Jump to ratings and reviews
Rate this book

Dabei waren wir uns immer so nah

Rate this book
Freundinnen für immer. Aber was ist, wenn das Leben dazwischenkommt?

Eigentlich dachten Henri, Merle und Katharina, dass ihre Freundschaft sich nie verändern würde. Dass sie für immer leicht, unbeschwert und selbstverständlich bleiben würde. Doch jetzt mit Anfang dreißig klafft der Alltag der drei immer weiter auseinander und aus täglichen Treffen sind mühsame Terminfindungen geworden. Während Henri ihren Traum vom eigenen Kino verfolgt und von einer Party zur nächsten zieht, kennt Merle lange Nächte nur noch, weil ihr Baby nicht schlafen will. Und Katharina liebt zwar ihren Job in der Buchhandlung, ihrer Gefühle für ihren Partner ist sie sich aber nach zehn Jahren Beziehung nicht mehr sicher.

Plötzlich scheint das, was sie trennt, schwerer zu wiegen als die Gemeinsamkeiten von früher. Während jede für sich mit den Herausforderungen des Erwachsenseins kämpft, wächst die Sehnsucht nach der alten Nähe und Leichtigkeit.

Doch wie hält man eine Freundschaft, deren Teile wie Eisschollen auseinanderdriften?

Audible Audio

Published July 17, 2026

Loading...
Loading...

About the author

Jette Kötschau

1 book1 follower

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
75 (41%)
4 stars
79 (43%)
3 stars
22 (12%)
2 stars
3 (1%)
1 star
1 (<1%)
Displaying 1 - 30 of 40 reviews
Profile Image for beanwithasoul.
181 reviews121 followers
July 25, 2026
ein wunderschönes Debüt, über selbstlose und mutige Frauen, die stets auf der Suche nach ihrem wahren Glück, Liebe, Hoffnung und Leichtigkeit im Leben sind. riesige Empfehlung 🧡
Profile Image for Agnes.
364 reviews4 followers
August 6, 2026
Irgendwie inhaltlich genau das, was ich erwartet habe, aber dann doch mit einer deutlich melancholischeren, traurigeren Stimmung, was leider oft etwas mühsam war. Zwischendurch wurde das gefühlt nur wenig aufgelockert, auch nicht gegen Ende hin, sodass ich mit keiner der Protagonistinnen so richtig warm geworden bin. Alles in allem aber trotzdem leicht zu lesen, mit einem angenehmen Schreibstil.
Profile Image for leali.
479 reviews4 followers
August 1, 2026
3.5 - schöne, nette und realistische Erzählung über Freundinnen, die sich entfremden. Mir hat leider irgendwie der emotionale Zugang gefehlt, obwohl ich sonst viel an dem Buch mochte, macht das dennoch einen großen Kritikpunkt aus. Das Buch hat sich durch den einfachen, aber schönen Schreibstil leicht und schnell weglesen lassen und auch das Ende hat mir gut gefallen! War nett :)
Profile Image for a sky full of pages .
177 reviews1 follower
July 21, 2026
Freundschaft.
Beziehung.
Leben.✨


Ich fand das Hörbuch vor allem deshalb so schön, weil es von ganz normalen Dingen erzählt, die wahrscheinlich viele kennen. Es geht um Freundschaften, die sich mit der Zeit verändern, und Partnerschaften, uns Mutter werden und darum, wie das Leben manchmal einfach seinen eigenen Weg nimmt. Irgendwann merkt man, dass man plötzlich in einem Alltag steckt, den man sich früher vielleicht ganz anders vorgestellt hat. Nicht unbedingt immer schlechter, einfach anders.
Die inneren Konflikte fand ich total gut beschrieben. Ebenso die Spannungen in den Partnerschaften oder die Probleme, die plötzlich auftauchen und mit denen niemand gerechnet hat. Diese Vorstellung davon, wie das eigene Leben einmal sein wird und dann die Realität, die ganz anders aussieht. Das alles wurde unaufgeregt erzählt, ohne großes Drama. Deshalb hat es mich so sehr berührt. Man hat richtig gemerkt, wie belastend manche Situationen für die einzelnen Charaktere waren, auch wenn nach außen gar nicht so viel passiert ist.
Ein riesiges Kompliment geht auch an Rebecca Veil. Sie hat das Hörbuch unglaublich angenehm und einfühlsam eingesprochen. Durch ihre Stimme konnte ich mich richtig in die Stimmung hineinversetzen und hatte das Gefühl, das Innenleben und die Beweggründe der Charaktere noch besser zu verstehen.
Ich glaube, dass jeder aus dieser Geschichte etwas anderes mitnimmt. Ich habe mich in vielen Gedanken und Gefühlen wieder gefunden und kann es wärmstens empfehlen.


Vielen Dank an den Argon Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon selbstverständlich unbeeinflusst.
Profile Image for Sarah.
202 reviews15 followers
August 7, 2026
"Plötzlich spürte sie das Glück, auf das sie die ganze Zeit gewartet hatte. Nur ganz leicht, aber es war da. Es saß auf dem Fensterbrett und schaute zu ihr hinein. Sie durfte es noch nicht anfassen, aber immerhin betrachten, und das war mehr, als sie in den letzten Monaten erwartet hatte."

"Früher, früher, früher. Merle fragte sich, ob sie irgendwann auf die Gegenwart auch als früher zurückblicken würde, und was sie daran dann schöner finden würde als in der zukünftigen Gegenwart. Ihr fiel nicht so richtig ein, was das sein könnte."

"Vielleicht sollten wir uns weniger vorstellen. Und vielleicht war es so. Vielleicht stellte sie sich zu viel vor. So viele ihrer Gedanken fanden im Konjunktiv statt, aber wen brachte das weiter?"

"Sie hatte plötzlich das Bedürfnis nach einem bodenständigen Leben, nach Drei-Komponenten-Essen und Bügelwäsche, nach dem Geräusch einer laufenden Spülmaschine und dem Jingle der Tagesschau."

"Frieda hatte neue reißfeste Tüten mitgebracht und ein paar Klappkisten aus Plastik, die alle Erwachsenen zu besitzen schienen und von denen sich Henri schon immer gefragt hatte, wann der Moment im Leben kam, in dem man eine solche Klappkiste erwarb. Bei ihr war es jedenfalls noch nicht so weit."

"Sie hielten sich und weinten eine ganze Weile lang, und während Henri weinte, merkte sie, dass es doch eigentlich ganz egal war, wer wie alt war und wie lang man sich kannte. Das hier fühlte sich wie eine Freundschaft an, und Henri fand, dann sollte es auch eine sein."

"Vielleicht musste Henri nicht alles mit jeder Freundin teilen, damit es eine gute Freundschaft war. Vielleicht gab es bestimmte Menschen für bestimmte Momente, und alle zusammen führten dazu, dass niemand sich allein fühlen musste."
Profile Image for Selina.
95 reviews2 followers
July 30, 2026
4,5 ?!

