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Haltet euch fest

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Das neue Hörbuch von Bestsellerautorin Mareike Fallwickl stellt unsere Glaubenssätze zu Freundschaft und Romantik infrage und beschreibt mutig die Utopie, die wir uns für unser Leben wünschen.

Luzia wächst in einer Gemeinschaft auf, die für ganz unterschiedliche Menschen eine Zuflucht bietet. Im »Haus« werden queere und platonische Formen von Liebe sowie geteilte Elternschaft gelebt. Später, als Erwachsene, kämpft Luzia als Theaterregisseurin gegen patriarchale Strukturen an und versucht, etwas zum Guten zu verändern. Ihre Jugendfreundin Marle verspürt mit Anfang vierzig einen starken Kinderwunsch und entscheidet sich für einen ungewöhnlichen Weg abseits von Beziehungen mit Männern.

Doch plötzlich, nach einem verheerenden Unwetter, scheint alles bedroht, was diese Wahlfamilie über Jahrzehnte miteinander aufgebaut hat. Was braucht es, damit eine solche Gemeinschaft in Zeiten wie diesen bestehen kann?

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First published October 6, 2026

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Mareike Fallwickl

18 books840 followers

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Community Reviews

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9 (2%)
1 star
2 (<1%)
Displaying 1 - 30 of 56 reviews
Profile Image for Toniqu.
35 reviews1 follower
October 22, 2026
Ich schätze den konstruktiven, utopischen Ansatz von dem Buch sehr, aber es macht einfach kein bock. Nach 200 Seiten aufgehört erstmal leider. Obwohl ich inhaltlich 100% zustimme und Mareike Fallwickl allen Erfolg der Welt wünsche - dieses Buch wollte ganz dringend ein Sachbuch sein, ist aber ein Roman geworden. Ständig sagen sich die Figuren Infos, die eig für den Leser bestimmt sind.
Keine der Hauptfiguren hat bisher auch nur einen Makel, sie sind so holzschnittartig, dass man sie wenn überhaupt nur an identitären Merkmalen auseinander halten kann: schwul, single, nicht-binär etc.

Vielleicht komme ich für die restlichen 200 Seiten zurück, vielleicht nicht, vielleicht vielleicht. alexa spiel annenmaykantereit
Profile Image for Seitenmusik.
510 reviews27 followers
October 10, 2026
Wie wollen wir miteinander leben, wenn wir uns von den gesellschaftlichen Vorstellungen lösen, die unser Zusammenleben bisher bestimmen?

Mit dieser Frage beschäftigt sich Mareike Fallwickl in ihrem neuen Roman "Haltet euch fest". Im Mittelpunkt stehen eine Gemeinschaft, die queere und platonische Formen der Liebe ebenso selbstverständlich lebt wie geteilte Elternschaft, und Menschen, die versuchen, patriarchale Strukturen aufzubrechen. Luzia arbeitet als Theaterregisseurin an einer anderen Gesellschaft, während ihre Jugendfreundin Marle ihren Kinderwunsch unabhängig von einer romantischen Beziehung mit einem Mann verwirklichen möchte. Als ein verheerendes Unwetter die über Jahrzehnte gewachsene Gemeinschaft bedroht, stellt sich die Frage, was Menschen verbindet und was eine gemeinsame Zukunft möglich macht.

Meine Meinung

Die Grundidee hat mich direkt angesprochen. Und nicht suuper wichtig, aber ein Plus: das wunderschöne Cover macht Lust, sich mit dieser Geschichte auseinanderzusetzen. Inhaltlich bringt Mareike Fallwickl einiges mit, das ich an ihren Büchern schätze: Sie stellt gesellschaftliche Selbstverständlichkeiten infrage, denkt über patriarchale Machtverhältnisse hinaus und entwirft Möglichkeiten, wie Zusammenleben anders funktionieren könnte. Nachdem mich "Und alle so still", "Die Wut, die bleibt" und "Das Pen!smuseum" sehr (!) begeistert haben, bin ich allerdings mit entsprechend hohen Erwartungen, aber auch offen an diesen Roman herangegangen. Leider konnte mich das Buch am Ende trotzdem nicht so überzeugen wie erhofft.

Eine Utopie jenseits der romantischen Paarbeziehung

Besonders gut gefallen hat mir die Vorstellung einer Wahlfamilie, in der Freund*innenschaften einen zentralen Platz einnehmen und Liebe nicht automatisch mit romantischer Liebe gleichgesetzt wird. Der Roman entwirft eine Welt, in der Menschen ihre Beziehungen freier gestalten und Verantwortung füreinander übernehmen können, ohne sich an die gesellschaftlich als Norm geltende heterosexuelle Paarbeziehung halten zu müssen. Die Selbstverständlichkeit, mit der alternative Formen des Zusammenlebens im Roman gedacht werden, hat mich sehr angesprochen. Sie eröffnet einen Raum, in dem nicht ständig erklärt werden muss, warum Menschen einander lieben, füreinander sorgen oder gemeinsam Kinder großziehen, ohne ein "klassisches" Paar zu sein.

Mit dem Thema Wahlmutterschaft und den Diskriminierungen, denen Wahlmütter begegnen können, hatte ich mich bislang wenig beschäftigt. Dass der Roman diesem Thema Raum gibt, fand ich spannend und auch lehrreich. Ebenso spannend fand ich die Einblicke in die Theaterwelt, da das Theater meistens ein Spiegel der Gesellschaft ist (sowohl durch den Theaterbetrieb selbst als auch durch die Geschichten, die auf der Bühne erzählt werden), aber gleichzeitig auch die Macht hat, gesellschaftliche Verhältnisse neu zu erzählen.

