Millennial auf Rachefeldzug trifft auf YouTube-Fluch – was kann da schon schiefgehen?
Lillian und Henry haben eine gute Zeit miteinander, besonders im Bett. Nur wünscht sich Lillian sehnlichst, dass Henry sich verliebt und aus ihrer »Situationship« eine richtige Beziehung wird. Als er sie völlig unerwartet sitzen lässt, sinnt Lillian auf Rache. Betrunken stößt sie auf YouTube auf einen vielversprechenden Zauber und startet einen Rückeroberungsversuch. Aber Henry endet nicht in ihren Armen – sondern als Leiche. Lillian ist dringend tatverdächtig. Verzweifelt versucht sie, die ungute Geschichte abzustreifen und ganz die trauernde Ex sein zu dürfen. Da folgt der nächste Henry war seit Jahren in einer festen Beziehung! Ungläubig stürzt sich Lillian in ihre ganz eigene Ermittlung. Doch wo immer sie auftaucht, sät sie Chaos, egal, wie sehr sie sich ums Gegenteil bemüht. Denn Rache ist süß – und kann gefährlich aus dem Ruder laufen.
Eine faszinierende Protagonistin mit Chaos-Garantie – wild, provokant und unfassbar lustig
»Messerscharf, urkomisch und doch wird man sich auf schmerzhafte Weise darin wiederfinden. Kirsten Kings Debüt wird dich ungläubig lachend durch die Seiten treiben.« Monika Kim
„Ein unheimlich guter Mensch“ gehört für mich ganz klar in die Kategorie Weird Girl Fiction, die aktuell so beliebt ist, weil sie eigenwillige Protagonistinnen in den Mittelpunkt stellt. Der Roman ist schräg, bitterböse und dabei sehr unterhaltsam. Immer wieder überschreitet er die Grenze zwischen Fremdscham und Komik, sodass man gleichzeitig lachen und die Hände vor die Augen halten möchte.
Die Protagonistin Lillian ist keine sympathische Heldin im klassischen Sinn. Sie ist egozentrisch, impulsiv, unangenehm, selbstbezogen und besitzt ein Main-Character-Syndrom, das ihresgleichen sucht. Eigentlich müsste man sie furchtbar finden. Und trotzdem drückt man ihr die Daumen. Lillian möchte nämlich eigentlich nur, dass aus ihrer lockeren Affäre mit Henry endlich eine richtige Beziehung wird. Als er sie abserviert, greift sie zu fragwürdigen Maßnahmen. Als Henry dann tot aufgefunden wird, ist Lillian mittendrin in einem Chaos, das mit jeder Seite größer wird.
Wer liebenswerte Figuren sucht, ist hier vermutlich falsch. Wer aber Freude an chaotischen, moralisch fragwürdigen Protagonistinnen hat, die Katastrophen magisch anziehen und dabei für beste Unterhaltung sorgen, sollte sich dieses Buch unbedingt anschauen.
Lillian ist eine Person, mit einer überaus speziellen Weltanschauung. In ihr Verhältnis mit Henry interpretiert sie ziemlich viel, deutlich mehr, als er das tut, wie sich herausstellt. Als er sich von ihr trennt, beschließt sie, Rache zu nehmen - mit schwarzer Magie. Am nächsten Morgen ist Henry tatsächlich tot und Lillian die Hauptverdächtige. Ein unheimlich guter Mensch hat unheimlichen Spaß gemacht. Es ist eine unkonventionelle Geschichte und Lillian eine Person, die noch lange im Gedächtnis bleibt. Ihrer Gedankenwelt zu folgen ist ein nicht gerade alltägliches Erlebnis. Kirsten King hat einen Debütroman verfasst, der seinesgleichen sucht. Es ist eine Mischung aus Krimi und Humor, die wahnsinnig witzig, gleichzeitig aber auch sehr hintergründig ist. Eine herrliche Lektüre, die ich sehr gerne weiterempfehle. Bei der Übersetzung hat übrigens eine andere Lilian (diesmal mit einem l) einen tollen Job gemacht. Ich lese leichtere Lektüre in der Regel auf Englisch, da ich die Übersetzungen häufig nicht mag. Diese hier finde ich wirklich gelungen.
