»›Hast du Angst, dass es Krieg geben wird?‹, fragte ich. ›Nein‹, antwortete er, ›ich habe Angst, dass das Leben genauso weitergehen wird wie vorher.‹«
Der Himmel über Teheran ist schwarz. Der US-israelische Krieg hat begonnen, es regnet Öl, unter den Trümmern liegen Leichen. Der Oberste Führer Chamenei ist tot. Die Menschen singen und tanzen an den Gräbern ihrer Toten – ein Zeichen des Widerstands. Was bedeutet es, in einem Zustand der Belagerung zu leben? Wo Unterdrückung und die totale Angst zum Alltag gehören? Wie kann trotz Blackouts und Internetsperre eine Botschaft nach außen dringen? Raha Nik-Andish, ein ganz gewöhnlicher Einwohner Teherans, dokumentiert das Leben im Iran in den Monaten und Tagen vor dem Kriegsausbruch und währenddessen. Dieses seltene Porträt aus dem Innern der Hauptstadt der Islamischen Republik zeigt ein Regime und eine Gesellschaft am die brutal niedergeschlagenen Massenproteste, die leeren Taxis, die durch die Stadt kreisen, die verbarrikadierten Fenster, die Menschen, die sich auf noch mehr Entbehrungen vorbereiten. Ein einzigartiges Dokument – so unmittelbar und ergreifend wie ein letztes Aufbäumen gegen die Dunkelheit.
»Jenseits von Raketen, Drohungen, Blockaden und Geostrategie stellen die Teheran Tagebücher diejenigen in den Mittelpunkt, die sich wie Schachfiguren fühlen in einem grauenvollen Spiel namens Krieg. Ein einfühlsamer und tiefer Einblick in das Seelenleben der Menschen im Iran.« Omid Nouripour
»Um die Deutungshoheit über den Iran ringen aus der Ferne viele unterschiedliche Gruppierungen, oft ideologisch geprägt und verkürzend. Es ist Zeit, jenen zuzuhören, die vor Ort die Schrecken bezeugen, die Klüfte beschreiben und ihr Wort der Wahrhaftigkeit widmen. Raha Nik-Andish ist einer von ihnen.« Hengameh Yaghoobifarah
»Wo Mörder regieren und Explosionen den Boden ebnen, schenkt uns Raha Nik-Andish das, was verloren zu gehen die Macht der Worte, die Stärke der Literatur. Man kann nur dankbar staunen ob dieser genauen Beobachtungsgabe und diesen Mutes.« Shida Bazyar
»Wer einen Eindruck aus dem Inneren Irans gewinnen möchte, muss unbedingt die Teheran Tagebücher lesen. Sie zeugen davon, welch unterschiedliche Strapazen die Menschen aushalten müssen, was in der Islamischen Republik alles möglich ist – auch im Guten, aber vor allem im Schlechten –, und wie einzig Zusammenhalt und Humor das Überleben sichern. Reflektiert und poetisch, dicht und direkt.« Nava Ebrahimi
»Gerade in der jetzigen Situation, in der praktisch alle Nachrichten, die uns aus dem Iran erreichen, Propaganda sind, ist es so wichtig, eine echte, unverfälschte Stimme aus dem Land zu hören. Bewundernswert, mit welcher Resilienz und mit wie viel Humor die Menschen ihren schweren Alltag meistern.« Jasmin Tabatabai
»In Zeiten der längsten Internetabschaltung in der Weltgeschichte ist jede Nachricht aus dem Iran kostbar. Umso wichtiger ist dieses Werk, das wertvolle Einblicke in den Alltag des Landes bietet.« Daniela Sepehri
Sehr eindrückliche Schilderung der Lage der Bürger*innen in Iran. Die Aufschriebe reichen von Juni 2026 bis etwa ein Jahr davor und zeigen, wie sich das Leben in Iran im Folge des 12-Tage-Kriegs, der Aufstände mit zehntausenenden Toten im Januar 2026 und des neuen Kriegs mit den USA und Israel verändert hat, und davon, wie die Iraner*innen Widerstand im Kleinen leisten. Ich fand den Inhalt herzzerreißend und die Sprache auch wirklich toll 💔 Und das geht mir selten so, aber ich fand das Vorwort so toll geschrieben, das hat mich sehr berührt 🥺💔
Due to the current circumstances, it can be difficult for people who are not familiar with Iran to know what to believe. The Iranian regime spreads a great deal of propaganda that can sometimes seem shockingly convincing, and it also has supporters who do everything they can to present it in a positive light. Since January, the topic of Iran has become especially sensitive for many Iranians, both those living in the country and those abroad who oppose the regime. Finding reliable sources is often challenging because you never truly know who wrote something or what their motives might be.
That is why I was glad to discover Tehran Diaries: Dispatches from Iran Under Siege by Raha Nik-Andish. This short collection of diary entries not only documents the events from January onward but also reflects on previous years, helping readers understand how Iran reached such a devastating point. It is a very brief book that can easily be read in a single sitting, yet it provides a valuable snapshot of the situation in Iran.
My only criticism is that I wish it had gone into greater detail about the January protests. They were among the most horrifying events the country has experienced in recent years, and I felt those chapters were too short to fully capture their significance. I would have appreciated a deeper look into what happened during that period.
Still, I am incredibly grateful that the author had the courage to document these events and find a way to publish them despite the very real risk of arrest. That alone makes this book an important and meaningful read.
Overall, this is a good, short introduction for anyone who wants to gain a better understanding of what happened in Iran and what Iranians continue to endure under a brutal and repressive regime.
Boka gir et utrolig fascinerende innblikk i livet i Teheran de siste årene, med startpunkt april 2026 og sluttpunkt månedene før 12 dagerskrigen i 2025. Man får høre hvordan innbyggere reagerer på store samfunnsomveltninger, og forfatteren reflekterer åpent rundt historiske og kulturelle ringvirkninger.
Det eneste som er litt forvirrende er at boken går i omvendt kronologisk rekkefølge. Så noe som blir hintet til i et kapittel, skjedde allerede i det foregående kapittelet. Utenom det er det en veldig fascinerende bok.
A sad account of everyday life in Tehran, the instability of the country and everyday life. The fight for survival is real, not with just the missiles raining down, but with inflation and being unable to afford basic things like food and medical care. A very sad situation.