Inhalt: Victor, einst Krankenpfleger, heute Suchender zwischen Moral und Macht, Körper und Geist, lebt in einer Welt aus Routinen, Beobachtungen und verdrängten Begierden. Was als sachliche Rückschau auf ein geordnetes Leben beginnt, wird zur schonungslosen Selbstanalyse eines Mannes, der hinter der Fassade von Fürsorge und Normalität eine zerstörerische Sehnsucht verbirgt. Zwischen Krankenhausfluren, Kaufhäusern und Hotelzimmern tastet sich Victor durch die Einsamkeit der Großstadt, immer auf der Suche nach einem Rest von Sinn, Nähe und Kontrolle. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Meine Meinung: Zu Beginn der Geschichte wurde ich als Leserin in die Gedankenwelt des Protagonisten Victor sowie in sein Leben eingeführt. Die Gefühle blieben dabei meistens außen vor. Ich vermute, die erlebten Traumata in der Kindheit inklusive Vernachlässigung durch die Eltern ließen ihn abstumpfen. Das ist allerdings nur eine Vermutung meinerseits. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Alle Gespräche, die Victor in diesem Buch führte, wirkten auf mich hölzern und gestellt. Diese Passagen waren sehr anstrengend zu lesen. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Es dauerte ungefähr 250 Seiten bis in dieser Geschichte so etwas wie Spannung aufkam. Der Autor möchte hier auf Biegen und Brechen einen zutiefst verstörenden Menschen darstellen, dessen Handlungen am Ende etwas übertrieben wirkten. Nach 50 Seiten war der ganze Spuk vorbei und die Handlung flachte wieder extrem ab. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Fazit: Nicht annähernd was ich mir erhofft hatte. Schade! ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Meine Bewertung: 2/5 Sterne 🌟
Victor ist ein eher zurückgezogener Mann, dessen Gedanken, Erinnerungen und Wahrnehmungen einen großen Teil der Geschichte bestimmen. Nach und nach bekommt man Einblicke in seine Persönlichkeit und merkt schnell, dass hinter seinem zunächst unscheinbaren Leben einiges verborgen liegt.
Ich wusste bei diesem Buch lange nicht so richtig, wohin die Geschichte eigentlich führen will. Das machte mich anfangs durchaus neugierig, denn es entwickelte sich anders, als ich nach den ersten Seiten erwartet hatte.
Leider konnte es mich trotzdem nicht wirklich erreichen. Vor allem mit dem Schreibstil und der Art, wie die Geschichte erzählt wird, hatte ich meine Schwierigkeiten. Vieles wirkte auf mich distanziert und teilweise etwas sperrig. Immer wieder musste ich mich beim Lesen neu konzentrieren, um bei Victors Gedanken und den verschiedenen Ebenen der Geschichte zu bleiben. Dadurch fehlte mir einfach der Sog, den ich mir gewünscht hätte.
Auch Victor selbst blieb für mich schwer greifbar. Das mag durchaus so gewollt sein und passt zu seiner Figur, trotzdem blieb ich dadurch emotional auf Abstand. Statt wirklich in die Geschichte einzutauchen, fühlte ich mich eher wie eine Beobachterin.
Dabei fand ich die Grundidee durchaus interessant. Einsamkeit, menschliche Abgründe und die Frage, wie sehr man der eigenen Wahrnehmung eigentlich trauen kann, bieten einiges an Stoff. Mit der Umsetzung bin ich allerdings nicht warm geworden.
Irgendwann musste ich mir deshalb eingestehen, dass wir wohl keine Freunde mehr werden, und habe das Buch abgebrochen. Schade, denn die Grundidee hatte definitiv Potenzial. Aber manchmal reicht Interesse allein eben nicht, wenn beim Lesen der Funke einfach nicht überspringt.