»Gott sei Dank, Gott existiert nicht. Wenn aber, was Gott verhüten möge, Gott doch existiert?« Darauf sucht Manfred Lütz Antwort. Der Bestseller-Autor von »Lebenslust« findet: »Das ist die wichtigste Frage der Welt.«
Zu ihrer Beantwortung macht er – wie es bei einem »echten Lütz« nicht anders zu erwarten ist – einige höchst amüsante Umwege. Er nimmt Elton Johns Auftritt auf der Trauerfeier für Lady Di ebenso unter die Lupe wie die Argumente »der besten Atheisten der Welt« oder die Debatten um Evolutionstheorie und Hirnforschung. Er analysiert, wie die Psychologen Gott auf die Couch gelegt haben, und fragt nach dem Gott der Kinder, Lehrer, Wissenschaftler und Philosophen.
Immer wieder unterbricht Lütz seine eigensinnige Reflexion mit hinreißenden Geschichten über Menschen, die es mit dem lieben Gott aufnahmen. Atheisten, findet Lütz, leben manchmal so, als ob es Gott doch ein bisschen gäbe – und Gläubige so, als gäbe es ihn nicht.
Nach der Lektüre legt man ein reiches, kluges Buch aus der Hand – und fühlt sich bestens unterhalten. Mit Gott.
Manfred Lütz, (*1954) studierte in Bonn und Rom Medizin, Philosophie und Theologie. Er ist Psychiater, Psychotherapeut, Diplomtheologe und seit 1997 Chefarzt eines großen psychiatrischen Krankenhauses in Köln. Er schrieb mehrere Bestseller: 1999 erschien Der Blockierte Riese – Psycho-Analyse der katholischen Kirche, 2002 Lebenslust – Wider die Diätsadisten, den Gesundheitswahn und den Fitnesskult, 2007 Gott – eine kleine Geschichte des Größten, wofür er den internationalen Corine-Literaturpreis erhielt. Mit Irre! – Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen. Eine heitere Seelenkunde führte er 2009 wochenlang die deutsche Sachbuch-Bestsellerliste an. 2012 erschien sein großer "Spiegel"-Bestseller "BLUFF! Die Fälschung der Welt", gefeiert von Lesern und Kritik. Lütz ist gefragter Vortragsredner und Kabarettist. 1981 gründete er eine integrative Behindertengruppe, für die er seit mehr als dreißig Jahren ehrenamtlich tätig ist.
Jeder Versuch, die Frage nach einem Gott zu beantworten, ist mutig. Aber es gelingt halt manchen besser als anderen.
Dieses Buch erschien 2007, also nach „God Delusion“ von Richard Dawkins, „The End of Faith“ und „Letter to a Christian Nation“ von Sam Harris und um die Zeit einiger anderer Werke des sog. „New Atheism“. Während diese Werke nicht uneingeschränkt auf die Goldwaage zu legen sind, frage ich mich schon, ob der Autor sich mit den Argumenten in diesen Büchern beschäftigt hat. Viele der „Argumente“ hier sind nicht stichhaltig und inhaltlich flach. Es gibt wirklich bessere Literatur, die z. B. philosophische Argumente für Gott liefert. Jedes der oben genannten Bücher entkräftet auf Anhieb mindestens 50 % der Argumente in diesem Buch. Und was übrig bleibt, ist nicht mager.
Man hat das Gefühl, der Autor möchte dem Leser lose Assoziationsketten und Reihen an Suggestivfragen als Argumente verkaufen. Einige „Argumente“ funktionieren also nach dem Prinzip: Ich schildere die Schönheit des Kosmos und des Lebens und frage dich dann: „… oder kann das alles nur Zufall sein?“. Wen das überzeugen soll, ist mir schleierhaft. An anderer Stelle (S. 36) wird ein, insbesondere für einen Mediziner, skurriler Vergleich bemüht, bei dem der Autor argumentiert, dass betende Menschen länger leben und deshalb Gebete genauso als gesundheitsfördernde Maßnahmen gefördert werden sollten wie Dehnübungen … Bitte was? Solche vermeintlichen „Kausalketten“ begegnen einem immer wieder im Laufe des Buches.
