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Im Licht des neuen Tages

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»Vielleicht war der Wald nicht bloß eine Zuflucht. Vielleicht war er ein Ort, an dem sie endlich frei sein konnte.«

Eine Schriftstellerin auf der Suche nach sich selbst. Und eine uralte Geschichte, die sie nicht loslä Die Geschichte von Viktorka. Tief im märchenhaften böhmischen Wald verschränken sich die Schicksale zweier Frauen.

Als Elli Hajek sich zum Schreiben in ein abgelegenes Haus zurückzieht, erinnert sie sich an eine Figur, von der ihr einst ihre tschechische Großmutter erzä Viktorka, die junge Frau, die nach einem schwerwiegenden Ereignis für wahnsinnig erklärt wurde und fortan allein im böhmischen Wald lebte. Als Elli erfährt, dass Viktorka wirklich existierte, reist sie in das Land, aus dem sie selbst als Kind geflohen ist. Elli will mehr erfahren – doch tief im Wald, zwischen leuchtendem Farn und reißendem Fluss, wartet eine andere Aufgabe auf Bevor sie die Wahrheit über Viktorka erfährt, muss Elli sich ihrer eigenen verdrängten Geschichte stellen.

304 pages, Hardcover

Published August 26, 2026

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Jarka Kubsova

7 books36 followers

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Community Reviews

5 stars
43 (28%)
4 stars
54 (36%)
3 stars
43 (28%)
2 stars
10 (6%)
1 star
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Displaying 1 - 30 of 48 reviews
Profile Image for LeserinLu.
425 reviews55 followers
September 9, 2026
Jarka Kubsovas neuer Roman hat mir vor allem sprachlich gefallen. Besonders die Beschreibungen des Waldes sind schön gemacht und atmosphärisch beschrieben. Der Wald wird hier beinahe selbst zu einer Figur und schafft eine ganz besondere Stimmung.

Mit der Geschichte selbst wusste ich anfangs allerdings noch nicht so recht, wohin sie eigentlich führen möchte. Die verschiedenen Ebenen und die Verbindung zwischen Elli und Viktorka haben sich für mich erst nach und nach erschlossen. Dann wurde die Handlung jedoch zunehmend spannender und hat mich immer mehr gepackt. Besonders interessant fand ich die Themen rund um weibliche Geschichtsschreibung, verdrängte Vergangenheit und die Frage, wessen Geschichten eigentlich überliefert werden. Elli muss sich dabei nicht nur mit Viktorkas Geschichte auseinandersetzen, sondern auch mit ihrer eigenen Vergangenheit und genau diese Verbindung hat für mich den Roman immer stärker gemacht.

Ein atmosphärischer, sprachlich schöner Roman über Frauen, deren Geschichten über die Zeit hinweg miteinander verbunden sind. Für mich brauchte er etwas Zeit, um seinen Sog zu entwickeln, hat mich dann aber immer mehr für sich eingenommen.
Profile Image for Majca.
266 reviews13 followers
September 2, 2026

Ich wünschte mir Haut aus Flechten und Rinde gegen die Kälte. Ich wollte aus Nebel sein und davonschweben. Ich wünschte mir Viktorkas Willen, den Mut einer Wilden Frau. Ich wünschte mir das Durchhaltevermögen eines Baums, die Widerstandskraft eines Farns. Ich wünschte mir die hellsichtigen Augen eines Kauzes und die fein justierten Ohren eines Luchses. Ich wollte das alles, damit ich die Nacht überstand, denn ich verstand jetzt: Wer im Wald überleben wollte, der musste Wald werden.


2.5 ★
Ich habe von der Autorin bereits ihr Buch Marschlande gelesen, in dem mir der historische Teil sehr gefallen hatte, während mir der Erzählstrang der Gegenwart dagegen gewöhnlich und austauschbar erschien. Und so war ich interessiert an ihrem neuesten Buch, aber nicht unbedingt gespannt darauf.

Ohne zu viel vorwegzunehmen: Ähnlich verhält es sich auch mit Im Licht des neuen Tages.
Die Leseprobe hatte mir allerdings sehr zugesagt. Die Sprache trägt einen direkt in die Wälder, man spürt kleine Äste unter den Füßen brechen und riecht die feuchte, satte Luft. Es ist eine intensive, leicht entrückte Atmosphäre mit einem ausgeprägten märchenhaften Einschlag.

Das Märchenhafte ist auch der rote Faden, der sich durch die Geschichte zieht: Es ist die Erinnerung an ein tschechisches Märchen und dessen Autorin, die die Erzählerin zurück in die böhmischen Wälder führt, unweit ihres Geburtsortes. Ab hier verschwimmen die Grenzen zwischen Wirklichkeit, Märchen, Gegenwart und Vergangenheit.

Leider fand ich das nicht überzeugend umgesetzt. Was mystisch und wundersam erscheinen soll, wirkt künstlich, theatralisch und ausgesprochen kitschig. Dasselbe trifft leider auf weite Teile der Entwicklung und Handlung der Protagonistin zu. So läuft sie beispielsweise nach einem klischeehaften Beziehungsstreit wütend in den Wald, verläuft sich, hat dort mehrere Heureka-Momente, bei denen sie aufspringt und ihre Erkenntnisse in den Wald ruft, merkt nicht, dass sie in einen Sumpf läuft, nur um schließlich zu beschließen, einem Irrlicht zu folgen.

Dabei bleibt sie als Person weitestgehend unbestimmt und unzugänglich, sodass mir ihre Gedankengänge und Emotionen häufig fremd blieben. Dass sie einen Partner und insbesondere eine Tochter hat, ist im Grunde irrelevant, da beide Figuren nur in Erscheinung treten, damit die Erzählerin eine „Lektion“ über ihre Beziehung zu ihnen lernen kann, die ihr wie Schuppen von den Augen fällt. Gerade bei der Beziehung zu ihrem Partner blieb für mich zudem völlig unklar, was die beiden eigentlich miteinander verbindet.

Mit Abstand am stärksten fand ich ihre Reflexionen über ihre Flucht nach Deutschland und die Auswirkungen, die diese auf ihre Familie und ihr Leben hatte.

Etwas mehr ausgearbeitet sind die beiden historischen Persönlichkeiten, die Autorin Božena Němcová und die reale Frau Viktorka, die eines ihrer Märchen inspirierte. Auch wenn ich durchaus gerne mehr über die beiden erfahren habe, war für mich allerdings häufig unklar, wo Fakten enden und Fiktion beginnt.

Auch die wiederkehrende Vorstellung des Waldes als Zufluchtsort für Frauen, fand ich spannend, allerdings romantisiert der Roman dabei meines Erachtens das Leben in der Wildnis doch enorm.

Schade, denn die Grundidee, das Setting, der historische Aspekt und besonders die Atmosphäre haben viel versprochen. Am Ende war es jedoch eher ein Selbstfindungsexkurs voller übersteigerte Metaphern und reichlich Kitsch als eine gelungene Verbindung aus Märchen, Geschichte und Gegenwart.

Vielen Dank an vorablesen und Fischer für ein Rezensionsexemplar. Alle Meinungen sind meine Eigenen.
Profile Image for Rosa.
754 reviews45 followers
July 19, 2026
Nachdem ich “Marschlande” wirklich sehr toll gefunden habe, hatte ich mich sehr auf dieses Buch gefreut. Leider hat es meine Erwartungen nicht wirklich erfüllt. Ich fand es schön geschrieben, aber die Geschichte hat mich einfach nicht so richtig gepackt.
Profile Image for Sarah Sophie.
330 reviews263 followers
September 4, 2026
Was für eine besondere Geschichte!

Ich habe es geliebt, mit Elli in die böhmischen Wälder zu gehen. Die Atmosphäre dort ist mystisch, manchmal fast märchenhaft und genau diese Stimmung hat mich von Anfang an gefangen genommen. Überhaupt verschwimmen in diesem Roman immer wieder die Grenzen zwischen Märchen und Wirklichkeit, Fiktion und Geschichte, Vergangenheit und Gegenwart.

Die Schriftstellerin Elli stößt bei ihren Recherchen auf Viktorka, eine Frau, die tatsächlich gelebt haben soll und deren Geschichte von der tschechischen Schriftstellerin Božena Němcová in einem Märchen verarbeitet wurde. Elli folgt den Spuren der beiden und reist dafür an die Schauplätze in den böhmischen Wäldern. Ihre eigene Geschichte bleibt dabei eher im Hintergrund – und trotzdem ist sie immer präsent.

Besonders stark fand ich die Gedanken zu Ellis Familiengeschichte. Ihre Familie floh einst nach Deutschland und diese Erfahrung hat Spuren hinterlassen, die bis in die nächste Generation reichen. Gerade hier wurde die Geschichte für mich sehr persönlich.

Ellis Großmutter ist mir dabei besonders nahegegangen. Sie stand mir beim Lesen so lebendig vor Augen, dass ich unwillkürlich an meine eigene Oma denken musste: die Kittelschürzen, die alten Märchenbücher und diese Geschichten aus einer vergangenen Zeit, die man als Kind vielleicht nur nebenbei hört und erst viel später in ihrer Bedeutung versteht.

Jarka Kubsova erzählt sehr atmosphärisch und lässt dabei immer wieder Raum für eigene Gedanken. Für mich war dieses Buch eine Reise in einen geheimnisvollen Wald, in alte Märchen und gleichzeitig in die eigene Familiengeschichte. Ganz besonders toll fand ich eine Passage gegen Ende, in der Viktorka selbst „zu Wort“ kam! Das dürft ihr nicht verpassen!

