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Wildboden

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1936, Frauenkirch, inmitten der Schweizer Alpen, unweit von Umgeben von majestätischen Bergen und wortkargen Bauern führen Erna Schilling und der Maler Ernst Ludwig Kirchner ein Leben in enger Verbundenheit. Dass die politische Situation in Deutschland immer dunklere Schatten wirft und ihre Existenz auf dem Wildboden zu zerstören droht, wird vor allem für Erna zur fast unerträglichen Zerreißprobe. Trotz aller Anstrengungen, sich gegen die äußere Gefahr sowie die inneren Dämonen und die Morphiumsucht ihres Partners zu stemmen, kann sie die Tragödie nicht Als sie mit Kirchner den Menschen, dem sie sich bedingungslos verbunden fühlt, endgültig verliert, muss sie ihr Leben radikal überdenken und selbstbestimmt um die eigene Zuversicht und Zukunft kämpfen.

Vergangenheit und Gegenwart auf einzigartige Weise verwebend, erzählt Constantin Lieb so eindringlich wie hellsichtig, wie aus schmerzhaftem Verlust beeindruckende menschliche Stärke erwachsen kann, und wie die lebenslange Sehnsucht nach Halt unser Menschsein zu allen Zeiten zutiefst berührt.

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Expected publication September 2, 2026

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Displaying 1 - 10 of 10 reviews
Profile Image for Amelie.
54 reviews3 followers
July 28, 2026
Hab das Buch als Rezensionsexemplar im Praktikum bekommen und heute einmal komplett gelesen

1936, es geht um Ernst Ludwig Kirchners letzen Lebensabschnitt, den er zusammen mit seiner Partnerin Erna Schilling in der Nähe von Davos in einem kleinen Haus in den Bergen verbringt.
Hier malt er und versucht gleichzeitig mit seinen körperlichen und psychischen Leiden umzugehen, die seit seiner Rekrutenausbildung 1917 Teil seines Alltags sind. Seine manischen Ausbrüche, seine zunehmende Verwirrtheit und seine Schmerzmittelabhängigkeit muss dabei auch Erna täglich ertragen, die langsam aber sicher selbst daran zu zerbrechen scheint. Sie liebt Ernst und ist für ihn nicht nur eine Partnerin sondern auch Pflegerin, Mitarbeiterin, Haushälterin, Muse und Kameradin. Immer wieder betont er, dass er ohne sie nichts wäre.
Doch trotz dieses Dankbarkeit begegnet er ihr meist nur mit Kälte und Spott. Erna ist verzweifelt und neben der bröckelnden Beziehung legt sich gleichzeitig der immer stärker werdende Nationalsozialismus wie ein großer schwerer Schatten über das Paar. Kirchners Werke werden in Deutschland zu der entarten Kunst diffamiert. Er fühlt sich zunehmend bedroht und zusammen mit seinem gesundheitlichen Zustand wird das so malerische Grundstück in den Schweizer Bergen schnell zu einem beengten und düsteren Ort, in dem das Paar Erna und Ernst mit ihren eigenen Ängsten konfrontiert werden.

Also ich mag ja so Künstlergeschichten immer total gern! Der grobe Handlungsstrang ist historisch korrekt aber die Gespräche, Gefühle sind fiktiv. Trotzdem hab ich das Gefühl dass ich mit solchen Romanen viel besser in die Biografie von Künstler:innen eintauchen kann.
Und so fand ich es super interessant über Ernst Ludwig Kirchners letze Schaffensphase zu lesen. Und auch das Erna in dieser Geschichte so viel Raum einnehmen durfte hat mir sehr gut gefallen. Man hat ihre Verzweiflung und ihre zwiespältigen Gefühle gegenüber ihrem Partner so gut nachvollziehen können. Sie liebt ihn, sie hat Angst um ihn aber dann kann sie ihn gleichzeitig nicht verstehen und verspürt Wut bei seinem Kompromisslosen Verhalten gegenüber ihr.

Also war echt nett zu lesen. Man wird aber schon sehe ein die Geschichte hineingeworfen und hätte mir noch mehr Zugang zu Kirchner gewünscht.
Profile Image for Sandra Helmke.
13 reviews1 follower
Review of advance copy
July 26, 2026
Rezensionsexemplar

Wildboden von Constantin Lieb ist kein Roman, den man einfach nebenbei liest. Das Buch basiert auf Tagebucheinträgen, Briefen und Fotografien von Ernst Ludwig Kirchner und seiner Lebensgefährtin Erna Schilling und bewegt sich bewusst zwischen historischen Quellen und literarischer Fiktion. Was genau dokumentiert und was ergänzt wurde, bleibt offen – und genau das macht einen Teil seines Reizes aus.

