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Querfeldein
Ein Gasthof, eine Familie und die große Frage nach einem gelungenen Leben
In einem Schweizer Dorf an der Grenze zu Deutschland betreibt vor 100 Jahren der junge Wirt Arnold einen Gasthof. Bunte Vögel und düstere Gestalten überqueren die Grenze, manche kommen auch nachts und querfeldein. Am Stammtisch sitzen die Witzbolde aus dem Dorf. Eines Tages naht eine Fremde hoch zu Ross durch den Schnee. Ihr Name ist Betty. Arnold heiratet sie und bekommt mit ihr acht Kinder. Das Leben nimmt seinen Lauf, bis sich die älteste Tochter Clara 1933 in einen Schmuggler namens Hermann verliebt. Der bringt die Uniformierten auf beiden Seiten der Grenze gegen sich auf. Es geschieht ein Drama – und das Dorf erhebt sich gegen eine Großmacht.
Alex Capus ist ein Meister darin, aus historischen Stoffen große Romane zu machen – und große Hörbücher.
Ungekürzte Lesung mit Alex Capus
ca. 6 h 40 min
In einem Schweizer Dorf an der Grenze zu Deutschland betreibt vor 100 Jahren der junge Wirt Arnold einen Gasthof. Bunte Vögel und düstere Gestalten überqueren die Grenze, manche kommen auch nachts und querfeldein. Am Stammtisch sitzen die Witzbolde aus dem Dorf. Eines Tages naht eine Fremde hoch zu Ross durch den Schnee. Ihr Name ist Betty. Arnold heiratet sie und bekommt mit ihr acht Kinder. Das Leben nimmt seinen Lauf, bis sich die älteste Tochter Clara 1933 in einen Schmuggler namens Hermann verliebt. Der bringt die Uniformierten auf beiden Seiten der Grenze gegen sich auf. Es geschieht ein Drama – und das Dorf erhebt sich gegen eine Großmacht.
Alex Capus ist ein Meister darin, aus historischen Stoffen große Romane zu machen – und große Hörbücher.
Ungekürzte Lesung mit Alex Capus
ca. 6 h 40 min
- GenresGerman Literature
289 pages, Kindle Edition
Published July 21, 2026
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Community Reviews
Displaying 1 - 18 of 18 reviews
August 5, 2026
Nachhallend schön
Alex Capus hat ein Faible dafür, kleine, fast vergessene Geschichten aus der Wirklichkeit zu fischen und ihnen literarisches Leben einzuhauchen. In „Querfeldein” führt ihn das ins Schweizer Grenzdorf Ramsen, wo der junge Arnold Anfang des 20. Jahrhunderts den Gasthof „Zur Moskau” übernimmt. Er heiratet die resolute Betty, die Kinder kommen fast im Dutzend, acht an der Zahl, und ums Wirtshaus tummelt sich, was das Dorfleben so hergibt: Schmuggler, Stammtischbrüder, Grenzgänger bei Nacht und Nebel.
Richtig brenzlig wird es 1933, als Tochter Clara sich in den Schmuggler Hermann verliebt und der sich mit den frisch installierten Nazi-Behörden auf beiden Seiten der Grenze anlegt. Was folgt, ist fast schon Asterix-Stoff: Ein ganzes Dorf legt sich mit einer Großmacht an, und am Ende knickt sogar Berlin ein. Dass diese Geschichte tatsächlich so passiert ist, macht sie nur noch besser.
Was den Roman trägt, ist aber gar nicht in erster Linie das Drama, sondern das, was drumherum passiert: das jahrzehntelange Miteinander einer großen Familie, das Auf und Ab einer Ehe, das zähe, warme Alltagsleben in einem Wirtshaus. Capus schreibt darüber mit einer Leichtigkeit und Wärme, die man selten in dieser Form findet. Mal lakonisch-trocken, mal fast zärtlich, und immer wieder mit diesem feinen, unaufdringlichen Humor, der einen beim Lesen öfter mal schmunzeln lässt.
Ein Buch, das historisch fundiert ist, ohne belehrend zu wirken, und das unterhält, ohne oberflächlich zu bleiben. Wer Capus mag oder generell Romane, die sich auf wahre Begebenheiten stützen und trotzdem wie erfunden lesen, ist hier genau richtig.
Alex Capus hat ein Faible dafür, kleine, fast vergessene Geschichten aus der Wirklichkeit zu fischen und ihnen literarisches Leben einzuhauchen. In „Querfeldein” führt ihn das ins Schweizer Grenzdorf Ramsen, wo der junge Arnold Anfang des 20. Jahrhunderts den Gasthof „Zur Moskau” übernimmt. Er heiratet die resolute Betty, die Kinder kommen fast im Dutzend, acht an der Zahl, und ums Wirtshaus tummelt sich, was das Dorfleben so hergibt: Schmuggler, Stammtischbrüder, Grenzgänger bei Nacht und Nebel.
Richtig brenzlig wird es 1933, als Tochter Clara sich in den Schmuggler Hermann verliebt und der sich mit den frisch installierten Nazi-Behörden auf beiden Seiten der Grenze anlegt. Was folgt, ist fast schon Asterix-Stoff: Ein ganzes Dorf legt sich mit einer Großmacht an, und am Ende knickt sogar Berlin ein. Dass diese Geschichte tatsächlich so passiert ist, macht sie nur noch besser.
Was den Roman trägt, ist aber gar nicht in erster Linie das Drama, sondern das, was drumherum passiert: das jahrzehntelange Miteinander einer großen Familie, das Auf und Ab einer Ehe, das zähe, warme Alltagsleben in einem Wirtshaus. Capus schreibt darüber mit einer Leichtigkeit und Wärme, die man selten in dieser Form findet. Mal lakonisch-trocken, mal fast zärtlich, und immer wieder mit diesem feinen, unaufdringlichen Humor, der einen beim Lesen öfter mal schmunzeln lässt.
Ein Buch, das historisch fundiert ist, ohne belehrend zu wirken, und das unterhält, ohne oberflächlich zu bleiben. Wer Capus mag oder generell Romane, die sich auf wahre Begebenheiten stützen und trotzdem wie erfunden lesen, ist hier genau richtig.
September 13, 2026
Wie immer, einfach zu lesen, trotzdem auf schöne Alex Capus Art geschrieben. Man kann sich mit seiner Umschreibung die Persönlichkeiten sehr gut vorstellen. Spannend und unterhaltsam.
Read
August 15, 2026Ein Gasthof und ein Bär
Der junge Arnold ist ein Mann mit Visionen. Sein bisheriges Leben war unstet, nichts hat ihn lange an einem Ort, in einem Job gehalten.