Ein märchenhafter, starker Roman über Frauen, Geschichten, Flucht und die Frage, was von der Vergangenheit in uns weiterlebt.
Profile Image for Glitterregen.
110 reviews8 followers
October 5, 2026
Hab ich sehr gerne gelesen! Düster, atmosphärisch, sagenumwoben...die perfekte Herbstlektüre und ich will jetzt unbedingt auf einen langen Waldspaziergang.

Für die Schweizer*innen: Jarka Kubsova liest am Mo, 12.10. in der Buchhandlung Stauffacher in Bern <3
Profile Image for Tina Schrader.
191 reviews
September 25, 2026
Wie in den beiden vorherigen Büchern auch verwebt Jarka Kubsova Frauengeschichten aus der Gegenwart und der Vergangenheit.
Hier ist es die Schriftstellerin Elli, die in einer Lebenskrise steckt: Der neue Roman will nicht, ihre Tochter Klara ist gerade ausgezogen und die Beziehung zu ihrem Freund Jan kriselt auch.
Nachdem Elli in ein einsames Waldhaus gezogen ist, fährt sie zum ersten Mal seit langem in die Heimat Tschechien zurück, aus der sie als kleines Mädchen mit Eltern und Schwester geflohen ist. Dort recherchiert sie zum einen das Leben der Schriftstellerin Bozena Nemcova, deren Werk „drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ wohl jeder kennt, aber auch einer Nebenfigur, Viktorka, aus ihrem Hauptwerk „Babicka“.
Elli versucht mühsam, Dichtung und Wahrheit, Phantasie und Realität, Beschönigung und Verleugnung auseinander zu klauben, in den Leben aller drei Frauen, auch ihrem eigenen.

Es geht um weibliche Selbstbestimmung, geplatzte Lebensentwürfe, sexuelle Selbstbestimmung und darum, wie die Gesellschaft mit Frauen umgeht, die nicht ins Schema passen. Es geht um die Erfahrung der Flucht, der Heimatlosigkeit, der Wurzellosigkeit zwischen Kulturen.

Jarka Kubsova wird dabei nie laut, sie verwebt die Fäden so fein, dass man man manchmal nicht weiß, wessen Faden man gerade folgt - aber vielleicht ist eine Trennung der Fäden auch künstlich, vielleicht ist Viktorka Betty und Elli.

Wie immer spielt auch die Natur eine große Rolle, der Wald in diesem Buch ist der ungezähmte, lebendige, magische Ort, den man aus Märchen kennt.

Ich glaube, dies ist kein Buch das man nebenher am Strand oder in der S-Bahn lesen kann. Es ist ein Buch, in das man in Ruhe versinken muss, das man auf sich wirken lassen muss. Dann ist es aber ein ein großes Lesevergnügen, wunderschön geschrieben und es entfaltet einen wirklichen Sog.

Profile Image for Miriam.
66 reviews1 follower
September 14, 2026
Was die Protagonistin Elli über Božena Němcovás Vorgehen bei der Bearbeitung der Figur der Viktorka herausfindet, mutet wie ein poetologischer Schlüssel für Kubsovas Texte an.

Gefallen haben mir außerdem die Natur- und Waldbeschreibungen und wie mehrere Erzähl- und Zeitebenen ineinander verschränkt sind. Die Hörbuch-Umsetzung mit zwei Sprecherinnen hat auch ganz wunderbar gepasst.

Persönliche Besonderheit: Ungeplant und zufällig war ich, kurz bevor ich das Hörbuch startete, selbst im Urlaub im tschechischen Wald. Deshalb war die Beschreibung der Natur eine extra intensive Erfahrung für mich.

„Wie seltsam, dass etwas zu wollen und etwas zu fürchten, manchmal das Gleiche ist.“

„Aushalten ist ja manchmal das Einzige, das uns bleibt, oder? Vor allem, wenn Ausweichen gar nicht möglich ist. Man hält aus. Man spürt alles. Man weint alle Tränen. Und dann irgendwann wird es besser.“

4,5 Sterne

Kostenloses Hörbuchexemplar über NetGalley – danke.
37 reviews2 followers
September 30, 2026
Jarka Kubsova hat mich mit „Im Licht des neuen Tages“ wieder vollkommen überzeugt.

Im Mittelpunkt steht die Schriftstellerin Elli Hajek, die sich auf die Suche nach der Geschichte ihrer tschechischen Großmutter und der geheimnisvollen Viktorka macht. Je tiefer Elli in deren Vergangenheit eintaucht, desto stärker wird sie auch mit ihrer eigenen Geschichte und verdrängten Erinnerungen konfrontiert.

Besonders gelungen ist die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart. Kubsova erzählt von Frauen, deren Geschichten lange verschwiegen oder falsch bewertet wurden, und von dem Mut, die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Der wunderbare, ruhige und poetische Erzählton hat mich wieder begeistert. Die Naturbeschreibungen sind atmosphärisch, die Figuren authentisch und die Geschichte emotional, ohne kitschig zu wirken.

Auch „Bergland“ und „Marschlande“ haben mich bereits begeistert. Auch bei „Im Licht des neuen Tages“ erkennt man sofort Kubsovas besondere Handschrift und ihre Liebe zu starken Frauengeschichten.

Ein Buch das noch lange nachhallt.
Profile Image for Barbara.
106 reviews1 follower
September 5, 2026
Stimmungsvoll, märchenhaft schön

„Aber die wahre Geschichte kannte nur der Wald.“ (263)

Nachdem ihre Tochter Klara aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen ist, empfindet die Schriftstellerin Elli Hajek nur eine schreckliche Leere. Gleichzeitig hat sie Angst vom Zusammenleben mit ihrem Partner Jan, der ihr eine Stütze sein will und an eine gemeinsame Zukunft mit ihr denkt. An einem abgelegenen Ort, in einer einsamen Waldhütte, hofft die Schriftstellerin all ihren Problemen und Sorgen zu entfliehen, und ihre jetzige Schreibblockade zu überwinden.

„Erst hört man den Wald atmen. Dann flüstern. Dann gibt er die Dinge preis, die er aufbewahrt.“ (9)

In der einsamen Hütte im Wald erinnert sich Elli Hajek an ihre Kindheit und die Geschichten, die ihr ihre tschechische Babička oft erzählt hat. Eine davon war die Geschichte über die verrückte Viktorka, die jahrelang in den böhmischen Wäldern lebte. Elli erfährt, dass Viktorka keine fiktive Figur ist, dass sie tatsächlich lebte. Um die ganze Wahrheit über Viktorkas Schicksal zu erfahren, reist Elli nach Tschechien, besucht die Orte des Geschehens und erlebt den Wald, der damals, für die von der Gemeinschaft verstoßene junge Frau, ihr Zuhause wurde. Dabei macht Elli Erfahrungen, die ihr helfen, sich selbst und ihre eigene Lebensgeschichte besser zu verstehen.

In ihrem atmosphärischen Roman hat mich Jarka Kubsova in eine Welt des tschechischen Märchens und der Überlieferung entführt. Sie greift darin auf die klassische Märchengeschichte von Bozena Nemcova aus dem Jahr 1855 zu und verknüpft sie kunstvoll mit der Geschichte einer modernen Frau, der Schriftstellerin Elli Hajek.
Das beliebte Viktorka-Erzählung ergänzt die Autorin mit den Ergebnissen von Ellis aktueller Recherche, welche ein neues Licht auf das Leben von Viktorka wirft. Viktorkas tragische Geschichte berührt und erschüttert zutiefst. Gleichzeitig wirkt sie erstaunlich aktuell, denn vieles davon, was Viktorka widerfahren ist, findet auch heutzutage in verschiedenen Milieus statt.

Auch Ellis Geschichte hat mich beeindruckt und nachdenklich gemacht. Denn auch sie musste zuerst innehalten, über ihr bisheriges Leben nachdenken, zu sich selbst finden. Klug und nachvollziehbar schreibt die Autorin in dem Teil über solche Themen, wie Flucht, Sprache, Integrität, kulturelle Identität, Leben in Freiheit. Alles sehr wichtige Themen, heutzutage von großer Bedeutung.

Ich habe den Roman sehr gerne gelesen, die atmosphärische Erzählung sehr genossen. Besonders die poetischen, gefühlvollen Beschreibungen der Natur, insbesondere die authentisch wirkenden Beschreibungen des lebendigen Waldes, sprachen mich innerlich an. Die Geschichten der beiden Frauen, einfühlsam erzählt, bleiben lange in meiner Erinnerung.
Profile Image for Kimberly L..
752 reviews41 followers
September 1, 2026
Ich weiß nicht so recht, wie ich dieses Buch beschreiben soll. Ich habe das Gefühl, dass es zu viel gleichzeitig versucht hat und einiges dadurch zu kurz gekommen ist.
Einerseits fand ich die Handlung und vor allem die Geschichte der Frau, die hinter der Erzählung von Viktorka steht, super interessant. Andererseits zieht sich der Anfang sehr und tritt etwas auf der Stelle.
Irgendwie hat mir durch die Erzählperspektive die Nähe zu Elli gefehlt, denn eigentlich hatte das Buch alles, was mich normalerweise anspricht, doch hier blieb bis zuletzt eine gewisse Distanz, die es mir schwer gemacht hat ganz in die Geschichte einzutauchen und in einen angenehmen Lesefluss zu kommen.
Gut gelungen und besonders schön fand ich das letzte Kapitel und den Schluss, der alles auf eine sehr zufriedenstellende Art abrundet und zeigt, wie stark sich Elli entwickelt hat.
Profile Image for Caroline | dogtailsandcrimetales.
415 reviews17 followers
July 13, 2026
★★★★★

“Bewahre meine Geschichte. Und wenn der richtige Moment kommt, erzähle sie dem richtigen Menschen.“

Elli ist Schriftstellerin und mietet sich ein abgelegenes Haus im Wald, fest entschlossen, ihr nächstes Buch endlich fertigzustellen. Auf der Suche nach Inspiration begibt sie sich auf eine Reise in ihre Vergangenheit, die schon bald mit tschechischen Märchen verschmilzt und zu einer ganz eigenen Geschichte wird.

