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208 pages, Hardcover
First published January 1, 2012
Madera was heavy. I grabbed him by the armpits and went backwards down the stairs to the laboratory. His feet bounced from tread to tread in a staccato rhythm that matched my own unsteady descent, thumping and banging around the narrow stairwell. Our shadows danced on the walls. Blood was still flowing, all sticky, seeping from the soaking wet towel…
You’ve killed a man, you have, don’t you see. You committed murder. You think it’s easy. Well, it’s not. You think that committing murder has a meaning. Well, it doesn’t. You think it’s easy to paint a Condottiere. Well, it’s not. Nothing is easy. Nothing is quick. Everything is wrong. You could not but get it wrong. You could only ever end up like this. Caught in your own trap, by your own folly, by your own lies…
Twelve years of nothing. Twelve years of living as a zombie, living as Fantômas. Nihil ex nihilo – except that, at the end of the road, instead of a Renaissance masterpiece, instead of the portrait I thought I could perfect after twelve years’ striving, instead of the only portrait I ever really wanted to paint – an image of serenity, strength, poise and command – there was a clown in a mask, a buffoon in his prime, a tense, nervous, lost, defeated, yes, utterly defeated man.


Was sollte dieser unsinnige Wunsch, über den unumgänglichen Sturzbach der Jahrhunderte hinweg die strahlende Visage dieses Halbstarken, die so jung und durchscheinend war wie eine Kerze von besserer Qualität, neu zu schöpfen?
Die Handlung setzt zeitlich unmittelbar nach der Tat ein, in einer anfangs bruchstückhaften Erzählweise, als Ausdruck von Wincklers geistiger Verfassung. Es ist die Beschreibung eines totalen Zusammenbruchs, ein Mensch am Nullpunkt seines Lebens.![]()
Einmal mehr präzisierten sich die Erinnerungen, bevor sie plötzlich explodierten, zu verstreuten Eindrücken wurden, zu diversen Krumen eines Lebens, für die man vergeblich nach einem Sinn, einer Richtung, einer klaren Orientierung gesucht hätte. Risse und Brüche. Als ob der alte Horizont seines Universums aus einer Katastrophe hervorgegangen sei. Als ob die Welt ihm von nun an nicht mehr gehöre. Ihm noch nicht gehöre. Er war in eine andere Ära eingetreten.Bleibt die Erzählperspektive zunächst ganz nah bei Gaspard Winckler, erweitert sie sich im weiteren Verlauf durch Passagen in Dialogform.
– Warum hast du Madera getötet?Der Protagonist durchläuft einen schmerzhaften Prozess der Selbsterkenntnis, an dessen Ende es zu einer Art Wiedergeburt des eigenen Ich kommt. Unweigerlich muss man an den bekanntesten Satz von Adorno denken: Es gibt kein richtiges Leben im falschen. Eine Erkenntnis die den Fälscher mit voller Wucht trifft, bestand sein ganzes Leben doch aus der Reproduktion fremder Werke. Er hat sich völlig in den Leben anderer Künstler verloren.
– Ich weiß es nicht ... Wenn ich es wüsste, wäre ich nicht hier ... Wenn ich es gewusst hätte, hätte ich es vermutlich nicht getan ... In der Vorstellung ist alles einfach ... Man begeht einen Akt ... Man weiß nicht ... man kann nicht wissen ... man will nicht wissen ... Aber nach einer gewissen Zeit liegt er hinter einem ... man weiß, dass man ihn begangen hat ... und dann ...
– Und was dann?
– Und dann nichts …
Du wolltest mit offenem Visier kämpfen? Aber du hattest die Karten gezinkt, wusstest du das nicht? Du wolltest den Sieg, aber den Kampf hast du verweigert ... Wer warst du schon, um einen solchen Triumph zu suchen?Deleuze sprach davon, dass der Akt der Malerei über die Katastrophe verläuft. Das heißt, der Maler muss sich von Klischees befreien, sich von allem Vorangehenden lösen, was auf dem Gemälde lastet, bevor es überhaupt begonnen wurde. Gaspard Winckler erkennt, dass er zeitlebens diesen Kampf verweigert hat. Er ging kein Risiko ein, spielte mit seinen technisch, perfekten Nachahmungen stattdessen auf Sicherheit. Das Kunstwerk von Messina wird zum Spiegel seines Scheiterns als Maler, mit der Ermordung von Madera als fast zwangsläufiger Folge. Ein symbolischer Akt der Revolte gegen den vermeintlichen Unterdrücker.