Chris ist arrogant. Er ist ein Arschloch. Er stammt aus gutem Elternhaus und steht kurz vor dem Abi. Er denkt einzig und allein an sich selbst und hat nicht das geringste Problem damit. Und Chris hat ein Verhältnis mit seiner Schwester Sara. Bis die beiden in flagranti erwischt werden. Eine Talfahrt aus Verwirrung und Chaos beginnt und treibt die Beziehung der beiden an ihre Grenzen. Sara muss auf ein Internat, während Chris sich zusammen mit seinem Kumpel Mark ins Partyleben der Oberschicht flüchtet. Gelingt es ihm, seine Zwillingsschwester zu vergessen und sich selbst zu täuschen? Oder gibt es am Ende einen anderen Weg, der die beiden doch noch zusammenführt?
»Ich werde dich nicht verlassen. Niemals! Hast du verstanden?« »Niemals?«, wiederholte sie und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht, die nicht versiegten. »Niemals«, versprach ich. »Wenn du es willst, werden wir es versuchen. Wir werden einen Weg finden. Ein Leben. Eine Zukunft.« »Und was ist, wenn wir scheitern? Was, wenn das mit uns wirklich keine Zukunft hat?« Ihre Stimme bebte. »Was, wenn wir scheitern ...« »Dann ist das so«, antwortete ich leise und lächelte sie an. »Aber dann haben wir es wenigstens versucht. Und wenn wir dann scheitern, können wir sagen, dass wir alles getan haben, was in unserer Macht stand.«
Wie weit würdest Du für den Menschen gehen, den Du am meisten auf der Welt liebst?
Die Geschichte Hier hat man es mit einer ganz besonderen Geschichte zu tun. Mit einer Liebe, die nicht sein darf - einer Liebe zwischen Geschwistern. Die Geschichte hat meiner Meinung nach sehr viel Potenzial und die Grundidee hat mir sehr gut gefallen. Hannah Ben spricht ein Tabuthema vollkommen offen an und zeigt auch auf, was Inzest für die Umgebung der Betroffenen bedeutet. Leider wurde das Potenzial meiner Meinung nach nicht voll ausgeschöpft, denn gerade zu Beginn der Geschichte hatte ich meine Probleme. Ich wollte das Buch sogar schon abbrechen, weil ich den Protagonisten einfach überhaupt nicht leiden konnte und dadurch das Lesen eher Qual als Vergnügen war. Zeitweise fand ich die Geschichte auch leider sehr langatmig, sodass ich nicht das Bedürfnis hatte weiterzulesen und mich immer weiter durchquälen musste. Doch dann kam ein Wendepunkt, den ich so definitiv nicht erwartet hatte und der hat für mich das Ruder noch einmal rumgerissen. Auf einmal war ich von der Geschichte berührt und nicht mehr genervt und wurde emotional von ihr gefesselt. Auf einmal hatte sie wahre Emotionen und Tiefgang und ich teilweise richtig mitgenommen. Schade, dass die Geschichte nicht von Anfang an dieses Niveau hatte, denn dann wäre sie wirklich sehr gut gewesen.
Die Charaktere Wie ich bereits erwähnt hatte, war mir Chris die meiste Zeit über nicht unbedingt sympathisch. Das ist noch untertrieben, denn ich fand ihn richtig zum Kotzen und hätte ihm am liebsten ein, zwei Mal eine gescheuert, damit er mal merkt, was für ein arrogantes Arschloch er ist. Christ ist eingebildet, egoistisch und ein richtiges Großmaul. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihn auch nur irgendein Leser am Anfang sympathisch findet. Ich spreche extra vom Anfang der Geschichte, da er eine große Entwicklung durchmacht und die zum Glück im positiven Sinn. Ich hatte ja bereits erwähnt, dass es einen Wendepunkt in der Geschichte gab, ab dem ich sie wirklich gerne weitergelesen habe und das lag vor allem daran, dass Chris auf einmal auch mal an andere gedacht hat und sich selbst eingestehen konnte, dass sein bisheriges Verhalten nicht unbedingt das beste war. Ab diesem Punkt habe ich fast so etwas wie Sympathie für ihn empfunden. Sara hingegen fand ich schon liebenswert und auch sympathisch, aber ich bin auch mit ihr nicht so richtig warm geworden, weil ich ihre Beweggründe teilweise leider überhaupt nicht verstanden habe und sie mir meistens echt ein Rätsel war. Dennoch ist sie mir ans Herz gewachsen und ich habe ihr immer nur das Beste gewünscht. Der interessanteste Charakter ist meiner Meinung nach der beste Freund von Chris, denn Mark weiß von Anfang an von der Affäre zwischen Chris und Sara und akzeptiert diese bedingungslos. Er ist ein wundervoller Freund und hilft Chris, wo er nur kann, auch wenn dieser nicht immer nett zu ihm ist.
