Vor dem Spiegel beginnt für viele der tägliche Zu dick, zu schlaff, zu faltig, zu unperfekt. Als ehemalige Fitnessinfluencerin kennt Louisa Dellert diesen Blick auf den eigenen Körper. Lange war sie selbst gefangen in Vergleichen und mit der ständigen Frage beschä Bin ich schön genug? In ihrem Buch will sie herausfinden, wie wir aus diesem Teufelskreis ausbrechen und endlich Frieden mit unserem Körper schließen können. Wer verdient eigentlich an unserem schlechten Körpergefühl? Und wer entscheidet, welcher Körper "zu viel" ist? Dellert deckt die perfiden Mechanismen auf, mit denen Schönheitsindustrie und Patriarchat Frauen systematisch verunsichern. Mit schonungsloser Ehrlichkeit analysiert sie, wie absurde Schönheitsnormen entstehen und warum Männer anders bewertet werden als Frauen. Ihr Buch ist Aufklärung und Befreiungsschlag zugleich – eine Anleitung, um den eigenen Körper endlich als das zu sehen, was er ein Zuhause. Persönlich, aufklärerisch und voller Ein Buch, das umarmt – und das System entlarvt, das uns krank macht.
Unshame ist für mich ein unglaublich wertvolles Buch. Louisa Dellert verbindet ihre persönlichen Erfahrungen mit fundierten Informationen und lädt immer wieder zu Gedankenexperimenten ein, die zum Nachdenken anregen. Gleichzeitig gibt sie konkrete Impulse, wie man den eigenen Blick auf den eigenen Körper, die Körper anderer Menschen und auf sich selbst verändern kann.
Ich glaube, was mich am meisten beschäftigt hat, war die Erkenntnis, wie selbstverständlich weibliche Scham für viele von uns geworden ist. Als Frau wächst man eigentlich damit auf, dass der eigene Körper ständig bewertet wird. Diese Bewertung kommt nicht nur von außen, sondern irgendwann auch von einem selbst. Genau davon leben das Patriarchat und eine riesige Industrie. Frauen wird eingeredet, sie seien nicht gut genug, nicht schön genug oder müssten sich ständig optimieren. Wenn man permanent mit solchen Unsicherheiten beschäftigt ist, bleibt wenig Raum für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Das fand ich unglaublich erschreckend.
Das Buch macht deutlich, wie schwer es ist, sich von diesen Denkmustern zu lösen, wenn man mit ihnen aufgewachsen ist. Gerade deshalb fand ich die Botschaft des weiblichen Schulterschlusses so wichtig. Statt Körper zu bewerten oder Bodyshaming zu betreiben, sollten wir uns gegenseitig unterstützen, mehr Mitgefühl füreinander entwickeln und uns gegenseitig feiern.
Ich glaube, dass dieses Buch nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer lesenswert ist. Es hilft zu verstehen, welchen gesellschaftlichen Druck und welche Grenzüberschreitungen viele Frauen tagtäglich erleben. Wer sich bereits intensiv mit Körperakzeptanz, Body Positivity und Feminismus beschäftigt hat, wird vielleicht nicht ausschließlich Neues finden. Trotzdem schafft es Louisa, bekannte Themen so persönlich und nahbar zu erzählen, dass ich das Buch mit großem Interesse gelesen habe und immer wieder neue Denkanstöße mitnehmen konnte. Ein wirklich tolles, intimes und eindrückliches Buch, das mich hoffentlich langfristig zu mehr Selbstreflexion, Mitgefühl und einem liebevolleren Umgang mit mir selbst bewegt.
Ich möchte unbedingt noch anmerken, dass Louisa die liebenswürdigste Danksagung geschrieben hat. Allein diese hat mich wirklich zu Tränen gerührt. Vielen lieben Dank, liebe Louisa, für deine ehrlichen, zutiefst authentischen und ermutigenden Worte! Ab jetzt Schulter an Schulter ✨
Ich kenne Louisa Dellert schon länger durch ihre Social Media Präsenz und finde ihren Content super lehrreich und wichtig. Deswegen habe ich mich auch sehr gefreut, als ich von diesem Buch gehört habe. Obwohl das Thema rundum den weiblichen Körper nicht viel mit mir persönlich zutun hat, finde ich es super wichtig, dass jeder, insbesondere Männer, sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Ich fand auch sehr cool, wie hier popkulturelle Momente, mit denen ich aufgewachsen bin behandelt wurden, wie z.b. das Bodyshaming von Nelly Furtado oder der Janet Jackson Vorfall beim Super Bowl 2004. Sehr empfehlenswert!
