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Die Träume, die wir hatten: Meine Freundin, Russland, die Ukraine und ich

Ende der achtziger eine Gruppe von jungen Frauen studiert Russisch. Sie lesen Dostojewski, trinken Wodka und reisen durch die Sowjetunion, die sich gerade auflöst. Es ist eine Zeit des Aufbruchs, der Hoffnungen und Träume von einem demokratischen Russland und einem friedlichen Europa. Jahrzehnte später nimmt sich eine von ihnen das Leben. Es ist die Woche, in der Russland die Ukraine überfällt.

Auf bewegende Weise verbindet dieses Buch ein persönliches Schicksal mit den weltpolitischen Umbrüchen. Es erzählt vom Unheil, das wir nicht kommen sahen, weil wir es nicht sehen wollten. Von unseren Träumen, die nicht wahr wurden und vielleicht nicht wahr werden konnten. Es fragt, was wir ändern können und was unausweichlich ist. Und es erzählt die Geschichte einer Freundschaft, deren Bedeutung man erst dann ganz erfasst, wenn sie plötzlich fehlt. Christiane Hoffmanns aufwühlendes Buch ist nicht nur feinfühlig beobachtet und glänzend geschrieben, es erzählt zugleich die Geschichte der deutsch-russisch-ukrainischen Beziehungen auf eine Weise, die Raum lässt für Zweifel und Trauer, für Fragen und Ambivalenzen. Damit gibt sie den Debatten die emotionale Tiefe zurück, für die im ersten Schock nach dem russischen Angriff kein Platz mehr war, und schlägt zugleich Brücken über die Gräben, die dieses Thema in die deutsche Gesellschaft eingezogen hat.

337 pages, Kindle Edition

Published July 9, 2026

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Christiane Hoffmann

11 books5 followers

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181 reviews11 followers
August 3, 2026
Von Hoffnung und Verlust

„Die Träume, die wir hatten“, von Christiane Hoffmann, erschienen 2026 bei C. H. Beck, pendelt zwischen Sachbuch, Roman und Autobiographie – und findet dabei für mich leider keine wirkliche Verbindung der Themen und Gewichtung.

Christane Hoffmann erlebt einen zufälligen Zusammenfall zweier für sie sehr prägender Ereignisse: Der Überfall Russlands auf die Ukraine sowie der Freitod einer wichtigen Freundin geschehen beide am 24. Februar 2022. Da die Freundin ein wichtiger Teil von Hoffmanns Lebensgeschichte im Kontakt mit Russland und der Ukraine ist – Christiane Hoffmann ist nach einem Studium der Slawistik, osteuropäischer Geschichte sowie Journalistik als Journalistin und Osteuropa-Expertin tätig – erscheint es ihr sinnvoll, diese zwei Ereignisse und deren Herleitung miteinander zu verbinden. Was für mich nicht gelingt.

Die Autorin erzählt sachkundig und aus dem persönlichen Erleben heraus mit vielen Informationen von der Öffnung und erneuten Verschließung Russlands, vom Zerfall der Sowjetunion und der Bildung vieler Nationalstaaten, von den in der Folge nie wirklich geklärten Konflikten in Osteuropa und der langen Anbahnung der Invasion Russlands in die Ukraine. Wer sich diese Entwicklung im Detail vor Augen führen möchte, der ist in diesem Buch auf jeden Fall richtig, anhand von Hoffmanns Beschreibungen kann man diesen Konflikt in der Tiefe verstehen, nicht zuletzt, weil Hoffmann zu vielen Zeiten in den entsprechenden Ländern gelebt hat.
Fast wie ein Fremdkörper arbeitet sich in diese historische Chronik die eher undifferenzierte Trauer über die gestorbene Freundin hinein und die vielen Unterlassungen und Versäumnisse, die diese Beziehung aufweist, die vielen Punkte, an denen die Autorin im Nachhinein das Gefühl hat, die Freundin vielleicht doch besser unterstützt haben zu können. Zeitgleich weist sie auf Versäumnisse auf der politischen Ebene in Richtung Osteuropa hin, auf Zeitpunkte, wo die Geschichte vielleicht durch andere Aufmerksamkeit und anderes Eingreifen eine andere Wendung hätte bekommen können.

