Oberbayern 1843: Als sich die junge Waise Rosalie in den Bauern Romar verliebt, scheint sie ihr Glück gefunden zu haben. Doch die Waisenhausvorsteherin warnt Rosalie vor dieser Ehe und macht sonderbare Andeutungen. Rosalie heiratet Romar dennoch und folgt ihm in sein Heimatdorf, das tief im Wald verborgen liegt. Eines Nachts hört Rosalie ein Neugeborenes weinen, das am nächsten Tag als angebliche Totgeburt begraben wird. Dann kommt eine junge Frau, mit der Rosalie sich angefreundet hat, auf mysteriöse Weise zu Tode. Rosalie wird bald bewusst, dass in Romars Dorf nichts ist, wie es scheint – und dass auch sie selbst in tödlicher Gefahr schwebt ...
Ostallgäu 1844: Rosalie ist ein Waisenkind und aufgrund ihres Äußeren ist sie seit ihrer Kindheit eine Außenseiterin. Alle Menschen meiden sie, bis sie Romar begegnet. Er bittet Rosalie, seine Frau zu werden. Sie willigt ein und zieht zu ihm in sein Heimatdorf, das mitten im Wald liegt. In der Dorfgemeinschaft fühlt sich Rosalie erstmals glücklich und Teil einer Gemeinschaft, doch bald merkt sie, dass das Dorf voller Geheimnisse steckt. 🔎🔎🔎 Mein Leseeindruck: Die Geschichte von dem Waisenmädchen Rosalie hat mich von Beginn an gefesselt. Ich habe mit ihr fühlen können und habe sie gerne auf ihrem Weg begleitet. Rosalie ist ein vielschichtiger und liebenswerter Charakter, aber auch Romar habe ich sehr gemocht. Doch auch die anderen Figuren sind gut gezeichnet; ich konnte mir von allen ein gutes Bild machen. Der Schreibstil ist sehr angenehm; das Buch hat sich flüssig und schnell lesen lassen. Dabei hat die Autorin es geschafft, dass ich mich wirklich in dieses geheimnisvolle Dorf "hineinlesen" konnte. Ich konnte alles vor mir sehen; perfektes Kopfkino! Die Stimmung und die Atmosphäre haben mich auch von Beginn an überzeugen können. Die Geschichte ist sehr düster, geheimnisvoll, mysteriös, tragisch und mitreißend! Ich habe dieses Buch mit großem Vergnügen gelesen und kann und werde es auf jeden Fall weiterempfehlen!
Ich hatte düstere Mystery erwartet, vielleicht auch mit Twist. Leider war die Geschichte dann doch sehr vorhersehbar und flach. Rosalie ist an Naivität und Dummheit nicht zu überbieten, wirklich. Eine ziemlich anstrengende Protagonistin. Romar war einfach nur feige und viel zu alt für sie. Creepy waren auch die Sexszenen, die zwar nur angedeutet wurden, aber dennoch so eintönig daher kamen. Romar ist der Mann, er macht, er begattet sie, er besteigt sie, er nimmt sie. Rosalie ist die Frau, sie lässt es geschehen, wirkt passiv und schwach. Ich war mir nicht mal sicher, ob sie das alles überhaupt will oder nur ihren Pflichten nachkommt. Enthusiasmus sucht man hier vergeblich. An manchen Stellen hatte ich dann leider auch eher eine sentimentale Liebesgeschichte vor mir, als einen gut durchdachten Plot. Wichtig zu erwähnen wäre vielleicht noch, dass sich die komplette Story um Schwangerschaften dreht, auch nicht grade mein Thema. Das Geheimnis des Dorfes werden die meisten sicher auch bereits bei Rosalies erstem Besuch dort raushaben. Es hat mir größtenteils also eher nicht gefallen, ich vergebe aber dennoch einen zweiten Stern für die düstere Stimmung.
Rosalie kommt mit 19 Jahren in ein Waisenhaus in Oberbayern. Seit ihrer Kindheit wird sie durch ihr äußeres von den Menschen angestarrt oder gemieden. In dem Waldbewohner Romar findet sie das erste mal einen Menschen, der sie wegen ihrer selber liebt. So erscheint es Rosalie, allen Warnungen zum Trotz, das Richtige zu sein ihn zu heiraten und ihm in sein Heimatdorf zu folgen. In Sara, Romars Cousine, findet sie dort bald eine gute Freundin. Auch die Bewohner rund um die Ältesten Willem und Ava begegnen ihr mit Freundlichkeit und Offenherzigkeit. Immer öfter tragen sich aber seltsame Ereignisse in dem abgeschiedenen Ort zu und lassen die junge Frau an der Ehrlichkeit der Bewohner zweifeln. Eines Tages tauchen zwei Frauen in ihrem Haus auf, beide ebenfalls Waise, und berichten ihr ungeheuerliches. Hin und her gerissen zwischen ihrer Liebe und Loyalität zu ihrem Mann und dessen Leuten und den Erzählungen der jungen Frauen versucht Rosalie hinter die Geheimnisse des Dorfes zu kommen….
