Verfolgung, Existenzangst und Neuanfänge in der Fremde - das sind die Erfahrungen des jungen Juden Carl Schwarz, als er 1950 in Brooklyn Emmi kennenlernt, die wie er aus Bayern stammt. Sie hat Deutschland nach dem Krieg verlassen, und wie er will auch sie ein neues Leben beginnen. Carl findet bei Emmi die Heimat, die er elfjährig verlassen musste, und lebenslange Liebe und Geborgenheit. Über die Vergangenheit reden beide nicht - zu schmerzhaft sind die Erinnerungen an das, was war. Jahrzehnte später wird Carl von einer Freundin gebeten, den schriftlichen Nachlass ihres verstorbenen Ehemannes durchzusehen, eines Holocaust-Überlebenden. Nur widerwillig macht sich Carl an die Arbeit - und stößt in den Briefen und Unterlagen aus dem KZ Dachau auf Hinweise aus Emmis Vergangenheit. Das Fundament aus Verschweigen und Halbwahrheiten, auf dem ihr gemeinsames Leben basierte, beginnt zu zerbrechen ...
Une saga passionnante, convoquant des personnages aux destinées bouleversantes, entre la Bavière, le bassin méditerranéen, la ville de Shanghai et les États-Unis, durant les années sombres de la guerre. Très bon & instructif ! http://blogclarabel.canalblog.com/arc...
Nachdem ich damals von Andrea Maria Schenkels Debüt "Tannöd" so angetan war, habe ich die Autorin eigentlich immer auf dem Schirm. Bei "Als die Liebe endlich war" stellt sich mir die Frage nicht, ob ich das Buch lesen möchte - das Thema hat mich sofort interessiert.
1938 flieht Familie Schwarz von Regensburg nach Shanghai. Wobei, ganz korrekt ist es nicht, da Erwin, das Familienoberhaupt, in Genua zurückbleibt - zu sehr hängt er an der Heimat. Seine Frau Grete und die beiden Kinder Carl und Ida hingegen machen sich auf die weite Reise nach Asien. Denn zu einer Zeit, in der viele Staaten, bei denen die Verfolgten Asyl beantragten, dieses abgelehnt haben oder aber lange Wartelisten veranlassten, war Shanghai einer der wenigen Orte auf der Welt, die Juden Zuflucht gewährten. Aus diesem Grund haben sich rund 14.000 deutsche Juden vor der Verfolgung in die damals geteilte Metropole retten können. Doch nicht nur die katastrophalen Zustände in der überfüllten Stadt, sondern auch die Ghettoisierung der Juden durch die Japaner ab 1942 zeigt, dass das Leben im Exil wahrlich kein einfaches war. Nach dem Ende des Krieges zieht Carl in die USA und beginnt dort mit Emmi, die ebenfalls aus Deutschland stammt, ein neues Leben. Neben der Liebe ist vor allem die gemeinsame Sprache und der Wunsch nach einen Neustart die Basis für eine glückliche, 60 Jahre andauernde Ehe. Doch dann kehrt die Vergangenheit mit aller Macht zurück...
In Episoden wird die Geschichte erzählt - wir begleiten die Familie Schwarz durch Kriegswirren und die dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte, ebenso wie Carls Nachkriegsleben in den USA. Aber es gibt auch einen Strang, der von Erna erzählt, die während des Dritten Reiches in München bei ihrer Tante lebt. Das alles wird von dem Blick auf das Ehepaar Carl und Emmi abgerundet, das 2010 noch einmal auf ihr Leben zurückblickt, ja, zurückblicken muss. Besonders diese Perspektive verdeutlicht noch einmal, was Krieg und Verfolgung mit den Menschen angestellt haben - selbst wenn sie es vielleicht nicht wollten und später zu verdrängen suchten.
Andrea Maria Schenkel schafft es wieder einmal, mit einer fast schon spröden Art und Weise ihre Geschichte zu erzählen und dabei die Figuren in den Fokus zu rücken. Mich hat dieser Roman und das Schicksal der Charaktere sehr ergriffen. Es gibt immer wieder Romane, die die Fakten aus den Geschichtsbüchern lebendig(er) machen und somit dazu beitragen, dass die schwärzesten Kapitel unserer Geschichte nicht in Vergessenheit geraten und auch nicht nur irgendein Thema in der Schule. "Als die Liebe endlich war" gehört zu diesen Büchern.
