Die weißen Turnschuhe wieder zurück! Gerade erst ist Michael Palin von einer Reise zurückgekommen, als er schon wieder über die nächste nachdenkt. Diesmal will er rund um den Pazifik reisen. Für die mehr als 20000 Meilen haben er und seine Crew sich 200 Tage Zeit genommen. Einmal aufgebrochen wollen sie nur noch zurückkehren, um "schmutzige Wäsche zu waschen und Ehen zu retten".
Ich liebe es, mit Michael Palin zu reisen. Seine Begeisterung steckt mich immer wieder an und sein Humor ist einfach unvergleichlich. Dieses Mal hatte ich allerdings das Gefühl, als würde er mit angezogener Handbremse reisen. Seine Erzählungen klangen ungewöhnlich nüchtern, er wirkte müde. Vielleicht lag es daran, dass er und seine Crew sich von der Aufgabe, der sie sich gestellt hatten, ein wenig überfordert waren. Mehr als einmal schrieb Palin, dass er Ausflüge und Besichtigungen nicht machte, um sich zu schonen, weil noch so viel vor ihm lag. Das ist ungewöhnlich, denn normalerweise ist er immer der erste, der ein paar Schritte weiter geht als andere.
Am Wendepunkt der Reise passiert das Schlimmste: bei seiner Frau wird ein Gehirntumor entdeckt, sie muss operiert werden. Als sie die Diagnose erfährt, ist Michael Palin nicht zu erreichen, die beiden telefonieren erst wieder als die Operation unmittelbar bevor steht. Trotzdem fliegt er nicht nach Hause. Das ist aber nicht seine Entscheidung allein, auch Helen will nicht, dass er seine Reise unterbricht. Erst nach der Operation besucht er sie. Mit dabei ist sein Fotograf, der das erste Mal seine neugeborene Tochter sieht. Die Reise nach Australien, für den Rest der Crew nur ein Katzensprung, wird für die beiden zu einer Reise um die halbe Welt. Dieses Ereignis erlaubt einen Blick "hinter die Kulissen". Wie müssen sich die Familien der Reisenden fühlen, die immer wieder zurückgelassen werden?
Zurück auf Kurs nimmt man eine Veränderung wahr. Palin schreibt wieder leichter, erzählt von Fußballübertragungen in die Anden und anderen Kleinigkeiten, die seine Berichte immer zu etwas Besonderem machen. Auch wenn noch viele Meilen vor ihnen liegen, geht es doch wieder nach Hause.
Es war ein ehrgeiziges Projekt. Aufgrund der großen Entfernung geht er nicht so ins Detail, wie ich es von Michael Palin gewohnt bin. Es ist immer noch ein schöner Reisebericht, aber ich bin von ihm Besseres gewohnt.