Nele weiß nicht mehr, wann alles begonnen hat. Es war einfach schon immer so. Für Nele war es normal. Für Nele war es ihre Kindheit. Papa hat Nele geliebt, aber nicht so wie ein Vater seine Tochter lieben sollte. Er liebte sie wie eine Geliebte und Nele liebte ihren Vater, wie sie glaubte, dass man einen Vater lieben sollte. Doch ihr wurde nie beigebracht, was normal ist und was nicht. Erst mit den Jahren beginnt sie zu hinterfragen… mit den Jahren beginnt sie zu begreifen…und irgendwann bricht Nele ihr Schweigen. Sie zeigt ihren Vater an, zerstört ihre Familie, wie sie glaubt, und geht in ein betreutes Wohnheim.
Doch sollte man Glauben, dass Nele nun ein glückliches Leben beginnen konnte, dann liegt man falsch. Denn sie lernte dort ihren ersten „richtigen“ Freund kennen… doch was Niels von ihr verlangte, liegt außerhalb jeder Vorstellungskraft…
Mit Papa war’s nur Blümchensex ist der Bericht von Nele Hoffmann, der ihren kompletten, höllischen Lebensweg erzählt, von ihren ersten kindlichen Gedanken bishin zum heutigen Tag. Die Wiener Journalistin Manuela Ausserhofer (Orkus! Magazin u.a.) half ihr dabei, die treffenden Worte für etwas zu finden, dass eigentlich unaussprechlich ist. So ist ein Zeugnis unserer Zeit entstanden, welches schier unglaublich scheint, aber leider wirklich so geschehen ist.
Nach Seelenficker – dem Buch, das auch der ausschlaggebende Grund war, dass Nele den Mut gefunden hat und sich beim Verlag meldete – und Seelenvernichter, ein neues Buch, das schmerzt, fesselt und einem die Haare im Nacken aufstellen lässt. Denn die Realität ist immer schockierender als Fiktion.
So habe ich das Erwachsenwerden erlebt: Man verletzt die, die man liebt. Und die, die einen lieben sollten, tun es auf die falsche Weise oder gar nicht oder nicht mehr. - S. 51
Dieses schmale Büchlein ist wie ein Autounfall - und das ausnahmsweise nicht aus der Trashsparte der preisreduzierten Groschenromane. Eher ist es das Zeugnis eines schwer traumatisierten Menschen, der noch heute nicht alles Erlebte verarbeitet hat, und aus diesem Grund den ein oder anderen Leser enorm anekeln wird. Nele Hoffmann schrieb mithilfe der Journalistin Manuela Ausserhoffer diese kurze Biographie, in der sie von ihrem sexuellem, psychischen und körperlichen Missbrauch geprägtes Leben berichtet. Vieles davon verübt durch ihren Vater, und das bereits im Kleinkindalter. Auf die rar gesäten schönen Seiten ihrer Kindheit oder ihres Lebens allgemein konzentriert sie sich kaum; eher kotzt sie alles aus, was sie über zwanzig Jahre ihres Lebens täglich verletzt und gedemütigt hat. Auf den ein oder anderen könnte es sogar wie Torture Porn wirken, wenn man nicht wüsste, dass die Betroffene selbst hier zu Wort kommt. Allerdings ist es auch das, was diese Biografie so anders macht als viele andere: Sie beschönigt nichts, sie zeigt das gesamte Leid und entblößt das Trauma einer jungen Frau, die ihr Leben lang von den falschen Personen umgeben war und selbst nicht reflektiert und selbstbestimmt genug, um sich davon zu entfernen. Es fühlt sich regelrecht so an, als wäre es therapeutisch für Hoffmann, so offen und detailreich darüber schreiben zu können. Besonders hervorstechend ist dabei das Gefühl des Zwiespalts eines Kindes geschrieben, das seinen Vater über alles liebt und ihm gefallen will, zugleich aber im wachsenden Alter das Gefühl bekommt, es wäre daran etwas falsch. Da die meisten Opfer von Vergewaltigung von ihnen nahestehenden Personen missbraucht werden, nehmen auch nicht alle Opfer diese Taten als solche wahr. Wie auch Hoffmann aus der Liebe zu ihrem Vater immer wieder behauptet, er sei nie gewaltsam gewesen, nie gemein, sondern stets liebevoll. Diese Diskrepanz zwischen dem, wie eine Vergewaltigung auszusehen hat und wie komplex sie sich für ein Opfer anfühlen kann, ist daher wundervoll beschrieben und könnte den ein oder anderen aufklären, ebenso wie über die Angewohnheit, sich unbewusst als Erwachsener ebenso Personen zu suchen, die einen misshandeln.