Stefanie Kasper, die Autorin, wuchs im ländlichen Bayrischen Oberland auf. Ihren Roman hat sie im bäuerlichen Leben Mitte des 19. Jahrhunderts angesiedelt. Durch die Abgeschiedenheit des Ortes hat der Roman schon etwas Mystisches an sich. Das Leben in dem kleinen Dorf und die Menschen werden gut dargestellt und für mich auch authentisch. Rosalie mit ihrem Aussehen und Anderssein war mir als Charakter sehr sympathisch. Für lange Zeit verschloss sie ihre Augen vor der Wahrheit. Aber wer verliebt ist will das lange nicht sehen. Die Autorin hat dieses hin und her gerissen sein, dieses blind sein vor dem Offensichtlichen sehr klar dargestellt. Als Leser konnte ich mich gut in die Person Rosalie hineinversetzten.
Die Handlung selber ist überschaubar mit nur wenig überraschenden Wendungen. Man kann sich schon recht bald denken, was das große Geheimnis in der Geschichte ist und in welche Richtung sich der Roman bewegt. Spannung empfand ich in der Erzählung nur wenig. Die bäuerlichen Sitten und dieses mystische der kalten Jahreszeit haben mir gefallen. Da ich selber auf dem Land aufgewachsen bin und wohne sind mir beide vertraut.
Das Cover gefiel mir vom ersten Moment an sehr gut. Es wird der Dunkelheit der Geschichte gerecht.
Der Schreibstil und die Sprache der Erzählung ist recht flüssig. Zwischen den Kapiteln sind immer wieder Seiten, die mit der Haupthandlung nichts zu tun haben und rätselhaft erscheinen. Der Bezug zum ursprünglichen Geschehen ist mir nicht klar, hatte aber einen gewissen Gruseleffekt.
Mein Fazit:
Ein recht ordentlicher Roman über das bäuerliche Leben, mit einer Geschichte die Abschnittsweise durchaus einen Hauch von Wahrheit in sich hat. Leser von ländlichen Geschichten welche gerne auch mal einen Hauch von Düsternis, die die Erzählzeit enthält, in der Handlung schätzen, werden den Roman mögen.
Kurzbeschreibung: Oberbayern 1843: Als sich die junge Waise Rosalie in den Bauern Romar verliebt, scheint sie ihr Glück gefunden zu haben. Doch die Waisenhausvorsteherin warnt Rosalie vor dieser Ehe und macht sonderbare Andeutungen. Rosalie heiratet Romar dennoch und folgt ihm in sein Heimatdorf, das tief im Wald verborgen liegt. Eines Nachts hört Rosalie ein Neugeborenes weinen, das am nächsten Tag als angebliche Totgeburt begraben wird. Dann kommt eine junge Frau, mit der Rosalie sich angefreundet hat, auf mysteriöse Weise zu Tode. Rosalie wird bald bewusst, dass in Romars Dorf nichts ist, wie es scheint – und dass auch sie selbst in tödlicher Gefahr schwebt... *Quelle*
Zur Autorin: Stefanie Kasper stammt aus Peiting im Bayerischen Oberland und lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen im Ostallgäu. Gleich mit ihrem ersten Roman, Die Tochter der Seherin, gelang ihr ein großer Erfolg, dem viele weitere folgten.
Meinung: Oberbayern im 19. Jahrhundert: Die junge Rosalie wächst in einem Waisenhaus auf, denn sie wurde von ihren leiblichen Eltern ausgesetzt, da sie ein Albino ist. Dieses Anderssein macht sie zur Außenseiterin, denn sie ist den Mitmenschen aufgrund ihres fast weißen Haars und ihren rötlich schimmernden Augen unheimlich. Durch ihre verstörenden Zeichnungen von Tod und Verderben wird sie von den anderen Kindern und auch den Erziehern gemieden.
Nach ihrem Heimaufenthalt geht sie nach Schongau, wo sie eine Anstellung als Beiköchin im hiesigen Waisenhaus antritt. Dort lernt sie den Bauern Romar kennen, der aus dem entlegenen Dorf Haberatshofen stammt, einer kleinen Gemeinde mitten im Wald, von der Außenwelt regelrecht abgeschottet. Sie verliebt sich in ihn und die beiden heiraten alsbald. Im Dorf wird Rosalie zunächst freundlich aufgenommen und findet in Romars Cousine Sara eine Freundin. Doch schon bald mehren sich unheimliche Vorkommnisse in Haberatshofen, die Rosalie an der Gemeinschaft und auch an ihrem Ehemann zweifeln lässt. Was hat dieses Dorf zu verbergen?
Stefanie Kasper hat mit Das verlorene Dorf einen stimmungsvoll-atmosphärischen Roman verfasst, der eine Mischung aus historischem Kriminalroman mit Mystery-Anteilen darstellt.