Besonders gefallen hat mir die ungewöhnliche Struktur. Das Buch verzichtet auf klassische Kapitel und ist stattdessen in drei größere Teile gegliedert. Dadurch ließ es sich für mich überraschend angenehm lesen.

Mit dem Schreibstil habe ich anfangs allerdings gehadert. Er ist sehr poetisch und ungewöhnlich, sodass ich erst hineinfinden musste. Je weiter ich gelesen habe, desto mehr konnte ich mich darauf einlassen. Am Ende mochte ich diese Sprache sogar sehr, weil sie so eigenständig ist und sich kaum mit anderen Büchern vergleichen lässt.

Die Geschichte wird überwiegend aus der Perspektive von Erna Schilling erzählt, wechselt aber gelegentlich auch zu Ernst Ludwig Kirchner. Beide Figuren wirken von tiefer Einsamkeit geprägt und stehen unter einer enormen psychischen Belastung. Gerade diese innere Zerrissenheit zieht sich durch das gesamte Buch.

Besonders eindrücklich fand ich die allgegenwärtige Angst vor dem Krieg und vor dem Nationalsozialismus. Das Gefühl, Freundschaften und Familie an die Ideologie zu verlieren, die eigene Ohnmacht und gleichzeitig der Versuch, irgendwie dagegenzuhalten, haben mich nachhaltig beschäftigt.

Auch Kirchners Kunst spielt eine große Rolle. Interessant fand ich, dass die Werke selten verklärt werden. Stattdessen schwingen oft Zweifel, Unzufriedenheit und Selbstkritik mit. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir das unvollendete Gemälde der Schafherde, das am Ende auf dem Wildboden – dem Haus der beiden und Namensgeber des Buches – zurückbleibt.

Ob ich das Buch uneingeschränkt empfehlen würde, fällt mir schwer zu beantworten. Hätte ich vorher gewusst, wie es aufgebaut ist und wie poetisch es erzählt wird, hätte ich vermutlich gar nicht dazu gegriffen. Im Nachhinein bin ich aber froh, dass ich es gelesen habe. Es ist ein besonderes, forderndes Buch, das viel Raum für eigene Gedanken lässt und sicher nicht jede Leserin und jeden Leser anspricht – gerade deshalb wird es mir aber noch eine Weile im Kopf bleiben.
Profile Image for elinor.
8 reviews
Review of advance copy
July 20, 2026
A Poetic Portrait of a Tragic Love

In Wildboden, Constantin Lieb tells the story of the final years of the German painter Ernst Ludwig Kirchner and his lifelong companion Erna Schilling. From 1923 until Kirchner's death in 1938, the couple lived in seclusion at the Wildboden house in Switzerland. Kirchner struggled with illness, morphine addiction, and growing paranoia. Erna, meanwhile, battled depression herself, yet tirelessly carried the burden of their shared life. She managed the household, protected him as best she could, and remained his greatest source of support until the very end—even though she was ultimately unable to prevent his suicide.

What impressed me most was Constantin Lieb's way of telling this story. His prose is poetic and richly evocative while remaining entirely believable and firmly grounded in historical fact. It is clear that the novel draws on letters and diaries, which the author has woven together with fictional scenes. The result is an intimate portrait that makes the reader feel remarkably close to both of them.

I was especially moved by Erna's loneliness. Her entire existence seems to revolve around Kirchner, while she gradually withdraws from the world in the isolation of the Swiss mountains. At the same time, the oppressive atmosphere of the Nazi era hangs over the novel, its shadow reaching even into neutral Switzerland. Lieb conveys the historical background with remarkable subtlety, never becoming didactic. Rather than explaining history, he makes the reader feel its weight.

The mysterious circumstances surrounding Kirchner's death form the emotional climax of the novel. What I found particularly powerful, however, is that the story does not end there. Erna remains at Wildboden, and even after his death her thoughts—and indeed her life—continue to revolve around the man and his artistic legacy. This poignant epilogue gives the novel an additional layer of emotional depth.