Sprachlich hat Mareike Fallwickl zudem einige Passagen abgeliefert, die ich mir am liebsten einrahmen und an die Wand hängen würde. Ein paar Beispiele: „Um sich zu verankern in der Welt, müssen die Menschen sich das eigene Leben immer wieder erzählen.“ (S. 15) oder auch „In der Verweigerung liegt eine große Kraft.“ (S. 134).

Vielfalt ist noch keine Intersektionalität

So sehr ich den gesellschaftskritischen Anspruch des Romans schätze, so wenig hat mich stellenweise dessen Umsetzung überzeugen können. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass der Roman verschiedene gesellschaftlich relevante Themen und Perspektiven zusammenbringen möchte, diese aber nicht immer organisch miteinander verbunden werden.

Das ist mir besonders bei der Darstellung unterschiedlicher Herkunftsgeschichten aufgefallen. Somi hat einen koreanischen Vater, Marle eine kolumbianische Mutter. Welche Bedeutung diese familiären Hintergründe für ihre jeweiligen Geschichten haben, erschließt sich mir allerdings nach dem Lesen nicht. Für mich hatte das Erwähnen der familiären Hintergründe keine erkennbaren Auswirkungen auf die Handlung oder die Figurenentwicklung. Ich hatte deshalb den Eindruck, dass diese Aspekte vor allem Vielfalt sichtbar machen sollen, ohne dass sie tatsächlich relevant für die Geschichte sind.

Positiv zu erwähnen ist, dass die Figuren, bei denen mir das aufgefallen ist (Somi und Marle), keine bloßen Nebenfiguren, sondern Protagonistinnen neben anderen sind. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass die genannten Hintergründe entweder für die Geschichte relevant sind oder gar nicht erst erwähnt werden. Denn was bringt es, sie lediglich zu nennen? Vielfalt (im Sinne von Nationalitäten) allein bedeutet ja noch nicht, dass unterschiedliche gesellschaftliche Positionierungen auch differenziert erzählt werden.

Es gibt im Buch durchaus auch intersektionale Perspektiven, vor allem dort, wo der Roman Geschlecht, sexuelle Orientierung und alternative Beziehungsformen verhandelt. Andere Dimensionen, etwa die familiären Herkunftsgeschichten, werden zwar angedeutet, für mein Empfinden aber nicht ausreichend ausgearbeitet. Stellenweise hatte ich deshalb den Eindruck, dass der intersektionale Anspruch zwar erkennbar ist, seine Komplexität sich in der erzählerischen Ausgestaltung aber nicht konsequent wiederfindet.

Ein Satz hat mich in diesem Zusammenhang besonders beschäftigt: „Wer anders ist, muss vorsichtig sein. Aber wer anders ist, hat jene an der Seite, die auch anders sind.“ (S. 180). Ich verstehe, welche Hoffnung in dieser Aussage liegt. Menschen, die von gesellschaftlichen Normen abweichen oder von ihnen ausgeschlossen werden, können einander erkennen, unterstützen und gemeinsam Räume schaffen, in denen sie sicherer leben. Trotzdem ist mir die Formulierung zu pauschal. Wer gilt überhaupt als anders? Und wer entscheidet darüber? Aus einer diskriminierungskritischen Perspektive wäre für mich präziser, danach zu fragen, wer von der Gesellschaft als anders markiert und dadurch ausgegrenzt wird.

Noch wichtiger ist mir aber der zweite Teil des Gedankens: Menschen, die Diskriminierung erfahren, bilden nicht automatisch eine solidarische Gemeinschaft. Die Geschichte feministischer Bewegungen zeigt ebenso wie gegenwärtige Beispiele, dass sich Menschen, die selbst gesellschaftliche Ausgrenzung erleben, nicht zwangsläufig füreinander einsetzen. Auch innerhalb emanzipatorischer Bewegungen können Ausschlüsse und Machtverhältnisse weiterbestehen.

Mir ist bewusst, dass Mareike Fallwickl mit ihrem Roman eine Utopie entwirft. Und die darf und soll über die Gegenwart hinausdenken. Für mich ist das aber hier nicht ganz überzeugend umgesetzt worden, weil Solidarität zwischen Menschen, die als unterschiedlich wahrgenommen werden und von ähnlichen Diskriminierungserfahrungen betroffen sind, als selbstverständlich dargestellt wird, statt als etwas, das immer wieder ausgehandelt und aktiv gelebt werden muss. Eine Utopie, die gesellschaftliche Verhältnisse überwinden möchte, könnte zeigen, wie schwierig und zugleich notwendig diese Arbeit ist. Für mich wird dieser Aspekt erst ganz am Ende und eher am Rande der Geschichte wirklich greifbar und dort in einem anderen Kontext (Stichwort Lena, Jerome).

Roman oder Sachbuch?

Ein weiterer Punkt der mir aufgefallen ist, betrifft die Erzählweise. Schon recht früh hatte ich das Gefühl, dass der Roman eine unglaubliche Fülle an gesellschaftlichen Fragen und Themen unterbringen möchte. Das an sich wäre ja noch kein Problem; im Gegenteil: Die Themen, die Mareike Fallwickl aufgreift, hängen vielfach miteinander zusammen und sollten unbedingt literarisch aufgegriffen werden. Bei mir entstand allerdings wiederholt der Eindruck, dass die Themen nicht immer aus den Figuren und ihren Konflikten heraus entstehen, sondern eher nebeneinanderstehen.