Ich habe heute spontan zum Buch gegriffen und konnte es kaum aus der Hand legen.

Es geht um Freundschaften in den Dreißigern. Darum, dass jede plötzlich in ihrer eigenen Lebensrealität steckt, man sich seltener sieht und sich Beziehungen verändern. Das konnte ich total nachempfinden. Gerade deshalb hat sich das Buch für mich unglaublich ehrlich und realistisch angefühlt. Nichts wirkte künstlich oder überzogen, sondern einfach sehr nah am echten Leben.

Nebenbei geht es u.a. auch um Themen wie Mutterschaft, Kinderwunsch, Mental Load, Partnerschaft und die Frage, wie man sich selbst dabei nicht verliert.
Profile Image for Kimi.
6 reviews
July 30, 2026
Ich habe so so so so mitgefühlt! Die Lebensrealität von Frauen, Freundinnen, am Anfang ihrer 30er wird so unaufgeregt und echt beschrieben. Ich musste sofort meine Freundinnen anrufen und sie alle drücken, weil ich jede einzelne von ihnen auf gewisse Art & Weise im Buch wiedergefunden und sie dank Jette Kötschau tiefer verstehen konnte.
Profile Image for Katha Lo.
11 reviews
July 16, 2026
2,5 Sterne. Es ist nicht schlecht, aber es fesselt mich auch nicht. Die Geschichte ist sehr vorhersehbar..Ich habe andere Bücher auf dem Nachttisch liegen, die ich lieber lesen möchte.
Profile Image for Jule.
434 reviews21 followers
August 8, 2026
Unterhaltsam, kurzweilig und sehr zugängliche Charaktere. Super als leichte Lektüre mit Inhalt.
Profile Image for Marlene.
1 review
July 28, 2026
Jette Kötschaus Roman zeichnet ein wunderbar empathisches und feinfühliges Porträt von verschiedenen Lebensrealitäten von Frauen in ihren Dreißigern. Während ähnliche Bücher eher mal ins klischeehafte abdriften, bleiben ihre Protagonistinnen glaubwürdig, vielschichtig und unperfekt. Als Großstadtbewohnerin Mitte dreißig habe ich vieles wiedererkannt, was ich aus meinem eigenen Umfeld kenne und bin tief beeindruckt von der Art und Weise wie die Autorin es schafft, die vielen Facetten dieses Lebensabschnitts einzufangen. Ich hab das Buch innerhalb eines Tages verschlungen und bin fast ein bisschen wehmütig, dass ich mich jetzt schon von Henri, Katharina und Merle verabschieden muss.
Profile Image for Seitenmusik.
474 reviews24 followers
July 29, 2026
Was passiert mit Freundschaften, wenn das Leben plötzlich nicht mehr nach denselben Regeln funktioniert? Wenn aus spontanen Treffen Terminabsprachen werden, aus gemeinsamen Zukunftsvorstellungen unterschiedliche Lebensentwürfe und aus der vertrauten Nähe der Jugend eine vorsichtige Distanz? Genau diesen Fragen widmet sich Jette Kötschau in ihrem Debütroman "Dabei waren wir uns immer so nah" (erschienen im Juli 2026 bei Rowohlt).

Worum gehts?

Henri, Merle und Katharina waren überzeugt, dass ihre Freundschaft selbstverständlich und dauerhaft sein würde. Doch mit Anfang dreißig stehen sie an sehr unterschiedlichen Punkten: Während Henri ihren Traum vom eigenen Kino verfolgt und ihr Leben frei und ungebunden gestaltet, ist Merle durch Mutterschaft und Care-Arbeit in einem völlig neuen Alltag angekommen. Katharina wiederum hinterfragt nach zehn Jahren Beziehung ihre Partnerschaft und ihren bisherigen Lebensweg. Der Roman erzählt nicht nur von einer Freundschaft, sondern auch davon, wie gesellschaftliche Erwartungen und persönliche Entscheidungen beeinflussen, wer wir werden.

Meine Meinung

Ein Highlight für mich war definitiv die Perspektive oder besser gesagt die Perspektiven: Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der drei Freundinnen erzählt. Dadurch entsteht kein einseitiges Bild, sondern ein vielschichtiges Porträt dreier Frauen, die jeweils mit ihren eigenen Herausforderungen kämpfen. Kötschau zeigt, dass Distanz in Freundschaften nicht unbedingt bedeutet, dass die Verbindung verschwunden ist; manchmal entstehen Brüche gerade dort, wo Menschen sich eigentlich am nächsten sind, aber sich aus versch. Gründen in Stilschweigen hüllen.

Am meisten anfangen konnte ich mit Merles Perspektive. Auch ohne eigene Kinder wurden die Konflikt rund um Mutterschaft, Identität und Mental Load von der Autorin sehr gut nachvollziehbar herausgearbeitet. Grad auch das Thema unsichtbare Arbeit, die häufig und vor allem wenn erst einmal Kinder da sind, weiterhin bei Frauen landet, hat viel Platz bekommen. "Dass sie etwas sagen musste, dass sie sich freinehmen musste, während er die ganze Zeit freihatte und das Babysitten eine Ausnahme war.“ (S. 40) Diese (Merles) Beobachtung trifft einen zentralen Konflikt des Romans: Nicht fehlende Liebe ist oftmals das Problem, sondern unterschiedliche Vorstellungen davon, was selbstverständlich ist.

Auch die Veränderung der Freundschaft selbst wird feinfühlig dargestellt. Besonders schön ist die Beschreibung der früheren körperlichen Nähe zwischen den Freundinnen und wie diese durch neue Lebensphasen verloren geht: „Nun hatte sich plötzlich das Erwachsensein zwischen sie geschoben, die langjährigen Beziehungen, das Kind, Henris viele Dates.“ (S. 50) Der Roman findet darin einen sehr nachvollziehbaren Gedanken: Freundschaften verändern sich nicht nur durch Konflikte, sondern auch durch Umstände. Oft fehlt es nicht an der Zuneigung, sondern an Raum, in dem sie stattfinden kann.

Trotz dieser spannenden Themen konnte mich der Roman mich emotional iwie nicht vollständig erreichen. Ich habe ihn grundsätzlich gerne gelesen, denn die Geschichte liest sich leicht und die Figurenkonstellation bietet viele interessante Ansatzpunkte. Gleichzeitig habe ich mich mit keiner der drei Protagonistinnen wirklich identifizieren können. Gerade der zentrale Konflikt (warum die Freundinnen so lange brauchen, um endlich miteinander ins Gespräch zu kommen) bleibt für mich etwas schwer nachvollziehbar.

Sprachlich ist das Buch angenehm geschrieben. Kötschau erzählt ruhig und zugänglich und schafft viele treffende Beobachtungen. Dennoch hat mir auch hier iwie das besondere Etwas gefehlt, damit der Roman über die bloße Geschichte hinaus nachhaltig im Gedächtnis bleiben würde.