Wildboden is not an easy read, but it is a quiet, melancholic, and deeply moving portrait of two people, each struggling in their own way with inner turmoil. I highly recommend it to readers interested in the National Socialist era, the history of art, or compelling biographical fiction.
19 reviews
Review of advance copy
July 13, 2026
Kunst und Liebe und Nazis

Das Cover dieses Romans könnte trotz dem Gegensatz aus Farben und Schatten fast trügen weil es nach (schweizerischer) Idylle aussieht und das Buch schon früh klarmacht, dass es das nicht ist.
Der Roman hat seinen Schwerpunkt in der Beziehung von Kirchner und Schilling zueinander, die durch ein extremes Machtgefälle gekennzeichnet ist. Erna, die für Kirchner alle administrativen Aufgaben erledigt, von ihm fasziniert ist und gleichzeitig mit ihren eigenen Dämonen kämpft. Kirchner hingegen ist meistens mit seiner Kunst und Eukodalsucht beschäftigt und hat nur wenig Zuneigung für Erna übrig und doch scheint ihre Verbundenheit immer wieder durch.
Geprägt ist der Roman auch von dem Erstarken des Nationalsozialismus in der Schweiz, was eine sehr interessante zeitgeschichtliche Ebene hinzufügt.
Spannend fand ich das Buch auch weil die Bilder von Kirchner mich nie in reine Ekstase versetzt aber immer fasziniert haben und ich mich gefragt habe woran es liegt, mich aber nie näher damit beschäftigt habe. Nach der Lektüre des Buches weiß man es.
Die Sprache des Buches hat mir außerordentlich gut gefallen. Trotz des herausfordernden Themas ist es sehr gut zu lesen und driftet nie ins pathetische, sondern bleibt verletzlich und manchmal auch schonungslos.
Wildboden ist der Name des gleichnamigen Ortes indem das Haus Kirchners steht. Anhand des Hauses werden geschickt mehrere Ebenen verwoben und die Geschichte so auch in die Moderne geholt, was ich angesichts der geschichtlichen Hintergründe auch für die Gegenwart spannend finde (und man erfährt, dass man das Haus von Erna und Kirchner tatsächlich besuchen kann).

Ich habe das Buch verschlungen und werde es sehr gerne weiterempfehlen. Empfehlen würde ich das Buch allen, die gerne mehr erfahren wollen. Mehr über Liebe und ihre Zwischentöne, mehr über Kunst und mehr über die Zeit des Nationalsozialismus und wie er sich auf die sogenannten „entarteten“ Künstler auswirken konnte.
Profile Image for Lea.
2 reviews1 follower
Review of advance copy
July 16, 2026
Das Cover des Buches verspricht viel Atmosphäre und Leben und tatsächlich gelingt es Constantin Lieb, die Umgebung so anschaulich zu beschreiben, dass man schnell in die Geschichte eintaucht. Auch der ruhige und sorgfältig gewählte Schreibstil passt gut zur Erzählung, die sich zunächst eher behutsam und langsam entfaltet.

1936 leben Erna Schilling und Ernst Ludwig Kirchner in Wildboden bei Frauenkirch, unweit von Davos. Von dort aus erleben sie die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche in ihrer alten Heimat Deutschland aus der Distanz. Besonders Erna leidet unter der Trennung von ihrer Heimat und der Unsicherheit der Zeit.

Da die Geschichte überwiegend aus ihrer Perspektive erzählt wird, erhält man einen guten Einblick in ihre Gedanken und Gefühle. Ihr innerer Konflikt zwischen der Liebe zu Ernst, seinem Umgang mit seiner Sucht und ihrem eigenen Heimweh wird nachvollziehbar dargestellt und macht sie zu einer greifbaren Figur.

Besonders gelungen sind die Natur- und Landschaftsbeschreibungen. Die Schilderungen der Umgebung und ihrer Gerüche lassen den Wildboden lebendig werden und erzeugen eine dichte Atmosphäre. Auch die historische Einordnung des Geschehens überzeugt und vermittelt eindrücklich, unter welchem Druck deutsche Künstler:innen such im Exil während des Aufstiegs des Nationalsozialismus standen.

Gleichzeitig entwickelt sich die Handlung über weite Strecken eher ruhig, sodass die Geschichte nicht immer die Spannung entfaltet, die ich mir erhofft hatte. Wer jedoch Interesse an Kunstgeschichte, historischen Hintergründen und atmosphärischen Beschreibungen hat, wird hier sicherlich auf seine Kosten kommen.

