Elon Musk und Donald Trump kündigen massenhaft Verwaltungsmitarbeitern, um einen KI-Staat zu errichten. Tech-CEOs verkaufen künstliche Intelligenz als Heilsbringer für die größten Probleme der Menschheit, obwohl die entsprechende Industrie auf Ausbeutung und Menschenverachtung beruht.
Warum lässt sich die Öffentlichkeit durch Spekulation über Erlösung oder Auslöschung durch KI von den erheblichen Schäden durch KI in unserer Gegenwart ablenken? Wie erkennen wir die zunehmend faschistischen Tendenzen, die sich im Zusammenspiel von Tech-Industrie und der neuen Rechten bilden?
Rainer Mühlhoff entwickelt Antworten und diskutiert Lösungsansätze.
Wichtig. Nicht alles neu, aber manches und vor allem die Querverbindungen zwischen KI Funktionsweisen, vorherrschenden Ideologien und Grundmustern des Faschismus gut zusammengebracht, die sonst eher an verschiedenen Stellen verteilt existieren. Krass, wie schnell sich alles entwickelt, weil obwohl kein Jahr alt, schon wieder einiges überholt ist. Am aufschlussreichsten fand ich persönlich das Kapitel zu Diskursen rund um KI )und Technologie im Allgemeinen) sowie ihren Fortschritt, und die ihnen zugrundeliegenden Annahmen über Gesellschaft, Werte und politische (Un)Ordnung. Was das Buch nicht macht: einen deterministischen Blick auf KI als inhärent faschistisch werfen, stattdessen wird das faschistische Potential der Technologie sowie der Tech Communities drumherum beleuchtet. Hätte mir persönlich noch mehr über Anwendungen der Technologien sowie die politische Ökonomie dahinter gewünscht, was hier im Buch mMn ein bisschen gefehlt hat, um ein breiteres Bild zu zeichnen. Lohnt sich aber trotzdem.
(PS der Absatz zum longtermismus hat mich gekillt, das ist so gaga)
Wer wirklich verstehen will, wie und wieso Tech-Oligarchen mit ihrer KI-Fantasie faschistoide Strukturen stärken, sollte sich diesem kurzen Reklam annehmen. Rainer Mühlhoff schafft es, das komplexe Zusammenspiel der beiden Entitäten aus dem Titel zwar nicht einfach aber dafür umso interessanter zu erklären. In den 241 Seiten werden sowohl Begriffe wie Solutionismus, Longtermismus, Extropismus und das Akronym TESCREAL erklärt/eingeordnet als auch die Dynamik zwischen Technologisierung und Faschismus dargestellt. Empfehlenswert: Notizen mit Stift zu verfassen, um dem Defintionswirrwarr Struktur zu verleihen.
Ps: Jeder der gegen Regulation beim Thema KI argumentiert ist entweder ein Vollidiot oder hegt antidemokratisches, antipluralistisches und möglicherweise sozialdarwinistisches Gedankengut :)
Prinzipiell ein solides Buch. Es zeigt interessante Verbindungen verschiedener Denkrichtungen, Forschungsvorhaben und Akteuren auf, beleuchtet dabei historische Hintergründe, gegenwärtige Entwicklungen und Zukunftsszenarien und -ängste und dient obendrein als Warn- und Weckruf an demokratische Akteure. ABER: es ist einfach furztrocken und ein harter Knochen. Viele Abschnitte musste ich der Fremdwörter und der Schachtelsätze wegen wiederholen, um den Sinn derer zu verstehen. Man merkt dem Büchlein das mathematisch-philosophische Studium vom Autor an - was dem Thema inhaltlich zu Gute kommt - aber verständlich macht es die Studie hier nicht gerade. Spannend und lehrreich ist die Lektüre trotzdem. Ich empfehle zusätzlich Mühlhoffs Vorträge oder Arte Dokus zu KI :D
über die querverbindung von faschistischer politik und der ki-/tech-elite konnte man anekdotisch über die letzten anderthalb jahre viel mitbekommen, systematisch und übersichtlich aufgearbeitet wird das in diesem buch! sehr interessant, sarah!