Die Protagonistin Rosalie ist seit ihrer Kindheit eine Außenseiterin, vor der viele Menschen in ihrem Umfeld Angst haben, denn als Albino wird sie als eine Art Monstrosität angesehen. Ihre Krankheit ist im 19. Jahrhundert noch so gut wie unbekannt und sie wird als Nachtmensch bezeichnet. Als sie sich in Romar verliebt und er ihr einen Heiratsantrag macht, fühlt sie sich zum ersten Mal in ihrem Leben glücklich und hört nicht auf die Warnungen, die ihr die Köchin Cäcilia mit auf den Weg gibt. So muss Rosalie erfahren, dass die zunächst sehr freundlichen Haberatshofener mehr mit ihr im Sinn haben, als sie nur als Ehefrau von Romar in ihrer kleinen Gemeinde willkommen zu heißen.
Die Nebencharaktere wie Romar, seine Cousine Sara, mit der sich Rosalie schnell anfreundet und auch die anderen Dorfbewohner sind von Anfang an mysteriös und der Leser merkt schnell, dass sich hinter ihrer Maske der Freundlichkeit viel mehr verbirgt.
Stefanie Kasper erzählt die Geschichte von Rosalie sehr stimmungsvoll und atmosphärisch. Über der ganzen Geschichte hängt eine Wolke aus Düsternis und es geschehen Dinge, bei denen man rätselt, ob sie nun wirklich passieren oder ob sich Rosalie manches nur einbildet. Anfangs braucht man ein wenig Geduld, bis die Geschichte Fahrt aufnimmt, doch ab der Stelle, als Rosalie mit Romar nach Haberatshofen geht, wird es spannend und die unheilvollen Geschehnisse nehmen ihren Lauf. Zwar stößt man relativ schnell auf das Geheimnis der kleinen Dorfgemeinschaft, doch dies tut der Handlung nur wenig Abbruch.
Interessant zu erfahren war, dass es eine alte Legende gibt, die sich um die Weiße Frau im Sachsenrieder Forst dreht und das Dorf Haberatshofen im 19. Jahrhundert wirklich existiert hat, von seinen Bewohnern allerdings verlassen wurde und in Vergessenheit geriet. Dies belegen 2 Fotografien im Anschluss an die Geschichte.
Fazit: Das verlorene Dorf ist eine Mischung aus historischem Kriminalroman mit einem Mystery-Anteil, der viel vom Aberglauben der damaligen Zeit lebt und gelungen Fiktives mit einer ehemals real existierenden Gemeinschaft verbindet.
Hat mir wirklich richtig gut gefallen! Zwar hatte ich von Anfang an eine Ahnung, wie es sich am Ende auflöst, aber die Spannung war trotzdem hoch, und die Atmosphäre psychich geladen - klasse!
Dieses Buch war für mich mal wieder ein Genre-Ausflug, der mir sehr gut getan hat. Der Ausflug ging in einen "historischen Mystery-Thriller", für mich bisher ein seltenes Vergnügen. Obwohl es für mich ein paar Kritikpunkte gab, ist es doch alles in allem ein sehr gelungenes Werk seines Genres.
Cover/Gestaltung Passt perfekt zum Buch. Die neblige, düstere Atmosphäre passt wie die Faust aufs Auge.
Idee/Handlung Die 18-jährige Rosalie, die nicht gut mit ihren Mitmenschen klarkommt, weil sie ein "Albinomensch" ist, lernt Romar kennen. Sie scheinen wie für einander geschaffen, wäre da nicht die Tatsache, dass er aus dem kleinen Dorf Haberatshofen kommt, einem isolierten Dorf im nahen Wald. Viele Menschen warnen sie vor dem Dorf und dessen Einwohner, doch trotz alldem heiratet sie schon bald Romar. Im Dorf wird sie sehr herzlich aufgenommen und Rosalie ist glücklich wie noch nie, doch bald schon geschehen seltsame Dinge.
Schon gleich zu Beginn wurde ich von der Geschichte packt. Man lernt Rosalie in Ihrer Kindheit kennen, und ich habe mir dabei gedacht, dass sie wohl das Gruselige am Roman wird. Falsch gedacht. Sie ist eine sympathische, junge Frau, die so gut wie immer nicht akzeptiert wird aufgrund ihres Äußeren. Sie ist sehr blass, hat sehr helle Haare und zu viel Sonnenlicht bekommt ihren Augen nicht gut. Also wird sie "Nachtmensch" oder auch "Albinomensch" genannt. Nachdem man sie ein wenig in der Jugend kennenlernte, geht die Geschichte los. Sie lernt Romar kennen, einen sympathischen, eigenbrötlerischen Mann, und verliebt sich. An ihrer Stelle hätte ich das wohl auch, da er sie akzeptiert so wie sie ist. Im Dorf geschehen dann merkwürdige Dinge, sie wird nicht zu den Versammlungen gelassen und Romar verändert sich ebenfalls.
Die Atmosphäre ist einfach atemberaubend. Düster, nebelig, geheimnisvoll. Ich habe das Buch auch noch nachts bei Gewitter gelesen, doch richtig gegruselt habe ich mich nicht. Dennoch wurde ich gefesselt. Was ich auch toll fand, waren die Appelle an den Leser, die immer mal wieder auftauchten. Diese stammen von dem Erzähler von Rosalies Geschichte, und handeln von den ganzen Unfällen und merkwürdigen Vorkommnissen zu heutiger Zeit in dem Gebiet, indem Haberatshofen lag. Diese Appelle haben schon für Gänsehaut gesorgt.