Elli erkennt, dass sie sich öffnen muss, dass ihre Geschichten mehr Herz brauchen und dass sie sich selbst besser verstehen muss. Wir begleiten sie auf einer magischen Reise durch alte Märchen, ihre Vergangenheit und ihre Heimat, immer auf der Suche nach einem Ort, der sich wie ein Zuhause anfühlt und an dem sie das Gefühl hat, dazuzugehören.

“Eine Schwebfliege stand scheinbar still in der Luft über einem der Heidekrautbüsche, als hinge sie an einem unsichtbaren Faden. Die gelb-schwarzen Streifen ließen sie wie eine Wespe aussehen - aber ich wusste, dass es eine Täuschung war. Mimikry.
Sie imitierte die Wespe nur, aus Selbstschutz. Sie besaß nicht einmal einen Stachel. Es war alles nur ein Schauspiel, um in Ruhe gelassen zu werden.
Sie gab sich als etwas anderes aus, als sie war. Um zu überleben. Die Lüge als Rettung.“

Im Licht des neuen Tages ist mein erstes Buch von Jarka Kubsova und hat mich vollkommen begeistert. Ihr Schreibstil besitzt eine ganz eigene Magie, die es mir fast unmöglich machte, das Buch aus der Hand zu legen. Die tschechischen Märchen und Traditionen, die wunderschöne Atmosphäre, die kunstvoll miteinander verflochtenen Zeitebenen, die Parallelen und die leisen Erkenntnisse ergeben zusammen eine wunderschöne Geschichte.

“Die Bäume sind meine Zeugen, sie kennen die richtige Geschichte. Sie haben sie aufbewahrt.”

Vielen Dank an NetGalley, S. Fischer und Jarka Kubsova für ein kostenloses Exemplar. Alle Meinungen sind meine eigenen.
Profile Image for Carla.
1,170 reviews147 followers
August 17, 2026
"Und deine Geschichten sind eben Geschichten, erfunden und erdichtet; sie sind Märchen. Es war einmal und war auch nicht."

Elli Hajek ist Schriftstellerin und irgendwie inmitten einer Schreibblockade. Erst zieht sie allein in ein Häuschen in den Wald und dann verschlägt es sie kurzerhand in ihre tschechische Heimat. Im Wald hat sie nämlich Viktorka gesehen, eine Figur aus den Geschichten, die ihr ihre geliebte Oma immer erzählt hat. Viktorka war jedoch viel mehr als eine Figur in einem Buch: Sie hat wirklich existiert. Elli reist in Viktorkas Stadt und geht der Geschichte auf den Grund.

Ich mochte den thematischen Inhalt des Buches sehr. Es ist mystisch, es zeigt auf, wie es ist, wenn man die Heimat verlassen muss und nur schwer wieder Zugang zu ihr findet, wenn man nach langer Zeit wiederkehrt, einfach weil es so weh tut. Elli hat ihren richtigen Namen hinter sich gelassen, und damit ein ganzes Leben. Ich fand diesen Aspekt sehr gut und nachvollziehbar beschrieben, ich konnte sie in dieser Hinsicht wirklich gut verstehen. Während Elli sich selbst finden will, muss sie gleichzeitig loslassen, denn ihre Tochter Klara zieht aus und beginnt ihr eigenes Leben ohne Mutter.

Ein richtiger Lesesog hat sich für mich nicht entwickelt, das ist aber auch nicht schlimm. Es ist eher eine ruhig erzählte Geschichte, die sich langsam aufbaut und sich auch viel in Ellis innerer Gedankenwelt abspielt, mit vielen rhetorischen Fragen. Mir war es ein bisschen viel Zufall, ein bisschen zu viel durchschimmerndes Konstrukt. Die Handlung geht oft nicht von Elli aus, sie fällt ihr quasi vor die Füße. An manchen Stellen klangen die Dialoge in meinen Ohren auch etwas hölzern.

Nichtsdestotrotz schätze ich die Autorin und ihre Bücher sehr, ich würde auch dieses hier wieder empfehlen. Es hat definitiv ein tolles Setting, ist sehr "waldig" und märchenhaft. Und die Einblicke in die tschechische Kultur (besonders die Sprache) fand ich super!

3.75/5 Sterne
80 reviews4 followers
September 27, 2026
Geschickte Verknüpfung - sprachlich wie inhaltlich

In ihrem neuen Roman weicht Jarka Kubsova sowohl formell als auch inhaltlich ein wenig von ihrem Erfolgsrezept der ersten beiden Romane ab. Nicht zum Nachteil, nach meinem Ermessen.

Erneut stehen im Zentrum des Romans zwei Frauen in verschiedenen Zeiten. Die eine ist die Ich-Erzählerin Elli, die als Kind mit den Eltern aus Tschechien floh und nun als Schriftstellerin Orientierung sucht, nachdem ihre Tochter ausgezogen ist und den Schritt in die Erwachsenenwelt tut. Als radikalen Schritt zieht Elli in eine Waldhütte, um am neuen Roman zu schreiben, sie wird allerdings durch Erinnerungen an die Märchen erzählende Großmutter davon abgebracht und widmet sich den alten tschechischen Märchen und ihrem Ursprung. Und die andere Frauenfigur ist Viktorka, die im beginnenden 19. Jahrhundert in Böhmen lebte und die nach einem schweren Schicksal in den Wald ging und fortan als verrückt verschrien war. Eigentlich sind es sogar drei Frauenfiguren, denn da ist noch Božena Němcová, die – jünger als Viktorka – eine Zeitgenossin von Viktorka war und posthum mit ihren aufgeschriebenen Märchen und Sagen zur tschechischen Volksheldin wurde. Während sich Elli ihrer Vergangenheit stellt, indem sie in die Märchenwelt und die tatsächlichen Wälder Tschechiens vordringt, eröffnet sich uns ein Bild von Frauen, die mehr sind, als ihnen zugetraut wird und die mehr zur Entfaltung brauchen, als ihre jeweilige Zeit ihnen ermöglicht.

Kubsova verwebt die Geschichten der drei Frauen in diesem neuen Roman eindeutig enger miteinander, als dies in den früheren Roman der Fall gewesen ist. Es gibt diesmal keine klar getrennten Erzählstränge, sondern ineinander geflochtene Lebenswege. Hier muss man beim Lesen sehr gut aufpassen, um mitzubekommen, von wem gerade die Rede ist. Zumal die Ich-Perspektive auch innerhalb des Romans abgegeben wird. Und so eng, wie die Geschichten der Frauen formell beieinanderliegen, so liegen sie auch inhaltlich beieinander. Die Loslösung von Kindern, der Umgang mit traumatischen Erlebnissen, der Wunsch nach einem „A Room of One's Own“, wie es Virginia Woolf nannte, was das große Konzept umreißt, dass eine Frau zum Schreiben andere Bedingungen benötigt, als ein schreibender Mann. Auch die Fluchterfahrung, die eng mit dem Konzept des tiefen, dunklen Waldes verbunden ist, und die bei der einen wie bei der anderen Frau zutrifft, wenn auch in anderem Ausmaße. All das verwebt Kubsova wirklich toll.

Als weitere Ebene sehe ich in diesem Roman das Spiel mit biografischen/historischen Überschneidungen und der Erfindung von Geschichten. Die Lebensgeschichte von Elli in unserer Gegenwart erinnert an den Eckpunkten sehr stark der Geschichte von Jarka Kubsova selbst. Und auch wenn die Autorin hier sicherlich stark aus eigenen Erfahrungen ihre Inspiration gezogen hat, so denke ich, sollten wir nicht in die Falle tappen, alles Eins-zu-Eins zu übernehmen und als wahr zu lesen. Denn so wie Božena Němcová mit der Wahrheit gespielt und diese im Sinne ihrer Geschichten verfälscht hat, so ist sicherlich folgende Textstelle auch auf Kubsovas Roman anzuwenden:

„Dann war genau das ihr Trick? Sie lässt es wie Erinnerungen aussehen, damit es echter wirkt?“ (S. 117)

Dieses Spiel mit historischen Fakten und Erlebtem sowie Erfindungen machen für mich diese an sich märchenhafte Erzählung zu etwas Besonderem. Und ich denke trotzdem, dass es ganz tief aus Kubsovas Innerem kommt, wenn sie im Roman schreibt:

„ Es gab und wird immer Menschen geben, die nie irgendwo dazugehören, egal wie sehr sie es ersehnen. Seltsamerweise kann einem dieser Zustand aber auch ein Zuhause werden.“

Somit scheint „Im Licht des neuen Tages“ der bisher wohl persönlichste und gleichzeitig „erfundenste“ Roman der Autorin sein. Beides kann wahr sein. Ich habe ihn sehr gern gelesen und würde ihn jederzeit weiterempfehlen, wenn man etwas über das Anderssein in der unmittelbaren Umgebung lesen möchte. Das Buch braucht etwas, um hineinzufinden, lohnt aber meines Erachtens definitiv die Lektüre.

