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Zeit der Monster

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Der Ort ist ein Stadtviertel. Die Zeit ist die Apokalypse. Das glauben jedenfalls immer mehr, angestachelt von einer durchs Netz rasenden Prophezeiung. Durch das wilde, kaputte Viertel, in dem man trotz allem zusammenhält, streift währenddessen die junge Sanya, eine Pistole im Rucksack – bis sie eines Tages eine seltsame Gestalt trifft.

Zwischen furiosem Epos und buntestem Pop, zwischen existenzieller Oper und wärmster Soap-Opera fragt Şeyda Kurt, welche Chancen im Zerfall aller Ordnungen liegen. Sanya und ihre schillernde Wahlfamilie sind tief verstrickt in die über Grenzen und Zeiten reichende Geschichte ihrer Gemeinschaft. Können wir anders leben? Aufwühlend, klug und alles verändernd ruft dieses Ereignis von einem Romandebüt: Ja.

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Published July 21, 2026

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About the author

Şeyda Kurt

7 books229 followers
Seyda Kurt, geboren 1992 in Köln, studierte Philosophie, Romanistik und Kulturjournalismus in Köln, Bordeaux und Berlin und ist Journalistin und Moderatorin. Sie schreibt unter anderem für taz. Die Tageszeitung und ZEIT ONLINE. In der Kolumne Utopia bespricht sie für das Theater-Onlinemagazin nachtkritik.de kulturelle Repräsentationen von Liebe und Zärtlichkeit auf Theaterbühnen. Auf Twitter schreibt sie unter @kurtsarbeit über politische und soziologische Belange.

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37 (11%)
1 star
19 (5%)
Displaying 1 - 30 of 70 reviews
Profile Image for Meike.
Author 1 book5,649 followers
July 30, 2026
Everything but the kitchen sink, and then Köln-Kalk (a neighborhood in Cologne) faces the apocalypse - but I was ready to give in to the forces that be way before that. Şeyda Kurt, a well-known non-fiction author and philosopher, gives us a debut novel with a title that refers to Antonio Gramsci: "The old world is dying, and the new world struggles to be born: now is the time of monsters." A story of transformation, of liminal spheres, set in "the swamp", a version of Köln-Kalk where the author grew up - a story, I'd maintain, that mainly ponders what constitutes family, community, and home, and how is history framed: What / who is remembered, what is deemed important?

Our protagonist is Sanya, who has found a family of choice revolding around gym owner Mira and her children Yousip and Nabû. Mira writes letters to the Chancelor and pushes the conspiracy theory that the apocalypse is approaching; then, her daughter Nabû disappears, and Sanya starts searching for her. Makew no mistake: This rather straightforward summary is very inadequate, because to call the story sprawling is an understatment. A priest gets annoyed by the many people looking for shelter in his church; there are Turkish Nazis, and a "Brigade Karl Küpper" (named after an important figure in the Cologne carnival); the climate crisis features; and the bar Red Lion where Sanya works and its patrons; and a silver cup with enigmatic signs; and and and. Also, because the present cannot be understood without the past, there is the Osman Empire, and Diego Maradona, and the Second Gulf War, and the banking crisis, and the history of Mesopotamia, and and and. And then, out of nowhere, there's a certain journalist called Maurice von Schusslar (okay: what's the beef with Moritz von Uslar? I'm curious).

Kurt said in an interview that praising literature for being concise ("not one unnecessary word") constitutes bourgeois criticism, but you know what: I have shit to do, and I'm too old to waste my youth, so call me bourgeois, but I'm all against meandering, unnecessarily wordy novels, sorry. This novel tackles way too many topics and lacks specificity, which renders the characters arbitrary and the story non-immersive. We get different perspectives, it's partly crafted as a prose poem, and for the narrated seven days, it throws tons of confetti. To what end?

Regarding the title-giving monsters, Kurt points to the Latin root of the word "monstrare" (show) - yes, we are shown and endless parade of scenes, but why? That history is a construct frankensteined together by those who reign the discourse does not justify this, on the contrary: It raises the question what alternative criteria should be applied to the construction of history, because just throwing everything at the wall does not power an alternative discourse, as the novel proves.

You can now listen to the podcast gang discussing the novel here: https://papierstaupodcast.de/podcast/...
Profile Image for Manuel.
78 reviews18 followers
June 27, 2026
Ich habe die Sachbücher von Şeyda Kurt noch auf meiner Leseliste, mit ihrem Debütroman konnte ich aber nicht warten. Dieser hat mich zwiegespalten zurückgelassen.