Doch jetzt möchte er sesshaft werden und eine Gastwirtschaft eröffnen.
Er kauft am Rande eines Ortes in der Schweiz, direkt an der Grenze zu Deutschland ein Grundstück und baut seinen Traum auf.
Capus ist ein wunderbarer Erzähler. Auch hier wirkt auf mich alles ein klein wenig wie am Lagerfeuer. Die Sprache ist einfach, aber doch sehr lebhaft und bildhaft. Ich sehe das Dorf, den Gasthof und auch Arnold und später seine Familie vor mir.
Wundervoll, wie er die Menschen im Dorf beschreibt. Da bin ich direkt mittendrin. Die einzelnen Typen: solche kenne ich auch.
Auch die Liebesgeschichte die sich später entspinnt ist schön erzählt.
Alles läuft auf das letzte Drittel des Buches hinaus. Die erwachsene Tochter verliebt sich in einen Bären von einem Mann. Hermann ist Schmuggler. Daher der Titel. Hermann ist echt schnell, trotz seiner Körperausmaße und rennt in Sichtweite der Obrigkeit querfeldein. Bietet sich an, wenn man direkt an der Grenze wohnt. Doch die Deutschen verstehen zu Beginn des dritten Reiches keinen Spaß. Das ist spannend und tragisch zugleich.
Doch ich hätte gerne mehr von Arnold und seiner Frau, den Menschen im Dorf erfahren. Doch irgendwie waren sie dann nur ein Vehikel um Herrmann auf die Bühne zu bringen. Dafür ist ihre eigene Geschichte aber zu schade. Deshalb nur 4 Sterne.
Der junge Arnold ist ein Mann mit Visionen. Sein bisheriges Leben war unstet, nichts hat ihn lange an einem Ort, in einem Job gehalten.
Doch jetzt möchte er sesshaft werden und eine Gastwirtschaft eröffnen.
Er kauft am Rande eines Ortes in der Schweiz, direkt an der Grenze zu Deutschland ein Grundstück und baut seinen Traum auf.
Capus ist ein wunderbarer Erzähler. Auch hier wirkt auf mich alles ein klein wenig wie am Lagerfeuer. Die Sprache ist einfach, aber doch sehr lebhaft und bildhaft. Ich sehe das Dorf, den Gasthof und auch Arnold und später seine Familie vor mir.
Wundervoll, wie er die Menschen im Dorf beschreibt. Da bin ich direkt mittendrin. Die einzelnen Typen: solche kenne ich auch.
Auch die Liebesgeschichte die sich später entspinnt ist schön erzählt.
Alles läuft auf das letzte Drittel des Buches hinaus. Die erwachsene Tochter verliebt sich in einen Bären von einem Mann. Hermann ist Schmuggler. Daher der Titel. Hermann ist echt schnell, trotz seiner Körperausmaße und rennt in Sichtweite der Obrigkeit querfeldein. Bietet sich an, wenn man direkt an der Grenze wohnt. Doch die Deutschen verstehen zu Beginn des dritten Reiches keinen Spaß. Das ist spannend und tragisch zugleich.
Doch ich hätte gerne mehr von Arnold und seiner Frau, den Menschen im Dorf erfahren. Doch irgendwie waren sie dann nur ein Vehikel um Herrmann auf die Bühne zu bringen. Dafür ist ihre eigene Geschichte aber zu schade. Deshalb nur 4 Sterne.
July 21, 2026
Was ein kleiner Gasthof alles erzählen kann
Der Gasthof von Arnold ist schnell mehr als nur ein Ort zum Einkehren. Dort kommen die Menschen aus dem Dorf zusammen, dort werden Neuigkeiten weitererzählt und dort kreuzen sich die unterschiedlichsten Lebenswege. Mit jeder Seite wurde das Dorf ein Stück vertrauter.
Als Betty auf ihrem Pferd durch den Schnee ins Dorf kommt, verändert sich vieles. Aus einer Begegnung entsteht eine Familie, deren Leben über viele Jahre begleitet wird. Später rückt mit Clara eine neue Generation in den Mittelpunkt. Ihre Liebe zu Hermann bringt Unruhe in ein Leben, das bisher von festen Regeln und Gewohnheiten geprägt war. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, den Menschen einfach ein Stück ihres Lebens zu folgen.
Besonders interessant fand ich, wie selbstverständlich die Grenze zum Alltag der Menschen gehört. Der Gasthof wird zum Treffpunkt für ganz unterschiedliche Personen. Schmuggler, Reisende und die Bewohner des Dorfes begegnen sich dort. Dabei zeigt sich, dass hinter jeder Begegnung eine eigene Geschichte steckt.
Nach und nach verändert sich die Stimmung. Die politischen Entwicklungen bleiben nicht irgendwo weit entfernt, sondern erreichen auch diesen kleinen Ort. Gerade dieser Gegensatz zwischen dem vertrauten Dorfleben und den schwierigen Zeiten, die auf die Menschen zukommen, macht die Geschichte besonders.
Der Schreibstil ist ruhig und unkompliziert. Die Seiten lassen sich leicht lesen und trotzdem bleibt genug Raum für die Figuren in der Geschichte. Beim Lesen bekommt man ein gutes Gefühl für die Menschen im Buch. Ihre Gedanken, ihre Entscheidungen und auch ihre Eigenheiten machen sie sehr nahbar.
Schön fand ich auch, dass nicht nur die historischen Ereignisse im Mittelpunkt stehen, sondern vor allem die Menschen mit ihren Hoffnungen, Sorgen und Entscheidungen. Dadurch entsteht das Bild einer Familie und eines Dorfes, deren Wege eng miteinander verbunden sind.
Als die letzte Seite erreicht war, hatte es sich angefühlt, als würde man Leute zurücklassen, die einen eine ganze Weile begleitet haben. Die Verbindung aus Familiengeschichte, Dorfleben und geschichtlichem Hintergrund wirkt stimmig und glaubhaft.
Für mich sind das verdiente fünf Sterne.
Der Gasthof von Arnold ist schnell mehr als nur ein Ort zum Einkehren. Dort kommen die Menschen aus dem Dorf zusammen, dort werden Neuigkeiten weitererzählt und dort kreuzen sich die unterschiedlichsten Lebenswege. Mit jeder Seite wurde das Dorf ein Stück vertrauter.
Als Betty auf ihrem Pferd durch den Schnee ins Dorf kommt, verändert sich vieles. Aus einer Begegnung entsteht eine Familie, deren Leben über viele Jahre begleitet wird. Später rückt mit Clara eine neue Generation in den Mittelpunkt. Ihre Liebe zu Hermann bringt Unruhe in ein Leben, das bisher von festen Regeln und Gewohnheiten geprägt war. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, den Menschen einfach ein Stück ihres Lebens zu folgen.