Die Welt wäre leichter, wenn jeder einige Ansätze daraus für sich, und das Denken über andere Menschen im Bezug auf Körper, mitnehmen würde. Louisa macht deutlich, dass es ein Weg ist, sich mit seinem Körper anzufreunden. Ein nicht immer einfacher Weg, aber er ist möglich. Sie gibt auch tolle Ansätze, die einem dabei helfen und verknüpft eigene Erlebnisse mit Fakten und Informationen von Expert*innen. Einfach lesen, kann ich nur empfehlen ❣️ Und wenn du mit deinem Körper im Reinen bist, unbedingt trotzdem lesen (es geht um uns alle untereinander)!
an sich wenig neues aber immer gut, sich das in aktiv in erinnerung zu rufen: „was lässt sich mit weiblicher scham machen? money money money“ oder auch „versuche jede falte an meiner stirn als mittelfinger ans patriarchat zu betrachten“
In ihrem neusten Buch "Unshame", analysiert die ehemalige Fitnessinfluencerin Louisa Dellert, die mittlerweile Aufklärungsarbeit leistet und ein Buch-Café leitet, wie Schönheitsindustrie und Patriarchat Frauen systematisch verunsichern. Ihr Ziel ist, den (weiblichen) Körper nicht mehr als Baustelle, sondern als Zuhause zu betrachten, die tief verwurzelte Scham loszulassen und sich von Idealen zu befreien, die nichts mit Gesundheit und Schönheit zu tun haben. In knapp 300 Seiten, die sich gleicheitig als Ratgeber, politischer Aktivismus und Sachbuch verstehen, zeigt sie auf, wer von unseren Unsicherheiten profitiert und weshalb es so schwer ist, sich von gesellschaftlichen Erwartungen zu lösen. "Den eigenen Wert vom Aussehen abhängig zu machen, wird Frauen schon früh vermittelt. Sie sollen schön sein. Sich schön schminken. Schön schlank sein. Sich schön anziehen. Schön lächeln. Schöne Brüste haben. Schön riechen. Sich schön optimieren. Schönsein, um jeden Preis. Und dabei bitte immer schön die Klappe halten und bloß nicht aufmucken."
Es ist nicht das erste Buch, das ich zum Thema Schönheitsnorm, Patriarchat, Diätkultur, Body Positivity und Befreiung lese, aber bis jetzt mit Abstand das gelungenste. Egal ob "Body Politics", "Unlearn Partiarchy" oder "Fleischmarkt", Autorinnen wie Tara-Louise Wittwer, Laurie Penny oder Florence Given, Sachbücher, Ratgeber oder Essays - auch wenn ich viel mitgenommen habe, hatte ich fast immer etwas auszusetzen. Entweder war mir die Perspektive zu einseitig oder zu plakativ, zu persönlich oder zu nüchtern, zu privilegiert und nicht inklusiv genug oder komplexe Zusammenhänge wurden zu stark vereinfacht. "Es macht einen Unterschied, ob ich meinen Körper pflege, bewege und nähre, um stark und gesund zu sein, oder ob ich all das tue, um ihn kleiner, dünner und gefälliger zu machen, weil ich unrealistischen Schönheitsidealen hinterhereifere. Ich habe keinen Bock mehr auf dieses Hamsterrad. Ich breche daraus aus. Jeden Tag ein bisschen mehr. Und du ja vielleicht auch. Schön, dass du dabei bist."
Louisa Dellert gelingt es in „Unshame“ dagegen, genau die richtige Balance zu finden und den richtigen Ton zu treffen. Sie schreibt sachlich und fundiert, gleichzeitig aber herzlich und einfühlsam. Trotz der ernsten Themen strahlt das Buch damit eine große Wärme aus. Ihr gelingt es, komplexe Zusammenhänge verständlich und differenziert zu erklären, ohne dabei zu vereinfachen oder unnötig viele Fachbegriffe zu verwenden. Außerdem verbindet sie aktuelle Beispiele mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und gibt Denkanstöße, ohne einfache Lösungen oder ein Allheilmittel zu versprechen. Sie nähert sich den Themen informativ, einfühlsam und empowernd! Und zuletzt denkt sie unterschiedliche Lebensrealitäten mit, bezieht verschiedene Ethnien, Geschlechter und sexuelle Orientierungen und macht somit immer wieder deutlich, wie wichtig ein intersektionaler Blick auf Feminismus und Körperbilder ist. "Ich habe geschrieben, dass Frauen nicht gewinnen können. Aber vielleicht ja doch. Vielleicht können wir gewinnen, wenn wir uns einfach so sein lassen, wie wir sind. Wenn uns nicht interessierte, weshalb die Frau auf dem Foto ein kurzes Kleid trägt oder einen Bauchansatz hat. Wenn uns nicht mehr interessiert, ob jemand dem Schönheitsideal entspricht oder nicht, weil wir viel mehr Wert darauf legen, welcher Mensch in diesem Körper steckt und was wir von ihm lernen können. Wenn wir einander zuhören, statt uns zu bewerten."