31 janvier 2023. A la fois un roman et une fresque historique de l'Allemagne durant la seconde guerre, on suit le destin de deux familles, l’une juive contrainte de fuir le nazisme et l’autre pro-nazie qui profite des avantages du parti. Une fin stupéfiante et une révélation terrible. « Le Bracelet ». Andrea Maria Schenkel. Actes Sud.2018/Babel.2023 « Als die Liebe endlich war”. Hoffman und Campe. 2016.
Munich, 1938. Le petit Carl Schwarz doit quitter l’Allemagne avec ses parents et sa sœur. Son père est juif. La famille embarque sur un bateau pour Shanghai, mais au dernier moment, le père décide de rester à quai. Lui qui a défendu son pays dans les tranchées de la Première Guerre mondiale se refuse à croire qu’il est désormais en danger. Au même moment, une jeune fille tombée enceinte d’un soldat sans être mariée est envoyée chez sa tante, faiseuse d’anges. Une femme du monde vient quant à elle demander de l’aide pour adopter en secret un nourrisson. C’est à cette seule condition que Himmler lui accordera le droit d’épouser l’homme avec qui elle vit. En 2010, aux États-Unis, Carl Schwarz est devenu un vieux monsieur et coule une retraite paisible. Mais un après-midi, le téléphone sonne. Un homme, mandaté par le musée de l’Holocauste de Washington, aimerait lui poser des questions. Et soudain le passé ressurgit… Andrea Maria Schenkel tisse dans ce texte bouleversant une toile romanesque haletante dont on ne ressort pas indemne, et met en lumière les échos retentissants de la grande Histoire sur les existences ordinaires.
De l’auteure, j’avais lu Un tueur à Munich après l’avoir rencontré à La Fête du livre de Saint-Etienne.
Archi connue en Allemagne où elle a publié des dizaines de romans policiers, elle commence à être traduite en France depuis peu.
Mère de famille dans la région de Munich, ses polars ont tous un fond historique et sont bâti sur une solide documentation.
Ce dernier roman est paru outre-Rhin en 2016, et n’est pas du tout un polar. Mais il se base encore une fois sur l’Histoire.
Le petit Carl Schwarz doit quitter l’Allemagne avec ses parents et sa soeur. Sa mère est catholique, mais le pays est devenu trop dangereux pour son père juif. La famille déniche des billets de bateau pour Shanghai via Gênes, mais au dernier moment le père décide de rester à quai. Lui qui a défendu son pays dans les tranchées de la Première Guerre mondiale ne peut pas croire que l’Allemagne s’en prenne à sa personne.
Au même moment, une jeune fille tombée enceinte d’un soldat sans être mariée est envoyée chez sa tante, faiseuse d’anges ; celle-ci s’occupe d’elle et la recueille. Une femme du monde qui a eu plusieurs fois recours à ses services vient lui demander une nouvelle fois son aide. Mais à présent, elle voudrait adopter un nourrisson – c’est à cette seule condition que Himmler lui accordera le droit d’épouser l’homme avec qui elle vit.
En 2010, aux Etats-Unis, Carl Schwarz coule une retraite paisible avec Emmi, la femme qui partage son existence depuis plus de soixante ans. Un après-midi, le téléphone sonne. Un homme, mandaté par le musée de l’Holocauste, aimerait lui poser des questions. Soudain tout le passé resurgit…
Trois histoires qui se rejoignent en toute fin de livre autour du fameux bracelet.
Trois histoires que j’ai aimé suivre, toutes prenantes, m’attachant aux personnages.
Mais une fin que j’ai trouvé traité un peu rapidement, même si l’auteure a tentée de ralentir le rythme avec des rebondissements qui n’en finissaient plus.