Man könnte auch sagen: ein Sachbuch in Romanform. Die Aspekte sind allesamt wichtig, aber für mich hat es sich beim Lesen ehrlicherweise leider nicht so angefühlt, als wären die Themen organischer Teil der Handlung oder des Denkens der jeweiligen Figuren. Das ist, wie gesagt, keine Kritik daran, dass Literatur gesellschaftliche Fragen verhandeln soll; bitte unbedingt! Ich hätte mir hier einfach vielmehr gewünscht, dass diese Fragen aus den Figuren, ihren Entscheidungen und ihren Beziehungen heraus entstehen, statt dass ich beim Lesen das Gefühl haben muss, dass es eine Liste von Themen gibt, die im Roman untergebracht werden müssen.

Auch mit der Vielzahl an Personen, Perspektiven und Zeitsprüngen hatte ich meine Mühe. Ich mochte die nicht allzu langen Kapitel. Gleichzeitig war es aber auch sehr herausfordernd, so häufig die Perspektive und/oder die zeitliche Ebene zu wechseln und in ein anderes Leben einzutauchen. Mir ist es diesmal, anders als beispielsweise in Und alle so still (Stichwort Nuri, Erin und Ruth), nicht gelungen, mich richtig in die Figuren hineinfühlen zu können.

Dazu beigetragen hat vermutlich auch die Gewichtung der Figuren. Während manche Personen viel Raum erhalten haben, hätte ich insbesondere über Sigrid und Frieda gern mehr erfahren. Mir ist klar, dass nicht jede Figur gleich ausführlich erzählt werden muss, und vielleicht ist es auch nur mein persönlicher Eindruck, dass die Gewichtung unausgewogen war.

Alte Erzählmuster umdrehen oder neue erfinden?

Zwei weitere Aspekte haben mich über das Lesen hinaus beschäftigt; deshalb möchte ich sie hier gerne auch einbringen. Einer davon betrifft die Märchen, die im Roman an einer Stelle eine Rolle spielen: „Luzia liest ihr vor. Es sind Märchen, die Jerome aufgeschrieben hat, umgedrehte Märchen, in denen Rotkäppchen den Jäger rettet und Prinzen in Türme gesperrt werden, Geschichten, die immer noch ein Knirschen im Denken verursachen.“ (S. 323)

Ich finde die Idee wirklich reizvoll, bekannte Erzählungen so zu verändern, dass sie unsere Denkmuster irritieren. Gleichzeitig frage ich mich, wie weit wir damit tatsächlich kommen. Wenn wir die Rollen in patriarchal geprägten Märchen lediglich umkehren, bleiben wir dann nicht weiterhin an deren Figurenkonstellationen und binären Geschlechtervorstellungen gebunden? Für mich liegt ein mindestens ebenso großes Potenzial darin, ganz neue Geschichten zu erfinden, die andere Beziehungen, Lebensentwürfe und Formen von Gemeinschaft selbstverständlich werden lassen.

Das ist eine persönliche literarische und feministische Position, kein allgemeingültiges Urteil über das Umschreiben von Märchen. Weil solche Erzählungen kulturell so tief verankert sind, können ihre Veränderungen durchaus produktiv sein. Mich persönlich interessiert allerdings stärker, was jenseits der Umkehrung bestehender Rollen möglich wird.

Der zweite Punkt betrifft die Verwendung des Begriffs „Missbrauch“. Ich finde es wichtig, auch auf solche sprachlichen Selbstverständlichkeiten zu achten. Ich selbst habe den Begriff lange verwendet, ohne darüber nachzudenken, und weiß leider nicht mehr, wo ich auf diese Problematik aufmerksam gemacht wurde. Mir geht es darum, dass der Begriff (gedanklich umgekehrt) einen vermeintlich legitimen „Gebrauch“ eines Menschen voraussetzen könnte. Und das würde ebenfalls eine Objektifizierung nahelegen.

Eine wichtige Idee, die mich nicht ganz erreicht hat

Trotz meiner ausführlichen Kritik (war mir wichtig, damit man die Sterne-Bewertung die man ja immer noch machen muss auf Rezensionsplattformen auch versteht) möchte ich die Stärken von "Haltet euch fest" definitiv nicht kleinreden. Mareike Fallwickl stellt Fragen, die ich für wichtig halte: Wie wollen wir lieben? Welche Beziehungen werden gesellschaftlich anerkannt? Wie können wir Verantwortung jenseits traditioneller Familienmodelle teilen? Und wie lässt sich eine Gesellschaft denken, in der Menschen füreinander einstehen, ohne sich an patriarchale Vorstellungen von Partner*innenschaft und Familie halten zu müssen?

Der Roman hat mich dazu gebracht, über diese Fragen und meine eigenen Vorstellungen von Gemeinschaft nachzudenken. Er hat mir neue Perspektiven auf Wahlmutterschaft eröffnet, mich mit schönen sprachlichen Passagen beschenkt und mir Einblicke in die Theaterwelt gegeben. Dass mich die Umsetzung jetzt nicht vollumfänglich gecatcht hat, schmälert jedenfalls nicht die Relevanz der gesellschaftlichen Vision, die das Buch erzählt.