Die ersten Kapitel wo es um die Funktionalität von KI und ihrem potentiellen Einfluss auf Behörden und Gesellschaft geht sind sehr gut, doch zum Ende verliert das Buch mMn den roten Faden und redet fast ausschließlich über alt-right Gruppen ohne einen starken Bezug zum eigentlichen Thema
Dieser Essay reiht sich ein in die in den vergangenen Monaten auch auf dem deutschen Buchmarkt lauter gewordenen Stimmen, die vor verheerenden Auswirkungen auf demokratische Staaten und Gesellschaften warnen, die einerseits aus einem unbedarften, unreflektierten und unregulierten Umgang mit KI-Technologie an sich resultieren als auch aus den zunehmenden Verquickungen der Tech-Unternehmen, ihrer elitären Vordenker und den Regierungen von Staaten. Rainer Mühlhoffs Text über die Verbindungen von KI, Tech-Elite, Politik und Faschismus ist unaufgeregt, aber eindringlich: Er zeigt gut und exemplarisch auf, was vergangene und besonders den heutigen KI-Hype kennzeichnet, welche Gefahren in ihm nicht nur schlummern, sondern mittlerweile ganz real sind und wie wir uns von den Diskussionen und Narrativen der Tech-Elite beeinflussen lassen, die uns mit Apokalypse-Szenarien einer fernen Zukunft bewusst den Blick verstellen für die bereits heute problematische gegenwärtige Situation.
Dieser Essay eignet sich für einen kompakten Überblick über ideologische, teils menschenverachtende, antidemokratische und antisufklärerische Strömungen, die den Tech-Diskurs historisch und gegenwärtig prägen. Die Vorausschau, wie sich Staaten und Gesellschaften durch KI verändern und in faschistoide Richtungen entwickeln, lässt zur Einsicht kommen: Wir brauchen einen anderen Blick auf diese Technologie und die Industrie dahinter - und das schnell.
Rainer Mühlhoff untersucht kritisch die möglichen gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen von künstlicher Intelligenz. Das Buch zeigt auf, wie technologische Entwicklungen missbraucht werden könnten, um Macht zu konzentrieren, Überwachung zu verstärken und demokratische Strukturen zu gefährden. Dabei verbindet es aktuelle Beispiele mit theoretischen Überlegungen und regt die Leser dazu an, sich bewusst mit den Risiken und Verantwortlichkeiten im Umgang mit KI auseinanderzusetzen. Empfehlenswert!
Sehr technisch und dementsprechend eher nichts für mich. Bin kein tech enthusiast. Demzufolge tu ich dem Buch mit drei Sternen möglicherweise etwas Unrecht. Hätte mir aber noch mehr Kapitel zur Anwendung der KI im Kontext politischer Ökonomie gewünscht. Fand diesbezüglich Kapitel 2 zu „Wahrheit und Wahrscheinlichkeit“ beziehungsweise Bürokratieabbau und Chancen(un)gleichheit sehr interessant!
Sehr verständlich herunter gebrochen. Wichtig war für mich auch den Begriff Faschismus in Bezug auf Bewegungen in der Entstehungsphase zu erklären. Der historische Faschismus und der "moderne" Faschismus sind so in ihrer Funktionsweise als identisch zu erkennen.