Kurz gesagt: Louisa Dellert bringt das Thema hervorragend auf den Punkt. Dabei erzählt „Unshame“ gar nicht unbedingt etwas grundlegend Neues – wer sich bereits mit diesen Themen auseinandergesetzt hat, wird vermutlich gar keinen riesigen Erkenntniszuwachs haben. Doch das ist an dieser Stelle auch gar nicht notwendig. Es braucht gar keine großen neuen Theorien oder Erleuchtungen, sondern Bücher, die was wir als Gesellschaft in den letzten 10 Jahren dazugelernt haben, auch wirklich transportieren können. Genau das hebt dieses Buch für mich von anderen ab; Es schafft es, auf den Erkenntnissen vieler anderer Werke aufzubauen und daraus ein außergewöhnlich gelungenes Überblicks- und Einstiegswerk zu machen. "Unshame" möchte nicht als endgültige Antwort gelten, sondern versteht sich eher als Ausgangspunkt für eine vertiefte Auseinandersetzung. Passend dazu bindet die Autorin eben jene Werke aktiv mit ein und gibt zahlreichen weiterführenden Literaturtipps und Empfehlungen für Content Creator*innen, die sich ebenfalls mit diesen Themen beschäftigen. Wenn ihr also überlegt, nur ein einziges Buch zu Schönheitsnormen, Body Positivity und der Befreiung von Körperidealen zu lesen, dann würde ich euch „Unshame“ ans Herz legen!
Fazit
"Unshame" ist mit seinem einfühlsamen Ton, der stabilen Wissensbasis und dem intersektional-feministischen Blick für mich das bisher gelungenste Buch zu Schönheitsnormen, Diätkultur und weiblicher Körperwahrnehmung. Wer sich einen fundierten, vielseitigen und gleichzeitig sehr zugänglichen Einstieg in diese Themen wünscht, dem kann ich dieses Buch uneingeschränkt empfehlen.
Wirklich spannendes Buch. Hat mich teilweise sehr betroffen gemacht und ich fand echt arg wie sehr ich mich einfach mit fast allem was sie gesagt hat identifizieren konnte. Fand auch sehr cool dass es eben wie die Autorin selbst sagt kein einfacher Wohlfühlratgeber ist, sondern wirklich informativ und ehrlich.
In Unshame schreibt die Influencerin Louisa Dellert über den weiblichen Körper und Schönheitsstandards. Was sagt uns die Gesellschaft, wie wir aussehen sollen – und wieso? Wer entscheidet, was schön ist? Und wie gehen wir damit um?
Wer sich bereits mit diesen Themen auseinandergesetzt hat, wird vermutlich ziemlich wenig Neues aus diesem Buch mitnehmen. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und fand es nicht langweilig, aber ich weiß nicht, ob es mir bei einem normalen Buch auch so gegangen wäre, da ich bereits das ein oder andere feministische Buch gelesen habe.
Dementsprechend war das Buch für mich persönlich leider etwas enttäuschend. Ich hatte hier eher den Eindruck, dass die Autorin ihre persönlichen Erfahrungen durch das Schreiben verarbeitet hat. Louisa Dellert thematisiert zwar, dass sie als Influencerin selbst einen Beitrag zu Schönheitsstandards und dem gesellschaftlichem Druck geleistet hat, allerdings hätte ich eigentlich erwartet, dass das Thema mehr im Fokus steht, da es einer der Punkte ist, der das Buch von anderen Büchern hätte abheben können. Die Autorin verheimlicht ihre Vergangenheit nicht, aber eine intensivere Auseinandersetzung im Rahmen des Buchs hätte ich interessant gefunden. Grade den Fakt, dass sie nun als Influencerin auch mit diesem Buch (finanziell) von beiden "Trends" profitiert, kann man natürlich auch kritisch sehen. Gerade deshalb hätte ich mir eine intensivere Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle gewünscht.