Der Schreibstil ist recht schnörkellos, nüchtern und plump, ähnlich wie man sich das Tagebuch eines Teenagers vorstellen würde. Das lässt das Beschriebene umso grausamer wirken und den Leser teilweise wirklich das Gesicht verziehen, egal für wie abgehärtet man sich hält. Das zeigt noch sehr deutlich, wie tief die Betroffene sich durch ihr Trauma definiert und wenig abseits dessen in ihrem Leben kennenlernen durfte, was sie erfüllt und ausmacht. Für manch einen Leser vielleicht sogar zu viel, da in einigen Rezensionen der böse Vorwurf fiel, es handle sich hierbei um nichts Autobiografisches, sondern um reine Fetischliteratur für Menschen aus der tiefsten BDSM-Szene. Wahrscheinlich von Menschen, die selbst nicht zu dieser Szene gehören, da sie sonst wüssten, dass BDSM nichts mit Kinderpornografie oder nicht einvernehmlichen Geschlechtsverkehr zu tun hat. Wahr ist eben allerdings, dass es bis auf Grausamkeiten kaum etwas anderes zu lesen ist - wer sich also eine hoffnungsvolle oder wenigstens schön geschriebene Geschichte erwartet, wird bitter enttäuscht und vermutlich auch leicht brechen müssen.
Leider hat das Buch ein recht abruptes Ende und bietet einem kaum Überblick darüber, wie es mit Hoffmann weitergegangen ist und wie (und ob) sie diesen Teufelskreis jemals gebrochen hat. In einer Therapie ist sie leider laut eigener Aussage nicht. Aber wer weiß, vielleicht bietet dieses Buch einen ersten Schritt dazu.
Insgesamt ein recht schwer zu bewertendes Buch. Für die Perspektive eines Opfers, das sich lange Zeit nicht wie eines fühlte und ein Leben lang in ungesunden Beziehungen zu ihren Mitmenschen gefangen war, verdient dieses Buch auf jeden Fall Aufmerksamkeit. Unterstrichen durch die sehr grobe Wortwahl bleiben einem die gewalttätigen Szenen sehr im Gedächtnis und sorgen dafür, dass man kaum aufhören kann, diesem Unfall zu folgen. Wer allerdings mehr von der Geschichte einer Überlebenden braucht als die Beschreibungen dessen, was er überlebt hat, und auch einen Hoffnungschimmer am Horizont, der wird diesem Buch kaum etwas abgewinnen können. Literarischer und umfassender hätte es allerdings auch für hartgesottene und an der Psychologie des Themas interessierte Leser sein können.
Eine sehr krasse Geschichte! Ich finde es gut, dass Nele den Mut hatte, ihre Geschichte der Öffentlichkeit mitzuteilen, da es in ihrem Umfeld ja anscheinend wenig Menschen gab, die sich um sie gekümmert haben. Natürlich kann man sich wegen der teils sehr vulgären Sprache streiten, ich hatte keine Probleme damit, denn eigentlich nennt sie die Dinge beim Namen und ich wüsste nicht, wieso sie ihre Geschichte verharmlosen sollte!
Super verstörend aber unfassbar gut geschrieben. Gibt einen super (aber simplen) einblick in die Gefühle von überlebenden einer (oder mehrerer, oder anhaltender) traumatischen Erfahrung(en).
Ich finde es unglaublich mutig dieses Buch zu schreiben, aber ich weiß ehrlich nicht, wie viele Sterne man so einem Buch geben kann. Fünf? Einen? Für Bücher wie dieses bräuchte es eine andere Bewertungsskala.
Nele wächst in einer augenscheinlich normalen Familie auf mit Vater, Mutter, Bruder und ihr selbst auf. Sie ist das Nesthäkchen der Familie, denn sie ist einige Jahre jünger als ihr Bruder. Die beiden haben kein besonders inniges Verhältnis, der Altersunterschied ist einfach zu groß und vielleicht auch die Tatsache, dass Nele eindeutig Papas Liebling ist. Ihre Mutter ist sehr streng zu ihr, ihr Vater hingegen liebt sie aufrichtig. So weit sich Nele zurückerinnern kann, hat ihr Papa schon immer sie geliebt. Er kam nachts zu ihr ins Bett und streichelte sie und zeigte ihr, wie sie ihn glücklich machen kann, auch wenn ihre Hände anfangs viel zu klein dafür waren, ihr Mund ebenso und alles andere.