Außerdem bemerkenswert finde ich, wie viel Wert der Autor darauf legt zu verdeutlichen, dass Wissenschaft keine gesicherten Erkenntnisse liefert, sondern nur falsifizierbare Vorhersagen, und deshalb auch Gott nicht widerlegen könne. Dabei erwähnt er immer wieder, dass die Quantenphysik quasi das argumentative Ende für den Atheismus sei. Auch Dinge wie die Auferstehung Jesu seien dadurch nicht mehr auszuschließen. Mir ist nicht erklärlich, wie das irgendjemanden überzeugen soll. Es ist einfach in keinster Weise so, dass die Quantenphysik die angebliche „Auferstehung“ oder irgendeinen anderen der zentralen christlichen Mythen auch nur ansatzweise unterstützt. Ja, Wissenschaft kann nichts endgültig widerlegen, aber das bedeutet rein gar nichts und unterschlägt, wie unfassbar unwahrscheinlich ein Event wie die „Auferstehung“ wäre. Wie soll das bitte argumentativ helfen?
Zudem scheint der Autor trotz seiner Betonung der erkenntnistheoretischen Grenzen der Naturwissenschaften sehr großzügig mit dem Begriff der Wahrheit umzugehen, insbesondere gegen Ende des Buches. Dort verfällt der Autor in den klassischen Ton moderner Prediger und ihre Darstellung des Glaubens, der Liebe Gottes etc. Allgemeiner Tipp: Wer mal jemanden hören möchte, der auf Biegen und Brechen versucht, etwas völlig Unplausibles irgendwie sinnvoll erscheinen zu lassen, braucht nur einem Theologen zuzuhören, der über Dreifaltigkeit spricht. Liefert jedes Mal.
Stilistisch ist das Buch absichtlich verständlich geschrieben. Das ist dem Autor wirklich gut gelungen! Für informierte Leser könnte es zeitweise etwas dünn/ langsam sein.
Zusammenfassend ist das ein „easy read“, der wahrscheinlich niemanden überzeugt, der nicht eh schon glaubt. Zwei Sterne für den Versuch und den verständlichen Stil.
Ein Buch was durchaus Einiges an interessanten Gedanken zu bieten hat, die ärgerlicherweise aber nicht weiter vertieft werden. Ein großer Kritikpunkt ist die absolute Kirchentreue und Durchschnittlichkeit der theologischen/philosophischen Positionen des Autors, welche sich vollkommen an den Denkern orientieren, die man gemeinhin für die wichtigsten der Geschichte hält. Das führt zu absonderlichen Bemerkungen, wie denen, dass die Renaissance keine bedeutenden Philosophen hervorgebracht hätte, und dementsprechend diese Epoche überhaupt nicht behandelt wird. Auf eher am Rand der Geschichte christlicher Philosophie und Theologie stattfindender Figuren wie etwa Giordano Bruno blickt der Autor etwas spöttisch in einem Nebensatz herunter, oder unterstellt diesen „ideologisches“ Denken um sie somit zu diskreditieren. Das halte ich für falsch, und angesichts der offensichtlichen Fähigkeiten des Autors auch nicht für nötig.
Weiterhin halte ich die Behandlung anderer Religionen, insbesondere polytheistischer, für höchst oberflächlich und dem Weltbild des Autors untergeordnet. Sie dienen hier- durch ihre behaupteten negativen wesentlichen Eigenschaften- mehr als Rechtfertigung der Notwendigkeit des christlichen Glaubens, aber, wie bereits gesagt, nicht auf Basis einer tiefgehenden Auseinandersetzung, sondern auf Basis einer sehr starken Vereinfachung und Zusammenfassung, die mehr den subjektiven Blick eines sehr kirchentreuen Christen auf solcherlei Religionen wiedergibt als den eines wirklich an Gottes Unendlichkeit interessierten Christen.
