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1888

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Wien, im Jahre 1888. Die Zeitungen berichten über die Toilette der adeligen Damen und den Gesundheitszustand des Kaisers. Eine Prostituierte wird brutal ermordet, dann ein bekannter Arzt. Dessen Kollege Dr. Richard Rollet beteuert seine Unschuld. Und wird doch zum Tode durch den Strang verurteilt. Nur Kriminalinspektor Johann de Vries glaubt nicht an die Schuld des angesehenen Mediziners und ermittelt gegen den Willen seiner Vorgesetzten in jenen Kreisen der Wiener Gesellschaft, die der Bezeichnung "die Besten" nicht immer gerecht werden …

420 pages, Kindle Edition

First published March 24, 2015

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About the author

Thomas Beckstedt

5 books1 follower

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Community Reviews

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Displaying 1 - 6 of 6 reviews
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489 reviews3 followers
February 11, 2020
Es ist schwierig, die richtigen Worte zu finden, um dieses Buch korrekt zu beschreiben, so, dass dies der Geschichte gerecht wird. Das Buch, das auf dem Cover als „Thriller“ ausgewiesen ist, ist zwar teilweise einer, aber einer, der so sehr darüber hinausgeht, dass man fast nicht glauben kann, dass so viel in nur diesem einen Buch Platz hat.
Wenn die Handlung nicht gerade ein Thriller ist, dann ist sie ein Krimi mit viel historischem Einschlag, wie auch der Titel vermuten lässt. Ein Teil der Geschichte spielt 1888, der andere 1923/24. Schauplätze sind London und Wien, der Protagonist ist George, ein deutscher Kriegsveteran, den es nach London verschlagen hat. Er lässt die Leute im Glauben, er sei aus der Schweiz und rechtfertigt damit seinen Akzent. Um seine deutschen Wurzeln noch besser zu verschleiern, bevorzugt er auch die englische Aussprache seines Namens.
George bekommt ein Paket zugestellt, das ihn und seine neue Existenz zusammen mit den wenigen Kontakten, die geknüpft hat, vor eine wichtige Entscheidung stellt. Aufgrund der Tagebücher und Notizen, die er von seinem Freund Richard geschickt bekommt, beschließt er, dessen Geschichte und Erlebnisse niederzuschreiben. Und die haben es in sich: Richard, Arzt, wird verdächtigt, in Wien eine Prostituierte und einen Arztkollegen ermordet zu haben. Er sitzt im Gefängnis und wartet auf die Vollstreckung seines Todesurteils. Währenddessen schreibt er all seine Erinnerungen nieder.
George, vom Krieg körperlich und seelisch gezeichnet, beschließt, nach Wien zu fahren, als er nicht mehr weiterkommt und dort an seinem Buch, wie er es mittlerweile nennt, weiterzuschreiben. Er verstrickt sich immer mehr in die Vergangenheit, die mörderischen Geschehnisse von 1888 und den Geheimnissen, die die österreichische Hauptstadt verbirgt. Vielmehr sind es ihre Bewohner und von diesen jene, die damals in die Sache verstrickt waren, die George zu schaffen machen.
Begünstigt durch seine eigenen Vergangenheit, die schwierigen Nachforschungen und den ausschweifenden Konsum von Tabak, Alkohol, Morphium und anderen Substanzen, verliert George immer wieder die Kontrolle. Nicht nur über sich, sondern über Richards Geschichte, die fast zu seiner eigenen zu werden droht, sehr viel Platz einnimmt.
Der Autor lässt die Abschnitte der Geschichte immer zwischen der Gegenwart Georges und der Vergangenheit hin- und herpendeln und erzeugt mit einem gelungenen Wechsel zwischen längeren und kürzeren Einblicken in das jeweilige Geschehen einen ganz eigenen Sog, der den Leser durch das Buch zieht. Fast nebenbei bemerkt der Leser die viele akkurate Recherchearbeit und wird von der so speziellen, herausragenden Art der Formulierung in einen Bann gezogen. Die Geschichte bietet sehr viele lose Fäden und wirft Fragen auf. Nicht alles wird aufgeklärt, vieles überlässt der Autor dem Leser, der selbst Zusammenhänge herstellen kann und oft über das Warum grübeln darf. Ob die eigenen Vermutungen denn stimmen, bekommt man nicht immer zweifelsfrei beantwortet. Das wirkt teilweise unbefriedigend, weil es (in diesem Ausmaß) doch sehr unüblich ist. Es lässt aber die Möglichkeit offen, dass verschiedenen Leser mit leicht abweichenden Theorien gegen Ende trotzdem alle recht behalten können. Das ist zwar ungewöhnlich, passt aber wiederum exakt zu diesem ungewöhnlichen Leseerlebnis.
1 review
February 27, 2024
No plot spoilers included, but hinting at some things. I’m writing this a minute after I finished the book and let me just say: If you want to be thoroughly disturbed by a thriller this is the book for you. Some parts were very confusing and never explained, which I always find frustrating. I can both recommend and not recommend this book at the same time, this has me stumped to be honest. If it’s one thing, it’s certainly memorable, but there’s probably better thrillers out there though. I’d even go so far as to not call it a thriller, it’s more of a disturbing, sometimes outright disgusting crime story. Initially I wanted to give three stars but I’ll change it to two I think, just for the gross parts alone. It’s not badly written though in my opinion and it takes place in Vienna, my home town, that’s always fun. If you’re in the mood for a disgusting crime story, read this, if you want an actual thriller, pick something else.
Profile Image for Bookpassion.
87 reviews16 followers
October 13, 2016
Georg erhält die Aufzeichnungen eines alten Bekannten, Richard Rollet, die er zu einem Buch verarbeiten soll. Das Manuskript zieht ihn, der ohnehin nicht viel zu tun hat, in seinen Bann und lässt ihn nicht mehr los. Er ist so besessen davon, diese Geschichte zu Papier zu bringen, dass er sogar nach Wien reist, um Nachforschungen anzustellen. Dort nehmen die Dinge schließlich ihren Lauf...



