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Im Namen der Geschichte: Vom Mißbrauch der historischen Vernunft

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Was uns aus der Vergangenheit entgegenschallt, ist immer nur das Echo dessen, was die Gegenwart in sie hineinruft. Rudolf Burger legt einen erkenntniskritischen Essay vor, um vor jenen zu warnen, die 'im Namen der Geschichte' sprechen.

120 pages, Hardcover

First published September 1, 2007

3 people want to read

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Rudolf Burger

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86 reviews1 follower
January 24, 2026
Rudolph Burger hat interessante, gegen den Strom schwimmende Ansichten auf den tatsächlichen Gebrauch der Geschichte und insbesondere auf ihre Objektivität - oder den Mangel daran. Dies erforscht er mit der Hilfe zahlreicher Philosophen von Hegel und Nietzsche zu Giambattista Vico und Michel Foucault, sowie vielen, vielen weiteren.
Der klare Einbezug dieser Denker resultiert jedoch in einem Schreibstil der an Stellen stark überheblich wirkt. Selbstverständlich kann dieser auch eine typische stilistische Entscheidung für Männer dieses Standes sein, bin ich doch nicht genug vertraut damit um mehr zu sagen.
Alles was ich jetzt weiß, ist das Rudolph Burger Karl Marx und Hegel sehr gerne auf ein Dinner ausführen würde (wenn alle involvierten, Burger inklusive, nicht bereits verstorben wären).
359 reviews
February 23, 2017
Im Zeitalter von 'Fake News' und 'Social Media' als Nachrichtenersatz würde man gerne eine Neuauflage dieses glänzenden Burger Essays von vor zehn Jahren lesen.

Sascha Lobo (Falter, 2016): "Soziale Medien sind riesige, enorm wirksame Gefühlsschleuderwerke. Auch ihr Hauptzweck ist Emotion, Information kommt lange danach, es heißt nicht umsonst 'Like' statt 'Know'."

Worüber kränkt sich Lobo? Wenn wir Burgers Argument von 2007 folgen, dann gibt es keine objektive Geschichtswissenschaft, und so dürfen wir nur wenig überrascht sein, wenn wir mit der Mehrheitsfähigkeit manchen Ressentiments konfrontiert werden.

Rudolf Burger (2007): "Im Ringen um die historische Wahrheit würden dann zwischen den Historikern genau jene Konflikte sich reproduzieren, die damals, als die Vergangenheit noch Gegenwart war, zwischen den politischen, sozialen, ideologischen usw. Parteiungen real sich abspielten, die jede für sich reklamierten, 'im Recht' und daher im Besitz einer 'objektiven Wahrheit' zu sein.
[...]
Das heißt natürlich nicht, daß Geschichte beliebig konstruierbar wäre. Die narrative Konstruktion ist an Empirie gebunden und wird von ihr korrigiert, unter Umständen falsifiziert; daher gibt es 'falsche' Geschichten, Irrtümer, Lügen und Fälschungen. Aber die Zahl der möglichen 'richtigen' Geschichten, selbst bei konstantem empirischen Material (also ohne Änderung der Forschungslage), und damit die Zahl derer, welche die Chance haben, als 'wahre' anerkannt zu werden, ist prinzipiell indefinit. Welcher realiter sich durchsetzt hängt ab von der öffentlichen Moral, und das heißt heute letztlich nichts anderes als von den Machtverhältnissen in den Bildungsinstitutionen und Massenmedien[.]"

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