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Israel, Palästina, Deutschland: Versuch einer Entwirrung
Der »Nahost«-Konflikt ist längst kein regionaler Konflikt mehr. An US-Colleges wird über ihn genauso erbittert gestritten wie in deutschen Museen. Wie in einem Palimpsest überlagern sich in ihm Bedeutungsschichten aus früheren Zeiten: erlittene Ungerechtigkeiten, nationale Identitäten, koloniales Erbe. Hierzulande dient er oft als Projektionsfläche für Auseinandersetzungen um Zuwanderung und Staatsbürgerschaft.
Vor dem Hintergrund der extremen Gewalt betrachtet Avner Ofrath die Auseinandersetzung zwischen Israelis und Palästinensern in ihrer Verwobenheit mit Europa. Er zeichnet die komplexen historischen Kontexte nach, in denen Juden und Muslime aufeinandertrafen, und wie diese Erfahrungen ihre jeweiligen Vorstellungen des Selbst und des Anderen prägten.
Vor dem Hintergrund der extremen Gewalt betrachtet Avner Ofrath die Auseinandersetzung zwischen Israelis und Palästinensern in ihrer Verwobenheit mit Europa. Er zeichnet die komplexen historischen Kontexte nach, in denen Juden und Muslime aufeinandertrafen, und wie diese Erfahrungen ihre jeweiligen Vorstellungen des Selbst und des Anderen prägten.
183 pages, Paperback
Published May 19, 2026
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Community Reviews
Displaying 1 - 2 of 2 reviews
July 5, 2026
Das Buch hat seine höhen und tiefen, vieles sehr verkürzt, was bei 160 Seiten nur zu erwarten ist.
Ein paar gute Zitate:
"Tatsächlich entstanden die Idee von und die Forderung nach einer nationalstaatlichen jüdischen Existenz in Palästina bzw. Eretz Israel nicht in Reaktion auf, sondern in Antizipation einer bevorstehenden Katastrophe." (31)
"Wie so oft in der globalen Auseinandersetzung um Israel/Palästina, werden hier also berechtigte und wichtige Erkenntnisse zur Geschichte des Zionismus und zur politisch-militärischen Gegenwart in Israel/Palästina mit Motiven und Legenden jüdischer Macht und Verschwörung aus dem Reservoir europäischen Denkens über Juden und 'das Jüdische' miteinander verwoben." (123)
"Es ist eine bittere Ironie, dass Israelis heute als 'Europäer' und daher als Fremde in Palästina angesehen werden - ich denke etwa an den Ruf 'Get the fuck out of Palestine' auf einer Demonstration in Berlin im Frühjahr 2025 -, nachdem sie über Jahrhunderte hinweg in Europa als 'Orientale' und 'Asiaten' und daher als Fremde betrachtet wurden." (152) Als Fremde werden sie ja trotzdem weiterhin betrachtet...
Nicht so gute Dinge:
"Die Palästinenser und die palästinensische Nationalbewegung sind in keiner Weise für den Holocaust verantwortlich. Israel trägt die direkte, wenn auch nicht alleinige Verantwortung für die Katstrophe der Palästinenser." (58) Sehr eigenartig auf solche Schlüsse zu kommen, wenn man an anderer Stelle im Buch quasi die Widerlegung anbringt und sich auf Quellen beruft, die diese Position kritisieren.
Ein paar gute Zitate:
"Tatsächlich entstanden die Idee von und die Forderung nach einer nationalstaatlichen jüdischen Existenz in Palästina bzw. Eretz Israel nicht in Reaktion auf, sondern in Antizipation einer bevorstehenden Katastrophe." (31)
"Wie so oft in der globalen Auseinandersetzung um Israel/Palästina, werden hier also berechtigte und wichtige Erkenntnisse zur Geschichte des Zionismus und zur politisch-militärischen Gegenwart in Israel/Palästina mit Motiven und Legenden jüdischer Macht und Verschwörung aus dem Reservoir europäischen Denkens über Juden und 'das Jüdische' miteinander verwoben." (123)
"Es ist eine bittere Ironie, dass Israelis heute als 'Europäer' und daher als Fremde in Palästina angesehen werden - ich denke etwa an den Ruf 'Get the fuck out of Palestine' auf einer Demonstration in Berlin im Frühjahr 2025 -, nachdem sie über Jahrhunderte hinweg in Europa als 'Orientale' und 'Asiaten' und daher als Fremde betrachtet wurden." (152) Als Fremde werden sie ja trotzdem weiterhin betrachtet...
Nicht so gute Dinge:
"Die Palästinenser und die palästinensische Nationalbewegung sind in keiner Weise für den Holocaust verantwortlich. Israel trägt die direkte, wenn auch nicht alleinige Verantwortung für die Katstrophe der Palästinenser." (58) Sehr eigenartig auf solche Schlüsse zu kommen, wenn man an anderer Stelle im Buch quasi die Widerlegung anbringt und sich auf Quellen beruft, die diese Position kritisieren.
September 7, 2026
Generell gut recherchiert. Trotzdem fehlen hier einige Aspekte. Ich schätze das Buch dafür, dass es einen kurzen Überblick gibt und klar differenziert. Der Abschnitt zu den "Siedlern" ist meiner Meinung zu lang und sagt dafür zu wenig aus. Als Einstieg ins Thema aber definitiv lesenswert. 3.5/5
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