Eingeschlossen im Tunnel. Er weiß, wer du bist. Nun wird er dich töten.
Vor zehn Jahren verschwand Rachels beste Freundin Amy, nun ist ihre Leiche im Snowdonia-Nationalpark gefunden worden. Für die Beerdigung macht sich Rachel auf den Weg nach Wales. Doch wegen eines schrecklichen Autounfalls wird sie kurz vor dem Ziel mit einer Gruppe Fremder in einem alten Tunnel eingeschlossen. Es gibt Tote, und auch sie selbst ist verletzt.
Rasch bildet sich eine Schicksalsgemeinschaft. Aber einer der im Tunnel gefangenen Menschen ist nicht, wer er vorgibt zu sein. Es ist Amys Mörder. Als er Rachel erkennt, ersinnt er ein perfides Spiel mit nur einem Rachels Tod ...
Der Stoff, aus dem Albträume sind – Fiona Thomas' atemberaubender Closed-Setting-Thriller für Fans von Fans von Ruth Ware, Vera Buck und Emily Rudolf
Popcorn-Kino auf die Schnelle . DER TUNNEL von Fiona Thomas hat meinen Weg eher zufällig gekreuzt. Der Klappentext klang spannend und dann haben auch die gerade mal 320 Seiten den Ausschlag gegeben, weil ich gerade einfach einen schnellen unter der Woche-Read gesucht habe. . Darum geht’s: Rachels beste Freundin Amy ist vor zehn Jahren verschwunden. Jetzt wurde ihre Leiche gefunden und Rachel macht sich für die Beerdigung auf den Weg nach Wales. Ein schrecklicher Autounfall sorgt dafür, dass sie mit einer Gruppe Fremder in einem Tunnel eingeschlossen wird – darunter auch Amys Mörder… . Mit DER TUNNEL hatte ich genau das, was ich wollte, nämlich ein Buch, dass sich mal eben zügig und so nebenher im Alltag lesen lässt. Das hat hier fantastisch funktioniert. Der Thriller ist wie 90 Minuten Popcorn-Kino – also einfach ein unterhaltsamer Snack, bei dem man jetzt aber nicht allzu sehr auf inhaltliche Tiefe und komplexe Charaktere hoffen sollte. Das Überzeugendste ist hier das Closed- bzw. Locked-Room-Setting. Das ist wirklich stark und sorgt dafür, dass man automatisch den Film vor Augen hat. Da kann ich mir auch die Kombination mit den Rückblenden und Rachels luziden Träumen, in denen sie immer wieder auf Amy trifft, richtig gut vorstellen. Diese Szenen haben im Buch zwar auch ihre guten Momente, konnten bei mir insgesamt aber trotzdem nicht so richtig zünden. Sie haben vor allem dann gut funktioniert, wenn mein Kopfkino angesprungen ist und der Film vor meinem inneren Auge ablief. . Manchmal ist es vollkommen ausreichend, wenn man mal abschalten und sich berieseln lassen kann. DER TUNNEL ist atmosphärisch und spannend. Fiona Thomas bringt das Geschehen ohne allzu viel Schnickschnack drumherum auf den Punkt. Das geht nicht tief und bleibt nicht nachwirkend im Gedächtnis, ist aber dennoch kurzweilig. Insofern hat der Thriller genau das bedient, was ich in diesem Moment auch haben wollte. Wer einfach mal schnelle Unterhaltung sucht, wird hier fündig.
Meine Meinung zum Buch: "Der Tunnel" von Fiona Thomas war ein spannender Thriller mit ein bisschen Luft nach oben. Das Setting fand ich grandios und richtig beklemmend. Eingeschlossen in einem zusammen gebrochenen Tunnel sucht Rachel mit anderen Überlebenden nach einem Ausweg aus der lebensbedrohlichen Situation, ohne dabei zu ahnen, dass sich auch der Mörder ihrer besten Freundin Amy darunter befindet, der es jetzt auf sie abgesehen hat. Die Handlung springt immer wieder aus Rachels Sicht zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit zur Zeit von Amys Verschwinden hin und her. Man bekommt auch immer mal wieder kurze Einblicke in die Sicht des Killers, was ich besonders interessant fand, da es mir immer wieder vor Augen geführt hat in was für einer gefährlichen Lage Rachel gerade steckt. Die Handlung spitzt sich immer mehr zu und ich hatte auf jeden Fall richtig Spaß dabei zu rätseln, wer genau der Mörder ist. Das Einzige, was mir ein bisschen negativ im Gedächtnis geblieben ist, war, dass es einfach zu viele Dialoge gab ohne Beschreibung drumherum. Dadurch habe ich oftmals den Faden verloren, wer jetzt gerade miteinander spricht, streitet, etc. und musste einige Stellen nochmal lesen um das auseinanderhalten zu können, was meinen Lesefluss einfach gestört hat. Insgesamt kann ich aber sagen, hat mir der Thriller sonst ziemlich gut gefallen und ich kann ihm auf jeden Fall allen empfehlen, die nach Büchern mit Locked-Room-Szenarien suchen.