Dass diese Art von Liebe nicht normal ist, weiß Nele nicht. Auch freut sie sich, als endlich entwickelt genug ist, um ihrem Vater voll und ganz zu gefallen, doch dieses "Glück" währt nicht lange, denn ihr Vater drängt ihrer Mutter dazu, erneut ein Kind zu bekommen, mit Augenmerk auf einem kleinen Mädchen, einer kleinen Schwester für Nele, die sie sich so sehr wünschen würde. Tatsache ist und das erkennt Nele, sobald sie sich bedenklich der Pubertät nähert, dass sie für ihren Vater zwischenzeitlich zu alt geworden ist und sein Interesse an ihr erlahmt.
Als sich ihr Vater immer weiter von ihr abwendet, zeigt sie ihn bei der Polizei wegen Kindesmissbrauch an, denn in der Schule hat sie gelernt, dass das, was ihr Vater mit ihr gemacht hat, nicht normal, ja noch nicht einmal erlaubt ist. Als ihr Vater daraufhin verhaftet wird, kommt es zum Zerwürfnis mit der Mutter, die sich auf die Seite ihres Mannes stellt und ihr Kind des Hauses verweist. Zu ihrem Bruder, der sofort nach seiner Volljährigkeit ausgezogen ist, hat sie keinen Kontakt, sodass sie nicht weiß, wo sie hin soll. Doch kurz darauf lernt sie einen jungen Mann kennen und hofft das erste Mal in ihrem Leben auf die wahre Liebe - doch selten hat sich ein Mensch so getäuscht ...
Eine verlorene Kindheit! Dieses Buch ist eine Autobiografie über das Leben der Nele Hoffmann, die über ihre Kindheit und die dramatischen Begebenheiten im Anschluss berichtet. Während der Lektüre konnte ich kaum glauben, dass die darin geschilderten Begebenheiten den Tatsachen entsprechen. Es fiel mir auch unheimlich schwer zu begreifen, wie eine junge Frau, die es geschafft hat, aus einem Abhängigkeitsverhältnis zu entkommen, gleich in das nächste gerät, aus dem es ihr noch schwerer fällt sich zu lösen. Auch kann ich manche Aussagen der Autorin in dem Buch ganz und gar nicht nachvollziehen und gehe mit diesen nicht konform. Der Schreibstil war sehr umgangssprachlich gehalten. Alles in allem kann ich sagen, dass es sich hier um einen erschütternden Bericht über eine schreckliche Kindheit handelt, jedoch hat mich die sprachliche Ausführung und die wiederkehrende Vulgarität eher schockiert. Dass dieses Buch in Zusammenarbeit mit einer Journalistin entstanden ist, mag ich noch immer nicht glauben.
Eine Wertung fällt mir sehr schwer. Denn einerseits setzt man darauf, dass die Schilderung der Geschehnisse authentisch ist. Dann wirkt es eindringlich und schockierend, ja es wird schliesslich bald unerträglich zu lesen. Andererseits fehlte mir eine persönliche Note. Etwas mehr Erklärung, um Nele zu verstehen. Der erste Teil um ihren Papa geht dabei noch, allerdings der zweite Teil war für mich eigentlich nicht nachvollziehbar. Ihre Beziehung zu ihrem "Meister" kommt sehr, sehr kurz für die geschilderten Leiden. Warum lässt sie sich von ihm so schnell komplett versklaven? Letztlich bleibt auch ein leiser Zweifel, ob das tatsächlich authentisch ist, oder ob teilweise wegen des Schockgefühls übertrieben wurde.
PS: Beste Szene für mich: Als sie ihren ersten Freund hat, und ihm gleich mal das 100%ige Sexprogramm anbietet und den Jungen damit so dermassen verschreckt.
Sehr krasse Story, vor allem da man bedenken muss, dass es die persönliche Geschichte der Autorin ist. Einen großen Respekt, dass sie über so private Dinge schreibt und dies auch sehr, sehr gut. Ist für alle zu empfehlen, die hart im Nehmen sind.
ich habe dieses buch fertig gelesen und empfehle es wirklich keiner frau.
