Der neunte Band der Über den Toten beginnt das große Verschweigen
Theresienstadt, Mai 1945: Anne Hoffmann bekommt das Fleckfieber. Als sie erwacht, ist der Krieg vorbei. Sie lässt sich überreden, zu bleiben, um die Überlebenden von Auschwitz zu registrieren. Denn dort, wo diese Menschen herkommen, wartet niemand mehr auf sie.
Lüneburger Annes und Gertrudes Kinder sind noch in der Kinderlandverschickung. Ihre Betreuerin zögert die Heimreise durch das Russengebiet hinaus. Sie hat gehört, was die deutschen Frauen auf der Flucht erlebt haben. Es wird Herbst. Als der Winter vor der Tür steht, brechen sie auf.
Die Russen verhaften Karl und beschlagnahmen die Villa. Er sitzt ohne Verfahren in einem geheimen Lager. Ein Major nimmt Gertrude, die Herrin des Hauses, in Besitz, wie den Salon, das Schlafzimmer und den Wein im Keller.
Julius Rosenbach flieht mit seiner Frau Gerti über die Elbe. Als ehemaliger Ortsgruppenleiter ist ihr Vater in Ziegenhain interniert. Die Mutter schöpft Hoffnung, als ihr ein Rechtsanwalt ins Haus kommt. Doch die Amerikaner haben die Kartei aller Parteigenossen, und dort steht der Name Rosenbach.