Wer sich für alternative Familienmodelle, queere Beziehungen, Freund*innenschaften und feministische Gesellschaftsentwürfe interessiert, kann aus diesem Buch sicherlich viel mitnehmen. Die Grundidee einer Gemeinschaft, in der Menschen ihre Beziehungen freier gestalten dürfen, finde ich super wichtig und aktuell. Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass der Roman noch (!) konsequenter an dieser Idee dranbleibt, indem er weniger Nebenbühnen aufmacht und weniger Themen gleichzeitig erzählen möchte. Vielleicht hat sich die Autorin aber bewusst für diesen Weg entschieden, um deutlich zu machen, warum solche Gemeinschaften überhaupt ein erstrebenswertes Modell sein können (Stichwort Hintergründe). Was mir stellenweise zu viel war, könnte für andere Leser*innen gerade eine wichtige Erweiterung ihrer Perspektive sein; insbesondere dann, wenn sie sich mit den angesprochenen feministischen Themen bislang weniger beschäftigt haben.

Nach den Büchern von Mareike Fallwickl, die mich bisher sehr begeistert haben und die ich immer noch sehr gerne empfehle, ist Haltet euch fest. für mich ein Buch, bei dem ich einerseits froh bin, es gelesen zu haben (wegen seiner Idee), bei dem ich andererseits aber nicht sicher bin, ob ich es allein aufgrund der Umsetzung noch einmal lesen würde. Und es bleibt zu hoffen, dass es eines Tages wirklich egal sein wird, wer mit wem in welcher Beziehung und wo wohnt, weil „Familie ist kein Zustand. Familie ist eine Entscheidung.“ (S. 351).
Profile Image for Fiona.
201 reviews78 followers
October 6, 2026
Ich liebe die Bücher von Mareike Fallwickl und verschlinge alles, was sie schreibt. Auf ihr neues Buch »Haltet euch fest« war ich unglaublich gespannt. Jetzt, nachdem ich es gelesen habe, fühle ich mich genau wie Marle und Luzia: »So halb« okay. Das Buch hinterlässt ein warmes Gefühl wie nach einer festen Umarmung, gibt aber auch viel mit zum Nachdenken. Denn, wie es auf S. 169 heißt: »Wer definiert, was Liebe ist und was nicht?«

Erzählt wird die Geschichte von Luzia und Marle. Luzia wächst in einer Wahlfamilie in einem großen Haus auf, in dem alle Formen der Liebe gelebt werden und arbeitet jetzt als Regisseurin am Theater. Ihre Freundin Marle, die eigentlich immer den Traum von einer „ganz normalen“ (heteronormativen) Kleinfamilie hatte, entscheidet sich nun mit fast Vierzig für einen anderen Weg: Sie will ein Kind, aber keinen Mann mehr. Beide wissen, wofür sie kämpfen: Für ein neues, ein allumfassendes Verständnis von Liebe abseits von patriarchalen Strukturen. Und mit den richtigen Menschen um dich, die dir Halt geben und für dich da sind, ganz egal was kommt, kann das auch gelingen.

Die Thematik, der sich Mareike Fallwickl in ihrem inzwischen fünften Roman widmet, finde ich unglaublich spannend. Denn wie wir Familie verstehen, ist heute so viel mehr als Mutter-Vater-Kind. Gleiches gilt für ein »Ich liebe dich.« Zu wem sagen wir diese Worte bzw. wem sind sie vorbehalten und warum? Die Geschichte nimmt uns mit in ein großes Haus mit sehr viel Platz, das ein Zuhause, ein Safe-Space ist – und zwar für alle Formen zu leben und zu lieben. Und von all seinen Bewohner*innen können wir denke ich wahnsinnig viel lernen und für uns selbst mitnehmen. »Haltet euch fest« ist nicht nur der Titel dieses wundervollen Buchs, es ist auch eine Message für die Zukunft, die es seinen Leser*innen mit auf den Weg gibt. Herzens-Empfehlung! 🫂
Profile Image for Juleika.
32 reviews
October 18, 2026
Das Lesen war ein Prozess, kein "schnelles Durchfliegen", ich brauchte Pausen, Atempausen, Zeit zum Weinen zwischendurch und zum Nachdenken darüber, wie ich Liebe, Beziehungen und Nähe in meinem Leben definiere und in Zukunft definieren will.
Ich will meine Freundinnen mehr festhalten, Liebe für mich nochmal überdenken. Ich will mehr Kuscheln, Komplizin sein, Fühlen... und das alles ist schon in mir und dieses Buch hat es hoch geholt.
Sicher werde ich es nochmal lesen, vielleicht an anderen Stellen weinen - wie auch durch alle anderen Bücher von Mareike Fallwickl hat sich zwischen den Seiten was in mir verändert.
1 review
October 7, 2026
Ich wünschte, ich hätte dieses Buch bereits vor 10 Jahren lesen können ❤️
Profile Image for Johanna Doppler.
87 reviews7 followers
October 29, 2026
Ich hätte es so gern lieber gemocht, aber für mich war das Buch vor allem zu viel.
Zu lange, zu viele handlungsstränge, zu viele Perspektiven, zu viele Zeitsprünge.
Ich konnte keine Beziehungen zu den Figuren herstellen, die Sorgen nicht nachempfinden.
Profile Image for Johanna.
2 reviews
October 22, 2026
Familie ist kein Zustand. Familie ist eine Entscheidung.
Lässt mich inspiriert, traurig und glücklich zugleich zurück
Profile Image for Valentina.
24 reviews1 follower
October 13, 2026
Puh, das war intense.
Im Zentrum steht das Haus, das für alle da ist, ein Zufluchtsort. Gebaut von Frieda, Kindheit und ihr ganzes Leben für Luzia und eben Zuflucht für Marle. Das sind die drei Perspektiven aus denen das Leben im und um das Haus geteilt wird.
Zuerst fand ich das Buch einfach packend, die Andeutungen, die nur Stück für Stück gelöst werden und vor allem die Liebe, die immer präsent ist.
Am Ende hat es mich komplett zerstört, auf die beste Weise.
Es hat viel mit mir gemacht, kann es absolut empfehlen.
Profile Image for Rosa.
758 reviews44 followers
October 15, 2026
Ich hatte mich wirklich auf das neue Buch von Mareike Fallwickl gefreut und es hat nicht enttäuscht. Super spannendes Konzept und wichtige Diskussion über Arten von Liebe, Beziehung und Lebensgestaltung. Hat mich ein bisschen traurig gemacht, dass ich mich selbst teilweise dabei erwischt hab zu denken: "eh schön, aber klingt anstrengend". Und das sollte es einfach nicht sein. Hat auf jeden Fall zum Nachdenken angeregt.
Profile Image for Michaela.
9 reviews
October 26, 2026
Ein unfassbar liebevolles Buch, das auf allen Ebenen berührt - Verbündete 💜
3 reviews1 follower
October 26, 2026
Es war sehr genussvoll, in dieses utopische Lebensmodell einzutauchen, das aufgezeichnet wird, um sich patriarchalen Strukturen zu widersetzen. Besonders gut gefiel mir die Erkundung aller Formen der Intimität, bei denen Sexualität explizit keine Rolle spielt und das Feiern von Freundinnenschaft. Ein schöner jnd warmer Gegenentwurf zur oft so dusteren und vereinzelten Gegenwart.