Diese Parallelschaltung erscheint fast unzulässig, auf jeden Fall zeigt das Ergebnis, dass es der Autorin selbst schwerfällt, hier einen klaren Zusammenhang oder eine gute Gewichtung zu finden. Auch wenn aus ihrem persönlichen Erleben heraus die Zusammenführung sinnfällig ist, dürfte diese für die Allgemeinheit in einem Konstrukt steckenbleiben. Und so fand ich das Buch leider schwerfällig zu lesen, weil mir immer wieder der Fokus abhandenkam und ich das Räsonieren über die Freundschaft in aller Ehrlichkeit gefühlsduselig und selbstbezogen fand – auch wenn das Thema „Versäumnisse“ im Kleinen wie im Großen ein sehr interessantes ist.
Dennoch würde ich dieses Buch, das sich einer klaren Genreform entzieht, unbedingt allen Menschen empfehlen, die sich intensiv mit der Historie der Öffnung nach dem Kalten Krieg bis zur völligen Willkürherrschaft heute beschäftigen wollen, dafür ist dieses Werk Gold.

Ein großes Dankeschön an vorablesen.de und C. H. Beck für das Rezensionsexemplar!

117 reviews
July 9, 2026
Dieses Buch hat mich vor allem durch seine ungewöhnliche Erzählweise beeindruckt. Die durchgehende Ansprache in der Du-Form, mit der die Autorin ihre verstorbene Freundin adressiert, verleiht dem Text eine große Nähe und Emotionalität, die mich beim Lesen immer wieder berührt hat.

Gleichzeitig spannt die Geschichte einen weiten Bogen – von den späten Jahren der Sowjetunion bis hin zum Angriff Russlands auf die Ukraine. Dabei gelingt es der Autorin, persönliche Erinnerungen mit politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen zu verknüpfen. Besonders eindrucksvoll fand ich, wie sie aufzeigt, welche Strukturen und Denkweisen über Jahrzehnte hinweg entstanden sind und letztlich zu den heutigen Ereignissen beigetragen haben könnten.

Neben diesen großen Zusammenhängen bleibt aber auch Raum für das Alltägliche und Persönliche: für Freundschaft, gemeinsame Erlebnisse und die Geschichte einer Frau, deren Verlust über allem schwebt. Gerade diese Verbindung aus individueller Trauer und historischer Einordnung macht das Buch so besonders.

Der Schreibstil ist feinfühlig und reflektiert, ohne dabei belehrend zu wirken. Vielmehr lässt die Autorin Raum für Ambivalenzen, Zweifel und offene Fragen – was ich als sehr passend empfunden habe.
10 reviews
July 15, 2026
Eine spannende und eindringliche Geschichtsstunde zum Thema russisch-ukrainisch-deutsche Beziehungen und eine berührende Erzählung über Freundschaft und Verlust

In Christiane Hoffmanns „Die Träume, die wir hatten“ geht es um die letzten Jahre und den Zerfall der Sowjetunion, den Versuch der ehemaligen Gegner im Kalten Krieg, die neue internationale Ordnung auszugestalten und zu stabilisieren, und die Entwicklungen, die schließlich im Angriff Russlands auf die Ukraine endeten. Es geht um die persönliche Beziehung der Autorin zu Russland und der Ukraine sowie um ihre Freundschaft zu ihrer namenlosen Freundin, die sich zeitgleich zum russischen Angriff das Leben nimmt.

Eindrucksvoll und feinfühlig werden geopolitische und private Ereignisse verknüpft und verwoben und hinsichtlich der Ausgangsfrage analysiert: Hätte die Katastrophe – der Krieg in der Ukraine sowie der Tod der Freundin – vermieden werden können? Verbindende Elemente sind dabei Träume, Wünsche, Hoffnungen und Illusionen.

Christiane Hoffmann schreibt verständlich, ruhig und besonnen und gleichzeitig einfühlsam. Die Sprache ist zu keiner Zeit reißerisch oder emotional, eher nüchtern, und doch war die Nähe und Zuneigung der Autorin, ihre Expertise und Leidenschaft für mich stets spürbar. Die lyrischen Einschübe fand ich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, haben mich jedoch nicht weiter gestört und mir nach kurzer Zeit schon gefallen.

