Hoch ansteckend: Die Pest wüstet im 21. Jahrhundert
Ein NATO-Stützpunkt an der deutschpolnischen Grenze wird Ziel eines Giftanschlags. Patrizia Hardt und Gernot Löw von der nationalen Terrorabwehr machen Jagd auf die Terroristen und stoßen auf einen furchtbaren Skandal: Aus der Zeit des kalten Krieges schlummern auf ostdeutschem Boden versteckte Depots mit Kampfgiften und biologischen Waffen – darunter eine tödliche Seuche. Hardt und Löw folgen der Spur der Terroristen bis nach Leipzig. Da wird der erste Todesfall bekannt. Diagnose: PEST!
Ivo Pala lebt in Berlin. Er verfasst seit etwa 20 Jahren Drehbücher sowohl für Filme als auch für TV-Serien (Der Clown, Der Staatsanwalt, Die Großstadt-Sheriffs, Julia – Kämpfe für deine Träume!).
Pala wurde in Eltville am Rhein geboren wuchs in Oestrich-Winkel im Rheingau auf. Nach eigenen Angaben war er als Kind bereits ein Leser von Grimms Märchen, Karl May, Jules Verne, den Tarzan-Romanen von Edgar Rice Burroughs und Detektivgeschichten über Sherlock Holmes, Miss Marple und Hercule Poirot. Er absolvierte eine Ausbildung in der Hotelerie, studierte danach Volkswirtschaftslehre und war anschließend in leitenden Positionen im Vertrieb und Marketing von IT- und Telekommunikationsunternehmen tätig. Über diesen Umweg kam er mit der deutschen Film- und TV-Industrie in Berührung und arbeitete als Drehbuchautor, Script-Doctor und Dramaturg. Es entstanden Bücher wie „Die Lazarus-Formel“, die „Elbenthal-Saga“ und „Der Drache hinter dem Spiegel“.
Schlechte Zeichensetzung (viel zu viele, unpassende Ausrufezeichen) und absehbares Ende. Einzig und allein die Giftanschläge waren interessant zu lesen.
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Leider, leider nimmt der Klappentext meiner Meinung nach zu viel vorweg. Denn bis es zum Giftanschlag kommt, der hier genannt wird, hat man schon das halbe Buch gelesen. An sich ist es nicht schlimm, da es trotzdem spannend ist - mir geht es aber dann immer so, dass ich richtig auf die Infos und Handlungen aus dem Klappentext warte.
Der Einstieg ist mir diesmal ein bisschen schwerer gefallen, auch wenn einige Personen auftauchen, die man aus "H2O" schon kennt. Trotzdem war es am Anfang etwas wirr und ich musste mich erst wieder hineinfuchsen, wer auf welcher Seite steht und was das große Ganze ist.
Dann wurde das Buch aber wieder zu einem absoluten Lesegenuss: Toller Schreibstil, überraschende Wendungen und Entwicklungen, kurze Kapitel mit Perspektivenwechsel... also alles, was das Thriller-Herz begehrt.
Das Erschreckendste war natürlich, wie realistisch das Szenario war. Wenn Terroristen einen Virus aussetzen, hat man kaum die Chance, dem entgegenzuwirken. Das wurde hier sehr gut dargestellt. Manchmal war es mir sogar schon ein bisschen zu realistisch, vor allem wenn es um die Darstellung der Anschlagsopfer und deren Symptome ging.
Gut gefallen hat mir auch, dass ein aktuelles Ereignis - die Krise zwischen Russland und der Ukraine - Aufhänger des Buches war. Auch wenn ich nicht hoffe, dass sich das zu einer der im Buch gezeigten Situation entwickelt, hat es doch die Machtlosigkeit auf der einen, die Machtgier mancher Politiker auf der anderen Seite gut aufgezeigt. Natürlich wird hier aber auch sehr schwarz-weiß gezeichnet: Russland gegen den Westen. Hoffen wir einfach, dass es nicht soweit kommt.
Insgesamt hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen, es kam aber für mich nicht an den Vorgänger heran. Deswegen gibt es von mir 4 Sterne!
Dieses Buch stellt eine weitgehend gelungene Verflechtung politischer und wirtschaftlicher Elemente mit der Angst vor den schlimmsten Krankheiten der Menschheit dar: Pest, Ebola, Lassa-Fieber. In storytechnischer Hinsicht hat Ivo Pala eine grandiose Geschichte entworfen, die ebenso gut ein Abbild der Realität sein könnte. In jeglicher anderer Hinsicht war das Buch leider nicht so gelungen, wie der Plot es vermuten lassen würde.