Mein Fazit ist deshalb: Wer bereits Literatur zu Schönheitsstandards und Feminismus gelesen hat, wird von diesem Buch leider kaum etwas Neues lernen. Für diese Gruppe lohnt sich das Buch meiner Meinung nach leider nicht. Wer sich aber noch nicht mit dem Thema beschäftigt hat, findet hier ein gutes Einstiegsbuch. Es gibt einige Verweise auf andere Bücher, sodass man sich nach Unshame noch mehr mit dem Thema beschäftigen kann. Das Buch eignet sich meiner Meinung nach auch gut als Geschenk für Personen mit entsprechenden Unsicherheiten. Das Hörbuch fand ich sehr angenehm gesprochen, sodass ich das Buch auch in dieser Form empfehlen kann.
Es gibt Bücher, die man liest und direkt wieder vergisst. Und dann gibt es Bücher wie Unshame von Louisa Dellert, die einen immer wieder innehalten lassen, weil man sich auf so vielen Seiten selbst wiedererkennt. Als Kind der 90er bin ich mit genau den Schönheitsidealen, Diätversprechen und dem ständigen Gefühl aufgewachsen, nicht gut genug zu sein. Umso berührender war es, Louisas Gedanken und Erfahrungen zu lesen – oft hatte ich das Gefühl, sie beschreibt auch meine eigene Geschichte. Mit viel Ehrlichkeit erzählt sie von ihrem Weg weg vom Perfektionszwang und hinterfragt gleichzeitig die gesellschaftlichen Strukturen, die unser Körperbild prägen. Besonders spannend fand ich, wie verständlich sie einordnet, inwiefern der weibliche Körper vom Patriarchat instrumentalisiert wird und warum Frauen seit Generationen dazu gebracht werden, ständig an sich zu zweifeln. Das Buch schafft es dabei, komplexe Zusammenhänge leicht verständlich zu erklären – ganz ohne unnötigen Fachjargon. Und wenn doch einmal Begriffe auftauchen, werden sie so einfach erklärt, dass man jederzeit folgen kann. Neben den persönlichen Einblicken haben mir auch die zahlreichen Literatur- und Accountempfehlungen richtig gut gefallen. Sie laden dazu ein, sich noch intensiver mit den Themen Körperbild, Feminismus und gesellschaftlichen Schönheitsnormen auseinanderzusetzen. Mein einziger Kritikpunkt? Das Buch war viel zu schnell zu Ende. Ich hätte Louisa gerne noch viele weitere Seiten zugehört und an manchen Stellen noch tiefer in einzelne Themen eintauchen wollen.
Ich hatte das Buch eigentlich für meine Mutter besorgt. Das Buch hat jedoch einen sehr starken Fokus auf Social Media, sodass es für sie (und auch für mich) weniger relevant ist. Ich hätte mir mehr Inhalt zum Einfluss traditioneller Medien gewünscht. Der Inhalt ist dennoch interessant und gut geschrieben. Ich frage mich wie mein Verhältnis zu meinem Körper wäre, wenn ich mit Instagram und TikTok aufgewachsen wäre. Louisa Dellert schreibt überlegt und differenziert und beleuchtet verschiedene Aspekte der Körperscham von Fatshaming zu Ageism, auch mit Hinblick auf Intersektionalität. Die Rolle des Kapitalismus wird diskutiert und die enge Verbindung zu Misogynie aufgezeigt. Es ist kein Ratgeber, aber ich kann mir vorstellen, dass es einigen Leserinnen hilft zu sehen, dass sie nicht die einzigen sind mit ihren Gefühlen und woher dieser Schönheitsfokus kommt.
3.5 fand ich an sich gut, aber wenn man sich schon etwas mehr mit dem thema feminismus beschäftig hat, erfährt man nicht wirklich etwas neues. viele themen wurden angeschnitten, aber es ging nie so wirklich in die tiefe. für leute die sich das erste mal mit feminismus und körpern beschäftigen ist das bestimmt eine nette anfangslektüre. sie ist mir auch einfach nicht kritisch genug was das thema social media angeht, das hat mich beim lesen etwas gestört. ich kannte louisa dellert auch vorher absolut gar nicht und wusste nicht, das sie selber im influencer game drin ist... generell weiß ich nicht ob jede influencerin ein buch über feminismus schreiben sollte, ganz unabhängig von ihr jetzt, kam mir nur beim lesen so hahah anywayys kann man schon lesen nur sollte man das vielleicht im hinterkopf behalten
Eine wertvolle Ergänzung zum "typischen" Feminismus-Kanon. Weibliche Körper sind in so vielen Dimensionen Objekt konstanter Beurteilung. Ein Plädoyer, den weiblichen Körper wieder als das zu sehen was er ist: ein Wunderwerk und Mittel, das uns durch den Alltag trägt. Der keine teuren Kosmetikmittelchen braucht, um seine Daseinsberechtigung in der Gesellschaft zu haben. Leseempfehlung!
