Sehr gut lesbare Kriegsgeschichte, an der sich meine Lehrer in der Waldorfschule wohl auch orientiert haben, die Landung von Wilhelm, dem Eroberer und die anschließenden Schlachten, insbesondere die mit den Housecarls, habe ich genau so im Kopf. Dasselbe gilt für die Erfahrungen mit den Elefanten in den Gefechten zwischen Hannibal und den Römern.
Aber auch ohne persönliche Nostalgie meine erste Wahl, wenn es um einen Überblick der Kriegsgeschichte und der technischen Entwicklungen geht. Die Kombination aus den Erfahrungswerten eines Kriegers alter Schule und einer jungen Historikergarde, ergibt ein maximal gut lesbares Buch, das ganz nebenbei andernorts nicht gelieferte Fakten anbietet, die einem besser im Gedächtnis bleiben. Mein Lieblingsbeispiel ist das doppelte Scheitern der Entente bei Galilpoli. Das von Mel Gibson verfilmte Fiasko ANZAC-Truppen, die durch Beschuss von den eigenen Schiffen am Erfolg gehindert wurden, lasse ich mal aus bis ich eine Rezi über Leon Uris Insel der Freiheit schreiben kann, einem Buch, das dieses düstere Kapitel in Romanform beschreibt.
Der militärische Hintergrund der beiden Operationen war, die Türken als deutsche Verbündete aus dem Krieg zu nehmen und eine gemeinsame Front mit den Russen zu bilden, um Österreich auf dem Balkan früher in die Knie zu zwingen und eine schnelle Entscheidung des Kriegs im Osten herbeizuführen, nachdem die Lage im Westen im Schützengrabenkampf erstarrt war. Beim ersten Anlauf wollte ein Britisch- Französisches Geschwader einfach durch die Dardanellen scheppern und eventuelle Hindernisse mittels Schiffsartillerie in Schutt und Asche legen:
Dupuy und Dupuy (Harpers) gehen bei den Vorbereitungen mehr ins Detail, von daher nur der vergleichbare Ausschnitt, der nach dem Zusammenbruch des ursprünglichen Befehlshabers Vize-Admiral Sackville-Garden, der die Meerenge von Minen gesäubert haben sollte, beginnt:
Rear Admiral John de Robeck took command. He hat, besides smaller craft 16 Battleships - including the Queen Elizabeth, most powerful superdreadnought then afloat, carrying 8-15 Inch-Guns. By midafternoon the turkish batteries were also silenced. Then 3 old battleships were suddenly sunk in an undetected minefield and 3 others were disabled, 1 of them by gunfire.
Actually at this time, the Turks were at the end of their ressources, their ammunition was nearly expended, some batteries had been demolished, als fire-communications were out of action But de Robeck did not know that. He called off the attack and hurried his 10 remaining capital ships out for the strait. Die Professoren haben in Sachen Fakten einen leichten Vorteil, aber Montgomerys Version bleibt einem wegen der finalen Pointe besser im Gedächtnis:
»In Ägypten sollte eine Armee aufgestellt werden und unter Sir Ian Hamilton an einer amphibischen zur Öffnung der Dardanellen teilnehmen. Am 18. März sollte die Armee bereit stehen, aber der Abtransport verzögerte sich, da die Schiffe falsch beladen worden waren. Die Kriegsschiffe liefen zum zweiten mal in die Meerenge ein, aber als drei von ihnen auf Minen gelaufen waren, weigerte sich Admiral de Robeck, mehr zu riskieren, und zog sich zurück. Dabei hatten die Türken tatsächlich ihre Munition verschossen, und das Geschwader hätte ungehindert bis nach Konstantinopel dampfen können.« 485
Mittagsschlaf statt Sturmangriff
Noch besser ist das Kapitel über die Landung von Sir Frederick Stopford (nomen est omen) in der Buch von Sulva. Die neutrale Version in Harpers Encyclopedia lautet:
Only the Sulva Bay landing, made without serious opposition, promised success. But General Sir Frederick Stopford, the corps commander, lacked vigor and drive. The advance lacked until Turkish reinforcements had time to come up, and again it was too late.
Bei Monty lautet die Geschichte so:
Den zweiten Angriff bei Suwla befehligte General Stopford, der frühere Kommandant des Tower , der aber keine Kriegserfahrungen besaß. Seine 20.000 Mann landeten fast ohne Verluste, worauf sie belobigt wurden und rasten durften. Stopford ging nicht an Land, sondern legte sich zum Mittagsschlaf hin. Hamilton weckte ihn und machte ihm höfliche Vorwürfe. Als Vorausabteilungen versuchten vornazukommen, war der Widerstand der inzwischen alarmierten Türken zu stark.
Stopford wurde abgelöst, und ich erinnere mich, ihn am Ende des Monats in Zivil in London gesehen zu haben. Das ließ mich ahnen, was bei Galipoli geschehen war. 486
Die bessere Übersichtlichkeit, sowie Analysen, die schneller zum Punkt kommen, machen Monty derzeit zum unentbehrlichen Begleiter beim Durchackern von Dubuy & Dupuy (Harpers Encyclopedia).