Rachel ist auf dem Weg zu einer Beerdigung, in einem Tunnel geschieht ein schwerer Unfall. Das ist die Ausgangssituation. Die Story hat Tempo, als LeserIn kommt man dem Kern des Konflikts schnell Nahe. Die beste Freundin von Rachel wurde ermordet, es ist auch eine Geschichte über Trauer und den Umgang mit Verlust. Gleichzeitig befindet sich der Mörder von Amy in dem Tunnel - er weiß wer Rachel ist und macht sich auf die Jagd in diesem schon sehr beklemmenden Unfall-Szenario. Es ist natürlich alles kein Zufall. Rachel muss sich der Vergangenheit stellen - und Vertrauen lernen. Sie ist nicht mehr allein.
Diese Story wird aus drei Perspektiven und in zwei Zeitebenen erzählt. Damals, als Amy verschwand und heute, als Rachel in dem Tunnel fest steckt. Auch der Mörder kommt zu Wort, seine Sichtweise wird ebenfalls geschildert. Dieser Perspektivwechsel erzeugt Spannung, ich musste beim Lesen mitermitteln, wer er sein könnte, ich erfahre Dinge, die Rachel nicht weiß. Und noch etwas besonderes macht diesen Thriller aus. Das Thema luzides Träumen. Ich musste das kurz recherchieren, ich hatte davon schon gehört, aber mich noch nie damit beschäftigt.
Luzides Träumen bedeutet, dass du während des Träumens weißt, dass du träumst. Du bist also nicht nur Zuschauerin deines Traums, sondern hast ein Stück weit Bewusstsein darüber. Rachel und Amy hatten eine sehr innige Verbindung zueinander und teilten dieses Interesse. Hier taucht es als Motiv für Resilienz und Freundschaft auf, was dieser Geschichte auch noch mal einen ganz besonderen Kniff verleiht. Ich habe das gerne gelesen.
Der Klappentext hat mich eigentlich sofort gepackt. Eine düstere Atmosphäre, eine Reise, die von der Vergangenheit überschattet wird, und dann eine Katastrophe, die alles ins Chaos stürzt. Das klang nach coolem Nervenkitzel. Umso größer war meine Enttäuschung ...
Die Geschichte wirft Rachel in eine lebensbedrohliche Situation, während sie gleichzeitig mit einem lange zurückliegenden Schicksalsschlag konfrontiert wird. Die Mischung aus eingeschlossener Gruppe, wachsendem Misstrauen und der Frage, wem man überhaupt noch trauen kann, hat enormes Potenzial. Immer wieder werden kleine Hinweise eingestreut, die die Vergangenheit mit der Gegenwart verbinden und den Verdacht nähren, dass der wahre Albtraum längst nicht vorbei ist.
Erzählt wird das Ganze aus Rachels Sicht - sowohl in der Gegenwart als auch in Rückblicken. Dazwischen sorgen Kapitel aus der Perspektive von „Er“ für zusätzliche Spannung, denn schnell wird klar, dass jemand ein perfides Spiel spielt und Rachel in großer Gefahr schwebt.
Leider konnte mich das Buch trotz dieser vielversprechenden Ausgangslage überhaupt nicht überzeugen. Die Ereignisse wirkten auf mich viel zu konstruiert und teilweise so überzogen, dass ich sie einfach nicht mehr ernst nehmen konnte. Statt mitzufiebern, habe ich mich immer wieder gefragt, ob das wirklich glaubwürdig sein soll. Dadurch konnte ich zu keinem Zeitpunkt richtig in die Geschichte eintauchen. Zwar gibt es immer wieder kleinere Spannungsmomente und der Schreibstil liest sich angenehm flüssig, doch das allein hat für mich nicht gereicht.
Auch die Figuren blieben für meinen Geschmack viel zu blass. Vor allem zu Rachel konnte ich keine Verbindung aufbauen, wodurch mir ihr Schicksal (plump gesagt) ziemlich egal blieb.
Fazit: Am Ende bleibt für mich eine richtig gute Idee, aus der man deutlich mehr hätte machen können. Die spannende Prämisse konnte die schwache und unrealistische Umsetzung für mich leider nicht ausgleichen.