Als bewusst in einfacher Sprache verfasstes Werk gibt es jedoch jedem interessierten Leser dennoch einiges an sehr inspirierenden Gedanken, und eignet sich hierdurch auch gut zur kritischen Auseinandersetzung (deren Grundvoraussetzung ja Verstehen des kritisierten Werkes sein sollte). Verstärkt wird das durch das hohe Charisma des Autors, er wirkt stets nahbar und niemals wirklich aggressiv oder destruktiv, trotz einiger bereits umrissener Gedankengänge, die dies eindeutig sind. Entgegen einer der Reviews finde ich das Buch mitnichten langweilig, aber es empfiehlt sich wohl, sich für das Thema Religion zu interessieren und sich auch einmal einer sehr konventionellen Richtung der Theologie/Religionsphilosophie anzunehmen.
Hat man in diesem Buch die eindeutige Antwort auf die Frage ob es Gott gibt oder nicht? Nein, und wer glaubt so etwas in einem Buch finden zu können, der ist sich der gewaltigen Natur dieser Frage nicht bewusst. Erfreulicherweise ist das auch überhaupt nicht die Ambition des Buches, sondern mehr das Anstoßen gewisser Gedankengänge. Diese Ambition erfüllt es durchaus.
Boh. Ovviamente non è una storia di Dio, ma una rassegna delle immagini che di Dio si fanno scienziati, filosofi, atei ecc., senza mai poter rispondere alla domanda se Dio esiste né mai avvicinarsi al cuore della questione: che è, semplicemente, l'amore. Un po' faticoso da legegre, nonostante il tono a volte cabarettistico con cui l'autore cerca di alleggerire l'argomento ponderoso, a causa di una sintassi non troppo fluida (responsabilità dell'autore o del traduttore?). Non mi ha lasciato tantissimo. Da un lato, la rassegna di filosofi, scienziati e pensatori risulta ovviamente riassuntiva e divulgativa, e un testo divulgativo per me funziona bene quando mi riassume cose che già avevo capito e assimilato, mentre non mi aiuta ad imparare ciò che non sapevo. D'altra parte, non capisco bene a chi sia indirizzato questo libro, che non credo possa convincere un ateo né aggiungere molto a chi è già cristiano. La cosa migliore resta un proverbio russo citato in epigrafe: "Grazie a Dio, Dio non esiste. Ma se invece, che Dio non voglia, Dio esistesse?"
Nếu viết về vĩ cầm thì mười tác giả đều đem ra chung một kết luận, nhưng để viết về Thiên Chúa thì mười tác giả sẽ có cách nhìn khác nhau. Vì là vừa là bác sỹ tâm lý vừa là nhà thần học, Manfred Lütz có cái nhìn tổng quan về Thiên Chúa rất đặc biệt. Thiên Chúa của các nhà khoa học, Thiên Chúa của các triết gia, Thiên Chúa của những người vô thần... có quá nhiều điểm khác nhau. Nhưng tựu trung, chỉ có Thiên Chúa độc nhất của Ki tô giáo và Do Thái giáo là có thể giải thích rốt ráo mọi vấn đề.
Einfach schlauer Typ der Manni. Eigentlich gehts nur um Kunst, Musik, Literatur und vor allem Philosophie und die Auseinandersetzung mit Gott. Fühl mich 10 % intelektueller seit dem Buch.
Ich habe schon viele Bücher zu diesem Thema gelesen. Selten habe ich mich als Agnostikerin mit atheistischer Tendenz von einem gläubigen Autor so gut verstanden gefühlt. Besonders die ersten beiden Drittel des Buches waren kurzweilig.