4,5/5 Sterne
Profile Image for Isa ◡̈ .
259 reviews49 followers
September 4, 2026
»Es war die Geschichte eines Frauenlebens. Sie erzählte vom Sehnen und Hoffen, vom Lieben und Enttäuschtwerden, von Zurückweisungen und Verletzungen. Von Gewinnen und Verlusten. Sie erzählte vom neuen Hoffen, vom Resignieren und vom Überleben. Es war eine lange Geschichte. Eine alte Geschichte. Es war ihre - und die von vielen anderen.« (299)

In ihrem neuen Roman »IM LICHT DES NEUEN TAGES« schreibt Jarka Kubsova über die Schriftstellerin Elli Hajek, die während einer Schreibkrise Ruhe und neue Gedanken in einer abgelegenen Waldhütte in einem Hütewald sucht.

»Und vor allem war ich in Sorge, weil man doch nie sicher sein kann, ob dieser Ruf, der am Herzen zerrt, einen ins Glück oder in die Verderbnis lockt.« (256) 🧡

Dort erinnert Elli sich an ihre Jugend, in der sie mit tschechischen Märchen und Erzählungen aufgewachsen ist. Eine davon handelt von Viktoria, einer Frau, die einsam in den tschechischen Wäldern lebte und zur Figur in einem der bekanntesten tschechischen Romane wurde: ›Babička‹ von Božena Němcová.
Großartig verbindet Jarka Kubsova die Lebenswege dreier Frauen mit tschechischer Kultur, Landschaft und der Macht von Geschichten. Sie erzählt von Einsamkeit, Verbundenheit, der Kraft und Schönheit der Natur, Kultur, vom Schreiben – und von starken Frauen, die trotz allem ihren eigenen Weg gehen.

»Manchmal brauchen die Dinge Zeit, bis sie uns erreichen: selbst wenn wir sie in uns tragen, nicht wahr?« (111) ✨

Wie schon »MARSCHLANDE« hat mich auch dieser Roman mit seinen starken Frauengeschichten und den verschiedenen Erzählebenen begeistert. Es ist nicht ein klassischer Spannungsbogen, sondern Jarka Kubsovas besondere Art zu erzählen, Frauenleben miteinander zu verweben und auf die Welt zu schauen, die mich das Buch nicht mehr aus der Hand legen ließen. Eine berührende Geschichte, aus der ich einiges über Tschechien lernen konnte und deren Protagonistinnen mich noch lange beschäftigt haben. 🧡
Profile Image for Sarah.
216 reviews16 followers
May 9, 2026
3,5 Sterne

"Erinnern kann sich anfühlen, als würde man etwas noch einmal erleben. Aber wer will das denn, wenn er weiß, dass es dann weh tun wird?"

"Es klang so grausam, schön und interessant zugleich, dass sich in mir ein Bild zusammensetzte: Fortan war in meiner Vorstellung jemand, der Bücher schrieb, eine Frau, die in sich den Schmerz einer unglücklichen Liebe trug. Da ich damals weder wusste, wie vernichtend sich eine unglückliche Liebe anfühlen kann, noch, wie schwer es ist, Bücher zu schreiben, hielt ich beides für erstrebenswerte Ziele."

"Vielleicht war für einen Augenblick eine Pforte zu der Welt hinter unserer Welt aufgegangen, und ich hatte einen Blick nach vorn erhascht. Wie wenn der Wind die Seiten in einem Buch umblättert und man vorwegliest."

"Es gibt Orte, die nichts Gutes verheißen, und das hier war so ein Ort. Ich hatte früher oft gedacht, dass ich es mir bloß einbildete, wenn ich meinte, irgendwo eine bestimmte Atmosphäre zu spüren. Doch dann hatte ich mal gelesen, dass Orte sehr wohl Gedächtnisspeicher sind. Etwas bleibt immer zurück von den Menschen und Ereignissen, die darin gewirkt haben. Ein Raum, in dem viel gelacht wurde, hat eine andere Stimmung, als wenn man ihn nach einem Streit betritt, er ist anders aufgeladen."

"Man registriert alle ersten Male, man macht Fotos von ihnen. Man prägt sich diese Momente ein, aber die letzten Male verpasst man meistens. Oft weiß man nicht einmal, wann etwas zum letzten Mal passiert ist; das letzte Mal, dass man das Kleinkind an die Hüfte gehoben hat, die letzte Geschichte, die man vorgelesen hat, das letzte Mal, dass man zusammen Hand in Hand gelaufen ist, bevor das Kind die Hand für immer losließ. Sie gingen einfach vorbei, diese Momente, und man hatte noch nicht einmal die Gelegenheit, Abschied zu nehmen."

"Ich ließ mich auf das Sofa fallen, ich saß, aber innerlich fiel ich."

"Wer im Wald bleiben will, muss Wald werden."

"Ich hielt die Angst aus. Und manchmal auch den Schmerz, der sich dazugesellte. Aushalten ist ja manchmal das Einzige, das uns bleibt, oder? Vor allem, wenn Ausweichen gar nicht möglich ist. Man hält aus, man spürt alles, man weint alle Tränen, und dann irgendwann wird es besser."

"Aber eine Lösung war das nicht. Auch das tat weh. Wie dumm der Mensch ist, sich Schmerz zuzufügen, indem er versucht, einem anderen Schmerz zu entgehen."
Profile Image for faanielibri.
924 reviews61 followers
September 7, 2026
Mein zweites Buch der Autorin holt mich wieder so ab. Die Protagonistin ist auf der Suche nach der wahren Geschichte einer Nebenfigur in DEM Klassiker tschechischer Literatur: Božena Němcovás 'Babička', in dem eine Frau namens Viktorka angeblich dabei beobachtet wurde, wie sie ihr Kind ertränkt hätte und wahnsinnig gewesen wäre. Liebe diese Vermischung von Realität und Fiktion!
Božena Němcová hat aber auch tschechische Märchen gesammelt, eines wurde als Grundlage für den Film 'Drei Haselnüsse für Aschenbrödel' bei uns bekannt.
Profile Image for Re.
151 reviews19 followers
August 28, 2026
Kubsovas Bücher sind Seelenbücher
645 reviews3 followers
September 12, 2026
Inhalt:
Elli Hajek ist Schriftstellerin und gebürtige Tschechin. Als ihre Eltern nach Deutschland fliehen ist sie noch sehr jung, doch ihre Vergangenheit holt sie ein ...

Meinung:
Das Buch lässt mich zwiegespalten zurück. Ich hatte das Gefühl, dass es von zwei Personen verfasst wurde oder übermäßig literarisch korrigiert wurde. Der spannende und gut lesbare Teil beschäftigt sich mit der Vergangenheit von Elli und ihren Eltern - der Flucht aus Tschechien. Die Veränderungen im Leben der Familie waren greifbar, es waren Emotionen zu lesen und die Geschichte lebte. Anders war es im Fall von Božena Němcová, der tschechischen Schriftstellerin, welche die Geschichte um Viktorka erschuf. Bei beiden Frauen fehlte das Gefühl der Emotionen, der Tiefe und das, was Elli mit den beiden Frauen verband oder warum sie die Geschichte aufarbeiten wollte. Es war einfach irgendwie dahin geschrieben, ohne Tiefgang. Was extrem schade ist, denn das Jarka Kubsova richtig gut schreiben kann, hat sie im anderen Teil der Geschichte eindrucksvoll gezeigt. Was ist hier also passiert? Wurde zu offensichtlich versucht zu zeigen, dass Frauen falsch dargestellt werden? Das zu viel in eine Handlung interpretiert wird und das dadurch Leben zerstört werden?
Zudem springt die Handlung zwischenzeitlich sehr stark. Es ist daher nicht immer sofort zu erkennen, in welcher Epoche man sich gerade befindet. Das muss man mögen.

Cover:
Das Cover passt zum Inhalt, eine abgelegene Stelle im Wald, wo die Natur noch in Ordnung ist.

Fazit:
Zu viel auf einmal: Flucht aus Tschechien nach Deutschland, Aufarbeitung alter Mythen, Selbstfindung, Vergangenheitsbewältigung. Daher schafft es die Autorin nicht immer klar zu bleiben und so verliert die Geschichte an Tiefe und schweift ab in viele Erzählungen, welche zu konstruiert erscheinen. Ich vergebe daher nur 2 Sterne und eine Leseempfehlung nur an jene, welche sich mit der tschechischen Sage beschäftigen möchten.
Profile Image for Svea.
81 reviews
September 17, 2026
Bin so bei 3-4 Sternen. "Marschlande" und "Bergland" von Jarka Kubsova haben mir sehr gut gefallen, um so mehr habe ich mich auf den neuen Roman gefreut. Er ist sehr schön geschrieben und knüpft damit an die Vorgängerromane an. Leider hat mich die Geschichte nicht immer richtig abgeholt, telweise war sie mir zu fantasiert, aber an anderen Stellen hat mir genau das auch gut gefallen. Kann man insgesamt auf jeden Fall lesen, vor allem weil mit der Geschichte von Viktorka eine "verlorene" erzählt wird.
189 reviews
September 7, 2026
Das erste Buch, das ich nicht fertig höre

Märchen? Historisch oder mystisch?

