Dürfen wir in dieser Welt noch Kinder kriegen? Elternschaft war noch nie so politisch wie heute. Und sie stand noch nie unter einem solchen Rechtfertigungsdruck. Unter welchen Bedingungen dürfen wir unseren Kindern eine Welt zumuten, in der ganze Länder im Meer versinken? Wie begleiten wir sie ehrlich und auf Augenhöhe, ohne ihnen den Mut zu nehmen? Was erzählen wir ihnen über ihre Zukunft? Marisa Becker, Nachhaltigkeitsexpertin und Mutter, setzt mit ihrem Essay ein gesellschaftliches Statement, das für Diskussionsstoff sorgt. Kühn und kenntnisreich argumentiert sie, warum es Kinder und mutige Eltern braucht, um die Klimakrise zu überleben.
ich persönlich konnte nicht so viel neues durch das buch lernen. außerdem hat sich sehr viel auf den knapp 100 seiten wiederholt und man hatte teils das gefühl, die autorin möchte sich selber davon überzeugen, dass ihre kinder später eine lebenswerte zukunft haben werden. ich hoffe der tochter (an die sich der brief richtet) kann später etwas aus dem buch mitnehmen. ich werde noch zur talkreihe „baby, don’t give up“ am schauspiel köln gehen, bei welcher marina becker ihre ansichten noch einmal erläutern wird. bin gespannt, vielleicht erreicht mich dort mehr :)
Oochhh! Der Gedanke daran, dass Wilhelmine irgendwann diese reflektierten Gedanken ihrer Mutter zu dieser wirklich hochkomplexen Fragestellung liest, berührt mich komplett und macht mich somehow emotional. Vielleicht weil ich mir vorgestellt habe, wie meine Mama zu mir spricht.
Und auch inhaltlich hat mich das Buch mit einem Thema abgeholt, über dass ich selber oft nachdenke, ohne dass ich bisher eine eindeutige klare Haltung einnehmen könnte. Vieles konnte ich sehr nachfühlen, manches sehe ich vielleicht etwas anders. Aber ich glaube, darum geht es in diesem Brief auch gar nicht. Für mich geht es hier nicht um richtig oder falsch, sondern um das Gefühl beim Lesen selbst
Ich fand’s nett! Leider war es für mich irgendwie kein Plädoyer fürs Kinderkriegen in der Klimakrise. Das Buch hat sich mit den klimatischen Hauptargumenten gegen Kinder befasst und sich so bisschen gegen diese aufgelehnt. Überzeugend widerlegt fand ich das Argument, Kinder an sich seien so klimaschädlich. Ansonsten fand ich’s aber leider ein bisschen dünn und hatte auch emotional jetzt nicht so den impact auf mich, dass ich dachte das war jetzt ein optimistisches Plädoyer. Vielleicht hat’s mich persönlich einfach nicht so gepackt, ich hab nämlich auch keine Vorstellung wodurch das Buch besser gewesen wäre aber irgendwie fand ich’s einfach ein bisschen underwhelming! Würde es in der Auseinandersetzung mit Klima, Kindern und auch unserer adultistischen Gesellschaft trotzdem auf jeden Fall empfehlen zu lesen :)
Marisa Becker ist mit diesem Buch ein beeindruckender Spagat zwischen Mutmachen und einem eindringlich eingeforderten Umdenken gelungen. Ich bin selber Mama einer bald 18-jährigen Tochter und muss sagen, dass ich mir schon oft denke, dass sich die Situationen an vielen Fronten zunehmend zuspitzen. Ich frage mich, wie sie das sieht und ob sie überhaupt irgendwann Kinder bekommen möchte.
Natürlich spielen dabei noch viele weitere Faktoren als nur die Klimakrise eine Rolle, aber dennoch ist das eine Thematik, der wir uns heute nicht mehr entziehen können. Es gibt kein Entkommen mehr und das geforderte Um- und Neudenken ist allgegenwärtig und notwendig.
Die Autorin hat eine starke und zugleich differenzierte Lanze für das Kinderkriegen gebrochen, ohne dabei blauäugig eine romantische Zukunft zu zeichnen. Stattdessen macht sie Mut, indem sie zeigt, dass uns herausfordernde Zeiten bevorstehen und dass es unsere Aufgabe ist, unsere Kinder darauf vorzubereiten und sie dabei bewusst zu begleiten. Gleichzeitig wird deutlich, dass wir uns aktiv und verantwortungsvoll für den Klimaschutz einsetzen müssen.
Ich fand das Buch richtig gut. An manchen Stellen habe ich mich und meine eigenen Gedankengänge klar wiedererkannt, an anderen Stellen bin ich auf neue, kluge Denkansätze gestoßen.
