David fühlt sich überfordert: Student, Nebenjob, ehrenamtliche Arbeit. Kai ist jahrelang mit dem Rucksack durch die Welt getingelt, weiß nicht so richtig, was er jetzt zurück in Deutschland tun soll, mal abgesehen davon, eine Wohnung zu finden. Die beiden treffen aufeinander und können ihr Glück nicht fassen: Kai sucht eine dauerhafte Bleibe und David hat das perfekte Zimmer für ihn, in seiner WG. Alle sind begeistert von ihrem neuen Mitbewohner, außer David. Denn bei ihm entwickelt sich bald mehr Interesse für Kai, als er zulassen will. Nach schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit, fehlt ihm inzwischen die Lust, sich wieder auf jemanden einzulassen. Also bemüht er sich Distanz zu halten, weil sein Liebesleben ohnehin schon kompliziert genug ist. Doch mit Kai im Zimmer nebenan, ist das gar nicht so leicht.
David lebt in einer bunt gemischten queeren WG. Sein Leben ist ein Chaos aus Studium, Ehrenamt, Nebenjob und zu wenig Schlaf. Als der Hetro Kai einzieht spielt auch noch Marcs Gefühlswelt verrückt.
Dies ist für mich das erste Buch von Tim Spohn. Die Geschichte ist locker und unterhaltsam geschrieben. Ich habe mich schnell einfinden können. Sowohl die Haupt- als auch die Nebencharaktere sind sympathisch beschrieben. Sowohl das Kennenlernen von Marc und Kai als auch der weitere Umgang miteinander sowohl romantisch als auch humorvoll-süß in Szene gesetzt. Manchmal wollte ich Marc ein wenig schütteln, weil er es einfach nicht schafft, seine übertriebene Rücksichtnahme auf sämtliche anderen Befindlichkeiten (außer seinen eigenen) abzustellen. „Big blind“ ist ein kurzweiliger Roman, der mich gut unterhalten hat und den ich sehr gerne weiterempfehle.
Eine tolle Geschichte mit Humor und Herz. Die Mischung der Charaktere ist queerbeet 😉 Kai und David sind gut gezeichnet, ebenso wie die WG Mitbewohner. Die expliziten Szenen... 🔥🔥🔥 Hier und da war mir die Story zu "lang". Alles in allem aber definitiv lesenswert. ⭐ ⭐ ⭐ ⭐
Big Blind: Alles im Spiel ist der zweite Roman von Tim Spohn, der im Gegensatz zu seinem Erstlingswerk Das Faustus-Institut gänzlich auf supernaturale Elemente verzichtet. Im Zentrum steht dabei eine Berliner Queer-WG, deren Bewohner und nahe Angehörige allesamt mit ganzen Problemkonstrukten zu kämpfen haben, wobei die ganze Geschichte durch die Augen von David verläuft.
An sich bietet Big Blind alles, um als unterhaltende Literatur zu gelten. Obwohl ich aber den Roman in relativ kurzer Zeit verschlungen habe, hat er mir nicht so gut gefallen wie das vorherige Werk des Autors. Vor allem hat gestört, dass zu viele Themen angeschnitten wurden, als es der Handlung gut getan hätte. Somit ist kein wirklicher Fokus zu finden und alles verläuft ein wenig zu sehr in vorhersehbare Bahnen, wenngleich bei der Riege an Charakteren jeder Leser seinen Liebling finden wird.
Als entspannte Sommerlektüre zur Unterhaltung ohne besonders überraschende Wendungen ist Big Blind durchaus zu empfehlen, nichtsdestotrotz traue ich dem Autor zu, zukünftig den Fokus besser festzulegen.