Von allem ein bisschen und nichts davon hat mich überzeugt.

Mein Ehemann ist Tscheche und ich war schon sehr oft in Tschechien und kenne mich relativ gut aus. Drum war es für mich auch ein bisschen Neugier, ein Buch zu lesen, das unter anderem dort spielt.

Leider konnte ich mich mit der Hauptperson so gar nicht anfreunden. Auch mit der Erzählweise hatte ich so meine Probleme.

Ich habe bis zur Hälfte gehört und dann aufgegeben. Es war überhaupt nicht interessant und spannend und ich habe mir gewünscht, dass es bald fertig ist. An den Sprecher lag es nicht, denn die gefielen mir recht gut.

Ich glaube, hätte ich das Print in den Händen gehabt, hätte ich viel früher aufgegeben, etwas, das ich so gar nicht kenne.

Das Cover ist das einzige, was mir so richtig gut gefällt. Das wäre mir auch in jedem Buchladen sofort aufgefallen.

Ich kann nur 2 Sterne vergeben und keine Kaufempfehlung aussprechen. War gar nicht meins.
6 reviews
August 30, 2026
Ich hatte zunächst ein wenig Mühe, in Jarka Kubsovas „Im Licht des neuen Tages“ hineinzufinden, weil Vergangenheit und Gegenwart eher flirrten als klar prägnant benannt waren. Doch gerade dieses langsame Herantasten erwies sich rückblickend als Teil der Wirkung des Romans. Irgendwann hörte ich auf, nach einer eindeutigen Trennlinie zwischen Realität und Überlieferung zu suchen, und konnte mich ganz auf die eigentümlich ruhige Atmosphäre der Geschichte einlassen.
Im Mittelpunkt steht Elli Hajek, eine Schriftstellerin, deren Leben an mehreren Stellen aus dem Gleichgewicht geraten ist. Ihre Tochter Klara ist ausgezogen, ihre Beziehung zu Jan scheint festgefahren, und auch mit ihrem Schreiben kommt sie nicht recht voran. Ausgerechnet in der Abgeschiedenheit eines Waldhauses möchte Elli den Roman schreiben, von dem sie überzeugt ist, dass er endlich wirklich gut werden muss. Die räumliche Entfernung von ihrem bisherigen Leben erweist sich jedoch nicht als Flucht vor ihren Problemen, sondern als Weg mitten hinein in jene Vergangenheit, die sie über Jahre möglichst sorgfältig auf Abstand gehalten hat.
Denn Elli trägt eine Geschichte mit sich, über die sie kaum spricht. Als Kind floh sie mit ihren Eltern aus der damaligen Tschechoslowakei nach Deutschland. Aus Eliška Hájková wurde bei ihrer Einbürgerung Elli Hajek. Eine scheinbar nebensächliche Veränderung, die im Roman jedoch eine enorme symbolische Bedeutung erhält. Mit der neuen Schreibweise ihres Namens verschwindet ihre Herkunft gewissermaßen aus dem offiziellen Leben. Niemand fragt mehr nach der Flucht, nach der alten Heimat, nach den zurückgelassenen Menschen. Elli selbst scheint diese Vergangenheit ebenfalls möglichst weit von sich geschoben zu haben.
Besonders eindringlich fand ich die Beziehung zu ihrer Großmutter. In den Erinnerungen an sie wird deutlich, dass Heimat für Elli nie nur ein geografischer Ort gewesen ist. Sie verbindet sich mit Geschichten, Märchen und einer Sprache, die mit ihrer Kindheit und ihrer Herkunft verbunden ist. Umso schmerzhafter wirkt der Brief mit dem schwarzen Rand, den Elli irgendwann erhält. In diesem Moment wird endgültig sichtbar, dass Verdrängtes nicht einfach verschwindet, sondern darauf wartet, wieder ins Bewusstsein zu treten.
Die zweite große Figur des Romans ist Viktorka, eine Frau aus einer alten böhmischen Überlieferung, die in Božena Němcovás berühmter Erzählung Babička als geheimnisvolle und schließlich als wahnsinnig geltende Gestalt erscheint. Elli kennt ihre Geschichte seit ihrer Kindheit und beginnt sich während ihres Aufenthalts im Wald intensiver mit ihr auseinanderzusetzen. Was zunächst wie eine literarische Recherche wirkt, entwickelt sich zunehmend zu einer persönlichen Spurensuche. Je mehr Elli über Viktorka erfährt, desto deutlicher wird, dass sie sich nicht nur mit einer fremden Frau aus einer vergangenen Zeit beschäftigt, sondern mit Fragen, die unmittelbar mit ihrer eigenen Biografie zusammenhängen.
Gerade diese Verbindung hat mich am Roman besonders interessiert. Jarka Kubsova stellt die Frage, was geschieht, wenn die Geschichten, die wir über Menschen erzählen, nicht mit der Wahrheit ihres Lebens übereinstimmen. Wer entscheidet darüber, ob eine Frau als verrückt, schwierig oder unangepasst in Erinnerung bleibt? Und was geht verloren, wenn ihre eigene Stimme nicht überliefert wird? Viktorka wird dadurch zu weit mehr als einer historischen oder literarischen Figur. Sie wird zu einem Spiegel für Elli und zugleich zu einem Sinnbild für all jene Frauen, deren Leben von anderen erzählt und bewertet wurde.
Der Wald spielt dabei eine zentrale Rolle. Er ist nicht bloß Schauplatz, sondern entwickelt beinahe eine eigene Präsenz. Kubsova beschreibt ihn mit großer Sinnlichkeit. Licht, Geräusche, Feuchtigkeit, Moos, Tiere und die sich ständig verändernde Atmosphäre des Waldes werden so präzise eingefangen, dass ich beim Lesen häufig das Gefühl hatte, selbst dort zu stehen. Gleichzeitig besitzt dieser Ort etwas Unheimliches und Märchenhaftes. Je tiefer Elli in den Wald eindringt, desto mehr scheint auch die Grenze zwischen ihrer eigenen Realität und den Geschichten aus ihrer Kindheit zu verschwimmen.
Sprachlich hat mich der Roman vor allem durch seine Zurückhaltung überzeugt. Jarka Kubsova schreibt ruhig und präzise, ohne ihre Figuren oder ihre Gefühle unnötig auszuleuchten. Gerade dadurch entsteht eine besondere Nähe. Elli erzählt in einer Weise, die nicht darauf ausgerichtet ist, den Leser mit großen emotionalen Gesten zu überwältigen. Vieles bleibt leise, manchmal beinahe beiläufig und wirkt gerade deshalb nach. Besonders die Passagen über Ellis Herkunft und ihre ambivalente Beziehung zur eigenen Vergangenheit haben mich zunehmend berührt.
Allerdings würde ich das Buch nicht als durchgehend leicht zugänglich bezeichnen. Gerade zu Beginn empfand ich die Wechsel zwischen den verschiedenen Erzählebenen als etwas sperrig. Auch die längeren Passagen über Viktorka haben für mich stellenweise an Spannung verloren. Ich musste mich auf die Erzählweise erst einlassen und hatte zeitweise das Gefühl, noch nicht zu wissen, wohin mich die Geschichte eigentlich führen möchte. Im weiteren Verlauf empfand ich genau diese Offenheit jedoch zunehmend als Stärke.
Denn „Im Licht des neuen Tages“ ist letztlich kein Roman, der seine Themen in eindeutigen Antworten auflöst. Es geht um Herkunft und Entwurzelung, um die Frage nach der eigenen Identität und um die Macht der Geschichten, die wir über uns selbst und andere erzählen. Vor allem aber geht es um die Erkenntnis, dass Verdrängung zwar eine Form des Schutzes sein kann, irgendwann jedoch ihren Preis fordert.
Für mich war es deshalb vor allem ein Roman über das Wiederfinden der eigenen Geschichte. Elli muss nicht nur herausfinden, was mit Viktorka geschehen ist, sondern sich auch fragen, welche Teile ihrer eigenen Vergangenheit sie über Jahre verschwiegen hat und warum. Dass diese beiden Suchbewegungen miteinander verwoben werden, fand ich ausgesprochen gelungen.
„Im Licht des neuen Tages“ ist kein Buch, das mich vom ersten Kapitel an mühelos für sich gewonnen hat. Es hat vielmehr Geduld von mir verlangt. Gerade deshalb hat mich die Lektüre am Ende besonders überzeugt. Aus anfänglicher Distanz wurde allmählich Nähe, aus Verwirrung Interesse und schließlich ein Roman, über dessen zentrale Fragen ich auch nach der letzten Seite noch nachgedacht habe. Ein stilles, atmosphärisch dichtes Buch über Herkunft, Erinnerung und die Notwendigkeit, irgendwann die Geschichten selbst in die Hand zu nehmen, die andere über uns geschrieben haben.
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August 26, 2026
Kunstvoll verwebt Jarka Kubsova Gegensätze wie Historie und Gegenwart, Realität und Mythos, Verdrängung und Erinnerung, Verhärtung und Auflösung von Knoten zu einem ganz besonderen Roman.