ABER rein literarisch gesehen hat es mir nicht gut gefallen.

Es war zu politisch-erklärend, die Figuren mehr oder weniger Schablonen, die dazu da waren, das Geflecht darzustellen, alle arbeiteten sich gefühlt nur an gesellschaftlichen Erwartungen und dem Schmerz des Anderssein ab, hatten darüber hinaus keinen Charakter und Interessen. Ich empfand die Figuren daher als flach. Ebenso schade, dass wir zwar Charaktere als Erzählerinnen über ihre Kindheit und Erwachsenenleben horen, aber deren unterschiedliches Alter im Verlauf der Jahrzehnte meiner Meinung nach sich wenig in ihrer Art zu erzählen niederschlagt.

Meine größte Kritik ist, dass die Konflikte, die notgedrungen in Wahlfamilien und Verantwortungsgemeinschaften ebenso auftauchen mussen und eben auch gelost werden müssen wie in Kleinfamilien mit heterosexuellen Eltern, viel zu wenig auftauchen und bearbeitet werden, erst zum Schluss und auch auf eine unbefriedigende Art und Weise.

Für mich wirkt das Buch wie eine Hommage an dieses utopische Haus, das geschaffen wurde als Ruckzugsraum, als Gemeinschaft, als ein absolut bestärkender Entwurf, wie man Gemeinschaft gestalten kann, während die einzelnen Figuren verblassen und austauschbar sind. Daher freue ich mich sehr es gelesen zu haben, wurde es auch weiter empfehlen, fand es aber nicht unbedingt ein gutes Buch.

Profile Image for em.
478 reviews
October 26, 2026
„Haltet euch fest“ ist ein Buch, das Zeit braucht. Ich musste es langsam lesen, um alles wirklich aufnehmen zu können.

Ich habe den Schreibstil wie immer sehr geliebt, Mareike Fallwickl findet schöne und schmerzhafte Worte, wohltuend, flüssig und sehr poetisch.

Das Buch funktioniert sehr dicht, es behandelt so viele wichtige Themen, bringt Emotionen dicht an die Lesenden, aber auch Fakten. Da sind so viele Zeitebenen, so viele Charaktere, mit denen man sich identifizieren kann oder mit denen man mitfühlt.

Man gewinnt einfach so viel Wissen und Verständnis aus der Geschichte, neben tiefen Gefühlen für die Figuren und ihre Geschichte. Gesellschaftliche Verhältnisse werden hinterfragt, Missstände sichtbar gemacht und am Ende ist „Haltet euch fest“ auch eine Hymne an die Liebe, an Freund*innen und alles, was sie leisten.
Profile Image for Hanna.
67 reviews9 followers
October 29, 2026
Hatte mal wieder eine richtig gute Zeit mit den Worten von Mareike Fallwickl!
Und auch wenn ich es schwer finde sie zu kritisieren fand ich die feminstischen Aspekte/Fakten (die mega wichtig und gut waren!) teilweise ein bisschen zu unrealistisch eingebaut. Bin nicht sicher ob Personen sich wirklich ständig so über das Patriarchat und gesellschaftliche Vorstellungen unterhalten. Das kam mir manchmal ein bisschen zu gewollt vor. Auch mit den vielen Zeitsprüngen, der unterschiedlichen Charakter, hatte ich manchmal meine struggles. Gleichzeitig sind mir diese sehr ans Herz gewachsen und ich konnte mich sehr in das Setting des Hauses hineindenken. Hab mich auch sehr oft hineingewünscht tbh. Ich mochte es unglaublich gerne wie sehr das Buch unsere Beziehungsformen hinterfragt und u.A. freundschaftliche Liebe und Wahlfamilie in den Fokus rückt. Möchte das viel mehr Menschen sich damit auseinandersetzten.
Profile Image for sarah.
6 reviews
October 17, 2026
was bleibt von diesem buch?
es bleibt eine seltsame irritation, und ein paar fragezeichen. ist das ein roman, und wenn ja, worum geht es eigentlich? oder ist das ein lehrbuch für cis heterosexuelle weiße frauen, die gerade erst zarte schritte in richtung eines möglichen feminismus machen?
rezensiert wird es als „buch ohne männer“, ich hatte mich darauf gefreut - und wurde bitter enttäuscht. die abwesenheit von männern, ihre abdingbarkeit und irrelevanz wird so häufig thematisiert, dass es keinen spaß mehr macht. auch die thematisierung der verzichtbarkeit auf cis männer ist patriarchal.