Die Freundin bleibt das gesamte Buch über namenlos, was auf gewisse Art für Distanz sorgt. Ich kann mir vorstellen, dass die Autorin genau dies beabsichtigt, um ihre Freundin gegenüber den unbekannten Lesenden zu schützen (es wird auch darüber reflektiert, wie die Freundin es wohl fände, dass dieses Buch geschrieben wird). Für mich hat dies der Geschichte und dem Leseerlebnis keinen Abbruch getan, die tiefe Verbundenheit und Nähe der Autorin zur Freundin wurde für mich deutlich und spürbar.

Besonders gut gefallen haben mir die Differenziertheit der Autorin bei ihrer Geopolitikanalyse sowie die kritische Auseinandersetzung mit den eigenen Handlungen in der Vergangenheit, den gemachten Fehlern und Versäumnissen, sowohl im beruflichen und politischen als auch im privaten Kontext. Besonders zum Ende hin war dies schonungslos ehrlich und selbstkritisch, was der Autorin sicherlich einiges abverlangt hat. Ohnehin hat mich der Showdown auf den letzten Seiten mitgerissen, atemlos gemacht, tief bestürzt und sehr berührt.

„Die Träume, die wir hatten“ ist anspruchsvoll und zugleich zugänglich, beeindruckend und höchst aufschlussreich – ich kann es nur empfehlen.
Profile Image for askyfullofpages .
195 reviews2 followers
July 11, 2026
Ich merke immer wieder, dass mich Bücher am meisten berühren, wenn sie mich emotional herausfordern. Ich will beim Lesen unterschiedliche Emotionen spüren. Ich will mit den einzelnen Charakteren mitdenken, mitfühlen und manchmal auch mit ihnen leiden. Das hat dieses Buch gemacht und genau deshalb hat es mir so gut gefallen.
Es lebt überhaupt nicht von großer Action oder lauten Momenten. Es ist leise. Diese Ruhe hat mich berührt. Es geht um Freundschaften, Erinnerungen, Vergangenheit und um die Frage, wer man eigentlich ist, wenn das Leben plötzlich alles verändert.
Der Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine ist dabei nie einfach nur ein Thema. Er ist immer da, auch wenn niemand darüber spricht. Er steckt in Erinnerungen, in Entscheidungen und auch in den Menschen selbst. Mir hat es noch einmal bewusst gemacht, dass sich niemand aussuchen kann, welche Vergangenheit oder welche Last er mit sich trägt.
Vielleicht hat mich das Buch auch deshalb so berührt. Natürlich kann ich meine Situation nicht mit der der Figuren vergleichen. Aber ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn das Leben plötzlich ganz anders aussieht, als man es sich vorgestellt hat. Durch meine Krankheit gibt es Tage, an denen vieles schwer oder sogar hoffnungslos wirkt. Trotzdem gibt es diesen kleinen Funken Hoffnung, der nie ganz verschwindet. Genau das habe ich auch in diesem Buch wiedergefunden. Es ist nicht die Vorstellung, dass plötzlich alles gut wird, sondern dass Hoffnung manchmal einfach bedeutet, weiterzumachen.
Womöglich ist auch das der Grund, warum mich dieses Buch so berührt hat. Es hat mich daran erinnert, dass Hoffnung auch dann da sein kann, wenn das Leben gerade schwer ist. Das war für mich wahrscheinlich der perfekte Lesezeitpunkt.

Vielen Dank an C.H.Beck und NetGalley für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon selbstverständlich unbeeinflusst.
Profile Image for WildesKopfkino .
1,262 reviews11 followers
July 18, 2026
Manche Bücher klopfen nicht höflich an, sondern setzen sich ungefragt mit an den Tisch und bleiben dort noch lange sitzen. Die Träume, die wir hatten gehört für mich genau in diese Kategorie. Christiane Hoffmann erzählt von einer engen Freundin, gemeinsamen Jugendjahren und einer Zeit, in der Russland noch für Aufbruch, Abenteuer und große Hoffnungen stand.

Dann kommt der 24. Februar 2022. Russland greift die Ukraine an und gleichzeitig erreicht die Autorin die Nachricht vom Tod ihrer Freundin. Zwei Katastrophen, eine politische und eine sehr persönliche, treffen an einem einzigen Tag aufeinander. Schon dieser Gedanke hat mir beim Lesen ordentlich den Magen zugeschnürt.