Besonders interessant fand ich, wie selbstverständlich die Grenze zum Alltag der Menschen gehört. Der Gasthof wird zum Treffpunkt für ganz unterschiedliche Personen. Schmuggler, Reisende und die Bewohner des Dorfes begegnen sich dort. Dabei zeigt sich, dass hinter jeder Begegnung eine eigene Geschichte steckt.
Nach und nach verändert sich die Stimmung. Die politischen Entwicklungen bleiben nicht irgendwo weit entfernt, sondern erreichen auch diesen kleinen Ort. Gerade dieser Gegensatz zwischen dem vertrauten Dorfleben und den schwierigen Zeiten, die auf die Menschen zukommen, macht die Geschichte besonders.
Der Schreibstil ist ruhig und unkompliziert. Die Seiten lassen sich leicht lesen und trotzdem bleibt genug Raum für die Figuren in der Geschichte. Beim Lesen bekommt man ein gutes Gefühl für die Menschen im Buch. Ihre Gedanken, ihre Entscheidungen und auch ihre Eigenheiten machen sie sehr nahbar.
Schön fand ich auch, dass nicht nur die historischen Ereignisse im Mittelpunkt stehen, sondern vor allem die Menschen mit ihren Hoffnungen, Sorgen und Entscheidungen. Dadurch entsteht das Bild einer Familie und eines Dorfes, deren Wege eng miteinander verbunden sind.
Als die letzte Seite erreicht war, hatte es sich angefühlt, als würde man Leute zurücklassen, die einen eine ganze Weile begleitet haben. Die Verbindung aus Familiengeschichte, Dorfleben und geschichtlichem Hintergrund wirkt stimmig und glaubhaft.
Für mich sind das verdiente fünf Sterne.
July 27, 2026
Im Zentrum steht zu Beginn Arnold, der Anfang des 20. Jahrhunderts merkt, dass er für das klassische Arbeitsleben nicht gemacht ist. Anders als sein Vater, der in einer Fabrik schuftet, verdingt er sich immer nur für jeweils hundert Tage: als Nachtwächter, Erntehelfer, auf dem Bau und so weiter. Bis er im Kasino einen ordentlichen Batzen Geld gewinnt, solide bleibt und beschließt, im kleinen Grenzdorf Ramsen einen Gasthof zu eröffnen. Das Geschäft läuft gut – nur die Liebe lässt auf sich warten, bis eines Tages eine junge Frau namens Betty hoch zu Ross auftaucht. Es ist Liebe auf den ersten Blick; die beiden heiraten, und acht Kinder kommen zur Welt. Eines davon ist Clara, die Älteste, die sich 1933 in Hermann verliebt – einen Schmuggler, der praktisch sofort zur Familie gehört. Als er eines Nachts von Nazis aus Singen verschleppt wird, wird daraus fast eine kleine Staatsaffäre.
Das Verrückte: Die Geschichte um Hermann hat sich wirklich zugetragen, und den Gasthof „Zur Moskau“ gab es tatsächlich – Capus hat sogar erhaltene Originaldokumente ins Buch eingearbeitet. Die Figuren selbst sind wohl größtenteils erfunden, aber so grandios lebendig gezeichnet, dass ich sie sofort ins Herz geschlossen habe: Arnold in seiner Bodenständigkeit, Betty mit ihrem Freiheitsdrang, Clara, die noch unkonventioneller ist als ihre Mutter, und Hermann, der trotz seiner Jugend eine Ruhe ausstrahlt, die viele Alte nicht hinbekommen. Dazwischen gibt es immer wieder kurze Einschübe zu Nebenfiguren, mit ebenso viel Zuneigung erzählt – selbst die unangenehmsten Zeitgenossen werden nie verunglimpft, sondern sachlich und nüchtern beschrieben.
Und dazu dieser leise, warme Humor, der mich immer wieder zum Grinsen gebracht hat. Ein rundum liebenswertes Buch – ich bin ziemlich begeistert, wie man vielleicht merkt 😉
Das Verrückte: Die Geschichte um Hermann hat sich wirklich zugetragen, und den Gasthof „Zur Moskau“ gab es tatsächlich – Capus hat sogar erhaltene Originaldokumente ins Buch eingearbeitet. Die Figuren selbst sind wohl größtenteils erfunden, aber so grandios lebendig gezeichnet, dass ich sie sofort ins Herz geschlossen habe: Arnold in seiner Bodenständigkeit, Betty mit ihrem Freiheitsdrang, Clara, die noch unkonventioneller ist als ihre Mutter, und Hermann, der trotz seiner Jugend eine Ruhe ausstrahlt, die viele Alte nicht hinbekommen. Dazwischen gibt es immer wieder kurze Einschübe zu Nebenfiguren, mit ebenso viel Zuneigung erzählt – selbst die unangenehmsten Zeitgenossen werden nie verunglimpft, sondern sachlich und nüchtern beschrieben.
Und dazu dieser leise, warme Humor, der mich immer wieder zum Grinsen gebracht hat. Ein rundum liebenswertes Buch – ich bin ziemlich begeistert, wie man vielleicht merkt 😉
July 21, 2026
Dieses Buch hat mich erstmal tatsächlich wegen dem Cover und den kräftigen Farben gecatcht. 💛💚 Es sah so ruhig und intensiv aus. Und irgendwie habe ich genau so eine Geschichte auch gelesen.
Eigentlich gar nicht mein Genre, mich interessieren eher Sachen, die auf irgendwelche Plottwists, Eskalationen oder Auflösungen hinarbeiten. Hier ist es etwas anders, hier ist das Leben die Geschichte.
Wir folgen Arnold und seiner Familie, dem Gasthaus und dem Dorf über mehrere Jahrzehnte hinweg, der erste Weltkrieg zieht vorbei und als der zweite näherrückt, überschlagen sich dann doch die Dinge etwas. Ich wurde tiefer reingesogen, als ich dachte, denn zum einen sind die Landschaftsbeschreibungen unfassbar lebendig beschrieben und zum anderen mochte ich Clara und Hermann total und der Zusammenhalt des Dorfes und vor allem der Familie haben mich dann zum Ende hin ziemlich berührt.
Auch dieser durchgehend hoffnungsgebende Ton war total schön, ich glaube bei diesem Ende kann ich mir ausmalen, dass das Glück auf ihrer Seite bleibt.