Die Auseinandersetzung mit den verschiedenen weiblichen Lebensentwürfen macht das Buch aber dennoch lesenswert. Henri steht für einen selbstbestimmten Weg ohne klassische Familienplanung, Merle für die Herausforderungen von Mutterschaft und Care-Arbeit, Katharina für die Unsicherheit, wenn ein bisher festgelegtes Leben plötzlich nicht mehr passend erscheint. Der Roman zeigt dabei keine „richtige“ Lebensentscheidung, sondern wie schwierig es sein kann, die eigene Identität innerhalb gesellschaftlicher Erwartungen zu bewahren.

Fazit

"Dabei waren wir uns immer so nah" ist ein zugänglicher Roman über Freundschaft, Veränderung und die Frage, wie viel Nähe verschiedene Lebenswege aushalten können. Besonders gelungen finde ich sind die Beobachtungen rund um Mutterschaft, Mental Load und gesellschaftliche Erwartungen an Frauen. Gleichzeitig fehlte mir sowohl das Identifikationspotenzial mit den Figuren als auch die sprachliche Besonderheit. Ein schönes Buch für Leser:innen, die Geschichten über Freundschaften im Erwachsenenalter und aktuelle feministische Themen mögen. Für mich war es eine angenehme Lektüre mit einigen starken Gedanken und markierten Stellen. Danke an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar.
Profile Image for minas.libraries.
24 reviews3 followers
August 2, 2026
Rezension: "Dabei waren wir uns immer so nah" von Jette Kötschau

Inhalt: Merle, Henri und Katharina waren während ihrer Studienzeit unzertrennlich, aber das Erwachsenwerden hat sie auseinander driften lassen und es scheinen immer mehr Gemeinsamkeiten zu fehlen. Während jede von ihnen mit ganz eigenen Herausforderungen kämpft, wächst die Sehnsucht nach der Nähe, die sie einmal miteinander verbunden hat und die Trauer über die Distanz, die sich mittlerweile zwischen sie geschoben hat.


Erzählstil und Sprache: Das Buch ist aus drei Perspektiven geschrieben, die jeweils zeigen, in welcher Lebensrealität eine jede der drei Freundinnen lebt. Dadurch wird sehr nachvollziehbar, warum die Freundschaft der drei so still steht. Insbesondere die jeweiligen emotionalen Zustände einer jeden Freundin wird sehr klar dargestellt, ebenso wie die Suche nach Halt, Sicherheit und Stabilität, wie sie sie früher gemeinsam haben geben konnten. Jette Kötschau schreibt sehr ruhig, klar, ihre Sprache wirkt nie überladen oder künstlich poetisch, findet aber immer wieder Formulierungen, die Gefühle erstaunlich präzise greifbar machen.

Figuren: Die Figuren haben sich für mich überraschend echt angefühlt. In jeder von ihnen konnte ich mich auf die eine oder andere Weise wiederfinden, wenn auch unterschiedlich stark. Besonders nah war ich Merle und Katharina, während Henry für mich etwas distanzierter blieb. Am meisten berührt hat mich Merles Geschichte. Ihre Überforderung als junge Mutter wird schonungslos ehrlich beschrieben. Schlafmangel, die ungleiche Verteilung der Care-Arbeit, das Gefühl von Isolation und die Suche nach einer neuen Identität ergeben ein eindringliches Bild davon, wie belastend Mutterschaft sein kann. Hier wird sehr deutlich, dass die Autorin eigene Erfahrungen hat einfließen lassen (siehe Instagram Postings). Besonders gelungen fand ich, dass der Roman dabei aber nie einfache Antworten gibt. Merle liebt ihr Kind, hadert aber gleichzeitig mit ihrer neuen Rolle und den Umständen, unter denen sie Mutter geworden ist. Gerade diese Ambivalenz macht ihre Geschichte besonders glaubwürdig und für mich sehr nachvollziehbar. Auch Katharinas Entwicklung fand ich spannend. Ihre Erkenntnis, dass sie sich selbst und ihr Wunsch, Mutter zu werden wichtiger geworden ist als ihre langjährige Beziehung, hat mich wahnsinnig berührt. Es gab eine Situation, in der sie eine Ausstellung zu Ehren von Müttern besucht, da wurden ihre Emotionen so greifbar für mich, dass ich mit den Tränen kämpfen musste. Obwohl Henry mich emotional etwas weniger erreicht hat, gab es auch in ihrer Geschichte einige berührende Momente. Besonders die schwierige Beziehung zu ihrer Mutter hat sich sehr authentisch angefühlt. Aber auch die Momente, in denen sie das Haus ihrer Großmutter ausräumte, waren sehr feinfühlig beschrieben und haben mich abgeholt.

Themen: Die größte Stärke des Romans liegt für mich in seinen Themen. Es geht gar nicht um eine außergewöhnliche Geschichte, es gibt keine spektakulären Wendungen oder dramatischen Enthüllungen. Und das war auch der Plan, denn es geht ja um die leisen Veränderungen des Erwachsenenlebens, die uns alle irgendwann auf die ein oder andere Art einholen. Beruf, Partnerschaft, Mutterschaft, Trauer und persönliche Entwicklung sorgen dafür, dass Freundschaften oft eben nicht an einem großen Streit zerbrechen, sondern langsam unter der Last des Alltags leiser werden, das fand ich sehr authentisch und lebensnah. Gerade in den Momenten, in denen die drei Frauen die alte Nähe am dringendsten bräuchten, scheint sie am weitesten entfernt zu sein. Der Roman zeigt eindrucksvoll, dass Freundschaften nicht zwangsläufig an mangelnder Liebe scheitern, sondern oft daran, dass das eigene Leben und seine Wendungen immer mehr Raum einnimmt.

Fazit: Lediglich das Ende kam für mich etwas abrupt. Nachdem ich die Figuren über den gesamten Roman so intensiv begleitet hatte, hätte ich sie gerne noch ein Stück weiter auf ihrem Weg erlebt. Gleichzeitig passt genau dieser offene Schluss zum Thema des Romans. Er schreibt den Freundinnen kein fertiges Happy End vor, sondern überlässt die eigentliche Arbeit ihnen und auch den Leser:innen und Lesern, was es braucht, damit Freundschaft neu entsteht und schließlich bestehen bleibt, und das nicht durch eine einzige Aussprache, sondern durch all das, was danach kommt und in den Alltag passen muss. Kaum zu glauben, dass dies ein Debütroman ist. Jette Kötschau schreibt mit einer solchen sprachlichen Sicherheit und einer so feinen Beobachtungsgabe, dass die ihre Figuren wirklich außergewöhnlich nah und lebendig wirken. Der Roman nimmt alltägliche Lebensrealitäten ernst und zeigt, wie schmerzhaft, tröstlich und wertvoll Freundschaften sein können, auch wenn das Leben Menschen manchmal in ganz unterschiedliche Richtungen führt.
Profile Image for Ramona Lisa.
178 reviews
July 10, 2026
Es gibt Bücher, die einen mit großen Wendungen oder viel Spannung fesseln. Und dann gibt es Bücher wie dieses, die mit ihrer Ehrlichkeit, ihren Figuren und ihren Emotionen berühren. Genau das ist in diesem Debütroman von Jette Kötschau gelungen.