Anfangs schien es mir, dass ich gegen einen leisen Widerstand anlesen würde, als ich den Roman begann. Doch dann merkte ich, dass ich fast schon mit der angegriffenen Gefühlswelt des Hauptcharakters dieses Buches – Elli Hajek - mitschwinge. Denn die fiktive Schriftstellerin Elli befindet sich in einer Schaffenskrise und an einem persönlichen Wendepunkt in ihrem Leben.
Die Tochter, die sie allein aufgezogen hatte, ist fort und baut sich nun ihr eigenes Leben auf. In der Partnerschaft kriselt es, ihr Verlag terminiert unerbittlich Fristen für ein neues Buch und sie selber setzt sich durch eigene hohe Ansprüche an ihr neues Werk unter enormen Druck.

Ob Elli der spontane Rückzug in eine Hütte in der Waldeseinsamkeit zu mehr Tiefe, gefühlvollerem und wahrhaftigerem Schreiben verhelfen wird? Fast glaubt sie, die Fähigkeit zum Schreiben verloren zu haben. Auf der Suche nach Inspirationen kommen in der Natur Erinnerungen an traditionelle Märchen und Geschichten aus der Kinderzeit in ihr hoch. Mythen ihrer geliebten Großmutter, die sie damals im heimatlichen Tschechien zurückließen um nach Deutschland zu fliehen.

Sie macht sich auf eine schier magische Reise durch alte tschechische Märchen, ihre verdrängte Vergangenheit und ihre – fast - verlorene Heimat. Und wie wunderbar – sie nimmt uns mit, um die Schicksale dreier Frauen zu ergründen. Und eine davon ist sie selbst…
Da ich mich bislang noch nie mit tschechischer Literatur beschäftigt hatte, waren mir die klassischen Erzählungen Tschechiens aus der Feder von Božena Němcová unbekannt. Auch sie verkörpert ein bewegtes Frauenschicksal! Gerade in ihrem bekanntesten Werk „Die Großmutter“(„Babička“v. 1855) steigt aus einem idealisierten idyllischen Bild die Figur der Viktorka hervor.

Eigentlich hat Elli es bislang immer vermieden, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Doch dann reißen sie die Fragen um Viktorka, die sie nicht mehr loslassen, mit in einen Strudel, der seine ganz eigene Dynamik entwickelt.
Die Figur der Viktorka, aus Ellis Kindheitserzählungen ihrer tschechischen Großmutter soll tatsächlich existiert haben? Nichts hält Elli mehr, um diesem Rätsel auf die Spur zu gehen. Was verbirgt sich hinter der tragischen Sage um die wahnsinnige junge Frau, die allein und wild in den Wäldern Böhmens lebte? Um Viktorkas Geschichte auf den Grund zu gehen, muss Elli bereit sein, innere Widerstände zu lösen, Vergangenes, Unbewusstes und Verdrängtes aufzuarbeiten, Wunden zu heilen.

Der erste Schritt ist die Reise nach Tschechien, die Heimat aus der sie einst mit den Eltern floh und die sie seitdem gemieden hat.
Mich hat berührt, wie Elli Viktorka aus den alten Erzählungen befreit, die mehr über die damalige Gesellschaft aussagen, als über die nach Freiheit strebende, unabhängige starke Frau. Der Kontrast der Darstellung der Figur der Viktorka in den Sagen und der (literarisch hier niedergelegten) Realität ist wirklich erschütternd. Nun bekommt die verkannte Viktorka eine eigenständige Stimme.
Doch im böhmischen Wald wartet nicht nur die Aufgabe, eine überlieferte Geschichte zu korrigieren.

Denn Elli lernt: bevor man die Geheimnisse anderer lüftet, sollte man seine eigenen kennen.
„…es braucht viel Mut, sich seine finsteren Seiten anzusehen und die Wahrheit auszuhalten.“ S. 206
Neben dem Schicksal der Schriftstellerin und Sammlerin von Volksmärchen Božena Němcová und der „Waldfrau“ Viktorka (historisch Viktorie Židová) bewegt mich gerade dieser Aufarbeitungsprozess der Eliška Hájková, die in der Überanpassung an die neue Heimat Deutschland zu Elli Hajek wurde.

In das Schicksal der Hauptfigur Elli ist vermutlich viel Biographisches aus der Kindheit der Autorin geflossen, die selber 1987 als Kind mit den Eltern aus dem tschechischen Pilsen nach Deutschland geflohen ist. Umso authentischer und berührender kommen die geschilderten Erlebnisse um das fast brutale Abstreifen der Heimat, dem Neuanfang, der fast vollkommenen Assimilation unter Selbstaufgabe rüber. Da werden viele Themen berührt, die derzeit von größter Aktualität sind: Herkunft, Verdrängung, Forderungen von Familie und Gesellschaft, die Notwendigkeit, sich der eigenen Wurzeln mit liebevollem Blick zuwenden zu können.

Es ist nicht nur die Suche nach der eigenen Identität, sondern auch die spannende Bedeutung der über Generationen weitergegebenen Erzählungen, Mythen, Erinnerungen. Unbewusst begleiten sie die Menschen und prägen sie. Den Ansatz fand ich sehr innovativ, weil er oft unterschätzt wird.
Jarka Kubsova versteht auf sehr sensible und berührende Weise, reales Erleben mit einer fiktionalen Ebene zu verweben. Sie schreibt sehr eindrücklich und bildhaft, so dass man beim Lesen bald in einen Sog gerät. Mich haben immer wieder die spannenden Ideen und Lösungen überrascht, die Geschichte Viktorkas aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen. Auch die historischen Fakten sowie die Elemente aus der Literaturgeschichte sind sehr gut eingebunden.

Die Gefühle und inneren Konflikte der Charaktere gehen mir noch immer nach.
Selbst der Wald wird fast selber zu einem mythischen Charakter, der herrlich atmosphärisch beschrieben wird. Dazu passt das Cover, das mit einem stimmungsvollen Licht fast in einen Wald jenseits unserer Zeit lockt.
Ein Buch, das mich mit vielen Motiven überraschen und begeistern konnte. Zudem hat es meinen Blick in ein mir unbekanntes Tschechien gelenkt.
Profile Image for Julia.
28 reviews
August 31, 2026
„Im Licht des neuen Tages“ war für mich ein atmosphärischer und ungewöhnlicher Roman, der mich vor allem durch seine Sprache und die besondere Verbindung von Märchen, Vergangenheit und Natur angesprochen hat. Dennoch musste ich leider feststellen, dass mich dieser Roman nicht ganz so stark erreichen konnte.

Im Mittelpunkt steht Elli Hajek, eine Schriftstellerin in einer persönlichen und kreativen Krise, die sich in ein abgelegenes Haus im böhmischen Wald zurückzieht. Dort wird sie zunehmend mit Erinnerungen an ihre Kindheit und mit der Geschichte der geheimnisvollen Viktorka konfrontiert, die ihr ihre Großmutter einst erzählt hat. Ellis Suche nach den Spuren dieser Frau führt sie dabei auch immer weiter in die eigene Vergangenheit.

Besonders gut gefallen hat mir die Atmosphäre des Romans. Jarka Kubsova beschreibt den Wald und die tschechische Landschaft so bildhaft und eindringlich, dass ich beim Lesen häufig das Gefühl hatte, selbst durch diese stillen, geheimnisvollen Orte zu gehen. Auch die märchenhaften Elemente passen sehr gut zu dieser Stimmung. Die Grenze zwischen überlieferter Geschichte, Erinnerung und Wahrheit verschwimmt immer wieder und macht gerade die Geschichte rund um Viktorka interessant.

Mit den verschiedenen Zeitebenen und Erzählperspektiven hatte ich allerdings stellenweise meine Schwierigkeiten. Gerade in der ersten Hälfte fiel es mir nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Auch Ellis Figur blieb mir emotional etwas zu fern. Ihre Gedanken und Entscheidungen konnte ich nicht immer nachvollziehen, weshalb ich ihre persönliche Geschichte weniger berührend fand als die historischen und märchenhaften Passagen rund um Viktorka und Božena Němcová.

Trotzdem hat mir Kubsovas Schreibstil allgemein gut gefallen. Ihre ruhige, beinahe poetische Sprache trägt viel zur besonderen Stimmung des Buches bei. Allerdings ist das Erzähltempo entsprechend langsam, und manche Beschreibungen und Themen wiederholen sich für meinen Geschmack etwas zu häufig. Hier hätte ich mir an einigen Stellen etwas mehr Dynamik gewünscht.

Das Cover finde ich sehr gelungen. Es greift die geheimnisvolle Stimmung und die zentrale Bedeutung des Waldes schön auf und passt dadurch hervorragend zum Inhalt.

Insgesamt ist „Im Licht des neuen Tages“ für mich ein ruhiger, märchenhafter und nachdenklicher Roman über Herkunft, Heimat, Erinnerungen und die Frage, wie aus einer wahren Geschichte mit der Zeit eine Legende werden kann. Nicht alle Erzählebenen haben für mich gleich gut funktioniert und besonders Ellis Geschichte konnte mich nicht vollständig überzeugen. Die Atmosphäre, die Sprache und Viktorkas Geschichte haben mich aber letztlich doch für das Buch eingenommen.