Besonders stark fand ich, wie Hoffmann ihre Erinnerungen mit der Geschichte Russlands, der Ukraine und Deutschlands verbindet. Politik bekommt plötzlich Gesichter, Stimmen und Erinnerungen an Wodka, Zugfahrten und ziemlich große Träume. Dabei erklärt sie viele Zusammenhänge verständlich, ohne sich hinzustellen und so zu tun, als hätte sie für alles eine einfache Antwort in der Hosentasche.

Leichte Kost ist das natürlich nicht. Einige politische Passagen verlangen Konzentration und manchmal musste ich kurz zurückblättern. Mein Kopf wollte sortieren, während mein Herz noch bei der Freundin festhing. Trotzdem wird das Buch nie zu einer trockenen Geschichtsstunde mit Trauerrand.

Was bleibt, ist ein kluges, ehrliches und sehr menschliches Buch über Freundschaft, Schuldgefühle und zerplatzte Hoffnungen. Es urteilt nicht vorschnell, sondern hält Widersprüche aus. Genau das tut manchmal weh, fühlt sich aber verdammt notwendig an.
Profile Image for Elke Sonne.
625 reviews1 follower
Review of advance copy
July 8, 2026
Erinnerungen, Träume und Politik

„Die Träume, die wir hatten“ ist ein persönliches und politisches Buch der Autorin, Journalistin und Osteuropa-Expertin Christiane Hoffmann.

In ihrem Buch greift die Autorin die jüngsten politischen Entwicklungen auf und verbindet persönliche Erfahrungen mit dem deutschen, ukrainischen und russischen Ereignissen.
Durch ihre persönlichen Beziehungen erfährt man von den Träumen junger Menschen, die wenig später durch den Krieg und die politische Weltlage zunichte gemacht wurden.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr ruhig und wechselt gekonnt zwischen sachlichen Fakten und persönlichen Erfahrungen. Dafür geht Christiane Hoffmann immer wieder in die Vergangenheit und sorgt so für ein umfangreiches Bild, das die Ausmaße der aktuellen Situation gelungen einfängt.
Dabei merkt man, dass die Autorin über ein immenses Fachwissen verfügt und Expertin für Osteuropa ist.
Obwohl der analytische und politische Anteil überwiegt, wird das Schicksal der betroffenen Frauen berührend greifbar. Ihre Geschichten bewegen, erschrecken und machen ihre Zerrissenheit deutlich.

Das Buch ist keine einfache Lektüre, dafür ist es inhaltlich einfach zu tragisch. Dennoch ist es ein wichtiges, aktuelles Zeitdokument, das lange nachwirkt und zum Nachdenken anregt. Ich kann es jedem empfehlen, der die Hintergründe der heutigen Konflikte auf einer tieferen, menschlichen Ebene verstehen möchte.
123 reviews
July 14, 2026
Leben im Schnelldurchlauf

Ich finds interessant, wie die Autorin den Tod ihrer Freundin und dessen Verarbeitung nutzt, um das eigene Leben zwischen Deutschland, Russland und der Ukraine zu rekapitulieren. Ich bin mit diesem Schnelldurchlauf durch die Jahre nicht so ganz warm geworden. Weiß nicht, ob ich mich so schwergetan habe, weil ich zu nichts davon einen Bezug habe und einfach zu jung bin, um das nachzuempfinden oder obs doch an der Erzählart an sich lag.

Den Start mochte ich richtig gern und hab noch gedacht, dass mir dieses Schwelgen in Erinnerungen als Ausgangspunkt der Erzählung gut gefällt. Aber das Buch liest sich für mich dann doch so ein bisschen wie ein Flickenteppich aus Erinnerungen, die sich eher am weltpolitischen Geschehen in Russland orientieren als an der Freundschaft.

Ich hatte einfach erwartet, dass die Erzählung in eine eher emotional geleitete Richtung gehen würde als in die für mich eher nüchtern anmutende Faktenschaffung einer Journalistin. Ich fands dadurch stellenweise einfach ein bisschen zäh zu verfolgen. Besonders gern mochte ich die Briefe an ihre Freundin, die kleinen lyrischen Einschübe und die Schlaglichter der Frauenfreundschaft über die Jahrzehnte hinweg.

War insgesamt nicht so ganz mein Fall, aber wer sich für die politischen Verstrickungen zwischen Russland, der Ukraine und auch Deutschland interessiert, der findet hier einen persönlich angehauchten Abriss.