Der Ort: Wir beginnen in einem Stadtviertel, das stellvertretend für viele heruntergekommene, abgehängte Stadtviertel stehen kann.

Die Zeit: Eine apokalyptische Stimmung, die nach Kriegen, Natur- und Umweltkatastrophen liegt. Popkulturelle Referenzen wie die No Angels oder Diego Maradona schließen auf eine Zeit in kurzer Zukunft.

Der Plot: Im Viertel breitet sich eine Prophezeiung vom Ende der Welt aus. Die Figuren reagieren darauf in unterschiedlicher Weise.

Şeyda Kurt erzählt von verschiedenen Charakteren, einer ganz eigenen Dynamik im Viertel, wie es sein könnte, wenn wir ein wenig in die Zukunft schauen. Die Soli-Ambulanz, der Nachbarschaftsrat, der nie endende Streik sind Anzeichen linker Revolutionen. Die Kanzlerin und das Desinteresse am Stadtviertel Ergebnisse rechter Tendenzen. Sie erzählt auch, nebenbei und ohne Besonderheit, von queeren Familien, alleinerziehenden Vätern und wie selbstverständlich diese in einer solchen Zukunft werden können.
Sie erzählt von der Geschichte der Assyrer*innen, der Aramäer*innen, arabischer Mythologie und welche Chance in Chaos und strukturellen Umbrüchen liegt. Das hat mir gut gefallen.

Der beschriebene Stadtteil befindet sich gerade in so einer Chaosphase. Dieser Alternativentwurf zu unserem jetzt ist eindrücklich beschrieben. Leider hat mir der Plot nicht so zugesagt. Was mit den einzelnen Personen passiert und der Titel wirkten für mich nicht stringent und nachvollziehbar und hat mich leider teilweise den Lesefluss gekostet.
Profile Image for Ileana (The Tiniest Book Club).
299 reviews54 followers
August 20, 2026
„Zeit der Monster“, der Debütroman von Şeyda Kurt, bekannt für ihre erfolgreichen Sachbücher „Radikale Zärtlichkeit“ und „Hass“, ist nicht auf der Longlist des Deutschen Buchpreises gelandet. War er der Jury zu politisch? Zu konfus? Ich würde tausend Mal lieber eine Mängelliste für „Zeit der Monster“ erstellen als für gewisse andere Titel, die ich dafür ja lesen müsste.
„Zeit der Monster“ ist manchmal ein verwirrender Read, weil es vor Ideen und Konzepten nur so sprüht.

Der Roman ist eine Liebeserklärung an Köln-Kalk, den Stadtteil, in dem Şeyda Kurt aufgewachsen ist, das hat sie in einigen Interviews erwähnt. Das fiktive Viertel, in dem „Zeit der Monster“ spielt, ist voller Leerstand, abgehängt. Wie Köln-Kalk ist es ein Arbeiter*innenviertel, von einer Industrie der Vergangenheit geprägt. Viele marginalisierte Menschen wohnen hier, man hört viele Sprachen, Religionen werden Seite an Seite gelebt.

Die junge Protagonistin Sanya arbeitet schon am Vormittag in einer verrauchten Kneipe in der brütenden Hitze. Die Menschen im Viertel fürchten den Weltuntergang, auch wegen einer obskuren TikTok-Prophezeiung.

Şeyda Kurt schreibt sinnlich, bildreich, fiebrig. Im Gemeinschaftsgarten, in den sich Sanya vor der Hitze flüchtet, flammen Tomaten, träumen Kartoffeln unter der Erde, duften Kräuter irre. Und dann ist da ein Schatten zwischen dem Gemüse und dem Müll, den Injektionsnadeln und den Zigarettenstummeln. Ein unbekanntes, menschenähnliches, alters- und geschlechtsloses Wesen.

Şeyda Kurt fürchtet sich nicht. „Zeit der Monster“ ist Gesellschaftsroman, ist Dystopie, ist Revolutionsschrift. Alles findet zusammen mit einer Lust am Fabulieren, am Erzählen, einer Lust am Maximalismus, die auf dem deutschen Buchmarkt zur Zeit richtig fresh wirkt.
Trotz der antiutopischen, manchmal fast mythologischen Atmosphäre, befinden wir uns mitten in unserer eigenen Gegenwart, das ist einer der Aha-Effekte dieses Buches.