Ich empfehle den Roman vor allen, die ruhige Geschichten mit einer besonderen Atmosphäre, märchenhaften Elementen und historischen Bezügen mögen. Man sollte sich Zeit für das Buch nehmen und sich auf seine langsame Erzählweise einlassen. An sich ein lesenswerter und sprachlich wunderschöner Roman, der noch eine Weile nachklingt.
Profile Image for Gela.
24 reviews
August 27, 2026
Die fiktive Schriftstellerin Elli Hajek hat ihre tschechischen Wurzeln über viele Jahre verdrängt. Als sie in eine Schreibkrise gerät, zieht sie sich in ein abgelegenes Haus im Wald zurück. Doch statt der erhofften Ruhe begegnen ihr dort die Geschichten ihrer Großmutter, die Erinnerungen an die Flucht aus Tschechien – und vor allem die Legende von Viktorka. Nach und nach beginnen die Grenzen zwischen Ellis eigener Vergangenheit, der Geschichte ihrer Familie und dem Leben der tschechischen Schriftstellerin Božena Němcová zu verschwimmen.

Besonders angesprochen haben mich die Themen des Romans: Heimatverlust, Identität, Flucht und verdrängte Vergangenheit. Die Passagen über Božena Němcová und ihre Bedeutung für die tschechische Literatur wurden lebendig und fesselnd beschrieben. Auch die bildliche Darstellung der tschechischen Natur sowie der Originalschauplätze der Viktorka-Geschichte haben eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, tief in eine fremde, geheimnisvolle Welt einzutauchen.

Trotz dieser starken Themen konnte mich die Umsetzung leider nicht vollständig überzeugen. Elli blieb mir als Hauptfigur emotional zu fern. Ihre Widersprüchlichkeit und ihre Entscheidungen waren für mich nur schwer nachvollziehbar. Sie stößt Menschen von sich, die ihr eigentlich helfen möchten, verschweigt ihre tschechische Herkunft sogar vor ihrer Tochter und reagiert mehr als dramatisch. Dadurch fiel es mir schwer, ihre Ängste und inneren Konflikte wirklich nachzuempfinden.

Die Handlung selbst hat mich immer wieder ratlos zurückgelassen. Sie bewegte sich zwischen Märchen, Fabel und realistischer Familiengeschichte, ohne für mich ganz zu einer stimmigen Einheit zu verschmelzen. Die mystischen Begegnungen im Wald wirkten stellenweise eher wie künstliche erzählerische Mittel als wie Bestandteile der Geschichte. Zudem wiederholten sich die Erzählungen über Viktorka und Božena Němcová für meinen Geschmack zu häufig, wodurch der Lesefluss immer wieder ins Stocken geriet.

Dabei waren gerade die historischen Ebenen für mich deutlich stärker als Ellis persönliche Geschichte. Die Abschnitte über Božena Němcová haben mich neugierig gemacht und nachhaltig beschäftigt. Ellis Entwicklung hingegen blieb für mich blass und schwer greifbar – und genau das hat mich enttäuscht, weil in ihrer Geschichte eigentlich so viel emotionales Potenzial lag.

Mein Fazit: Eine interessante Verbindung aus tschechischer Literaturgeschichte, Familiengeheimnissen und mystischer Erzählweise. Für mich blieb die Geschichte letztlich zu wenig greifbar und konnte mich trotz ihrer starken Ansätze nicht nachhaltig berühren. Schade, denn „Bergland“ von Jarka Kubsova hat mich damals wirklich bewegt.
Profile Image for Christiane Fischer.
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Review of advance copy received from NetGalley
August 25, 2026
IM LICHT DES NEUEN TAGES
Jarka Kubsova
ET: 26.08.26

„Manchmal sehen wir uns ratlos an. Manchmal weinte sie kurz. Und ich schämte mich, so groß und alt zu sein, ich fühlte mich schuldig, ihr das nicht geben zu können, was sie sich so sehr zurückgewünscht hatte. Ich war nicht mehr ihr Glück, ich war ihr Schmerz.“ (S. 181)

Die Schriftstellerin Elli Hajek leidet unter der Trennung von ihrer Tochter, die zum Studium das mütterliche Nest verlässt. Eigentlich wollten Elli und ihr Lebensgefährte nun zusammenziehen. Doch plötzlich kann sie sich nicht mehr dazu durchringen, diesen Schritt zu gehen. Stattdessen mietet sie kurzerhand, ohne mit ihm darüber zu sprechen, ein Haus im böhmischen Wald. Dort möchte sie ihre Schreibblockade überwinden.

Doch auch hier kommt alles anders: Elli beginnt, sich intensiver mit ihrer eigenen Herkunft auseinanderzusetzen. Ihre Gedanken führen sie zurück in die Jahre, bevor sie mit ihren Eltern nach Deutschland floh und noch Eliška Hájková hieß. Ihre Eltern schämten sich ihrer tschechischen Herkunft und bemühten sich, ihren Akzent abzulegen und sich in Deutschland möglichst unauffällig einzufügen. Gleichzeitig erinnert sich Elli an die Erzählungen ihrer Großmutter über die Legende der Viktorka.

Kurzentschlossen begibt sie sich in Tschechien auf Spurensuche. Sie möchte mehr über Viktorka erfahren und entdeckt dabei, dass diese tatsächlich gelebt hat. Ihr Schicksal war jedoch ein völlig anderes, als es in den Büchern überliefert wurde.

Jarka Kubsova verbindet auf wunderbare Weise wichtige Themen wie Flucht, Herkunft, familiäre Prägung und Identität mit einer atmosphärischen Geschichte. Besonders schön fand ich, wie sich Ellis persönliche Geschichte und die Vergangenheit ihrer Familie miteinander verweben.

Ich hatte sehr hohe Erwartungen an das Buch, denn MARSCHLANDE war ein Highlight für mich. Die erste Hälfte konnte mich allerdings nicht durchgängig fesseln. Vor allem die Märchen und Erzählungen rund um Viktorka hatten für mich einige Längen. Doch dann nimmt die Geschichte deutlich an Fahrt auf und entwickelt einen Sog, dem ich mich kaum noch entziehen konnte. Ab diesem Punkt wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Fazit:
Ein atmosphärischer Roman über Flucht, Herkunft, familiäre Prägung und die Suche nach der eigenen Identität, der mir insgesamt sehr gut gefallen hat, für mich jedoch nicht ganz an den starken Vorgänger MARSCHLANDE heranreicht.
4/5
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August 27, 2026
Die Geschichte einer vergessenen Frau
Die Handlung dieses Romans entwickelt sich in einem ruhigen Tempo und lässt den Figuren viel Raum. Elli Hajek zieht sich zum Schreiben in ein abgelegenes Haus im böhmischen Wald zurück. Dort beschäftigt sie sich immer mehr mit Viktorka, von der ihre tschechische Großmutter erzählt hat. Je mehr Elli über sie herausfindet, desto stärker wird auch ihre eigene Vergangenheit zum Thema.
Je weiter Elli in Viktorkas Leben eintaucht, desto mehr Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Frauen werden sichtbar. Trotz der unterschiedlichen Zeiten verbindet die beiden mehr, als zunächst zu erkennen ist. Beide müssen ihren eigenen Weg finden und sich mit Dingen auseinandersetzen, die lange verdrängt oder von anderen beurteilt wurden. Dadurch bekommt die Handlung mehr Tiefe, ohne dass sie ständig im Vordergrund stehen muss.
Der böhmische Wald wird sehr anschaulich beschrieben und bekommt dadurch seinen eigenen Platz im Roman. Farn, Wege und das Wasser konnte man sich beim Lesen gut vorstellen. Gleichzeitig hat dieser Ort etwas Geheimnisvolles, das gut zu Viktorkas Leben passt.
Ellis persönliche Suche fand ich ebenfalls interessant. Eigentlich möchte sie in dem abgelegenen Haus an ihrem Buch arbeiten. Stattdessen kommt sie immer mehr ihrer eigenen Vergangenheit näher. Ihre Reise nach Tschechien wird dadurch zu mehr als einer Suche nach Viktorkas Wahrheit. Dabei geht es immer wieder um alte Erinnerungen, die eigene Herkunft und das, was man lange hinter sich lassen wollte.
Die Handlung wird eher ruhig erzählt und ist stellenweise märchenhaft. Manches erschließt sich erst nach und nach. Das langsame Tempo hat für mich meistens gut gepasst, auch wenn es zwischendurch etwas zügiger hätte sein dürfen.
Gut gelungen ist außerdem, dass Frauen und ihre Lebenswege eine wichtige Rolle spielen. Dabei zeigt sich auch, wie wenig Frauen früher selbst über ihr Leben bestimmen konnten und wie schnell andere über sie urteilten, wenn sie nicht den Vorstellungen ihrer Zeit entsprachen. Dadurch bekommt Viktorkas Leben eine größere Bedeutung und bleibt nicht nur ihre persönliche Geschichte.
Am Ende bleibt vor allem ein ruhiger und nachdenklicher Eindruck zurück. Nicht jede Stelle hat mich gleich stark erreicht, aber die Verbindung von Elli und Viktorka, der böhmische Wald und die Fragen nach Herkunft und Freiheit haben mir gut gefallen. Ein Roman, für den man sich Zeit nehmen sollte und der noch ein wenig zum Nachdenken einlädt. 4 Sterne.
12 reviews
August 28, 2026
"In ihrem Gesicht war eine Geschichte eingeschrieben. Es war die Geschichte eines Frauenlebens. Sie erzählte vom Sehnen und Hoffen, vom Lieben und Enttäuschtwerden, von Zurückweisungen und Verletzungen. Von Gewinnen und Verlusten. Sie erzählte vom neuen Hoffen, vom Resignieren und vom Überleben. Es war eine lange Geschichte. Eine alte Geschichte. Es war ihre - und die von vielen anderen."