Profile Image for lesemadi.
42 reviews
July 28, 2026
Mit einem klaren, wunderschönen und respektvollen Schreibstil widmet sich Christiane Hoffmann in ihrem sehr persönlichen Buch einer verstorbenen Freundin. Das Werk verbindet eine berührende Annäherung an das Leben und die Träume der Freundin mit einer faszinierenden Faszination für die russische Kultur, die beide Frauen durch Studium und Berufsleben begleitete. Vor dem Hintergrund des eigenen journalistischen Hintergrunds der Autorin spannt das Buch einen weiten Bogen: von der hoffnungsvollen Aufbruchstimmung zu Zeiten Gorbatschows über trügerische Jahre bis hin zum schockierenden Überfall auf die Ukraine. Diese historischen und politischen Entwicklungen spiegeln sich fast wie ein roter Faden im Schicksal der so klugen wie starken Freundin wider. Das Buch behandelt universelle Themen wie Freundschaft, Erinnerung und den Umgang mit radikalen Lebensveränderungen. Der allgegenwärtige Schatten des Krieges und individueller Schicksalsschläge verdeutlicht eindringlich, dass niemand sich die Lasten der Vergangenheit aussuchen kann. Dennoch entfaltet die Lektüre bei aller Traurigkeit eine tröstliche Botschaft: Sie erinnert daran, dass Hoffnung nicht bedeutet, dass sofort alles gut wird, sondern dass es darum geht, weiterzumachen und niemals den kleinen Funken Licht zu verlieren. Ein bereicherndes, zutiefst emotionales Werk, das eine wunderbare Würdigung für einen geliebten Menschen darstellt.
Profile Image for Yellowistheone.
33 reviews
July 12, 2026
Mit „Die Träume, die wir hatten: Meine Freundin, Russland, die Ukraine und ich“ gelingt Christiane Hoffmann ein bemerkenswerter Balanceakt zwischen persönlicher Erinnerung und historischer Analyse.
Schon das Cover zeigt einen Weg - und genau auf einen solchen nimmt uns die Autorin mit. Entlang ihrer engen Freundschaft und der wechselvollen Beziehung zwischen Russland und Europa zeichnet sie die Entwicklungen nach, die schließlich im Krieg gegen die Ukraine münden. Parallel dazu verarbeitet sie einen tiefgreifenden persönlichen Verlust. Behutsam verknüpft Hoffmann beide Ebenen und begibt sich auf die Suche nach Erklärungen, Zusammenhängen und möglichen Ursprüngen von Erfahrungen, die sich einem einfachen Verständnis oft entziehen.
Das Buch bietet für mich sowohl eine wertvolle Einordnung der jüngeren Geschichte als auch einen eindringlichen Einblick in die Gefühlswelt der Autorin. Besonders gelungen sind die fließenden Übergänge zwischen den verschiedenen Erzählebenen sowie der zugängliche, klare Stil. Für die vollen fünf Sterne fehlte mir jedoch der letzte Funke: So gern ich das Buch gelesen habe, erschien es mir sprachlich und literarisch stellenweise etwas zu geradlinig und zu wenig vielschichtig. Dennoch bleibt es eine äußerst lesenswerte Verbindung von persönlichem Zeugnis und politischer Zeitgeschichte.
40 reviews
August 5, 2026
Was macht Krieg mit Menschen? - Dieses Buch hat mich wirklich tief berührt. Es ist krass, wie nah Christiane Hoffmann einen an das Thema Krieg heranführt. Man merkt sofort, dass sie eine Expertin ist und weiß, wovon sie schreibt. Trotzdem fühlt es sich überhaupt nicht trocken oder sachlich an, sondern unglaublich menschlich.

Besonders stark fand ich, wie sie zeigt, was Krieg mit Menschen macht. Nicht nur im großen politischen Sinn, sondern ganz persönlich. Was passiert mit einem Menschen, wenn sich das Leben plötzlich verändert? Was macht die Hoffnungslosigkeit mit einem? Und was passiert mit Beziehungen und Freundschaften, wenn man durch solche Erfahrungen geht?

Diese menschliche Seite des Krieges wird so nah und eindringlich erzählt, dass ich beim Lesen immer wieder darüber nachdenken musste. Gerade dieses Gefühl, dass sich nichts bewegt und man trotzdem irgendwie weitermachen muss, fand ich sehr berührend.