Die Auflösung des Geheimnis des Dorfes fand ich nicht überraschend. Für mich war das leider schon nach 2/3 des Buches klar, sodass sich der letzte Abschnitt (bis auf das Ende) für mich sehr gezogen hat. Aber das Ende fand ich dann wieder richtig spannend, und vor allem gab es für mich doch noch eine Überraschung.
Schreibstil Die Geschichte wird aus der 3. Perspektive von Rosalie geschildert. Die Autorin schreibt sehr bildlich und ungeschönt, was mir sehr gefallen hat. Sie hat diese wunderbare Atmosphäre geschaffen, und ich hatte ein richtiges Kopfkino beim Lesen. Ebenfalls weiß sie den Leser zu fesseln. Die Sprache war teils sehr altmodisch, was mich aber überhaupt nicht störte und sehr gut zum Buch passte. Außerdem wurden, soweit ich das beurteilen kann, keine Logikfehler gemacht, da wir uns ja im Jahr 1844/45 befinden.
Charaktere Rosalie hatte es zum Einen nicht durch ihr Äußeres leicht, wodurch sie mir Leid tat, denn als Leser erlebt man ihren verletzlichen, liebenswürdigen Charakter. Doch durch den Wunsch nach Zugehörigkeit und Familie wurde meiner Meinung nach ihr Hirn etwas vernebelt, da sie teils wirklich sehr naiv war und mich damit aufregte. Ebenfalls ihr blindes Vertrauen in Romar regte mich auf, sodass ihre Entscheidungen teilweise einfach nur dumm waren. Romar konnte da schon eher punkten. Er ist gar nicht der Bösewicht, wie manche vielleicht vermuten, sondern ein liebenswürdiger Kerl, der nur versucht Rosalie zu schützen.
Fazit: Ein fesselnder Mystery-Roman, der mich in das dunkle Dorf im Wald hineinversetzt hat. Diese Geschichte erzeugt wunderbares Kopfkino und hat mich gut unterhalten. Einzig die naive Protagonistin nervte nach einer Weile.
Oberbayern 1843. Die junge Rosalie hat es nicht leicht. Sie wird mit schneeweißer Haut, sehr hellblonden Haaren und im Licht rot leuchtenden Augen geboren und gleich nach der Geburt von ihren Eltern ausgesetzt. Zum Glück findet sie Schwester Agnes, die in einem Waisenhaus arbeitet. Aber auch dort schlägt ihr nur Hass und Verachtung entgegen. Auch hilft es nicht, dass sie immer tote Menschen und Tiere zeichnet. Sobald sie alt genug zum Arbeiten ist, wird sie an ein anderes Waisenhaus übergeben und auch dort ergeht es ihr nicht besser. Das ändert sich schlagartig, als sie Romar kennenlernt. Der junge Mann lebt mit seiner Familie mitten im Wald und verliebt sich Hals über Kopf in die junge Frau. Doch sie wird gewarnt, auf keinen Fall mit ihm zu gehen. Denn es gibt böse Gerüchte über die Gemeinschaft im Wald. Trotzdem heiratet sie den Mann, der sie so mag wie sie ist. Sehr herzlich wird sie in die Gemeinschaft aufgenommen und fühlt sich zum ersten Mal glücklich und geborgen. Doch plötzlich geschehen seltsame Dinge und schließlich weiß Rosalie nicht mehr was sie denken soll. Schwebt sie wirklich in Gefahr?
Boah, war das eine tolle Geschichte. Ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen und hatte es in 2 Tagen gelesen, was für mich in letzter Zeit schon beachtlich ist. Diese Story hat mich voll gepackt und ich habe schrecklich mit Rosalie gelitten. Sie ist so ein wunderbarer und warmherziger Mensch und wird wegen ihres Aussehens behandelt wie ein Monster. Sie wird Nachtwesen genannt und die Menschen haben Angst vor ihr und hassen sie.
Auch Romar ist ein interessanter Charakter, der sich nicht in einem Satz beschreiben lässt. Er liebt Rosalie sehr ist aber seiner Familie verpflichtet, die seltsame Rituale pflegt. Er ist hin- und hergerissen und verzweifelt bald. Das hat die Autorin wirklich sehr gut in Worte gefasst.
Auch die restlichen Dorfbewohner sind sehr gut dargestellt, auch wenn ich sie nicht verstand. Aber ich bin ja auch nicht so aufgewachsen und erzogen worden wie sie. Da kann ich leicht reden.
Überhaupt gefiel mir der Schreibstil sehr gut. Er war wunderbar bildhaft, so dass ich mich mitten im Dorf wähnte und alles hautnah miterleben konnte. Vielleicht hat mich die Geschichte auch deshalb so mitgerissen.
Ich vergebe für dieses großartige Buch 5 von 5 Punkte, den Favoritenstatus und eine uneingeschränkte Leseempfehlung. Am Liebsten würde ich das Buch gleich noch einmal lesen und hoffe, dass meine nächste Auswahl genauso ein Volltreffer ist.
