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Bastardmoderne (EDITION TUMULT)
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July 5, 2026
2,5 Sterne. Ein Buch der Sorte ‚rauscht durch, muss man nicht gelesen haben‘. Aber: Für Linke, die sich nicht leicht triggern lassen (wofür es genügend Anlässe gäbe…), gibt es hier einiges zu lernen darüber, warum sich Leute in den letzten Jahren nach rechts radikalisiert haben. Nicht fein säuberlich theoretisch ausgearbeitet, sondern als Erlebnisbericht.
Aus dem Vorwort (anderer Autor): „Was sind Rassismus und Sexismus gegenüber der Gleichgültigkeit zwischen den Völkern und Geschlechtern? Jedes Mittel ist gerechtfertigt und jedes apokalyptische Ereignis willkommen, wenn sie verhindern, dass wir zugleich überall und nirgends weilen beziehungsweise alles und nichts verkörpern.“ Ne Digga. Aber mit diesem vernunftlosen Pseudo-Idealismus ist der Ton für das Buch gesetzt.
Das ist ein polemisches, ein giftiges Buch; die Anklage an die „Late-Stage-BRD“ ist umfassend. Die zentralen ausgemachten Probleme sind:
- Massenmigration
- Verlust kollektiver Identität
- Ideologisch übergriffiger Staat
- Wirtschaftlicher Niedergang
Leitend ist dann die Frage: „Wie zum Teufel wurden wir zu dem, was wir nie sein wollten?“
Karon - bis vor kurzem Journalist bei NIUS - bezieht eine antikapitalistische und antiliberale Position. Was lange Zeit nur von links kam, ist hier rechts, weil identitär fundiert. Er beschreibt Fremdheitserfahrungen und Heimatverlust, da sich das berüchtigte Stadtbild verändert habe: „Fremdland, lieber Herr Merz, bedeutet: Ich sehe meine Leute nicht. Ich höre meine Sprache nicht. Ich fühle mich fremd im eigenen Land.“ Die Perspektive ist hier sicherlich auf westdeutsche Großstädte gerichtet, aber das Beschriebene ist eindrücklich. Weiter geht es mit Kritik an umfassender Vereinheitlichung im globalen Kapitalismus. Die deutsche Brottradition wird durch Supermarkt-Backware ersetzt, die beschaulichen polnischen Dörfer auf dem Weg zur Ostsee nimmt man durch die neue Autobahn nicht mehr wahr, Mundarten sterben zugunsten des Hoch- und Slangdeutschen, in jeder Kleinstadt gibt’s nen McDonalds. Letztlich bedeutet Globalisierung nicht die Begegnung mit anderen Kulturen, sondern die Einebnung aller Unterschiede. Kritik außerdem an der völlig frei zugänglichen und omnipräsenten Pornoindustrie. Entheiligung von Sexualität, Verrohung, Suchtverhalten, Entmenschlichung.
Dann weiter mit modernem Fußball, der nur noch nach Geldlogiken funktioniere; mit einer Regenbogen-Ideologie, die zur Zivilreligion verkommen sein; mit dem Verfall des öffentlichen Raums, der in manchen Stadtvierteln einem „Zombieland“ gleiche; Boomerschelte; Klage über Bildungsverfall, Internet-Degeneration und die Heuchelei des guten, grünen Menschen.
Karon arbeitet sich an gut gewählten, durchaus instruktiven Beispielen und Einzelfällen ab. Theoretische Erklärungen und Verweise auf strukturelle Ursachen fehlen meist. Also: Definitiv kein großer intellektueller Wurf, aber ein recht akkurates Bild der umfassenden Misere. Die drangeklatschten Spengler-, Evola-, und Heidegger-Referenzen wirken allerdings nur lächerlich; völlige popkulturelle und tagespolitische Verwurstung dieser Denker.
Man fragt sich am Ende, was aus diesem Panorama der Schlechtigkeit folgen soll. Insbesondere „Fremdland“ wird kaum GG-konform rückabzuwickeln sein. Wenn man aber nicht nur normativ (Rassismus!), sondern analytisch (Tribaltrieb und ethnisches Bewusstsein im Menschen) auf die Sache blickt, wird man mit Karons Ausführungen als politischen Faktor rechnen müssen. Und man sollte sich ernsthaft fragen, wie man die politischen Entscheidungen der letzten Jahre so einhegt, dass sie nicht langfristig verheerend wirken. Da aber Karon konstruktive Ansätze schuldig bleibt, ist es letztlich wenig mehr als ein Zündeln am gesellschaftlichen Frieden. Politische Unvernunft überall, dem Tenor nach: „Egal was kommt, Hauptsache es bleibt nicht so, wie es ist.“ Fatal.