Unsympathisch kann spannend sein – hier leider nicht
Lillian steht kurz vor ihrem 29. Geburtstag, fühlt sich in ihrem Job festgefahren und klammert sich an die Hoffnung, dass ihre Beziehung zu Henry endlich die große Liebe sein könnte. Doch als ihr sorgfältig aufgebautes Leben ins Wanken gerät, wird sie gezwungen, sich mit sich selbst, ihren Entscheidungen und den Menschen in ihrem Umfeld auseinanderzusetzen.
Was mir durchweg gefallen hat, war der Schreibstil. Die Autorin schreibt modern, direkt und sehr flüssig. Die Kapitel lesen sich schnell weg, und obwohl mich die Geschichte zunehmend frustriert hat, bin ich förmlich durch die Seiten geflogen.
Leider konnte mich die Protagonistin überhaupt nicht überzeugen. Selten hat mich eine Hauptfigur so sehr genervt wie Lillian. Dabei habe ich grundsätzlich kein Problem mit unsympathischen Protagonisten – im Gegenteil, solche Figuren können sehr spannend sein. Für mich brauchen sie jedoch zumindest ein kleines Fünkchen Liebenswürdigkeit oder Eigenschaften, die dafür sorgen, dass man trotzdem mit ihnen mitfiebert. Genau das hat mir bei Lillian gefehlt.
Anfangs wirkte sie auf mich noch chaotisch und unsicher, doch mit jeder Seite wurde sie für mich unsympathischer. Sie urteilt ständig über andere Menschen, behandelt selbst ihre Freundinnen oft herablassend und erkennt ihre eigenen Fehler kaum. Besonders störend fand ich die enorme Doppelmoral: Während sie das Verhalten anderer kritisiert, rechtfertigt sie ihr eigenes Handeln immer wieder oder schiebt die Verantwortung von sich weg.
Der Roman wird als bissig, schwarzhumorig und urkomisch beschrieben. Den Ansatz dahinter habe ich durchaus erkannt, für mich war die Figur jedoch so überzeichnet, dass der Humor irgendwann nicht mehr funktioniert hat. Statt zu schmunzeln, habe ich häufig nur noch genervt den Kopf geschüttelt. Vieles wirkte auf mich eher anstrengend als witzig.
Hinzu kam, dass ich bis zum Schluss auf eine Entwicklung der Protagonistin gehofft habe. Leider blieb diese für mein Empfinden weitgehend aus. Dadurch fiel es mir schwer, eine emotionale Verbindung zur Geschichte aufzubauen oder mit Lillian mitzufühlen.
Trotzdem möchte ich der Autorin zugutehalten, dass es auch eine Leistung ist, bei Leserinnen und Lesern so starke Gefühle hervorzurufen. Lillian hat bei mir zwar überwiegend Frust, Ärger und Unverständnis ausgelöst, aber gleichgültig war sie mir nie. Eine Figur derart konsequent zu zeichnen, dass sie eine so starke Reaktion hervorruft, ist durchaus bemerkenswert.
Schade, denn der Schreibstil ist wirklich stark und sorgt dafür, dass sich das Buch sehr leicht lesen lässt. Mit einer anderen Hauptfigur oder etwas mehr Selbstreflexion hätte mir die Geschichte vermutlich deutlich besser gefallen.