sehr guter einstieg in die kritische betrachtung neuer technologien/künstlicher intelligenz auf gesellschaft und demokratie. das buch erklärt, was aus technik-historischer perspektive ki ist, welche konsequenzen der einsatz von ki in der öffentlichen verwaltung hat, dekonstruiert den hype um ki und erklärt die ideologien hinter ki. als ideologien wird dabei ein strauß aus unterschiedlichen theorien zusammengeführt: TESCREAL. das akronym steht für transhumanismus, extropianismus, singularitanismus, cosmism, rationalismus, effektiver altruismus und longtermismus. besonders hat mir der absatz zur dialektik der aufklärung gefallen: "im fall der ki-ideologien ist es die instrumentelle vernunft der rationalisten, der bayes'schen statistik und all der wissenschaftlichen errungenschaften (darunter auch machine learning), die darauf basieren und eigentlich fortschritt bringen sollen, die nun zu werkzeugen von herrschaft und unterdrückung werden und sehr leicht zu einem gesellschaftlichen rückschritt führen können." das büchlein endet mit einigen vorschlägen, was jetzt zu tun sei. dies gibt der leser*in die möglichkeit, angesichts von faschistischen kräften nicht die flinte ins korn zu werfen, sondern an alternativen zukünften mitzugestalten
Mühlhoff stellt die politische Probleme (Herausforderungen), die sich mit dem KI-Einsatz ergeben dar. Hierbei geht er zum einen auf die Funktionsweise von KI und die gesellschaftliche Vorstellungen, die darüber herrschen, ein, zum anderen aber auch auf US-amerikanische Politik und den vorherrschenden Ideologien verschiedener Tech-Unternehmen. Insbesondere das letzte Kapitel ist hierbei m.E. von Bedeutsamkeit, denn hier wird für demokratische Kontrolle zur Bekämpfung einer faschistischen Gefahr gewarnt. Man darf skeptisch sein, doch hat mir Mühlhoff auf verschiedene Art und Weise gezeigt, dass diese Gefahr real ist. Das Buch ist hierbei ein Aufruf zu einem gesellschaftlichen Diskurs über KI: Was kann sie? Was soll sie (nicht) tun? Inwiefern hilft KI gesellschaftliche Probleme zu lösen? Welche Probleme/ Kosten treten dabei auf?… — Fragen, die mich nun im Alltag begleiten
Sehr lesenswert! Ich für meinen Teil habe bloße Konzepte, die ich zwar lose in Gedanken hatte, aber nicht ausformulieren konnte, hier sehr schön und fundiert beschrieben gefunden. Sehr gut gefiel mir die Einordnung der neuen Technologie und dem Aufsteigen moderner faschistischer Kräfte wie auch der Definitionsansatz eines modernen Faschismus. Schön wäre noch eine genauere Betrachtung der deutschen Situation gewesen, in jedem Fall ist das Buch aber sehr eindrücklich und empfehlenswert.
The book provides a good literature review and summary of current discourses, debates, and intellectual movements, but few original arguments and ideas. If you are already somewhat knowledgeable about these topics, there is not much new to learn, but if you want an overview of AI and techno-capitalist ideologies, it's a great start.
2,5 ⭐️ grundlagen mitgenommen über KI und ideele strömungen, welche technologie und faschistoide haltungen verbinden. jedoch für mich teils unstrukturiert und definitorisches wirrwarr. hätte mir am ende mehr zusammenführende gedanken gewünscht
Auf jeden Fall lesenswert und zeigt die Verschränkungen zwischen KI-Industrie und Techfaschismus gut auf. Die technische Beschreibung von KI war mir ein Stück zu schwammig und machte auch nicht genug den Unterschied zwischen generativer und klassifizierende KI klar. Auch kamen mir ein paar Aspekte zu kurz: Die Rolle der AfD beim Technofaschismus wurde garnicht beleuchtet, sondern es wurde einfach angenommen, dass es die MAGA-Leute hier sind. Allerdings ist die sehr Technikzentrierten Faschismusideolgien ja schon was sehr amerikanisches und lässt sich nicht eins zu ein auf Deutschland übertragen. Da muss man die Unterschiede noch genauer herausarbeiten. Genauso die Rolle von KI in Deutschland. Auch hier soll sie ja immer mehr eingesetzt werden in staatlichen Bereichen. Auch die Erzählung des Bürokratieabbaus als lästigen Staat wurde sehr gut beleuchtet. Allerdings fehlte hier auch noch die Ausdifferenzierung zwischen konservativen und Rechtsextremen Kräften und der Fokus lag zu sehr auf den USA. Auch fehlte komplett Palantir und auch isrealische KI Technologien, die Faschismus ja schon sehr konkret umsetzen und auch nach Deutschland drängen. Trotztdem ein sehr lesenswertes Buch. (Bisschen witzig, dass das Titelbild hier genau alle Darstellungen von KI enthält, vor denen in dem Buch gewarnt wird, also die darstellung als etwas humanoid/übermenschliches)