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Replay

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Als Ed Rosen in der Morgendämmerung erwacht und mit den Zehen wackelt, steht eines fest: der Huf, der am Fußende aus seinem Bett ragt, ist auf keinen Fall seiner. Aber da. Wie soll er sich das erklären?
Rosen, ein Software-Experte, war Mitentwickler und erster Träger des UniCom, eines Kommunikationsmittels, das als Implantat weit mehr kann als ein Smartphone – es protokolliert die Sinneswahrnehmungen seines Besitzers und macht das, was wir Realität nennen, in "Replays" unendlich wiederhol- und veränderbar: vor allem eine erotische Verlockung. Und es macht den Träger total kontrollierbar. Rosens Chef Matana und seine Firma treten einen weltweiten Siegeszug mit diesem Gerät an und nur ein paar ewiggestrige Störenfriede mahnen. Bis sich unerwartet Widerstand gegen das digitale Arkadien regt, der vielleicht auch den Huf erklärt?

170 pages, Paperback

First published January 24, 2012

39 people want to read

About the author

Benjamin Stein

26 books4 followers

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Community Reviews

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13 (18%)
1 star
3 (4%)
Displaying 1 - 5 of 5 reviews
Profile Image for Sinah.
74 reviews1 follower
February 24, 2019
Nun, ich habe das Buch damals anhand des oberen Klappentextes gekauft, welcher sich so auf der Rückseite meines Buches befindet. Nach dem lesen war ich daher ziemlich überrascht, denn ich empfand den Klappentext als unstimmig. Nun habe ich gerade den 2. Klappentext gefunden, welcher Online auf der Seite bei DTV zu finden ist. Hier erkenne ich gleich viel mehre Parallelen.... wenn auch noch immer nicht ganz stimmig.

Denn ja, es geht um die Entwicklung der Arkadien, bei welcher Ed Rosen mitarbeitet und letztendlich selber das UniCom trägt. Es sorgt dafür, stets online zu sein, sowie Erinnerungen immer wieder abrufen und neu erleben zu können. Ein Großteil der Bevölkerung ist bereits online, während ein kleinerer Teil sich gegen dieses System stellt und als "Anonyme" abseits der Bevölkerung leben.

"Aber immerhin konnte ich uns vielleicht noch davor bewahren, dass wir eines Tages in den Replays unserer Exzesse untergingen wie Heroinsüchtige, die sich versehentlich den Goldenen Schuss setzten, indem wir wieder und wieder in Replays drifteten, die uns beiden so viel bedeuteten, dass wir leicht den Kontakt zum Hier und Jetzt verloren."
Replay- Benjamin Stein, S.142


Nun habe ich erwartet, dass hier mehr seitens der Anonymen kommt. Aufstände oder vielleicht auch einfach ein politischer Kampf gegen dieses System... doch gefühlt ging es mehr um das Leben Eds, um seine Einstellung zu sich selbst, seinen Ängste, seinen Begierden, Sex und Sucht.
Der genannte Widerstand gegen das Arkadien findet erst im letzten Drittel ansatzweise statt - und auch da würde ich es nicht als einen großen Widerstand bezeichnen. Eher Ed Rosens Gedanken über die negativen Stimmen, gegenüber der digitalen Welt.
Zum Schluss bleibt die Frage offen, was nun real war und was Ed Rosens Erinnerungen entspringt. Lebt Ed noch in der realen Welt oder ist er bereits völlig in der virtuellen Welt verschwunden. Diesen Aspekt wiederum fand ich klasse! Nach dem Buch habe ich noch lange gerätselt, welcher Teil Realität war und welcher nicht. Benjamin Stein, der Autor, vermischt diese Ebenen und verstrickt sie ineinander, sodass man am Ende ins grübeln kommt. Den Aspekt, den Leser so in diese Verstrickung der Ebenen zu ziehen und selbst zu verunsichern, fand ich spannend!

Das Zukunftsbild, welches Benjamin Stein entwickelt hat, empfinde ich als äußerst realistisch. Eine Welt in der wir stets online sind und die Technik das Leben bestimmt. Der Autor setzt also an einen Gedanken an, welchen viele von uns haben: Wie viel Technik brauchen wir? Ab wann ist es zu viel? Wann wird die virtuelle Welt die Realität übernehmen? Viele Fragen werden unterschwellig an den Leser gestellt und so zum nachdenken angeregt. Man muss aber auch dazu sagen, dass es keine komplett neue Idee ist. Trotzdem regte es mich zum nachdenken an.

Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Das Buch ist gefühlt ein einziger Monolog, trotz der vorkommenden Charaktere und Dialogen. Ed Rosens Gedanken sind oft sehr spezifisch - trotzdem hatte ich nie das Gefühl ihn nicht zu verstehen oder dem Ganzen nicht folgen zu können. Oft sind sie angehaucht von Ethik, Philosophie und technischen Aspekten (auf Grund seines Berufs als Informatiker). Innerhalb des Buches gibt es Zeitsprünge, sowie Gedankensprünge, die ich aber nie überfordernd fand. Ich konnte dem Inhalt gut folgen.

