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Greenwash, Inc.

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Sie haben ein Unternehmen mit problematischem Portfolio? Genmais? Produktion in asiatischen Sweatshops? Kein Problem: Mars & Jung kümmert sich darum. Die Agentur bietet eine ganzheitliche Betreuung, von viralen Imagekampagnen über die Beschaffung von Fairtrade-Zertifikaten bis zum Krisenmanagement vor Ort. Falls es irgendwo mal brennt. In einer Textilfabrik zum Beispiel. In der es keine Fluchtwege gibt. Thomas Hessel ist in dieser Greenwash-Welt zu Hause. Und er verfügt über die perfekten Eigenschaften, um hier Karriere zu machen: Kreativität, Empathie, Aufopferungsbereitschaft - und Skrupellosigkeit. Für PR-Storys reist er nach Brasilien, Indien oder Ghana und geht für den Erfolg seiner Projekte über Leichen. Er liefert dabei, was von ihm verlangt wird: die Lügen, die wir alle hören wollen. Bis er selbst zum Opfer der eigenen Ambitionen wird. Karl Wolfgang Flenders Debüt erzählt mit schmerzhafter Präzision die Geschichte einer steilen Karriere und eines rasanten charakterlichen Zerfalls. »Greenwash, Inc. ist der Roman für alle, die glauben, mit Slowfood und Biokonsum die Welt verbessern zu können. Eat this!« JAN BRANDT

400 pages, Hardcover

First published July 22, 2015

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6 (5%)
Displaying 1 - 12 of 12 reviews
Profile Image for Buchdoktor.
2,367 reviews190 followers
August 17, 2015
Als Greenwash Inc trägt jemand in einem albernen Moment die betriebsinterne Laufgruppe der Agentur Mars & Jung ein. Thomas Hessels Arbeitgeber organisiert weltweit Image-Kampagnen für Unternehmen und übernimmt die kommunikative Bewältigung, falls Firmen-Images in die Krise geraten. In dieser Welt ist alles erlaubt, solange es mit 'schonend' oder 'nachhaltig' verschlagwortet werden kann. Hessel war in einem anderen Leben Journalist. Der Schrumpfprozess der Printmedien hat Thomas aus seinem Beruf heraus- und in die Beratungsbranche gespült. Heute sind Journalisten eine seiner Zielgruppen, die er mit vorgeblich ökologisch korrekten Geschichtchen füttert. Seine Hopestorys sind universal einsetzbar, sie könnten ebenso gut einem Genmaisfabrikanten ein grünes Mäntelchen der Nachhaltigkeit verschaffen, wie den Interessen von Regenwaldschützern dienen. In erster Linie dienen sie dem Erhalt von Thomas Job. Wenn Thomas Armut als Video abliefert, ist seine Darstellung von Armut authentischer als die Armut selbst. Selbst Thomas Asthma ist Teil einer Kampagne seiner Agentur, der Mitarbeiter als Mensch. Wenn Thomas körperliche Schwäche nicht Realität wäre, wäre sie zumindest gut entwickelt.

Der ganze Mann wirkt alterslos. In seiner Branche gibt es offenbar nur eine Generation, die die aktuell zur Firma gehört. Drinnen oder draußen – das wird von Jens Mars, dem Boss, täglich neu entschieden. Ein Mars & Jung-Mitarbeiter hat sich mit dem Boss beim Kickerspielen zu messen, die Fitnesswerte seiner Angestellten werden Jens Mars per App geliefert. Wer seine Zugriffsrechte als Machtinsignien verliert oder wessen Spind geräumt wird, den degradiert das zu „Dingens“, dessen Namen keine Erwähnung mehr wert ist. Thomas Hessel kämpft an allen Fronten gleichzeitig – um den Ruf des derzeitigen Klienten, die Anerkennung seines Chefs und gegen die alltäglichen Widrigkeiten in Ländern in Äquatornähe. Eine weitere Front hat sich gerade im Privaten aufgetan. Freundin Marina, der Thomas ein sorgenfreies Studium der Ethnologie ermöglichte, bewirbt sich ebenfalls in der Beratungsbranche und wird damit zur direkten Konkurrentin. Mit Kenntnissen über indigene Völker lassen sich kluge Reden schwingen, auch wenn die Ethnologin die Länder selbst nicht kennt, für die gerade Kampagnen gestrickt werden. Im täglichen Hamsterrad der Selbstoptimierung ist die Partnerbeziehung längst zur Rechengröße degradiert. Thomas sinnt darüber, ob ihm statt Marina nicht eine seinem gefühlten heutigen Status angemessene Frau zustehen würde. Im Zeitalter moderner Kommunikationsmittel lässt sich rund um die Uhr verfolgen, was Freund und Feind gerade treiben. Das Selfie wird zur Waffe im Rosenkrieg und im Kampf um den Platz auf der Hühnerleiter bei Mars & Jung.

Karl Wolfgang Flender schickt seinen Protagonisten in den brasilianischen Regenwald, an den Brandort in einer indischen Textilfabrik und in die weltweit größte und giftigste Halde von Elektronikschrott in Accra/Ghana. Damit demontiert er nicht nur vorgeblich ökologisch zertifiziertes Blendwerk, sondern auch seinen Helden. Der Witz bei der Sache ist es, dem Icherzähler Thomas Hessel bei seinen Selbsttäuschungen und Selbstinszenierungen auf die Schliche zu kommen. Jemand wie er würde schließlich für eine Kampagne auch seine sterbende Großmutter verkaufen. Trotz der Beschränkung auf die Perspektive des Icherzählers zwingt Thomas' Lavieren zwischen Schein und Wirklichkeit zum äußerst konzentrierten Lesen.
Profile Image for Bivisyani Questibrilia.
Author 1 book23 followers
June 8, 2025
Wie viele Anderen, hab ich auch das Konzept der Geschichte gut gefunden. Leider ist die nicht gar gut gehandelt. Ich hatte ja eine sehr höhe Erwartung für die Geschichte. Ich weiß nicht warum der Autor, es nicht hingekriegt hat. Die Handlung geht immer weiter, ohne etwas sich entwickelt zu werden. Die Handlung geht noch weiter, ohne die Hauptfigur irgendwie eine Botschaft mitzukriegen und eine bessere Person zu werden.