L’image que je retiendrai :
Celle des allemandes toujours en train de tricoter, ce qui fait dire à l’un des personnages que Les chinois nettoient(ce sont eux qui ont les pressings), les Allemands tricotent (p.263)
Ich kann meine Gedanken kaum in Worte fassen, da alles, was ich sagen möcjte, so komisch klingt. Das Buch war einfach toll. Die Charaktere waren toll. Was mich absolut umgehauen hat, war die Tatsache, das dieses Buch obgleich des Titels überhaupt keine Romanze war. Es war ein absolut toll verpacktes Drama. Als ich das Buch begonnen hatte, hatte ich auch überhaupt keine Ahnung, dass es so erzählt wird, wie es letzten Endes wurde. Ich habe mir das alles so vollkommen anders vorgestellt und bin mehr als positiv überrascht, dass es anders war. Die Handlund jedoch war mit Abstand das Beste an diesem Roman überhaupt. . Hauptsächlich geht es um Carl, einem Mann der in seinen Kindertagen aus Deutschland über Shanghai nach Amrika floh, wo er seine jetzige Frau Emmi kennenlernt. Sie führen eine glückliche Ehe, bis die anstrengende Nachbarin Faith ein Bündel Papiere und Briefe aus dem Nachlass ihres verstorbenen Gatten vorbeibringt. Sie bittet Carl, diese Papiere für sie zu übersetzen, da sie allesamt auf Deutsch geschrieben wurden. Beim durchsehen der Papiere stößt Carl auf eine unglaubliche Entdeckung, die seine Grau betrifft. Danach rieseln über ihre Ehe mehr als nur ein paar Kiesel und Carl fragt sich, ob er Emmi jemals wirklich kannte. . Das ist nicht der Klappentext, sondern meine eigene, spoilerfreie Wiedergabe. Die Geschichte wurde so herzlich geschrieben, dass ich nicht anders konnte, als sie in mein Herz zu schliessen. Jeder Charakter hat eine unglaubliche Tiefe besessen, vor allem Emmi. Die Dialoge der Protagonisten sind allesamt "altdeutsch", mit bayerischen Akzenten, wie es mir vorkam. Das hat diesem Roman insgesamt eigentlich seinen Charme und Realismus gegeben, für den ich ihn sehr schätze. . Und mal abgesehen von der Story: Das Cover ist einfach nur wunderschön. Es passt zur Geschichte und vermittelt ebenso die Atmosphere des Romans sehr gut dem Betrachter. . Von mir bekommt "Als die Liebe endlich war" von Andrea Maria Schenkel 5 von 5 Sternen, weil ich einfach selten so ein gutes Buch gelesen habe.
Bonjour les lecteurs ... Voici un livre présenté comme sage historique et romantique….( romantique .. aie , j'aurais du me méfier !!!) Il s'agit d'une fresque historique entre le Munich de 1938 aux Etats-Unis actuels, en passant par les années de guerre à Shangaï Ce roman se découpe donc en plusieurs parties. Nous suivons Carl et sa famille juive, obligés de fuir Munich en cette année 1938 et qui se retrouvent sur un paquebot en route pour Shangaï où ils passeront les années de guerre. En parallèle, à la même époque, il y a Erna qui vit chez sa tante qui est à la fois médium et faiseuse d'ange et proche du gouvernement au pouvoir. Et enfin, nous retrouvons Carl en 2010, marié à Emmi et qui va petit à petit devoir se replonger dans son passé …. Bref, voici un livre étrange , qui ne s'attarde que très peu sur les faits historiques. La majorité des pages décrit le voyage de Carl sur le paquebot, sa vie d'enfant à Shangaï et la vie d'Erna à Munich, qui se soucie bien peu du bruit des bottes. Très vite, on voit comment l'auteur va faire le rapprochement entre ces deux protagonistes. Et ce n'est que dans les toutes dernières pages qu'intervient le fameux bracelet qui est sensé résoudre l'énigme. Certes, on apprend un peu sur les traversées des exilés à cette époque ( qui pour certains s'apparentaient quasi à des croisières) ainsi que sur la vie à Shangaï à cette époque pour les familles juives. MAIS… Tout cela est bien plat et à la limite de l'ennui même si les pages se tournent en espérant qu'à un moment l'histoire devienne passionnante. EN BRF …. Lecture facile à la fin néanmoins assez bâclée. Pas de prise de tête .. tout est cousu de fil blanc. A lire à défaut d'autre chose.
Ruhige, dem Thema angemessene Geschichte. Allerdings habe ich mich die ganze Zeit gefragt, wann das auf dem Klappentext versprochene Geheimnis mal vorkommt und zwar erst kurz vor Ende des Buches... Das Ende ist meiner Meinung nach feige, da Schenkel das heikle Thema einfach umgeht.
Ich fand dieses Buch sehr spannend. Die Art wie die Lebenswege zweier Menschen am Ende zusammenführen hat mir gefallen. Nur den Schluss mochte ich nicht so. Hat für mich auch ein paar Fragen unbeantwortet gelassen. Trotzdem absolute Leseempfehlung.
