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Wahl und Wahrheit: Was unser Grundgesetz gefährdet und wie wir es schützen

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Ein juristischer Blick auf die Debatten unserer Zeit: Die renommierte Verfassungsrechtlerin Frauke Brosius-Gersdorf blickt auf ihre gescheiterte Richterwahl, analysiert die großen gesellschaftlichen Streitfragen der Gegenwart (Abtreibung, Impfpflicht, Meinungsfreiheit) durch die juristische Brille und plädiert für eine Rückkehr zur sachorientierten Debatte.
Die 2025 spektakulär gescheiterte Wahl von Frauke Brosius-Gersdorf zur Richterin am Bundesverfassungsgericht machte deutlich, wie schnell die unabhängige Justiz auch hierzulande zur Zielscheibe populistischer Agitation werden kann. Dabei lebt eine starke Demokratie vom ernsthaften Ringen um die besseren Argumente, so die renommierte Verfassungsrechtlerin, und von Wahrheit.
Vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen rund um die Richterwahl widmet sie sich in ihrem Buch brennenden gesellschaftlichen Fragenaus juristischer Perspektive: dem Schwangerschaftsabbruch, Parteiverboten und dem Verhältnis von Staat und Kirche. Sie fragt nach Reformbedarf bei der Richterwahl und den Medien, sie diskutiert, wie eine bessere Debattenkultur gelingen kann und was zum Schutz der Wissenschaft und von Frauen notwendig ist.
Indem sie ihre eigene Geschichte und wissenschaftliche Expertise verbindet, gelingt ihr ein eindrückliches Plädoyer für eine widerstandsfähige und rechtsstaatlich verankerte Demokratie. Denn nur, wer die Fakten kennt, kann gerechte Urteile sprechen.

304 pages, Hardcover

Published September 1, 2026

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Frauke Brosius-Gersdorf

18 books2 followers
Frauke Brosius-Gersdorf is a German legal scientist and university professor of Public law at the University of Potsdam.

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Displaying 1 - 2 of 2 reviews
Profile Image for Marlene Stein.
53 reviews24 followers
September 2, 2026
3.5*

Als Fast-Juristin, die das Geschehen des holprigen Richter*innenwahlsommers 2025 zum Anlass genommen hat, ihre Seminararbeit über die Politisierung der Verfassungsrichter*innenwahl im Generellen und die Causa Brosius-Gersdorf im Speziellen zu schreiben (leider weder Spiegel Beststeller noch Buchpreis-nominiert), habe ich natürlich alles stehen und liegen gelassen und hing FBG bei diesem Bericht sprichwörtlich an den Lippen.

Selbst als Beinah-Expertin gab es noch neue Details des formlosen Nominierungsvorgangs zu entdecken, und ich kann versprechen, ich hing wirklich tief in der Materie. Insofern ist der Bericht einer Person, die den Prozess selbst durchlaufen hat, sehr wertvoll. Die stellenweisen Einblicke in das persönlich Erlebte sind unterhaltsam, erhellend und äußert empörend angesichts des klischeehaften (aber wohl leider realen) Verhaltens angestaubter Abgeordneter bestimmter Bundestagsfraktionen.