Das ist eine ungewöhnliche, düstere und zugleich faszinierend chaotische Geschichte, die vor allem durch ihre moralisch fragwürdige Hauptfigur und den schwarzen Humor heraussticht. Das Buch hebt sich für mich klar von klassischen Spannungsromanen ab, weil es weniger auf traditionelle Genre-Strukturen setzt, sondern vielmehr auf emotionale Eskalation, Obsession und gesellschaftliche Dynamiken. Besonders interessant finde ich die Grundidee rund um Trennung, verletzten Stolz und die daraus entstehende Besessenheit. Lillian ist dabei bewusst keine klassische Sympathieträgerin – sie wirkt oft impulsiv, überfordert und teils anstrengend, was sie für mich einerseits spannend, andererseits stellenweise auch frustrierend macht. Genau diese extreme, chaotische Darstellung sorgt zwar für einen hohen Unterhaltungswert, kann aber phasenweise auch etwas überzogen wirken. Der Schreibstil gefällt mir insgesamt schon gut, da er modern, direkt und angenehm bissig ist. Trotz der düsteren Themen bleibt die Sprache zugänglich und wird durch schwarzen Humor sowie satirische Elemente aufgelockert. Dadurch liest sich das Buch schnell und entwickelt einen starken Sog. Gleichzeitig hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr emotionale Tiefe oder psychologische Feinzeichnung gewünscht, da einige Entwicklungen eher auf Eskalation als auf tiefere Ausarbeitung setzen. Emotional lebt die Geschichte für mich vor allem von innerer Unruhe, Frustration, Unsicherheit und obsessiven Dynamiken. Klassische emotionale Nähe oder berührende Tiefe stehen weniger im Vordergrund, was zwar gut zur Handlung passt, aber nicht immer eine nachhaltige emotionale Bindung schafft. Insgesamt eine originelle, bissige und sehr unterhaltsame Geschichte über toxische Beziehungen, Selbstzerstörung und gesellschaftliche Fassaden. Auch wenn manche Entwicklungen etwas überdreht wirken und nicht immer maximale Tiefe erreichen, überzeugt das Buch vor allem durch seinen scharfen Stil, die ungewöhnliche Protagonistin und seine moderne, chaotische Energie.
Schräg, bitterböse und unglaublich lustig Lilian ist Ende zwanzig, lebt in Boston und arbeitet im Marketing. Sie zeigt schon früh durchaus mörderische Tendenzen und hält sich darüber hinaus selbst für den wohl interessantesten und spannendsten Menschen der Welt. Doch bevor auch ihre Situationship Henry das erkennen kann und endlich ihr fester Freund wird, ist er bereits tot und Lilian steckt mitten im Chaos.
Mit Lilian hat die Autorin eine der unzuverlässigsten, schrägsten und unsympathischsten Antiheldinnen erschaffen, die mir seit Langem begegnet ist. Sie bringt einen ganzen Berg an Problemen mit — das größte davon vermutlich sie selbst. Trotzdem, oder gerade deswegen, hat mich diese absolute „love-to-hate“-Figur mit ihrem enormen Selbstbezug und Narzissmus hervorragend unterhalten.
„Ein unheimlich guter Mensch“ ist bitterböse, provokant und voller scharfer Beobachtungen. Auch die vielen popkulturellen Anspielungen haben perfekt zum Ton der Geschichte gepasst und mich mehrfach zum Lachen gebracht. Gleichzeitig kommen auch ernste Themen wie sexuelle Gewalt, Drogenmissbrauch und toxische Beziehungen nicht zu kurz. Besonders gelungen fand ich, wie die Autorin diese Ambivalenzen einfängt und das richtige Maß zwischen Humor, Spannung und Tiefgang findet.
Fazit: „Ein unheimlich guter Mensch“ hat mich vor allem unheimlich gut unterhalten. Für mich eine kurzweilige, moderne und herrlich bissige Lektüre mit einer Protagonistin, die man eigentlich furchtbar findet— und von der man dennoch wissen will wie es mit ihr weitergeht. Tolles Debüt und große Leseempfehlung!