Christiane Hoffmann schreibt wunderschön und gleichzeitig so klar, dass die Geschichte einen wirklich erreicht. Für mich ist es ein Buch, das zeigt, dass Krieg nicht irgendwann vorbei ist, wenn die Waffen schweigen. Er bleibt in den Menschen und verändert sie.

Ein sehr bewegendes, starkes und unglaublich gut geschriebenes Buch!!!
Profile Image for Bärbel.
173 reviews1 follower
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August 25, 2026
Träume und Verluste
Christiane Hoffmann hat schon in ihrem Buch „Alles, was wir nicht erinnern“ die Erfahrungen der eigenen Person in die Waagschale geworfen, um in den Dialog mit Geschichte zu treten. Dort erwanderte sie den Fluchtweg des Vaters nach dem Krieg.

Nun also geht es um ihre eigene Jugend und dabei um die frühen Jahre der Öffnung der Sowjet-Union, um die jüngste Vorgeschichte des Angriffs auf die Ukraine. Als Studentin, Slawistin und Journalistin erlebte sie die Zeit als eine des Aufbruchs und der Hoffnungen. Sie berichtet aus naher eigener Anschauung über eine Zeit, die schon fast vergessen ist und von Lebenswelten, die im Westen wenig bekannt wurden.

Dass die Autorin die Verluste historischer Hoffnungen in den Dialog mit dem Suizid einer engen Freundin bringt, ist eine etwas voluntaristische Entscheidung. Für sie sind es Verluste, bei denen sich jeweils auch die Frage nach Versäumnissen stellt.
Ein Buch über Unwiederbringliches.

Wer sich die Geschichte zwischen Moskau und Kiew vergegenwärtigen will, findet hier eine kenntnisreiche Darstellung, die sehr persönliche Aspekte einwebt.
13 reviews
July 9, 2026
Das Buch "Die Träume die wir hatten" von der Autorin Christiane Hofmann ist eine sehr bewegende Lebensgeschichte über junge Frauen in Russland. Die Autorin berichtet über ihre ganz persönlichen Erlebnisse und die Geschichte Russlands. Besonders die gefühlvollen Erzählungen von ihrer Freundin die Suizid begangen hat, haben mich emotional bewegt und sehr nachdenklich gemacht. Am Anfang brauchte ich etwas Zeit um in die Geschichte hinein zu finden. Doch je länger ich gelesen habe, desto mehr hat mich die Handlung beschäftigt. Die Autorin verknüpft gekonnt den Krieg der Ukraine mit dem Tod ihrer Freundin und beschönigt das Thema Trauer und Krieg nicht. Die harte Realität wird von der Autorin gekonnt dargestellt. Das Buch ist keine leichte Lektüre, aber ein gelungenes Buch, das zeigt wie zerbrechlich Frieden und Sicherheit sind.
182 reviews
July 14, 2026
"Die Träume, die wir hatten" von Christiane Hoffmann ist ein sehr gelungenes Buch, dass die persönliche Geschichte zwischen ihrer Freundin und ihr und den politischen Ereignissen in Russland und der Ukraine vereint.

Durch die Ausgewogenheit der beiden Themen und den nahbaren, einnehmenden Schreibstil ist das Buch einfach zu lesen, auch wenn die Themen bedrückend und schwer sind. Mit hat unglaublich gut gefallen, wie viele politische Zusammenhänge, bis hin zu den Entwicklungen die zum Überfall Russlands auf die Ukraine geführt haben mir hier quasi wie nebenbei schlüssig erklärt wurden.

Auch die persönliche Geschichte der Autorin und ihrer Freundinnen in Russland und der zerfallenden Sowjetunion hat mich sehr berührt. Ein wirklich außergewöhnliches Buch, das mir gut gefallen hat und das ich sehr weiterempfehlen kann.
Profile Image for Rosa Klara.
13 reviews
August 18, 2026
Sehr persönliches Buch mit wertvollen Einblicken in die Zeit des zusammbruchs der udssr. Genau das hat mich interessiert. Die Verarbeitung des Selbstmordes einer sehr guten Freundin ist sehr emotional und nachvollziehbar beschrieben. Hat mich aber nicht angesprochen und konnte ich über eine gute Trennung in den Kapiteln gut überspringen.
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