Der persönliche Erfahrungsbericht macht allerdings weniger des Inhaltes aus, als sich der ein oder andere neugierige Leser vielleicht wünschen würde. Stattdessen wird einem fein säuberlich eine akkurate Auseinandersetzung mit den Diffamierungen und sachlich falschen, mutwilligen Missinterpretationen von FBGs wissenschaftlicher Arbeit, die zu ihrer Nichtwahl führten, serviert. Wer dachte, sie habe sich bei Markus Lanz mit Klauen und Zähnen verteidigt, der spitze jetzt die Ohren und stecke wohl besser in einer Ritterrüstung, zur eigenen Sicherheit. Die Sachargumente und Richtigstellungen werden (oft wortgleich) auf- und abgebetet, damit sie auch der letzte Bundestagsabgeordnete verstehen möge. Das Verlangen, gehört zu werden, ist nach dem im letzten Jahr Erlebten absolut verständlich. Trotzdem hätte eine etwas andere Strukturierung und Kürzungen einiger Stellen zu einem weniger repetitiven Endergebniss geführt. Vielleicht hätte es dafür mehr Zeit oder einem intensiveren Lektorat bedurft.
Denn, und hier wage ich es, etwas Kritik zu üben: für einen juristischen Laien, der die schwierigeren Passagen, in denen es sich im Detail um verfassungsrechtliche Fragen dreht, wären die vermehrten Erklärungen zwar eventuell hilfreich. Dafür wäre es aber besser gewesen, auf verschiedene Formulierungen zu setzen. Wer eine Erklärung beim ersten Mal nicht verstanden hat, wird sie beim zweiten Mal, wenn sie in großen Teilen wortgleich lautet, vermutlich nicht zwingend besser verstehen.
Da ich mich mit den juristischen Themen vielleicht etwas zu gut auskenne, war ich durch die Wiederholungen phasenweise ein bisschen gelangweilt. Aber für den durchschnittlichen Leser des Buches, der angesichts der Autorin und es Inhalts wahrscheinlich zumindest ein Mindestmaß an juristischem Interesse mitbringt, sind es diese Passagen, aus denen viel neues Wissen und Gedankenanstöße gewonnen werden können. Eine einmalige ausführliche Darlegung wäre jedoch ausreichend gewesen.
Auch Redewendungen und Formulierungen werden häufig mehrfach verwendet, und zwar so, dass es eben leider doch auffällt.

Andererseits sehr positiv hervorzuheben: FBG beherrscht es auf bewundernswerte Weise, sich mit komplexen Themen rein wissenschaftlich auseinanderzusetzen, ohne jegliche Emotionalisierung. Das ist heutzutage rar, und umso wütender macht es mich, dass ausgerechnet diese Frau zur Zielscheibe einer ungerechten, hoch emotionalisierten und faktenblinden Debatte gemacht wurde.

Die inhaltliche Auseinandersetzung mit den verfassungsrechtlichen Thematiken ist zwar etwas langatmig, aber sie sind wichtig und richtig, und ich plädiere dafür, ihnen die volle Aufmerksamkeit zu schenken. Nicht nur sind sie die Klarstellung der FBG frech und öffentlichkeitswirksam vor die Füße geworfenen falschen Behauptungen - also gönne man ihr diese Bühne, auch wenn sie ein etwas längeres Stück darauf aufführt! - sondern auch erfreulich lehrreich.
Sie wollte mit den Falschbehauptungen aufräumen, und das hat sie. Das Gebäude FBG steht gewissermaßen von allen schändlichen Graffitis befreit und sauber strahlend wieder im Sonnenlicht. Nur eben leider nicht in Karlsruhe. Wenn ich könnte, würde ich sie persönlich huckepack in das Bundesverfassungsgericht tragen (beziehungsweise ihr auf angemessen gediegene Weise die Tür aufhalten), denn was ich bereits vor diesem Buch wusste, ist durch dessen Lektüre nur noch klarer geworden: FBG ist eine Juristin, die wirklich jede Unze an Respekt verdient hat, die ihr entgegengebracht werden kann.
Profile Image for Christina Zeißlein.
38 reviews
September 9, 2026
Was Frau Brosius-Gersdorf letztes Jahr erleben musste, grenzt an eine Farce. Dass (überwiegend) männliche konservative Politiker einer Frau aufgrund ihrer Einstellung die Fähigkeit absprechen, ein (grundsätzlich politisch neutrales) Richterinnenamt zu bekleiden, wurde meiner Meinung nach zu schnell unter den Teppich gekehrt. Oft habe ich beim Lesen mit dem Kopf schütteln und das ein oder andere Tränchen verdrücken müssen, da mir das Ausmaß der politischen Inkompetenz seitens der CDU/CSU selten so bewusst vor Augen geführt wurde. Ein unfassbar wichtiges Plädoyer mit einem interessanten Einblick in das Gebiet der Rechtswissenschaft. Auch, wenn ich einige Sätze des Kapitels über verfassungsrechtliche Fragen mehrmals lesen musste (meine juristische Kompetenz lässt da wohl zu wünschen übrig), empfinde ich den theoretischen Einschub als äußerst wichtig. Das Kapitel über Gleichberechtigung am Ende hätte gerne noch ausführlicher sein können!
„Demokratie muss wehrhaft sein.“
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