Der österreichische Historiker Anton Tantner erklärt in diesem kleinen, stark bebilderten Buch, wie die Hausnummer eingeführt wurde; nicht etwa um Reisenden Orientierung zu bieten, sondern um Militär- und Steuerbehörden die Erfassung von Haushalten zu ermöglichen, bzw. um die Polizeiarbeit zu erleichtern.
Parallel zur Einführung der Hausnummer wurde der Hausname (der nicht immer am Haus stand und der oft in einer Stadt mehrfach vergeben war) verdrängt. Die Einführung der Hausnummer war Produkt der Aufklärung (mit ihrer Tendenz zur Klassifizierung) und des Absolutismus (mit seiner Tendenz zur Kontrolle), außerdem diente sie der Volkszählung.
Interessant ist vor allem die Beschreibung der unterschiedlichen Nummerierungssysteme, die sich allmählich in Europa ausbreiten. Manche Hausbesitzer wehrten sich gegen die darin liegende Gleichmacherei (Adel) oder Diskrikimierung (Häuser von Juden wurden statt mit arabischen mit römischen Ziffern beschriftet), andere hoben ihre Nummern besonders hervor, so führte der rumänische Adel für sich grüne Hausnummern ein, in der DDR gab es goldene Hausnummern für vorbildliche Hausgemeinschaften und im 21. Jahrhundert hält die grüne Hausnummer wieder Einzug - für ökologisch vorbildlich ausgestattete Häuser.