Es gab aber auch Momente, in denen ich das Verhalten mancher Figuren wirklich nicht verstanden und mich geärgert habe, dass das einfach so übergangen oder akzeptiert wird. Aber so ist wohl das Leben...nicht alles ist schwarz oder weiß.
Ich bin jedenfalls froh, dass ich mal wieder etwas außerhalb meiner Lese-Comfortzone gelesen habe und es mich doch so mitnehmen konnte. 🩶
Eigentlich gar nicht mein Genre, mich interessieren eher Sachen, die auf irgendwelche Plottwists, Eskalationen oder Auflösungen hinarbeiten. Hier ist es etwas anders, hier ist das Leben die Geschichte.
Wir folgen Arnold und seiner Familie, dem Gasthaus und dem Dorf über mehrere Jahrzehnte hinweg, der erste Weltkrieg zieht vorbei und als der zweite näherrückt, überschlagen sich dann doch die Dinge etwas. Ich wurde tiefer reingesogen, als ich dachte, denn zum einen sind die Landschaftsbeschreibungen unfassbar lebendig beschrieben und zum anderen mochte ich Clara und Hermann total und der Zusammenhalt des Dorfes und vor allem der Familie haben mich dann zum Ende hin ziemlich berührt.
Auch dieser durchgehend hoffnungsgebende Ton war total schön, ich glaube bei diesem Ende kann ich mir ausmalen, dass das Glück auf ihrer Seite bleibt.
Es gab aber auch Momente, in denen ich das Verhalten mancher Figuren wirklich nicht verstanden und mich geärgert habe, dass das einfach so übergangen oder akzeptiert wird. Aber so ist wohl das Leben...nicht alles ist schwarz oder weiß.
Ich bin jedenfalls froh, dass ich mal wieder etwas außerhalb meiner Lese-Comfortzone gelesen habe und es mich doch so mitnehmen konnte. 🩶
July 21, 2026
Zum Inhalt:
Im Gasthof von Arnold nahe der deutschen Grenze treffen sich allerlei unterschiedliche Menschen. Eines Tages taucht auch Betty dort auf, es kommt wie es kommen muss, Betty und Arnold heiraten und bekommen eine ganze Kinderschar. Die älteste Tochter Clara ist ein eher schräger Charakter und sie verliebt sich in den Schmuggler Hermann. Als dieser in Gewahrsam genommen wird, löst das eine Welle der Empörung aus.
Meine Meinung:
Irgend wie war das ein sehr besonderes Buch, bei dem mir die Protagonisten extrem gut gefallen haben, allen voraus Clara und Hermann, aber auch Betty fand ich sehr interessant. Ich fand die Geschichte interessant, man fühlt sich schon in die Kriegs- und Schmugglerzeit zurückversetzt und es wirkt auch realistisch erzählt. Den Schreibstil und auch die Stimmung, die das Buch hat, hat mir irgendwie gut gefallen. Ich glaube, ich habe bisher erst ein Buch des Autoren gelesen, was mir nicht sonderlich gefallen hatte, dieses jedoch fand ich sehr gut.
Fazit:
Hat mir gefallen
Im Gasthof von Arnold nahe der deutschen Grenze treffen sich allerlei unterschiedliche Menschen. Eines Tages taucht auch Betty dort auf, es kommt wie es kommen muss, Betty und Arnold heiraten und bekommen eine ganze Kinderschar. Die älteste Tochter Clara ist ein eher schräger Charakter und sie verliebt sich in den Schmuggler Hermann. Als dieser in Gewahrsam genommen wird, löst das eine Welle der Empörung aus.
Meine Meinung:
Irgend wie war das ein sehr besonderes Buch, bei dem mir die Protagonisten extrem gut gefallen haben, allen voraus Clara und Hermann, aber auch Betty fand ich sehr interessant. Ich fand die Geschichte interessant, man fühlt sich schon in die Kriegs- und Schmugglerzeit zurückversetzt und es wirkt auch realistisch erzählt. Den Schreibstil und auch die Stimmung, die das Buch hat, hat mir irgendwie gut gefallen. Ich glaube, ich habe bisher erst ein Buch des Autoren gelesen, was mir nicht sonderlich gefallen hatte, dieses jedoch fand ich sehr gut.
Fazit:
Hat mir gefallen
Review of advance copy received from Publisher
Vor über hundert Jahren wollte Arnold einen Gasthof eröffnen. Nördlich des Rheins, ganz in der Nähe seines Heimatdorfes Ramsen, kaufte er ein Grundstück. Er hätte das auch in Ramsen machen können, der „Hirsch“ war frei geworden, aber dort saßen die reichen Bauern auf ihren breiten Ärschen und hielten sich den ganzen Abend an einem Glas Bier fest. Das ging ihm nicht ab, deshalb ließ er ein Haus direkt neben dem Grenzposten bauen. Im Erdgeschoss hatte er den Schankraum und die Küche geplant, die erste Etage würde er selbst beziehen und im ausgebauten Dachstuhl würden zwei, drei Mansarden entstehen für einen Koch und eine Kellnerin, sofern er sich überhaupt je Personal leisten konnte.
Die Witzbolde, mit denen Arnold zur Schule gegangen war, die Söhne, der auf ihrem breiten Arsch sitzenden Bauern, nannten seine zukünftige Kneipe jetzt schon „Moskau“, das war nicht ganz glücklich, denn die Schweizer Dorfbewohner hatten keinerlei Affinität zu Russland, aber der Name hatte sich längst rumgesprochen. Seine Entscheidung, die Kneipe „Zur Eintracht“ zu nennen, das passte zu seinem friedfertigen Wesen, war schon gefallen. Das Reklameschild war entworfen, das Briefpapier gedruckt. Jetzt musste er alles wieder ändern und war schon bankrott, bevor er überhaupt angefangen hatte.
Gestern hatte er die Stallungen gebaut und heute würde er ein Schwein besorgen. Er ging zum maulfaulen Peter nebenan und erwarb ein Ferkel. Er würde es mästen und beizeiten in der Küche verwursten. Allerdings haute das Ferkel in der Nacht ab und grub sich durch Peters Felder, der sah die Schweinerei am nächsten Morgen und knallte das Vieh ab. Arnold musste Peter darauf ansprechen, aber er musste bei Peters hitzigem Gemüt höchste Vorsicht walten lassen.