gestört habe ich mich auch an dem (aus meiner sicht nicht gelungenen) versuch, möglichst viele diversitätskategorien unterzubringen. um nur die prominentesten zu nennen (wohlgemerkt alle in den ersten hundert seiten untergebracht): queer, frauen, keine cis männer, mental load, perimenopause, neopronomen, sexarbeit, gewalt, schwulsein, alter, finanzen, care strukturen, alleinerziehend, bildschirmzeit, single mom by choice, wahlfamilie, trans, of color. letzteres besonders bitter: als weiße autorin eine of color perspektive einzunehmen und diese mit worten wie „glutäugig“ und „bronzefarben“ zu beschreiben - erschreckend rassistisch und kolonialistisch.

ich stehe an fallwickls seite in dem feministischen kampf, der so wichtig ist und uns alle einen soll.
allerdings: fallwickl schreibt für die feministische masse, für feministische beginnende, und ich bin nicht sicher, ob ihr klar ist, dass sie auf dem weg, zu versuchen etwas anderes zu werden, einige von denen verliert, für die sie gern schreiben würde, vielleicht dieses buch gern geschrieben hätte, es aber leider nicht geschafft hat.
Profile Image for Soph.
83 reviews1 follower
October 20, 2026
Hab mich extrem gefreut auf ihr neues Buch weil ich ihre letzten zwei Romane auch so toll fand, kam aber leider selbst ab Seite 200 noch nicht in die Story rein :/ Ich finde die Handlung nach wie vor richtig toll, fand die Story leider aber sehr unzugänglich durch die vielen Zeitsprünge, wusste auch die meiste Zeit dann nicht mehr wie alt die Protagonist*innen gerade eigentlich sind und in welcher Lebensrealität sie sich befinden. Durch die vielen Sprünge konnte ich auch keine richtige Verbindung zu den Figuren aufbauen, wusste auch oft nicht mehr wer eigentlich wer ist weil alle Figuren at some point ineinander flossen.
Hätte das Buch aber bestimmt gemocht wenn es anders aufgebaut gewesen wäre, deswegen wahrscheinlich auch abhängig von den eigenen Präferenzen und kein schlechtes Buch per se 😋
Profile Image for Monika.
32 reviews
October 22, 2026
Ich hab’s geliebt 😭 bin hammer traurig, dass ich’s durch hab.
Profile Image for Victoria2812.
74 reviews3 followers
October 25, 2026
Super spannende Idee grundsätzlich. Das Buch ist besonders, originell, höchst politisch (was ist auch nicht politisch?), fortschrittlich, hat mir neue Denkanstöße geben, insbesondere bzgl. alternativer Lebensmodelle

Protagonistinnen haben sich sehr nahbar, vulnerable und real angefühlt

Schreibstil sehr gut

Es war größtenteils mitreißend, ich wollte weiterlesen, auch wenn ich mich zeitweise gefragt habe, was der Plot sein soll

Liest sich leider stellenweise mehr wie ein Essay turned Roman, aber nicht im positiven Sinne. Wichtige Themen werden besprochen, aber manchmal fühlt es sich mehr wie eine Abhandlung an, statt organisch. Dies ist besonders auffällig in Gesprächen, wo Protagonist*innen so sprechen, als würden sie inszenierte politische Reden halten statt natürlich reden

Zu viele Themen werden reingequetscht, etwas weniger wäre mehr gewesen

Ich finde es besser als „Und alle so still“ aber schwacher als „die Wut die bleibt“

Das Buch fühlt sich tatsächlich an, wie eine Umarmung. Ich habe mich gesehen gefühlt, verstanden gefühlt: und gemerkt, ich bin nicht die einzige, anderen geht es genauso und vor allem: Veränderung ist MÖGLICH

Es macht Hoffnung auf eine gerechte, gewaltfreiere, liebevollere Welt

Eine dicke Umarmung geht raus an all meine Freundinnen 🫂
Profile Image for Leseratte0815 Felou:).
4 reviews1 follower
October 29, 2026
Was für ein tolles und bewegendes Buch! Es hat mich so viel gelehrt und mein Verständnis von Liebe, Gemeinschaft und Familie nochmal erweitert.
Einen Stern Abzug gibt es nur für die teils recht vorhersehbaren Charakterentwicklungen. Und weil in dem Buch so viele Diskriminierungen und -ismen thematisiert werden, Speziezismus dabei aber leider völlig frei und selbstverständlich gefestigt wird (indem z.b. viele Tierprodukte konsumiert werden). Wenn Mareike Fallwickel intersektional schreiben möchte, sollte das beim nächsten Buch anders sein.
Trotzdem, alles in allem ist es eine tolle Lektüre!
Profile Image for Theo.
119 reviews1 follower
October 27, 2026
Eine inspirierende Utopie. Eine Bestandsaufnahme aktueller feministischer Themen. Und zum Heulen schön.

