guten Portion Humor. Dadurch bin ich am Buch drangeblieben, auch wenn es stellenweise doch ziemlich dicht war und ich mich konzentrieren musste.
Und dicht ist für mich auch der Punkt, an dem ich doch noch etwas kritisch bin. Gerade die sehr theoretischen und soziologischen Passagen waren mir teilweise etwas zu ausführlich. Hier hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr Straffung gewünscht, damit ich da gut durchkomme.
Fazit
Alles in allem hatte ich am Ende das Gefühl, nicht nur einiges über Körperbehaarung gelernt, sondern auch meinen eigenen Blick auf Schönheitsnormen noch einmal neu hinterfragt zu haben. "Hairy Queen" ist deshalb für mich ein sehr interessantes feministisches Sachbuch über ein vermeintlich kleines Thema, hinter dem ziemlich große gesellschaftliche Fragen stecken. Danke an netgalley.de und den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar.
Meine Meinung
Die Autorin verbindet im Buch persönliche Erfahrungen mit Kulturgeschichte, Feminismus, Soziologie und Kapitalismuskritik. Dabei geht es längst nicht nur um die Frage, ob man sich nun rasieren möchte oder nicht. Das Buch zeigt, wie eng Schönheitsnormen mit Patriarchat, Rassismus, Klassismus und kapitalistischen Interessen verbunden sind. Für mich war besonders die intersektionale Perspektive ein Highlight, also indemfall dass Körperbehaarung nicht bei allen Menschen gleich bewertet wird. Denn auch Hautfarbe, Herkunft, Geschlecht und gesellschaftliche Zuschreibungen spielen dabei eine Rolle.
Überhaupt ist das Buch voll von Gedanken, die noch lange nachgewirkt haben. Etwa bei der Frage, warum wir bestimmte Körperhaare als „natürlich“ akzeptieren und andere möglichst unsichtbar machen sollen. Oder bei der Beobachtung, dass Körperpflege zwar als individuelle Entscheidung verkauft wird, diese Entscheidungen aber natürlich nicht im luftleeren Raum entstehen.
Und trotz des Sachbuchcharakters und der teilweise sehr theoretischen Themen ist "Hairy Queen" niederschwellig geschrieben. Persönlich, pointiert und immer wieder mit einer guten Portion Humor. Dadurch bin ich am Buch drangeblieben, auch wenn es stellenweise doch ziemlich dicht war und ich mich konzentrieren musste.
Und dicht ist für mich auch der Punkt, an dem ich doch noch etwas kritisch bin. Gerade die sehr theoretischen und soziologischen Passagen waren mir teilweise etwas zu ausführlich. Hier hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr Straffung gewünscht, damit ich da gut durchkomme.
Fazit
Alles in allem hatte ich am Ende das Gefühl, nicht nur einiges über Körperbehaarung gelernt, sondern auch meinen eigenen Blick auf Schönheitsnormen noch einmal neu hinterfragt zu haben. "Hairy Queen" ist deshalb für mich ein sehr interessantes feministisches Sachbuch über ein vermeintlich kleines Thema, hinter dem ziemlich große gesellschaftliche Fragen stecken. Danke an netgalley.de und den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar.
April 6, 2024
In „Hairy Queen“ (2024) schreibt Franziska Setare Koohestani über die politischen Implikationen unseres Umgangs mit Körperbehaarung. Ausgehend von ihren eigenen Erfahrungen entwirft Koohestani eine Kulturgeschichte der Körperbehaarung.
Die Körperbehaarung markiert den Übergang vom kindlichen zum erwachsenen Körper. Während sie bei männlich gelesenen Personen als Zeichen von Reife gilt, führt sie bei weiblich gelesenen Personen zu dem Versuch, sie unsichtbar zu machen. Vermeintlich natürliche Weiblichkeit wird mit einem glatten (ewig jugendlichen) Körper assoziiert. So wird durch den Umgang mit Körperbehaarung das Konstrukt der Geschlechterbinarität aufrecht erhalten. Der Wunsch nach Normschönheit trifft alle Menschen, besonders aber jene, die ohnehin bereits aufgrund ihres Aussehens als „anders“ markiert sind (z.B. durch Rassifizierung, Ableismus oder Transfeindlichkeit). Körperarbeit ist immer auch Normalisierungsarbeit, also Anpassung an gesellschaftliche Normen. In unserer individualistischen Gesellschaft haben wir Körpernormen verinnerlicht und unterwerfen uns ihnen durch Konsum und neoliberale Selbstoptimierung.
