Sieben Tage hat sie Zeit. Sieben Tage zwischen einer beunruhigenden Diagnose und dem klärenden Arzttermin, der alles verändern könnte. Sieben Tage, um nicht nachzudenken – oder endlich aufzuräumen. Statt in den Urlaub zu fahren oder sich ablenken zu lassen, steigt sie hinab in ihr Kellerabteil, ausgestattet mit Stirnlampe, Müsliriegeln und dem festen Vorsatz, sich von allem zu trennen, was sie nicht mehr braucht und freizulassen, was ohne sie besser dran ist. Doch zwischen Umzugskartons und Erinnerungskisten, XXL-Plüschteddys und 20 Jahre alten Zahnbürsten beginnt eine unerwartete durch Chaos und Ordnung, Konsum und Identität, durch die Geschichte ihrer Dinge und eine Meditation über Schrott. Begleitet von ihrer minimalistischen Schwester, einer pragmatischen Gebrauchtwarenhändlerin und den Fabelwesen, die im Keller rascheln, stellt sie Wegwerfen ist Trennung ohne Hintertür. Ein Roman über eine junge Frau, die ihren Keller aufräumt und dabei herausfindet, worauf es im Leben eigentlich ankommt.
Ilona Hartmann ist freie Autorin und Texterin. Geboren 1990 bei Stuttgart zog sie direkt nach dem Abitur erst nach Leipzig und dann nach Berlin, vor allem aber ins Internet, wo sie bis heute lebt. “Land in Sicht” ist ihr erster Roman. Texte von ihr finden sich regelmäßig auf ZEIT Online, in Der Freitag und auf Twitter. Instagram @ilona_hartmann Twitter @zirkuspony
Wahrscheinlich hat es mir unter anderem deshalb so gut gefallen, weil ich den großen Teil meines Sommers wie die Hauptfigur damit verbracht habe, auszuräumen, wegzuwerfen und überrascht zu sein, was in so mancher Schublade vergessen worden ist. Zwar würde ich hoffen, dass ich nicht ganz so viel angehäuft habe, wie unsere Protagonistin, aber spätestens wenn ein Umzug ansteht und das ganze Leben in Kisten gepackt werden muss, merkt man schmerzlich, wie viel man dann eben doch angehäuft hat. Spätestens bei Büchern denke ich mir oft, dass es echt weniger sein müsste.
So gesehen trifft das Buch den Zeitgeist gut und für mich war es kurzweilig und amüsant, die Anekdoten zu lesen, die die Protagonistin bei jedem neuen Gegenstand erzählt hat: von ihrer minimalistischen Schwester, vom Riesen-Teddy, der unbedingt mit ins Flugzeug musste, von der noch verpackten Zahnbürste aus einem Urlaub und so weiter, und so weiter.
Was vielleicht noch gesagt werden sollte ist, dass dieses Buch eher ein Schwelgen in Erinnerungen ist und weniger einen umfassenden Plot bietet. Gerade am Ende bleibt man ein wenig in der Luft hängen, was mich persönlich weniger stört, doch dem oder der Lesenden sollte klar sein, dass in diesem Buch eigentlich nur sehr wenig passiert.
Von mir aber eine klare Leseempfehlung, gerade wenn man vielleicht auch das Gefühl hat, mal wieder ausmisten zu müssen.
ich liebe ilona hartmann und ihre art zu schreiben, allerdings fehlt auch mir hier ein bisschen was. ich hätte mir gern noch mehr tiefe gewünscht und eine geschichte, die in teilen weniger zusammengewürfelt wirkt. es war dennoch schön und schnell zu lesen gewesen.