zusammenfassung: ein mädchen wird jahrelang von ihrem vater sexuell missbraucht, welcher das interesse an ihr verliert, als sie in die pubertät kommt. daraufhin geht nele eine beziehung mit einem sadisten ein und gerät in die bdsm-szene. ihr freund, zu dem eine finanzielle abhängigkeit besteht, erklärt sie zu seiner sklavin und bringt sie regelmäßig in sm-studios, wo sie gegen bezahlung von mehreren männern auf immer grausamere art misshandelt wird. bei einer der letzten "sessions" kommt es zur sodomie. kurz darauf flüchtet sie und beschließt, weiterhin als sklavin geld zu verdienen, spielt jedoch mit dem gedanken, domina zu werden. die psychische und körperliche folter, die ihr innerhalb der beziehung widerfährt, ist für nele in jeglicher hinsicht schlimmer als der missbrauch durch ihren vater. dieser sei immerhin "lieb" zu ihr gewesen - daher auch der titel des buches. in den bewertungen schreiben leser/innen, dass sie das buch als extrem verharmlosend wahrnehmen, verstört sind, an der glaubwürdigkeit des erzählten zweifeln und kein verständnis für nele's handeln aufbringen können. desweiteren nehmen viele die darstellung der geschichte als ein gefundenes fressen für pädosexuelle wahr. ich möchte keiner betroffenen ihre realität absprechen, kann mich der kritik jedoch anschließen. es ist nicht zu leugnen, dass der kindesmissbrauch - im gegensatz zu den qualen, denen sie ihr freund aussetzt - sehr verharmlosend dargestellt wird. darüber hinaus hatte ich ebenfalls schwierigkeiten, nele's verhalten und gedankengänge nachzuvollziehen, was natürlich daran liegen kann, dass ich selber zum glück nie in einer vergleichbaren situation war. interessant ist jedoch jene stelle, an der sie im gespräch mit einer lehrerin erwähnt, prostitution nicht verwerflich zu finden. auch, dass sie gefallen an ihrer eigenen erniedrigung findet, hat mich nicht überrascht. viele frauen, die im kindesalter sexuelle gewalt erleben mussten, prostituieren sich und entwickeln masochistische neigungen.
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Ziemlich schockierend, ich finde es okay, dass Sie die Dinge beim Namen nennt. Sie war nun dran gewöhnt benutzt zu werden und nicht zu hinterfragen. Das ist was ihr Vater ihr angetan hat durch den Missbrauch. Weshalb sie dann noch schlimmere Sachen über sich ergehen ließ. Schonungslos, ehrlich und authentisch. Und unglaublich traurig wie viele widerliche Menschen sich unter uns befinden. Da schaut man sich doch mal um und fragt sich wieviele Schweine es wohl gibt.
Das Buch ist keine Reflexion zu einem Thema und soll auch nicht ausarbeiten, eher eine gnadenlose Erzählung. Für mich zu krass, zu detailliert und zu verstörend
Ein unfassbar spannender Einblick in solch einen Verstand. Der Schreibstil war sehr schlicht. Das reibt einem die Grausamkeit aber nur noch mehr unter die Nase. Es baut sich lange auf und endet dann Recht abrupt. Interessanter Einblick aber kein Buch das ist nochmal lesen werde.
Im ersten Teil beschreibt Nele ausführlich, wie ihr Vater sie seit der frühsten Kindheit jahrelang sexuell missbraucht hat. Obwohl dieser Teil schon schockierend war, ist es nichts im Vergleich zum zweiten Teil, in dem sie den Missbrauch durch ihren "Freund" Niels, seinen Freunden und Kunden im SM-Klub beschreibt. Dabei wird eine Perversion nach der anderen aneinandergereiht. Das Buch ist extrem verstörend und sollte eine Altersbeschränkung haben.
Obwohl es sich dabei um eine autobiografische Erzählung handeln soll, zweifle ich den Wahrheitsgehalt jedoch stark an, da es viel zu viele Ungereimtheiten im Buch gab, die keinen Sinn ergaben und ganz offensichtlich völlig an den Haaren herbeigezogen waren. Zum Beispiel behauptete Nele, dass ihr Vater ihr Zungenküsse vor seinen Freunden und Familie gegeben hat und niemand darauf reagiert hat. Auch behauptete die Autorin, dass ihre Freundin und Klassenkameradin Lara ihr mit 16 Nacktfotos auf ihrem iPad gezeigt hat. Doch zu dem Zeitpunkt, als Nele 16 war, gab es überhaupt noch keine iPads, da diese erst 2010 auf den Markt erschienen sind. Das Buch wurde erst 2014 veröffentlicht, zudem Zeitpunkt war Nele bereits Mitte bis Ende zwanzig. Es gab noch viele weitere solcher Ungereimtheiten.
Dieses Buch wirkt zudem wie eine Anleitung für Pädophile und Sadisten. Nele hat zum Ende hin auch keinerlei positive, warnende oder hilfreiche Botschaft an den Leser, ganz im Gegenteil. Sie verharmlost Pädophile und hat kein Problem mit Kinderpornos. Selbstreflexion oder eine logische Schlussfolgerung sucht man ebenfalls vergeblich. Dafür findet man sehr viel Verharmlosung und Doppelmoral.