Das Perfide ist, dass diese Erkenntnis uns nicht automatisch frei und selbstbestimmt macht. Vielmehr bereitet die Gestaltung unserer Körperbehaarung unsere Interaktionen in der Gesellschaft vor. Und weil Menschen soziale Wesen sind, wäre es verkürzt, „hairy“ Menschen zu sagen, sie sollten einfach lernen, sich so zu lieben wie sie sind. Deshalb plädiert Koohestani auch nicht für die Rückkehr zu einem vermeintlichen „hairy Naturzustand“. Stattdessen schlägt sie einen „hairy Aktionsplan“ vor, der drei Aspekte umfasst: (1) Hairy Icons: Durch mehr Sichtbarkeit und Anerkennung unterschiedlicher Körperbehaarung sollen unsere Sehgewohnheiten sich ändern. (2) Hairy Style: Das Konzept von Schönheit (kollektive Ästhetik) soll durch das von Style (persönliche Ästhetik) ersetzt werden, sodass wir weniger Normalisierungsarbeit leisten, sondern uns nach unseren eigenen Maßstäben ausdrücken. (3) Hairy Drag: Körperbehaarung kann genutzt werden, um mit sozialen Konstruktionen zu spielen und diese zu unterlaufen.
Die Körperbehaarung markiert den Übergang vom kindlichen zum erwachsenen Körper. Während sie bei männlich gelesenen Personen als Zeichen von Reife gilt, führt sie bei weiblich gelesenen Personen zu dem Versuch, sie unsichtbar zu machen. Vermeintlich natürliche Weiblichkeit wird mit einem glatten (ewig jugendlichen) Körper assoziiert. So wird durch den Umgang mit Körperbehaarung das Konstrukt der Geschlechterbinarität aufrecht erhalten. Der Wunsch nach Normschönheit trifft alle Menschen, besonders aber jene, die ohnehin bereits aufgrund ihres Aussehens als „anders“ markiert sind (z.B. durch Rassifizierung, Ableismus oder Transfeindlichkeit). Körperarbeit ist immer auch Normalisierungsarbeit, also Anpassung an gesellschaftliche Normen. In unserer individualistischen Gesellschaft haben wir Körpernormen verinnerlicht und unterwerfen uns ihnen durch Konsum und neoliberale Selbstoptimierung.
Das Perfide ist, dass diese Erkenntnis uns nicht automatisch frei und selbstbestimmt macht. Vielmehr bereitet die Gestaltung unserer Körperbehaarung unsere Interaktionen in der Gesellschaft vor. Und weil Menschen soziale Wesen sind, wäre es verkürzt, „hairy“ Menschen zu sagen, sie sollten einfach lernen, sich so zu lieben wie sie sind. Deshalb plädiert Koohestani auch nicht für die Rückkehr zu einem vermeintlichen „hairy Naturzustand“. Stattdessen schlägt sie einen „hairy Aktionsplan“ vor, der drei Aspekte umfasst: (1) Hairy Icons: Durch mehr Sichtbarkeit und Anerkennung unterschiedlicher Körperbehaarung sollen unsere Sehgewohnheiten sich ändern. (2) Hairy Style: Das Konzept von Schönheit (kollektive Ästhetik) soll durch das von Style (persönliche Ästhetik) ersetzt werden, sodass wir weniger Normalisierungsarbeit leisten, sondern uns nach unseren eigenen Maßstäben ausdrücken. (3) Hairy Drag: Körperbehaarung kann genutzt werden, um mit sozialen Konstruktionen zu spielen und diese zu unterlaufen.