4 ⭐️ // ilona hartmann versteht das, was unverstanden blieb, und bringt es zu papier, damit verlorene mid-20-jährige sich darin wiederfinden können. in „junk“ erhält unsere protagonistin eine verdachtsdiagnose, die sich erst eine woche später bestätigen oder verneinen wird und sie mit tagen der verdrängung, der ungewissheit, des eskapismus und der angst zurücklässt. sie will eigentlich zum sport, landet dann aber im kellerabteil ihrer mietwohnung. dort ist sie konfrontiert mit den versionen ihres selbst, die sie mit komsumgütern unterstrichen und wieder verworfen hat, mit erinnerungsstücken, mit schambehafteten und freudigen wiederentdeckungen. eine woche lang sortiert sie durch ihren keller, im ordnunh zu schaffen - innerlich und äußerlich.
der roman hat bei mir super viele fragen aufgeworfen, die sich auch die protagonistin stellt, aber auch antworten auf die krankheiten des kapitalismusbeherrschten 21ten jahrhunderts gegeben. leseempfehlung für alle, bei denen ordnung & chaos gelegentlich (oder dauerhaft) gegeneinander antreten & die lieber verdrängen, als sich zu beschäftigen.
ich habe irgendwie das gefühl, dass ilona hartmann und ich gleichzeitig erwachsen werden & ich mich wirklich in jedem ihrer romane wiederfinden werde, wie es auch bei klarkommen (alle lesen!!!) schon der fall war #parasocial #meineikone
"Mit schwirrendem Kopf versuchte ich, wenigstens meine eigene Welt zu befestigen. Das ging besser, merkte ich, sogar sehr gut, wenn ich viele, viele, wirklich viele Dinge zum Festhalten hatte."
Ich mag Ilona Hartmanns Art zu schreiben, schon ihr letzter Roman "klarkommen" hat mich begeistert. Und auch "Junk" habe ich sehr gerne gelesen. Die Erzählerin muss sieben Tage lang auf eine medizinische Diagnose warten, die möglicherweise ihr Leben verändern könnte - sie entscheidet sich, während der Wartezeit in ihren Keller zu ziehen und mistet dort Kisten voller Erinnerungen, Fotos und einem XXL-Plüschteddy aus. Plötzlich sitzt sie zwischen all dem Scheiß, den sie in den letzten Jahren angehäuft hat und hinterfragt ihre Kaufentscheidungen: Wieso habe ich eigentlich zu viel Zeug? Warum fühle ich mich besser, wenn ich konsumiere? Und was passiert, wenn ich endlich anfange, die Gefühle zu fühlen, die sich unter diesem Berg aus Kram verbergen?
Mich hat "Junk" erstaunlich berührt und ich habe beim Lesen viel über mich selbst gelernt. Vieles kam mir auch erschreckend bekannt vor, vielleicht werde ich nach dem Lesen jetzt also auch mal anfangen, meinen Keller auszumisten!
Berührend, echt & ohne „Schmuckelemente“ - ich konnte mich irgendwie superschnell in die Protagonistin hineinversetzen, obwohl die Situation auch etwas skurril ist. Doch: wer kennt nicht das Gefühl, sich quasi die Decke über den Kopf ziehen zu wollen, weil einem alles zu viel ist? Und lieber in Erinnerungen als im hier und jetzt zu leben, wenn’s mal blöd ist? Mir hat der „plumpe“ Schreibstil supergut gefallen, es hat auch einfach gepasst. Hier musste nichts ausgeschmückt werden; die Erzählweise hat es real & intim werden lassen. Manchmal waren mir jedoch die Beschreibungen etwas ZU ausschweifend und ich hab gemerkt, dass ich dann nicht mehr ganz bei der Sache war. Obwohl es ein kurzer Read ist, hätte man da mMn noch fokussieren können! Auch hatte ich das Gefühl, trotz der ganzen persönlichen Geschichten, die Protagonistin nicht wirklich gut kennengelernt zu haben und konnte sie bis zum Schluss nicht ganz greifen. Aber vielleicht sollte das auch genau so sein.
Ich mochte die Idee vom Buch und Ilona Hartmanns Art zu schreiben sehr. Ich musste auch zwischendurch schmunzeln, aber so richtig hat es kein Gefühl bei mir hinterlassen. Eher so ein naja.
Beklemmend, humorvoll, ganz viele markierte Stellen und Zitate, weil irgendwie weise. Keine Antworten, schade, aber am Schluss immer die Erkenntnis: Überfordert sind wir alle. Menschen können helfen.