Zwischen Epos und Seifenoper changiert „Zeit der Monster“ wie ein Fiebertraum. Der Mittelpunkt, der eigentliche Hauptcharakter: das Stadtviertel. Im Roman wird dieses Viertel, dieser Sumpf, bevölkert von lebendigen, facettenreichen Charakteren, vielen Frauen, Widerstandskämpferinnen, Revoluzzerinnen. Monstern begegnet man im Viertel eher selten. Die kommen von außerhalb: sie sorgen dafür, dass das Viertel abgehängt bleibt, arbeiten mit Polizeigewalt, sind Faschisten, Graue Wölfe oder auch Personen aus den Medien, die nichts verstanden haben.

Das Viertel steht allein, kämpft allein. Durch Selbstorganisation und Stadtteilpolitik gibt es Dinge wie eine Notfallambulanz und einen Communitygarten. Die Menschen helfen einander, lassen Nachbar*innen nicht im Stich, egal, woher sie stammen. Alle im Viertel bilden eine Gemeinschaft der Ausgestoßenen.

Hier sehe ich die Kernaussage: die große, politische Kraft, die große Schönheit, die zur Chance wird, uns in einer Zeit der Katastrophen und Monster überleben lässt als Gemeinschaft mit Blick auf die, die mit und neben uns leben. So wird der Sumpf zu einem Ort der Herrlichkeit.
Profile Image for Wolf Macbeth.
226 reviews3 followers
July 31, 2026
ZWISCHEN SUMPF UND ZÄRTLICHKEIT

Im Mittelpunkt steht Sanya, die durch ein heruntergekommenes Viertel streift, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sowie Realität und Mythos ineinanderfließen. Şeyda Kurt erzählt dabei weniger eine geradlinige Geschichte als von einer Gemeinschaft und der Frage, wie wir in einer beschädigten Welt zusammenleben können.

"Zeit der Monster" ist für mich kein Roman über Monster. Die Monster sind vielmehr die monströsen Verhältnisse, die wir Menschen selbst erschaffen: Krieg, Umweltzerstörung, Ausgrenzung und Gleichgültigkeit.

Die Handlung steht dabei gar nicht so sehr im Vordergrund. Viel wichtiger sind die Figuren, ihre Gedanken und die Atmosphäre im Viertel. Şeyda Kurt schreibt sehr poetisch, manchmal märchenhaft und voller starker Bilder. Manche davon haben mich wirklich berührt – besonders, wenn sie über Liebe, Zärtlichkeit oder Fürsorge schreibt. Der Satz „Einen Menschen so lieben, als würde man all seine Geheimnisse kennen, und gleichzeitig dazu bereit sein, das Unergründliche an ihm hinzunehmen.“ gehört für mich zum Schönsten, was ich je über Liebe gelesen habe.

Trotzdem hat mich der Roman als Ganzes nicht ganz überzeugt. Es gibt viele kluge Gedanken und sprachlich eindrucksvolle Passagen, aber manches wirkte auf mich etwas gewollt – als wolle der Text besonders geheimnisvoll oder bedeutungsschwer sein. Dann sehe ich gewissermaßen die Autorin hinter dem Vorhang, wie sie den Zaubernebel einschaltet. 😄

Ich nehme viele schöne Sätze aus diesem Buch mit. Als Roman hat es mich aber emotional nie ganz erreicht. Für mich überwiegt am Ende die Sprache die Geschichte.
Profile Image for suin.
52 reviews11 followers
July 28, 2026
*3,5

what was that?? super wild, manchmal bisschen verwirrend, aber nicht enttäuschend!! hat mega bock gemacht und ich werde für immer alles lesen, was seyda kurt schreibt
Profile Image for darja.
34 reviews4 followers
July 30, 2026
Habe es geliebt! Empfehle es aber trotzdem vielleicht eher nicht an jede Person. So überfordernd wie das politische Geschehen und unsere Weltgeschichte ist, ist auch "Zeit der Monster".

In der Bibel wird die Welt in sieben Tagen geschaffen und hier geht das Viertel in sieben Tagen unter. „Die alte Welt liegt im Sterben, die neue ist noch nicht geboren: Es ist die Zeit der Monster“ (Gramsci) beschreibt es treffend, so wie Kurt treffend das Weltgeschehen, teils ironisiert, abbildet.