Insgesamt eine solide Lektüre für Kunst- und Geschichtsinteressierte sowie für alle, die gerne in detailreich beschriebene Welten eintauchen und sich Zeit für die Figuren und ihre Lebensumstände nehmen möchten.
Profile Image for Daniela.
1 review
Review of advance copy received from Publisher
July 29, 2026
Constantin Liebs erster Roman „Wildboden“ hat mich auf eine ganz andere Art und Weise berührt, als ich es zuvor erwartet habe. Für die ersten Seiten des Buches habe ich etwas länger braucht als erwartet, dies liegt aber viel mehr an dem sehr beruhigenden Schreibstil als an fehlendem Spannungsaufbau. An einer Stelle im Buch schreibt Lieb, dass man nie alleine ist, da man doch mindestens immer sich selbst habe und rückblickend fühlte auch ich mich nicht alleine während ich das Buch las. In tiefer Verbundenheit zu Erna, vielleicht sogar ein wenig hineinschlüpfen in ihre Schuhe oder ihr in der Stube Gesellschaft leisten, stöberte ich durch die Seiten und empfand mit jedem weiteren Wort großes Mitgefühl für sie. Während ihre Liebe zu Ernst oft einer Einbahnstraße glich, setzte sie doch immer alles daran das Leben für ihn so angenehm zu gestalten wie es ihr möglich war. Tief in ihrem Inneren, so mag ich es an dieser Stelle vermuten, war ihr die Liebe des Malers bewusst - die Verfassung eben dieses aber machte es ihm zu Weilen unmöglich ihr mit Liebe, Wertschätzung und Verbundenheit entgegenzutreten. Kirchners Verfall erinnerte mich mit jeder Seite mehr an das vergehen der Jahreszeiten. Während die Blätter im Herbst beginnen sich in schillernden Farben zu zeigen und letztlich zu Boden glitten, so zeigte auch Kirchners geistige Verfassung einen ähnlichen Verfall. In mitten der immer düsterer werdenden Jahreszeit wurde auch sein Gemüt immer unruhiger und zeigte an wenigen Stellen dann doch wieder einen sonnendurchfluteten Tag, so wie wir diese im Spätherbst besonders wertschätzen. Für beide Protagonisten habe ich mir, da beide auf ihre Art Sympathieträger waren, ein Ende gewünscht welches für beide mit weniger Verlust und Schmerz verbunden gewesen wäre.

Dieses Buch bleibt noch lange in Kopf und Herz.
Profile Image for Christina.
33 reviews
August 10, 2026
In Constantin Liebs Wildboden verfolgen wir in mehreren Erzählperspektiven den Künstler Ernst Ludwig Kirchner und seiner Lebensgefährtin Erna Schillinger. Wir erleben die Hochs und Tiefs, den Medikamentenmissbrauch und die wachsende psychische Belastung des Künstlers sowie die niedergedrückte Stimmung und Ängstlichkeit Ernas inmitten einer bedrohlichen Stimmung, in der die Nationalsozialisten in der Schweiz immer mehr an Einfluss gewinnen.
In verschiedenen Erzählperspektiven werden Situationen aus verschiedenen Sichtweisen geschildert, die mir durchaus geholfen haben, einen Einblick in die verschiedenen Personen zu bekommen sowie die Situation gut überblicken zu können.
Der Schreibstil ist fast schon poetisch zu nennen, sehr lebendig werden die verschiedenen Szenerien, vor allem die Landschaft beschrieben. Der Roman lebt von der atmosphärischen Beschreibung, die Spannung und auch die emotionale Tiefe des Buches entsteht über den besonderen Schreibstil,
Die eingewebten historischen Fakten geben dem Buch nochmal eine weitere beklemmende Komponente, dies verleiht dem Roman eine etwas düstere Stimmung, da die Drohung des Krieges wie ein baumelndes Damoklesschwert immer über den Figuren hängt.
Auch wenn dieses Buch einen unfassbar guten, hich literarischen Schreibstil hatte, konnte mich leider der emotionale Teil der Geschichte nicht fesseln. Allerdings hat der Roman es durch historische Fakten und durch die Stimmung es geschafft, dass ich trotzdem einen angenehmen Lesefluss hatte und das Buch nicht aus der Hand legen wollte, daher würde ich dem Buch vier Sterne geben.
Wildboden würde ich jedem empfehlen, der historische Romane einen lebendigen Schreibstil liebt und bereit für eine durchaus tiefgründige und emotional nachdenkliche Geschichte ist.
113 reviews
Review of advance copy
August 8, 2026
Der Debütroman "Wildboden", erschienen im Insel Verlag, geschrieben von Constantin Lieb, ist die Geschichte einer außergewöhnlichen toxischen Liebe einer sich vollkommen zurücknehmenden Frau zu einem egozentrischen, im tagtäglichen Zusammenleben unangenehmen Künstler, der zuerst im Ruhm dann im Absturz lebt, in einer noch dazu historisch schweren Zeit.