March 31, 2026
4,5
Ein für mich sehr persönliches Buch, von dem ich viel profitiert habe. Auch ich bin eine kleine hairy queen, habe mein Leben lang jede Körperstelle rasiert und tue es immer noch. In letzter Zeit habe ich aber angefangen über das Thema nachzudenken und da ist mir das Buch Hairy Queen gerade richtig gekommen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so unglaublich viel dazulernen würde. Politisch, geschichtlich, gesellschaftlich, sogar coole Fakten aus dem Tierreich - alles fand ich wahnsinnig spannend und schnell zu lesen. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass besonders die zweite Hälfte des Buches sind arg wiederholt hat in der Message. Ich stimme zwar in allem zu, aber da hätte man in der zweiten Hälfte etwas kürzen können.
Ein für mich sehr persönliches Buch, von dem ich viel profitiert habe. Auch ich bin eine kleine hairy queen, habe mein Leben lang jede Körperstelle rasiert und tue es immer noch. In letzter Zeit habe ich aber angefangen über das Thema nachzudenken und da ist mir das Buch Hairy Queen gerade richtig gekommen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so unglaublich viel dazulernen würde. Politisch, geschichtlich, gesellschaftlich, sogar coole Fakten aus dem Tierreich - alles fand ich wahnsinnig spannend und schnell zu lesen. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass besonders die zweite Hälfte des Buches sind arg wiederholt hat in der Message. Ich stimme zwar in allem zu, aber da hätte man in der zweiten Hälfte etwas kürzen können.
February 26, 2025
Such an important book not only about body hair, but also about how society shapes how we behave and see ourselves and others. I decided to read this book, because I've been struggling with body hair since I was little, having stopped going to the beach, to the swimming pool, or just wearing shorts and skirts, because it wouldn't matter how long I'd shave, in the next day you already could see it in some spots. "Hairy Queen" helped me understand that there is nothing wrong with body hair and to feel more empowered to go to that beach and wear that shirt.
July 24, 2025
hat finde ich die richtigen themen aufgemacht und interessante bezüge aufgestellt, leider ist es für meinen geschmack dabei nicht genug in die tiefe gegangen. manchmal fehlte auch ein wenig der rote faden, bzw. dann wurden dinge vorweggenommen, die erst in einem späteren kapitel diskutiert werden sollten oder ausgelassen, obwohl sie wichtig gewesen wären. trotzdem waren die quellen gut gewählt, auch besonders, wenn ein breiteres Publikum abgegriffen werden soll. Ich mochte auch sehr die ausschweifungen zum hairstyling und der geschichte von körperbehaarung in nicht-westlichenen Kulturen.
August 14, 2025
an sich fand ich’s sehr gut und voll empfehlenswert und auch mega wichtig, nur hat’s mich nicht im richtigen moment erwischt..
- hatte grad einfach keinen kopf für ein „sachbuch“ —> es ist sommer ich will (inhaltslose) romane lesen 🤓🤓
- wenig neues für mich (dementsprechend probably gut als einstieg ins thema geeignet), hatte nicht so das gefühl als wäre ich die richtige zielgruppe, v. a. weil es auch so auf „lustig“ geschrieben war, aber dann manchmal auch nicht? keine ahnung.. ich hätte es gern mit 14-17 gelesen :)
aber ey!! we’re all born naked and the rest is drag
- hatte grad einfach keinen kopf für ein „sachbuch“ —> es ist sommer ich will (inhaltslose) romane lesen 🤓🤓
- wenig neues für mich (dementsprechend probably gut als einstieg ins thema geeignet), hatte nicht so das gefühl als wäre ich die richtige zielgruppe, v. a. weil es auch so auf „lustig“ geschrieben war, aber dann manchmal auch nicht? keine ahnung.. ich hätte es gern mit 14-17 gelesen :)
aber ey!! we’re all born naked and the rest is drag
October 8, 2025
eine tour de force, die alle mein annahmen über haare und enthaarung wie bleichcreme weggeätzt hat – statt schmerz hat man aber richtig spaß dabei
wenn ich dieses buch als jugendlicher schon gelesen hätte, wäre ich ein coolerer mensch geworden, es geht nämlich um viel mehr als haare: geschlecht, drag, rassismus, tiere, popkultur, teenie sein, selbstliebe, kapitalismus, usw.
bitte gebt dieser autorin eine kolumne !!!
wenn ich dieses buch als jugendlicher schon gelesen hätte, wäre ich ein coolerer mensch geworden, es geht nämlich um viel mehr als haare: geschlecht, drag, rassismus, tiere, popkultur, teenie sein, selbstliebe, kapitalismus, usw.
bitte gebt dieser autorin eine kolumne !!!