Ein tolles Buch! Es zeigt wie tief wir eigentlich in gesellschaftlichen Zwängen sind und wie sehr wir uns dadurch beeinflussen lassen. Louisa Dellert macht darauf aufmerksam, dass Körper, vor allen weiblich gelesene Körper, von klein auf kommentiert und angeschaut werden. Zu viel, zu wenig, zu groß, zu klein und und und. Gute und einfache Beispiele werden genannt.
Schönes Buch zum Einstieg in feministische Literatur, für mich war wenig Neues dabei. Ein Stern Abzug weil ich den Schreibstil stellenweise seltsam fand („Dazu musst du wissen…“ etc) und die eingewobenen Fakten etwas zu Schulaufsatz-mäßig wirkten.
Ich habe diese Rezension etliche Male neu begonnen. Mal mit der Story, dass eine sehr geliebte Person nicht an den See wollte, weil sie unzufrieden mit ihrem Körper war und ich das einerseits emphatisch mitfühlen konnte und zum anderen DANK Lou’s Buch als erstes gedacht habe: WIR LASSEN UNS KEINE SCHÖNEN MOMENTE MEHR NEHMEN (#unshame), weil wir glauben, wir sehen gerade anders aus — auch wenn wir alle im Patriarchat mit krassen Schönheitsideale und Anforderungen an FLINTA sozialisiert worden sind! Mal mit all den wichtigen und relevanten Themen, die Lou in diesem Buch aufgreift, erklärt, reflektiert, teilweise persönlich einordnet. Mal mit meinen eigenen Struggels, bei denen ich mich in Lou’s Sachbuch sehr gesehen gefühlt habe. Mal mit den großartigen Tipps / UNSHAME-Inpsiration, die am Ende eines Kapitels stehen. … Es gibt so viele gute Gründe, dieses Sachbuch zu lesen, zu besprechen, zu diskutieren, zu verschenken. 🩷 SO: JUST DO SO 🩷
SAY IT WITH LOU: »Du darfst den Körper einer Person nur dann (freundlich) kommentieren, wenn sie es innerhalb von fünf Sekunden ändern kann.« 5-Sekunden-Regel (95) ❣️
In ihrem Sachbuch »UNSHAME. WIE WIR UNS VON IDEALEN BEFREIEN UND DEN WEIBLICHEN KÖRPER WERTSCHÄTZEN« analysiert, dekonstrukiert und reflektiert Influencerin, Moderatorin, Buchcafé Inhaberin & Autorin Louisa Dellert Schönheitsideale / Diätkultur / Beautyindustrie / weibliche (Körper-)Scham / Bodypositivity / Einfluss des Patriarchats. Der Austausch mit anderen Personen zu diesem Themen (intersektionaler Feminismus ist so wichtig), die persönlichen Einblicke sowie weiterführende Tipps zu Literatur & Influencer*innen machen das Sachbuch vielseitig, informativ und wholsome. <3
»Ich habe geschrieben, dass Frauen nicht gewinnen können. Aber vielleicht ja doch. Vielleicht können wir gewinnen, wenn wir uns einfach so sein lassen, wie wir sind. Wenn uns nicht interessierte, weshalb die Frau auf dem Foto ein kurzes Kleid trägt oder einen Bauchansatz hat. Wenn uns nicht mehr interessiert, ob jemand dem Schönheitsideal entspricht oder nicht, weil wir viel mehr Wert darauf legen, welcher Mensch in diesem Körper steckt und was wir von ihm lernen können. Wenn wir einander zuhören, statt uns zu bewerten.« (251)
DANKE liebe Lou für dieses so wichtige, empowernde, emphatische, ehrliche & feministische Buch. 🩷 _______________________
In Unshame widmet sich Louisa Dellert einem Thema, das mich persönlich sehr beschäftigt. Es geht vor allem darum, wie weibliche Körper wahrgenommen werden, wie mit Unsicherheiten Profit gemacht wird, wie Frauen in jeder Phase ihres Lebens aufgrund ihres Körpers beurteilt und oft genug verurteilt werden - und es geht vor allem darum, wie wir uns davon anfangen können zu befreien. Oft sehr persönlich geschrieben und mit eigenen Erfahrungen unterlegt werden verschiedene Schwerpunkte gelegt: Zeitgeschichte, Diäten, Bodyshaming, Privilegien aufgrund Hautfarbe und Aussehen, Body