Mit dieser Methode vorsätzlichen Durchdrehens hatte Peter seit frühester Kindheit alle Konflikte, wenn nicht gelöst, so doch immerhin zu seinen Gunsten entschieden. Im Rumbrüllen war er unschlagbar. Seite 58
Fazit: Der mehrfach ausgezeichnete Autor Alex Capus hat eine historische Erzählung erdacht. Im Zentrum steht sein Protagonist Arnold. Er möchte dem Hamsterrad Lohnarbeit entkommen, war fleißig und hat ein wenig Geld beim Glücksspiel gewonnen. Er eröffnet einen Gasthof und arbeitet fortan für sich selbst. Dann taucht Betty hoch zu Ross in seinem Biergarten auf. Sie passen auf Anhieb zusammen, heiraten und bekommen acht Kinder. Betty züchtet Pferde, die sie an Grenzgänger verleiht. Alles scheint in sicheren Tüchern, aber Betty hat ihr eigenes Hamsterrad, dem sie entkommen muss. Die erstgeborene, eigenartige Clara verliebt sich in einen Schmuggler und das Drama nimmt seinen Lauf. Das war sehr unterhaltsam und zuweilen lustig. Ich mag die unaufgeregte Schreibweise von Alex Capus. Was mir auch gut gefällt, sind die Charaktere. Der Autor drückt ihnen keine Stereotype auf. Betty ist eine selbstbewusste, kluge Frau, die weiß was sie will und Arnold ist kein bestimmender Patriarch. Sie führen ihre Beziehung auf Augenhöhe. Das letzte Drittel der Geschichte bringt noch mal etwas Schwung hinein und ist regelrecht anrührend. Mir hat auch sein letztes Buch „Das kleine Haus am Sonnenhang“ ausnehmend gut gefallen.
Die Witzbolde, mit denen Arnold zur Schule gegangen war, die Söhne, der auf ihrem breiten Arsch sitzenden Bauern, nannten seine zukünftige Kneipe jetzt schon „Moskau“, das war nicht ganz glücklich, denn die Schweizer Dorfbewohner hatten keinerlei Affinität zu Russland, aber der Name hatte sich längst rumgesprochen. Seine Entscheidung, die Kneipe „Zur Eintracht“ zu nennen, das passte zu seinem friedfertigen Wesen, war schon gefallen. Das Reklameschild war entworfen, das Briefpapier gedruckt. Jetzt musste er alles wieder ändern und war schon bankrott, bevor er überhaupt angefangen hatte.
Gestern hatte er die Stallungen gebaut und heute würde er ein Schwein besorgen. Er ging zum maulfaulen Peter nebenan und erwarb ein Ferkel. Er würde es mästen und beizeiten in der Küche verwursten. Allerdings haute das Ferkel in der Nacht ab und grub sich durch Peters Felder, der sah die Schweinerei am nächsten Morgen und knallte das Vieh ab. Arnold musste Peter darauf ansprechen, aber er musste bei Peters hitzigem Gemüt höchste Vorsicht walten lassen.
Mit dieser Methode vorsätzlichen Durchdrehens hatte Peter seit frühester Kindheit alle Konflikte, wenn nicht gelöst, so doch immerhin zu seinen Gunsten entschieden. Im Rumbrüllen war er unschlagbar. Seite 58
Fazit: Der mehrfach ausgezeichnete Autor Alex Capus hat eine historische Erzählung erdacht. Im Zentrum steht sein Protagonist Arnold. Er möchte dem Hamsterrad Lohnarbeit entkommen, war fleißig und hat ein wenig Geld beim Glücksspiel gewonnen. Er eröffnet einen Gasthof und arbeitet fortan für sich selbst. Dann taucht Betty hoch zu Ross in seinem Biergarten auf. Sie passen auf Anhieb zusammen, heiraten und bekommen acht Kinder. Betty züchtet Pferde, die sie an Grenzgänger verleiht. Alles scheint in sicheren Tüchern, aber Betty hat ihr eigenes Hamsterrad, dem sie entkommen muss. Die erstgeborene, eigenartige Clara verliebt sich in einen Schmuggler und das Drama nimmt seinen Lauf. Das war sehr unterhaltsam und zuweilen lustig. Ich mag die unaufgeregte Schreibweise von Alex Capus. Was mir auch gut gefällt, sind die Charaktere. Der Autor drückt ihnen keine Stereotype auf. Betty ist eine selbstbewusste, kluge Frau, die weiß was sie will und Arnold ist kein bestimmender Patriarch. Sie führen ihre Beziehung auf Augenhöhe. Das letzte Drittel der Geschichte bringt noch mal etwas Schwung hinein und ist regelrecht anrührend. Mir hat auch sein letztes Buch „Das kleine Haus am Sonnenhang“ ausnehmend gut gefallen.
July 21, 2026
Großartig, absolut lesenswert
In einem Grenzort namens Ramsen nördlich des Rheins, auf der Schweizer Seite, eröffnet der junge Arnold einen Gasthof, den er nach einigem Hin- und Her dann „Gasthof zur Moskau“ nennt. Die Gastwirtschaft läuft gut und als dann eine junge Frau auf ihrem imposanten Brabanten hier Halt macht, ist Arnold von ihr sofort hingerissen. „Hier kam eine Amazone…“ Sie stellt sich ihm als Betty vor. Bald darauf heiraten sie, Clara wird geboten, sieben weitere Kinder folgen.
Clara ist schon immer anders als die anderen, sie ist neugierig, weder mit Geboten noch mit Verboten ist ihr beizukommen, sie setzt stets ihren Willen durch. Einen Mann will sie nicht, bis dieser eine kommt. Hermann. Ein Schmuggler. Ihn treibt es ähnlich an wie sie, beide leben sie ein Leben jenseits des Üblichen. Bis es eines Tages zum Drama kommt, als im Juni 1933 ein Schmuggler von deutschen NS-Schergen verhaftet, eher jedoch verschleppt wird – wohlgemerkt spielt sich dies auf Schweizer Boden ab.
„Querfeldein“ macht schon ob seiner äußeren Aufmachung neugierig, die Geschichte dann hält, was der erste Eindruck verspricht. Alex Capus führt zunächst Arnold so gut ein, dass man meint, ihn persönlich zu kennen. Er ist zwar körperlich nicht der Größte, charakterlich aber ist er es auf jeden Fall. Er ist zufrieden mit dem, was er geschaffen hat, ist fleißig und handelt vorausschauend und dann ist da urplötzlich seine Betty da - ein ganz und gar anderer Charakter, auch ihre Älteste kommt eher nach ihr. Es gibt Brüche in ihrer aller Leben, der Autor lässt die historisch verbürgten Ereignisse geschickt in seine fiktive Geschichte mit einfließen.
Alex Capus ist ein großartiger Erzähler. Er weiß, seine Leser zu fesseln, er findet zu jeder Zeit den richtigen Ton - besonnen und doch mitreißend. Ein historischer Roman, perfekt umgesetzt. Ein Roman, der gelesen werden will.