Der Schreibstil hat mich von der ersten Seite an begeistert. Er ist angenehm leicht, flüssig und gleichzeitig unglaublich einfühlsam. Die Autorin findet genau die richtigen Worte für all die Gefühle, die zwischen den Zeilen mitschwingen. Sie braucht keine übertriebenen Dramen oder spektakulären Ereignisse, um zu berühren. Vielmehr sind es die leisen Momente, die ehrlichen Gespräche und die kleinen Gesten, die diese Geschichte so besonders machen.

Die Freundschaft der drei Frauen fühlt sich dabei erschreckend echt an. Ihre Gespräche, Missverständnisse, unausgesprochenen Erwartungen und die unterschiedlichen Lebenswege könnten genauso im eigenen Freundeskreis stattfinden. Immer wieder gab es Situationen oder Konversationen, in denen ich mich selbst oder Menschen aus meinem Umfeld wiedergefunden habe. Gerade diese Authentizität hat dafür gesorgt, dass mich das Buch emotional so mitgenommen hat. Ich selber bin Anfang 30 und kenne solche Situationen sehr gut. Man hat unterschiedliche Erwartungen an das Leben und manchmal passen diese einfach nicht mit denen der Freunde zusammen. Mit manchen findet man einen Mittelweg, bei anderen trennen sich die Wege leider.

Man liest diese Geschichte mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits schenkt sie viele schöne, warme Momente und erinnert daran, wie wertvoll tiefe Freundschaften sind. Andererseits zeigt sie aber auch, wie schmerzhaft es sein kann, wenn sich Menschen trotz großer Verbundenheit auseinanderleben. Nicht, weil jemand etwas falsch gemacht hat, sondern weil das Leben unterschiedliche Wege bereithält und jeder eigene Ziele, Wünsche und Prioritäten entwickelt. Diese Erkenntnis tut beim Lesen manchmal richtig weh, weil sie so nah an der Realität ist.

Auch die Figuren haben mich vollkommen überzeugt. Keine von ihnen ist perfekt, jede bringt ihre eigenen Stärken, Schwächen und Zweifel mit. Gerade deshalb wirken sie so lebendig und nahbar. Man versteht ihre Entscheidungen, leidet mit ihnen und wünscht sich immer wieder, dass sie einen Weg zueinander finden.

Trotz der emotionalen Themen lässt sich das Buch unglaublich angenehm lesen. Die ruhige Erzählweise passt perfekt zur Geschichte und gibt den Figuren und ihren Entwicklungen den Raum, den sie brauchen. Wer allerdings viele dramatische Wendungen oder ein hohes Erzähltempo erwartet, sollte wissen, dass dieses Buch seine Stärke nicht in der Spannung, sondern in seinen Figuren, den zwischenmenschlichen Beziehungen und den leisen Zwischentönen hat. Für mich hat genau das den besonderen Reiz ausgemacht.

Dieses Buch hat mich zum Lächeln gebracht, mich nachdenklich gemacht und an manchen Stellen auch traurig gestimmt. Vor allem aber hat es mich daran erinnert, wie wertvoll Freundschaften sind und wie sehr sie sich mit uns verändern können. Eine wunderschöne, ehrliche und emotionale Geschichte, die noch lange nachhallt und die ich jedem ans Herz legen möchte, der Geschichten über echte Menschen und echte Gefühle liebt.
19 reviews
August 4, 2026
Herausforderungen im Erwachsenenleben
In ihrem Debütroman „Dabei waren wir uns immer so nah“ beschäftigt sich Jette Koetschau mit der Frage, wie sich Freundschaften im Zeitverlauf verändern können. Die drei Protagonistinnen Henri, Merle und Katharina haben sich während ihres Studiums kennengelernt. Im Laufe der Jahre ist ihr Vertrauen zueinander gewachsen. Sie wissen, dass sie sich aufeinander verlassen können und von den anderen mit all ihren Eigenarten und Stimmungen, frei von Vorwürfen, ernst genommen und akzeptiert zu werden. Doch nachdem sie die Dreißig überschritten haben, zeigt sich zunehmend, dass jede von ihnen einen anderen Lebensentwurf verfolgt.

Merle ist inzwischen verheiratet und Mutter eines kleinen Kindes. Während ihr Mann neben seiner Arbeit den gemeinsamen Hausbau vorantreibt, bleibt die Verantwortung für die Kinderbetreuung überwiegend an ihr hängen. Der bevorstehende Umzug aus der Stadt aufs Land erfüllt sie nicht nur mit Vorfreude, sondern auch mit Unsicherheit, weil sie sich schon jetzt häufig alleingelassen fühlt.

Von Katharina wird Merle um ihr Familienglück beneidet, denn sie wünscht sich seit längerer Zeit ein Kind mit ihrem Partner. Für sie ist es immer wieder schmerzlich, wenn jemand aus ihrem Freundes- oder Bekanntenkreis eine Schwangerschaft verkündet. Um mit ihrer Frustration umgehen zu können, hat sie sich ein bestimmtes Verhaltensmuster angeeignet.

Henri hingegen ist nicht bereit für längere Beziehungen. Sie ist die kontaktfreudigste der Freundinnen und immer bereit zuzuhören und gute Ratschläge zu geben. Gleichzeitig belastet sie das schwierige Verhältnis zu ihrer Mutter. Ihr Traum ist es, sich beruflich selbständig zu machen. Als ihre Großmutter schwer erkrankt, stellt sie sich der Herausforderung, sich mit ihrer Mutter gemeinsam um sie zu kümmern.

Jede der drei Frauen kämpft mit ihren persönlichen Herausforderungen. In ruhigen Momenten wird ihnen jedoch bewusst, wie sehr sie die gemeinsamen Treffen, den regelmäßigen Austausch über ihre Gedanken und Gefühle, aber auch die persönliche Nähe vermissen.

Die Autorin greift Themen auf, die viele Frauen unmittelbar betreffen. Die feinfühligen, ruhigen Beschreibungen des Alltags ihrer Protagonistinnen wirken authentisch, so dass man sich gut in die Lage der Frauen hineinversetzen kann. Es kommt zum Ausdruck, dass sich das Leben nicht detailliert planen lässt und unvorhergesehene Entwicklungen alles verändern können. Obwohl sich Merle, Katharina und Henri in einer Situation befinden, in der sie Zuspruch aus ihrem Umfeld bekommen, ist ihnen bewusst, dass sie an einem Punkt sind, an dem sie selbst eine Veränderung herbeiführen sollten.