Verfolgung, Existenzangst und Neuanfänge in der Fremde - das sind die Erfahrungen des jungen Juden Carl Schwarz, als er 1950 in Brooklyn Emmi kennenlernt, die wie er aus Bayern stammt. Sie hat Deutschland nach dem Krieg verlassen, und wie er will auch sie ein neues Leben beginnen. Carl findet bei Emmi die Heimat, die er elfjährig verlassen musste, und lebenslange Liebe und Geborgenheit. Über die Vergangenheit reden beide nicht - zu schmerzhaft sind die Erinnerungen an das, was war. Jahrzehnte später wird Carl von einer Freundin gebeten, den schriftlichen Nachlass ihres verstorbenen Ehemannes durchzusehen, eines Holocaust-Überlebenden. Nur widerwillig macht sich Carl an die Arbeit - und stößt in den Briefen und Unterlagen aus dem KZ Dachau auf Hinweise aus Emmis Vergangenheit. Das Fundament aus Verschweigen und Halbwahrheiten, auf dem ihr gemeinsames Leben basierte, beginnt zu zerbrechen ...
‚Als die Liebe endlich war‘ von Andrea Maria Schenkel ist ein Buch, das mich mit seiner Intensität positiv überrascht hat. Der Titel mutet eher eine seichte Romanze an, der Klappentext straft dieser ersten Ahnung jedoch Lügen. Es handelt sich hier eher um eine Art Familiengeschichte.
Die Handlung ist in drei Teile aufgeteilt und spielt in zwei unterschiedlichen Zeitebenen. Ein Handlungsstrang erzählt die Geschichte von Grete und ihren Kindern Carl und Ida, die wegen ihres jüdischen Glaubens von Regensburg nach Shanghai flüchten mussten und sich dort während der Kriegszeit ein Leben aufbauten. Im zweiten Handlungsstrang erfährt der Leser etwas über Erna, die von ihren Eltern nach München geschickt wurde und dort bei ihrer Tante Marga ein Zuhause findet. Besonders in diesem Handlungsstrang hat die Autorin den Blick auf die Diversität der Frauenrollen im nationalsozialistischen Deutschland gelenkt. Der dritte Handlungsteil spielt im Jahr 2010 und ist mit einem Kapitel jeweils am Ende der beiden ‚rückblickenden‘ Handlungsstränge angesiedelt. Carl ist inzwischen ein alter Mann und lebt mit seiner Frau Emmi in Amerika. In diesen Kapiteln erfährt der Leser nochmals etwas durch Carls Blick über die längst vergangenen Geschehnisse und ist gleichzeitig mit Carls Entdeckungen in der Gegenwart konfrontiert.
Die Charaktere sind alle sehr lebensnah und mit einer großen Tiefe gestaltet. Auch die vermeintlichen Nebencharaktere bleiben durch ihre lebhafte und feinfühlige Darstellung lang im Kopf verhaftet. Insgesamt wirken nicht nur die Personen, sondern auch die umgebenden Geschehnisse sehr authentisch. Auch der angenehme Schreibstil, durch den gleichzeitig eine gewisse Distanz und eine besondere Nähe zu den Schicksalen hergestellt wird, trägt sehr zu einem tollen Leseerlebnis bei. ‚Als die Liebe endlich war‘ ist ein Buch, das ganz nebenher zum Nachdenken anregt und einen so schnell nicht mehr loslässt.
Im April 1938 geht die Familie Schwarz, die Eltern Grete und Erwin und die beiden Kinder Carl, 12 Jahre alt, und Ida, 9 Jahre alt, fort von Deutschland. Sie besteigen in Genua das Schiff „Conte Biancamano“ mit dem Ziel Shanghai. Einer der wenigen Orte auf der Welt, wohin Juden zu der Zeit noch fliehen konnten, denn es wurde kein Visum benötigt. Kurz vor dem Ablegen des Schiffes jedoch entschließt sich Erwin zurück nach Deutschland zu gehen, seine Verbundenheit für seine Heimat ist zu groß, hatte er doch für das Land im ersten Weltkrieg gekämpft. Außerdem ist er zuversichtlich, dass sich die Lage daheim bald zum Guten ändern wird. Seine Frau und die Kinder könnten dann bald ebenfalls nach Hause kommen. Grete hofft inständig, dass sich ihr Mann doch noch entschließt ihnen mit einem der nächsten Schiffe zu folgen. Zu schlimm waren bereits die Repressalien gegen ihn, der als Arzt nur noch jüdische Patienten behandeln durfte, und die gesamte Familie. Nach dem Ende des Krieges geht der Sohn der Familie nach Amerika und baut sich dort ein neues Leben an der Seite von Emmi auf. Carl und Emmi, die ebenfalls aus Deutschland stammt leben 60 Jahre glücklich und in großer Liebe beisammen, bis die Vergangenheit sie beide einholt.
