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Gavdos
167 pages, Kindle Edition
Published September 3, 2026
About the author
Tomer Dotan-Dreyfus
4 books5 followersTomer Dotan-Dreyfus, 1987 in Haifa geboren, lebt seit zehn Jahren in Berlin und ist als freier Autor, Lyriker und Übersetzer tätig. Er studierte Philosophie und Komparatistik in Berlin, Wien und Paris und schreibt sowohl in hebräischer als auch in deutscher Sprache.
Für die Arbeit an »Birobidschan« erhielt er 2020 ein einjähriges Stipendium des Berliner Senats, außerdem wurde er für das Übersetzungsprogramm Jewish Writers in Translation 2021 der Jewish Book Week in London ausgewählt. Im September 2021 war er zu Gast auf dem Meridian Czernowitz International Poetry Festival in der Ukraine. 2022 erscheint sein Essay-Band »Meine Forschung zum O: Unlearning Sprache« (Gans Verlag Berlin). »Birobidschan« ist sein erster Roman.
Für die Arbeit an »Birobidschan« erhielt er 2020 ein einjähriges Stipendium des Berliner Senats, außerdem wurde er für das Übersetzungsprogramm Jewish Writers in Translation 2021 der Jewish Book Week in London ausgewählt. Im September 2021 war er zu Gast auf dem Meridian Czernowitz International Poetry Festival in der Ukraine. 2022 erscheint sein Essay-Band »Meine Forschung zum O: Unlearning Sprache« (Gans Verlag Berlin). »Birobidschan« ist sein erster Roman.
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September 3, 2026
„Was passiert eigentlich mit dem Konzept von Schuld, wenn man unsterblich ist? Wird Schuld auch verewigt, oder - im Gegenteil - schneller vergessen, weil sie weniger schwer wiegt?“
Gilad, ein Berliner Journalist, reist auf eine kleine Insel namens Gavdos in Griechenland um über die sogenannten Pythagoräer zu schreiben, eine Kommune von russischen Naturwissenschaftler:innen, die sich als Unsterblich begreift. Dort wird er in einen Fiebertraum-artigen Strudel voller philosophischer Gedanken über Unsterblichkeit, Lebensfragen, Liebe und Tod, Tempelbauten, Ziegen und Lila Eier gezogen.
Gavdos ist ein unglaublich unterhaltsamer Roman, den ich zum großen Teil am Meer gelesen habe, mit dem Rauschen der Wellen im Hintergrund und der Sonne mit ihrer Hitze auf meinen Kopf fallend*; eine bessere Kulisse hätte ich mir nicht vorstellen können! Der Autor fädelt unterschwellig aktuelle politische/gesellschaftliche Fragen ein und schreckt nicht davor zurück Kritik an politischen Ordnungen und gegenwärtigen Entwicklungen durch seine Charaktere zu äußern. Die Rahmenhandlung hat zwar einen skurrilen und amüsanten Ton und dennoch werden im Kern der Geschichte wichtige Fragen verhandelt: welche Verantwortung tragen Journalist:innen?, was bedeutet Heimat, was Exil?, woher kommt die Idee von Staaten und Staatsgrenzen?, was ist Zeit?, gibt es Unsterblichkeit bzw. was trägt der Wunsch nach Unsterblichkeit mit sich? welche Kraft trägt die Kunst? und vieles mehr. Gavdos ist somit ein sehr vielschichtiger Roman, der außerdem ebenso mehrere intertextuelle Verweise enthält, sei es in Form von Namen, Handlungssträngen, o.ä. und so ein klangvolles Netz aus Kunst, Kultur, Literatur, Philosophie, griechische Mythologie und Politik webt.
Der Schreibstil und auch die Handlung haben mir sehr zugesagt, ich bin förmlich durch die Seiten geflogen und konnte richtig in die Geschichte abtauchen. Seit langer Zeit hatte ich nicht mehr so viel Spaß an einem Buch, habe so viel geschmunzelt oder in Zustimmung mit dem Kopf genickt. Ein ganz ganz toller Roman, den ich nicht so schnell vergessen werde! (Vielleicht sogar ein Jahreshighlight?)
*indirektes Zitat/vgl. S. 6
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!
Gilad, ein Berliner Journalist, reist auf eine kleine Insel namens Gavdos in Griechenland um über die sogenannten Pythagoräer zu schreiben, eine Kommune von russischen Naturwissenschaftler:innen, die sich als Unsterblich begreift. Dort wird er in einen Fiebertraum-artigen Strudel voller philosophischer Gedanken über Unsterblichkeit, Lebensfragen, Liebe und Tod, Tempelbauten, Ziegen und Lila Eier gezogen.
Gavdos ist ein unglaublich unterhaltsamer Roman, den ich zum großen Teil am Meer gelesen habe, mit dem Rauschen der Wellen im Hintergrund und der Sonne mit ihrer Hitze auf meinen Kopf fallend*; eine bessere Kulisse hätte ich mir nicht vorstellen können! Der Autor fädelt unterschwellig aktuelle politische/gesellschaftliche Fragen ein und schreckt nicht davor zurück Kritik an politischen Ordnungen und gegenwärtigen Entwicklungen durch seine Charaktere zu äußern. Die Rahmenhandlung hat zwar einen skurrilen und amüsanten Ton und dennoch werden im Kern der Geschichte wichtige Fragen verhandelt: welche Verantwortung tragen Journalist:innen?, was bedeutet Heimat, was Exil?, woher kommt die Idee von Staaten und Staatsgrenzen?, was ist Zeit?, gibt es Unsterblichkeit bzw. was trägt der Wunsch nach Unsterblichkeit mit sich? welche Kraft trägt die Kunst? und vieles mehr. Gavdos ist somit ein sehr vielschichtiger Roman, der außerdem ebenso mehrere intertextuelle Verweise enthält, sei es in Form von Namen, Handlungssträngen, o.ä. und so ein klangvolles Netz aus Kunst, Kultur, Literatur, Philosophie, griechische Mythologie und Politik webt.
Der Schreibstil und auch die Handlung haben mir sehr zugesagt, ich bin förmlich durch die Seiten geflogen und konnte richtig in die Geschichte abtauchen. Seit langer Zeit hatte ich nicht mehr so viel Spaß an einem Buch, habe so viel geschmunzelt oder in Zustimmung mit dem Kopf genickt. Ein ganz ganz toller Roman, den ich nicht so schnell vergessen werde! (Vielleicht sogar ein Jahreshighlight?)
*indirektes Zitat/vgl. S. 6
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!
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