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Lucky Luke: Die Grimm Brothers

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48 pages, Hardcover

Published June 2, 2026

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Flix

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62 reviews1 follower
June 19, 2026
„Lucky Luke. Die Grimm Brothers“ ist eine dieser Hommage-Ausgaben, die auf dem Papier wie eine nette Spielerei klingen – und sich dann als erstaunlich kluge und witzige Erweiterung des Lucky-Luke-Kosmos entpuppen. Flix und Reinhard Kleist schicken Jakob und Wilhelm Grimm auf Lesereise in den Wilden Westen, wo natürlich niemand so recht weiß, was er mit deutschen Märchen anfangen soll – bis der Mann, der schneller schießt als sein Schatten, eingreifen muss.
Der große Reiz dieses Bandes liegt in der schieren Fülle an Anspielungen auf die Grimm’schen Märchen, die Flix und Kleist auf den staubigen Sand der Prärie streuen. Rotkäppchen, Dornröschen, gestiefelter Kater & Co. tauchen nicht plump als Zitate auf, sondern werden immer wieder spielerisch in die Western-Szenarien eingebaut, sodass man beim Lesen ununterbrochen kleine Referenzen entdeckt. Das macht den Band zu einer Art Wimmelbild für Märchen-Motive – eine Freude für alle, die mit den Grimms aufgewachsen sind.
Neben den Märchenmotiven arbeitet der Band mit einem ganzen Reigen von Cameos, die weit über das Luke-Universum hinausgehen. Jesse James und die Daltons sind selbstverständlich dabei, aber Kleist gönnt sich zusätzlich Gastauftritte prominenter Figuren wie David Bowie und Nick Cave, die er ja bereits mit eigenen Comicbänden gewürdigt hat. Diese Auftritte bleiben kurze, augenzwinkernde Momente, fügen sich aber überraschend gut in das Grundkonzept einer verspielt-hommagehaften Erzählung ein.
Kleists Zeichnungen sind natürlich nicht der klassische Morris-Stil, und ja: Sein etwas rauerer, kantigerer Strich ist zunächst gewöhnungsbedürftig. Man merkt, dass er versucht, einen Mittelweg zu finden zwischen seinem eigenen, eher düsteren Graphic-Novel-Stil und dem Funny-Stil der alten Alben – und genau diese Spannung sieht man den Seiten an. Die Lesefreude schmälert das aber nicht; im Gegenteil, nach einigen Seiten wirkt der Look wie ein bewusst gesetzter Kommentar zur Tradition, unterstützt von der sehr atmosphärischen Farbgebung.
Textlich ist der Band auf hohem Niveau: Flix bringt sein Gespür für Dialogrhythmus, Running Gags und feine Gegenwartsanspielungen ein, ohne die Grundfigur Lucky Luke zu verraten.
Die Grundidee des Bandes ist folgende: Die Gebrüder Grimm sind auf erfolgloser Lesereise, weil Märchen im Wilden Westen niemanden interessieren – erst die Konfrontation mit echten Outlaws, Daltons und Westernklischees sorgt dafür, dass ihre Geschichten buchstäblich Relevanz bekommen. Die Mischung aus Slapstick, Intertextualität und leichter Ironie gegenüber Grimm-Pathos und Western-Mythos funktioniert dabei erstaunlich gut.
„Lucky Luke – Die Gebrüder Grimm“ ist ein sehr gelungenes, detailverliebtes Märchen-Western-Crossover, das mit seinen vielen Anspielungen und Cameos zum Wiederlesen einlädt. Kleists Stil mag im ersten Moment irritieren, aber zusammen mit Flix’ starkem Text ergibt sich ein Hommage-Band, der sowohl Nostalgie bedient als auch etwas Eigenes wagt.
107 reviews
June 17, 2026
Der einsamste Cowboy der Welt lernt zwei wunderliche Gesellen kennen: die Brüder Grimm, die es sich in den Kopf gesetzt haben, ihre Märchen auch im Wilden Westen bekannt zu machen. Leider interessiert sich aber überhaupt niemand für die in Deutschland so beliebten Geschichten, und so beschließen Jakob und Wilhelm, hier eben neue Märchen zu sammeln - solche, die zu diesem Kulturkreis gehören. Durch Lucky Lukes Fürsprache dürfen sie im Gefängnis Ma Dalton einige Fragen stellen, und sie erzählt ihnen tatsächlich ein Märchen: von den guten, missverstandenen Daltons, die von dem bösen, schießwütigen Cowboy malträtiert werden. Und die Rechnung ging auf: diese Geschichten lösen Begeisterung im Publikum aus - leider aber auch Sympathie für die Verbrecher, was Lucky Luke alles andere als recht ist.

Die Daltons, allen voran Joe, ärgern sich über den guten Ruf, den sie plötzlich bekommen, und so kidnappen sie die Brüder Grimm, damit sie ihre Geschichten ändern: großartige und gefürchtete Gangster sollen aus ihnen gemacht werden. Das bekommen die vielen anderen Banditen der Umgebung mit, und so stapeln sie sich bald im Haus der Daltons, damit die Brüder Grimm auch sie in ihren Märchenschatz aufnehmen. Als Lucky Luke seine neuen Bekannten befreien will, steht er ziemlich allein auf weiter Flur - aber glücklicherweise hat er einige indigene Freundinnen gefunden, die ihm beistehen, so dass er den ganzen Haufen Verbrecher ins Gefängnis bringen kann. Die Brüder Grimm reisen wieder nach Hause - und der einsame Cowboy zieht weiter.

***

Lucky Luke-Geschichten lesen sich locker und in kurzer Zeit weg, da ist dieser keine Ausnahme. Ich finde ihn jedoch besonders witzig und die Geschichte wirklich einfallsreich. Lohnt sich!
This entire review has been hidden because of spoilers.
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