Ist halt wirklich ein Fest und werde es safe nochmal lesen. Die Referenzen sind unglaublich klug und tiefgründig und ich glaube, dass viele der negativen Bemerkungen daher kommen, dass das Buch nicht verstanden wurde, entweder aufgrund der Referenzen oder der Struktur. Ich finde allerdings, dass man sich auch mal auf Bücher einlassen sollte, die lange undurchsichtig bleiben.

Profile Image for Mo Deweller.
27 reviews
Read
August 6, 2026
hat mich komplett abgeholt, in sprache, in den charakteren, im humor
würde es trotzdem nicht jede*m empfehlen, ist eher speziell und hat keine angst, dinge offen zu lassen
Profile Image for Kre.
47 reviews2 followers
July 30, 2026
2.6 oder so??
Irgendwie ganz unsicher, wie ich es bewerten soll. Es ist so wirr geschrieben und dass soll ja auch der Punkt sein, aber es hat mich dadurch teilweise so gar nicht abgeholt und ich musste Passagen teilweise 5 mal lesen. Es gibt keine klare Handlung, kein character development, aber auch kein klares Gefühl, das durch die Zeilen vermittelt wird - da frag ich mich, was der Kern des Romans sein soll oder ob Kurt ihn selbst überhaupt so klar hat? Es fühlte sich nämlich teilweise an wie ein unfertiger Roman.
Grundsätzlich finde ich die angesprochenen Themen spannend und wünschte ich würde die historischen Referenzen besser verstehen (Mangel an Wissen meinerseits). Schön war die Selbstverständlichkeit queerer Liebe und die Darstellung einer in Teilen linken, solidarischen Gemeinschaft. Aber auch das ging mir nicht tief genug. Das mit der Monster-Metapher versteh ich irgendwie auch nur so halb.
Was ich ganz furchtbar fand war, dass es teilweise etwas Fantasy-mäßiges hatte, was sich für mich laß wie ein Kinderbuch.
Man müsste das Buch vermutlich mehrfach lesen um alles zu verstehen, aber merke, dass ich nicht so richtig den Willen habe, das zu tun. 🥲
Profile Image for Anna-Lisa.
853 reviews78 followers
July 21, 2026
DNF - Ich habe länger als sonst durchgehalten, weil ich diesen Roman so sehr mögen wollte, aber ich kann leider gar nichts damit anfangen, obwohl er so viele Dinge enthält, die ich normalerweise mag. Das macht mich richtig traurig. Aber meine Lesezeit ist begrenzt und ich möchte das einfach nicht weiterlesen.
Profile Image for Kaleidoscopicora.
119 reviews3 followers
August 9, 2026
Tausend Erzählstränge, die ins Nichts führen. Leider bereits jetzt das langweiligste Buch dieses Jahres.
Profile Image for Jule.
449 reviews23 followers
August 17, 2026
Der Text entwickelt einen eigenen Sog. Viele Charaktere, viele Geschichten aus dem Viertel. Viele Fremdsprachen kommen vor, viel geschichtliches Wissen. Viel Handlung und viel sein.
Irgendwie viel, irgendwie gut. Ich wäre gerne noch tiefer gegangen, in den Sumpf.
Şeyda Kurt kann auch Romane.
Profile Image for Hannah.
3 reviews
August 3, 2026
tausend fäden poetisch-st zusammengewebt, ein fiebertraum aus sumpfigen strudeln
Profile Image for hand.verlesen.
263 reviews49 followers
Did Not Finish
August 25, 2026
Schweren Herzens habe ich „Zeit der Monster“ von Şeyda Kurt nach ca. 50 Seiten zur Seite gelegt. Bei gehypten Büchern fällt mir das irgendwie deutlich schwerer als bei weniger bekannten Titeln. Ich hab den Eindruck, ich war schon mal besser darin.

Worum es geht, ist gar nicht mal so einfach zu beschreiben. Sanya lebt im „Sumpf“, einem heruntergekommen Viertel einer Großstadt. An ihrer Seite hat sie ihre Wahlfamilie. Eines Tages begegnet sie einem geheimnisvollen Fremden. Zeitgleich macht eine Tiktok-Prophezeiung die Runde. Und das ist nur ein kleiner Teil der Handlung.

