Von der zerstörerischen Kraft des Krieges und der Ideologie
Eine verschwindende Generation kommt zu Wort Emotionale Porträts der Betroffenen Einblicke in die Vielfalt der Schicksale
Grit und Niklas Poppe erzählen die Schicksale Jugendlicher und junger Erwachsener nach, die nach der NS-Zeit, nach Kriegs- und Nachkriegserlebnissen in die Fänge des sowjetischen Geheimdienstes gerieten, verhaftet und verschleppt wurden – oft ohne dass ihre Angehörigen damals etwas von ihrem Schicksal erfuhren. Es sind die Leidensgeschichten und Hafterfahrungen Betroffener aus der SBZ und DDR, die jung und unschuldig, oft für Jahre in einem der Speziallager der Sowjets und im Gulag verbrachten, nicht wenige mussten ihr Leben lassen. Quelle der Porträts sind vor allem Interviews mit Zeitzeugen und Zeitzeuginnen, die bisher unveröffentlicht sind. Im Mittelpunkt des Buches stehen dadurch die Betroffenen selbst. Ihre Erinnerungen werden so wiedergegeben, dass sie für die Leser und Leserinnen emotional nachvollziehbar sind und deutlich wird, wie schwer und nachhaltig Menschenwürde und Menschenrechte verletzt wurden.
Wie es auf Seite 10 des Buches steht: „Unverständlich ist, dass die Geschichte der stalinistischen Verfolgung in der SBZ und DDR bis heute kein Schulstoff ist.“
Als nach der Wiedervereinigung im tiefsten Westen Geborene bin ich wirklich schockiert über meine vielen Blindspots gegenüber der ostdeutschen Vergangenheit.
Besondere Empfehlung an: die nicht nur ein bisschen vom Weg abgekommene Strömung in der Linksjugend 2026, die Stalin wieder hip findet…