Für mich ist das Buch weit mehr als ein Ratgeber. Es ist ein Begleiter, eine innere Stimme voller Mut und Liebe verbunden mit der eindringlichen Erinnerung daran, Verantwortung zu übernehmen.
Ein Buch das zum Nachdenken anregt und das ich absolut empfehlen kann..
Als jemand, der dem Kinder-Thema sehr zwiegespalten gegenübersteht, hat mich "Liebe Wilhelmine oder Plädoyer fürs Kinderkriegen in der Klimakrise" wirklich interessiert.
Die aktuelle politische und gesellschaftliche Lage macht die Entscheidung für oder gegen Kinder nicht gerade leichter. In Zeiten von Klimakrise, Kriegen und besorgniserregenden politischen Entwicklungen ist die Frage, ob man neue Menschen in diese Welt setzen möchte, absolut berechtigt. Sich im Rahmen dieses Essays genauer damit auseinanderzusetzen, macht also auf jeden Fall Sinn.
Ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob ich der Grundprämisse der Autorin vollständig zustimme. Marisa Becker spricht von einem anhaltenden Gebärstreik für das Klima und davon, dass Menschen mit Kinderwunsch gesellschaftlich unter Druck gesetzt werden. Für mich wirkt das eher wie die Wahrnehmung einer eher kleinen Bubble als ein gesamtgesellschaftliches Phänomen.
Positiv finde ich, dass Marisa Becker trotz ihrer klaren Pro-Kind-Haltung niemandem die eigene Entscheidung absprechen möchte. Das Buch ist nicht dazu gedacht, Menschen vom Kinderkriegen zu überzeugen, sondern vielmehr denen den Rücken zu stärken, die sich trotz der aktuellen Weltlage bewusst für Kinder entscheiden.
Ich stimme der Autorin darin zu, dass weder die Verurteilung von Eltern noch ein „Gebärstreik“ eine sinnvolle Antwort auf die Klimakrise sind. Gerade junge Menschen sind häufig wichtige Treiber gesellschaftlicher und politischer Veränderungen. Wir müssen unser Leben und Handeln so zu gestalten, dass auch nachfolgende Generationen noch eine lebenswerte Welt vorfinden.
Durch den Brief-Charakter bleibt das Buch sehr subjektiv und stark an die Perspektive der Autorin gebunden. Etwas mehr Vielfalt an Gedanken und Stimmen hätte dem Essay gutgetan. Zudem waren einige Argumente und Beobachtungen etwas repetitiv.
Alles in allem ist "Liebe Wilhelmine..." ein interessantes Buch, das zum Nachdenken anregt.
Als ich Plädoyer gelesen habe, habe ich etwas andere Erwartungen an den Brief/ das Buch gehabt. Wer sich bereits intensiv mit Klimagerechtigkeit, Feminismus und reproduktiven Entscheidungen beschäftigt hat, wird vermutlich weniger neues Erfahren. Trotzdem würde ich das Buch weiterempfehlen, gerade für Leser:innen, die sich dem Thema zum ersten Mal stellen.
kurzweiliges und niedrigschwelliges Buch, das sich gut lesen lässt und einen verständlichen Einstieg in die Debatte bietet. An manchen Stellen empfand ich die Argumentation allerdings als etwas repetitiv.
hervorheben ist, dass das Buch sehr klar Position bezieht: Es ist kein Plädoyer dafür, dass jede Frau Kinder bekommen sollte! immer wieder wird deutlich gemacht, dass die Entscheidung für oder gegen Kinder eine persönliche ist und jeder Mensch diese frei treffen darf.
Durchaus interessant, denn spannend finde ich trotzdem, dass sie sich nach all der schrecklichen Fakten eben gerade für Kinder entscheidet. Mich hat dieser Brief wieder in meiner eigenen Entscheidung bestätigt. Für mich ist vieles sehr widersprüchlich, deutlich wird der Optimus der Autorin an dem aktuellen Beispiel des autofreien Berlins, bei dem ja aktuell sich bestätigt, dass wir uns noch ganz weit entfernt bewegen, von dem was es eigentlich benötigen würde, um die Klimaziele einzuhalten und vor allem auch ein Bewusstsein in der Bevölkerung zu schaffen. Was ja auch unfassbar schade ist, aber einfach der Realität entspricht. Durchaus lesenswert.
Man braucht ab und zu Optimismus, und sie hat mit Fakten sicherlich sowieso recht und mit der Art, auf Kinder zu schauen auch, also da kann ich mitgehen. Und ja, es sind nur 100 Seiten und Klima ist nun mal das Thema, aber der Brief passt leider in ein klassisch grünes Narrativ, das soziale und ökonomische Themen ignoriert. Anyway: unbedingt nicht vom Kinder kriegen abhalten lassen, wenn man denn will!