Die apokalyptische Atmosphäre in „Zeit der Monster“ empfand ich als sehr gut eingefangen, alles wirkt düster und bedrohlich. Die Figuren und ihre Verflechtungen fand ich interessant.
Trotz dieser Stärken fiel es mir schwer, in die Geschichte reinzukommen. Der Text ist faszinierend und gesellschaftskritisch, voller Referenzen und Verweise, war aber für mich insgesamt zu chaotisch und poetisch, zu wenig verständlich. Dabei versteh ich absolut, was den Reiz für andere ausmacht. Ich konnte aber nur schwer in einen Leseflow kommen.
Daher habe ich beschlossen, es zum aktuellen Zeitpunkt abzubrechen.
Profile Image for JanLu.
41 reviews1 follower
August 24, 2026
Das war wirklich gar nichts.

Wirr. Viel zu viele Personen, die auch ganz seltsam eingeführt wurden. Leider völligkompliziert, sodass am Ende eine Kapitels immer geschichtliche Ausführungen folgen, die es wirklich einfach viel mehr anstrengend als positiv mysteriös machen.

Insgesamt ist das Buch für mich richtig unangenehm verkünstelt, man merkt, dass es ein Debüt-Roman ist. Vieles wirkt extrem gewollt, ob es die Typografie, die eingeschobenen und parallel übersetzten Songtexte sind oder oder oder…

Im Endeffekt war keine der Figuren wirklich spannend, es gibt keine spannende Auflösung, die für das zähe Leseerlebnis entschädigt.
Dazu kommen viel zu viele Themen, die man hier gar nicht alle aufzählen kann. So ergibt sich leider nichtmal eine richtige Geschichte. Und dann gleitet es irgendwie auch noch ins völlig fantastische/unwirkliche ab.

Leider in meinen Augen eine anstrengende und gar nicht belohnende Zeit mit diesem Buch.
Profile Image for Myriam.
19 reviews
August 20, 2026
Joa, also glaube das Buch ist gut, aber sicher bin ich mir nicht. Ich hab das Gefühl ich habs nicht so richtig verstanden. Hab das Buch gelesen weil in einem Podcast drüber gesprochen wird, da hoffe ich auf Erklärung :D
Ich hab auch eine Weile gebraucht um reinzukommen, aber bei 40% ca. war ich hooked und dann auch in der Geschichte drinnen.
Profile Image for nadia.
232 reviews41 followers
August 3, 2026
Ich weiss nicht was ich davon halten soll, in manchen momenten wirkt das ganze extrem stark und eindrücklich, aber dann verliert es sich wieder...voller schöner sätze aber als roman überzeugt mich das nicht ganz
Profile Image for Larissa Dyk.
8 reviews
August 23, 2026
Das Buch ist wirklich besonders und schön geschrieben. Habe etwas gebraucht, die Story zu überblicken und habe manchmal auch Ereignisse falsch interpretiert, was ungünstig war, aber all in all wirklich gutes Buch.
Profile Image for Steffi.
18 reviews2 followers
August 4, 2026
Das wollte ich wirklich mögen, aber hat mich leider überhaupt nicht abgeholt.

Die ersten 50 Seiten war ich noch voll dabei. Die Sprache war gut, die leichten Dystopie Vibes gepaart mit der Grundstimmung des Geheimnisvollen interessant.

Leider löste sich das Geheimnisvolle nicht auf, sondern es wurde alles immer wilder und konfuser. Geht es um Religion? Um die Prophezeiung? Um Sanya? Um Nabu und ihr Verschwinden? Um Nachbarschaft und Gemeinschaft?
Auch nach 200 Seiten hätte ich nicht sagen können, was der eigentliche Plot oder das Thema des Romans war. Man versteht schon, was man liest, es hat aber oft keinerlei klar erkennbaren Zusammenhang bzw werden Themen aufgemacht, Personen beschrieben, die dann einfach verschwinden. Erzählstränge laufen ins Leere. Eine andere Rezension beschrieb das als "Konfetti in die Luft werfen", das trifft es sehr gut.