Auf eine Diagnose wartend beschließt die Protagonistin ihren Keller auszuräumen und stellt sich dabei die ein oder andere Frage, die ich mir auch schon häufiger gestellt habe: Warum konsumieren wir eigentlich dauernd? Warum machen wir unsere Identität so sehr von Dingen abhängig (heute Granny Core, morgen Clean Girl Era)? Warum versprechen wir uns von jedem neuem Kauf so viel Glück? Warum ist dieses Glücksgefühl oft direkt schon nach dem Auspacken weg? Und geht das eigentlich auch anders?
Antworten findet die Protagonistin dabei in Erinnerungen, welche wiederum vom "Müll" im Keller ausgelöst werden. Zwar sind diese individuell, doch regen sie gut zum persönlichen Reflektieren an.
Punkt Abzug dafür, dass sich die Autorin gerne noch etwas mehr Zeit hätte lassen können.
Die Protagonistin muss sieben Tage lang auf eine Diagnose warten und beginnt sich während der Wartezeit mit ihrem Keller und den darin angehäuften Dingen auseinanderzusetzen. Ich habe mich an der ein oder anderen Stelle durchaus in der Protagonistin wiedergefunden, denn auch ich hebe gerne Dinge auf die andere vielleicht als Schrott bezeichnen würden, weil sie für mich einen sentimentalen Wert haben. Das Buch hat mich auf jeden Fall zum Nachdenken im Hinblick auf Konsum und Kaufentscheidungen gebracht.
Hat sich lowkey angefühlt wie mein eigenes Tagebuch aus der Zukunft zu lesen?? (Außer der Arztteil 🤞?) Bisschen weird dass die Protagonistin uns aber immer auf höflichen/rationalen Abstand hält. Liest sich schnell weg
3.5 Sterne ⭐️⭐️⭐️🌟 Was fand ich toll? Wow es wurden ganz tolle Gedanken gefasst über Konsum, aber auch über das Erwachsenwerden und allem was dazugehört: mental Health, Familie, Idealismus vs. Realität. Diese Gedanken fand ich fantastisch und konnte mich kaum satt fühlen von diesem neuen Schwung an Ideen und Aussagen. Was fand ich nd so prickelnd? Die Sprache war sehr bildlich und zu Beginn rollte die Geschichte recht langsam voran. Wer Poesie mag, könnte das sogar positiv empfinden. Für mich war es manchmal einfach zu viel. Die Geschichte bleibt oberflächlich, vieles unausgesprochen. Ich habe das Gefühl die Protagonistin dreht sich am Ende doch im Kreis. Aber vielleicht ist das auch einfach normal und gehört zum Prozess dazu ;). Bis man eben eine neue Spirale findet. Wer hier eine spannende Geschichte erwartet- wird vermutlich enttäuscht. Man bekommt recht wenig Informationen.
Toll, aber die Schwelle zwischen Roman und Poesie und Philosophische Gedanken ist mir doch ein kleines bisschen zu eng hier. ❤️ werde mehr von ihr lesen, ihre Gedanken sind wirklich toll!
Leicht, unterhaltsam und stellenweise überraschend nachdenklich. Ein Buch für alle, die schon einmal zu viel gekauft haben – und auch für alle anderen, die Freude an scharfsinnigen Gesellschaftsbeobachtungen haben.
Kurzweilig aber auch bissi wenig aussagekräftig, Story ist verständlich aber wirkt random, wie ein paar aneinander gereihte Geschichten die nichts miteinander zutun haben oder aus denen die Protagonistin nichts lernt. Außerdem leider kein konkretes Ende.
Glaube das Buch wird nicht lange bei mir hängen bleiben, konnte man easy durchlesen aber war auch etwas zu gezwungen auf witzig geschrieben. Die Protagonistin mistet eine Woche ihren Keller aus um am Ende gar nicht fertig zu sein, und nur in der Vergangenheit gewühlt zu haben.