Als Geister- und Mystery-Roman würde ich die Geschichte nicht beschreiben, so wie es auf dem Klappentext steht. Es ist ein gut zu lesendes Buch, fand es aber eher langweilig und das Ende vorhersehbar.
Guter Anfang, aber je weiter die Geschichte voranschritt desto langweiliger, unlogischer und vorhersehbarer wurde sie. Mir war schon relativ früh im Buch klar was genau in dem Dorf vor sich ging, und das hat sich später dann auch genau so bestätigt. Das Ende wirkte als hätte die Autorin irgendwann keine Lust mehr gehabt und wollte nur noch schnell alles auflösen. Und die ganzen kurzen Zwischenkapitel zum Thema "Weiße Frau" (welche in der Gegenwart spielen) machen im Nachhinein auch nicht viel Sinn weil die Verbindung der Geschichte aus dem Buch zu eben jener Legende nur am Ende einmal kurz erwähnt wird, und jetzt auch nicht zwingend nötig war (sprich, auch ohne diese Verbindung wäre die Story exakt die gleiche geblieben).
Noch dazu habe ich vor allem in der zweiten Hälfte des Buches ständig den Kopf angesichts des Verhaltens und der Entscheidungen von Rosalie geschüttelt. Sie wird ständig von Leuten ausserhalb und auch innerhalb des Dorfes gewarnt dass es dort nicht mit rechten Dingen zugeht und sie in Gefahr ist. Sogar ihr Mann gibt ihr Geld und zeigt ihr einen Fluchtweg, und bittet sie ihn zu verlassen. Aber trotz alldem will Rosalie nicht glauben dass die anderen Dorfbewohner ihr wirklich was Böses wollen. Bis es dann zu spät ist! Und selbst da verschafft ihr Mann ihr noch Fluchtmöglichkeiten die sie aber auch nicht nutzt obwohl sie zu dem Zeitpunkt schon weiß dass sie in Gefahr ist!
"Das Verlorene Dorf" wird als gruseliger und unheimlicher historischer Roman beschrieben, aber das kann ich so nicht bestätigen. Die Dinge die da im Dorf passieren sind zwar schon echt schlimm, aber nicht gruselig oder unheimlich. Auch hat mir eine düstere und unheilschwangere Atmosphäre gefehlt. Die Geschichte hat gut begonnen und hatte viel Potential, aber letztenendes ist es dann irgendwie im Sande verlaufen. Echt schade!
Inhalt Oberbayern im Jahr 1843. Rosalie ist eine junge Waise, die aufgrund ihres Aussehens von allen gemieden wird und am liebsten für sich ist. Als sie eine Anstellung als Hilfsköchin in einem anderen Waisenhaus findet kommt sie etwas zur Ruhe. Dann verliebt sie sich in den Bauern Romar, der sie heiratet und mit in sein Dorf nimmt. Rosalie glaubt ihr Glück gefunden zu haben. Zwar wurde Rosalie vor dieser Ehe gewarnt doch die Dörfler scheinen freundlich zu sein. Erst nach und nach findet Rosalie heraus das etwas ganz und gar nicht stimmt in diesem Dorf.
Meinung Die Geschichte beginnt mit einem kleinen Prolog, ein unbekannter Erzähler gibt Informationen über eine auffällige Häufung von Unfällen im Sachsenrieder Forst und eine urbane Legende einer weißen Frau die durch den Wald geistern soll. Die Geschichte des Dorfes im Wald und der Geisterfrau wird in diesem Buch erzählt. Klingt schon mal sehr vielversprechend.
Dann geht es los, der Leser begleitet Rosalie durch ihr Leben. Es beginnt in ihrem neunten Lebensjahr im Waisenhaus von Augsburg. Rosalie ist ein stilles Mädchen das gerne einfach seine Ruhe haben möchte. Sie hat helle Haut und Haare und ihre Augen sind sehr lichtempfindlich und leuchten bei Sonneneinstrahlung rot. Sie ist durch und durch ein Außenseiter und bekommt das auch zu spüren. Jahre später wird sie in Waisenhaus nach Schongau verkauft, dort soll sei Köchin sein. Kurz darauf lernt sie ihren zukünftigen Mann Romar kennen, sie verliebt sich in ihn und geht mit ihm, alles Warnungen zum trotz. Im Dorf angekommen ist zuerst alles perfekt für Rosalie, nach und nach aber stellt sie fest dass nichts so gut ist wie sie glaubt und ihr Leben in Gefahr schwebt. Der Anfang ist sehr interessant und spannend, dann plätschert alles vor sich hin bis zum unausweichlichen Ende. Gegen Mitte des Buches glaubt man das Ende schon zu kennen, wird dann aber noch sehr überrascht!
Den Großteil der Geschichte begleitet man Rosalie, nur selten wird ein anderer Charakter verfolgt. Diese seltenen Perspektivwechsel helfen der Geschichte und der Spannung ungemein!