Durch die letzten 50 Seiten habe ich mich regelrecht gequält. Das Ende war wie erwartet nicht wirklich auflösend, es blieben viele Fragezeichen und leider das Gefühl dass ich mich in 2 Monaten an wenig aus dem Buch erinnern werde.
4 reviews
August 4, 2026
Manno, ich liebe seyda Kurt und hatte vielleicht zu hohe Erwartungen? aber mich holt das gaaaar nicht ab. ich glaub das Konstrukt der Idee ist toll, aber das hin und hergespringe im text, die wahllose verbundenen persönlichen Geschichten, dieses ständig alles so geheimnisvolle hat mich ehrlich nur gelangweiligt, leider. ihr Schreibstil, so poetisch manche ihn finden mögen (die Sachbücher liebe ich sehr!!), liest sich für mich in diesem Kontext künstlich gewollt und aufgesetzt und hat mir den Spass daran zusätzlich verdorben... ich mag nicht mehr weiterlesen.
Profile Image for Perry Walter.
24 reviews
August 28, 2026
„Die meisten Menschen suchen nicht jemanden, der sie liebt. Sondern jemanden, der sie rettet.
Nabû selbst aber liebte und wollte geliebt werden. Dr. Shifa lächelte beim Gedanken daran. Nabû war kein Mensch, dem beim Anblick eines anderen Menschen das Herz in die Hose rutschte. Sie liebte mit akribischer Genauigkeit, wie eine Archäologin, die Schicht für Schicht freilegte, untersuchte das Leben mit bedachter Sorgfalt und archivierte jede Güte und Schönheit. Keine Spielchen, kein Zufall, Disziplin in der Zärtlichkeit. Einen Menschen so lieben, als würde man all seine Geheimnisse kennen, und gleichzeitig dazu bereit sein, das Unergründliche an ihm hinzunehmen, das hatte Dr. Shifa von Nabû gelernt, zumindest ein Stück weit.“

Es ist nicht leicht ein Buch nüchtern zu bewerten, wenn man vorher schon die Tatsache, dass es erscheinen wird, abgöttisch geliebt hat. Ich bin riesiger Fan von Şeyda Kurt als Mensch, Aktivistin, Journalistin und Autorin und allein die Tatsache, das sie nun einen Roman geschrieben hat, macht mich glücklich. Und dann muss ich dazu sagen, dass ich Bücher, die zu gleichen Teilen geliebt oder gehasst werden, grundsätzlich viel mehr mag als Bücher, die alle mögen. Ich weiß, viele sagen, dieses Buch ist zu chaotisch, die Referenzen zu dicht und versteckt, dass man nicht alles versteht, dass der Fiebertraum von Plot manchmal schwer zu verfolgen ist. Aber hat wirklich jemand ein strukturiertes, ordentliches Buch erwartet, irgendwelchen überholten formalen Vorgaben folgend? Ist es nur mein ADHS Gehirn oder macht es nicht viel mehr Sinn unsere Zeit so zu schreiben, eben archäologische Schichten der Gegenwart aufzubrechen, zu erforschen, wie die Vergangenheit unsere Gegenwart verändert, wo steckt sie ganz materiell in unseren Stadtvierteln oder in uns. Und letztendlich, so klug und deep diese Idee ist, geht es in „Zeit der Monster“ für mich nicht nur um den Plot, nicht nur um die Apokalypse oder darum, wie man den Sumpf, in dem alles versinkt, denn nun noch aufhalten kann, sondern eigentlich um den konsequent liebevollen Blick auf die Menschen in diesem Viertel, wie Nabû sagt, die akribische Untersuchung der Schönheit und Güte in ihnen und die Erkenntnis, dass der Widerstand nicht unbedingt darin liegt, die Apokalypse dieser bizarren Welt noch aufzuhalten…
Profile Image for Jako reads.
7 reviews
August 5, 2026
Ich habe Zeit der Monster gelesen und das Buch mit mehr Fragezeichen als Antworten wieder zugeklappt. Vielleicht lag es daran, dass ich mir von Seyda Kurt viel erhofft hatte. Ich lebe selbst in Köln, ich mag Kalk und schätze diesen Stadtteil mit all seinen Widersprüchen und seiner Wärme. Gerade deshalb haben mich manche Passagen berührt – kleine Sätze, Bilder und Beobachtungen, die plötzlich aufleuchteten und für einen Moment etwas Wahres einfingen.
Doch als Roman hat mich das Buch nicht getragen. Die Geschichte wirkte auf mich zu fragmentiert, als würden ihre Teile nebeneinander schweben, ohne sich zu einem Ganzen zu verbinden. Auch die Figuren blieben für mich oft auf Distanz; ich konnte ihnen ihre Authentizität nicht ganz abnehmen und konnte ihre Entscheidungen und ihr Innenleben dadurch nicht immer nachvollziehen.
Ich hatte den Eindruck, dass der Roman sehr viele wichtige gesellschaftliche Themen gleichzeitig verhandeln möchte – Solidarität, Gewalt, Migration, Klassismus, Autoritarismus, Angst aber auch Freundschaft und Liebe. Alles Themen, die mich beschäftigen. Aber gerade ihre Fülle ließ das Buch für mich überladen wirken. Statt Klarheit entstand Verwirrung.
Ja, Seydas Buch hat etwas Kafkaeskes. Vielleicht ist genau das beabsichtigt: das Gefühl, dass die Welt sich den gewohnten Regeln entzieht. Trotzdem habe ich eine klarere Botschaft vermisst. In politisch so dunklen Zeiten sehne ich mich nach Literatur, die mich nicht nur in der Orientierungslosigkeit spiegelt, sondern mir auch einen Funken Richtung, Aussicht auf Handlungswirksamkeit oder Hoffnung mitgibt.
Was mir außerdem fehlte, war Humor. Nicht als Verharmlosung, sondern als Widerstandskraft. Gerade in einem solidarisch organisierten Viertel hätte ich mir mehr von dieser lebendigen, widerspenstigen Energie gewünscht - wie in Ansätzen bei Köbes.
Einige erzählerische Entscheidungen haben mich zusätzlich aus der Geschichte geworfen. Zum Beispiel dass die Gullis verstopft werden können, ohne dass die eigens dafür trainierte Karl Küpper Brigade eingreift, erschien mir schwer nachvollziehbar. Noch irritierender fand ich den Umgang Mios mit der Pistole, die Sanya ständig im Rucksack trägt und die schließlich so fahrlässig in die Hände eines Kindes gerät, dass es zum Mord kommen kann. Diese Momente wirkten auf mich eher konstruiert als zwingend und werfen in mir die Frage nach Verantwortung innerhalb solidarischer Gemeinschaften auf.
Und doch: Trotz aller Kritik bereue ich die Lektüre nicht. Es gibt Stellen, die nachhallen. Und es gab den Versuch, etwas über unsere Gegenwart zu erzählen, das sich einfachen Antworten entzieht. Vielleicht ist das die eigentliche Stärke des Romans, auch wenn sie mich nicht vollständig erreicht zu haben scheint.
Ich werde Seyda Kurts nächsten Roman trotzdem lesen. Denn ein Debüt ist oft ein tastender Anfang, und manchmal liegt gerade in den unvollkommenen Anfängen schon die Ahnung dessen, was später einmal groß werden kann.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for sophie sonne.
40 reviews4 followers
August 13, 2026
Also, nachdem ich nie der größte Fan von Şeyda Kurt‘s Sachbüchern war, und sie trotzdem extrem cool und lässig finde, habe ich mit großer Erwartung und Neugier ihren ersten Roman gelesen.