Plot: Die Geschichte war fließend und gelungen aufgebaut, bot nur wenige Momente zum Verschnaufen und war inhaltlich nahezu ohne Verstrickungen in die Wendungen und Intrigengeflechte konzipiert. Kleine Schwachstellen gab es dennoch; zudem war das Ende eine massive Enttäuschung (mehr dazu unten).
Atmosphäre: Der Autor hat es geschafft, durch zahlreiche Perspektiven verschiedene Seiten des nahenden Krieges zu demonstrieren und sowohl die Ansichten Russlands, der USA als auch Deutschlands in die Handlung einzubauen. Abzüge gibt es dafür, dass die Charaktere nicht lebendig wirkten und somit einen entscheidenden Teil dazu beigetragen haben, dass mein Lesevergnügen zeitweise erheblich gestört wurde.
Charaktere:. Nur ein einziger Stern für die Charaktere, der auch noch Herta Kowska gilt, die den Tod Tausender Menschen ohne einen Hauch von Schuldgefühl verursacht hat. Dennoch erschien sie als der einzige Charakter, der einigermaßen vielschichtig und bedeutungsvoll entwickelt wurde, dessen Dilemma erklärt wurde und der auf seine eigene Art und Weise innerhalb des Buches lebendig wurde. Von Gernot Löw, Patrizia Hardt oder Simon Wagner kann man dies absolut nicht behaupten. Mein größtes Problem hatte ich mit der weiblichen Protagonistin, Patrizia Hardt. Keine Frage - ein gewisses Maß an Abgebrühtheit ist in ihrem Job nicht fehl am Platze, und jeder sollte Berufliches und Privates voneinander trennen können. Bis auf ein, zwei Tränchen erschien sie wie ein gefühlskaltes Arbeitstier, und das entgegen des Eindrucks, den Ivo Pala von ihr erwecken wollte: dass Patrizia in Wahrheit hinter ihrer harten Fassade eine Menge Gefühle versteckt. Kam nur leider nicht rüber. Noch maßgeblicher daran beteiligt, dass keine Bindung zur Hauptfigur aufkommen konnte, war die Art und Weise, mit der sie involviert war. Auf 445 Seiten wurde nicht ein einziges Mal von "Patrizia" geschrieben. Immer "Patrizia Hardt". Selbst wenn sie etwas dachte, etwas fühlte, sich bereits seitenlang in ihrer eigenen Szene befand, stets "Patrizia Hardt". Der Autor ließ keine einzige Möglichkeit aus, ihren Nachnamen zu erwähnen. Gibt es eine effektivere Methode, den Leser vom Protagonisten zu entfremden? Man stelle sich vor, J.K. Rowling hätte in ihren Büchern immer nur "Harry Potter" geschrieben statt Harry. Das hätte den Lesefluss nicht gerade vereinfacht, nicht wahr? Darüber hinaus existierte nahezu keine Verbindung zwischen den Protagonisten Gernot und Patrizia, zwei Protagonisten, die zwei, höchstens drei Szenen miteinander teilten und zugleich kein Verhältnis zueinander pflegten, das dem Leser in irgendeiner Form im Gedächtnis geblieben wäre.
Schreibstil: Der Autor schreibt sehr fesselnd, weshalb ich auf den letzten ca. 200 Seiten das Buch auch kaum mehr aus der Hand legen konnte, dennoch verfällt er zeitweise in einen nahezu kindlichen Stil, der sich durch zahlreiche Ausrufezeichen auszeichnet und den Leser mit der Holzhammermethode darauf hinweist, dass nun etwas Folgenschweres passiert ist. Seine Methode, Spannung einzuleiten, indem durch Ausrufezeichen abrupte Gefahr angekündigt wird, erzielte ganz und gar keinen Erfolg und hatte vielmehr den Effekt, dass ich mich umso mehr gelangweilt habe.
Grammatik & Rechtschreibung: Neben zwei Flüchtigkeitsfehlern in der Mitte des Buches ("Rollenwangen" statt "Rollenwagen" und "wir" statt "wird") war die Rechtschreibung einwandfrei, lediglich einige Kommata mehr an den richtigen Stellen wären angebracht gewesen.
Fazit: Insgesamt zweieinhalb Sterne, aufgrund des Spannungsbogens wären vielleicht mehr drin gewesen, aber die Kritikpunkte haben mich zu oft die Augen verdrehen lassen. Wer sich für die politischen und wirtschaftlichen Verflechtungen der Weltmächte (USA, EU, Russland) interessiert, sollte bei diesem Buch aber auf jeden Fall zugreifen.