FAZIT:
"Replay" hat es mir mit der Rezension nicht leicht gemacht. Inhalt und Klappentext passen nur ansatzweise zusammen, was bei mir für eine andere Vorstellung gesorgt hatte. Einen richtigen Widerstand konnte ich nicht direkt erkennen, dieser folgt erst nachdem das Buch schon längst geendet hatte. Viel mehr geht es um Ed Rosens Leben und allem was dazu gehört: Emotionen, Ängste, Gier und Verlangen. Das Buch hat so einige Sexszenen, die vielleicht nicht für jedermann sind. Wenn ihr also eher auf nett umschriebene Szenen steht, dann ist dieses Buch für euch das falsche. Es ist natürlich kein Hardcore Erotikroman, aber dennoch gibt es davon (gerade im mittleren Teil) einige Szenen.
Die Grundidee fand ich spannend und die Art wie Benjamin Stein den Leser zum grübeln bringt sehr ansprechend. Auch das Zukunftsbild empfinde ich als durchaus realistisch und habe es mit einer Mischung aus Skepsis und Interesse wahrgenommen.
Trotz allem konnte mich das Buch unterhalten und zum nachdenken bringen. Mit knapp 170 Seiten ist es etwas kurz, aber schnell gelesen.

Mich würde jetzt interessieren, was nach dem Ende noch so passiert. Aber das muss sich der Leser wohl selber zusammenspinnen.
Profile Image for Frank.
592 reviews123 followers
October 30, 2019
Die Idee ist gut, das Buch wichtig. Aber immer, wenn es um science fiction geht, kommt mir das Literarische zu kurz (außer bei Stanislaw Lem ;-) ). Sprachlich scheint mir der Plot nicht bewältigt. Das Ganze kommt irgendwie journalistisch rüber, obwohl Anklänge an Kafka es wohl als "literarisch" ausweisen sollen.
Profile Image for Uwe Tächl.
341 reviews8 followers
January 5, 2013
Inhalt:
Als Ed Rosen in der Morgendämmerung erwacht und mit den Zehen wackelt, steht eines fest: der Huf, der am Fußende aus seinem Bett ragt, ist auf keinen Fall seiner. Aber da. Wie soll er sich das erklären? Rosen, ein Software-Experte, war Mitentwickler und erster Träger des UniCom, eines Kommunikationsmittels, das als Implantat weit mehr kann als ein Smartphone – es protokolliert die Sinneswahrnehmungen seines Besitzers und macht das, was wir Realität nennen, in „Replays“ unendlich wiederhol- und veränderbar: vor allem eine erotische Verlockung. Und es macht den Träger total kontrollierbar. Rosens Chef Matana und seine Firma treten einen weltweiten Siegeszug mit diesem Gerät an und nur ein paar ewiggestrige Störenfriede mahnen. Bis sich unerwartet Widerstand gegen das digitale Arkadien regt, der vielleicht auch den Huf erklärt?
In Benjamin Steins neuem, glänzend geschriebenen und spannenden Roman geht es um Körper und Kontrolle, Erotik, Macht und Geheimnis und die Tyrannei totaler Transparenz.

Rezension:
Benjamin Steins neuer Roman Replay beschäftigt sich mit der möglichen Zukunft sozialer Netzwerke und wie sie dank zukünftiger Technikmöglichkeiten unser aller Leben und Denken beeinflussen kann. Früher hätte man ihn wohl als Science Fiction Geschichte eingestuft, doch da er so nah an unserem jetzigen Leben ist, hat C.H. Beck die 171 Seiten lange Erzählung als Roman veröffentlicht.
Es geht um einen Mann, der einen körperlichen Makel mit modernster Technik ausgleicht und damit für den Rest der Menschheit die Möglichkeit eröffnet, ebenfalls die Technik zu nutzen, um all das, was sie erleben, aufzeichen- und wiederholbar zu machen. Diese Möglichkeit ist so verlockend, dass schließlich fast jeder daran teilhaben wird und die Firma, welche die Geräte herstellt, damit zu einer der mächtigsten Faktoren der Welt wird. Sie kann im Endeffekt mit den Daten machen, was sie will, und nur vereinzelt gibt es noch Menschen, die sich ihr zu entziehen versuchen.
Erzähl wird das Ganze nun durch Ed Rosens Augen. In kurzen Situationen, die auch gerne erotischen Inhalt haben dürfen, wird der Leser immer mehr in das Wirrwahr aus Wahrheit und Lüge, Gegenwart und Vergangenheit und Erlebtes und Gedachtes entführt.
Wenn sich der Leser darauf einlässt, wird er mit einer logischen Auflösung belohnt und hat gleichzeitig den Anreiz den Roman noch ein zweites oder drittes Mal zu lesen.
Empfehlenswert, wenn auch nicht einfach zu lesen.
Profile Image for Ronsens.
114 reviews23 followers
July 29, 2013
Gegen das Buch lässt sich wahrscheinlich einiges vorbringen, "sprachlich" z. B. (obwohl es ja so hingeschrieben auch ne doofe Kategorie ist): die "Ausschweifungen" so eher Lore in Leder. Gut gefallen hat mir aber die Konstruktion. Also wie der Erzähler den ersten Teil in Flashbacks vom Bett aus erzählt und dann so Ameise-auf-Möbiusband-mäßig in Loops abgleitet.

Und ich mag, wenn jemand offensichtlich seine Alltagserfahrungen in bigger-than-life aufmotzt, hier zB eine Hohelied auf Pilates :)

My rating: 15 von 21
Profile Image for V..
367 reviews94 followers
February 20, 2012
Sehr, sehr schade. Nach dem Meisterwerk "Leinwand" habe ich mir einiges von diesem Buch versprochen. Schon nach wenigen Seiten war von der sprachlichen Mächtigkeit aber nichts mehr zu spüren und am Ende hinterließ das Buch mich (die, das ich der Fairness halber erwähnen, sich eine Kennerin guter Science Fiction wähnt) mit dem Gefühl, das alles schon mal gelesen zu haben, dazu sprachlich wie vom Plot her in viel besserer Ausführung.
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