Das Cover im Stil des Malers gehalten, gefällt mir sehr gut, weist jedoch vorab nicht auf die Tiefen, welche diesem Roman innewohnen, hin.

Ernst Ludwig Kirchner, Maler des Expressionismus und seine Lebensgefährtin Schilling Erna leben abgeschieden in Davos in der Schweiz und kämpfen gegen verschiedenste Dämonen, Kirchner ist noch dazu schwer Morphium abhängig.
Der Erzählstil ist ein wenig eigen, ruhig, bildgewaltig, jedoch mit umso mehr Tiefgang.
In einer kraftvollen Sprache wird von Ernas schweren Depressionen und Kirchners Schaffenskraft und Ruhm sowie seinen selbstzerstörerischen Tendenzen erzählt, packend, beklemmend und den Leser nicht mehr loslassend.
Wir begleiten die beiden Hauptprotagonisten bei ihrer Hassliebe, inmitten gewaltiger Natur, die jedoch zunehmend erdrückend wird in ihrer Abgeschiedenheit.

Der Autor hat grossartige Recherchearbeit, entnommen aus Dokumenten, geleistet, entstanden ist ein autobiografisches Werk, welches - bewusst oder auch nicht - nicht alle Fragen, welche sich dem Leser stellen, beantwortet.

Ich gebe eine Leseempfehlung an alle, welche auch vor etwas schwererer Kost nicht zurückschrecken und Interesse an Politik und Kunst haben.
19 reviews
Review of advance copy
August 1, 2026
Der Schreibstil ist flüssig und bildgewaltig. Ich hatte sofort das Gefühl, selbst in Frauenkirch zu sein und bin nur so über die Seiten geflogen. Die Natur der Schweizer Alpen wird wunderschön beschrieben und die Schönheit und gleichzeitig erdrückende Einsamkeit ist fast greifbar.
Es ist eine leise, aber intensive Geschichte der ungewöhnlichen Beziehung zwischen dem Künstler Ernst Ludwig Kirchner und Erna Schilling. Kann man wirklich von gegenseitiger Liebe sprechen? Ich bin mir nicht sicher. Ich empfand die Beziehung als durchweg toxisch und quälend. Kirchner gibt sich durch seine Opiumsucht völlig dem körperlichen und seelischen Verfall hin und Erna leidet so sehr, dass sie Depressionen bekommt. Die politische Eskalation in Deutschland streckt stetig ihre Finger Richtung Schweiz und verstärkt die negative Stimmung der beiden. Bis vor allem Kirchner überall Intrigen und Lügen vermutet.
Ich muss gestehen, dass ich während ich den Roman gelesen habe, Ernst Ludwig Kirchner gegoogelt habe und meine Meinung über ihn leider nicht positiver wurde. Aktmalerei einer Achtjährigen war zu keiner Zeit in Ordnung. Auch das führte dazu, dass ich Kirchner sehr negativ und Erna als sein Opfer gesehen habe.
Der Aufenthalt auf dem Wildboden war für mich durchweg beklemmend und stellenweise fast nicht auszuhalten.
Mich lässt der Roman bedrückt zurück.
Trotzdem eine Leseempfehlung für alle, die in das Innenleben eines Künstlers und seiner Muse in unruhigen Zeit abtauchen möchten.
Profile Image for LeserinLu.
402 reviews57 followers
Review of advance copy
July 20, 2026
Im Mittelpunkt von „Wildboden“ stehen Maler Ernst Ludwig Kirchner und seine Lebensgefährtin Erna Schilling. Ihre Geschichte war mir vor der Lektüre völlig unbekannt und genau das hat den Roman für mich so interessant gemacht. Constantin Lieb verbindet historische Fakten mit literarischer Fiktion und zeichnet das Porträt einer außergewöhnlichen Beziehung vor dem Hintergrund der politischen Umbrüche der 1930er-Jahre in der Schweiz, die mir auch vorher noch nicht so bewusst waren.

Stilistisch ist „Wildboden“ durchaus anspruchsvoll. Die Sprache ist ruhig und literarisch, die Erzählweise erfordert Konzentration. Gerade das hat mir gefallen, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass Leser:innen mit einem größeren kunsthistorischen Hintergrund vermutlich noch mehr aus dem Roman mitnehmen können. Viele Bezüge zu Kirchners Werk und zur Kunst seiner Zeit erschließen sich sicher noch besser, wenn man sich mit dem Thema bereits auskennt. Außerdem kann man dann wahrscheinlich Fakten und Fiktion besser auseinanderhalten. Dennoch hat mich das Buch auch ohne dieses Vorwissen überzeugt.
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