In ihrem Roman „Dabei waren wir uns immer so nah“ erzählt Jette Kötschau mit Feingefühl von den Herausforderungen im Erwachsenenleben jenseits der Dreißig und davon, ob lange bestehende Freundschaften trotz persönlicher Veränderungen Bestand haben können. Lebensnahe Figurengestaltung mit realistischen Gefühlen in emotionalen Situationen zeichnen die Geschichte aus, die ich gerne weiterempfehle.
Profile Image for Caro.
230 reviews21 followers
July 28, 2026
Die drei Frauen Merle, Katharina und Henri waren im Studium unzertrennlich. Doch nun übernimmt der Alltag: Merle hat ein Baby bekommen, Henri will ein eigenes Kino eröffnen und Katharina hadert mit ihrer Beziehung und was eine Trennung mit Anfang 30 für sie bedeutet. Sie alle haben nun unterschiedliche Themen und Lebensschwerpunkte und Jette Kötschau schreibt darüber, wie sich Freundschaften in den Dreißigern verändern.

Dieses Buch passt gerade hervorragend in meine Lebensrealität, denn auch ich bin Anfang 30 und merke natürlich, wie sich die Schwerpunkte im Freundeskreis verschieben. Am meisten hat mich Merles Perspektive angesprochen, denn diese Einsamkeit zu Beginn der Mutterschaft hatte mich damals auch umgehauen. Wie man die Rückkehr des Partners von der Arbeit herbeisehnt und nachts neidisch ist, weil man stillen muss und sich nicht einfach weg drehen kann. Wie man pausenlos mit dem Baby beschäftigt ist, alles mögliche googlet und sich so sehr auf dieses Wesen konzentriert, dass man sich selbst gar nicht mehr spürt und sofort Leere und das Gefühl des Wartens verspürt, wenn das Kind denn dann mal schläft. Aber auch der Stolz und die Freude, die man beim bloßen Anblick des Kindes empfindet. Diese komplementären Gefühle und die Zeit der Umstellung hat Jette Kötschau einfach wunderbar eingefangen und in Worte gepackt und das ist wahrlich keine leichte Aufgabe!

Auch mit Katharina konnte ich sehr mitfiebern. Ihre Kapitel stellen mehr in den Vordergrund, wie ihre schon sehr lange bestehende Beziehung ihr Leben beeinflusst und vielleicht auch bremst. Die Fragen danach, was sie wirklich will, wo sie sich in ein paar Jahren sieht und vor allem, wie sie dort hinkommt, beschäftigen sie tagtäglich.

Henri ist wieder ein Gegenentwurf. Sie ist sich vollkommen klar darüber, was sie gerne möchte, nämlich: Ein eigenes Kino eröffnen! Doch auch das ist gar nicht so einfach, von der Immobiliensuche in Köln bis zur Finanzierung steht sie vor einigen Aufgaben. Als dann auch noch ihre Großmutter stirbt und sie sich mit ihrer Familie bzw. vor allem ihrer Mutter auseinandersetzen muss, werden wieder einige neue Aspekte in die Story eingebracht, die noch einmal zeigen, wie unterschiedlich das Leben von ähnlich alten und sozialisierten Frauen sein kann.

Gerade das fand ich sehr gut umgesetzt. Natürlich kann man mit drei Perspektiven keinen Rundumblick schaffen, doch ich empfand alle als sehr authentisch. Jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen, auch wenn man das nicht immer auf den ersten Blick vermutet.

Das Buch dreht sich aber nicht nur um die einzelnen Themen der drei Frauen, sondern vor allem um deren Freundschaft. Die drei verlieren sich ein wenig aus den Augen, denn gerade das Kinderthema ordnet die Beziehung der Frauen nochmal neu. Letztlich ist das Buch aber ein Plädoyer für Verständnis, Zuhören, Präsent sein. Und ein super Anstoß dazu, eigene Freunde oder Bekannte doch mal wieder anzurufen oder anzuschreiben.

Den Schreibstil empfand ich als flott und modern, aber mit detaillierten Beobachtungen, durch die man sich sehr gut die Atmosphäre und die Gefühle der Figuren vorstellen kann. Mit allen Figuren geht die Autorin sehr einfühlsam um. Teilweise brauchte ich ein paar Kapitel, um mit Katharina und Henri warm zu werden, vielleicht kam mir das aber auch nur so vor, weil Merles Perpsektive mir von Anfang an aus der Seele gesprochen hat. Insgesamt ein ganz tolles Buch, gerade für Millenial-Frauen!
Profile Image for Uta Vogt.
130 reviews5 followers
July 25, 2026
„Dabei waren wir uns immer so nah“ von Jette Kötschau, erschienen bei Rowohlt Polaris, hat mich sooo berührt!
Endlich ein Roman, der eine der sensibelsten Phasen im Leben junger Frauen thematisiert: wenn die erste aus dem Freundinnenkreis schwanger wird.
Wie sich das anfühlt für die Freundinnen, die keine Kinder bekommen wollen - oder für die, die sich verzweifelt ein Kind wünschen, aber alleine mit diesem Wunsch sind.
Wie sich Partnerschaften verändern, mit dem ersten Kind - und wie alleine man sich fühlen kann, wenn man all das zum ersten Mal erlebt und das Gefühl hat, diese Erfahrungen mit niemandem teilen zu können.
In „Dabei waren wir uns immer so nah“ geht es um die Freundinnen Henri, Merle und Katharina, die zu Studienzeiten ein unzertrennliches Trio waren.
Doch dann bekommt Merle als erste ein Kind und alles ändert sich: nicht nur kann sie selbst nicht ihrer inneren Vorstellung einer „glücklichen Mutter“ entsprechen, auch ihre Freundinnen sind plötzlich nicht mehr für sie da. Katharina hat selbst einen starken Kinderwunsch, aber ihr langjähriger Partner möchte das Thema noch vor sich herschieben. Und Henri hat ganz andere Probleme: ihre Oma, der geliebteste Mensch ihrer eher kaputten Kindheit, liegt im Sterben und sie muss mit diesem Verlust klarkommen, während sie das Gefühl hat, nie wieder Anschluss an ihre besten Freundinnen zu bekommen, weil sie selbst absolut sicher ist, niemals Kinder bekommen zu wollen.
Jede der drei Frauen ist also tief in ihre eigenen Probleme und Gefühle verstrickt, während ihnen unabhängig voneinander immer klarer wird, wie sehr sie sich gerade brauchen und vermissen.
Aber wie soll man sich wieder aufeinander zubewegen, wenn man sich in so kurzer Zeit so weit voneinander wegbewegt hat?
Jette Kötschau behandelt in diesem Roman so wichtige Themen, die viel zu selten besprochen werden: die Einsamkeit junger Mütter, die Gefahr, trotz aller guten Vorsätze doch in alte Rollenbilder gepresst zu werden, Kinderwunsch, langjährige Beziehungen und Trauer.
Und das alles mit so viel Feingefühl und Liebe!
Ganz große Empfehlung!!
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Nia Fiume.
7 reviews
August 2, 2026
“Dabei waren wir so nah” hat mich positiv überrascht. Für mich ist es vor allem ein Roman über Freundschaft, Kommunikation und die Frage, wie Beziehungen bestehen können, wenn sich das Leben in unterschiedliche Richtungen entwickelt.

