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Ich will dich lebend: »Der Roman hat mich sprachlos gemacht.« (Bärbel Schäfer)
»Wie sehr dieses Buch gefehlt hat, versteht man erst, wenn man wieder auftaucht, weil es einen so mitreißt, so luzide und eindringlich ist es erzählt.« Daniela Dröscher
Selma und Mischa haben sich all die Jahre nicht füreinander interessiert. Bis sie, die erfolgreiche Architektin, beobachtet, wie er, Nobelrestaurantbesitzer, im Biosupermarkt klaut. Als er droht aufzufliegen, deckt sie ihn. »Verbrecherbraut«, grinst Mischa.
Jeanne, Mischas Schwester, ist Selmas beste Freundin – bis Selma plötzlich ganz und gar Mischa gehört. Als der Traum einer leidenschaftlichen Liebe zum Albtraum wird, lädt Jeanne das Auto voll und entführt Selma aus einem Berliner Kaffeehaus. Sie verharren in einem Versteck, bis der Termin kommt, an dem sie erneut ins Auto steigen und ins Gericht fahren.
Julia Malik zeigt in literarischer Sprache und bestechenden Bildern, wie Täter ihre Opfer in eine Spirale aus Verführung, Isolation, Abspaltung, Ohnmacht und Scham locken. Wie verheerend und perfide Leidenschaft, Manipulation und rohe Gewalt oftmals Hand in Hand gehen. » Ich will dich lebend « ist eine rasante, wütende und letztlich befreiende Jagd, die über Hindernisse der Bürokratie, durch demütigende Befragungen und die Grauzone zwischen Lebensrettung und Übergriffigkeit führt. Die Autorin verliert dabei niemals ihre Protagonistinnen aus dem Blick, ihre Wildheit, Widerständigkeit und ihre Würde.
Selma und Mischa haben sich all die Jahre nicht füreinander interessiert. Bis sie, die erfolgreiche Architektin, beobachtet, wie er, Nobelrestaurantbesitzer, im Biosupermarkt klaut. Als er droht aufzufliegen, deckt sie ihn. »Verbrecherbraut«, grinst Mischa.
Jeanne, Mischas Schwester, ist Selmas beste Freundin – bis Selma plötzlich ganz und gar Mischa gehört. Als der Traum einer leidenschaftlichen Liebe zum Albtraum wird, lädt Jeanne das Auto voll und entführt Selma aus einem Berliner Kaffeehaus. Sie verharren in einem Versteck, bis der Termin kommt, an dem sie erneut ins Auto steigen und ins Gericht fahren.
Julia Malik zeigt in literarischer Sprache und bestechenden Bildern, wie Täter ihre Opfer in eine Spirale aus Verführung, Isolation, Abspaltung, Ohnmacht und Scham locken. Wie verheerend und perfide Leidenschaft, Manipulation und rohe Gewalt oftmals Hand in Hand gehen. » Ich will dich lebend « ist eine rasante, wütende und letztlich befreiende Jagd, die über Hindernisse der Bürokratie, durch demütigende Befragungen und die Grauzone zwischen Lebensrettung und Übergriffigkeit führt. Die Autorin verliert dabei niemals ihre Protagonistinnen aus dem Blick, ihre Wildheit, Widerständigkeit und ihre Würde.
318 pages, Kindle Edition
Published September 3, 2026
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Community Reviews
Displaying 1 - 3 of 3 reviews
September 12, 2026
Thematisch fand ich dieses Buch unfassbar spannend, hart und wichtig. Ich habe beim Lesen so viel gefühlt. Ich war angespannt, wütend (sehr oft!), schockiert, traurig und musste das Ganze am Ende erstmal ziemlich sacken lassen…
Besonders stark fand ich, wie der Weg in die toxische Beziehung beschrieben wird: Wie Manipulation, Kontrolle und das ständige Verschieben von Grenzen dazu führen, dass selbst eine gebildete, reflektierte Frau irgendwann ihre eigene Wahrnehmung hinterfragt und die Schuld bei sich sucht. Das hat mich wirklich fertiggemacht.
