Der letzte Text ist etwas schwächer (vielleicht auch im Nachhinein, nachdem so viel passiert ist - aber auch nicht genug für mehr Abstand), der Rest aber ... Der Rest ist genial. Vor allem die beiden Texte, in denen es um Gerhard Wolf geht sind unglaublich: solch wunderbare, tiefe, persönliche Einblicke.
Und dann noch das: „Nun ist ja Schreiben ein Sich-Herantasten an jene Grenzlinie, die das innerste Geheimnis um sich zieht und die zu verletzen Selbstzerstörung bedeuten würde, und es ist der Versuch, die Grenzlinie nur dem wirklichen innersten Geheimnis zuzuerkennen, und die diesen Kern umgebenden, teils mit ihm zusammenhängenden anderen ,Geheimnisse‘, die oft nur Peinlichkeiten, schwer einzugestehende Verfehlungen sind, nach und nach von dem Verdikt des Unaussprechlichen zu befreien, also nicht Selbstzerstörung, sondern Selbsterlösung zu betreiben.“