Positivity,"Schönheits"-OPs, Mutterschaft und Altersdiskriminierung und viele mehr. Als ehemalige Fitness Influencerin ist die Autorin nah dran an dem, was ein großer Teil des aktuellen Problems ist. Sie ordnet die Erwartungen, denen wir Frauen schon immer ausgesetzt waren und zeit unseres Lebens sind, ein in historische und gesellschaftliche Zusammenhänge und gibt am Ende jedes Kapitels Empfehlungen, wie wir mit dem jeweiligen Punkt in unserem Alltag umgehen könnten, um es "besser" zu machen oder auch Tipps, welche Art von Fragen wir einander stellen können, um uns aus der Spirale des Be- und Abwertens ein bisschen zu befreien. Ich mag Louisa Dellerts Instagram Content schon sehr - daher war der Inhalt des Buches nicht eine vollkommene Überraschung für mich. Das Sachbuch ist für mich auf jeden Fall eine 5 Sterne Bewertung wert, weil es so gut lesbar ist und sehr, sehr sympathisch geschrieben ist. Fernab vom moralischen erhobenen Zeigefinger und auch ohne Verbitterung oder Blaming kommt die Autorin einfach so rüber, wie es eine Freundin tun würde. Sie erzählt von sich und ihren Erfahrungen, ordnet diese ein in einen gesellschaftlichen Kontext und gibt Handlungsempfehlungen, die so einfach wie wirkungsvoll sind und die ich mir fest vornehme, umzusetzen. Am Ende des Buches habe ich sogar eine kleine Träne verdrücken müssen. Eine uneingeschränkte Leseempfehlung von mir und DANKE von Herzen für dieses Buch!
Lehrreich! Ich habe die Autorin erst vor Kurzem über Instagram entdeckt und war sehr gespannt auf ihr Buch. Ich fand es sehr gelungen, die einzelnen Themen sind gut recherchiert und gut behandelt. Ihren Schreibstil mochte ich sehr gerne und ich habe sehr viel beim Lesen des Buches gelernt. In Unshame berichtet Dellert nicht nur von ihren eigenen Erfahrungen mit Scham und ihrem Körper und der Bewertung von Körpern, sondern führt auch immer wieder Beispiele anderer Menschen an. Mir war nicht wirklich bewusst wie viele unserer Probleme wirklich von der Gesellschaft gemacht sind und aus diesem Grund konnte ich sehr viel mitnehmen. Ich werde dieses Buch allen meinen Freundinnen empfehlen, weil ich finde jede Person sollte dieses Buch lesen und darüber nachdenken, denn die Zeit die wir damit verbringen unseren Körper nicht zu mögen oder gar zu hassen, können wir definitiv alle besser verbringen!
Wichtiges Buch, das viele Grundlagen über toxische Schönheitsnormen, patriarchale Körperbilder und die Rolle der Medien und Wirtschaft erklärt. Der Text ist sehr zugänglich und verständlich geschrieben. Genau da liegt aber auch ein bisschen das Problem für mich: denn wenn man sich mehr oder weniger aktiv in feministischen Kreisen bewegt, kommen einem die meisten Inhalt sehr bekannt vor. Wer auf frischen Input hofft, der wird ein wenig enttäuscht. Da kann der Text an einigen Stellen schon etwas langatmig werden. Dafür kann man sich nochmal gesammelt vor Augen führen, wie beschissen und paradox der Stress um unsere Körper eigentlich ist.
Sicherlich ein gutes und wichtiges Buch mit fundierten Thesen und gut recherchierten Fakten und tollen Zitaten. Für mich war leider nicht viel Neues drin und der Fokus lag viel zu Stark auf Social Media und endlose Influencer Anekdoten. (Und das obwohl ich selbst aus der Blase komme)
Ich wäre insgesamt auch ohne die vielen detaillierten Ausführungen, was man alles an sich verändern kann ausgekommen. Hab ich insgesamt als eher kontraproduktiv und potentiell triggernd empfunden.
Louisa Dellerts „Unshame“ ist für mich eines der wichtigsten feministischen Sachbücher des Jahres und definitiv ein Highlight.