Nur kurze Zeit nach den Angriffen aufs Trinkwasser wird der GTAZ (Gemeinsames Terrorrissmusabwehrzentrum der BRD) – Chef Böllinger vermisst. Er befand sich auf einem geheimen Einsatz als er verschwand. Seine Kollegen bekommen kurz darauf eine Videobotschaft von Terroristen in dem Böllinger ein Geständnis ablegt und darauf brutal ermordet wird. Um ihre Forderungen zu untermauern wird sogleich auch ein terroristischer Anschlag auf ein NATO-Stützpunkt an der deutsch-polnischen Grenze verübt. Die Terroristen lassen durchklingen, dass dies nicht der letzte Anschlag durch Biowaffen auf deutschem Boden gewesen sein muss …
Gift ist nach H2O der zweite Thriller dieser Reihe aus der Feder von Ivo Pala. Und so gibt es in diesem Teil direkten Bezug auf die Ereignisse im Vorgängerband. Dennoch muss man diesen nicht gelesen haben um Gift zu verstehen und viel wird auch nicht vorweg genommen, wenn man H2O noch nicht gelesen hat. Wir treffen allerdings natürlich ein paar Figuren des ersten Bandes wieder, so dass man hier natürlich schon weiß, was aus diesen geworden ist.
Nach einem spannenden Prolog, bei dem der Leser bereits einen Einblick bekommt, worum es in Gift gehen könnte, geht es auch schon direkt los und Ivo Pala lässt den Leser gar nicht mehr groß verschnaufen. Lahmes Geplänkel und große Einführungen gibt es nicht, es geht direkt zur Sache. Und das wirklich großartig! Ich war direkt gefangen von dieser temporeichen Geschichte, hatte trotz des schnellen Einstiegs nie das Gefühl irgendetwas verpasst zu haben.
Die Geschichte verfolgen wir durch unterschiedliche Personen. Da ist zum einen die Patrizia Hardt, die die Ermittlungen leitet und Böllingers Nachfolge antritt, mit Löw bekommen wir die Einsätze in der Praxis hautnah mit und der fiktive Bundeskanzler Wagner und der doch recht progressive, russische Präsident bringt uns das politische Dilemma nahe. Es gibt noch viel mehr Figuren mit denen wir durch die Handlungen gehen, aber diese vier fand ich am interessantesten. Insgesamt fand ich es aber großartig überall ein wenig mitzuerleben ohne jedoch wirklich das gesamte Ausmaß der Geschichte erfassen zu können und das ist wirklich umfangreich ausgearbeitet worden.
Die Geschichte selbst ist wirklich spannend. Es geht nicht nur um die drohende Biowaffenkatastrophe, die alleine ja schon für eine Menge Herzklopfen sorgen könnte, was mich so richtig begeistern konnte, das sind hier die politischen Verstrickungen, die man sich gerade in unserer heutigen Situation schon so vorstellen kann – leider! Wünschenswert sind diese natürlich nicht. Von daher hatte ich hier aber auch zu keinem Zeitpunkt und das trotz der recht komplexen Geschichte das Gefühlt, dass Ivo Pala hier mit seiner Geschichte übertreibt. Im Gegenteil! Nach der Lektüre, die ich wirklich in kürzester Zeit verschlungen hatte, erwartet ich in den Nachrichten schon fast Meldungen zu ähnlichen Ereignissen hören zu müssen. Selbstverständlich kamen solche aber nicht! Aber so weit hergeholt fand ich das alles nun leider auch nicht.
Was die Bildhaftigkeit angeht möchte ich hier noch erwähnen, dass gerade der erste Anschlag mit Anthrax, der in diesem Buch beschrieben wird, doch sehr detailliert beschrieben wird. Ein wenig flau im Magen wurde mir bei einer Szene dann tatsächlich schon, obwohl ich diesen Thriller insgesamt doch eher als weniger brutal einstufen würde. Dennoch hat er seine Momente, was diese Schockelemente angeht.
Fazit
Bisher konnte mich Ivo Pala mit seinen Kinder- und Jugendbüchern bereits sehr begeistern und das hat er nun auch mit diesem Thriller geschafft. Gift ist einfach ein komplexer, gut durchdachter, aber keineswegs konstruiert wirkender Roman, der an den richtigen Stellen zu überraschen weiß. Ich bin jedenfalls sehr begeistert von dieser gelungenen Mischung aus Terror, Medizinthriller und Politik und hoffe, dass es aus dieser Reihe möglichst bald noch mehr geben wird!
Wenn man nicht denken müsste, dass das alles was hier passiert so oder ähnlich passieren könnte, wäre dieser Thriller längst nicht so spannend und erschreckend.
Orte und Personen sind austauschbar, gut es gibt ganz nette Wendungen, die aber auch irgendwie vorhersehbar sind.
Trotzdem hatte ich ein paar abwechslungsreiche Stunden mit diesem Buch, wenn auch nicht so spektakulär wie ich mir das vorgestellt hatte.