In einem Grenzort namens Ramsen nördlich des Rheins, auf der Schweizer Seite, eröffnet der junge Arnold einen Gasthof, den er nach einigem Hin- und Her dann „Gasthof zur Moskau“ nennt. Die Gastwirtschaft läuft gut und als dann eine junge Frau auf ihrem imposanten Brabanten hier Halt macht, ist Arnold von ihr sofort hingerissen. „Hier kam eine Amazone…“ Sie stellt sich ihm als Betty vor. Bald darauf heiraten sie, Clara wird geboten, sieben weitere Kinder folgen.
Clara ist schon immer anders als die anderen, sie ist neugierig, weder mit Geboten noch mit Verboten ist ihr beizukommen, sie setzt stets ihren Willen durch. Einen Mann will sie nicht, bis dieser eine kommt. Hermann. Ein Schmuggler. Ihn treibt es ähnlich an wie sie, beide leben sie ein Leben jenseits des Üblichen. Bis es eines Tages zum Drama kommt, als im Juni 1933 ein Schmuggler von deutschen NS-Schergen verhaftet, eher jedoch verschleppt wird – wohlgemerkt spielt sich dies auf Schweizer Boden ab.
„Querfeldein“ macht schon ob seiner äußeren Aufmachung neugierig, die Geschichte dann hält, was der erste Eindruck verspricht. Alex Capus führt zunächst Arnold so gut ein, dass man meint, ihn persönlich zu kennen. Er ist zwar körperlich nicht der Größte, charakterlich aber ist er es auf jeden Fall. Er ist zufrieden mit dem, was er geschaffen hat, ist fleißig und handelt vorausschauend und dann ist da urplötzlich seine Betty da - ein ganz und gar anderer Charakter, auch ihre Älteste kommt eher nach ihr. Es gibt Brüche in ihrer aller Leben, der Autor lässt die historisch verbürgten Ereignisse geschickt in seine fiktive Geschichte mit einfließen.
Alex Capus ist ein großartiger Erzähler. Er weiß, seine Leser zu fesseln, er findet zu jeder Zeit den richtigen Ton - besonnen und doch mitreißend. Ein historischer Roman, perfekt umgesetzt. Ein Roman, der gelesen werden will.
Review of advance copy
An der Grenze
Ich habe schon einige Bücher von Alex Capus und auch in diesem ist der Schreibstil unverkennbar, obwohl es thematisch wieder einmal ganz anders ist als sein vorherigen Werke. Seine Sprache ist unaufgeregt, ruhig, oftmals poetisch, aber auch amüsant und einfach schön zu lesen.
Dieses Mal geht es um das Leben einer Wirtsfamilie, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in einem Schweizer Dorf an der Grenze zu Deutschland wohnt. Im Vordergrund steht der Wirt Arnold, der sein Wirtshaus bewusst am Rand des Dorfes im Niemandsland an der Staatsgrenze eröffnet, um den Bauern, Deppen und Dorfbonzen, die ihm schon sein Leben lang das Leben schwer machten, aus dem Weg zu gehen.
Wieder einmal legt der Autor den Fokus auf seine Charaktere. Diese beschreibt er authentisch und facettenreich. Er versteht es, in einer historischen Atmosphäre seine Figuren lebendig werden zu lassen.
Es ist ein ruhiger Roman, der seine Leser*innen in das Leben an der Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland vor über hundert Jahren eintauchen lässt und dabei unterhält, sowie zum Schmunzeln einlädt. Für mich ein echtes Lesehighlight für gemütliche Stunden.
Kurz gesagt: eine kurzweilige Geschichte mit authentischen, fiktiven Charakteren und historischen Bezügen.
Ich habe schon einige Bücher von Alex Capus und auch in diesem ist der Schreibstil unverkennbar, obwohl es thematisch wieder einmal ganz anders ist als sein vorherigen Werke. Seine Sprache ist unaufgeregt, ruhig, oftmals poetisch, aber auch amüsant und einfach schön zu lesen.
Dieses Mal geht es um das Leben einer Wirtsfamilie, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in einem Schweizer Dorf an der Grenze zu Deutschland wohnt. Im Vordergrund steht der Wirt Arnold, der sein Wirtshaus bewusst am Rand des Dorfes im Niemandsland an der Staatsgrenze eröffnet, um den Bauern, Deppen und Dorfbonzen, die ihm schon sein Leben lang das Leben schwer machten, aus dem Weg zu gehen.
Wieder einmal legt der Autor den Fokus auf seine Charaktere. Diese beschreibt er authentisch und facettenreich. Er versteht es, in einer historischen Atmosphäre seine Figuren lebendig werden zu lassen.
Es ist ein ruhiger Roman, der seine Leser*innen in das Leben an der Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland vor über hundert Jahren eintauchen lässt und dabei unterhält, sowie zum Schmunzeln einlädt. Für mich ein echtes Lesehighlight für gemütliche Stunden.
Kurz gesagt: eine kurzweilige Geschichte mit authentischen, fiktiven Charakteren und historischen Bezügen.
July 28, 2026
In seinem Roman „Querfeldein“ widmet sich Alex Capus einer faszinierenden wahren Begebenheit an der deutsch-schweizerischen Grenze, die vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die dunkle Zeit des Nationalsozialismus reicht. Im Mittelpunkt steht der unkonventionelle Arnold, der durch einen glücklichen Zufall in einer Spielbank zu Geld kommt und sich mit dem Kauf eines Gasthauses direkt an der Grenze seinen Lebenstraum erfüllt. Dort baut er gemeinsam mit seiner Frau Betty und ihrer großen Kinderschar ein neues Leben auf. Während Arnold erfolgreich den Wirt betreibt und Betty Pferde züchtet, gerät vor allem ihre eigenwillige älteste Tochter Clara ins Zentrum der Ereignisse: Sie liebt den freiheitsliebenden Schmuggler Hermann. Als dieser nachts von deutschen Nazi-Grenzgängern überfallen und verschleppt wird, erheben sich Arnold, seine Familie und das gesamte Schweizer Dorf mutig gegen die Bedrohung durch die Großmacht, um Hermann zurückzuholen. Ohne je übertrieben oder unglaubwürdig zu wirken, fängt der Autor den Geist von Unbeugsamkeit, Neugier und dem Drang nach Freiheit ein. Ich habe es sehr gerne gelesen!
August 14, 2026
Eine Geschichte mit Tiefgang
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts eröffnet Arnold auf Schweizer Seite der Grenze zu Deutschland eine Gastwirtschaft, wo sich eine illustre Schar an Gästen aus beiden Ländern trifft.. Er heiratet Betty und sie bekommen acht Kindern. Ihre älteste Tochter Clara bleibt im Elternhaus, dort trifft sie im Jahr 1933 den Schmuggler Hermann und verliebt sich in ihn. Er legt sich jedoch mit den Grenzern auf beiden Seiten an und muss die Konsequenzen tragen.
