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Die Lüge der digitalen Bildung: Warum unsere Kinder das Lernen verlernen

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Die zunehmende Digitalisierung macht auch vor unserem Bildungssystem nicht Halt – die Stimmen, die mehr Einsatz von digitalen Medien beim Lehren und Lernen fordern, werden immer lauter. Schon die Kleinsten sind an iPads gewöhnt, Schulen setzen immer mehr auf digitale Medien und bei der beruflichen Weiterbildung sind Tablets und digitale Whiteboards inzwischen üblich. Eine Entwicklung, die nicht nur Vorteile mit sich bringt – ganz im Gegenteil.

Gerald Lembke und Ingo Leipner zeigen die dunkle Seite der Ökonomisierung und Digitalisierung von Bildung. Kinder und Jugendliche entwickeln ein bulimieartiges Dinge werden schnell und kontextfrei auswendig gelernt, in der Prüfung »ausgekotzt« – und sofort wieder vergessen. Die Autoren belegen diese und andere Gefahren für unser Bildungssystem. Eine eindringliche Warnung – und ein Plädoyer für eine durchdachte Nutzung digitaler Medien.

257 pages, Kindle Edition

First published March 9, 2015

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Gerald Lembke

22 books

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Displaying 1 - 2 of 2 reviews
Profile Image for Peter Baumgartner.
42 reviews7 followers
November 18, 2016
Die Autoren sind keine Maschinenstürmer und vertreten – entgegen den vollmundigen Titel – durchaus eine differenzierte Position. Ich stimme einigen ihrer grundsätzlichen Kritikpunkten zur Digitalisierung zu: Überzogene Erwartungen, Ökonomisierung, Technik-getrieben.

Allerdings meine ich, dass bei einigen anderen scheinbar grundsätzlichen Argumenten einfach schlechte Beispiele herangezogen werden. So z.B. wenn das Thema Farbenmischung besser in der Realität (Malkasten) als virtuell über ein WebQuest gelernt werden sollte. Das heißt aber nicht, dass deswegen WebQuest – und damit über eLearning vermittelte Kompetenz – grundsätzlich schlecht ist.

Die wichtigste Message des Buches ist: Wenn digitale Bildung zu früh eingesetzt wird, werden die kindliche Entwicklungsphasen ( es wird vor allem Piaget herangezogen) gestört. Gemäß den Autoren soll bis zu 12-14 Jahren die Schulen digitalfreie Zonen sein. Ich kann das auf jeden Fall nachvollziehen bei Kindern bis zu 2 Jahren (sensumotorische Phase nach Piaget) und bin auch noch bis zum Schuleintritt mit den Autoren d'accord. Danach jedoch glaube ich, sollte begonnen werden (kritische) digitale Kompetenz schrittweise heraus zu bilden. Die Autoren wenden sich aber selbst dann noch gegen einen gemäßigten durchmischten analogen/digitalen Unterricht, weil die Zeit (ein Tag hat nur 24 Stunden) nicht reicht, und digitale Bildung dann notwendige andere (biologisch nicht zu überspringende) Entwicklungsphasen behindert.

Die Autoren fassen Ihre Position gut in 10 Thesen zusammen (Dort wo ich nicht zustimme, habe ich meine Anmerkungen in eckiger Klammer eingefügt.)

These 1:

Eine Kind­heit ohne Com­pu­ter ist der beste Start ins di­gi­ta­le Zeit­al­ter.

These 2:

Je jün­ger die Kin­der sind, desto sinn­vol­ler ist es, sie über­haupt nicht dem Ein­fluss elek­tro­ni­scher Me­di­en aus­zu­set­zen.

These 3:

Ob Wer­bung oder nicht – be­reits die ver­füh­re­ri­schen Klick-Op­tio­nen im In­ter­net über­for­dern un­se­re Kin­der, weil sie noch nicht über eine aus­rei­chen­de Im­puls­kon­trol­le ver­fü­gen.

These 4:

Kin­der er­le­ben in un­se­rer Welt genug Di­gi­ta­li­tät. Da ist es kon­tra­pro­duk­tiv, den Um­gang mit Com­pu­tern in Kin­der­gar­ten und Schu­le zu for­cie­ren. [Aber gerade damit wird ein kritischer Umgang "verschlafen" und werden die Kinder wehrlos den Marketingsstrategien der Hard- und Softwarefirmen überlassen.]

These 5:

Wer bei einem Lern­pro­zess die Wahl zwi­schen rea­len und vir­tu­el­len Hilfs­mit­teln hat, soll­te sich für die Rea­li­tät ent­schei­den – und auf E-Learning so oft wie mög­lich ver­zich­ten.

These 6:

Kin­der müs­sen eine be­stimm­te ko­gni­ti­ve Ent­wick­lung durch­lau­fen haben, bevor sie sinn­voll mit Com­pu­tern ar­bei­ten. Das dürf­te ab einem Alter von etwa 12 bis 14 Jah­ren der Fall sein. Vor­her kann die Kon­fron­ta­ti­on mit di­gi­ta­len Me­di­en mehr scha­den als nut­zen.

These 7:

Wir brau­chen min­des­tens in Kin­der­gar­ten und Grund­schu­le di­gi­tal­freie Zonen, damit Kin­der vor allem Lern­er­fah­run­gen ma­chen, die zu ihrer ko­gni­ti­ven Ent­wick­lung pas­sen. [Ich bin eher für digitalfreie Zeiten, nicht völligen Ausschluss, weil das (siehe meine Anmerkung zu These 4) illusorisch wäre.]

These 8:

Egal ob Ta­blet oder Krei­de­ta­fel – die Qua­li­tät des Un­ter­richts steht und fällt immer mit der Per­sön­lich­keit des Leh­rers.

These 9:

Die Di­gi­ta­li­sie­rung der Bil­dung er­folgt in ers­ter Linie tech­no­lo­gie-und öko­no­mie­ge­trie­ben – päd­ago­gi­sche Kon­zep­te ent­ste­hen erst als Ab­fall­pro­dukt.

These 10:

Junge Er­wach­se­ne soll­ten über um­fang­rei­che Me­di­en­kom­pe­tenz ver­fü­gen, um an­spruchs­vol­le Auf­ga­ben in Aus­bil­dung und Stu­di­um zu lösen. Diese Fä­hig­kei­ten er­wer­ben sie, wenn sie ko­gni­tiv zu Abs­trak­ti­on und Selbst­re­fle­xi­on in der Lage sind (ab 12 bis 14 Jah­ren). [Es mag stimmen, dass erst mit diesem Alter die entsprechenden Fähigkeiten voll ausgebildet werden können. Die Autoren referieren aber selbst, dass Piaget nicht mehr als Stufenmodell anzusehen ist, sondern als sich überlappende Spirale (Pos. 1010, S.77 und Pos. 1097, S.82). Warum also nicht schon früher langsam beginnen?]



Profile Image for ShepherdsDelight.
448 reviews
February 24, 2022
50/100 (= 2.0/6) ≈ 2 Stars

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I didn't enjoy this read. It was borrowed from friends who recommended it. Yes, there were a few interesting tidbits, but the takeaway was quite minimal. Most people know that screens aren't healthy for young kids. The section I appreciated the most was the one on how Big Data pushes studies showing how great E-learning is (in order to profit from all the infrastructure adjustments that this leads to).
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