Ich glaube wir können die Geschichte besser beobachten wenn wir die Perspektive von Christoph oder Marina oder irgendeinen den Anderen folgen. Denn Thomas führt uns die ganze Zeit, haben wir so viel irgendwie vermisst. Plötzlich kommen wir zum Ende ohne 'was wichtiges zu kriegen.

Wie auch von den Anderen gesagt, es gibt auch zu vielen Dingen hier mitgebracht sind—die nichts mit der Haupthandlung zu tun haben. Die mit der Training, mit dem Gym, mit der Rivalität. Ganz schnell haben wir die Faden verloren und verstehen die Leser nicht mehr was hier passieren sollen, was wir von der Geschichte doch mitnehmen sollen.

Ich hab's irgendwie geschafft. Ich muss mich ein bisschen durchdringen, aber hab ich's bis zum Ende gelesen. Etwas interessant oder irgendwie erschreckend habe ich erwartet, aber bis zum Ende gab es ja nichts besonders. Deshalb würd ich's mich nicht empfehlen—obwohl falls du's lesen wollte, bitte schön würde ich sagen.
125 reviews
March 8, 2018
Ich würde dem Buch nur einen Sternen geben, jedoch ist die Idee ziemlich gut. Leider leidet sie an einem sinnlosen Erzählung. Ich war mehrmals so verloren, dass ich nicht wusste, ob der Autor entweder eine Liebeskummers-, eine Wer-der-Beste-ist-, eine IRL-,oder eine Fiction-Non-Fictiongeschichte erzählen wollte. Es ist einfach zu verwirrt.
Außerdem, was ist mit dem "Training-"Ding? Und mit Marina? Und Schneider? Zu viel und gleichzeitig zu wenig.
Trotzdem muss ich sagen... Sollen wir den Werbungen vertrauen? Ist Bio eigentlich gut?
Vielleicht ist der Autor nicht so irr oder realitätsfern...
852 reviews11 followers
June 1, 2020
Ein unglaublich zynischer Blick auf die Arbeit von PR- und Kommunikationsagenturen, die auf ihre Klientel in Sachen Nachhaltigkeit nichts kommen lassen. Inszenierte Katastrophen mit Happy End für den jeweiligen Auftraggeber, gemischt mit Tabletten-, Drogen- und Alkoholmissbrauch des Protagonisten, der manchmal selber nicht mehr so genau weiß, was er da eigentlich gerade treibt. Trotzdem schaffen er und seine Kollegen es immer wieder, die Geschichte für sich neu zu erfinden, noch mehr Menschen zu schmieren und noch abenteuerliche Ablenkungsmanöver zu planen. Manchmal etwas langatmig, aber insgesamt gut zu lesen.
Profile Image for Dorikun.
18 reviews
December 2, 2025
Ich habe das Buch abgebrochen. Zum einen finde ich die Hauptfigur, seinen Arbeitgeber und die KollegInnen tatsächlich sehr unsympathisch. Vor allem passiert aber einfach nichts. Nach der Hälfte des Buches sollte doch eigentlich langsam klar sein, was das Problem ist. Jetzt sollte es spannend sein und man sollte in der Story drin stecken. Aber es gibt beim Protagonisten ziemlich viele Probleme und nichts davon ist wirklich spannend. Es wird wie eine Endlosschleife.
Profile Image for Veritas.
39 reviews
December 28, 2023
Not my favourite, I think the characters are represented pretty accurate though
1 review
May 20, 2025
Sexistischer unsympathischer Typ. Fand das Thema eigentlich spannend aber kann das nicht weiter lesen
Profile Image for Maximus Tenryu.
8 reviews
April 8, 2018
Der Autor schafft sehr gezielte Spannungsbögen, die das Buch interessant halten. Die Thematik sollte von jedem Menschen bedacht werden. Greenwash Inc. überzeugt mich mit einem Mix aus Erkenntnissen über die Wirtschaft, einer sehr realitätsnahen Liebesgeschichte und einem psychologisch sehr interessanten Einzelschicksal.
Profile Image for Marie.
237 reviews55 followers
June 5, 2024
Gute Idee, nur leider nicht gut umgesetzt. Der Schreibstil war ok, wenn auch nicht überragend. Der Hauptcharakter hatte den Großteil des Buches glaube ich selbst keine Ahnung, was er so tut. Außerdem ist er, sowie auch alle Menschen in seinem Umfeld übrigens auch, einfach anstrengend. Keine richtige Kommunikation, jeder macht so sein Ding. Thomas hat die Menschen um sich herum nicht gut behandelt und somit ist es kein Wunder, was ihm am Ende passiert, allerdings sind die Motive der anderen auch nicht gerade gut. Tatsächlich habe ich bei der Beschreibung etwas ganz anderes erwartet. 1,5 Sterne.
Profile Image for Simon Sahner.
13 reviews15 followers
August 23, 2015
Flüssig geschriebenes Debüt eines Hildesheim-Absolventen, das sich im besten Sinne runterlesen lässt. Ungewöhnliches Thema, erzählt von einem zynischen, jungen Erzähler, der sich einreiht in Christian Krachts "Faserland"-Erzähler, Thomas Klupps "Paradiso"-Erzähler u.a.
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