Rosalie ist ein toller Charakter, sie macht eine Wandlung durch, von der zurückgezogenen und einsamen Außenseiterin zur starken Kämpferin. Diese Wandlung dauert aber und den Großteil der Geschichte ist sie einfach nur naiv und blind. Manchmal wollte ich sie wirklich schütteln. Aber es passt auch sehr zu ihrem Charakter, diese Naivität und die feste Überzeugung alles ist gut. Auch die anderen Charaktere sind sehr gut beschrieben und lebendig. Romars Konflikt wird dem Leser sehr deutlich, obwohl Rosalie erstmal keine Ahnung hat.
Der Schreibstil ist flüssig zu lesen. Man fliegt durch die Seiten und auch die altertümlichen Worte die ab und an fallen sind nicht störend. Die Atmosphäre war toll beschrieben, man hat immer dieses Gefühl das irgendwas nicht stimmt und bekommt ab und an eine Gänsehaut.
Am Ende findet sich noch eine Erklärung wie es zur Geschichte kam und der Leser weiß nun was fiktiv war und was nicht. Die Ruinen des Dorfes gibt es wirklich und man kann sie auch problemlos besuchen.
3,8 Sterne. Ein toller und lesenswerter mystery Roman, der eine fiktive Geschichte zu einer noch immer vorhanden urbanen Legende erzählt. Ob man sich nach dieser Geschichte noch traut die Ruinen des Dorfes zu besichtigen?
Klappentext Oberbayern 1843: Als sich die junge Waise Rosalie in den Bauern Romar verliebt, scheint sie ihr Glück gefunden zu haben. Doch die Waisenhausvorsteherin warnt Rosalie vor dieser Ehe und macht sonderbare Andeutungen. Rosalie heiratet Romar dennoch und folgt ihm in sein Heimatdorf, das tief im Wald verborgen liegt. Eines Nachts hört Rosalie ein Neugeborenes weinen, das am nächsten Tag als angebliche Totgeburt begraben wird. Dann kommt eine junge Frau, mit der Rosalie sich angefreundet hat, auf mysteriöse Weise zu Tode. Rosalie wird bald bewusst, dass in Romars Dorf nichts ist, wie es scheint und dass auch sie selbst in tödlicher Gefahr schwebt ..
Über die Autorin Stefanie Kasper ist Ende zwanzig. Sie stammt aus Peiting im Bayerischen Oberland und lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen im Ostallgäu. Gleich mit ihrem ersten Roman, »Die Tochter der Seherin«, gelang ihr ein großer Erfolg.
Meine Meinung
Story Als ich das Buch begonnen hatte merkte ich schon nach wenigen Seiten, wie sich die Spannung aufbaute. Die Handlung hatte mich sofort gepackt und der Gänsehauteffekt setzte schnell ein. Die Autorin hat dem Buch einen düsteren Beigeschmack verliehen, was mir sehr gut gefallen hat. Auch wenn man als Leser nicht weiß, warum es genau geht, ist man doch sofort in der Geschichte gefangen und leidet mit der Protagonistin Rosalie mit. Rosalie wächst im Waisenhaus auf und ist immer eine Außenseiterin, weil sie unter Albinismus leidet, was damals als schlechtes Omen galt. Es geht soweit das man sie für eine Hexe hält und sie überall vor den Kopf stößt. Als sie dann Romar kennen und lieben lernt und mit ihm nach der Hochzeit in sein Dorf zieht, sollte man denken, jetzt wird sie endlich glücklich, Doch schnell merkt Rosalie, das hier etwas nicht stimmt. Im Dorf werden Babys geboren und die Mütter sterben auf mysteriöse Weise und Romar verhält sich plötzlich ganz abweisend ihr gegenüber. Als Rosalie dann selbst schwanger wird, wächst ihre Angst ins Unermessliche. Die ganze Zeit passieren merkwürdige Dinge, die einem als Leser eine Gänsehaut bescheren, obwohl man überhaupt nicht so recht weiß, warum es eigentlich geht. Schnell wird das Dorf für Rosalie zu Falle, aus der sie so schnell nicht ausbrechen kann, denn die Dorfbewohner führen etwas Schreckliches im Schilde.
Schreibstil Die Autorin Stefanie Kasper weiß wie man dem Leser eine Gänsehaut beschert. Schon ihr Schreibstil ist düster und mysteriös. Dennoch ist das Buch einfach und leicht zu lesen. Die Geschichte wird aus Rosalies Sicht erzählt und konnte mich sofort überzeugen.
Charaktere Die Charaktere, vor allem Rosalie, sind sehr schön dargestellt und Rosalie hatte sofort mein Mitgefühl, denn als Leser weiß man sofort das Rosalie ein völlig unschuldiges und hilfloses Wesen ist, dem man alles erdenklich Schlechte andichtet. Alle Charakter passten sehr gut in die Handlung hinein und waren realistisch.
Mein Fazit
Ein tolles, spannendes und gleichzeitig mysteriöses Buch, bei dem eine Gänsehaut nicht lange auf sich warten lässt. Ich vergebe volle fünf von fünf Sternen und eine Leseempfehlung für alles Fans die es gerne schön schaurig mögen.
Stefanie Kasper verknüpft in diesem Roman eine fiktive Handlung mit einem realen Ort. Die örtliche Legende von der im Sachsenrieder Forst spukenden“weißen Frau“ verlegt sie in den bis 1845 mitten im Wald existierenden kleinen Ort Haberatshofen und spinnt eine schaurige Geschichte darum.