Aus dem Vorwort (anderer Autor): „Was sind Rassismus und Sexismus gegenüber der Gleichgültigkeit zwischen den Völkern und Geschlechtern? Jedes Mittel ist gerechtfertigt und jedes apokalyptische Ereignis willkommen, wenn sie verhindern, dass wir zugleich überall und nirgends weilen beziehungsweise alles und nichts verkörpern.“ Ne Digga. Aber mit diesem vernunftlosen Pseudo-Idealismus ist der Ton für das Buch gesetzt.
Das ist ein polemisches, ein giftiges Buch; die Anklage an die „Late-Stage-BRD“ ist umfassend. Die zentralen ausgemachten Probleme sind:
- Massenmigration
- Verlust kollektiver Identität
- Ideologisch übergriffiger Staat
- Wirtschaftlicher Niedergang
Leitend ist dann die Frage: „Wie zum Teufel wurden wir zu dem, was wir nie sein wollten?“
Karon - bis vor kurzem Journalist bei NIUS - bezieht eine antikapitalistische und antiliberale Position. Was lange Zeit nur von links kam, ist hier rechts, weil identitär fundiert. Er beschreibt Fremdheitserfahrungen und Heimatverlust, da sich das berüchtigte Stadtbild verändert habe: „Fremdland, lieber Herr Merz, bedeutet: Ich sehe meine Leute nicht. Ich höre meine Sprache nicht. Ich fühle mich fremd im eigenen Land.“ Die Perspektive ist hier sicherlich auf westdeutsche Großstädte gerichtet, aber das Beschriebene ist eindrücklich. Weiter geht es mit Kritik an umfassender Vereinheitlichung im globalen Kapitalismus. Die deutsche Brottradition wird durch Supermarkt-Backware ersetzt, die beschaulichen polnischen Dörfer auf dem Weg zur Ostsee nimmt man durch die neue Autobahn nicht mehr wahr, Mundarten sterben zugunsten des Hoch- und Slangdeutschen, in jeder Kleinstadt gibt’s nen McDonalds. Letztlich bedeutet Globalisierung nicht die Begegnung mit anderen Kulturen, sondern die Einebnung aller Unterschiede. Kritik außerdem an der völlig frei zugänglichen und omnipräsenten Pornoindustrie. Entheiligung von Sexualität, Verrohung, Suchtverhalten, Entmenschlichung.
Dann weiter mit modernem Fußball, der nur noch nach Geldlogiken funktioniere; mit einer Regenbogen-Ideologie, die zur Zivilreligion verkommen sein; mit dem Verfall des öffentlichen Raums, der in manchen Stadtvierteln einem „Zombieland“ gleiche; Boomerschelte; Klage über Bildungsverfall, Internet-Degeneration und die Heuchelei des guten, grünen Menschen.
Karon arbeitet sich an gut gewählten, durchaus instruktiven Beispielen und Einzelfällen ab. Theoretische Erklärungen und Verweise auf strukturelle Ursachen fehlen meist. Also: Definitiv kein großer intellektueller Wurf, aber ein recht akkurates Bild der umfassenden Misere. Die drangeklatschten Spengler-, Evola-, und Heidegger-Referenzen wirken allerdings nur lächerlich; völlige popkulturelle und tagespolitische Verwurstung dieser Denker.
Man fragt sich am Ende, was aus diesem Panorama der Schlechtigkeit folgen soll. Insbesondere „Fremdland“ wird kaum GG-konform rückabzuwickeln sein. Wenn man aber nicht nur normativ (Rassismus!), sondern analytisch (Tribaltrieb und ethnisches Bewusstsein im Menschen) auf die Sache blickt, wird man mit Karons Ausführungen als politischen Faktor rechnen müssen. Und man sollte sich ernsthaft fragen, wie man die politischen Entscheidungen der letzten Jahre so einhegt, dass sie nicht langfristig verheerend wirken. Da aber Karon konstruktive Ansätze schuldig bleibt, ist es letztlich wenig mehr als ein Zündeln am gesellschaftlichen Frieden. Politische Unvernunft überall, dem Tenor nach: „Egal was kommt, Hauptsache es bleibt nicht so, wie es ist.“ Fatal.
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