Ein bisschen schwergetan habe ich mich allerdings mit der Erzählweise. Die Geschichte wird quasi von hinten aufgerollt, Gegenwart und Rückblenden gehen teilweise nahtlos ineinander über und ich war dadurch ziemlich oft maximal verwirrt. Ich kann total nachvollziehen, dass diese Art zu erzählen auch etwas von der Unsicherheit und Orientierungslosigkeit der Betroffenen transportiert, aber für mich war es stellenweise trotzdem einfach zu viel.
Und ein paar Wendungen zum Ende hin fand ich dann auch etwas drüber.
Trotzdem ein Buch, das bei mir definitiv nachwirkt!!!
Besonders stark fand ich, wie der Weg in die toxische Beziehung beschrieben wird: Wie Manipulation, Kontrolle und das ständige Verschieben von Grenzen dazu führen, dass selbst eine gebildete, reflektierte Frau irgendwann ihre eigene Wahrnehmung hinterfragt und die Schuld bei sich sucht. Das hat mich wirklich fertiggemacht.
Ein bisschen schwergetan habe ich mich allerdings mit der Erzählweise. Die Geschichte wird quasi von hinten aufgerollt, Gegenwart und Rückblenden gehen teilweise nahtlos ineinander über und ich war dadurch ziemlich oft maximal verwirrt. Ich kann total nachvollziehen, dass diese Art zu erzählen auch etwas von der Unsicherheit und Orientierungslosigkeit der Betroffenen transportiert, aber für mich war es stellenweise trotzdem einfach zu viel.
Und ein paar Wendungen zum Ende hin fand ich dann auch etwas drüber.
Trotzdem ein Buch, das bei mir definitiv nachwirkt!!!
September 21, 2026
Jeanne trifft Selma zum ersten Mal auf einem Podium. Die Moderatorin stellt Selma Fragen zur Architektur, die sie vage beantwortet. Selma dreht und windet sich, wippt mit dem Fuß unter den überschlagenen Beinen. Jeanne, die Molekularbiologin, hinterfragt Selmas Antworten, die eine Charmeoffensive startet. Nach dem Podium sollen sich die Gäste beim Büffet einfinden. Jeanne klemmt sich an Selma, irgendwas fasziniert sie. Doch Selma schultert ihre übergroße Tasche und will weg, sie habe noch eine Verabredung. Jeanne überredet sie zu bleiben. Selma wird von einem Typen angequatscht, dem sie nur einen kurzen Blick gönnt, um sich wieder Jeanne zuzuwenden. Sie brechen gemeinsam auf und ziehen in Selmas Lieblingsbar.
Jeanne und Selma verbindet vom Tag ihres Kennenlernens eine tiefe Freundschaft. Sie quatschen die Nächte durch, besuchen Partys, tanzen. Sieben Jahre teilen die ungleichen Frauen jede emotionale Regung und dann lernt Selma Jeannes Bruder Mischa kennen. Den Betreiber eines Szenerestaurants, in der er allabendlich in Armani hofiert. Selma kann sich seinem Charme nicht entziehen. Sie lässt sich auf Mischa ein, auf dieses besondere Gefühl, das er ihr schenkt. Während Selma sich weiter an Mischa fesselt, arbeitet Jeanne als Kuratorin für ihren Vater und vermarktet seine Gemälde. Wenn sie Selma trifft, dann nur im Zusammenhang mit Mischa. Obwohl die beiden ihr stets bestätigen, dass sie sie gerne bei sich haben, fühlt sie sich als Störenfried und glaubt bald, dass sie sowohl Selma als auch ihren Bruder verloren hat. Als Mischas Ex-Freundin sie anruft, braucht sie einen Moment, um das Unaussprechliche zu verarbeiten. Doch dann weiß sie, dass sie handeln muss. Sie packt ihr Auto mit Vorräten und Kleidung, lockt Selma unter einem Vorwand aus Mischas Restaurant und fährt mit ihr in die Abgeschiedenheit eines verfallenen Hauses, dessen Existenz Mischa nicht kennt.