Es ist primär die Stimmung und nicht die Handlung, die diesen Roman lesenswert macht: beginnt das Ganze mit den Erzählungen aus den Waisenhäusern, in denen Rosalie aufwächst, eher gemächlich, wird es ab dem Zeitpunkt des Kennenlernens von Romar zunehmend schwerer, düsterer, gruseliger. Man hat zunächst den Eindruck, so etwas wie ein altes Märchen-, Geschichten oder Legendenbuch zu lesen, das Sagenhafte verliert sich aber bald und es bahnt sich eine Art „Sleepy-Hollow-Grusel“ an, das trifft es für mich ganz gut. Man möchte immer weiter lesen und keine Pause machen, ich selber hab das Buch am Stück gelesen.
Romar erscheint seltsam, das Dorf im düsteren Wald nicht einladend, der Leser misstraut im tiefen Inneren selbst der so freundlichen Sara, die vordergründig als tief verbundene menschliche Gemeinschaft deklarierte Dorfbewohnerschaft hat bei aller Offenheit Rosalie gegenüber etwas Mysteriöses, Unangenehmes, Lauerndes…der Leser trauert diffus um den Selbstmörder Tono, der sich erhängt, kaum daß Rosalie im Dorf angekommen ist, er kennt ihn nicht wirklich und ist trotzdem betroffen…all diese Stimmungen transportiert Stefanie Kasper gut und akzentuiert und genau das fesselt den Leser, man hat irgendwie das Gefühl, ein kleiner Voyeur zu sein…
Nachdem der Leser weiß, daß Rosalie nicht die einzige junge Frau ist, die Waise ist und in dieses Dorf einheiratet, kann er sich den groben Hintergrund einigermaßen schnell zusammenreimen. Das tut aber dem Lesegefühl überhaupt keinen Abbruch, bekanntlich sind die Abgründe ja immer noch ein wenig tiefer, als man selber meint…
Die Charaktere sind keine Stereotypen, wobei Rosalie für meinen Geschmack zu lange zu naiv wirkt…allerdings ist ihre Zögerlichkeit wohl auch damit zu erklären, daß sie als Waise das erste Mal ein Zuhause hat und nicht weiß, wohin sie sonst gehen sollte. Den emotional total zerrissenen Romar liebt sie aufrichtig, für mich ist diese Zerissenheit von ihm zwar spürbar, seine Handlungsunfähigkeit aber kaum verständlich: spätestens die Schwangerschaft von Rosalie verlangt eine eindeutige Entscheidung, aber auch da verharrt er -absolut unmännlich- in seiner Zerrissenheit. Nicht wirklich anfreunden konnte ich mich mit der seltsamen Pfarrersfigur, da sie aber keine tragende Figur der Geschichte ist, war das auch nicht weiter schlimm.
Das „Verlorene Dorf“ ist ein schaurig-schöner, düsterer Grusel-Roman für entspannte Urlaubstage am Meer, die Hollywoodschaukelgemütlichkeit im Garten oder die Eiskaffeepause auf dem Balkon. Da wurde kein Rad neu erfunden, nicht der Weisheit letzter Schluss propagiert oder das Leseniveau in ungeahnte Höhen katapultiert: manchmal reicht einfach gute Unterhaltung. Ich hab mich sehr gut unterhalten gefühlt, vergebe 4 Sterne und empfehle es Allen, die sich auch einfach mal nur gruselig unterhalten lassen wollen.
Rosalie´s Start in das Leben war nicht einfach. Schon als Baby wurde sie ausgesetzt und lebt im Waisenhaus. Das Leben mit den Kindern ist nicht einfach. Rosalie grenzt sich ab und mal verstörende Bilder von Toten. Den Kindern und den Erziehern ist sie unheimlich. Nur Agnes hat die kleine Rosalie lieb. Doch neben diesen Dingen gibt es noch etwas das man über Rosalie wissen sollte. Sie ist ein Absonderling, ein Ding...vielleicht sogar eine Hexe aber alle nennen sie nur den Nachtmenschen. Verachtet und mit der Volljährigkeit dem Waisenhaus verwiesen, heiratet sie Romar. Einen Menschen aus einem kleinen Dorf das nie jemand besucht und die auch selten ihr Dorf verlassen. Rosalie hofft in diesen Mensch - die auch oft für Sonderlinge gehalten werden - Gefährten für ihr Leben zu finden. Doch was sie findet ist grausiger als Alles das sie erwartet hatte.
Meine Meinung
Mich hat dieses Buch aufgrund des Klappentextes und des Covers angesprochen. Mir gefällt dieser mystische Hauch über dem Wald und den Gebäuden die in den Himmel ragen sehr und es passt - nun nach dem Lesen des Buches - hervorragend zum Inhalt.