Alex Capus zeigt hier wieder seinen unverkennbaren Schreibstil, der langsam erzählt und in diesem Fall mehrere Jahrzehnte auf eine relativ geringe Seitenanzahl bringt. Mir hat wieder sehr gut gefallen, wie er ungewöhnliche Charaktere erschafft, sie entwickelt, würdevoll altern lässt und dabei nicht vergisst, ihnen eine Persönlichkeit zu geben. Die politischen Gegebenheit fließen unterschwellig mit ein, humorvolle Einschübe kommen fast nebenbei daher. Diese Konstellation von vielen Kleinigkeiten hat mir sehr gut gefallen. Wer gute Literatur mag, sollte dieses Buch von Alex Capus unbedingt lesen.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts eröffnet Arnold auf Schweizer Seite der Grenze zu Deutschland eine Gastwirtschaft, wo sich eine illustre Schar an Gästen aus beiden Ländern trifft.. Er heiratet Betty und sie bekommen acht Kindern. Ihre älteste Tochter Clara bleibt im Elternhaus, dort trifft sie im Jahr 1933 den Schmuggler Hermann und verliebt sich in ihn. Er legt sich jedoch mit den Grenzern auf beiden Seiten an und muss die Konsequenzen tragen.
Alex Capus zeigt hier wieder seinen unverkennbaren Schreibstil, der langsam erzählt und in diesem Fall mehrere Jahrzehnte auf eine relativ geringe Seitenanzahl bringt. Mir hat wieder sehr gut gefallen, wie er ungewöhnliche Charaktere erschafft, sie entwickelt, würdevoll altern lässt und dabei nicht vergisst, ihnen eine Persönlichkeit zu geben. Die politischen Gegebenheit fließen unterschwellig mit ein, humorvolle Einschübe kommen fast nebenbei daher. Diese Konstellation von vielen Kleinigkeiten hat mir sehr gut gefallen. Wer gute Literatur mag, sollte dieses Buch von Alex Capus unbedingt lesen.
July 31, 2026
Mit Querfeldein erzählt Alex Capus eine bewegende Familiengeschichte vor dem Hintergrund der deutsch-schweizerischen Grenzregion und ihrer wechselvollen Geschichte. Sein flüssiger und lebendiger Schreibstil sorgt dafür, dass sich der Roman ausgesprochen angenehm lesen lässt. Die Handlung ist kurzweilig und verbindet humorvolle, berührende und dramatische Momente auf gelungene Weise.
Besonders interessant ist der historische Hintergrund, der authentisch in die Geschichte eingewoben wird. Die Ereignisse rund um die Grenze, den Schmuggel und die politischen Spannungen der 1930er-Jahre verleihen dem Roman zusätzliche Tiefe, ohne belehrend zu wirken.
Auch die Figuren überzeugen: Sie wirken glaubwürdig, vielschichtig und lebensnah. Ihre Schicksale und Beziehungen machen die Geschichte emotional nachvollziehbar und lassen einen bis zum Ende mitfiebern.
Querfeldein ist ein unterhaltsamer und zugleich historisch interessanter Roman mit authentischen Charakteren und einer mitreißenden Erzählweise – eine klare Empfehlung für alle, die Familiengeschichten mit historischem Bezug schätzen.
Besonders interessant ist der historische Hintergrund, der authentisch in die Geschichte eingewoben wird. Die Ereignisse rund um die Grenze, den Schmuggel und die politischen Spannungen der 1930er-Jahre verleihen dem Roman zusätzliche Tiefe, ohne belehrend zu wirken.
Auch die Figuren überzeugen: Sie wirken glaubwürdig, vielschichtig und lebensnah. Ihre Schicksale und Beziehungen machen die Geschichte emotional nachvollziehbar und lassen einen bis zum Ende mitfiebern.
Querfeldein ist ein unterhaltsamer und zugleich historisch interessanter Roman mit authentischen Charakteren und einer mitreißenden Erzählweise – eine klare Empfehlung für alle, die Familiengeschichten mit historischem Bezug schätzen.
July 30, 2026
Sehr stark
Eine Dorf- und Familiengeschichte, die an der deutsch-schweizerischen Grenze im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts spielt und historische Ereignisse und Personen als Basis nutzt. Dem Autor gelingt es sehr gut, die damalige Atmosphäre zu beschreiben und schenkt dem Leser mit Arnold und seiner Frau Betty Figuren, die einem sehr schnell sympathisch werden und denen man auf ihrem Weg sehr gerne folgt. Ganz nebenbei beschäftigt sich das Buch auch mit philosophischen und politischen Fragen: Wie wirkt sich die Bedrohung von außen durch einen totalitären Staat auf eine Gemeinschaft aus und welche Rolle spielen persönlicher Mut, Zusammenhalt und Widerstand dabei? Die Sprache des Autors bleibt dabei leicht und ohne Pathos, kurzum ein wirklich lesenswertes Buch, auch als Ferienlektüre bestens geeignet. Von mir ganz klar fünf Sterne!
Eine Dorf- und Familiengeschichte, die an der deutsch-schweizerischen Grenze im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts spielt und historische Ereignisse und Personen als Basis nutzt. Dem Autor gelingt es sehr gut, die damalige Atmosphäre zu beschreiben und schenkt dem Leser mit Arnold und seiner Frau Betty Figuren, die einem sehr schnell sympathisch werden und denen man auf ihrem Weg sehr gerne folgt. Ganz nebenbei beschäftigt sich das Buch auch mit philosophischen und politischen Fragen: Wie wirkt sich die Bedrohung von außen durch einen totalitären Staat auf eine Gemeinschaft aus und welche Rolle spielen persönlicher Mut, Zusammenhalt und Widerstand dabei? Die Sprache des Autors bleibt dabei leicht und ohne Pathos, kurzum ein wirklich lesenswertes Buch, auch als Ferienlektüre bestens geeignet. Von mir ganz klar fünf Sterne!
July 21, 2026
Im Gasthof zur Moskau
Alex Capus gestaltet seinen neuen großen Roman mit seiner gewohnt lässigen, manchmal lakonischen Art.
Es beginnt zur Jahrhundertwende und zeigt einen Schweizer Gastwirt und seine Frau sowie seine Kinder über einen langen Zeitraum. Dabei betrachtet Alex Capus auch die politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen der Zeit.