Der Schreibstil Die Geschichte ist aus der personalen Ich-Perspektive von Chris erzählt, was mir natürlich nicht unbedingt gefallen hat, da ich mich nun mal null mit ihm identifizieren konnte und mich seine verquerten Ansichten auf Deutsch gesagt richtig angekotzt haben. Der Schreibstil ist nicht beschönigt, sondern direkt und unverfälscht. Die Autorin hat Chris so sprechen und denken lassen wie es ein arroganter und egoistischer 18-jähriger nun mal tut. Da fallen nun mal einige Schimpfwörter und auch Beleidigungen anderen gegenüber. Die Geschichte enthält mehr erotische Szenen, als ich gedacht habe und diese sind auch sehr detailliert beschrieben worden. Anfangs fand ich es noch ein wenig komisch Inzest-Sexszenen zu lesen, aber im Laufe der Geschichte wurde es irgendwie fast schon zur Normalität, da die Autorin es dem Leser so einfach gemacht hat die Liebe zwischen Chris und Sara zu akzeptieren.
Die Gestaltung Ich finde das Cover wunderschön. Es ist mit der Harmonie der Farben und dem ausdrucksstarken Gesicht des Models ein richtiger Hingucker und ich kann mich gar nicht daran sattsehen. Die Wahl des Titels gefällt mir auch ganz gut. Chris und Sara sind halt die Namen der Zwillinge und es geht nun mal um ihre Geschichte. "Die Geschichte einer verbotenen Liebe" ist meiner Meinung nach ein perfekter Titel, da er gleich darauf aufmerksam macht, dass es sich hierbei nicht um eine normale Liebesbeziehung handelt. Ich bin mir sehr sicher, dass die meisten bei einer verbotenen Liebe an Inzest denken.
Mein Fazit "Chris und Sara- Die Geschichte einer verbotenen Liebe" von Hannah Ben hat sehr viel Potenzial, das aber leider nicht komplett genutzt wurde. Die Geschichte hat leider einige Schwachstellen und der Protagonist ist die meiste Zeit über vollkommen unsympathisch. Dies ist eine Geschichte, die ihre wahre Größe erst zum Ende hin zeigt und das reicht einfach nicht.
Gestaltung Das Cover ist sehr einfach in Orange und Rottönen gehalten. Darauf erkennt man die Protagonisten Sara & Chris in einer Art Umarmung. Neben und über dem nur ganz leicht zu erkennenden Rankenmuster ist der Titel in einer schlichten weißen Schrift geschrieben. Mir gefällt dieser Minimalismus, der den Blick auf das Wesentliche lenkt. Auch im Inneren ist die Simplizität zu finden, so sind die Kapitel lediglich durchnummeriert und so angeordnet, dass platzsparend manchmal auf einer Seite ein Kapitel endet und gleich ein neues beginnt. Meine Erfahrung bezieht sich auf die ebook-Version, es ist allerdings auch eine Taschenbuchversion verfügbar.
Meine Meinung "Chris und Sara" ist das Debut der unter Pseudonym schreibenden Autorin Hannah Ben, welche ich durch eine Schreibgruppe kennen gelernt habe. Als es ihr Buch am ersten Tag kostenlos bei amazon gab, habe ich zugeschnappt. Bei diesem Buch darf man defintiv nicht zimperlich und erst recht nicht prüde sein. Wie der Klappentext schon andeutet, geht es um Inzest, also die Liebe zweier Geschwister mit Geschlechtsverkehr. Wer das nicht verträgt, sollte es lieber sein lassen das Buch zu lesen. Auch mit Schimpfwörtern sollte man leben können, denn wenn der erzählende Protagonist eins kann, dann ist es fluchen wie ein Seemann. Während ich ihn anfangs förmlich gehasst habe, für alle seine Ansichten und seine Worte, wuchs mir Saras Bruder mit der Zeit ans Herz. Harte Schale, weicher Kern, passt bei ihm defintiv. Sara hingegen blieb mir größtenteils fremd, irgendwie konnte ich sie gegen Ende verstehen, aber ich würde anders Handeln. Wie bereits erwähnt, ist Hannah Bens Schreibstil ungewöhnlich direkt, was aber äußerst erfrischend und den Protagonisten angemessen ist. Zwar bedient sie sich des Clichées der wohlhabenden Eltern, wobei der Vater ein brutaler Kerl und die Mutter ein Heimchen am Herd ist, aber es fügt sie so perfekt in die Geschichte ein, dass ihr mir das Setting nicht hätte anders vorstellen können.
