Allmen und die Dahlien
Der dritte Roman aus Martin Suters Krimireihe um Johann Friedrich von Allmen und Carlos de Leon und zweite Fall für «Allmen International Inquiries». Maria Morena, eine kolumbianische Informantin aus dem letzte Fall, ist mittlerweile zu Carlos gezogen und macht sich im Haus und als Telefonistin nützlich. Damit hat Allmen schon zwei Sans Papiers (Illegale) bei sich. Allmens finanzielle Lage ist wie immer angespannt, Carlos kann deutlich besser mit Geld umgehen.
Diesmal geht es um ein gestohlenes Bild, das Allmen wiederbeschaffen soll, ein millionenschweres Dahlienbild von Henri Fantin-Latour. Die Eigentümerin ist eine ältere Dame, eine Milliardenerbin und Besitzerin eines nicht mehr ganz traufrischen Luxushotels. Die Ermittlungen sind etwas delikat, denn das Bild war schon gestohlen, als es in den Besitz der Hotelerbin kam. Viele der Verdächtigen aus dem Umfeld der Tat scheinen Menschen zu sein, die sich hinter der Fassade des Geldhabens verbergen, aber eher wie Allmen die Kunst des Kein-Geld-Haben perfektioniert haben. Auch die Nähe der Hotelerbin zu einem berühmten Bankräuber, der sich allerdings im Gefängnis selbst gerichtet hat, findet die «Researchabteilung» (Carlos) heraus.
Allmen untersucht Gelegenheit, Motive und Beziehungen und findet so manches Geheimnis heraus. Das führt zwangsläufig zu weniger Spannung und Action als Einsichten in ein Milieu, dennoch bekommt Allmen mal wieder die Hucke voll. Die Charaktere gefallen mir und die Unehrlichkeit jeder gegen jeden, zumeist motiviert von der Aussicht auf und dem Bedarf an Geld ¬ oder Liebe ¬ nimmt Ausmaße an.
Ich freue mich schon auf die nächsten drei Allmens, etwas später im Jahr.