Besonders gefallen hat mir, dass die Figuren nicht idealisiert werden. Sie treffen gute und schlechte Entscheidungen, kommunizieren mal offen, mal ungeschickt und reagieren nicht immer so, wie man es sich wünschen würde. Gerade dadurch wirkten sie auf mich menschlich und nahbar. Ich konnte ihre Beweggründe oft nachvollziehen, auch wenn ich nicht jede ihrer Entscheidungen gutheißen konnte.

Ein weiteres Highlight war für mich der Schreibstil. Durch die Perspektivwechsel entsteht ein vielschichtiges Bild der Figuren und ihrer Beziehungen. Das hat mich bis zum Schluss neugierig weiterlesen lassen.

Auch die unterschiedlichen Lebensentwürfe haben mir gefallen. Das Buch zeigt, dass Familie, Partnerschaft und Freundschaft viele Formen annehmen können und dass es selten die eine richtige Lösung gibt. Gleichzeitig regt es dazu an, über die eigene Kommunikation nachzudenken: Was erwarten wir von den Menschen, die uns wichtig sind? Sprechen wir unsere Bedürfnisse aus? Und wie viel Veränderung hält eine Freundschaft aus?

Für mich lebt der Roman weniger von großen Wendungen als von seinen zwischenmenschlichen Beobachtungen. Viele Situationen werden vermutlich den meisten Leserinnen und Lesern bekannt vorkommen. Gerade deshalb fiel es mir leicht, mich in die Figuren hineinzuversetzen und auch nach dem Lesen noch über ihre Entscheidungen nachzudenken.

Eine klare Leseempfehlung für alle, die charaktergetriebene Romane mit authentischen Figuren und einem flüssigen Schreibstil mögen.
Profile Image for kristinaliest.
730 reviews11 followers
July 20, 2026
Dieses Buch hat mich wirklich begeistert. Es ist so realistisch geschrieben, dass sich die Geschichte unglaublich authentisch angefühlt hat. Nichts wirkte überzogen oder kitschig, stattdessen hatte ich beim Lesen immer wieder das Gefühl, genau so könnte es im echten Leben passieren.

Besonders gut gefallen haben mir die drei verschiedenen Perspektiven. Ich bin damit richtig gut zurechtgekommen und fand jede einzelne Sichtweise spannend und nachvollziehbar. Vor allem die Kapitel aus der Sicht von Merle und Katharina haben mich besonders berührt. Ihre Gedanken, Gefühle und Reaktionen waren so glaubwürdig und nahbar beschrieben, dass sie für mich das absolute Highlight des Buches waren.

Gerade durch die unterschiedlichen Blickwinkel bekommt die Geschichte eine besondere Tiefe und zeigt eindrucksvoll, wie unterschiedlich Menschen dieselben Situationen erleben und verarbeiten.

Auch die Enden der drei Protagonist:innen haben mir richtig gut gefallen. Jede Figur bekommt auf ihre eigene Weise eine Art Happy End, keines davon ist perfekt, sondern einfach realistisch und so, wie es zu den Charakteren und zur Geschichte passt. Das hat das Buch für mich wunderbar abgerundet.

Für mich ist dieses Buch vor allem wegen seines starken Themas Freundschaft so besonders. Es zeigt auf eine ehrliche und feinfühlige Weise, wie komplex Beziehungen sein können und wie schnell Missverständnisse entstehen. Genau diese Nähe zur Realität hat mich so überzeugt.

Ich kann das Buch wirklich jedem ans Herz legen. Es ist unglaublich stark geschrieben, emotional, authentisch und einfach ganz nah am echten Leben. Für mich definitiv eine klare Leseempfehlung.
Profile Image for Alina.
32 reviews4 followers
July 26, 2026
“Dann suchte sie eben weiter nach der Liebe. Aber was sie nicht mehr suchen musste, waren Freundinnen.”

Das Debüt von Jette Kötschau hat mir richtig gut gefallen. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen. In “Dabei waren wir uns immer so nah” geht es um die drei Freundinnen Henri, Katharina und Merle, die in ihren Dreißigern sind. Die drei leben in sehr verschiedenen Lebensrealitäten: Während Merle ein Kind mit ihrem Partner hat und Katharina ihren Kinderwunsch verfolgt, hat Henri ein Date nach dem anderen und ist sich sehr sicher, dass sie niemals Kinder haben will.

Es ist ein Buch über Freundschaft, Feminismus, Neuanfänge und Realisationen. Dabei stehen die Frauenfiguren stark im Vordergrund. Wer eine Geschichte mit vielen Spannungen und Plotwist erwartet, wird von diesem Buch wahrscheinlich nicht begeistert sein. Die Autorin erzählt vielmehr unaufgeregt, wie die drei Protagonisten mit ihren Gefühlen, Gedanken und Problemen umgehen und wie sie sich dabei unterstützen. Es geht viel um das Thema Kinder, jedoch ohne das es (für mich persönlich) gezwungen wirkt, aber beispielsweise auch um den Verlust eines geliebten Menschen und die damit verbundenen Neuanfänge und Herausforderungen.

Die Geschichte der drei Frauen eröffnet ganz verschiedene und ganz vielseitige Perspektiven und Blickwinkel auf das Leben. Deshalb kann ich auch nur empfehlen die Geschichte zu lesen. Ich denke jede Frau, die das Buch ließt, wird sich in gewissen Aspekten und in verschiedenen Figuren wiedererkennen - sei es in Henri, Katharina oder Merle.
27 reviews
July 30, 2026
Sanft und zärtlich! - Dieses Buch erzählt eine Geschichte, die wahrscheinlich fast jede und jeder kennt. Man wächst gemeinsam auf, wird zusammen erwachsen und teilt einen wichtigen Abschnitt seines Lebens. Und dann verliert man sich irgendwann. Nicht durch einen großen Streit oder einen einzigen Moment, sondern ganz langsam. Irgendwann merkt man, dass die Nähe fehlt, und fragt sich, wann das eigentlich passiert ist. Erst wenn man genauer hinsieht, erkennt man all die kleinen Veränderungen, die dazu geführt haben.

Genau das hat mich an diesem Buch so berührt. Es zeigt, wie wichtig Freundschaften für unser Leben sind und dass sie genauso viel Aufmerksamkeit und Pflege brauchen wie eine romantische Beziehung. Oft bemerkt man erst viel später, dass man sich längst voneinander entfernt hat.