December 2, 2025
Ich war begeistert und konnte das Buch nicht mehr weglegen. Die Kombination aus humorvollen Schilderungen und toll recherchiertem Gerüst sorgt für Lesespaß und gleichzeitig nimmt sie Lesende mit auf eine Reise rund um die Geschichte der Behaarung und den Kapitalismus dahinter. Absolute Leseempfehlung, vor allem da ab und an kleine Abzweigungen genommen werden, um verschiedene Perspektiven zu schildern.
August 27, 2025
Mindestens zwei große Stärken: Zum einen das Abrechnen mit gängigen Schönheitsnormen und das Plädoyer für einen sanfteren und kreativeren Umgang mit dem eigenen Körper(haar). Zum anderen Koohestanis unglaubliche Stärke, komplexe gesellschaftliche Analysen in verständliche und unterhaltende Erzählungen zu verpacken (Kapitalismusdefinition und Butlers Drag?!?!).
February 26, 2026
„Hairy Queen“ war ganz anders und tiefgründiger als ich erwartet hatte: Franziska behandelt die Themen Geschlechterrollen, Schönheitsideale, Konsum, die biologischen Aspekte der Körperbeharrung aus vielen Perspektiven und so viel mehr.
May 1, 2024
3.5*
May 15, 2024
Um ein Haar (!) hätte ich das Buch umarmt, so schön war es geschrieben.
May 31, 2024
Must read für alle hairy and not so hairy people! Lehrreich, lustig und … Nacktmull mit Perücke!
July 3, 2024
Was hat ein Nacktmull mit Kapitalismus und dem Patriarchat zu tun?
So ein tolles Buch & was ein unglaublich witziger Schreibstil. Musste teilweise in der Öffentlichkeit laut los lachen 🫡😭
So ein tolles Buch & was ein unglaublich witziger Schreibstil. Musste teilweise in der Öffentlichkeit laut los lachen 🫡😭
December 9, 2024
super interessant und auch viele neue informationen, aber mir persönlich nicht ausführlich genug
August 6, 2025
wichtig, informativ und dabei noch unterhaltsam!
September 20, 2026
Sehr relatable und geht einem Nahe, manchmal fühlt man sich ertappt, aber das ist auch das Gute daran :)
July 8, 2024
Als weiße Frau habe ich selbst zwar nicht die auffälligste Körperbehaarung, allerdings beschäftigt mich schon lange, warum Körperbehaarung bei Männern als normal angesehen, ja sogar befürwortet wird, während Behaarung bei Frauen nur auf dem Kopf als akzeptabel scheint.
Franziska Setare Koohestani geht in diesem Buch genau dieser Frage und so viel mehr nach. Sie beschreibt unterschiedlichste Methoden aus Vergangenheit und Gegenwart, der Frauen - schmerzlich - nachgehen, um bloß glatte, haarfreie Haut zu haben. Sie erläutert dabei vor allem ihre eigenen Erfahrungen, denn als selbsternannte “Hairy Queen” konnte sie einige Erfahrungen sammeln. Wer hätte gedacht, dass Körperbehaarung so ein großes Thema in der Gesellschaft ist? Das Buch ist gut recherchiert und enthält spannende Anekdoten, was es zu einem perfekten Mix aus unterhaltsam und lehrreich macht. Empfehlung!
Franziska Setare Koohestani geht in diesem Buch genau dieser Frage und so viel mehr nach. Sie beschreibt unterschiedlichste Methoden aus Vergangenheit und Gegenwart, der Frauen - schmerzlich - nachgehen, um bloß glatte, haarfreie Haut zu haben. Sie erläutert dabei vor allem ihre eigenen Erfahrungen, denn als selbsternannte “Hairy Queen” konnte sie einige Erfahrungen sammeln. Wer hätte gedacht, dass Körperbehaarung so ein großes Thema in der Gesellschaft ist? Das Buch ist gut recherchiert und enthält spannende Anekdoten, was es zu einem perfekten Mix aus unterhaltsam und lehrreich macht. Empfehlung!
Displaying 1 - 30 of 34 reviews

