„Im Licht des neuen Tages“ erzählt eine Geschichte von Freiheit und weiblicher Selbstermächtigung, von Heimat und Fremdsein, vom Aufarbeiten der eigenen Vergangenheit, und von der Wahrheit, die im Geschichtenerzählen liegt.

Schriftstellerin Elli zieht sich in ein abgelegenes Haus im Wald zurück und begibt sich auf die Suche nach Viktorka, einer tschechischen Märchenfigur, und letztendlich auf die Suche nach ihrer eigenen Vergangenheit. Dabei verschwimmen nach und nach die Grenzen zwischen Ellis Erinnerung, ihrer Vorstellungskraft sowie der Erzählung um Viktorka und deren Erschafferin Božena Němcová.

Der Schreibstil greift dieses Verschwimmen und die fließenden Übergänge perfekt auf: auch ich wusste häufig nicht mehr, ob ich mich gerade in einer Rückschau von Elli, einer Illusion von ihr, dem Märchen um Viktorka oder der Geschichte um Božena Němcová befinde. Auch hatte ich häufig das Gefühl, dass die Figur Elli autobiografisch inspiriert ist und Jarka Kubsova somit über sich selbst schreibt, was mich neugierig macht, wie viel der Geschichte tatsächlich autobiografisch ist.

Die Beschreibungen des Waldes, der Natur sind atmosphärisch und bildhaft, häufig mystisch und märchenhaft: "Bald schon konnte ich mir nichts anderes vorstellen, als von Sonnenstrahlen geweckt zu werden, von den Lauten der Vögel. An jedem Morgen singen sie, als wär's der erste. Niemand auf der Welt schätzt und würdigt die Welt und das Leben so sehr wie sie. Und sie haben so recht. Jeder neue Morgen ist wie ein Wunder, immer wieder kehrt das Licht zu uns zurück. Auch nach der dunkelsten Nacht."

Neben dem einnehmenden Erzählstil haben mir – wie auch bei den beiden Vorgängerromanen – der historische Bezug sowie die kraftvollen Frauen im Zentrum der Geschichte besonders gut gefallen.

„Im Licht des neuen Tages“ ist ein berührender, ruhiger und kraftvoller Roman mit wertvollen Botschaften, die zum Nachdenken anregen.
Profile Image for Leylin.
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September 11, 2026
In „Im Licht des neuen Tages“ erzählt Jarka Kubsova die Geschichte der Schriftstellerin Elli Hajek, die sich in ein abgelegenes Haus im böhmischen Wald zurückzieht, um an ihrem Roman zu arbeiten. Dort erinnert sie sich an die Geschichten, die ihre tschechische Großmutter ihr als Kind erzählt hat – insbesondere an die Geschichte von Viktorka, einer jungen Frau, die nach einem einschneidenden Ereignis für wahnsinnig erklärt wurde und fortan allein im Wald lebte. Als Elli erfährt, dass Viktorka tatsächlich existiert hat, begibt sie sich auf Spurensuche nach Tschechien. Dabei setzt sie sich nicht nur mit Viktorkas Geschichte und der tschechischen Schriftstellerin und Geschichtensammlerin Božena Němcová auseinander, sondern wird zunehmend auch mit ihrer eigenen verdrängten Vergangenheit und ihrer Herkunft konfrontiert. So verweben sich Vergangenheit und Gegenwart, Märchen und Realität sowie die Geschichten zweier Frauen miteinander.

Ich hatte allerdings zunächst Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Es hat bei mir etwas länger gedauert, bis ich in die Atmosphäre eintauchen konnte und einen Zugang zu den Protagonistinnen gefunden habe. Besonders Elli blieb mir zu Beginn sehr fern, sodass es mir schwerfiel, mich in sie hineinzuversetzen und ihre Gefühle und Handlungen wirklich nachzuvollziehen.

Deutlich mehr gepackt hat mich dagegen die Geschichte rund um Viktorka und die tschechischen Märchen und Überlieferungen. Diese Passagen fand ich spannend und mitreißend und gerade die Verbindung zwischen der historischen Figur, den Erzählungen und Eliškas eigener Geschichte hat für interessante Momente gesorgt.

Sprachlich hat mir der Roman gut gefallen. Jarka Kubsova schreibt angenehm und ruhig, ohne dass der Schreibstil den Lesefluss ausbremst. Die Beschreibungen sind atmosphärisch, besonders die Waldszenen aber ohne überladen zu wirken.

Insgesamt ist „Im Licht des neuen Tages“ für mich ein gutes Buch mit einer interessanten Grundidee und einer besonderen Verbindung aus Märchen, Geschichte und Gegenwart. Ganz konnte mich die Geschichte emotional allerdings nicht erreichen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten habe ich zwar immer besser hineingefunden, dennoch glaube ich, dass der Roman bei mir nicht besonders lange nachhallen wird.
Profile Image for Buchverliebt und leselustig.
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September 16, 2026
Eine Wahrheit, die ans Licht will

Manchmal sind es die Geschichten, die über Generationen weitererzählt werden, die am längsten nachwirken. Und manchmal steckt in einer alten Erzählung viel mehr Wahrheit, als man zunächst glauben möchte.

Jarka Kubsovas Im Licht des neuen Tages hat mich vor allem durch seine besondere Konstruktion begeistert: Wir begleiten Elli auf ihrer Suche nach Viktorka und gleichzeitig auf einer viel persönlicheren Reise zu sich selbst. Diese Geschichte in der Geschichte ist klug miteinander verwoben und entfaltet nach und nach ihre Wirkung.

Besonders gut gefallen hat mir, wie sich die beiden Frauenschicksale immer stärker miteinander verbinden. Viktorkas Geschichte steht dabei nicht einfach für sich, sondern wirft Fragen auf, die Elli zunehmend persönlich betreffen. Und je mehr sie über die Vergangenheit erfährt, desto deutlicher wird, dass auch sie selbst etwas mit sich herumträgt, das lange verdrängt wurde.

Dazu kommt diese ganz besondere Atmosphäre: der böhmische Wald, der Fluss, das leuchtende Farn und ein Hauch von Mythos, der die Geschichte fast märchenhaft wirken lässt, ohne dass sie ihre Bodenhaftung verliert. Gerade diese Mischung aus realer Vergangenheit, persönlicher Erinnerung und mystischen Elementen hat für mich einen besonderen Reiz entwickelt.

Kubsova erzählt dabei nicht laut oder effekthascherisch. Vieles entfaltet sich eher leise und lässt Raum zum Nachdenken. Besonders stark fand ich den Moment, in dem Elli erkennt, was eigentlich auf ihr lastet. Dadurch bekommt die Geschichte noch einmal eine ganz andere emotionale Tiefe.

Im Licht des neuen Tages ist für mich ein Roman über weibliche Lebensgeschichten, über das, was verschwiegen und vergessen wurde, und über den Mut, sich der eigenen Vergangenheit zu stellen. Eine Geschichte, die nachhallt und die mich gerade durch ihre kluge Verflechtung sehr berührt hat.

Eine großartige Leseempfehlung für alle, die historische und persönliche Geschichten mögen, die etwas zu erzählen haben und dabei gerne ein wenig in eine andere, fast märchenhafte Welt eintauchen.

Lieben Dank an den S.Fischer Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars über Netgalley.
Profile Image for askyfullofpages .
201 reviews2 followers
August 25, 2026
[Unbezahlte Werbung | Rezensionsexemplar]

Heimat.
Vergangenheit.
Viktorka.

Ich bin extrem beeindruckt von diesem sensationellen Buch!
Mit Im Licht des neuen Tages ist Jarka Kubsova ein phänomenaler Roman geglückt, der mich absolut begeistert hat.
Das Buch lässt sich für mich in zwei Hälften teilen. Die eine ist sehr märchenhaft erzählt und die andere stark realitätsbezogen. Die Vielfalt der behandelten Themen ist gleichzeitig enorm. Diese Mischung ist ausgezeichnet und macht das Buch für mich zu etwas Besonderem.
Der Schreibstil hat etwas Märchenhaftes und Mystisches an sich und lässt die Grenzen zwischen Realität und Fiktion immer wieder verschwimmen. Der Roman lebt dabei aber vor allem von seinen starken Frauenfiguren.
Ich finde auch bemerkenswert, dass zwischen dem Leben der Protagonistin und dem der Autorin einige Parallelen zu finden sind.
Der Roman hat auch thematisch unglaublich viel zu bieten. Identität, Heimat, Flucht und Verlust finden darin ebenso ihren Platz wie Frauenrechte und Gesellschaftskritik. Emotional hat mich besonders die Selbstreflexion angesprochen. Es braucht viel Mut, um dem eigenen Leben ehrlich zu begegnen.
Ich habe das Buch gemeinsam mit Anja als Buddy-Read gelesen, wofür es sich hervorragend eignet. Es gibt unglaublich viel zu besprechen, zu diskutieren und auch zu reflektieren.
Mit Im Licht des neuen Tages, erschienen im S. Fischer Verlag, ist Jarka Kubsova ein wahres Schmuckstück gelungen. Für mich hat dieses Buch etwas ganz Besonderes und war ein absolutes Lesehighlight.
Eine ganz große Leseempfehlung von mir!

Vielen Dank an den S. Fischer Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon selbstverständlich unbeeinflusst.
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