Rosalie war mir sofort symphatisch. Man lernt sie als Kind kennen, dass anderen Menschen sonderlich und unheimlich erscheint. Sie flüchtet sich in die Einsamkeit ist aber generell eher ein ruhigerer Typ und mal gerne alleine. Andererseits hätte sie gerne eine Familie und vielleicht auch mal Kinder. Ihre Bilder/Zeichnungen sind verstörend und man konnte durchaus verstehen, warum die Erzieherinnen dies nicht guthießen. Hier dachte ich zeitweise das Rosalie das Gruselobjekt des Buches darstellen sollte aber falsch gedacht.
Romar ist ein eigenbrötlerischer Typ aus dem Dorf Haberatshofen ganz in der Nähe des Waisenhofes. Rosalie verliebt sich sofort in ihn, da er sie so aktzeptiert wie sie ist. Sie heiraten und ziehen in das Dorf - trotz vieler Warnungen an Rosalie. Romar erschien mir an sich interessant und nett. Trotzdem hatte er was Geheimnisvolles ansich, was sich später im Dorf noch festigte und zur Spannung des Buches betrug. Man hat immer eine Idee oder auch Ahnung im Hinterkopf aber bis zu einem Gewissen Punkt konnte ich nicht erkennen was es nun mit dem Dorf und den Geschichten auf sich hat.
Die Umgebung, das Dorf und die Menschen sind alle sehr bildich dargestellt worden. In meinem Kopf lief das Ganze wie ein Film ab. Ich sah das Dorf und den Nebel, den Schnee, die Tiere - einfach Alles und das Alles in einem Hauch von Mystik. Der Schreibstil war flüssig und gut lesbar und für meinen Geschmack gut an das 18. Jahrhundert angespasst.
Neben der Geschichte um Rosalie und dem Dorf gibt es ab und an kleine Passagen von einem unbekannten Erzähler. Er berichtet von Unfällen und einer Frau in Weiß zur heutigen Zeit, in der Gegend in der damals Haberatshofen lag. Diese Textpassagen brachten wirklich Gänsehaut!
Fazit
Ein stimmungsgeladener Mysterythriller der um 1843 spielt und mir wirklich sehr gut gefallen hat. Wer diese Art Romane mag, sollte unbedingt zugreifen!
Das Buch hat mir größte Lesefreude bereitet. Ich bin absolut begeistert. Düstere Stimmung, alte Legenden, traumhafte Bergkulisse, bezaubernd erzählt – eine absolute Leseempfehlung.
Inhalt:
Oberbayern 1843: Als sich die junge Waise Rosalie in den Bauern Romar verliebt, scheint sie ihr Glück gefunden zu haben. Doch die Waisenhausvorsteherin warnt Rosalie vor dieser Ehe und macht sonderbare Andeutungen. Rosalie heiratet Romar dennoch und folgt ihm in sein Heimatdorf, das tief im Wald verborgen liegt. Eines Nachts hört Rosalie ein Neugeborenes weinen, das am nächsten Tag als angebliche Totgeburt begraben wird. Dann kommt eine junge Frau, mit der Rosalie sich angefreundet hat, auf mysteriöse Weise zu Tode. Rosalie wird bald bewusst, dass in Romars Dorf nichts ist, wie es scheint – und dass auch sie selbst in tödlicher Gefahr schwebt ... (Klappentext)
Dazu eine kleine Anmerkung, auf meinem Buch steht Ostallgäu 1844?!
Meine Meinung:
Die Legende eines verlassenen Dorfes. Die Geschichte beginnt wie eine perfekte Erzählung einer solchen Legende. Die ersten Seiten zogen mich bereits in den Bann, geheimnisvoll und düster. Rosalies Leben war nicht einfach, ausgestoßen und verlassen lebt sie als Kind im Waisenhaus. All das erzählt in einer wunderbar bildlichen Kulisse. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Traumhafte Wälder, düstere Nächte, beängstigende Geräusche - die Autorin entführt in eine faszinierende Welt die einem die Gänsehaut über den Rücken jagt. Haberatshofen verschluckte mich wie es Rosalie verschluckte. Ich hatte schnell eine Ahnung was in dem Dorf vorging, doch war es so undenkbar das ich es quasi nicht zu denken wagte. Eine bedrückende Stimmung ließ das ganze Buch über nicht von mir ab, doch zog mich die Geschichte magisch an. Die Menschen des Dorfes, beängstigend, Rosalie, fesselnd, Romar, undurchsichtig und Sara, freundlich. Nichts ist wie es scheint und ich konnte es nicht erwarten die ganze Legende zu kennen.
Rosalie liebt Romar. Liebt Romar auch Rosalie? Jeder Protagonist der Geschichte war wahnsinnig gut ausgearbeitet. Sympathisch oder nicht – interessant waren alle. Jedem Strang der Erzählung folgte ich mit Spannung. Besonders Romar hatte es mir angetan, mit seiner Undurchsichtigkeit.
Der Schreibstil hat mir richtig gut gefallen. Mitreißend und bildlich. Wahres Kopfkino. Erzählt, hauptsächlich, aus Rosalies Sicht. Ich bin mir sicher dass dies nicht das letzte Buch sein wird das ich von der Autorin lese.
Oh mein Gott das Ende, besser hätte es nicht sein können. Gerade wenn man denkt es sei vorbei, nimmt die Geschichte nochmal ein Wendung. Großartig gemacht.