Es ist ein historischer Stoff und wirkt aufgrund der eigenwilligen Figuren wie ein Schelmenroman. Aus meiner Sicht sehr gelungen! Alex Capus ist ein zuverlässiger Autor, dessen Bücher immer ein gutes Niveau haben.
Alex Capus gestaltet seinen neuen großen Roman mit seiner gewohnt lässigen, manchmal lakonischen Art.
Es beginnt zur Jahrhundertwende und zeigt einen Schweizer Gastwirt und seine Frau sowie seine Kinder über einen langen Zeitraum. Dabei betrachtet Alex Capus auch die politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen der Zeit.
Es ist ein historischer Stoff und wirkt aufgrund der eigenwilligen Figuren wie ein Schelmenroman. Aus meiner Sicht sehr gelungen! Alex Capus ist ein zuverlässiger Autor, dessen Bücher immer ein gutes Niveau haben.
September 15, 2026
What a wonderful gem this book is!
Of course I was biased as the setting took place in my former hometown and the region I was born - but to be fair: the place and people were depicted so very well and accurately, this alone was already a masterpiece.
The story however is the second or main highlight. Calmly told with depth on people, their behaviour and thinking, the ways to find peace and freedom and with a cleverness only some people can provide.
I love the book to pieces and am officially homesick now for quite a while
Of course I was biased as the setting took place in my former hometown and the region I was born - but to be fair: the place and people were depicted so very well and accurately, this alone was already a masterpiece.
The story however is the second or main highlight. Calmly told with depth on people, their behaviour and thinking, the ways to find peace and freedom and with a cleverness only some people can provide.
I love the book to pieces and am officially homesick now for quite a while
August 6, 2026
Was für ein wunderbares Buch! Schon lange habe ich keinen so guten historischen Roman mehr gelesen!
Ich wohne ja selbst in Schaffhausen und das erhöht das Lesevergnügen noch mehr. Grosse Empfehlung also an die tollen Frauen aus meinem Buchklub! Lest dieses Buch!
Aber auch so hatte ich eine richtige Freude an dieser Geschichte, den (echten) Charakteren und ganz besonders wegen Capus Art zu erzählen!
Ich wohne ja selbst in Schaffhausen und das erhöht das Lesevergnügen noch mehr. Grosse Empfehlung also an die tollen Frauen aus meinem Buchklub! Lest dieses Buch!
Aber auch so hatte ich eine richtige Freude an dieser Geschichte, den (echten) Charakteren und ganz besonders wegen Capus Art zu erzählen!
Review of advance copy received from NetGalley
Für den zugezogenen Arbeitersohn Arnold war klar, dass er sich mit „den Witzbolden“, der Clique wohlhabender Bauernsöhne im Dorf, allein schon wegen seiner Fußverletzung nicht messen konnte und so entschied er sich, einen Gasthof zu eröffnen. An einer Stelle der deutsch-schweizerischen Grenze, wo nachts die Schranken des Grenzübergangs geschlossen werden, lag sein Gasthof am Schnittpunkt der Nachrichten, der Handels- und Schmugglerwege und der Routen von Wilderern und Geflüchteten. Er zahlt immer sofort, arbeitet in jedem Gewerk am Haus mit und erwirbt sich den Ruf eines zuverlässigen Geschäftsmanns. Bereits vor Eröffnung, als Sepp der Schriftenmaler den Namen des Gasthofs an der Hausfassade anbringen soll, zeigt Arnold in der Verhandlung mit Sepp seinen besonderen Sinn für Humor. Arnold bot seinen Gäste alles, was einen Gasthof ausmacht: einen Biergarten unter schattigen Kastanien, die Gelegenheit Pferde anzubinden, Mansardenzimmer unter dem Dach – und schließlich seine tatkräftige Frau Betty als Wirtin, mit der er acht Kinder hatte. Man kennt hier die Wege, die Waren und die Routinen der Zollbeamten, mit denen man im Dorf Tür an Tür lebt. Wie ein Dorf funktioniert, in dem man zum Pilze sammeln aufbricht und quer durch den Wald mit Schmuggelgut zurückkommt, das beschreibt Alex Capus mit dem schlitzohrigen Humor, der auch Arnold auszeichnet.
Die 1903 geborene Tochter Clara gerät sichtlich nicht nach Arnold, sie will weg, woanders hin, seit sie krabbeln kann. Als die erwachsene Clara zu Pferd mit dem bärenhaften böhmischen Holzfäller Hermann zurückkehrt, weist sie ihn in die Geheimnisse der besonderen Wegkreuzung ein. Die Uniformträger aus dem Nachbarland, die Hermann auf Schweizer Boden überfallen und verschleppen, ahnen nicht, welche internationale Krise sie damit losgetreten haben. Schließlich sind aus den Witzbolden von früher ordentliche Geschäftsleute geworden, Arnold wirkt nach Jahrzehnten sichtlich ergraut und kann zufrieden darauf zurückblicken, dass er nie alle seine Trümpfe auf den Tisch gelegt hat.
Fazit
Ein Gasthof an der deutsch-schweizerischen Grenze an sich ist bereits ein hinreißender Schauplatz, weil bei Arnold Neuigkeiten eintreffen, ohne dass er einen Fuß aus dem Haus setzen müsste. Seine Liebenswürdigkeit, die ungewöhnliche Ehe mit Betty und die groteske Geschichte um Hermann aus Böhmen fügen sich zu einem Highlight dieses Sommers.
Die 1903 geborene Tochter Clara gerät sichtlich nicht nach Arnold, sie will weg, woanders hin, seit sie krabbeln kann. Als die erwachsene Clara zu Pferd mit dem bärenhaften böhmischen Holzfäller Hermann zurückkehrt, weist sie ihn in die Geheimnisse der besonderen Wegkreuzung ein. Die Uniformträger aus dem Nachbarland, die Hermann auf Schweizer Boden überfallen und verschleppen, ahnen nicht, welche internationale Krise sie damit losgetreten haben. Schließlich sind aus den Witzbolden von früher ordentliche Geschäftsleute geworden, Arnold wirkt nach Jahrzehnten sichtlich ergraut und kann zufrieden darauf zurückblicken, dass er nie alle seine Trümpfe auf den Tisch gelegt hat.
Fazit
Ein Gasthof an der deutsch-schweizerischen Grenze an sich ist bereits ein hinreißender Schauplatz, weil bei Arnold Neuigkeiten eintreffen, ohne dass er einen Fuß aus dem Haus setzen müsste. Seine Liebenswürdigkeit, die ungewöhnliche Ehe mit Betty und die groteske Geschichte um Hermann aus Böhmen fügen sich zu einem Highlight dieses Sommers.
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