Meine Meinung

Das Buch wird in zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt. Einmal berichtet unser Protagonist Georg aus der Ich-Perspektive von seiner Arbeit am Manuskript, seinem Leben und seiner Erinnerung an den Krieg. Dazwischen nimmt uns der Autor (bzw. Georg als Autor) noch weiter mit in die Vergangenheit - 1888. Wir begleiten verschiedene Charaktere, die jeweils eine Rolle in einer größeren Verschwörung spielten, und müssen uns selbst ein Bild davon machen, wer der Mörder war und was ihn handeln ließ. Mit Richard Rollet etwa sitzen wir im Kerker und erleben die bedrückende Stimmung dort, sowie die Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung eines Verurteilten. Mit Johann de Vries ermitteln wir entgegen des Willens des Vorgesetzten, für den dieser Fall mit der Verurteilung Rollets als abgeschlossen gilt. Und dürfen nebenbei den Polizisten bei ihrer sehr amüsanten Vorgehensweise beobachten, die schon etwas Makaberes an sich hatte.


"Nach einigem Nachdenken spitzte sie ihre Lippen zu einem Lächeln, mit dem eine Frau einem Mann sagt, dass ihn das jetzt etwas kosten wird, und zwar ordentlich."


Der lockere Schreibstil Thomas Beckstedts ist eine Besonderheit und der HAMMER! So viele Post-its musste ich schon lange in kein Buch mehr kleben, aber es gab einfach wahnsinnig viele Zitate, die ich unbedingt markieren wollte. Der Mann hat einen süffisanten Sinn für Humor, der es mir angetan hat, und mich oft zum Lachen bringen konnte.

Die verschiedenen Charaktere (ob nun jene, die man hassen, oder jene, die man in sein Herz schließen konnte) fand ich äußerst gelungen und ich war anfangs sehr gefesselt, sowie auch die Themen mein Interesse weckten. Die Zeiten- und Ortswechsel hielten die Spannung aufrecht und sorgten dafür, dass man das Buch nicht aus der Hand legen wollte. (Nur noch dieses 1888-Kapitel hier... Nur noch dieses 1923-Kapitel hier... Ach, jetzt geht es mit Johann de Vries und seinem hanebüchenen Assistenten Lucas Boer weiter, das muss ich auch noch schnell lesen...)


"Er fragte sich, was in einem solchen Kopf bloß vor sich ging, dessen verwirrter Verstand die heiligen Wort nie und nimmer verstehen würde, der sie nur missbrauchte wie der eitle Geck den Spiegel. Oder die Dirne."

Das letzte Drittel des Romans konnte mich dann allerdings nicht mehr so mitreißen. Ich kann nicht genau sagen, woran es lag, aber irgendwie war ein wenig die Luft raus und die makaber-humorvollen Stellen wurden deutlich weniger. Es wurde stattdessen viel über die Bibel philosophiert, was teilweise etwas anstrengend war. Dass ich hier nicht allzu aufmerksam gelesen habe, wurde später problematisch, weil das Ende sehr anspruchsvoll war. Einige Fragen konnte ich für mich klären, als ich noch einmal ein paar Textstellen nachlas, andere blieben für mich wiederum offen. Da hätte ich mir erhofft, dass alles ein wenig klarer geschrieben und 'erklärt' werden würde. Das war leider nicht der Fall und lässt mich hoffen, dass ich irgendwann ein Interview mit Herrn Beckstedt führen darf :)

Nichtsdestotrotz ist 1888 ein lesenswerter Roman, an dem ein Krimi- und Thrillerliebhaber (denn es ist eindeutig eine Mischung, wenn nicht gar noch mehr Genres mitspielen) seine helle Freude haben wird!


Fazit

Ein anspruchsvoller Thriller in außergewöhnlichem Schreibstil!
Profile Image for Adrian Rossner.
Author 2 books3 followers
September 23, 2015
Ein Schatten ist und bleibt der Mörder in Beckstedts erstem Roman, der viel Potenzial des Autors offenbart. Allerdings ist es ihm nicht vollends gelungen, mich in die Geschichte zu ziehen, wobei ich bis jetzt nicht sicher bin, woran es lag. Die einzelnen Erzählebenen sind ohne Zweifel gut geschrieben, doch fehlt es an der jeweiligen Tiefe; allzu schnell werden Szenerien entworfen, die bereits nach wenigen Seiten von den Handlungen eines anderen Protagonisten abgelöst werden. All das kreiert einen Parforceritt, dem ich mich erst zum Höhepunkt tatsächlich öffnen konnte. Die Wendung am Ende war schließlich ausschlaggebend, den letzten Stern zu vergeben.
Profile Image for Joanna.
1 review
July 24, 2015
1888 ist ein ein überaus spannendes Werk das mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann gezogen hat. Ich habe es innerhalb von wenigen Tagen ausgelesen und kann nur sagen Hut ab vor diesem Erstlingswerk. Herr Beckstedt hat einen sehr ansprechenden Schreibstil und versteht es den Leser in die Welt zwischen den Seiten eintauchen zu lassen.

Ich kann dieses Buch jedem ans Herz legen der gerne ein spannendes Buch mit überraschenden Wendungen liest - das Ende war wahrlich nicht zu erahnen!
Profile Image for Ascari Vau.
418 reviews
August 16, 2015
Eine recht komplexe Geschichte, sehr gut geschrieben, jedoch verwirrten mich die zwei verschiedenen Zeitebenen und das Ende ein wenig ...
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