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1 ⭐️ Kurzweilig und stellenweise witzig, aber das Buch hat gar nichts mit mir gemacht. Der Plot und die kurzen Erzählungen wirken flach und belanglos, die Beziehungen sind unausgereift und die Protagonistin dadurch bis zum Schluss nicht greifbar.
Überraschend emotional, auch wenn man nie die Details der Diagnose erfährt oder die Charaktere Namen bekommen. Durch die wenigen Seiten und einem Zeitraum von 7 Tagen bekommen wir zwar nur einen kleinen zeitlichen Einblick in die Welt der Protagonistin, aber die Autorin hat es geschafft die innere Welt der Frau, ihre Gefühle, Ängste und Konflikte mit wenigen Worten mir beim Lesen greifbar und authentisch zu beschreiben ohne die tatsächlichen Gefühle zu benennen. Besonders gelungen ist der Autorin die Beziehung zur kleinen Schwester, die wir zuerst in Erinnerungen kennenlernen und später auch in der Gegenwart. Durch den Schreibstil konnte ich eine eigenartige Verbundenheit zu der Protagonistin aufbauen allein durch ihre Art die Geschichte zu erzählen, durch einzelne Details in ihrem Leben, die meinem gleichen, auch wenn es nur triviale Dinge waren.
Ich habe Junk als Hörbuch gehört und bin jetzt tatsächlich ein bisschen traurig, dass ich es nicht physisch im Regal habe, weil ich die Sprache grandios fand!! So bildhaft, klug und teilweise richtig krass. Ich hätte mir ständig irgendwelche Sätze markieren können.
Und auch inhaltlich konnte ich (leider) sehr relaten. Besonders dieser Gedanke, dass Dinge einem irgendwie Halt geben können, wenn es im eigenen Kopf gerade ziemlich wirr ist. Man hält fest, häuft an und konsumiert; vielleicht auch, um sich selbst ein bisschen zu beruhigen...
Über Jahre hinweg hatten unsere Eltern Sendezeit eingenommen mit Trennen, Getrenntsein, kurzer Kunstpause und nun wieder Annäherung, das alles dargeboten auf wie gesagt: Milchhaut. Kein tragender Boden für eigentlich gar nichts. Gesprochen wurde darüber natürlich nicht, zumindest nicht mit uns, und es wäre gelogen, zu sagen, das Verhältnis zwischen uns Schwestern wäre zu diesem Zeitpunkt eng gewesen. Wir lebten alle allein in unseren nun wieder schaukelnden Booten, und wie früher auf den Überfahrten mit der Fähre nach Korsika war ich die Erste, die kotzte.
Das war echt unterhaltsam und beinhaltete gute Beobachtungen über (Über-) Konsum und was das mit uns Menschen macht! Mir ist bewusst, dass es wahrscheinlich bewusst gewählt ist, dass wir nur wenige Infos über alle Charaktere erhalten. Leider hat das aber dazu geführt, dass alles irgendwie zu oberflächlich bleibt. Ich hab’s dennoch gerne gehört!
there´s something about diese Autorin, die mich 2013 in einer fragwürdigen Tumblr-Phase genauso gecatcht hat wie nun zwölf Jahre später. Sind wir nicht alle irgendwo noch 14, sind wir nicht alle auf der Suche nach der Bedeutung, die angehäufte Dinge bekommen, und vor allem auf der Suche nach einem wirklich guten Stock??
Schreibstil und der Plot an sich haben mit gut gefallen. Gleichzeitig keine breaking news, mehr so eine Stimmung, die transportiert wird. Habs beim Rumräumen nebenbei gehört. Entweder war ich dann aber zu abgelenkt von meinen Sachen und hab was nicht mitbekommen oder das Ende bildet irgendendwie keine runde Sache.
hätte ich das mal vor meinem umzug gelesen... meine helfer*innen hätten sich gefreut. naja anyways, war schon nicht schlecht, aber irgendwie auch nicht memorable. thema overconsumption ganz gut auf den punkt gebracht und gut geschrieben, aber ist trotzdem kein must-read