Fazit: Die Schauspielerin, Regisseurin und Autorin Julia Malik hat in ihrem zweiten Buch eine Frauenfreundschaft gezeichnet, die auseinanderfällt. Ihre Protagonistin Selma rutscht in eine toxische Beziehung mit dem Bruder ihrer besten Freundin. Schnell wird aus der lebenslustigen, unbeschwerten, frei beruflich selbstständigen Selma eine abhängige, beigeblasse Frau, die versucht, ihr Leben zu kontrollieren, um das Schlimmste zu vermeiden. Während Selma sich den Gegebenheiten anpasst, bleibt Jeanne ahnungslos, was sich hinter Mischas Wohnungstür abspielt. Als Jeanne Selma regelrecht entführt, sie zu einer Anzeige überredet, ahnt sie nicht, wie sehr Mischa Selma konditioniert hat. In der Einöde, die die beiden Frauen umgibt, erfahre ich nach und nach, was Selma passiert ist und ich muss sagen, als mittlerweile geübte Leserin toxischer Beziehungen haben mich verschiedene gut beschriebene Szenen voll erwischt. In aller Konsequenz zeigt die Autorin das anfängliche Umgarnen, die stete Gehirnwäsche, dass diese Beziehung etwas ganz Besonderes ist, die Demütigungen durch die Verletzungen und die Scham. Selmas Zwiespalt der Schwester den geliebten Bruder nicht madig machen zu wollen und die eigenen Schuldgefühle, wenn er wieder ausgerastet ist, ist ebenfalls gut herausgearbeitet. Niemand ahnt, wie perfide Mischa wirklich tickt, weil er oberflächlich gut kontrolliert, gefällig und erfolgreich in seiner Selbstdarstellung ist. Erschreckend unzumutbar ist auch das Verhör der Polizistin, bei der Selma Anzeige erstattet. Das will man nicht erleben. Was mir nicht gefallen hat, sind die pseudointellektuellen Dialoge zwischen den beiden Frauen während der Kennenlernphase, das ist aber mein einziges Manko in dieser schonungslosen, augenöffnenden Geschichte, die ich wichtig finde.
Jeanne und Selma verbindet vom Tag ihres Kennenlernens eine tiefe Freundschaft. Sie quatschen die Nächte durch, besuchen Partys, tanzen. Sieben Jahre teilen die ungleichen Frauen jede emotionale Regung und dann lernt Selma Jeannes Bruder Mischa kennen. Den Betreiber eines Szenerestaurants, in der er allabendlich in Armani hofiert. Selma kann sich seinem Charme nicht entziehen. Sie lässt sich auf Mischa ein, auf dieses besondere Gefühl, das er ihr schenkt. Während Selma sich weiter an Mischa fesselt, arbeitet Jeanne als Kuratorin für ihren Vater und vermarktet seine Gemälde. Wenn sie Selma trifft, dann nur im Zusammenhang mit Mischa. Obwohl die beiden ihr stets bestätigen, dass sie sie gerne bei sich haben, fühlt sie sich als Störenfried und glaubt bald, dass sie sowohl Selma als auch ihren Bruder verloren hat. Als Mischas Ex-Freundin sie anruft, braucht sie einen Moment, um das Unaussprechliche zu verarbeiten. Doch dann weiß sie, dass sie handeln muss. Sie packt ihr Auto mit Vorräten und Kleidung, lockt Selma unter einem Vorwand aus Mischas Restaurant und fährt mit ihr in die Abgeschiedenheit eines verfallenen Hauses, dessen Existenz Mischa nicht kennt.