Ausgehend von ihrer eigenen Geschichte als ehemalige Fitness-Influencerin zeigt Dellert, warum unser Körperbild nie nur eine private Angelegenheit ist. Sie verbindet persönliche Erfahrungen mit fundierter Gesellschaftskritik und nimmt dabei Themen in den Blick, die viele Frauen täglich betreffen: die Geschichte von Schönheitsidealen, Pretty Privilege, Diätkultur, Bodyshaming, #SkinnyTok, Social Media und Filter, Schönheitsoperationen, die Kommerzialisierung der Body-Positivity-Bewegung, den Zusammenhang von Schönheitsnormen und Rassismus, die Sexualisierung weiblicher Körper, Scham rund um Vulva und Brüste, Erwartungen an schwangere Körper sowie den gesellschaftlichen Umgang mit dem Älterwerden von Frauen.
Was „Unshame“ für mich besonders macht, ist aber nicht, dass all diese Themen völlig neu wären. Viele der feministischen Debatten waren mir bereits bekannt. Die große Stärke des Buches liegt vielmehr darin, wie Louisa sie vermittelt: verständlich, nahbar und ausgesprochen praxisbezogen. Anhand zahlreicher Beispiele aus ihrem eigenen Leben, aus Social Media und der Popkultur zeigt sie, wie tief Schönheitsnormen in unserem Alltag verankert sind und weshalb sie weit mehr als individuelle Unsicherheiten sind; nämlich Ausdruck gesellschaftlicher Machtverhältnisse.
Besonders schätze ich, dass Louisa dabei nie moralisierend wirkt. Sie spart auch ihre eigene Vergangenheit nicht aus und reflektiert offen, dass sie als Fitness-Influencerin selbst Schönheitsideale reproduziert hat, die sie heute kritisch hinterfragt. Gerade diese Selbstkritik macht ihre Argumentation glaubwürdig und authentisch.
Ich folge Louisa seit 2020 und habe ihren Weg auf Social Media über die Jahre mitverfolgt. Schon ihr erstes Buch „WIR. Weil nicht egal sein darf, was morgen ist.“ hat mich begeistert. Umso mehr freue ich mich zu sehen, wie konsequent sie sich heute für feministische, gesellschaftspolitische und Nachhaltigkeitsthemen einsetzt. Wer ihr noch nicht folgt (falls es diese Menschen überhaupt noch gibt 😉), sollte das unbedingt nachholen. Auf ihrem Instagram-Kanal ordnet sie regelmäßig aktuelle Beispiele aus Popkultur und Gesellschaft ein, spricht offen über ihre eigenen Struggles (auch im Bereich Mental Health) und schafft einen Raum, in dem man unglaublich viel lernen kann.
Fazit
„Unshame“ ist kein Buch, das einfache Selbstliebe-Parolen verkauft. Es lädt dazu ein, den eigenen Blick auf den Körper grundlegend zu hinterfragen und zu verstehen, warum wir uns überhaupt so oft bewerten. Es verbindet persönliche Erfahrungen mit feministischer Analyse und macht komplexe Zusammenhänge greifbar. Für mich ein unglaublich wichtiges, differenziertes und praxisnahes Sachbuch, das ich aus voller Überzeugung weiterempfehlen kann. Danke an vorablesen.de und den Ullstein-Verlag für das Rezensionsexemplar.
Ich lese sehr selten Sachbücher, doch hier habe ich meiner Neugier einmal nachgegeben und war wirklich positiv überrascht! Aus der Kern-Social-Media-Welt (Instagram & Co.) halte ich mich schon seit vielen Jahren ganz bewusst heraus, deshalb war ich mir trotz des interessanten Themas unsicher, ob ich hier – speziell, wenn aus der Sicht einer Influencerin erzählt wird – überhaupt gedanklich richtig einsteigen kann. Aber obwohl Louisa Dellert die sozialen Medien bei vielen Themen rund um die weibliche Wahrnehmung natürlich gezielt in den Fokus rückt, da hier viele Entwicklungen und Beauty-Trends eine große Rolle spielen, habe ich mich trotzdem nirgendwo abgehängt gefühlt und die verschiedenen Kapitel mit wachsender Faszination gelesen.
Besonders schön fand ich die beinahe verletzliche Ehrlichkeit, die sich durch das ganze Buch zieht und die ich der Autorin auch durchgehend so abgenommen habe. Sind mir zu Anfang noch ein paarmal automatisch Gedanken durch den Kopf geschossen wie "Ach, wenn du wüsstest, wie es erst war, als wirklich mehrgewichtiges Kind aufzuwachsen!", fühlte ich mich direkt ertappt, als Louisa Dellert von der künstlich zwischen Frauen geschürten Rivalität spricht, dem gegenseitigen Beneiden und Konkurrieren, das uns schon früh beigebracht wird und das ja eigentlich gar nicht sein müsste. Auch, dass die Autorin mehrmals selbst betont, dass ihr ihre eigentlich sehr privilegierte Perspektive durchaus bewusst ist, wirkt deshalb sehr sympathisch und ich habe aus beinahe jedem Kapitel viel zum Nachdenken mitgenommen.