Merle, Katharina und Henry sind so lebendig geschrieben, dass man sich ganz auf ihre Gedanken und Gefühle einlassen kann. Ich konnte ihre Entscheidungen nachvollziehen, mit ihnen mitfühlen und habe mich in manchen Momenten sogar selbst wiedererkannt.

Besonders schön ist die Sprache. Sie ist poetisch und bildhaft, ohne gekünstelt zu wirken, und macht es leicht, tief in die Welt der Figuren einzutauchen. Viele Szenen haben eine besondere Atmosphäre und bleiben noch lange im Gedächtnis.

Für mich ist dieses Buch die perfekte Sommerlektüre. Es liest sich leicht, regt aber gleichzeitig zum Nachdenken an. Ein einfühlsamer Roman über Freundschaft, das Erwachsenwerden und die Erkenntnis, dass die wichtigsten Beziehungen manchmal ganz leise auseinandergehen.
239 reviews
July 29, 2026
Das Band der Freundschaft

Drei Freundinnen. Drei Existenzen. Eine Verbundenheit. In „Dabei waren wir uns immer so nah“ geht es um mehr als Freundschaft.

Henri, Merle und Katharina wollten für immer befreundet bleiben. Doch zwischen Baby und Baustelle, Kino und Partys, Beziehung und Job wir es schwierig, gemeinsam Zeit zu verbringen…

Was habe ich mich amüsiert! Jana Kötschau versteht es, Alltagsszenen humorvoll zu erzählen. Ein Treffen mit Baby? Kein Thema- Pump Milch ab und nimm das Kleine mit. Ein eigenes Kino? Kein Problem- misch dich einfach bei der Party unter die Investoren. Du zweifelst an deiner Beziehung? Vermutlich bist du alleine besser dran. Entsprechend wählt Kötschau eine alltägliche, aber dennoch unterhaltsame Sprache. Dabei sticht heraus, wie die Protagonistinnen in Monologen ihre Bedenken äußern und üben, sich von Zwängen zu befreien.

Die Protagonistinnen gefallen mir sehr. Sie vertreten verschiedene Stereotype, die im Alltag regelmäßig auftreten: die vernetzte Unternehmerin, die Frau, die ein Kind möchte, aber nicht kriegt, sowie die überlastete Mutter ohne Rückendeckung vom Partner. Alle haben ihre Konflikte, die sie nach und nach kommunizieren. Ich finde gerade die Entwicklungen und die Reaktionen von den Freundinnen bzw. Partnern gelungen dargestellt.

Insgesamt ist es ein unterhaltsames Buch, das zeigt, wie vielseitig Freundschaft sein kann und wie wichtig es ist, füreinander da zu sein. Fünf Sterne von mir.
Profile Image for Oktober.
381 reviews
July 15, 2026
“Dabei waren wir uns immer so nah” von Jette Kötschau handelt von den drei Freundinnen Katharina, Henri und Merle. Merle hat gerade ein Kind bekommen und kämpft mit ihrer Mutterrolle und Ehe, während Katharina einen heimlichen unerfüllten Kinderwunsch und einen Partner hat, der keine Kinder möchte. Henri hingegen möchte kinderfrei bleiben und träumt vom eigenen Kino, während ihre Großmutter, ihre Hauptbezugsperson, im Sterben liegt. Die unterschiedlichen Herausforderungen ihrer Leben haben die drei auseinander getrieben, während sie sich eigentlich nur wieder nach der früheren Nähe und Vertrautheit sehnen.

Der Autorin ist es gelungen, alle drei Lebensläufe gesondert, behutsam und nachvollziehbar zu entwerfen, sodass man sich in jede der drei hinein fühlen und ihre Ängste und Nöte nachempfinden kann. Auch das Thema “gesellschaftliche Erwartungen an und Rollen von Frauen” wird toll auseinander genommen. Besonders berührend fand ich den Schluss, der die Freundinnenschaft und weiblichen Zusammenhalt in den Fokus gerückt hat. Hier hat mir die Lesung durch Rebecca Veil extrem gut gefallen und mich sehr berührt. Dieses Buch ist eines meiner Monatshighlights und sticht durch die toleln Frauenfiguren aus der Masse heraus.

*Das Hörbuch wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Profile Image for Karolin Senftleben.
216 reviews
August 4, 2026
Dabei waren wir uns immer so nah hat mich positiv überrascht. Das Buch erzählt keine dramatische Geschichte, sondern zeigt ganz ehrlich, wie sich Freundschaften verändern können, wenn das Leben plötzlich in unterschiedliche Richtungen führt. Das kann ich nachempfinden, das geht mir mit meinen Freundschaften ähnlich.

Henri, Merle und Katharina waren früher unzertrennlich. Doch mit Anfang dreißig haben alle ihr eigenes Leben. Während die eine vom eigenen Kino träumt, kämpft die andere mit dem Alltag als Mutter und die dritte stellt ihre langjährige Beziehung infrage. Dadurch entfernen sie sich immer mehr voneinander, obwohl sie sich eigentlich nichts mehr wünschen als die Nähe von früher.

Besonders gut gefallen hat mir, wie echt die drei Frauen wirken. Jede hat ihre eigenen Sorgen und Träume. Man versteht alle Seiten und merkt schnell, dass Freundschaften manchmal Arbeit brauchen, auch wenn sie früher ganz leicht waren.

Der Schreibstil ist ruhig und angenehm zu lesen. Die Geschichte lebt nicht von großen Wendungen, sondern von den Figuren und ihren Beziehungen. Gerade das macht sie so glaubwürdig und berührend.

Ich glaube, viele werden sich in den Gedanken und Gefühlen der drei Freundinnen wiederfinden. Das Buch zeigt, dass sich Menschen verändern dürfen und Freundschaft trotzdem bestehen kann – auch wenn sie irgendwann anders aussieht als früher.
3 reviews
July 29, 2026
Wie können Freundinnenschaften mitwachsen?

Mit ihrem Debütroman „Dabei waren wir uns immer so nah“ wirft Jette Kötschau eine Frage auf, die uns wohl alle mehr oder weniger, nicht nur aber vermutlich besonders, in den Dreißigern beschäftigt: Wie können Freundschaften konserviert werden, wenn wir durch unterschiedliche Lebensrealitäten auseinander driften zu drohen?

Mit Merle, Katharina und Henri zeichnet Jette Kötschau drei authentische Protagonistinnen, aus deren jeweiliger Sicht in abwechselnden Kapiteln die Welt betrachtet wird. Jede trägt ihre eigenen inneren Konflikte aus, die vor allem Themen wie Mutterschaft und Identität, Verlust und Trauer sowie Entfremdung und Trennung betreffen. (Hinweis: Hinsichtlich des Themas Tod durch Krebserkrankung hätte ich mir eine Triggerwarnung zu Beginn des Buches gewünscht.) Der einfühlsame und nahbare Schreibstil ermöglicht ein müheloses Einlassen auf die unterschiedlichen Innenwelten der Frauen, sodass ein angenehmer Lesefluss entstehen kann.