Ich bin der Autorin dankbar für ihre Aufklärungsarbeit. Und für endlich eine platonische Liebesgeschichte, die mir Herzklopfen und Freudentränen beschert hat. Wow. (Somi und Luzie for ever)
3 reviews
October 14, 2026
Lesen, lesen, LESEN!
Es ist eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe und ich wünschte, ich hätte es schon vor zehn Jahren lesen können!
Profile Image for Uta Vogt.
153 reviews5 followers
November 2, 2026
Ich wollte das neue Buch von Mareike Fallwickl lieben, weil ich die beiden Vorgängerromane „Die Wut, die bleibt“ und „Und alle so still“ SO SEHR geliebt habe.
Und ja, „Haltet euch fest“, erschienen im Rowohlt Verlag, ist ein richtig gutes Buch: erzählt wird die Geschichte einer ungewöhnlichen Lebensgemeinschaft über viele Jahrzehnte und im Mittelpunkt steht ein Haus, das gebaut wurde, um andere Lebensformen als die typische Kleinfamilie zu ermöglichen und Menschen Sicherheit zu bieten, die in der Gesellschaft keinen Platz gefunden haben.
Im Haus, das Frieda und Sigrid sich 1978 erträumt und später dann gebaut haben, leben Menschen aller sexuellen Orientierungen zusammen als chosen family. Die Kinder, und davon gibt es reichlich, werden von allen gemeinsam „großgeliebt“ und einige dieser Kinder begleiten wir bis in‘s Erwachsenenleben: ihre Struggles mit der Welt außerhalb des Hauses, ihr Leiden an dem, was im Haus auch Negatives passiert ist und wie sie es Jahre später finden, in einer Utopie großgeworden zu sein.
Wir erleben Luzia, die feministische Theaterregisseurin, und ihre Freundinnen, wie sie so vieles anders und besser machen (wollen), immer auf der Suche nach echter Verbindung in größtmöglicher Freiheit.
Und ja, mich haben Luzia, Marle und Frieda immer wieder sehr berührt. Die ganze Romanidee finde ich absolut großartig und auch „Haltet euch fest“ hätte wieder 5 von 5 Sternen von mir bekommen, wenn Mareike Fallwickl nicht immer und immer wieder in feministische Diskurse abgeglitten wäre.
Wir brauchen und wollen Bücher, die andere Lebensmodelle ganz natürlich erzählen und durch diverse Protagonist*innen ein breites Spektrum an Lebensrealitäten abbilden! Unbedingt!!
Aber bitte auf natürliche Art und Weise, in einem Roman ohne ideologischen Überbau.
Ich hatte zu oft das Gefühl, dass Mareike Fallwickl ihren Leser*innen noch über dieses und jenes Thema einen Vortrag halten wollte und ihren Protagonist*innen dann Abhandlungen in den Mund gelegt hat, die absolut nicht natürlich klingen. Schade!
Dennoch stabile 4 von 5 Sterne, weil es abgesehen davon ein ganz wunderbares Buch ist!
143 reviews
October 19, 2026
Das Hörbuch ist wirklich gut gelungen! Auch die Sprecher fand ich hervorragend gewählt, weil ihre Stimmen und ihre Art zu lesen sehr gut zum Stil des Buches passen.
Inhaltlich beschäftigt sich Mareike Fallwickl wieder mit unangepassten Lebensentwürfen und der Frage, wie wir unser Zusammenleben anders gestalten könnten. Besonders interessant fand ich die Idee einer Gemeinschaft, in der Freundschaft, Liebe und Familie nicht nach den üblichen Vorstellungen funktionieren müssen. Es geht um alternative Formen des Zusammenlebens und darum, wie eine Gesellschaft aussehen könnte, die für alle Menschen mehr Freiheit und Möglichkeiten bietet.
Wie man es von Fallwickl kennt, gibt es dabei auch wieder einige Grenzüberschreitungen. Manchmal denkt man sich zunächst, dass bestimmte Handlungen eigentlich nicht so recht zu einem Roman über weibliche Emanzipation und eine gerechtere Gesellschaft passen wollen. Gleichzeitig finde ich genau diesen Widerspruch spannend: Warum sollten weiblich gelesene Personen in der Literatur nicht ebenfalls Gewalt ausüben oder moralisch fragwürdige Entscheidungen treffen dürfen? Eine andere Gesellschaft zu denken bedeutet schließlich nicht, alle Figuren zu idealisieren oder sie von Widersprüchen freizusprechen.
Gerade diese unbequemen Aspekte machen den Roman für mich interessant. Fallwickl regt dazu an, eigene Vorstellungen von Freundschaft, Liebe und gesellschaftlichem Zusammenleben zu hinterfragen, ohne es sich dabei immer einfach zu machen. Ein spannendes Hörbuch, das mich beschäftigt hat und dessen Umsetzung mir wirklich gut gefallen hat
Profile Image for Eva Teja.
24 reviews
October 19, 2026
Ich mochte die letzten beiden Romane der Autorin sehr, da sie positive, wenn auch radikale, feministische Ideen weitergedacht haben.
Bei diesem Buch habe ich deshalb Ähnliches erwartet und bin nicht enttäuscht worden.
Mareike Fallwickl spinnt ihre Idee weiter, dass Frauensolidarität wegweisend für eine feministische Zukunft ist und inszeniert in ihrem neusten Roman Freundinnenschaft als Zentrum des Geschehens. Die Freundinnenschaft von Marle und Luzia wird abwechselnd aus den Perspektiven der beiden erzählt. Wir erfahren von der gemeinsamen Kindheit: Marle, die im Zirkus ihrer Eltern aufwächst und Luzia, die in einem Mehrgenerationen Haus mit schwulen Vätern und zwei Freundinnen als Mamas mit vielen (Halb-)Geschwistern und anderen Pflegekindern aufwächst. Genau dieses Haus ist auch das liebevolle Zuhause und emotionaler Anker der Charaktere. Die Autorin zeichnet ein Bild einer "idealen" Wohngemeinschaft, basierend auf einer Frauenfreundschaft, die ein neues Konzept in die Welt geboren hat, das zwei Generationen später noch stand hält. Genau dieses Konzept wird in der Geschichte allerdings auch auf den Prüfstand gestellt: Können Erwachsene und Kinder unter einem Dach leben und eine Familie sein, auch wenn es keine Blutsverwandtschaft gibt? Können wir eine Community aufbauen, die nicht aus einer Verwandtschaft gewachsen ist? Können wir uns aktiv für einander entscheiden und uns vom Bild der heteronormativen nuklearen Familie trennen?
Die Erzählung verwebt mehrere Jahrzehnte und Frauenleben, adressiert Themen wie Kinderwunsch ohne Partnerschaft, männliche Gewalt und Gewalt am Arbeitsplatz.
All das wird mit soviel Liebe erzählt: Freundinnenschaft, Commitment, Solidarität zwischen Frauen macht vieles möglich.
Ich kann mir vorstellen, dass das Buch für die eine oder andere eine Spur radikal feministisch ist, gerade deshalb mag ich es auch sehr. Das einzige, was mich manchmal etwas gestört hat, war, dass hin und wieder in Gesprächen zwischen den Charakteren eine ein Bildungsauftrag an die Lesenden zu spüren war.