So weit wir inzwischen gesellschaftlich (na ja, zumindest unter vernunftbegabten Menschen) gekommen sind, was Integration und sozialen Zusammenhalt angeht – eines ist nach wie vor völlig normal: Wenn man sich im Alltag auf offener Straße die oft kunterbunten Variationen von Beleidigungen rund um das Wort "fett" anhören muss, stört das niemanden. Keiner zuckt zusammen, runzelt die Stirn oder denkt sich Darf man sowas überhaupt noch sagen??. Und zu lesen, was in den sozialen Medien heute so alles passiert, hat mich noch weit mehr schockiert. Zu dick zu sein, ist etwas Grundschlechtes, und man sollte sich dafür schämen, Punkt. Aber genau bei dieser fest verankerten Sichtweise setzt "Unshame" an und nimmt die Ursprünge und Hintergründe dieser toxischen Haltung gegenüber Übergewicht & Co. Stück für Stück auseinander. Und dabei finden nicht nur hübsche Menschen, sondern sicherlich alle Leser etwas, wo man sich auch an die eigene Nase fassen muss. Genau deshalb kann ich dieses Buch tatsächlich nur weiterempfehlen und hoffe, dass sich mit dem zunehmenden Fokus auf solche Stimmen vielleicht irgendwann doch nochmal etwas ändert, auch wenn einzelne Bücher wie dieses noch kein Heilmittel sind ... :)
Das Cover finde ich einfach genial. Endlich ein weiblicher Körper, wie er wirklich aussieht und wunderschön ist. Die Stimme der Sprecherin ist sehr angenehm und ich hätte ihr Ewigkeiten zuhören können. Hier wird Klartext gesprochen. Die Autorin ist unglaublich ehrlich und selbstreflektiert. Als ehemalige Fitnessinfluencerin kennt die sich aus mit Schönheitstrends, social Media und benennt ihre eigene Schuld in diesem ungesunden Spiel ganz klar. Es geht um verzerrte Schönheitsideale, die natürlich von Männern festgelegt werden. Und dieses Schönheitsideale sind nicht mal gemeingültig oder zeitbeständig. Sie haben nur das einzige Ziel, Frauen klein und unsicher zu halten. Außerdem ist die Kosmetikindustrie immer daran interessiert, Unsicherheiten von Frauen zu schürren und so Milliarden Umsätze zu machen. Das ist schon lange genau mein Thema. Frauen werden von Anfang an darauf trainiert, schön zu sein und zu gefallen. So kommt es, dass selbst Frauen sich immer durch Männeraugen beurteilen, sich ständig vergleichen und zueinander in Konkurrenz treten. Ich unterwerfen mich seit der Geburt meines Sohnes überhaupt nicht mehr diesem Diktat und ich muss sagen, dass mir das überwiegend sehr gut tut. Seit ich auch eine Tochter habe, ist das Thema nochmal mehr in meinen Fokus gekommen. Ich hoffe, ich schaffe es, meine Tochter frei von diesen Rollenbildern aufwachsen zu lassen. Wenn ich mir Kleidung und Spielsachen anschaue, ist das tatsächlich ziemlich schwer. Aber möglich, solange sie noch nicht in der Kita gehen. Spätestens dann werden sie von der Gemeinschaft schön in die richtige Schublade gestopft. Wir haben noch einen weiten Weg vor uns, obwohl wir schon viele Schritte in die richtige Richtung gegangen sind. Kinder sind so unglaublich empfänglich für das, was wir ihnen vorleben. Wir müssen mit gutem Beispiel vorangehen und vor allem unsere Sprache hinterfragen. Besonders gut fand ich die Zusammenfassungen am Ende jedes Kapitels und die Tipps für weitere Lektüre, Podcast uns social Media Kanäle. Ein Aufforderung an alle Frauen endlich wertschätzend mit ihrem Körper und solidarische miteinander umzugehen. Ein unglaublich starkes und wertvolles Buch. Berührend, traurig auf der einen Seite, aber auch stärkend und mutmachend auf der anderen Seite. Ein absolutes Must read für wirklich jede Frau