Es handelt sich um einen leisen, unaufgeregten Roman, der ein wichtiges und viel zu wenig besprochenes Thema aufgreift, dabei ohne dramatische Wendungen auskommt und stattdessen durch seine feinen Beobachtungen besticht. Ich spreche eine solide Leseempfehlung aus.
2,438 reviews14 followers
July 17, 2026
Zum Inhalt:
Die Freundinnen Henri, Merle und Katharina konnten sich nie vorstellen, dass sich an ihren Freundschaft etwas ändern würde, doch da ihr Alltag sie immer mehr in Anspruch nimmt, finden sie immer weniger Gelegenheiten sich zu sehen und auch die Gemeinsamkeiten wurden deutlich weniger. Doch die Sehnsucht nach der früheren Leichtigkeit und Nähe ist nach wie vor da.
Meine Meinung:
Nach und nach erfährt man im Buch, wie die Leben der einzelnen Frauen verlaufen sind, dabei ist jeweils einer im Wechsel ein Kapitel gewidmet. Manche der Themen kommen einem schon bekannt vor, wie das Leben einem die Zeit nimmt, sich um das ein oder andere zu kümmern. Aber auch wie schnell Missverständnisse einen auseinandertreiben, obwohl man einfach nur mal sprechen müssen. Die Geschichte fühlte sich sehr authentisch und nachvollziehbar an, denn vermutlich hat jeder diese Situationen schon mal erlebt. Und was das Buch auch sehr deutlich macht, ist wie wichtig Freundschaften sind und das man vielleicht einfach mal den Telefonhörer trotz allem einfach mal in die Hand nehmen sollte. Ich hatte die Hörbuchversion, die ich auch recht gelesen fand.
Fazit:
Macht nachdenklich
Profile Image for Marie.
180 reviews311 followers
July 22, 2026
Merle, Kathi und Henri waren zu Uni-Zeiten noch unzertrennlich und haben alles geteilt. Doch jetzt, Jahre später, angekommen im Erwachsenenleben ist von dieser innigen Freundschaft nicht mehr so viel übrig.
Sie haben nur hin und wieder Kontakt und sehen sie noch seltener. Und doch vermissen sie einander und diese besondere Freundschaft, die da zwischen ihnen war.

Alle drei Frauen führen recht unterschiedliche Leben und haben sich auch dadurch voneinander entfernt. Sie müssen mit eigenen Problemen und Veränderungen klarkommen und merken, wie wichtig diese Freundschaft für sie war.

Das Buch ist aus drei Perspektiven geschrieben und man erhält somit gleichermaßen Einblick in den Alltag von Merle, Kathi und Henri und in ihre Probleme.

Eine emotionale und nachdenkliche Geschichte über die Bedeutung von Freundschaft, die mich überrascht hat. Ich habe das Buch in kürzester Zeit gelesen und es hat mir besser gefallen, als ich anfangs noch erwartet hatte. Eine realistische, gefühlvolle und ehrliche Erzählung darüber, was es heißt, Platz zu machen für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.
Profile Image for julia.
56 reviews1 follower
July 31, 2026
Henri, Merle und Katharina
"Dabei waren wir uns immer so nah" ist ein ganz wunderbares Debüt, das von den drei Freundinnen Henri, Katharina und Merle handelt und das Ändern deren Freundschaft in den Zwanzigern beleuchtet. Gleichzeitig beschreibt es so wunderschön realistisch die jeweilige Suche der Freundinnen nach individuellem Glück, Liebe und Sinn in deren Leben.
Die drei führen ganz unterschiedliche Leben - Katharina ist in einer eingeschlafenen Langzeitbeziehung mit Ole und wünscht sich nichts sehnlichster als ein Kind, Merle ist frisch Mutter geworden und fühlt sich von ihrem Mann Flo alleingelassen und nicht verstanden, Henri betrauert das Ableben ihrer Oma Herta und will endlich ihr eigenes Kino eröffnen. Durch den unterschiedlichen Alltag der drei hat sich auch die Freundschaft verändert und alle trauern den früheren Zeiten hinterher. Sie müssen sich der Frage stellen, was und welche Personen und Beziehungen im Leben wirklich die wichtigen sind und den Mut haben, aufeinander zuzugehen und für sich einzustehen.
Große Empfehlung!
Profile Image for yellowdog.
887 reviews
July 19, 2026
Merle, Katharina und Henri

Dabei waren wir uns immer so nah ist der Debütroman von Jette Kötschau, in der sie über die Freundschaft von drei Frauen schreibt.
Katharina, Merle und Henri haben viel gemeinsam, sind aber auch unterschiedliche Charaktere.
Für Merle, zum Beispiel, zählt ihr Dasein als junge Mutter im Moment am meisten, Katharina hat Probleme in der langjährigen Beziehung mit ihrem Freund Ole. Und Henri ist die extrovertierteste unter ihnen.
Die Autorin setzt auf ein undramatisches Erzählen und thematisiert die alltäglichen Schwierigkeiten, die die Frauen haben, ohne Übertreibungen und ohne Pathos. Ihr Schreibstil ist dabei einfach und direkt gehalten. Es fehlt dabei aber leider auch an Raffinesse.
Auch hatte ich erwartet, dass die Brüche in den Freundschaften mehr gezeigt werden. Streckenweise fehlt es an Spannung.
Vielleicht gewinnt das Buch, wenn man sich mit den Figuren identifizieren kann.
Profile Image for Daniela.
70 reviews
July 21, 2026
4-5⭐️

Freundschaften, die die Studienzeit prägen und sich wie eine Familie anfühlen - aber wie steht es um diese Freundschaften, wenn das Studium vorbei ist und sich die Lebensentwürfe plötzlich stark voneinander unterscheiden? Genau diese Thematik greift "Dabei waren wir uns immer so nah" ehrlich und emotional auf. Wie sich das Leben im Berufs-, Beziehungs- und Familienalltag ändert und wie wichtig dennoch enge Freundschaften sind, steht dabei im Mittelpunkt der Erzählung; begleitet von ganz viel Schmerz, Selbstfindung und Liebe.
Der Roman liest sich wie ein ehrliches Gespräch, ein Gedankenexperiment, die Schilderung alltäglicher Probleme. Auch wenn mich der Roman sicherlich auch deshalb berührt, weil ich mich selbst in einer Umbruchphase befinde und Treffen nur noch über Terminumfragen planen kann, überzeugt die Erzählung vor allem durch ihre realistischen Lebensentwürfe und Figuren, die schnell ins Herz geschlossen werden können.
Displaying 1 - 30 of 40 reviews