Kann ich genau sagen worum es geht? Nein! Es ist eine Reise durch Räume und Phasen. Stadt und Erinnerungen, Schöpfung und Niedergang, wie die Jahresezeiten. Einige Passagen sind wunderschön bildlich beschrieben, andere wirken für mich wirr, oder ich kriege sie leider nicht zusammen. Trotzdem finde ich es als Werk stimmig - es folgt einer eigenen Logik. Ich glaube, Şeyda Kurts Gedanken-/Schreibexperimente werden mich einfach nie ganz abholen, aber ich werde es immer wieder gerne neu versuchen und freue mich auf Zukünftiges!

Insgesamt ein schönes Leseerlebnis und trotzdem habe ich mich an einigen Stellen selbst verloren. Gerne gelesen, aber so richtig drin in der Story war ich auch nicht. Vielleicht irgendwann nochmal versuchen? Köln-Kalk!!!
Profile Image for Anka.
11 reviews
August 22, 2026
Hab’s echt versucht und finde die Schreibweise an sich schön aber bin irgendwie nicht richtig warm geworden damit. Stellenweise hat sichs angefühlt wie 36 offene geschichten gleichzeitig was mich komplett verwirrt und das lesen anstrengend gemacht hat.
Profile Image for second hand book fairy.
43 reviews1 follower
August 7, 2026
Du dekonstruierst, was du liebst <3

Das Ende hat sich GEZOGEN OOOOOOOH MAN!

Fast 4 Sterne, fiebrig, aber arg konstruiert.
Displaying 1 - 30 of 70 reviews