Danke an Rowohlt für das Rezensions-Exemplar.
Profile Image for Denise.
728 reviews10 followers
Review of advance copy received from Publisher
October 3, 2026
Luzia wächst in einem Haus auf, in dem es jede Art von Liebe gibt: queer, platonisch und romantisch. Schon als Kind muss sie diese Art des Lebens verteidigen. Als Erwachsene kämpft sie gegen patriarchale Strukturen und gegen ihre eigene Wut. Ihre Jugendfreundin Marle scheitert an Dates, an romantischer Liebe und will doch nur eines: Ein Baby. Ein Unwetter beschädigt das Haus ihrer beider Jugend und schnell wird klar, dass der Schutz einer Wahlfamilie mit der Welt außen kollidieren kann.

"Haltet euch fest" ist der neuste Roman von Mareike Fallwickl und hat mich zutiefst berührt und bewegt. Die Autorin schreibt über die Hürden eines Zusammenlebens, das nicht in das klassische Bild passt, über Liebe, die nicht romantisch und dennoch wichtig ist und sie rüttelt damit an vielen Glaubenssätzen, mit denen wir aufgewachsen sind.

Marle und Luzia erzählen aus ihrem Leben und springen dabei in den Jahren. Das ist zu Beginn verwirrend und zwingt einen zum Fokus. Und Fokus ist für diesen Roman immens wichtig, denn Mareike Fallwickl erzählt mit zwei Sätzen mehr, als anderen auf mehreren Seiten. Ihre Erzählweise ist dicht wie ein Gebüsch und enthält dabei so viele Denkanstöße, dass ich immer wieder pausieren und durchatmen musste.

Was bleibt nach der Lektüre? Für mich viele Gedanken zum Denken, Auseinandernehmen und neu zusammensetzen. Und eine unterschwellige Wut, warum wir uns so vieles vorenthalten, weil man es halt schon immer so gemacht hat.

Eine klare Leseempfehlung!
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October 27, 2026
"Haltet Euch fest" ist ein Themen- und Thesen-Roman, der sich ganz einer Botschaft verschreibt: Stellt die normalen Vorstellungen von Familie, Carearbeit und (romantischer) Liebe in Frage, werdet Verbündete, Freund:innen, sexuell frei und sorgend-solidarisch.
Doch so bunt, vielfältig und experimentierfreudig die Botschaft ist - der Roman ist es literarisch gesehen überhaupt nicht. Schon die beiden Vorgängerromane wollten aufklären und auf Mißstände aufmerksam machen und wirkten erzählerisch bisweilen schwergänig.
Dies ist bei "Haltet Euch fest" noch auffälliger. Die Personen wirken wie Marionetten, es wird permanent erklärt, bewertet und eingeordnet statt erzählt und gezeigt. Wieviel kraftvoller wäre das Leben im Haus, wenn man Zuschauen und Staunen dürfte, miterleben,-lachen und zittern.
So blöd sind doch Leser:innen oder (wie in meinem Fall) Hörer:innen gar nicht, dass man ihnen ständig erklären muss, was normal sei, aber dass man auch außerhalb der Norm sich orientieren darf etc. Dieser Stil hat mich regelrecht aggressiv gemacht.
Soviel lieber hätte ich die Personen kennengelernt, wer ist besipielsweise Jerome, wer ist Paul ... ich erfahre nur Stereotypen. Zumindest solange ich zugehört habe. Ich habe abgebrochen. Mit großem Bedauern: Da ich die Positionen von Mareike Fallwickl sehr schätze, da ich die Grundidee des Buches sehr gut finde. Aber literarisch hat es mir tatsächlich Schmerzen bereitet.
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October 29, 2026
Mareike lädt uns alle ein, mal drüber nachzudenken, ob das Konzept Kleinfamilie so eine gute Idee ist…sie hat da auf jeden Fall noch ein paar andere gute Ideen und nimmt uns mit ins Haus, wo sich mehr als 2 Erwachsene um die Kinder kümmern und wo immer Platz ist für Menschen, die gerade einen brauchen.
Die Zeitsprünge haben mich ein bisschen gestört und insgesamt find ich, will das Buch ein bisschen zu viel…inhaltlich hätte sie drei draus machen können. Aber tolle Menschen und Geschichten und Anregungen zum Weiterdenken…
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