Fazit: Die Schauspielerin, Regisseurin und Autorin Julia Malik hat in ihrem zweiten Buch eine Frauenfreundschaft gezeichnet, die auseinanderfällt. Ihre Protagonistin Selma rutscht in eine toxische Beziehung mit dem Bruder ihrer besten Freundin. Schnell wird aus der lebenslustigen, unbeschwerten, frei beruflich selbstständigen Selma eine abhängige, beigeblasse Frau, die versucht, ihr Leben zu kontrollieren, um das Schlimmste zu vermeiden. Während Selma sich den Gegebenheiten anpasst, bleibt Jeanne ahnungslos, was sich hinter Mischas Wohnungstür abspielt. Als Jeanne Selma regelrecht entführt, sie zu einer Anzeige überredet, ahnt sie nicht, wie sehr Mischa Selma konditioniert hat. In der Einöde, die die beiden Frauen umgibt, erfahre ich nach und nach, was Selma passiert ist und ich muss sagen, als mittlerweile geübte Leserin toxischer Beziehungen haben mich verschiedene gut beschriebene Szenen voll erwischt. In aller Konsequenz zeigt die Autorin das anfängliche Umgarnen, die stete Gehirnwäsche, dass diese Beziehung etwas ganz Besonderes ist, die Demütigungen durch die Verletzungen und die Scham. Selmas Zwiespalt der Schwester den geliebten Bruder nicht madig machen zu wollen und die eigenen Schuldgefühle, wenn er wieder ausgerastet ist, ist ebenfalls gut herausgearbeitet. Niemand ahnt, wie perfide Mischa wirklich tickt, weil er oberflächlich gut kontrolliert, gefällig und erfolgreich in seiner Selbstdarstellung ist. Erschreckend unzumutbar ist auch das Verhör der Polizistin, bei der Selma Anzeige erstattet. Das will man nicht erleben. Was mir nicht gefallen hat, sind die pseudointellektuellen Dialoge zwischen den beiden Frauen während der Kennenlernphase, das ist aber mein einziges Manko in dieser schonungslosen, augenöffnenden Geschichte, die ich wichtig finde.
September 9, 2026
Ich will dich lebend greift ein unglaublich wichtiges und aktuelles Thema auf, über das meiner Meinung nach gar nicht genug gesprochen werden kann. Besonders erschreckend fand ich, wie leicht es passieren kann, in eine solche Situation zu geraten – und dass man es einem Menschen oder einer Beziehung von außen oft überhaupt nicht zutraut.
Sehr gut gefallen hat mir auch der Fokus auf das Unterstützungsnetz. Gerade in solchen Situationen wird deutlich, wie wichtig Menschen sind, die nicht einfach aufgeben, sondern bleiben, helfen und immer wieder versuchen, einen Ausweg zu finden. Gleichzeitig zeigt der Roman sehr eindringlich, wie schwierig es für Betroffene sein kann, sich aus einer solchen Beziehung zu lösen.
Spannend fand ich außerdem die Erzählweise, da man die Geschichte gewissermaßen vom Ende her kennenlernt und sich dadurch nach und nach erschließt, was eigentlich passiert ist. Das hat die Spannung für mich zusätzlich erhöht.
Trotz des schweren Themas lässt sich das Buch sehr gut und flüssig lesen. Gerade weil die Geschichte so realistisch wirkt, bleibt sie im Kopf und regt zum Nachdenken an.
Sehr gut gefallen hat mir auch der Fokus auf das Unterstützungsnetz. Gerade in solchen Situationen wird deutlich, wie wichtig Menschen sind, die nicht einfach aufgeben, sondern bleiben, helfen und immer wieder versuchen, einen Ausweg zu finden. Gleichzeitig zeigt der Roman sehr eindringlich, wie schwierig es für Betroffene sein kann, sich aus einer solchen Beziehung zu lösen.
Spannend fand ich außerdem die Erzählweise, da man die Geschichte gewissermaßen vom Ende her kennenlernt und sich dadurch nach und nach erschließt, was eigentlich passiert ist. Das hat die Spannung für mich zusätzlich erhöht.
Trotz des schweren Themas lässt sich das Buch sehr gut und flüssig lesen. Gerade weil die Geschichte so realistisch wirkt, bleibt sie im Kopf und regt zum Nachdenken an.
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