Insgesamt ist "Chris und Sara - Die Geschichte einer verbotenen Liebe" ein gelungenes Debut, welches ich jedem empfehlen kann, der mal eine andere Liebesgeschichte lesen möchte, welche sogar in Deutschland spielt.
Chris und Sara sind Zwillinge, doch haben die zwei ein außergewöhnlich intimes Verhältnis zueinander. Denn sie sind nicht nur Geschwister, sie sind auch die Liebhaber des jeweils anderen. Als Chris und Sara glauben, einen weiteren Abend ohne ihre Eltern verbringen zu können, beginnen sie sich zu lieben, werden doch abrupt von ihren Eltern in flagranti erwischt. Wie nicht anders zu erwarten zieht das ein großes Chaos mit sich. Chris wird vom Vater hinausgeworfen und beschuldigt Sara vergewaltigt zu haben. Gemeinsam mit seinem besten Freund kämpft Chris um Saras Liebe, hilft ihr, aus dem Mädcheninternat zu fliehen, in das ihr Vater sie geschickt hat und erfährt dann die Wahrheit für das Entstehen seiner innigen Beziehung zu seiner Schwester. Ein dunkler Schatten legt sich über die Beziehung der beiden. Können sie tatsächlich zusammen bleiben, oder werden sie für immer getrennt?
Hannah Ben ist es in diesem Buch gelungen die zwei wohl unsympathischsten Protagonisten der Weltgeschichte zu entwerfen. Sara kam mir vor wie eine verwöhnte Zicke und für Chris finde ich einfach keine Worte. Ständig wollte ich ihm beim lesen eins über die Rübe ziehen, ihn schütteln oder ihm einfach nur wehtun. Die Idee ist einfach grandios, doch war es nicht das, was ich mir erhofft hatte. Ich ging davon aus, dass sich die Beziehung der beiden Geschwister langsam aufbaut, stattdessen steht sie bereits ab der ersten Seite vor dem Aus. Ich kann mir vorstellen, dass eine solche Thematik nicht einfach zu erfassen und aufzuschreiben ist, weshalb ich die Idee wirklich unglaublich spannend fand. Doch leider haben die beiden Kotzbrocken (bitte verzeiht meine Ausdrucksweise) die Story einfach nur heruntergezogen. Mit anderen Charakteren wäre dieses Buch bestimmt um Längen besser geworden. Aus diesem Grund kann ich leider nur zwei von fünf Sternen vergeben. Ein Stern davon für die Idee, der andere für die super nette Hannah Ben, die mir das Buch mitsamt super süßer Widmung als Reziexemplar zur Verfügung gestellt hat. * *
"Chris und Sara" von Hannah Ben ist ein Buch, das man gelesen haben muss, wenn man erst einmal darüber hinausblicken kann, dass es ein Tabu-Thema behandelt.
Aus der Sicht des männlichen Chris zu schreiben, ist gewagt und trotzdem absolut gelungen. Man hat den arroganten Kerl praktisch direkt vor Augen und dadurch wird das Buch nur umso realer. Trotz der Liebe zu seiner Schwester versteht man ihn (und - SPOILER - leidet auch später mit ihm zusammen). Seine Art zu "erzählen" ist nahezu einzigartig und erfrischend.
Das Buch ist locker, frisch und erotisch geschrieben. Es ist sowohl spannend als auch emotional. Der Autorin ist es gelungen die Charaktere einzufangen und sie lebendig zu machen.
Das ebook ist bereits ab 2,99€ erhältlich und besser, als viele seiner "großen Bücher".
Absolute Lese-, und Kaufempfehlung für alle, die sich über ihre gewöhnlichen Genre hinaus finden wollen.
Obwohl ich Chris eigentlich durchgängig eine reinhauen wollte weil ich ihn so unsympathisch fand bekommt das Buch von mir trotzdem zwei Sterne. Zum einen weil Hannah Ben einfach eine super freundliche Person ist und ich ihr sehr dankbar bin für die Widmung in meinem Buch und zum anderen, weil ich die Idee von einer Twincest Story echt interessant fand. Ausser George R.R. Martin kenne ich keinen Autoren, der sich mit dieser Thematik auseinander setzt.
Eine heikle Thematik, die sehr interessant umgesetzt wurde...die nötige Tiefe ließ jedoch häufig zu wünschen übrig und die Autorin setzte sich im Endeffekt doch eher oberflächlich damit auseinander...trotzdem kein schlechtes Buch!