Was für ein grandioses, herrlich abgedrehtes Debüt! Mit „Ein unheimlich guter Mensch“ hat Kirsten King ein echtes Highlight des Weird Girl-Genres geschaffen. Im Mittelpunkt steht Lillian, deren Leben völlig aus den Fugen gerät, als ihre Situationship Henry die Sache unerwartet beendet. Vor Wut beauftragt sie betrunken eine Internethexe mit einem Schadenszauber und prompt wird Henry tatsächlich ermordet. Plötzlich steht Lillian im Visier der Ermittlungen und schlittert in einen Strudel aus Chaos, Rache und völlig absurden Ereignissen. Lillian ist als Protagonistin ein absoluter Knaller: Sie überschätzt sich maßlos, ist unbelehrbar, urteilt furchtbar über andere und ist alles andere als eine klassische Sympathieträgerin. Doch genau diese unhinged Art macht sie so faszinierend. Es gleicht einem packenden Fiebertraum, ihrem ehrlichen Gedankenstrudel zu folgen und ihr dabei zuzusehen, wie sie all die komplett wahnsinnigen Dinge, die man sich im Alltag niemals zu denken traut, einfach eiskalt durchzieht. Der Plot ist makaber, voller sarkastischem Witz und genau im richtigen Maße surreal, um perfekt zu dieser eigensinnigen Hauptfigur zu passen. Die Autorin verpackt dabei treffende Alltagssituationen und ernstere Themen in eine bildreiche, begeisternde Sprache, die einen trotz der teilweise düsteren Dynamik nonstop zum Lachen und Staunen bringt. Wer Lust auf ein unkonventionelles, spannendes Buch mit einer herrlich unangepassten Protagonistin hat, wird hier bestens unterhalten. Ein absolut gelungenes Erstlingswerk, das definitiv Lust auf mehr von Kirsten King macht!
Von Beginn an findet man sich in der Gedankenwelt einer zutiefst narzisstischen Frau wieder. Im Laufe der Geschichte merkt man wie toxisch ihr Verhalten, aber auch die Gedanken sind. Für mich war das teilweise hart zu ertragen. Zwischen Narzissmus und Opfermentalität findet man sich als Leser:in wieder.
Das Buch ist super geschrieben, das Hörbuch richtig gut eingesprochen. Die Geschichte ist schräg, verwirrend, beklemmend, schmerzhaft, intensiv und vor allem genial und das Ende fulminant!
Ich fand die letzte sexuelle Begegnung extrem schlimm. Als Überlebende sexualisierter Gewalt sind auch so klein eingestreute Szenen hart zu ertragen. Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob eine Triggerwarnung vorhanden ist, aber ich denke, dass es angebracht wäre.
Ich habe gelesen, dass das Buch als humorvoll beschrieben wurde- meinen Humor trifft das Buch nicht. Ich finde das Buch super, aber nicht lustig. Für mich war die Geschichte krass und teilweise hart zu ertragen, aber herrlich schräg, interessant und lesenswert.
Unter Berücksichtigung der Triggerwarnung kann ich dieses Buch allen empfehlen, die gerne eine schräge, aber auch hart zu ertragende Geschichte lesen.
Dieses Debüt ist ein wunderbares Exemplar der "Weird Girl Fiction"; eine surreale, lustige Geschichte über eine unsympathische wie faszinierende Frau, die mit gesellschaftlichen Regeln bricht und ihre Mängel und Sehnsüchte offen zur Schau stellt. Lillian überschätzt sich maßlos selbst, ist unfassbar besessen von Männern generell und von ihrer Situationship Henry im Speziellen und urteilt ganz fürchterlich über andere Menschen. Aber gerade das macht sie und ihre Geschichte so spannend. Der Plot ist, wie sich das für das Genre gehört, gerade noch realistisch genug, um Sinn zu ergeben, und abgedreht genug, um mit der ebenso abgedrehten Protagonistin zusammenzupassen. Es macht richtig Spaß, Lillian dabei zuzusehen, wie sie die komplett wahnsinnigen Dinge, die man sich im eigenen Alltag gar nicht zu denken traut, einfach umsetzt. Ein wunderbar beklopptes Buch; ich hoffe, Kirsten King schreibt noch ganz viele davon.