Die Autorin Andrea Maria Schenkel hat mit ihrem neuesten Werk eine Geschichte über die Liebe erschaffen und darüber, ob in der Liebe wirklich nur das Heute zählt und es kein Gestern gibt. Die Autorin verwendet dafür eine schöne und klare Sprache. Eindrucksvoll und tiefgreifend erzählt sie die Geschichte von Carl und Emmi und wie das Leben sie zusammen geführt hat. Ihr Schreibstil ist beeindruckend und unverwechselbar. Das Tempo ist perfekt angelegt. Die Charaktere ist hervorragend ausgefeilt und die Figuren spielen perfekt miteinander und hätten nicht besser getroffen sein können. Wie in einem Film sehe ich die einzelnen Szenen vor mir.
Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es nur zu gerne weiter an Leser, die die Fähigkeiten einen exquisiten Geschichtenerzählerin, wie sie Andrea Maria Schenkel eine ist, zu schätzen wissen. Ich wurde von der ersten bis zu letzten Seite brillant unterhalten.
Die Geschichte der Flucht einer jüdischen Familie, die Ende der 30er vor den Nazis mit dem Schiff nach Shanghai flieht. Doch der Vater entscheidet sich in letzter Sekunde im Hafen von Genua anders, will seine Heimat doch nicht verlassen und kehrt nach Regensburg zurück. Er kommt ins KZ Dachau, überlebt zwar, aber ist innerlich tot. Frau und Kinder schlagen sich in Shanghai durch, was auch nicht einfach ist, aber sie schaffen es. Nach dem Krieg geht der Sohn Carl in die USA, Mutter und Schwester gehen nach Deutschland zurück. Er heiratet und nach 60 Jahren Ehe mit Emmie, die auch aus Bayern kommt, entdeckt er ihr bestgehütetes Geheimnis.
Die Geschichte der Flucht und das Durchschlagen in Shanghai hat mir am besten gefallen. Ich wusste gar nicht, dass Shanghai und Hongkong größere Flüchtlingskolonien unter japanischer Fremdherrschaft hatten, kurz bevor China selber in die maoistische Revolution fiel. Emmies Geschichte in Nazideutschland ist mir ein wenig zu ausführlich geraten und stattdessen die Geschichte von Carl und Emmie und die Entdeckung ihres Geheimnisses zu kurz. Aber das ist eben die Wahl der Autorin, die diese drei Orts- und Zeitebenen miteinander verwob, wie sie es auch in ihren anderen Büchern gerne macht.
Dies war mein drittes Buch von Andrea Maria Schenkel, die sich anscheinend auf Geschichten aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Bayern spezialisiert hat. Im Vergleich zu «Täuscher» und «Finsterau» war diese Geschichte aber viel ansprechender nach meinem Empfinden, was bei mir wohl an der Würzung mit chinesischem und amerikanischem Kolorit lag.
Carl flieht mit seiner Mutter und Schwester aus Deutschland nach Shanghai, als sich abzeichnete das die Juden dort immer mehr in Gefahr waren ...
Fazit:
Generell war es einfach nicht mein Buch. Konnte mich von Anfang an nicht richtig fesseln und hat es mir schwer gemacht bis zum Ende durch zu halten... Das letzte Drittel hat mir dann aber eher zu gesagt. Generell fand ich das Buch etwas oberflächlich geschrieben. Zu viele unwichtige Details, zu wenig wichtige Details. Und die zeitlichen Reihenfolgen so durcheinander war jetzt hier auch eher verwirrend... Man erfährt hinten auf dem Klappentext mehr, als im Buch selbst.
Sehr guter Roman, der die Zeit von 1939 in Deutschland, Flucht nach Shanghei, bis 1947 und Übersiedlung nach New York beinhaltet. Geht teilweise auf eine wahre Geschichte zurück.